Kapitel 10: Schlagzeilen

-HG-

Früh am Morgen wurde sie durch dem Geräusch schlagender Flügel geweckt. Sie ließ ihre Augen noch geschlossen, da sie dachte es sei lediglich wieder eine Taube, die am offenen Fenster vorbeiflatterte, aber als sie dann ein Gewicht auf ihren Beinen fühlte, schreckte sie hoch. Hätte sie nicht einfach weiter schlafen können? Weniger begeistert sah sie das es eine Eule war, die sie mit ihren Schnabel pickte. ,, Los, verschwinde !Kusch!´´, versuchte sie die schwarze Eule aufzuscheuchen, doch diese schien gar nicht daran zu denken sich zu bewegen und hackte mit ihren Schnabel nun auch auf Hermines Bauch rum. Erst als sie an den Krallen einen Brief sah, verstand sie und nahm ihn ab. Ungewöhnlich das die Eulen schon zu ihnen in das Zimmer kamen. Auch als Hermine den Brief schon in den Händen hielt, saß die Eule noch auf ihren Bett und schien sie zu beobachten. Es war unheimlich und die Eule schien sich nicht einmal verjagen zu lassen. Sie wusste auch nicht wen die Eule gehören könnte, da sie das Siegel auf den Brief noch nie zuvor gesehen hatte. Es war ein rotes mit geschwungenen Buchstaben darauf, die aber so verwischt waren als hätte jemand das Siegel extra verwackelt. Die Eule ließ einfach nicht von ihren Bein ab und so langsam wurde es schmerzhaft für sie. Es reichte! Sie packte die Eule und trug sie, nicht grade sanft zum Fenster. Sie entfaltete ihre Flügel und Hermine bemerkte das die Eule komplett schwarz war, bis auf einige Flecken in ihren Gesicht, so eine hatte sie noch nie gesehen und wusste auch nicht welche Art es sein könnte. Die Eule flog elegant ihre runden in der Luft. Sie war schon unnatürlich schön für eine Eule. Sie schaute aus dem Fenster und schaute auf die wunderschöne Landschaft. Es war kalt geworden, selbst für Dezember. Fröstelnd schloss sie das Fenster und verschwand wieder unter ihrer warmen Decke. Komisch, die anderen Betten waren schon leer, obwohl es noch ziemlich früh war. Sollten die doch machen, was sie wollten. Sie verstand sich ohnehin nicht besonders mit Lavender und Luna war so gut wie nie da. Es war schön warm unter ihrer Decke und sie wollte nicht aufstehen, nie wieder, besonders wenn sie an vorherigen Tag dachte. Jeder hatte sie beschuldigt etwas falsch zu machen und dann auch nach das Gespräch mit Ron, dem sie so lange aus den Weg gegangen war. Wenn sie ehrlich war, wusste sie nicht mehr ganz, ob sie überhaupt noch etwas mit Ron oder Harry zu tun haben wollte. Sie waren schon immer die besten Freunde gewesen und dann war Hermine einfach immer dabei gewesen und, ja die Beiden waren auch gute Freunde, aber Harry und Ron waren nun mal Jungs, die sich untereinander natürlich besser verstanden und deshalb war Harry auch immer auf Rons Seite wenn es um sie ging, was man ja auch gesehen hatte, als er sie angeschrien hatte. Dann dachte sie wieder an den Abend. Wie komisch es sich angefühlt hatte als sie Ron gesagt hatte, das sie Snape nicht lieben würde. Es war ein komisches Gefühl gewesen. Eigentlich sollte es doch für jeden offensichtlich sein, das sie nichts für ihn empfand, aber es war für sie als hätte sie gelogen, als wusste sie das sie das nicht sagen sollte. Wieso? Snape war seit Jahren ihr Lehrer und würde es auch noch eine gewisse Zeit lang sein und man wusste doch wenn man in jemanden verliebt war. Direkte Liebe konnte es dann wohl nicht sein. Vielleicht eher Zuneigung. Hermine hasste es, wenn sie sich über so etwas den Kopf zerbrach. Es war nur ein komisches Gefühl gewesen, beschloss sie ganz rational. Ihr Blick ging über ihr Zimmer und blieb an den Brief hängen. Sie nahm ihn in ihre Hand und betrachtete ihn skeptisch. Ihr fiel niemand ein der ihr eine Eule senden sollte und noch eine private dazu . ,, Hermine!´´, rief Ginny, als sie schon durch die Tür gekommen war. ,, Ja?´´, fragte Hermine etwas mürrisch und ließ den Brief schnell unter ihr Kissen gleiten. Was war denn jetzt schon wieder? ,, Du musst mitkommen! Schnell! Gemeinschaftsraum!´´, sagte Ginny und zerrte an ihren Arm. ,, Ginny, warte. Ich bin noch in Schlafsachen!´´, wehrte sie sich und erst jetzt fiel Ginny auf das Hermine noch ihr Nachtkleid anhatte ,,OH!´´. ,,Ja oh, Ginny´´, war Hermine etwas genervt und machte sich daran sich umzuziehen.

Kaum war sie soweit zerrte ihre Freundin sie die Treppen runter und Hermine sah das sich halb Gryffindor hier versammelt hatte und sich verschwörend zuflüsterten. ,,Was ist hier los?´´, fragte sie Padma, die direkt neben ihr stand, doch diese kommentierte ihre Frage nur mit einem Kichern. Manchmal fragte sie sich, wie alt ihre Mitschüler wirklich waren. ,, Komm schon ´´ , zerrte Ginny sie weiter, in das Zentrum des Raum, in dem die Sofas mit einem kleinen Tisch waren. Viele drängten sich um den Tisch und versuchten etwas zu kriegen. Ginny schupste zwei kleine Schülerinnen weg und verschwand kurz zwischen einigen aus den 3 Jahrgang ehe sie sich wieder zurückquetschte, als sie hatte was sie wollte. Sie sah das Zeitungspapier in Ginnys Hand schon bevor sie wieder bei ihr war und fragte sich seit wann der Tagesprophet denn schon im Gemeinschaftsraum auslag . ,, Hier lies. Direkt auf der Titelseite von dieser Kimmkorn´´, Ginny drückte ihr die Zeitung in die Hand und sah sie auffordernd an. ,, Ginny, sag doch einfach..´´, fing sie ihren Satz an, während sie die Zeitung auseinanderfaltete, doch als sie das Bild sah, welches die Titelseite zierte, hatte sie ihre Antwort. Sie hätte es wissen müssen. Das Bild zeigte Snape und sie auf den Ball, bei ihren getäuschten Beinahe Kuss, nur dass es hier wirklich aussah, als ob sie in Begriff waren sich zu küssen. Natürlich zeigte das bewegliche Bild nur die Szene wie Hermine sich Snapes Lippen immer weiter näherte und hörte auf bevor sie sich wegbewegte. Eigentlich sah es sogar schön aus. Sie in den weißen, langen Kleid und er in seiner schwarzen Robe. Wie Gegensätze und doch so passend. Sie schüttelte den Gedanken ab und konzentrierte sich auf den Artikel.

Ehemaliger Todesser und Harry Potters Helferin im Kampf gegen den dunklen Lord – Schüler- Lehrer Affäre? Schon seit dem berühmten Winterball der Hogwarts Schule hört man immer mehr Gerüchte. Doch welche sind wahr und welche falsch? Rita Kimmkorn weiß ALLES! Hermine Granger ist eine enge Freundin von Harry Potter und hat mit ihm Seite an Seite gegen den dunklen Lord gekämpft und dabei viele Todesser zum Erliegen gebracht und jetzt stellte sich heraus dass sie eine Affäre mit dem ehemaligen Todesser Severus Snape hat. Fühlt sie sich von dem Dunklen angezogen? Laut einer guten Freundin der jungen Frau, sei es bei dem Ball turbulent geworden. Erst sollen sie sich mitten auf der Tanzfläche geküsst haben( siehe Foto) und danach seien beide von der Tanzfläche gestürmt und dann habe sie niemand mehr am Abend gesehen. Wenn das nicht nach etwas riecht. Doch sollte die Schulleitung nicht etwas gegen eine Schüler-Lehrer Beziehung unternehmen? Nein, den grundsätzlich ist es in Hogwarts nicht verboten. Also ein perfektes Liebesnest für die beiden frisch verliebten. Doch was kaum einer weiß und auch wir erst durch viel Recherche herausbekommen haben, erst im Krieg wurden Hermines Eltern, beide Muggel, auf qualvolle Weise von einem Todesser getötet und vorher gefoltert, angeblich sollen dabei auch zwei unverzeihliche Flüche gesprochen worden sein. Ein Wunder also das sie gleich mit einem anderen Todesser das Bett teilt. Womöglich kennt Severus sogar den Menschen, der die Eltern seiner Liebsten getötet hatte. Ein schrecklicher Gedanke und vielleicht in Streitpunkt in ihrer noch so jungen Bekanntschaft. Von uns erfahren sie mehr.

Rita Kimmkorn

Hermine konnte keinen klaren Gedanken fassen. Sie starrte nur noch auf die Zeitung. Das, was sie am meisten befürchtet hatte war wahr geworden. Jetzt wusste jeder Bescheid über ihre Eltern. Alles um sie herum begann unwirklich zu werden. Sie konnte sich nichtmehr bewegen und schwarze Punkte tanzten vor ihren Augen und es wurden mehr bis ihr komplett schwarz vor den Augen wurde und fiel.

Blinzelnd wurde sie wach, es war viel zu hell. ,,Hermine, du bist wach!´´, hörte sie Ginny und wurde direkt umarmt. ,, Miss Weasley, bitte lassen Sie Miss Granger erst zu sich kommen!´´, ermahnte Madame Pomfrey Hermines beste Freundin, woraufhin der Druck verschwand und Hermine sich hinsetzte. Blinzelnd gewöhnte sie sich an die Helligkeit. ,, Wo..?´´, fragte sie. ,, Auf dem Krankenflügel und nun trinken Sie das´´. Hermine tat wie ihr befohlen und trank eine bittere Flüssigkeit, die einen noch schlimmeren Nachgeschmack hatte und die Heilerin verschwand. Hermine schüttelte sich, der Geschmack wollte ihren Mund einfach nicht verlassen. ,, Wir hatten solche Sorgen um dich, Hermine! Plötzlich lagst du auf den Boden und hast dich nicht mehr bewegt und selbst hier bist du eine Stunde lang nicht aufgewacht´´, erzählte Ginny aufgeregt und Hermine merkte das Harry neben ihr saß. ,, Was stimmt eigentlich an der ganzen Geschichte?´´ , fragte dieser ruhig. ,, Harry!´´, ermahnte Ginny ihren Freund entsetzt und stieß ihn mit ihren Arm in die Rippen, doch man sah ihr an das sie es auch wissen wollte. Vorsichtig rieb sie sich ihren schmerzenden Hinterkopf. Dort musste sie wohl auf den Boden aufgekommen sein. Hermine schluckte. Sie wollte nicht reden. Nicht jetzt. Am besten nie wieder. Doch sie musste. ,, Das über meine Eltern. Der Todesser hat es mir selbst im Kampf detailliert erzählt´´, flüsterte sie leise und spürte wie sie wieder umarmt wurde, doch dieses Mal von Harry. ,,Wieso hast du nichts erzählt? Du bist doch wie meine Schwester, das weißt du Hermine…´´, fragte er sie wieder und seine Worte trafen etwas in ihr und sie ging wieder in Tränen auf und konnte sich nicht mehr beruhigen, aber Harry ließ sie nicht los und das tat hatte diese Nähe einfach gebraucht. ,, Ihr hattet selbst Probleme und.. und Leute die gestorben waren….´´, schluchzte sie, als sie sich wieder etwas beruhigte. ,, Aber, du hättest trotzdem zu uns kommen können Hermine. Wir hätten geholfen´´, schaltete sich auch wieder Ginny sich ein und in diesen Moment fühlte sie sich als hätte sie wieder eine Familie, wie die die ihr gewaltvoll entzogen worden war.

-SS-

Als er sein Kaffee im Wohnzimmer trank schlug er wie immer die Zeitung auf. Geräuschvoll prustete er den Kaffee wieder aus und spuckte ihn auf die Zeitung. Was zum Teufel? Auf der Titelseite sah er das Bild von Granger und ihn beim Ball. Er konnte nicht verleugnen das es durchaus gut aussah, doch der Artikel war eine Frechheit. Zuerst nannte Kimmkorn ihn am Ende wieder Todesser, welcher er keinesfalls war und zudem unterstellte sie ihm eine Affäre mit Granger! Die Tatsache das die Geschichte über ihre Eltern veröffentlicht wurde bereitete ihn Sorgen. Erst vor kurzen war sie deshalb in seinem Armen fast zusammengebrochen. Er hatte das Bedürfnis nach ihr zu sehen, aber verdrängte dies sofort. Was würde das denn für einen Eindruck machen? Außerdem würde sie schon damit fertig werden und sein Kopf schrie selbst nach Schmerzmittel. Er beschloss gleich schnell zu Poppy zu gehen und nach etwas zu fragen, denn seine Vorräte waren schonungslos aufgebraucht. Ärgerlich fuhr er sich durch das Haar und fragte sich welcher Witzbold überhaupt dieses Bild geschossen hatte und die Informationen geliefert hatte. Eigentlich konne es nur eine Person gewesen sein.

Eilig machte er sich auf, denn die Schmerzen ließen nicht grade nach. ,, Hat du schon von Hermine gehört? Sie liegt auf dem Krankenflügel. Angeblich ein totaler Zusammenbruch´´, kicherte ein junges Mädchen an das er vorbeiging und ein anderes nickte wie wild. Ein mulmiges Gefühl stieg in ihm hoch und er beschloss gleich nach ihr zu sehen, schaden konnte es nicht. Schließlich wusste er wie es war wertvolle Menschen zu verlieren. Außerdem war es eh auf seinem Weg. Er beschleunigte seine Schritte und war froh an der Krankenstation anzukommen und Poppy direkt zu treffen. ,, Na Severus. Zu dir wollte ich! Der Trank den du mir gestern gegeben hast ist grauenhaft. Bei Miss Granger hat er nicht gewirkt. Ich musste sie schlafen lassen´´, beschwerte diese sich und warf ihn einen unzufriedenen Blick zu und ihm fiel wieder der misslungene Trank ein. ,, Entschuldige Poppy, wird nicht wieder vorkommen´´, eilte er an ihr vorbei. Sein misslungener Trank. Seine Schuld, falls es ihr schlechter ging. Er ging doch die Tür und sah direkt ihr Bett, das einzige auf der Station um das sich auch zwei andere Personen befanden. ,, Miss Weasley, Mr. Potter´´, nickte er ihnen zu. ,,Äh wir gehen dann mal, Hermine´´, sagte Harry unsicher und nahm Ginny an die Hand. ,,Tschüss´´, sagte Granger leise. ,, Miss Granger´´, begrüßte er nun sie auch, doch sie schaute nur kurz auf und ließ ihren Kopf wieder sinken. Sie sah verdammt kränklich und blass aus. Irgendetwas in ihm sagte ihn das er etwas tun musste, aber bei Merlin, was sollte er tun? ,, Sie haben mein Beileid´´, versuchte er es, doch sie reagierte nur mit einem Nicken. Er sah, trotz ihres gesenkten Kopfes wie sich eine Träne aus ihren Augenwinkel stahl. Er blieb an ihrem Bettende stehen. Sie sah so hilflos aus, in diesem weißen Bett, so verloren und trotzdem stand er dort mit versteinerte Miene. Er musste jetzt handeln, auch seiner Wette wegen. Ihr Verhältnis war seit dem Abend wieder eingefroren, was nicht förderlich für die Wette war. Er bewegte sich widerwillig und setzte sich auf ihr Bett, um mit ihr auf einer Ebene zu sein. Mit einer Hand umfasste er ihr Kinn und hob damit ihr Gesicht an, so dass sie gezwungen war ihn anzusehen. Weitere Tränen kullerten über ihr Gesicht. ,, Hören Sie Miss Granger. Es ist hart jemanden zu verlieren und noch schlimmer immer wieder dran erinnert zu werden, aber sie sind stark genug das zu schaffen´´, sagte er und keines seiner Worte war gelogen, was ihn selber überraschte. Sie hob ihr Gesicht etwas von alleine und erwiderte etwas: ,, Danke Professor´´. Immer mehr Tränen waren zu sehen und er wischte mit seinem Handrücken über ihre Wange, um diese zu entfernen. Wie zart und weich ihre Haut doch war. Vorsichtig zog er sie in seine Arme, er wusste das sie es brauchte und für ihn war es ein Vorteil. Seltsamerweise, fühlte es sich nicht falsch an. Es war als würde sie perfekt in die Kuhle an seiner Schulter passen.