Milady beobachtet das Treiben im Palast die Rote Garde war absolut nichts gegen die Musketiere. 4 Gardisten pro Musketier brauchte es um sie aus dem Schloss zu treiben.

Rochefort hatte es also alleine geschafft und benoetigte sie wirklich nicht mehr. Sie wusste Athos hatte einerseits recht, gegen Rochefort hatte sie keine Chance, sie brauchte seine Hilfe und vielleicht gab es so eine Moeglichkeit ihm wieder naeher zu kommen.

Eigentlich wollte sie sich nur an ihm raechen als sie ihn das erste Mal in Paris sah, sie wollte ihn vernichten. Doch je laenger sie fuer den Kardinal gearbeitet hatte und je naeher sie ihrem Ziel kam Athos tot zu sehen umso schlechter fuehlte sich an.

Sie ueberlegte einen Moment und schlich sich in Rocheforts Gemaecher. Er hatte die Raeume des Kardinals uebernommen und darin kannte Milady de Winter jedes Geheimversteck. Die schoene dunkelhaarige musste etwas finden um den Kapitaen der Roten Garde zu beseitigen.

Milady oeffnete mit ihrer Haarnadel Rocheforts Kiste in der er seine geheimen Dokumente aufbewahrte.

„Bingo", sie steckte die Briefe ein verwand durch einen Geheimgang.

Athos und Porthos hatten es geschafft ihre Freunde in die Garnison zu bringen. Treville war wenig begeistert als er die ganze Geschichte hoerte.

„Was hat Rochefort vor? Die Koenigin ist nicht sicher im Palast", der Chef der Musketiere lief auf und ab im Zimmer.

Aramis verzog das Gesicht, Porthos hatte den Verband fest angelegt damit seine Rippen fixiert waren, „Wir muessen so schnell wie moeglich zurueck ins Schloss".

„Constance ist alleine dort mit der Koenigin, sie ist nicht in der Lage sich zu verteidigen, es geht ihr nicht gut. Rochefort schreckt weder davor zurueck Hand an sie zu legen noch an die Koenigin. Und mit der Hilfe von Milady…" D'Artagnan war außer sich vor Sorge.

„Milady de Winter hilft Rochefort nicht, er hat sie genauso bedroht wie die anderen beiden. Ich habe sie beobachtet", fiel Athos seinem Kameraden ins Wort.

„Bist du sicher nach allem was gewesen ist, daß sie die Wahrheit sagt?" gab D'Artagnan zu bedenken.

Athos sah ihn scharf an, „Ich vertraue ihr nicht, aber ich weiß was ich gesehen habe und im Moment ist sie die einzige die uns helfen kann."

„Und das wird sie auch tun", ertoente eine Stimme.

„Milady de Winter", sagte Treville.

Alle Blicke gingen Richtung Tuer, sie sah in den Gesichtern der Maenner, dass sie nicht willkommen war.

„Ich habe Informationen ueber Rochefort, die die Lage aendern wird", sie haendigte Treville die Briefe aus.

Athos schaute sie an, sie hielt seinem Blick stand.

„Ein spanischer Spion", sagte Treville entsetzt.

Die Musketiere schauten ihn an, Porthos fand als erstes die Sprache wieder, „ Ein Spion. Wer hat ihn geschickt?"

„Der Bruder der Koenigin", sagte der Kapitaen.

„Die Koenigin hat mit all dem nichts zu tun", platzte es aus Aramis heraus.

„Hat es auch nicht, die koenigliche Hoheit und ihr Mann sind beide unschuldig. Wenn Rochefort den Koenig aus dem Weg schafft und die Koenigin alleine ist muss sie eine Verbindung mit Spanien eingehen, darauf spekuliert ihr Bruder. Es war von Anfang an der Plan der spanischen Koenigsfamilie und die arme kleine Anne war der unwissende Spielball genauso wie der kleine Louis. Rochefort und seine Familie waren schon immer gut befreundet mit der spanischen Koenigsfamilie. Rochefort war ein treuer Spielgefaehrte und in die Koenigin verliebt, er denkt wenn er Louis aus dem Weg schafft wird man die Koenigin im ueberlassen, aber man wird ihn haengen wenn er zurueckkehrt", klaerte Milady die Musketiere auf.

„Warum sollten wir euch all das glauben, wieso gebt ihr uns jetzt die Informationen?" fragte D'Artagnan misstrauisch.

„Rochefort erpresst mich, er weiß dass ich Menschen getoetet habe und mit dem Kardinal zusammen gearbeitet habe. Er hat mich darum gebeten den Thronerben und den Koenig aus dem Weg zu schaffen sonst wuerde er dem Koenig sagen was ich getan habe. Damit waere mein Status beim Koenig erloschen und ich wuerde wieder mittellos auf der Straße landen", die dunkelhaarige fixierte ihren Exmann, sie sah in seinen Augen das Misstrauen, „ wie ihr wisst D'Artagnan ist meine Geschichte nicht gelogen, eure Freundin Constance musste dafuer bezahlen das sie uns belauscht hat. Fakt ist ich brauche euch, ohne eure Hilfe habe ich keine Chance am Hofe zu bleiben, Rochefort wird erst Constance zur Strecke bringen dann den Koenig und anschließend mich um mir den Tod des Koenigs in die Schuhe zu schieben."

„Es stimmt, ich sage es nur ungern aber Milady de Winter hat recht und sagt die Wahrheit", bestaetigte Athos.

Milady schaute ihn an und schenkte ihm ein Laecheln, seine Augen bekamen fuer einen kurzen Moment etwas Strahlendes. Sie fuhr fort, „Ich kenne jeden Gang des Schlosses, ich kann euch rein bringen und ihr koennt die Koenigin, Constance und den Thronerben rausholen. Ich werde versuchen den Koenig zu ueberzeugen."

„Das ist ein guter Plan", pflichtete Treville bei, „Sattelt die Pferde".

Aramis stand auf unter Schmerzen, Porthos drueckte ihn sanft zurueck auf die Pritsche, „Aramis du kannst so nicht mit reiten."

„Ich muss", er schaute ihn ernst an.

„Hoer zu, ich weiß ich hab vorhin vielleicht etwas ueberreagiert. Du bist fuer mich wie ein Bruder und du hast Glueck das du mir mehr als einmal das Leben gerettet hast. Aber das was du getan hast ueberschreitet alles was ich mir jemals hab zu Schulden kommen lassen", er umarmte ihm vorsichtig, „Wir sind Quitt und wenn du mir das naechste Mal etwas Wichtiges verheimlichst werde ich dir in deinen Hintern schießen."

Aramis laechelte, „Das werde ich nicht mehr tun versprochen. Porthos ich liebe sie wirklich und waere sie nicht die Koenigin, dann wuerde ich alles daran setzen sie fuer mich alleine zu haben. Bring sie wohlbehalten aus dem Palast und meinen Sohn auch."

„Das werde ich versprochen", sagte Porthos und verließ den Raum um zu den anderen zu gehen.

Aramis fuhr sich mit den Haenden durch die Haare, er wollte Anne da raus holen es war seine Aufgabe. So wie es D'Artagnans Aufgabe war Constance aus dem Schloss zu holen.

„Verdammt", rief er aus, stand auf und zog unter Schmerzen sein Hemd und seine Lederjacke an.

Die Koenigin von Frankreich und ihre Amme saßen auf dem Bett und hielten sich gegenseitig die Haende. Sie versuchten sich gegenseitig zu staerken, aber sie wussten beide dass die andere Angst hatte.

Schritte vor der Tuer ließ die beiden den Haendedruck verstaerken.

„Die Musketiere werden uns nicht im Stich lassen", fluesterte Constance."

„Ich habe mich mit Aramis gestritten, er wird nicht wieder kommen", sagte Anne tonlos, „Er hat mit Marguerite geschlafen. Ich dachte unser Sohn und ich waeren etwas Besonderes fuer ihn."

Madame Bonacieux sah sie an, „Aramis liebt euch und euren gemeinsamen Sohn, er hat mehr als einmal sein Leben riskiert."

„Das ist seine Aufgabe als Musketier", gab Koenigin Anne zurueck.

„Aramis Augen sagen etwas anderes, glaubt mir", Constance strich ihrer Freundin ueber die Hand.

Die Tuer oeffnete sich und Rochefort kam mit 4 Maennern der Roten Garde herein, die beiden Frauen rutschten noch naeher zusammen.

„Madame Bonacieux ich habe fuer euch einen neuen Platz im Palast gefunden, der Kerker. Morgen frueh wird eure Hinrichtung stattfinden", Rocheforts Lippen verzogen sich zu einem Laecheln.

„Nein", schrie Anne, „Sie hat euch nichts getan, ihr habt ihr genug angetan."

„Sie arbeitet mit den Musketieren zusammen und vergiftet euren Verstand. Maenner schnappt sie, werft sie in den Kerker und macht mit ihr was ihr wollt, morgen frueh werden wir sie hinrichten."

„Nein bitte nicht", schrie Constance verzweifelt, sie hatte keine Chance sich zu wehren. Ihr Rippen waren immer noch laediert und die vier Gardisten ließen ihr keine Chance.

„Constance", die Koenigin versuchte zu ihrer Amme und einzigen Vertrauten zu gelangen, aber Rochefort hielt sie fest.

„Du und ich Anne wir werden jetzt die Zeit gemeinsam nutzen", raunte er in ihr Ohr.

Das blanke Entsetzen breitet sich im Koerper der Koenigin aus, „Bitte nicht."