lufa, CaroloveSeverus & Marylein: Es freut mich total, dass ihr so sehr mit den Beiden mit fiebert! Inessnape: Nein, die Story ist noch in Arbeit, aber ich habe ein Konzept und ein paar Kapitel Vorsprung. Ich hoffe natürlich, dass ich eure Erwartungen nicht enttäusche.
An dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön und noch eine gezielte Frage an alle die mir helfen wollen: Was haltet ihr von meiner Charakterisierung von Bellatrix Lestrange? Sie ist total verrückt und fanatisch, zweifellos! Aber ich fand es ganz interessant, ihr mehr als das zugeben. Mit der kreischenden, hysterischen Version kann ich nicht viel anfangen, so wird sie erst, wenn es für sie nicht nach Plan läuft – bis dahin ist sie für mich eine hochintelligente und extrem kranke Persönlichkeit, die sich daran erfreut, andere Menschen zu brechen. Meinungen bitte!
They say, that good things take time,
But really great things happen in a blink on an eye!
Eiskalte Nächte (oder) Das gewisse Glänzen
Als er so da lag und in die Stille horchte, musste er unweigerlich wieder an Paris denken. Die nächste Erinnerung, die sich für Severus eingebrannt hatte, hatte sich ein paar Wochen nach dem aufschlussreichen Gespräch zugetragen. Es waren manchmal nur Kleinigkeiten, an die er sich besonders erinnerte. Für Außenstehende vermutlich sogar Nichtigkeiten. Für ihn waren es diese kleinen Momente und große Gefühle, die das Zusammensein mit Hermione geprägt und ihn verändert hatten.
°~*~°
Er lag im Dunkeln auf dem Sofa in Wohnzimmer. Die einzige Lichtquelle war die Straßenlaterne draußen, deren Schein den Raum gerade genug erhellte um Umrisse erkennen zu können. Einen Arm hatte er hinter seinem Kopf verschränkt, der Andere ruhte auf dem Buch, das auf seinem Bauch lag und in dem er gelesen hatte, solang es die Lichtverhältnisse zugelassen hatten. Die Fenster waren weit geöffnet und ein lauer Frühlingswind spielte mit den leichten Vorhängen.
Plötzlich hörte er, wie sich Hermiones Tür leise öffnete. Sofort war der Spion in ihm erwacht. Er blieb unbewegt liegen, neigte nur seinen Kopf leicht und erspähte seine Mitbewohnerin, wie sie gerade wieder die Tür leise schloss und sich nahezu lautlos auf den Weg zum Bad macht, in dem sie dann verschwand. Wenig später trat sie wieder heraus und war schon einige Schritte gegangen, als sie inne hielt und Severus ihren Blick auf sich spüren konnte.
Sie war unentschlossen stehen geblieben und er konnte sie in Ruhe betrachten. Das einzige, was sie trug, war ein weißes Tuch, das sie um ihren dünnen Körper gewunden und über ihrer Schulter gebunden hatte. Das Tuch ließ nicht nur viel ihre blassen Haut, sondern auch viel Raum für Fantasien frei, die Severus versuchte im Keim zu ersticken – schließlich stand dort drüben ein kleines Mädchen.
Er erahnte, was in ihr vorging und musste sich ein Grinsen verkneifen. Dennoch war er erstaunt, als sie sich einige Augenblicke später tatsächlich ganz in seine Richtung drehte und vorsichtig auf ihn zukam. Er war gespannt, was sie tun würde. Einige Schritte vor ihm blieb sie erneut stehen und flüsterte: „Professor?". Als er ihr keine Antwort gab, schloss sie mit ein paar Schritten zum Sofa auf, griff nach der dünnen Decke zu seinen Füßen und deckte ihn doch tatsächlich zu. Er konnte es nicht fassen, dieser Gryffindormut oder schlimmer Gryffindormitleid kannte wirklich keine Grenzen.
„Miss Granger", sagte er eiskalt, als sie gerade seinen Oberkörper zudecken wollte. Vor Überraschung und Schreck fiel ihr die Decke aus der Hand. „Darf ich Sie fragen, was Sie da gerade tun?".
Sie fasste sich recht schnell wieder und entgegnete mit fester Stimme und ähnlich kühl: „Nur ein weiterer, kläglicher Versuch Sie aufzutauen, Sir! Dabei sollte ich doch langsam begriffen haben, dass diese Mission hoffnungslos ist!". Damit wollte sie sich schon energisch davon stürmen, überlegte es sich aber sofort wieder anders und wand sich halb zu ihm um, „Professor, darf ich Sie fragen, was Sie da gerade tun?".
„Ich lese", meinte er in einem das – ist – doch – offensichtlich –Tonfall und hob mit der einen Hand demonstrativ das Buch auf seinem Bauch an.
„Im Dunkeln?", fragte sie spöttisch.
„Natürlich Miss Granger!", antwortete er aalglatt, drehte sich auf die Seite und stützte seinen Kopf in seine Hand, um sie besser sehen zu können. „Haben sie nie dieses gewisse Glänzen in meinen Augen gesehen?".
Sie sah ihn Momente lang nur verblüfft an. Dann änderte sich ihre Mimik und Gestik. Sie hatte wohl einen Entschluss gefasst. Ganz langsam kam sie näher, bis sie unmittelbar vor ihm stand und ging dann in die Hocke, was ihn bei ihrem ohnehin kurzen Outfit, zu einem schnellen Blick auf ihre entblößten Oberschenkel zwang.
Sie hatte ein Leuchten in den Augen, als sie ihr Gesicht bis kurz vor seines brachte und eingehend seine Augen studierte. Sie war so nah, dass er ihren warmen Atem auf seiner Haut spüren konnte und ihren für sie typischen Geruch nach Honig und Kokos wahrnahm. Sie riss ihn aus seinen Gedanken, ehe diese auf Wanderschaft gehen konnten, als sie schließlich meinte, „In der Tat! Ich kann mir nicht erklären, wie mir das all die Jahre entgehen konnte".
Damit erhob sie sich, flüsterte ihm ein leicht laszives, „Gute Nacht", zu und verschwand schnell in ihrem Schlafzimmer. Severus schaute ihr perplex hinterher und erst jetzt endlich ließ er die Luft aus, die er offensichtlich angehalten hatte. Er entspannte sich und spürte nun ganz deutlich, wie eng seine Hose geworden war und ihm war so warm, dass er die Decke wieder ans Fußende schmiss. Er hatte tatsächlich gerade mit seiner Schülerin und Schutzbefohlenen geflirtet. Merlin, Severus, das ist ein kleines Mädchen, ein Kind!
Ehemalige Schülerin! Und so ganz klein ist die Hexe wohl auch nicht mehr, meinte eine listige Stimme engagiert in seinem Hinterkopf. Sie weiß zumindest wie man spielt… und wie man zaubert…!
Er würde sich einfach zusammen reiße, wenn sie noch mal auf solche verrückten Ideen kam und gleich würde eine kalte Dusche wahrscheinlich schon Wunder wirken.
Wohl ehr eine Eisdusche, schlug diese total lästige Stimme nun vor. Das Diskutieren ging noch eine Weile hitzig weiter, bis es schließlich unterbrochen wurde von einem zaghaften,
°~*~°
„Professor! – Professor Snape", dann ein leichtes Rütteln an seiner Schulter, „Professor, müssen sie nicht langsam aufstehen?".
Und plötzlich schlug er die Augen auf und war hellwach. Vor ihm kniete wieder Hermione, dieses Mal einen dünnen Morgenmantel und mit Haaren, als hätte sie einen Schockzauber abbekommen. Ihre Hand lag auf seiner Schulter und strich geistesabwesend hin und her. Die Wärme, die von ihr ausging, machte ihm bewusst, dass ihm eiskalt war. Kein Wunder, die Zimmertemperatur ging Richtung Gefrierpunkt und seine Kleidung war klamm.
„Wie spät ist es?", krächzte er und fasste sich umgehend an den schmerzenden, rauen Hals. Das fühlte sich gar nicht gut an ‚Pepper-up-potion', mindestens fünf Schlücke, war sein erster Gedanke.
„Halb Neun", antwortete Hermione und sah ihn besorgt an. „Ich hätte sie früher geweckt, aber ich habe ja heute erst nachmittags Uni…", ihre Hand glitt unaufgefordert von seiner Schulter zu seiner Stirn, was ihr den kläglichen Versuch eines Todesblickes einbrachte. Er wurde dafür mit einem fast bedauernden Blick ihrerseits gestraft.
Das machte ihn ärgerlich und er stieß ihre Hand weg. „Ich brauche Ihre Hilfe nicht, Miss Granger!", spie er ihr rau und heiser entgegen und biss sich auf die Zunge, als ihm die unbeabsichtigte Betonung auf ‚Ihre' auffiel, die eigentlich auf ‚Hilfe' sein sollte.
„Professor Snape", setzte sie kühl an und erhob sich, „Sie haben hohes Fieber und werden noch sehr deutlich spüren, wie sehr Sie auf meine Hilfe angewiesen sind, oder haben sie inzwischen ‚Pepper-up-potion' gebraut, seit wir uns gestern Nachmittag über die Mangelzustände unserer Hausapotheke unterhalten haben?". Damit ging sie zu den weit aufgerissenen Fenstern und schloss sie.
Tja, daran hatte er tatsächlich nicht gedacht und das er ohne Trank weder in der Lage war, sich welchen zubrauen, noch zu apparieren oder gar zu unterrichten, war ihm durchaus bewusst. Zerknirscht malte er mit seien Zähnen. Na wundervoll… Langsam setzte er sich auf und merkte direkt, wie schwach sich sein Körper anfühlte.
Hermione betrachtete ihn mit Adleraugen und als er sich hoch gekämpft hatte, warf sie ihm die Decke über und band ihm ihren Schal um, der nach zwei Zauberstabbewegungen nicht nur Slytherinfarben trug, sondern auch und vor allem einen permanenten Wärmezauber hatte. So glich sein geplantes, abfälliges Grunzen doch ehr einem dankbaren Seufzen.
„Ab ins Bad mit Ihnen", kommandierte sie und zeigte zur Bekräftigung in die angegebene Richtung. „In einer Viertelstunde betrete ich ihr Schlafzimmer und werde sie im Bett vorfinden!". Jeglicher Protest oder Kommentar war zwecklos, denn sie war bereits auf dem Weg zurück in ihr Zimmer, von wo er nur noch einen gedämpfter „Tinkerbell!", vernahm.
Er schleppte sich also vom Sofa ins Bad und vom Bad in sein Zimmer und schließlich ins Bett. Er lag keine zwei Minuten, da kam auch schon Hermione mit einem Tablett in den Händen hereingestürmt und blieb wie in der Bewegung erstarrt, stehen. Sie hatte sein Zimmer bis dato noch nicht betreten und musste sich wohl erst einmal akklimatisieren.
Sein Raum war eigentlich sehr gemütlich eingerichtet. Die Wände waren mit einem hellen sandfarbenen Putz bedeckt, der einen schönen Kontrast zu seinen dunklen Möbeln aus Ebenholz und dem dunklen Parkett bildete. Die Vorhänge an seinem alten, riesiggroßen Bett waren zum einen beige, lichtundurchlässige Stoffbahnen, die an den Bettpfosten zusammengerafft waren, zum anderen stahlendweiße Leinentücher, die locker herabhingen. Sonstige Stoffe, wie der Teppich, die Bezüge der beiden Sessel oder der Gardinen waren ebenfalls in Beigetönen gehalten.
Er wusste nicht, ob Hermione so überrascht war, weil sie einfach etwas ganz Anderes mit ihm in Verbindung gebracht hätte oder weil sie schon die unbezahlbaren Schätze in seinem Bücherregal entdeckt hatte. Eine dritte Möglichkeit und die kam ihm im Moment am plausibelsten vor, waren seine Fenster, die nicht den Hinterhof zeigte, sondern genau das reflektierten, was ihm seine Fenster in Hogwarts auch zeigen würden: Den Ausblick in den großen See und zwar unterhalb der Wasseroberfläche. Dadurch war an seinen Wänden und der Decke ein wunderschönes grün-blaues Licht-Wasserspiel.
Endlich riss sich Hermione von dem Anblick los und trat an sein Bett heran. Sie stellte das Tablett auf seinem Nachttisch ab und ließ sich auf seiner Bettkante nieder. Severus beäugte unterdessen missmutig die Utensilien, die sie Mitgebracht hatte. Ein großer Krug mit Wasser, zwei Gläser, eine Schüssel mit Eiswürfeln, in der bereits Stofftücher lagen, eine Tasse mit einer dampfenden Flüssigkeit und jede Menge Phiolen, Fläschchen und Ampullen.
„Keine Fragen, die Antworten würden Ihnen ohnehin nicht gefallen…", sagte Hermione, als sie seinem Blick gefolgt war.
Severus Mine verdüsterte sich noch weiter. „Sie beachten aber schon, dass Sie mir nichts geben, was den ‚Pepper-up-potion' später unbrauchbar macht", bemerkte er skeptisch.
„Professor, ich denke jeden Tag so viel, da würde Ihnen der Kopf platzten", gab sie unbeeindruckt zurück und reichte ihm die Tasse. „Austrinken!".
„Was ist das?", fragte Severus und unterzog das Gebräu einer notdürftigen Analyse.
„Erkältungstee", war die knappe Antwort. Mit einem Seufzer gab sich Severus geschlagen. Er war definitiv nicht in der Verfassung für lange Diskussionen. Unterdessen füllte Hermione das eine halb, das andere Glas vollständig mit Wasser. In das halbgefüllte Glas gab sie eine kleine Tablette. Sofort begann das Wasser zusprudeln und zudampfen. Der Anblick gefiel Severus noch weniger. Er hatte inzwischen den Tee geleert, der zugegebener Maßen nicht so schlecht geschmeckt hatte und seinen Hals schon beruhigt hatte. Der Tablette folgten drei Tropfen aus einer Ampulle mit bläulicher Flüssigkeit und drei Löffel aus einer braunen Flasche.
Hermione legte alles aus der Hand, nahm Severus die leere Tasse ab und gab ihm im Gegenzug das eine Glas, das eiskalt geworden war. Sie selbst hielt das Wasserglas. „Einen möglichst großen Schluck davon", leitete sie ungerührt an und deutete auf das Glas in seinen Händen. „Danach geben Sie mir das Glas und ich reiche Ihnen das Wasser zum Nachspülen. Verstanden?".
Severus sah keinen Grund auf diese Frage zuantworten, setzte das Glas an die Lippen und nahm einen großen Schluck von der Mischung. Sie schmeckte so abscheulich, dass sich nicht nur seine Schleimhäute zusammen zogen, sondern sein gesamter Körper zuzittern begann. Außerdem war die Flüssigkeit so kalt, als hätte er gerade Eiswasser getrunken und er fühlte, wie sie schmerzhaft langsam seine Speiseröhre herunter kroch.
Er war so geschockt, dass er das Glas einfach fallen ließ. Hermione hatte wohl damit gerechnet, denn sie nahm es ihm gerade in dem Moment ab und vertraute ihm gar nicht erst das Andere in die Hand, sondern war blitzschnell halb hinter ihn geklettert, legte seinen Kopf zurück auf ihre Schulter und hielt ihm nun das Wasserglas an die Lippen. Ihn hatte längst ein Würgegefühl überkommen, deswegen trank er zuerst nur widerwillig. Dann bemerkte er aber, dass durch das pure Wasser zuerst die Kälte und der Würgereflex, mit jedem weiteren Schluck auch langsam der abartige Geschmack nachließ.
Schließlich war das Glas leer und er konnte nicht verhindern, dass er sich erleichtert und erschöpft gegen Hermione sinken ließ, die keine Anstalten machte, ihn abzuschütteln oder sich wegzubewegen. Im Gegenteil: Nachdem sie das Wasserglas weggestellt hatte, nahm sie eine für sie Beide komfortablere Position ein und zog ihm die Decke bis zur Brust hoch. Er hätte es nie, niemals zugegeben, aber obwohl es ihm so richtig scheiße ging, fühlte er sich absolut gut und geborgen. Ja, Geborgenheit – dieses Gefühl hatte er ewig nicht gespürt.
Langsam wurde er Müde und nur im Halbwachzustand bekam er mit, dass Hermione ihn hinlegte, ihm eisige Wadenwickel machte und aus irgendeinem Grund am Ohr rumfummelte. Das letzte, was er wusste, war, dass sie ihm die Decke bis unters Kinn zog, ihm die Haare aus der Stirn strich und… die himmlische Berührung ihrer weichen Lippen mit seiner warmen Stirn hatte er bestimmt schon geträumt.
Als er wieder aufwachte, fühlte er sich wie erschlagen. Dieser Trank hatte in platt gemacht. Er schlug die Augen auf und sah zum Fenster herüber. Die Sonne stand hoch am Himmel und ihre Lichtstrahlen wurden wunderschön von der Wasseroberfläche gebrochen. In diesem Moment ging die Tür auf und Hermione kam herein. Sofort setzte er sich mühsam auf.
„Ah, gut! Sie sind wach!", bemerkte sie überflüssigerweise und ließ sich wie selbstverständlich auf seine Bettkante sinken, als hätte sie bereits ihren festen Platz gefunden. „Wie geht es Ihnen?", fragte sie, während sie an seine Stirn fasste.
Er entzog ihr missmutig seinen Kopf und blitzte sie verärgert an. „Wie sieht es mit dem ‚Pepper-up-potion' aus, Miss Granger?".
„Sie haben meine Frage nicht beantwortet, Professor!", war die ungerührte Parade ihrerseits, was Severus überraschend blinzeln ließ. Wann hat ihn das letzte Mal jemand gefragt, wie es ihm ging und wollte dann auch wirklich eine aufrichtige Antwort haben? Wann hatte es zum letzten Mal jemanden gekümmert? Dumbledore dachte doch in erster Linie immer nur an den Spion in den Reihen seines Feindes. Die letzte Person war sicherlich Lily gewesen und die Letzte und Einzige, die auch wirklich eine aufrichtige Antwort bekommen hatte, war seine Mutter.
„Gut", brummte er und als Hermione nur eine Augenbraue hob, und er zu allem Überfluss einmal herzlich niesen musste, gab er zu, „Besser". Reihte sich diese unausstehliche Streberin gerade in die Gruppe von Menschen ein, die ihm etwas bedeuteten oder war sie einfach nur zu hartnäckig, um ihr eine aufrichtige Antwort zu verweigern.
„Der Trank ist aufgesetzt und ich werde ihn wohl bis heute Abend fertig gestellt haben", beantwortete sie nun seine Frage, „Spätestens übermorgen haben Sie Ihren schmerzlich vermissten Alltagsstress wieder. Bis dahin habe ich Ihnen etwas gegen die Langeweile mitgebracht". Damit entlud sie aus einer Tasche den Tagespropheten, ein Buch und einige Tüten.
„Ich langweile mich nicht!", sagte er verächtlich und versuchte aus dem Augenwinkel den Titel des Buches zu lesen.
„Natürlich nicht!", entkam es ihr spöttisch, während sie eine schrecklich bunte Tüte aufriss und den Innhalt, tausende kleine, bunte Kügelchen in eine Schale schüttete. Severus besah sich skeptisch die Kugeln, die es in Rot, Gelb, Grün und Blau, sowie in Gold, Silber, Bronze und Schwarz gab. Sein Interesse war geweckt und er sah auf die Tüte, auf der es in riesigen Lettern hieß: M&M's – das waren also M&M's…
Nachdem Hermione noch eine Box mit Taschentüchern und Hustenbonbons auf dem Nachttisch platzierte, ging sie zur Tür und verkündete mit der Klinke in der Hand: „Ich habe mir erlaubt, sie in Ihrem Namen krank zumelden. In eineinhalb Stunden bringe ich Ihnen etwas zu essen. Ruhen Sie sich aus".
Bevor sie gehen konnte, fiel Severus etwas ein. „Miss Granger", hielt er sie zurück, bevor sie die Tür schloss, „Müssten Sie nicht in der Uni sein?". Sie aber grinste ihn nur breit an und schloss die Tür. Severus sah ihr noch einige Sekunden ungläubig hinterher, ehe er sich gierig dem Buch zuwandte.
Wie versprochen betrat Hermione eineinhalbe Stunden später mit einem Tablett das Zimmer. Die Zeit war wie im Fluge vergangen. Eilig und wie er hoffte unbemerkt, schluckte er schnell die zwei M&M's die er in der Hand hielt. Natürlich ohne Erfolg: „Und wie finden Sie die Dinger?", erkundigte sich Hermione, ließ das Tablett über seinen Knien schweben und bediente sich ebenfalls aus der Schale, bevor sie sich auf ihrem neuen Stammplatz am Fußende seines Bettes nieder ließ.
„Mmh", brummte Severus unbeeindruckt und besah sich das Tablett. „Die Roten und die Goldenen schmecken etwas ranzig", murmelte er dann todernst.
Er sah auf, als Hermione in glockenklares Lachen ausbrach und schließlich sogar, zur Seite über seine Beine fiel, wo sie glucksen liegen blieb. „Die schmecken Alle gleich, Professor!", brachte sie schließlich atemlos heraus und wischte sich eine Träne aus den Augenwinkel.
„Finden Sie es adäquat mich Professor zu nennen, wenn Sie sich in meinem Bett amüsieren, Miss Granger", fragte Severus mit einem glitzern in den schwarzen Augen und probierte einen Löffel von der Suppe, die Hermione ihm gebracht hatte.
„Bieten Sie mir gerade das ‚Du' an, Severus?", fragte sie herausfordernd und kämpfte sich wieder in eine sitzende Position. Aus irgendeinem Grund machte sich ein warmes Gefühl in ihm breit und er wusste, dass es nichts mit der Suppe zutun hatte.
„Was wenn, Hermione?", fragte er neckisch und ließ seinen Blick gesenkt.
„Dann würde ich es annehmen!", kam es zurück und er nickte sachte. Für eine ganze Weile herrschte angenehme Stille, in der Hermione verträumt aus dem Fenster in den See blickte und Severus seine Suppe löffelte. „Wie geht es… dir?", fragte Hermione nach einiger Zeit und stolperte ein wenig über die neuerdings vertraute Anrede.
„Ich hasse es krank zu sein. Ich hasse es, nur im Bett herum zu liegen. Ich hasse es nicht Herr meiner Sinne zu sein. Kranksein ist absolut ätzend und du bist schlimmer, als Poppy Pomfrey!", endete er seine hitzige Tirade und bemerkte zu spät, dass er sich zugegebener Maßen ehr wie ein kleiner Junge anhörte.
Das dachte wohl auch Hermione, die zur Antwort ebenfalls in einen energischen Ton verfiel, als sie wild gestikulierend verkündete: „Männer sind solche Babys! – Nein, wirklich. – Da kann dir jeder noch so tolle Mann begegnen, an einer einfachen Blutspende, einem grippalen Infekt oder einem Zahnarztbesuch scheitern, ach was sag ich, sterben sie fast alle. Ich sag's dir, es sind Typen wie Neville Longbottom, die ihrer Frau im Kreissaal die Hand halten! – Also rein metaphorisch gesprochen!".
°~*~°
Sie hatten sich noch einige Zeit weiter unterhalten und Severus war positiv überrascht gewesen, wie vertraut sie miteinander umgingen und wie gut sich das anfühlte. Wann hatte das letzte Mal jemand in seiner Gegenwart herzhaft gelacht. Er war nicht der Mensch mit dem man lachte, obwohl er absolut nichts dagegen hatte – im Gegenteil!
Und eine Frage hatte sich immer wieder zusammen mit einem Lächeln in sein Bewusstsein gedrängt: War er ein toller Mann?
R&R plz
