Schatten der Zukunft

Als Harry sich wirklich sicher war, dass Ron und die anderen schlafen, schlich er sich aus dem Zimmer und ging nach unten. James wartete bereits vor dem Kamin.

„Danke, das du im Zug mitgespielt hast", sagte er, als Harry sich neben ihm setzte.

„War doch klar!", antwortete Harry „aber du hast es selbst fast vermasselt!"

„Wie denn?"

„ ..'ihr seit Freunde von Harry Potter!'...", feixte Harry.

James lachte:

„Ich dachte auch es währe vorbei! Offenbar bist du an so etwas gewöhnt, was?"

„Ja, kommt ab und zu vor!"

Für ein Paar Augenblicke herrschte beklemmendes Schweigen.

Der Zeitreisende sah viel erwachsener aus, als noch vor wenigen Wochen, stellte Harry fest.

„Es hat bereits begonnen", sagte James leise.

Was hat begonnen?"

„Voldemorts Plan!"

Harry sah seinen neuen Freund gespannt an.

„Was für ein Plan?", fragte er ungeduldig, „Wenn du nicht bald auspackst werde ich dich zwingen es zu tun", gab er bekannt, mit einem überaus ernsten Gesicht.

James seufzte. Er hatte ja keine andere Wahl, Harry musste die Wahrheit erfahren.

„Voldemorts Körper, den er vor einiger Zeit wieder erlangt hatte, versagt langsam."

Harry musste bei der Erinnerung daran wie es geschah schaudern. James merkte es nicht und erzählte weiter:

„Er braucht dringend einen neuen. Ich hoffe, dass er einige Zeit damit verbringt die Formel zu suchen um sich einen neuen Körper zu beschaffen aber es sieht so aus, als ob er diese Formel schon sehr bald haben wird, als ob er vorhergesehen hatte, dass sein Körper versagt."

„Woher weist du das?", fragte Harry erstaunt. Wie konnte James etwas so wichtiges über Voldemort herausfinden, besonders in so kurzer Zeit?

James zuckte mit den Schultern.

„Ich habe gelernt, richtige Fragen an richtige Leute zu stellen."

Harry sah ihn fragend an. James seufzte.

„In meiner Zeit habe ich viele Jahre damit verbracht im Untergrund zu arbeiten, ich habe gelernt, wie man sich unter den Todsessern verhält. Es war nicht schwer den Kontakt zu ihnen aufzunehmen. Ich kam zwar nicht in die hohe Kreise, dafür war die Zeit zu knapp, aber ich habe genug erfahren um zu wissen, dass meine Zukunft bereits begonnen hat!"

Die beiden jungen Zauberer schwiegen eine Weile. Harry musste sich fragen warum und wobei James seine Hilfe brauchte.

„James, warum bist du hier? Warum brauchst du meine Hilfe?"

James wusste, dass nun die Zeit da war, um Harry einiges zu erklären.

„Harry, das was ich dir jetzt erkläre ist sehr gefährlich. Es kann alles auf Grund auf verändern, viele Dinge werden ganz anders laufen, als sie es sollen. Aber damit haben wir ja gerechnet.", sagte er und Harry merkte, dass James sehr nervös wurde.

„Ich weis nicht so Recht, wo ich anfangen soll", murmelte der junge Zauberer.

„Am besten am Anfang!"

„Gut", James holte tief Luft, „Meine Zukunft ist ein Ergebnis einer Entscheidung, deiner Entscheidung, um ehrlich zu sein", sagte James leise und versuchte Harrys Blick auszuweichen.

Harry starrte seinen Freund entsetzt an. Er war daran schuld, dass James' Zukunft so schrecklich sein wird?! James schien den Gedanken zu erraten.

„Mach dir keine Gedanken, noch hast du diese Entscheidung nicht getroffen, es ist noch einiges möglich. Ich werde dich auch nicht von ihr abbringen, wenn du zur gegebenen Zeit diese Entscheidung treffen willst. Ich werde dir allerdings, wenn es so weit ist erklären, was deine Entscheidung nach sich zieht und welche Alternativen du hast. "

Harry wusste nicht, was er nun tun sollte. Hatte er überhaupt einen Einfluss auf die Ereignisse? Konnte er etwas ändern? Und warum konnte James nichts Bestimmtes sagen? Die letzte Frage stellte er laut.

James wirkte etwas verlegen.

„Nicht alles läuft so wie es in den Dokumenten stand und wie es geschichtlich überliefert wurde, vieles passiert zu früh, einiges zu spät und andere Sachen passieren überhaupt nicht. Ich fürchte, dass ich der Grund dafür bin. Meine Anwesenheit in dieser Zeit verändert die Dinge, ich weis nur nicht in welchem Ausmaß. Doch eins steht fest, deine Gegenwart steuert unaufhaltsam auf die Zukunft zu von der ich dir berichtet habe. Also werden die Dinge geschehen, aber ich weis nicht wann und wo, daher kann ich dir nicht sagen welche Umstände zur deinen Entscheidungen führen werden."

Harry nickte. Also gab es eventuell eine Möglichkeit alles zu ändern. Es war noch nicht alles verloren.

Eine Weile schwiegen die beiden und sahen in das prasselnde Feuer. Dann sagte James etwas bedrückt:

„Wie schon gesagt, Voldemort sucht einen neuen Körper. Ich weis wen er aussuchen wird und ich weis welche Folgen es nach sich zieht. Doch das ist eine der wenigen Sachen über die ich nicht reden darf. Denn es ist wichtig, dass es geschieht, wichtig für deine und auch meine Zukunft!

Nachdem sein erster Versuch scheitert, nur so viel kann ich verraten, wird er eine andere Person auswählen bei der seine Pläne klappen. Diese Person wird von Voldemorts Getreuen in Sicherheit gebracht, um sie schützen und um ihr Gelegenheit zu geben Kräfte zu sammeln. Und nun kommen wir zu deiner Rolle bei diesem Spiel.

Du wirst zu gegebener Zeit vor der Wahl gestellt dieser Person zu Folgen und sie möglicherweise vernichten oder du machst es eben nicht und beendest den Kampf, den du dein Leben lang geführt hast. Leider kann ich dir nicht verraten welche Entscheidung zu den Ereignissen in der Zukunft führte. Dieses Wissen konnte dich zu falschen, übereilten oder hitzigen Entscheidungen veranlassen."

James erhob sich, lächelte matt und ging die Treppe hoch zu seinen Schlafsaal. Auf halben Weg blieb er stehen und drehte sich um.

„Tut mir leid, ich glaube ich habe für eine schlaflose Nacht gesorgt. Aber ich wünsche dir trotzdem eine gute Nacht."

Harry nicke und James ging weiter.

Der – Junge – der – Überlebte wusste nicht was er von all dem halten sollte. Die Geschichte die James erzählte war unglaublich und sie hatte noch zu viele Stellen, die unklar waren. Wer war die Person, die Voldemort auswählen wird? Wohin wird sie gebracht? Wie wird er sich entscheiden? Welche Frage soll er James nun stellen?