Kapitel 10: Wutausbrüche Nr.2 und folgende
Satan mochte zwar der Gottkönig Gehennas sein, aber das was ihn am meisten abgebrüht hatte, waren wohl seine Kinder gewesen – das würde er zumindest sagen, wenn ihn jemand fragen würde. So kam es auch dazu, dass er keinen kompletten Nervenzusammenbruch bekam, als sein Jüngster einen hatte und anfing zu schreien, als er den Raum betreten hatte.
Aber Junge, dafür dass er so jung war, war er ziemlich wehrhaft und schnell. Und schwupps, war er aus dem Zimmer gerannt. Seinen Zahn hatte er zurückgelassen.
Beel schien überfordert zu sein. War verständlich – er reagierte viel besser als Luzifer*, als er Samael das erste Mal traf. Der hatte sich strikt geweigert, mit seinem kleinen Bruder, der ein Baby war, in einem Raum zu bleiben.
Zurück zu Rin.
Der Jungdämon hatte keine Ahnung, wo er war. Sein Adrenalin hatte ihn einfach nur weggetrieben, gegen den Willen seiner Instinkte – aber die erzählten gerade irgendwie nur Schwachsinn. Satan zu knuddeln würde nicht helfen. Überhaupt nicht.
Was hatte er die ganze Zeit überhaupt gemacht? Er war freiwillig in der Nähe von Satan gewesen! Ohne sich irgendwie zu wehren. Wie konnte er es nur wagen, alle Opfer die für ihn gemacht wurden, so zu verschwenden. Fujimoto war für ihn gestorben, nur damit er nicht in die Finger des Höllengottes fiel und es dauerte nicht lange, dann war er schon hier und hatte ihn auch noch umarmt. Yukio, der seine Kindheit und Jugend damit verbracht hatte, ein Exorzist zu werden. All das.
Er war auch wirklich zu gar nichts fähig, nicht?
Langsam klärte sich sein Kopf und er merkte, das er vollkommen planlos durch die Gegend gelaufen war. Rin stand in einem ihm vollkommen fremden Korridor. Einer von wahrscheinlich ungefähr einer Million. Der Boden war mit einer Art schwarzen Marmor gefliest, die Wände hatten wechselnde Farben. Zuerst dachte er, sie wären einfach nur anders gestrichen, aber je nachdem in welchen Teil des Flures man stand, hatten sie definitiv eine andere Farbe. Oder auch: Sein Orientierungssinn lag sterbend in der Ecke.
Rin sackte auf seine Knie zusammen. Die Stimmen in seinem Kopf wurden langsam leiser, doch ein bitteres Gefühl im Mund blieb zurück, egal wie oft er schluckte. Die Wunde seines Zahnes war verheilt.
Er hatte eine ziemlich lange Strecke zurückgelegt, viel weiter als die Aura Satans reichte. Einige Bedienstete hatten ihn komisch angeschaut, aber es hatte ihn nicht gekümmert. Dieser Korridor war allerdings gerade verlassen und es schien auch niemand hier zu sein. So viele leere Räume am Tag – beziehungsweise Abend wenn man nach den Fenstern ging. Vielleicht waren hier Dinge gelagert? An den Türen waren auch Schilder, aber diese kümmerten ihn gerade wenig. Er lehnte sich an die Wand und wartete darauf, dass sein Gehirn sich dazu entschied, mal wieder anständig zu funktionieren und ihm wieder das Gefühl gab, eine echte Person zu sein und nicht irgendjemand … anders. Gab er sich nicht immer Mühe, jemand gutes zu sein? Aber das Blut an seinen Händen hatte immer eine andere Sprache gesprochen.
So oft er auch versuchte, andere zu beschützen, immer lief es schief. Wie war er nur darauf gekommen, dass es die Schuld der anderen wäre? Wenn es überall gleich lief war es ja offensichtlich seine. Es konnte kein Zufall sein, dass er immer Probleme hatte.
Um einzuschlafen war er nicht müde genug, aber er hatte immer noch Hunger. Es tat irgendwie weh, doch das gab ihm teilweise das Gefühl, doch noch irgendwie da zu sein, am Leben zu sein. Und der Schmerz war immerhin immer da gewesen, wie dieser eine seltsame Freund der einen niemals in Stich sitzt. Fast hatte er das Gefühl, dass der personifizierte Schmerz neben ihm saß und das erinnerte ihn an seine Einsamkeit. Kuro hatte er vollkommen vergessen gehabt bei seiner spontanen Flucht. Wo war er? Die Cait Sith konnte auf sich selbst aufpassen, das wusste der Jungdämon.
Sein Instinkt sagte ihm, dass Satan und der Insektenkönig auch auf ihn aufpassen würden, aber er ignorierte das.
„Warum fühlt sich dieser Ort so angenehm an, hmm?", fragte er niemand bestimmten. Die Wände schienen irgendetwas aufgesaugt zu haben, was er mochte, aber er konnte ums Verrecken nicht sagen, was es war, dafür war es viel zu schwach.
Die sich nähernde Aura eines Erddämons riss ihn aus seiner Starre, und er schaute in die Richtung, aus der sie kam. Was er sah, ließ ihn zusammenkrampfen.
Das war das Gesicht, das er beim Aufwachen erhascht hatte. Er sah bei weitem nicht seinem Ebenbild in Assiah ähnlich, aber seine Körperhaltung war die gleiche. Amaimon, der Erdkönig.
Schwach flackerten bei seinem Anblick die Erinnerung an den Kampf gegen ihn auf. Wie der Jüngere die Kontrolle verloren hatte.
Amaimon war groß, wie auch dessen Geschwister. Er war ein Stück größer als Beelzebub, aber nicht sonderlich bemerkenswert wenn man die Dimensionen von Azazel und Satan als Vergleich hatte. Er war auch der zweitjüngste der Söhne Satans, nicht? Drittjüngster, flüsterten die Instinkte des Jungdämons.
Sein Gesicht wirkte animalischer, war aber von den gleichen grünen Haaren im unbeschreiblichen Haarstil umgeben. Auf seinem Kopf prangten zwei grüne Hörner, die wie die eines Hobgoblins aussahen. Der sichtbare Teil seiner Arme hatte außerdem eine grüne Hautfarbe, die der menschlichen Gesichtsfarbe nicht entsprach. Seine Hände waren auch teilweise klauenartig. Trotz allem wirkte er nicht wirklich furchterregend, was definitiv den verfluchten Instinkten zugeschrieben werden konnte.
Mit einer Hand kratzte sich Amaimon am Nacken und starrte Rin ausdrucklos an. Rin schwieg weiterhin. Was sollte er auch schon sagen? „STIRB!" würde nicht weiterhelfen, da es ihm auch gerade an Wut mangelte. Hätten seine Instinkte eine materielle Form, würde er versuchen sie zu würgen. Irgendwie ginge das bestimmt.
„Kleiner.", kam es vom Erdkönig. Das schien irgendeine Blockade in Rin zu brechen, er sprang auf und fiel Amaimon regelrecht an, jedoch ohne wirkliche Kraft dahinter. Ebenfalls ohne Ernst hielt der Dämonkönig ihn davon ab, seine Augen zu zerkratzen. Seine aushärtenden Krallen würden eines Tages wohl wirklich Schaden zufügen können. Zwar leuchteten seine Flammen auf, weigerten sich aber erneut sein angebliches Familienmitglied zu verletzen. War ihm aber auch gerade ziemlich egal.
„ICH BIN NICHT KLEIN! Was kann ich denn dafür, dass ihr alle abnormal groß seid? Und überhaupt, wer hatte die Idee mich hierher zu schleppen! Das ist Entführung! Das ist illegal! Ich werde gegen meinen Willen hier festgehalten! Und du bist so ein Arsch, Suppaimon, wie wagst du es hier einfach so herzukommen und mich zu beleidigen!"
Rin hielt sich gerade noch davon ab, Amaimon in die Hölle zu wünschen. Kopfschmerz-Alarm.
Amaimon schien sich irgendwie nicht darum zu kümmern. Er griff die Hände des Jungdämons ohne größeren Aufwand und hielt ihn so fest. Der Weißhaarige atmete heftig, aber schwieg ansonsten.
„Du willst hier raus?", sagte der Erdkönig schließlich.
„Ja klar will ich das!", spuckte ihn Rin an, entgegen seine Instinkte. Das hatten die davon. Niemals würde er auch nur in der Nähe Satans sein!
Nichts gegen die Umarmung. Die war toll gewesen. Rin, hör damit auf, Satan und seine Verwandten knuddeln zu wollen!
„Okay", sagte der Erdkönig ohne Emotion. „Dann komm mit. Egyn-nii** hat mich auf eine Party eingeladen. Das ist immer ganz lustig."
Gerade erheiterte wirkte der Erddämon aber nicht. Dennoch folgte ihm Rin. Er wehrte sich auch nicht dagegen, dass er an der Hand gehalten wurde – zumindest nicht mehr, denn Amaimon hatte einen eisernen Handgriff. Und der Jüngere war sich sicher, sich innerhalb von Sekunden wieder zu verlaufen.
Er hatte den Geistesblitz, den Lutscher aus seiner Hose zu kramen und zu essen, auch wenn das seinem Hunger nicht wirklich half. Aber er war lecker, musste man sagen.
Einige der Wege schienen Abkürzungen zu sein, sodass sie in einer nicht zu langen Zeit auf einer Art Vorhof landeten. Dort war auch wieder ein Reiseschacht, den sie auch gleich nahmen. Die ganze Zeit über ließ Amaimon ihn nicht los.
Als sie ankamen, spürte Rin eine Menge blaue Auren wie die von Elpida. Egyn war der König des Wassers – das waren offensichtlich Wasserdämonen. Dem folgte die Realisation, dass das Wort „Party" für diese Veranstaltung etwas verharmlosend war.
Es schien sich um eine Insel zu handeln, alles war mehr oder weniger ein Strand voller Palmen. Als Amaimon seine Hand losließ, floh Rin nicht sofort, sondern schaute sich um. Dann bemerkte er die stärkste anwesende Aura – die die zusätzliche Information eines Familienmitgliedes hatte.
Lustig, derjenige der sich am seltsamsten benahm war mit ihm verwandt. Mittlerweile ließ sich ein Muster erkennen – Beel u.. – Beelzebub und seine Schmetterlinge und mysteriöser Dialekt waren wohl nicht die Oberkante. Deshalb schien Satan so abgebrüht gegenüber der Eigenarten seiner Kinder zu sein.
Egyn, König des Wassers, hatte ein äußerst farbenfrohes Hawaiihemd und ein beunruhigend kurzes Palmenröckchen an. Zudem trug er Flipflops und tanzte auf einem Tisch aus Bambusrohr zur exotischen Musik. Seine Instinkte teilten Rin mit, dass er wohl nüchtern war – keine Verletzung, keine Vergiftung, nichts.
Das schien wohl normal zu sein.
„Sag mal, Amaimon ...", setzte Rin an, was mit einem „Hmm" seitens des Erdkönigs beantwortet wurde. „Was ist eigentlich die Sache mit Samael und gefährlichen Gegenständen in der Nähe von Kleinkinder gewesen?". Da Amaimon der Dienstbote für Samael gewesen schien, soweit sich der Jungdämon entsinnen konnte, kannte er ihn wohl. Und er war älter als Beel. Beelzebub, keine Spitznamen für Dämonenkönige, Rin.
„Aniue hat mir das erzählt, als ich gefragt habe, warum ich keine gefährliche Sachen habe, weil Beel angekommen war." Angekommen? Wurden Dämonenkönige vom Storch gebracht oder was?
„Luzifer-nii hatte eines seiner Spielzeuge draußen gelassen. Aniue ist als Kleinkind in sein Zimmer und hat es gefunden. War das einzige gefährliche, dass Luzifer-nii hatte, aber Aniue hat sich damit fast in die Luft gejagt. Seitdem darf man keine gefährlichen Gegenstände im Haus haben, wenn Kleinkinder anwesend sind."
Oh. Wer auch immer Samael wirklich war, er musste durchtrieben sein. Das verrieten ihm seine Instinkte, warum auch immer.
Schlussendlich lief er immer noch neben Amaimon her, und sie näherten sich Egyn. Dieser pausierte in seinem leidenschaftlichen Gesang irgendeines sinnlosen Liebesliedes, das Rin nicht kannte. Es war aber auch auf Dämonisch.
„Egyn.", sagte Amaimon. Egyn erstarrte.
„Aloha! Ach, du bist gekommen, Amai? Hätte ich nicht erwartet. Echt nicht. Oh, und das ist … wie war dein Name, Kleiner?"
Und im Bruchteil einer Sekunde war Rin erneut auf 180 und Egyn wusste kaum, wie ihm geschah, als er von einem dämonischen Kleinkind angefallen wurde, dass viel kleiner war als er. Die folgende Schimpftirade hatte er auch nicht erwartet.
Amaimon stand reaktionslos daneben, als Rin dabei war, ihren gemeinsamen älteren Bruder die Kehle herauszureißen. Das einzige was er tat, war einen Lutscher in seinen Mund zu stecken.
Nach einer Weile hatte Egyn es geschafft, vom Tisch herunterzukommen und seinen kleinst- jüngsten Bruder davon zu überzeugen, ihn nicht umzubringen weil auf seine Körpergröße angespielt wurde. Die blauen Flammen hörten langsam auf, über dessen Haut zu züngeln.
„Ach, du bist also ein Feuerdämon? Mit Vaters blauen Flammen, erstaunlich. Wie heißt du denn jetzt?", brachte der König des Wassers schließlich heraus. Die Feier ging um sie herum weiter, als ob nichts passiert wäre.
„Rin.", kam es vom Träger des Namens. Der Wasserkönig hoffte, dass er nicht so einsilbig war wie Amaimon und Azazel. Die beiden waren nicht wirkliches Partymaterial. Amaimon hatte er vor über zwei Jahren mal wieder eingeladen und er war erst jetzt gekommen. Und natürlich war das nicht die erste Einladung gewesen – die wievielte war es denn gewesen? Die fünfzigste? Keine Ahnung, um ehrlich zu sein. Die legendäre Party von Egyn hatte vor einer Ewigkeit begonnen und er selbst konnte sich nicht mehr daran erinnern, wann das genau gewesen war. Nach der ersten Party gab es eine Aftershow-Party, die nicht wirklich enden wollte. Irgendwann gab es keinen Unterschied mehr. Ein Teil seiner Familie hielten ihn für wahnsinnig. Wahnsinn schien auch das einzige zu sein, dass das hier am laufen hielt – kein Alkohol und keine Drogen, sein Vater hätte ihn dafür ewig Hausarrest gegeben. Jeder kam und ging wie er wollte.
„Okay, Rin. Willkommen in der Familie. Ich gebe dir einen Rat – egal wie seltsam deine Idee oder deine Hobbys sind, oder wie schlecht du in etwas bist – ich schwöre, eines deiner Geschwister ist noch seltsamer", erklärte Egyn, und wurde unerwünschter Weise von Amaimon ergänzt. Wenn der Mal sprach, machte das auch nur Ärger.
„Egyn zum Beispiel. Kann nichts außer Party machen."
„ICH KANN SEHR WOHL MEHR ALS NUR PARTY MACHEN, AMAI!", kreischte der König des Wassers. Einzelne Partygänger schauten kurz um, machten dann aber ihr eigenes Ding. „Zum Beispiel?", entgegnete der Erdkönig emotionslos.
„Zum Beispiel .. zum Beispiel … Ich kann total gut … bring mich nicht aus dem Konzept, Amai!", erwiderte Egyn, erhielt darauf aber keine Reaktion bis auf das Lachen seines kleinsten Bruders, der sich sichtlich zu amüsieren schien. Das brachte den König des Wassers auf eine Idee. „Zum Beispiel bringe ich Rin hier zum Lachen. Wann hat er über etwas gelacht, das du gemacht hast, hmm?", argumentierte er hämisch, unbeschämt darüber, ein Kleinkind als Waffe zu benutzen.
Amaimon schwieg für einen Moment, und schritt zur Tat.
Er kitzelte Rin. Und Rin lachte Tränen und krümmte sich auf dem Boden. Als er sich jedoch ergab und um Gnade bettelte, hörte der Erdkönig sofort auf. Er hockte vor dem Jüngeren, der immer noch vor sich hinlachte (und so vollkommen vergessen hatte, weshalb er vorhin noch traurig gewesen war) und starrte dem Wasserdämon in die Augen. Ohne irgendetwas zu sagen.
„Das ist aber auch billig, wirklich, Amai.", kritisierte der Ältere. Amaimon erwiderte das mit einem Blick, der ganz laut: „Immer hast du was zu meckern" schrie.
Scheinbar plötzlich tauchte Beel bei ihnen auf. „Amai-nii, hast du Rin entführt? Schon wieder? Vater sucht nach ihm, wir waren gerade beim Abendessen."
Egyn seufzte. „Amai … Wie war es mit der Regel, keine Geschwister zu klauen? Azazel sollte ihn zu Vater bringen, nicht du."
Amaimon schien in Gedanken versunken zu sein, während er auf den Boden starrte, und nach ein paar Minuten sagte er: „Gerade wollte er noch wo anders hin, also habe ich ihn wo anders hin gebracht. Ich habe ihn nicht entführt."
Beel schien noch nicht zufrieden gestellt zu sein: „Und davor?"
„Er war verletzt. Wenn ich verletzt bin, will ich immer bei Vater sein. Ich dachte, er will da auch sein."
Rin rappelte sich mittlerweile wieder auf. So war er also von Azazels Haus – Palast zu Satan gekommen. Was Amaimon jetzt sagte schien irgendwie Sinn zu machen – aber dennoch erinnerte er sich daran, war vor einer Weile im Trainingscamp passiert war. Also entschied er sich dazu, auch mal was zur Konversation beizutragen: „Suppaimon, warum bist du jetzt so verdammt nett, wenn du noch vor ein paar Wochen darauf versessen warst, mich zu Brei zu verarbeiten, und meine Freunde gleich mit?"
Die anderen Adepten waren zwar nach der ganzen Geschichte nicht wirklich … angenehm gewesen, und Shiemi hatte immer noch irgendwie Angst gehabt, aber er hatte sie beschützten wollen. Und die Hobbygärtnerin hatte dann ja auch wieder mit ihm zusammen gearbeitet.
Schließlich schien Beel genug von seinen Geschwistern zu haben, und griff sich Rin. Er versuchte ihn so zu tragen, wie Azazel es bereits getan hatte, was allerdings noch viel merkwürdiger war als mit dem Geisterkönig. Zwar hatte Beel die körperliche Stärke, seinen kleineren Bruder zu tragen, aber ihr Größenunterschied war nicht so groß. Also nicht so wie bei den anderen Dämonenkönigen. Rin verabschiedete sich von seiner würde, stellte sich aber damit zufrieden, dass Beel definitiv mehr erniedrigt wurde. Dieser verabschiedete sich mit einer Rede, dass er sich jetzt seiner Rolle als großer Bruder bewusst sei und im Gegensatz zu seinen Geschwister einen Sinn für Verantwortung hatte. Rins Bemerkung, dass die fleischfressenden Schmetterlinge eine andere Sprache sprechen würden, ignorierte er. Beel konnte aber nicht den Drang unterdrücken, seinen kleinen Bruder den richtigen Namen der Dämonen, Vartiter, zu nennen.
„Was ist eigentlich die Einzahl von Variter?", fragte der Jüngere, als in den Reiseschacht einsteigen wollten.
„Gibt keine. Niemand hat je einen einzelnen gesehen.", erwiderte der Insektenkönig, bevor es losging.
*Ich habe ihn die ganze Zeit mit C geschrieben und habe offiziell keine Ahnung. Wir alle wissen, wer gemeint ist. Und wenn ich noch einmal „Satan" als „Stan" schreibe, raste ich aus.
**-nii steht für großer Bruder. Amaimon nennt Samael „Aniue", was eine etwas altertümliche, aber respektvolle Anrede ist.
