A/N: Freunde der Sonne, das hier ist das bislang längste Kapitel. Das nächste ist aber beinahe doppelt so lang und wird daher noch ein wenig Zeit in Anspruch nehmen. Nur so als kleine Vorwarnung.

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Kapitel 10 – Ein Herz aus Rauch

Bis zu diesem Zeitpunkt in seinem Leben war Harry es gewöhnt, geweckt zu werden, indem seine Tante durch die Schranktür kreischte, sein Onkel durch die Katzenklappe an seiner Zimmertür brüllte und sein Quidditch-Kapitän Oliver Wood durch die Vorhänge an seinem Bett in Hogwarts rief. Er war daran gewöhnt, dass Ron und Hermine über ihn gebeugt standen, wann auch immer er im Krankenflügel aufwachte. Und er war daran gewöhnt, von einer großen Gruppe von Leuten umgeben aufzuwachen, wenn er aus welchem Grund auch immer ohnmächtig geworden war.

Er war jedoch nicht daran gewöhnt, von dem Lärm von Feuerwerk, zischende Raketen, die durch die Luft flogen und überall um ihn herum explodierten, geweckt zu werden.

„Was – "

Er blinzelte, setzte sich seine Brille mit etwas mehr Kraft auf, als nötig gewesen wäre und setzte sich auf. Zum ersten Mal, seit er die große Holzhütte betreten hatte, konnte er weiter als bis zu seiner eigenen Nasenspitze sehen, aber die Quelle des Lichts schien eher seine Aufmerksamkeit verdient zu haben, als die Möbel um ihn herum.

Der Wald schien zu brennen.

Harry fluchte laut und griff nach seinem Zauberstab … dann erinnerte er sich, dass er ihn nicht mehr hatte. Er fluchte wieder, stolperte durchs Zimmer und stieß dabei einige Stühle um, als er sich seinen Weg zur Tür bahnte. Es war ihm egal, dass draußen Wachen auf ihn warteten – er ließ sich lieber wieder herumschubsen, als hier in dem Qualm zu ersticken.

Er wusste nicht, was passiert war (vielleicht waren es die Monster gewesen, die die Jugendlichen erwähnt hatten?), aber als ein weiterer lauter Knall die Hütte erschüttern ließ und das von Lachen und nicht von Geschrei gefolgt wurde, musste er lachen.

Natürlich. Die Zwillinge.

Er hatte selbstverständlich erwartet, dass sie irgendwann das Camp finden würden, aber so schnell? Er bewunderte ihre Hartnäckigkeit.

Ohne weiter zu zögern, trat er die Tür auf, er hatte erwartet, dass sie abgeschlossen war, doch durch die Kraft seines Trittes flog sie aus den Angeln und traf beinahe ein Kind, das an der Hütte vorbeigelaufen war.

„Tschuldigung", rief er schnell, aber das Kind sprang gleich wieder auf und rief so etwas wie ‚für den Olymp' und rannte weiter, sein Schwert hoch in die Luft gereckt.

„Also gut", brummte Harry und sah sich um.

Der Wald brannte doch nicht. Es war die Luft.

Er konnte seine fliegenden Freunde nicht sehen, aber er sah den Schaden, den sie anrichteten. Und Junge, das war ein lustiger Anblick von katastrophischem Ausmaß.

Überall war Feuerwerk – aber es kam nicht mal ansatzweise dem der Muggel nahe. Die zischenden Funken nahmen die Gestalten von Figuren mit offenen Mündern und Fangzähnen an, von Wölfen, die durch den Wald rannten und die schreienden Campbewohner jagten, von riesigen, Feuer spuckenden Drachen, die durch die Luft segelten und immer wieder kleine Raketen ausspuckten. Aber die Feuerwerkskörper waren nicht das Einzige, was sie sich hatten einfallen lassen. Harry war sprachlos, als er sah, dass der Rauch, der ihn fast im Schlaf erstickt hatte, sich nun zusammenzog und zu einer riesigen Armee von Rauch-Kriegern wurde. Sie hatten Schwerter und Schilde und alles, waren bereit jeden anzugreifen, der nicht von dem Feuerwerk betroffen war.

Harry sah mit Erstaunen, dass die mutigen Camper vergeblich ihr Bestes gaben, um sich einen Weg durch die Krieger aus Rauch zu schlagen. Egal wie oft einer der Jugendlichen einen der Krieger zerschlug oder ein Krieger mit Pfeilen getroffen wurde, sie waren nicht zu stoppen und zu guter Letzt mussten die Jugendlichen zurück in den Wald laufen.

„Harry!", rief eine laute Stimme von oben aus der Luft und er blickte hoch.

Da hoch oben, auf seinem Besenstiel fliegend und mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht war Fred. Harry hätte ihn küssen können, wenn er nicht so weit oben in der Luft gewesen wäre. „Guten Morgen", rief Harry, so als ob nichts Besonderes geschehen war.

Fred lachte. „Und was ein schöner Morgen es doch ist. Nur ein Problem – ich und die anderen können nicht näher herankommen, es scheint hier irgendeinen Schutzzauber zu geben, der uns nicht durchlässt. Aber Lupin ist irgendwo da unten. Ich weiß nicht warum, aber er konnte durch die Barriere fliegen … naja, jedenfalls wird er dich holen, dann deinen Zauberstab und Besen und dann nichts wie weg hier."

Ernsthaft? Es war, als hätte Lupin nicht ein Wort von dem gehört, was Harry gestern zu ihm gesagt hatte. „Ich kann hier nicht weg, Fred", rief er zurück und sprang beiseite, als einer der Feuer-Wölfe an ihm vorbeiflog. Es roch wie Schießpulver. „Es ist kompliziert und ich kann es nicht erklären, aber ihr könnt mich noch nicht zurück nach Montauk bringen …"

„Du willst mich auf den Arm nehmen?" Freds Lachen war von seinem Gesicht verschwunden. „Wir sind hergekommen, um dich zu retten – und du willst hier bleiben?"

„Nein, ich hab doch gesagt, es ist kompliziert." Harry seufzte und fuhr sich mit einer Hand durch seine Haare. Er fühlte sich jetzt ein wenig schuldig … Warum musste auch alles, was schief gehen konnte, sogar noch schlimmer schief gehen? „Hör mal, lass uns hier mit den Anderen in zehn Minuten wieder treffen. Ich hol meinen Zauberstab und dann werde ich alles erklären, einverstanden?"

„Warte mal ne Sekunde", protestierte Fred. „Es hat echt gedauert, bis wir dich gefunden haben, du kannst jetzt nicht einfach weglaufen – "

Das wirst du gleich sehen, wie ich das kann.

Und ohne darauf zu warten, dass Fred die anderen holte oder etwas Drastisches unternahm, damit Harry doch dablieb, lief er davon.

Es war toll durchs Camp zu rennen, auch wenn er hier und da über kleine Feuer springen oder ihnen ausweichen musste: Es gab ihm das Gefühl, etwas zu tun zu haben und nicht bloß rumzusitzen, während andere sein Schicksal für ihn entschieden. Das Rennen ließ ihn vergessen, dass er ein Gefangener war, dass er keinen Zauberstab hatte und dass er immer noch keine Ahnung hatte, was eigentlich hier genau vor sich ging. Er lief am Lagerfeuer, das seltsamerweise kleiner war, als in der letzten Nacht und an den ganzen großen Häusern vorbei. Er sah wie Mädchen aus einer Hütte rannten und versuchten die Rosen mit Wasser zu besprühen (Wer pflanzt den bitte Rosen an eine Holzhütte? Also ernsthaft.) und er sah andere Mädchen, die ihr Bestes gaben und wirklich gegen das Feuerwerk kämpften.

Das Mädchen, das ihn gestern überall hingezerrt hatte, Clarisse, hatte genug Ähnlichkeiten mit einem Slytherin, dass Harry sie nicht ausstehen konnte. Doch diese Kinder hier … sie waren mutiger als die meisten Gryffindors, die er kannte.

Er schüttelte den Kopf. Konzentrier dich.

Er musste das blonde Mädchen finden, das mit den gruseligen grauen Augen. Das Mädchen, das seinen Zauberstab gestohlen hatte.

„Er ist entkommen!", schrie einer der Campbewohner plötzlich und griff Harry anstatt einem der feurigen Wölfe an. Der Junge war vielleicht dreizehn Jahre alt und sein Schwert war größer, als er selbst, aber Harry wollte nichts riskieren und lief in den dunklen Wald davon.

„Fangt ihn", rief ein älteres Mädchen und Harry erkannte die Stimme – Clarisse.

Seine Augen weiteten sich und Harry beschleunigte sein Tempo, er wollte während des Kampfes definitiv nicht ihr über den Weg laufen. Er sah über seine Schulter und lief noch schneller. Sie folgte ihm nicht und alles, was er sehen konnte, waren Bäume die vom Flackern des Feuers beleuchtet wurden. Keiner folgte ihm, er lief alleine durch den Wald und zum ersten Mal fühlte er sich, als könnte er endlich –

BÄÄM.

Harry stieß hart mit etwas zusammen und fiel zu Boden. Was auch immer er getroffen hatte, war mit ihm zusammen zu Boden gegangen.

Um Merlins Willen …

Das war der zweite Zusammenstoß in zwei Tagen und jeder vergessene blaue Fleck fing wieder an wehzutun. Er war nicht in einen Baum gekracht und hatte daher glücklicherweise keine Kratzer, aber was auch immer er umgerannt hatte, lag nun auf ihm und zerdrückte fast alle seine Knochen.

„Ehy!" Harry versuchte das Etwas von sich runterzuschieben. „Geh von mir runter!"

„Dann lass mich los."

Harry erstarrte. Er war daran gewöhnt, dass er die Sachen, gegen die er lief, in seinem Zorn anbrüllte, doch sie hatten noch nie geantwortet. Bislang jedenfalls.

„Mal ernsthaft!" Das Ding bewegte sich und drückte dabei Harrys Gesicht fast in den matschigen Boden.

„Lass mich los! Ich muss zurück."

In Ordnung, er war also mit einem Camper zusammen geprallt. Nicht mit einem Baum. Und auch wenn er sich ganz schön erdrückt fühlte, konnte der Junge nicht größer oder schwerer als er selbst sein (aber das heißt ja nicht viel). „Ich halte dich nicht fest, du Idiot."

„Algenhirn, seit wann redest du denn wie ein Brite?", stöhnte der andere Typ, er hatte offensichtlich noch nicht gemerkt, dass er nicht Perseus Jackson war. „Und warum hast du keine Rüstung an?"

„Weil ich verdammt nochmal Harry Potter bin, du verblödeter Heini!", schrie Harry und versuchte den Jungen wegzuschieben. Es klappte nicht, die Rüstung des Typen musste sich irgendwie an Harrys Kleidung verhakt haben. „Mach dich einfach los oder so, ich bin hier am ersticken!"

Ruhe. „Warte mal – du bist Harry Potter? Der mit der Prophezeiung? Wow, sie haben nicht übertrieben, als sie gesagt haben, dass du Percy ähnlich siehst." Der Junge klangt jetzt nicht mehr wütend oder nervös – warum hatte er nervös geklungen? – sondern fasziniert.

„Ja, ja, los jetzt. Du musst dich – drehen."

Der Junge lachte leise und sein Lachen ließ Harry erschauern. Und dafür hasste er den Typen. Die Position, in der sie waren – Harry unten, mit dem fremden Camper auf ihm drauf, nah genug, um den Atem des anderen zu spüren – war nicht gerade etwas, das ihm gefiel. Er mochte seinen Freiraum, vielen lieben Dank. Und das hier war das genaue Gegenteil.

„Ich soll mich drehen?"

JA!"

„Dann beweg dich nicht." Der Junge versuchte Harrys Schulter zu greifen, sodass er sich nicht bewegen konnte, doch dadurch zuckte er nur noch mehr. „Styx, du bist aber auch echt nicht einfach … Ich weiß nicht mal, wo wir festhängen, das ist alles ein – "

„Wenn du es rausfinden könntest, wäre das super. Ich steh nicht so drauf Dreck zu essen!"

Noch ehe der Junge antworten konnte, hörten sie einen Zweig brechen.

Beide Jungen verstummten.

Natürlich, dachte Harry und seufzte innerlich als niemand etwas sagte. Lass uns die Situation einfach noch schlimmer machen und einen Zuschauer dazuholen – denn anscheinend war es das alles noch nicht unangenehm genug.

„Ähm", der Junge, der auf Harry lag, rieb sich den Nacken, „guten Morgen, Will."

„Di Angelo", sagte der Neuankömmling. Harry konnte nichts als braunen Matsch sehen, aber aus irgendeinem Grund erkannte er die Stimme – sie gehörte zu dem großen, blonden Jungen, der letzte Nacht von Clarisse zu Boden gestoßen wurde. „Normalerweise würde ich dir ja dazu gratulieren, dass du mit wem neues flirtest, aber da wir gerade angegriffen werden, fände ich es besser, wenn du das Flirten sein lassen könntest."

„Ich flirte nicht", rief der Junge auf Harrys Rücken und zur gleichen Zeit rief Harry: „Wir flirten nicht!"

„Dann erklärt mir mal, warum ihr euch da im Schlamm so innig umarmt? Sieht für mich ziemlich nach Flirten aus."

„Wir stecken fest", sagte Di Angelo wütend, plötzlich war er mehr frustriert als peinlich berührt. „Er ist aus dem nichts gegen mich geprallt – meine Rüstung muss irgendwie an seinen Klamotten festhängen und jetzt kommen wir nicht voneinander los."

Der andere Junge – Will – fing an zu lachen. Laut.

Harry konnte nicht anders und lachte mit. Die ganze Situation war so erbärmlich, dass es schon wieder komisch war. Er war entführt worden, umgeben von Kriegern aus Rauch und Feuer-Wölfen, die seine Freunde erschaffen hatten, um ihn zu befreien, und jetzt hing er an einem der Campbewohner fest, aß Schlamm und versuchte nicht zu ersticken.

Er hätte wahrscheinlich den ganzen Tag lang gelacht, wenn Will nicht dabei geholfen hätte, die zwei zu entwirren.

„Götter, Nico", sagte Will, er lachte noch immer, als er den Beiden auf die Beine half. „Dein Gesicht ist unschlagbar …"

Harry sah ihn an und lachte noch lauter. Nico di Angelo, ein blasser Jugendlicher mit dunklen Haaren, starrte Will so sehr an, als wollte er ihn mit nur einem Blick in Staub verwandeln. Offensichtlich fand er es nicht gut, wenn die Leute um ihn herum lachten. „Hör auf", knurrte er wütend, was Will nur noch mehr zum Lachen brachte, „es ist nicht lustig!"

„Eigentlich", sagte Harry und versuchte zu Atem zu kommen, „irgendwie ist es das."

Bevor Nico wütend antworten konnte, hörten die Jungs auf zu lachen.

Dieses Mal nicht aus Verlegenheit, sondern aus Angst.

Einer der Krieger war plötzlich aufgetaucht und stand vor ihnen, das Schwert hoch in die Luft gereckt, bereit sie zu erschlagen. Aus der Entfernung hatten die Krieger schon beeindruckend genug gewirkt, aus der Nähe aber … Es war kein Wunder, dass die mutigen Camper weggerannt waren. Das war wirklich mal angsteinflößend. Der Krieger war mindestens zwei Meter groß, der Rauch waberte um seinen gefährlich fest-aussehenden Körper, gelb leuchtende Augen starrten die Teenager mit blanker Wut an.

Harry wusste, dass die Zwillinge nie die Absicht gehabt hatten, diesen Kindern hier irgendwas anzutun … allerdings hatten die Zwillinge ja auch nicht gewusst, dass seine Entführer Kinder waren. Vielleicht hatten sie gedacht, dass sie gefährlich waren, oder dass sie genug Magie besaßen, um sich gegen diese Schatten zu wehren.

Harry, ohne seinen Zauberstab und mit zwei nicht-magischen Teenager neben sich, konnten jedoch wohl kaum gegen den Rauch kämpfen, oder?

„Ähm", sagte Will langsam, "irgendeine Idee, wie man dieses Ding da besiegen kann?"

„Harrys Freunde haben sie erschaffen", bemerkte Nico trocken und sah Harry an, als würde er erwarten, dass er das Problem lösen konnte. Das war nicht das erste Mal, das Harry sich wünschte, dass er nicht wie ihr Anführer aussah. „Vielleicht weiß er, was zu tun ist."

„Tu ich nicht", murmelte Harry düster, was die anderen Jungs für einen Moment erstarren ließ. „Ich weiß nicht, wie sie gemacht wurden, aus was sie gemacht sind und wie man sie aufhalten kann. Vielleicht könnte ich sie wegblasen, aber wie ihr wisst, habt ihr meinen Zauberstab und ohne den, kann ich euch nicht helfen."

„Großartig", sagte Nico sarkastisch und zog ein beeindruckendes schwarzes Schwert. Wie bei den anderen kleineren Jugendlichen, war die Klinge größer als der Besitzer, doch Harry hatte das Gefühl, das Nico sich ganz gut gegen so einen Krieger behaupten konnte. „Erinner mich daran, der Person, die deinen Zauberstab genommen hat, eine zu verpassen, wenn wir hier fertig sind."

„Das wäre dann Annabeth", sagte Will.

Nico seufzte, wollte gerade antworten, doch in dem Moment griff der Rauch-Krieger an. Harry, ein stolzer Gryffindor, musste leider zugeben, dass er für einen Moment am liebsten weggerannt wäre. Aber dann erinnerte er sich, dass er nicht alleine war. Er konnte ja schlecht seine Entführer (sie schienen ja doch ganz nett zu sein) mit so etwas alleine lassen, schließlich waren die Rauch-Krieger nur wegen ihm hier. „Hey", brüllte er und winkte mit den Armen, „hier drüben du großer, blöder Hampel."

Der Krieger änderte seine Richtung – er war zuerst auf Nico fokussiert gewesen, da dieser die gefährlichste Waffe hatte – lief nun aber auf Harry zu, seine Klinge direkt auf Harrys Gesicht gerichtet.

„Was zum Hades machst du?", rief Nico wütend, er war wie erstarrt und konnte bloß mit großen Augen zusehen.

„Das hier." Harry duckte sich, als der Krieger versuchte ihm den Kopf abzuschlagen und stieß in der gleichen Bewegung die beiden anderen Teenager zur Seite. Er wusste nicht, ob die Klinge des Kriegers sie überhaupt verletzten konnte, sie bestand ja aus Rauch, aber er wollte lieber nichts riskieren. Nachdem der Krieger nur knapp seinen Kopf verfehlt hatte, nahm Harry das lange Schwert aus Nicos Hand und griff an.

Er hatte erst ein einziges Mal in seinem Leben ein Schwert benutzt, in der Kammer des Schreckens, als er zwölf war, also hatte er nicht gerade viel Übung da drin. Aber die Grundlagen waren ja trotzdem ziemlich gleich: Das Schwert nach vorne stoßen und hoffen, dass er traf.

Glücklicherweise war Fortuna auf seiner Seite und mit einem leisen zisch verschwand der Krieger vor ihren Augen, die Spitze von Nicos Schwert zeigte immer noch auf den Punkt, an dem das Herz des Kriegers gewesen war.

Die Stille, die folgte, schien lauter zu sein, als der Kampf es gewesen war.

„Wie – wie hast du …"

„Hier." Harry gab dem Jungen sofort sein Schwert zurück und ignorierte Nicos bewundernden Blick. „Du wolltest jetzt jemanden eine verpassen, wenn ich mich recht erinnere?"

Nico blinzelte ein paar Mal ehe er sein übliches grüblerisches Gesicht wieder aufsetzte. „Nun ja – stimmt. Wir müssen Annabeth finden … wegen deines Zauberstabes."

Will lachte, aber es klang hohl. „Irgendwie glaub ich, dass Harry auch ohne Zauberstab ganz gut zu Recht kommt."