Na? Das ging doch jetzt um einiges schneller als die letzten Male, nicht?

Einen herzlichen Danke wieder einmal an meine tollen Reviewer.

Anna: Also, erst einmal wird Hermine nicht so schnell wieder sie selbst und außerdem wird etwas zwischen den beiden (zumindest im Moment) gewaltig schief laufen.^^

So und jetzt viel Spaß mit dem neuen Chap.

LG


Ich bin nicht mehr Ich

***

Endlich fand er sie. Sie saß zusammengekauert in einer Ecke einer Häuserreihe.

Sie sah auf, noch bevor er sie erreichte. „Komm bloß nicht näher!", zischte sie.

Es überraschte ihn, wie fest ihre Stimme klang, obwohl sie in Tränen aufgelöst war. Aber ihrer Bitte nachkommen, konnte er nicht. Er wusste doch einfach zu gut, wie sie sich fühlte. Er wollte jetzt einfach für sie da sein. Vorsichtig machte er noch zwei Schritte auf sie zu und sie sprang auf, warf ihre Haare in den Nacken.

„Ich habe gesagt, du sollst nicht näher kommen!", schrie sie und wich immer mehr zurück, während er immer näher kam. „Bleib stehen!"

Er hörte nicht auf sie.

Dann stand sie mit dem Rücken gegen die Mauer und er nur wenige Schritte von ihr entfernt. Sie hatte ihren Kopf gesenkt und schluchzte. Es war ein herzzerreißendes Bild, doch er war froh, dass ihr sonst nichts passiert war. Obwohl man es nicht als "sonst nichts" bezeichnen konnte.

Ihr Kopf ruckte hoch und ihre Augen sprühten wild Funken. „Mach dich doch endlich lustig über mich!", schrie sie ihn an und er taumelte erschrocken einige Schritte zurück. Was? „Sag mir, wie erbärmlich und bemitleidenswert ich bin!", schrie sie weiter.

Er sah sie einfach nur aus seinen sturmgrauen Augen an. Diese Worte kamen ihm bekannt vor. „Sag mir doch endlich, dass du immer recht gehabt hast! Sag mir, dass mich niemand will! Beleidige mich!", schrie sie immer wieder, doch er ließ sich nicht beirren, ging Schritt für Schritt ein wenig mehr noch auf sie zu. Beim letzten Satz stampfte sie wütend auf. „Sag es mir endlich!" Und er riss sie in seine Arme. Den Teufel würde er tun! Diese Frau war etwas Besonderes und er würde sie nicht auf Wunsch hin beleidigen. Das konnte er doch gar nicht mehr.

Weasley, dieser Idiot, schien nicht zu wissen, was er hatte. Aber warum nur, war er so? Warum gingen die beiden so auseinander? Sie hatten immer wie Pech und Schwefel zusammengehalten, vor allem dann, wenn es hart auf hart kam.

„Warum sagst du es mir nicht?", schluchzte sie an seiner Brust und klammerte sich in seinen Umhang.

„Warum sollte ich etwas sagen, was nicht stimmt?", fragte er leise zurück und strich ihr durch ihre weichen Locken.

Sie sah erschrocken zu ihm auf und er lächelte. „Du meinst das ernst?", fragte sie leise.

„Hermine, wenn Wiesel nicht sieht was er an dir hat, muss er entweder Stockblind sein, oder er ist noch Dümmer als ich gedacht habe. Wobei sich sein IQ irgendwo unter null befinden muss." Der letzte Satz war mehr für ihn gedacht, aber sie kicherte trotzdem. „Komm.", sagte er und strich ihr die restlichen Tränen aus den Augen. „Wiesel ist es nicht wert."

„Aber du?", fragte sie ärgernd und sah fragend zu ihm auf. Er wusste nicht, ob es eine Fangfrage war oder ein Test.

Trotzdem antwortete er ihr ehrlich und schüttelte den Kopf. „Nein."

Sie sah in seine Augen und hielt ihn für einen Moment so gefangen, bevor er ihr einen Arm um die Schulter legte und sie mit sich zog. „Komm, lass uns hier verschwinden. Die frische Luft geht mir langsam auf die Nerven."

Sie lächelte wieder und er fühlte, wie sich etwas zufrieden in sich regte. Es gefiel ihm, sie zum Lachen zu bringen und derjenige zu sein, der ihre Tränen trocknete. Aber er hatte Recht in dem behalten. Anscheinend war es wirklich Wiesel, der sie stets zum Weinen brachte. Er wollte nicht wissen, was der Kotzbrocken von roten Haaren alles angestellt hatte und er wollte auch nicht wissen, was Hermine schon alles durch ihn hatte ertragen müssen. Ihr Herz musste nur noch ein Scherbenhaufen sein.

Ein Gewicht an seiner Schulter ließ ihn zur Seite schauen und er erblickte Hermine, die sich mit dem Kopf gegen ihn lehnte.

„Es ist nicht das erste Mal.", flüsterte sie plötzlich und so leise, dass er seine Ohren richtig spitzen musste. Innerlich erschrak er. Also hatte Wiesel sie schon öfters betrogen und sie wusste es! Warum war sie noch bei ihm? Glaubte sie, es würde irgendwann aufhören? Aber konnte er wütend auf sie sein, wenn er doch genau dasselbe tat? Wie oft hatte Pansy ihn schon betrogen? Warum ging er nicht?

Sie schniefte und er zog sie näher.

„Warum gehst du nicht?", fragte er leise und sie versteifte sich für einen Moment.

„Ich kann nicht.", flüsterte sie zurück und ließ den Kopf hängen, bis er plötzlich etwas einzufallen schien und sie richtig panisch zu ihm aufsah. „Bitte, Draco, du darfst niemanden davon erzählen! Niemandem!", sagte sie fest und unterstützte ihre Aussage mit wilden Gestikulationen.

„Wieso?", fragte er ein wenig verwirrt.

„Bitte, du musst es mir versprechen. Bitte, behalt es für dich!", flehte sie und wand sich aus seinem Griff.

„Hermine, wieso?!", wollte er nun schon etwas fester wissen.

„Das… Das kann ich dir nicht sagen. Ich bitte dich, Draco!"

Er senkte einen Moment den Kopf, bevor er langsam nickte. Vielleicht war es besser so. Vielleicht würde er, wenn er es gewusst hätte, etwas sehr schlimmes tun.

Hermine atmete neben ihm hörbar auf und nahm seine Hand. Es war eine sanfte und zärtliche Berührung, so unbedeutend sie auch sein mochte. Er genoss dieses Gefühl, denn vielleicht würde er es nie wieder spüren können. Und dann... eine leichte Berührung an seinen Lippen. Sie küsste ihn! Er konnte nicht verhindern, dass sein Herz schneller schlug und hoffte inständig, dass sie es nicht bemerkte.

Dann - ruckartig - zog sie sich wieder zurück und sah ihn noch einmal flüchtig in die Augen, bevor sie sich umdrehte und los rannte.

Er konnte nichts sagen, sie nicht einmal aufhalten. Er war wie versteinert und schaute ihr nur dumm nach. Hermine hatte ihn gerade geküsst! Langsam schloss er seine Augen und holte den Moment in seinen Kopf zurück, während der Wind mit seinem Haar spielte.

***

Sie rannte den ganzen Weg hoch zum Schlossportal. Sie konnte immer noch nicht glauben, was sie da gerade getan hatte. War sie von allen guten Geistern verlassen? Und das Schuldgefühl, was sie nun plagte, war... war... Sie fand einfach kein Wort dafür, weil sie es gleichzeitig unendlich genossen hatte.

Noch einmal blickte sie über ihre Schultern, bevor sie die riesige Eingangstür zitternd aufdrückte. Drinnen legte sie sich dagegen und schloss ihre Augen. Sie hatte einen anderen Mann geküsst! Sie hatte Draco Malfoy geküsst! Den Draco Malfoy!!

Urplötzlich stieg die pure Panik in ihr auf. Wen... Wenn Ron davon erfuhr... Tränen schossen ihr in die Augen. Wie hatte sie nur so dumm sein können? Langsam sank sie auf ihre Knie. Sie hatte Angst. Unglaubliche Angst. Leise schluchzte sie auf und ein leises Gemurmel trat ein. erschrocken riss sie die Augen auf und starrte auf eine riesige Schülermenge. Fahrig strich sie sich die Tränen aus dem Gesicht und versuchte sich an einem Lächeln, wobei sie gänzlich versag.

"Mrs Weasley?", fragte die Schulsprecherin besorgt und eilte auf sie zu. Sofort streckte sie die Hand aus, um sie auf Abstand zu halten.

"Mir geht es gut, Miss Payton!", sagte sie und stand wankend auf. "Wirklich.", fügte sie hinzu, als sie die ungläubigen Blicke der anderen sah.

"Miss Weasley?", sagte die schwarzhaarige Schulsprecherin und reichte ihr ein Taschentuch.

"Danke.", hauchte sie und sah dann die anderen an. "Und ihr... Ihr macht, dass ihr weg kommt!" Es war ihr egal, dass sie barsch klang - wie Snape - , aber sie wollte nicht weiter in diesem Zustand begafft werden. Die Schüler senkten die Blicke und begannen den Rückzug. Sie verstanden.

"Mama!", rief ein Mädchen, was geschockt in der Menge stand. Hermine sah entgeistert auf ihre hübsche Tochter. Hatte sie alles mitbekommen?

"Rose." Ihr Blick huschte zu einem Jungen, der direkt neben dem jungen Mädchen stand. "Lass und gehen."

"A-Aber..."

"Deine Mutter braucht etwas Ruhe.", sagte er leise und zog sie sanft aber bestimmt mit. Sie war unendlich dankbar und machte sich eine Notiz, dem jungen Malfoy noch richtig zu Danken. Sie lächelte leicht, obwohl die Tränen noch nicht ganz getrocknet waren.

"Mrs Weasley.", begann die Schulsprecherin leise und dirigierte sie langsam zur Treppe, auf der sie sich setzten. "Ich bin siebzehn. Erlauben Sie mir zu sagen, dass ich solche Tränen kenne."

Hermine hielt erschrocken inne. "W-Woher wollen Sie wissen, welche Tränen das sind?", fragte sie mit heiserer Stimme. Doch bevor die Schülerin antworten konnte, wurde die riesige Eingangstür aufgestoßen und ihr blondes aber gutaussehendes Problem betrat die Eingangshalle. Sie konnte gerade noch sehen, wie er sie geschockt erblickte, bevor sie den Blick senkte. Sie wollte nicht, dass er sie so sah. Es waren andere Tränen als sonst.

"Hermine?!" Sie hörte, wie er auf sie zu kam, aber...

"Mr. Malfoy, bitte!"

Seine Schritte verhalten und sie sah ihn aus dem Augenwinkel an. Sorge und Schock waren auf sein Gesicht geschrieben. Dann nickte er, nachdem er einen Moment ihren Blick festgehalten hatte und wandte sich ab, um zu gehen. Nachdem seine Schritte erneut verhallt waren, war es noch ein wenig still, bevor das Mädchen wieder sprach. "Mrs Weasley... Sie sind eine Frau, die ich wirklich bewundere. So eine starke Persönlichkeit wie die Ihren habe ich noch nirgendwo gesehen... Auch wenn Sie nicht wirklich Professorin sind, sind sie meine Lieblingslehrerin. Bitte, vertrauen Sie sich mir an."

Hermine sah sie sprachlos an. So dachte das Mädchen also, ja? Nun, dann musste sie ihr einmal die Augen öffnen. "Soll ich dir mal was verraten?!", fragte sie gefährlich und sprang auf. "Ich will nicht, dass ihr so über mich denkt! Warum? Weil ich nichts dergleichen bin! Ich bin nicht stark oder bewundernswert! Ich bin auch nicht selbstbewusst! Ich bin in allen Teilen das Gegenteil!" Sie hatte gar nicht mitbekommen, wie sie angefangen hatte zu schreien. Es war ich auch egal. Es tat einfach gut Mal alles raus zulassen und ihr richtiges Ich zu zeigen.

"A-Aber ich habe gelesen..."

"Das war alles Mal, meine Liebe! Aber so ist es nicht mehr. Die Hermine Granger, die einmal existiert hat und über die alles berichtet wurde, gibt es nicht mehr! Das musst du verstehen! Ich bin nur noch Hermine Grangers Hülle. Der Rest ist eine Ruine! Ich bin nicht mehr Ich!"

Das arme Mädchen war zurückgewichen und versuchte vergebens ihre Tränen zu unterdrücken. Hermine hatte alles gebeichtet und die Ruine schien weiter zu bröckeln. Würde man sie je wieder aufbauen können? Plötzlich schüttelte Payton energisch den Kopf und sprang ebenfalls auf. Mit funkelnden Augen sah sie Hermine an und deutete mit dem Finger auf sie. "Das glaube ich nicht. Man verliert nie sein wahres Ich. Hören Sie, ich kenne Sie nicht wirklich, aber ich weiß, dass irgendwo noch die Hermine Granger existiert, die sie gewesen sind. Irgendwo!" Dann drehte sie sich um und rannte davon.

Hermine sah ihr noch hinterher, bevor sie den Kopf schüttelnd senkte. War dieses Mädchen naiv oder hatte sie vielleicht doch recht?

"Mrs Weasley?"

Hermine sah erschrocken auf Seite und in das Gesicht von McGonagall.
"Hätten Sie Zeit?"

***

Hermine hatte vielleicht gedacht, es hätte niemand gehört, außer Ms Payton und Minerva, aber da war noch jemand. Diese Person stand im Schatten eines Ganges und schloss ungläubig die Augen. Auf irgendeine Art hatte es sie zu tiefst verletzt und gleichzeitig wusste sie nun, wie es wirklich in der Brünetten aussah. Mit einem ausdruckslosen Gesicht drehte sie sich um und machte sich auf den Weg, während sie sich schwor, der jungen Frau zu helfen.

Sie würde nicht weiter zu lassen, dass Hermine weiter zerfiel...

***

"Mrs Weasley...", hauchte McGonagall und deutete ihr sich zu setzen. Hermine kam der Aufforderung zögernd nach. Ihr war allerdings sehr unangenehm unter den stechenden Adleraugen ihrer Vorgesetzten. McGonagall sagte sie erste Minuten kein Wort, musterte sie nur leise und direkt. Es war ihr, als würde diese schroffe Frau ihr direkt unter die Haut schauen, direkt in ihre Seele. Und sie spürte, dass die Ältere sie durchschaut hatte. ALs wüsste sie nun, was wirklich mit ihr los war und ihr Ausbruch von vorhin machte es nicht wirklich besser.

"Hermine...", begann die Alte wieder und die Brünette zuckte vor Anspannung zusammen. Sie wollte nicht, dass McGonagall es nun wusste. Es erfüllte sie mit purer Scham.

"Ja?", hauchte sie leise und war überrascht, dass die Rektorin überhaupt das Gesagte verstanden hatte.

"Ich habe Sie vor einigen Wochen abends mit Mr Malfoy gesehen."

Hermine riss die Augen auf.

"Ich habe nicht beabsichtigt, euch zu belauschen. Ich machte mir nur Sorgen über das, was ich gesehen habe." Sie machte eine kurze Pause, in der sie Hermine betrachtete, die ihren Kopf bereits ertappt gesenkt hatte. "Sie beide schienen sehr aufgewühlt. Und Ihr Ausbruch von gerade eben hat mir nur alles bestätigt. Bitte, Hermine, erzählen Sie mir, was geschehen ist."

Ein leises Schluchzen durchbrach die darauffolgende Stille. obwohl es nur ein Schluchzen war, drückte es all den Schmerz , die Angst und Verzweiflung des Eigentümers aus. Mit tränenvollen Augen blickte Hermine endlich auf und schüttelte den Kopf. "Ich kann es nicht...", flüsterte sie mit gebrochener Stimme.

"Hermine...", flüsterte die Rektorin und legte ihrer ehemaligen Schülerin beruhigend die Hände auf die Schultern.

"Bitte, zwingen Sie mich nicht dazu...", flüsterte sie, während Tränen ihre Wangen hinunter liefen. Die aufmerksamen Augen der alten Frau bohrten sich in ihre und es war unmöglich das Mitleid in ihnen nicht zu sehen. Es brach sie. Sie sprang auf. "Ich komme schon klar.", sagte sie mit roten Wangen und drehte sich um. Als sie gerade aus der Tür verschwinden wollte, meldete sich McGonagall noch einmal.

"Sie können immer mit mir sprechen."

Hermine nickte noch schnell und rannte dann los. Sie wusste nicht, wohin ihre Beine sie brachten, aber in der Eingangshalle blieb sie erschrocken stehen. Was hatte sie getan, dass das Leben sie so hasste? Sie stand da und sah ihn mit ihr. Es fühlte sich immer wie ein Dolch an, der sich in ihre Brust grub, doch dieses Mal war es noch viel schlimmer. Keine Träne verließ mehr ihre Augen. Ob sie keine mehr besaß oder einfach zu geschockt war, wusste sie nicht. Das Einzige was sie wahr nahm, war diese Taubheit, die sich über ihre Glieder gelegt hatte und diese unendliche Leere in ihrem Kopf.

Sie sah, wie sie sich engumschlungen entfernten.

Erst als sich eine Hand auf ihre Schulter legte, drehte sie sich erschrocken um. Und in dem Moment, in dem sie ihn sah, in seine Augen sah. verschwand die Taubheit und der Schmerz setzte ein. Ohne zu warten oder etwas zu sagen, zog er sie in seine Arme und die Tränen kamen wieder. Sie schlang ihre Arme um seine männliche Gestalt und vergrub ihr Gesicht an seiner Brust. Vorsichtig strich er ihr durchs Haar und zog sie enger. Er hielt sie einfach fest.


Vorschau auf das nächste Kapitel:

"Scorp...", flüsterte sie und wandte sich wieder zu ihm. "Ich darf dich doch so nennen, nicht?", fragte sie und er nickte zitternd. "Gut. Scorp, was ist passiert? Was ist mit deinem Vater?"

"Ich... Ich weiß es nicht." Verzweifelt schüttelte er den Kopf. "Ich... Ich habe ihn heute Morgen auf der Couch g-gefunden... Er... Er be-bewegt sich nicht... nicht mehr und..."

Hermine sprang auf, nahm Scorp und Rose an die Hand und rannte los.


Ahhh.... bin ich nicht böse? ^^ Na ja, was da passiert ist und wie es Draco geht, erfahr ihr im nächsten Chap und natürlich auch im Laufe der Story.

Also schreibt mir bitte gaaaanz viele Reviews, damit ich auch weiterhin so motiviert schreiben kann.

Noch mal glG