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#+#+#

Kapitel 10

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An diesem Abend kam Martha nicht nachhause und Alexis rief kurzer Hand an, um zu erklären, dass sie bei Paige schlafen würde. Nun wusste Kate allerdings, wie gut Castles Tochter im Lügen war und fragte nach, ob dies wirklich der Fall sei oder ob sie woanders nächtigen würde, zum Beispiel in ihrer Wohnung, immerhin hatte sie einen Schlüssel. Dreimal versicherte das Mädchen, dass sie sicherlich bei Paige schlafen würde und bot Kate sogar an, mit der Mutter ihrer Freundin zu sprechen, damit sie es ihr glauben würde.

„Es sieht so aus, als würde uns heute niemand mehr beehren", kommentierte Kate nicht allzu laut in der Küche, als sie Lebensmittel aus dem Kühlschrank holte.

„Kate?", kam Ricks Stimme von der Couch.

„Hm…?"

„Kannst du mir aufhelfen?", fragte er und schon kam sie, half ihm auf.

„Wohin?"

„In die Küche"; sagte er und zeigte mit seiner guten Hand in Richtung Barstühle, die dort am Tresen standen.

„Dort kannst du nicht sitzen", erklärte Kate.

„Doch, das wird schon gehen. Ich kann nicht die ganze Zeit nur liegen."

Es war zwar nicht einfach aber Kate half ihm auf den Sessel und das gebrochene Bein legten sie auf einen zweiten Stuhl, um ihn zu entlasten.

„Mir ist langweilig", erklärte Rick schmollend, als Kate begann Zwiebel zu schneiden.

„Dann lies etwas."

„Was denn …?", fragte er und aus seiner Stimme konnte man entnehmen, dass er mit ihr spielte.

Kate hob das Messer an, öffnete den Mund und musste dann lachen. Es war eine Situation, die vor einer Woche noch unmöglich zu sein schien. Vor einer Woche hatten sie kaum ein Wort gewechselt, ihre Augen waren sich nicht begegnet. Nichts hatte funktioniert und nun saß sie hier, in Yoga-Hosen und einem ihrer Lieblingsshirts, mit beinahe nichts darunter, nur in Socken, mit hastig zusammengebundenen Haaren und schnitt in Richard Castles Küche Zwiebel.

„Dort liegen Akten, aber …"

„Erzähl mir etwas."

„Was denn?", fragte sie und hob die Augenbraue. Ihr Augen brannten und sie war gerade dabei, die Hand zu heben, um sich die Tränen wegzuwischen als Rick ihr erklärte: „Zweite Lade auf der rechten Seite."

Kate sah ihn fragend an und sah dann die Plastikbrille. Ohne viel zu sagen, setzte sie die kleinere auf, die wahrscheinlich Alexis gehörte und schnitt weiter.

„Was soll ich dir erzählen?"

„Hm …. Ich kann mir also etwas wünschen?"

Sie lachte und blickte erneut auf. „Ein Wunschkonzert also?"

„Vielleicht eher Pflicht und Wahrheit", stellte er in den Raum und ein freches Lachen tanzte auf seinem Gesicht.

„Das glaube ich nicht, Richard", sagte sie und sprach den Namen so lang gezogen aus, wie es seine Mutter tat, wenn sie ihn ermahnte.

„Katie … aber ich bin doch krank."

„Du, Mr. Castle, bist nicht krank sondern verletzt."

„Wo ist der Unterschied? Ich muss zuhause bleiben und niemand kümmert sich um mich …"

Kate blickte auf, den leichten Ärger ihren Augen sollte er sehen. Sie hatte Zwiebel, Paprika und Tomaten geschnitten. Sie legte das Messer auf das Brett und stützte ihre Hände auf die Arbeitsfläche. Doch bevor sie noch etwas sagen konnte, entschuldigte sich Richard bereits für das, was er gesagt hatte.

„Kate, so habe ich es nicht gemeint. Das weißt du … Kate, bitte", sagte er und schaute verlegen auf seinen Gipsarm.

Ihre innere Stimme sagte nur noch: „Er sagt wohl immer wieder etwas, was er nicht so meint."

Sie selbst nahm das Messer wieder in die Hand und erklärte ihm: „Dann wäre es schön, wenn du nur das sagen würdest, was du auch meinst. Ich bin es leid erraten zu müssen, was du meinst und was nicht."

Verwirrt sah er sie an.

„Also … Wahrheit oder Pflicht?", fragte Kate um vom Thema wieder abzulenken und begann nun Putenfleisch zu schneiden.

„Kate?", fragte er.

„Du wolltest doch spielen. Also, musst du dir etwas aussuchen."

„Es ist unfair, ich kann ja schwer die Pflichten erfüllen."

„Aber es war doch deine Idee, Castle", antwortete sie mit einem flirtenden Lächeln.

„Wahrheit."

„Hm …", begann Kate, als sie dabei war, da Putenfleisch zu schneiden, „Wann hast du deine Jungfräulichkeit verloren?"

„Oh … wir beginnen gleich mit den heftigen Sachen? Böser Detective!"

„Castle …."

„Gut … ich war 16 und sie war etwas älter …", und als er ihr das mitteilte, starte er sie an, sie konnte seine blauen Augen auf ihrem Körper spüren.

„Also es sind die älteren Frauen …", kommentierte Kate und lachte, schnitt sich beinahe in den Finger.

„Die Idee gefällt dir also, Kate?"

„Du bist dran."

„Dann will ich wissen, wann Detective Beckett ihre Unschuld verloren hat."

„Solltest du nicht fragen, ob ich Pflicht oder Wahrheit wählen will?"

„Oh … Pflicht … lass mich überlegen … oh… ich habe die passende Idee."

„Okay, okay … Wahrheit, Richard."

„Also …?"

Kate legte das Messer abermals ab, griff nach dem Geschirrtusch auf der andere Seite. „Ich war älter als du, um einiges, 21. Ja, ich weiß ... es war nach dem Tod meiner Mutter, als ich dachte, ich muss jetzt endlich alles ausprobieren."

„Ich würde mir wünschen, dass Alexis wartet, bis sie 21 ist", kommentierte der Mann und kratzte sich am Bauch.

„Juckt es?"

„War er älter oder jünger als du?"

Sie konnte ihm ja schwer sagen, dass sie keine Ahnung hatte, wie alt er war oder wie er geheißen hatte. Es war eine Party der Akademie gewesen und alles war etwas aus den Ufern geraten. Er hatte gut ausgesehen und sie war noch in derselben Nacht nachhause gegangen, weil sie lieber im eigenen Bett aufwachte. Gesehen hatte sie ihn nicht mehr.

„Gleich alt."

„Hm … gut … schwer zu glauben. Ich hatte immer gedacht, dass Kate Beckett lieber ältere Männer hat."

„Tja, es gibt viele Schichten der Beckett-Zwiebel, die noch ungeschält sind. Abgesehen davon bevorzug Detective Männer, die älter sind."

„Detective Beckett ….", sagte er und ging mit der Stimme hoch, als wäre er schockiert.

„Also .. Wahl oder Pflicht?"

„Pflicht."

„Bist du sicher, Writer-Boy, dass du das willst?"

„Natürlich."

„Dann zieh dein T-Shirt aus."

„Oh … so weit gehen wir Detective."

Das Problem war nur, dass er es alleine nicht schaffte und Kate wirklich um Hilfe bat. So wie er sich anstellte, vermutete Kate, dass er es mit Absicht tat. Lieber wäre es ihr gewesen, hätte er sich um den einen oder anderen Fall gekümmert, den Gates ihr mitgegeben hatte und sie fragte sich bereits zum wiederholten Male, wieso sie sich auf dieses dumme Spiel eingelassen hat, dass sie in ihrer Jugend bereits beinahe dreimal in eine prekäre Situation gebracht hätte.

„Wahrheit", sagte sie und nahm einen Wok aus dem Küchenschrank, stellte ihn auf den Herd und machte die Flamme an.

„Lieblingssexposition?"

„Ich glaube nicht, dass wir in dieses Territorium vordringen sollten."

„Ich habe dich nackt gesehen, also wieso Geheimnisse haben?"

„Castle, das eine war ein Unfall, das hier eine konkrete Frage."

„Kate ist also schüchtern?"

„Nein, Castle", sie begann das Fleisch in den Wok zu werfen und rührte es um, damit es sich nicht anlegte und hatte sich vorgenommen, auf diese Frage nur zu antworten, wenn sie ihn dabei nicht ansehen musste. „Aber wenn du es genau wissen möchtest, gibt es zwei Möglichkeiten. Die eine Variante würde bedeuten, dass man auf allen vieren ist und es von hinten stattfindet. Die andere? Ans Bett gebunden."

„Und wieso?"

„Nur eine Frage Castle, nur eine … Pflicht oder Wahrheit?"

„Wahrheit."

„Also … Ferrari oder Maserati?"

„Das ist dein Ernst? Eine Frage wie diese? Oh Kate, du kannst das so viel besser."

„Tja, nicht alle haben solch ein schmutziges Gedankengut wie du."

„Wenn du deine Frage für so etwas verschwenden möchtest, bitte! Jetzt Ferrari bald einmal Maserati?" Dann lehnte er sich flirtend auf den Tresen. „Und für was entscheidet sich Kate Beckett?"

Das Problem war, dass Kate auch nicht wusste, für was sie sich entscheiden sollte. Für Pflicht hatte sie zu wenige Schichten an, da sie ahnte, dass sie ein Kleidungsstück verlieren würde. Bei der Wahrheit hatte sie Angst, doch blieb ihr nichts anderes übrig.

„Was trägt Kate Beckett unter diesem T-Shirt."

Flirtend blickte sie in ihren Ausschnitt. „Hm … ich würde sagen, sie trägt nichts unter diesem Shirt."

„Oh … Kate Beckett geht Kommando …"

„Nein, das gilt ja nur für unten."

„Und dort trägst mehr?"

„Das wirst du wohl niemals erfahren, Castle."

„Doch wie kann es sein, dass du im meiner Wohnung, in meiner Küche stehst und keinerlei Spitze und Seide unter diesem Shirt trägt, welches ihr übrigens schon damals vorzüglich stand, als sie vor einige Jahren darin geschlafen hatte, und ich das nicht weiß."

„Vielleicht weil du selten das siehst, was direkt vor dir ist", murmelte sie, wusste allerdings, dass sie es laut genug gesagt hatte, dass er es gehört hatte.

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Ende Kapitel 10

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A/N: So keine Angst, wir werden noch etwas „Wahl oder Wahrheit" spielen …