Die Soldaten unter Elendils Führung gingen weiter durch Cardolan

Die Soldaten unter Elendils Führung gingen weiter durch Cardolan. Sie waren bereits knapp zwei Wochen auf dem Weg. Sie hatten die Südlichen Höhen rechts von sich gelassen und waren weiter in das einstmals große Fürstentum Cardolan vorgestoßen. Dies Teilgebiet Arnors war von der Fläche her gesehen, das größte und dennoch gar nicht bewohnt. Der Grund war der, dass als Arnor immer schwächer wurde, immer mehr Menschen ihr Land verließen um zuflucht im Sicheren Fornost zu finden. Eine Seuche, die Rund dreißig Jahre nach Barahirs Tot über Cardolan hinweg fegte, löschte auch noch die letzten Bewohner des Landes aus welches einmal Arnors Kornkammer gewesen war. Somit waren die Lande trostlos die um sie herum lagen, besonders wenn man an den grundfesten von Häusern vorbei kam.

Nach drei tagen, sie waren Südlich des Grünwegs und durch querten die Ruinen der einstigen Hauptstadt des Fürstentums Cardolan Estolad. Einst war sie nur als Militärstützpunkt gegründet worden um den Grünweg zu bewachen. Nicht lange aber siedelten viele Bauern zum eigenen Schutz um die Wehrmauer und dann, zurzeit von Eckethlion I, dem fünften König nach Elessar I, wurde Estolad zum Handelszentrum von Süd-Arnor und der wichtigste Warenumschlagsplatz Südlich der Oststraße. Doch nun, zeugten vom einstigen Reichtum der Stadt nur noch die verfallenen Ruinen der Häuser, Mauern und Türme. Bis zu letzt hatten sich noch einige Menschen in der Stadt aufgehalten und versucht sie zu erhalten, doch die Seuche raffte auch sie dahin, einen nach dem anderen. Lange mochten sich die Männer Arnors nicht an diesem Ort aufhalten. Zu sehr fürchteten sie es könnten die Geister der letzten Einwohner der Stadt könnten sich noch hier aufhalten. Nachdem sie eine Nacht in der Ruinenstadt verbracht hatten und am anderen Morgen wieder aufbrachen, entdeckte Beleg am Südlichen Ende der Stadt Mauer, im weichen unter Grund Abdrücke von Hufen, so wie von Stiefeln und zweier Schuhloser Füße. Diese führten eine ganze weile vom Lager weck ehe sie endeten.

„Das sind ganz eindeutig Bilbos Fußspuren. Er wäre der einzige dem es nichts aus macht Bahrfuß zu laufen. Wenigstens ist er am Leben und wohl auf." Beleg sah nachdenklich auf die Spuren im feuchten Boden. Sie waren nicht älter als zwei bis vier Tage. Elendil war neben ihm in die knie gegangen.

„Und offenbar ist sein Geist, genauso genau so wach wie seine Beine flink. Hoffen wir das sein Ausreißversuch ihm nicht teuer zu stehen gekommen ist." Elendils Sorgen waren nicht unbegründet. Doch während er sich noch etwas im Gelände um sah kam Amras zu ihm und weiß sie aufgeregt an ihm zu folgen. Weiter westlich an den Ruinen der Wehrmauer fanden sich spuren eines Kampfes. Der Boden war voller Blut und Fußabdrücken. Was jedoch erschreckend war, waren die Tatzenabdrücken die ohne Zweifel von einem Bären stammten. Angesichts des Blutes auf dem Boden schien es als erwiesen dass es verletzte gegeben hatte.

„Offenbar hat Silmarien versucht sich ihren Entführern zu widersetzten. Aber ich fürchte dass sie es nicht geschafft hat. In der nähe habe ich das hier gefunden." Als Elendil auf sah erkannte er den Helm den Amras in den Händen hielt. Er war ohne Zweifel Gondorianischer Herkunft. Für alle anwesenden stand fest: Eine Gruppe berittener Späher aus dem Süden war nach Arnor gekommen und hatte sich wohl in der Nähe Brees herum gedrückt. Leider hatten sowohl Bilbo wie Silmarien das Pech ihnen über den Weg zu laufen. Elendils Befürchtung war jedoch das es sich womöglich um Sklavenhändler handelte die eine Königliche Erlaubnis hatten im Norden sich ihre Ware´ aus dem Norden zu holen. Zwar war Sklavenhandel im Zivilisierten´ Süden verboten, doch wusste Elendil von seinem Vater das der König hin und wieder selbst welche brauchte, um sein verlangen nach der Weiblichkeit zu befriedigen. Besonders aber Meneldir von dem Elendil nur zu gut wusste, das der hinter fast jedem Rock her war der sich in sein Blickfeld verirrte.

„Wir müssen weiter. Die Spuren führen weiter nach Süden." Elendil folgte den Spuren und hatte alle mühe nicht los zu laufen. Beleg wies die Truppe an zu folgen und hielt seinen Freund an der Schulter fest damit er die Männer aufholen ließ. Dennoch legten sie nun ein Scharfes Gangtempo ein. Sie machten erst wieder beim Einbruch der Dunkelheit wieder Rast. Elendils Sorge um Silmarien war kaum zu übersehen. Die Soldaten Arnors erkannten dass das Mädchen, das aus dem Grünwald kam ihrem Heermeister sehr viel bedeutete.

„Wer ist Silmarien Beleg? Warum ist Elendil wegen dieses Mädchens so in Aufregung?" Als Amras dies fragte sah Beleg den jüngeren Mann eine weile schweigend an. Dann rang sich der Gondorianer durch Amras zu bericht wer Silmarien war, doch vorher ließ er den Soldaten schwören niemanden davon zu erzählen bis es ihnen kein anderer Offenbarte. Amras nun, als er erfuhr welchen Status Silmarien im Grünwald hatte und was sie bereits alles mit ihr erlebt hatten, kam aus dem Staunen kaum raus doch er sagte nichts. Zu niemanden.

Am anderen Morgen wachte Elendil noch vor dem ersten Morgenrot auf. Es schien als wenn jemand neben ihm stand. Er sah auf und wieder erblickte er die in weiß gekleidete Frau. Sie sah ihn nun ein wenig ernst aber dennoch ruhig an.

„Es wird Zeit Elendil. Euer Schicksal naht und ihr könnt es nicht aufhalten. Denn noch vor der Zeit war es bereits bestimmt. Wie das jedes einzelnen. Ist es früher als ich erwartet hatte." Elendil stand auf und sah die Frau eindringlich an. Ihre Augen kamen ihm merkwürdig bekannt vor. Als er hört wie sie über das Schicksal sprach wusste er was sie meinte, doch er weigerte sich ihren Worten zu glauben.

„Woher wisst ihr dass es so ist? Dies ist gewiss wieder ein Traum, nichts weiter. Mein Geist lässt mich in meinen Träumen euch erscheinen. Gewiss stammt dies von der Seite in mir die nach dem Thron strebt, der mir nicht zusteht." Als er das sagte lächelte sie erneut, doch regte sich plötzlich einer der Soldaten, welcher neben ihm geschlafen hatte. Er richtete sich auf und sah die in weiß gekleidete Frau neben sich stehen. Kaum hatte er sich noch die letzten Reste des Schlafes aus den Augen gerieben schon weckte er einige andere mit heftigem Rütteln. Im Nu war das ganze Lager auf den Beinen und da wurde Elendil klar, das diese Person vor ihm keine Traum gestallt war sondern durch aus real war. Manche Männer hatten einen Schreck gekriegt als sie die Frau sahen und zogen bereits ihre Schwerter. Doch Elendil gab mit einem Zeichen zu verstehen das Waffen nicht nötig waren. Die Frau sah nur um sich und dann wieder zu Elendil.

„Ihr Besitzt einen Anspruch auf die Krone. Doch sage ich euch. Der letzte Beweis dass ihr der wahre Erbe Telcontars seid wird dann kommen wenn ihr jene retten wollt die ihr liebt. Hier nehmt dies. Ihr müsst euch nun entscheiden, doch lasst eure Zweifel fahren denn eine Stärke ist noch in euch die ihr erst noch entdecken müsst. Wir werden uns wieder sehen." Mit diesen Worten übergab sie Elendil einen zusammen Gefallteten blauen Stoff und ging. Doch wollte Elendil noch etwas anderes wissen.

„Wer seid ihr? Und woher kommt ihr?" Als er das fragte lächelte die in weiß gekleidete Frau nur.

„Ich bin Galadriel, Finarfins Tochter. Woher ich komme, müsstet ihr leicht erraten, fragt nicht weiter doch seid versichert, wir werden uns wieder sehen." Mit diesen Worten wandte sie sich ab und ging fort. Niemand folgte ihr und nicht wenige der Männer sahen auf Elendil. Nach einiger Zeit des Schweigens ging mit einemmal ein Raunen durch die Soldaten. Einige wussten das mit Telcontar das Haus der Könige gemeint war und alle hatten ja mit eigenen Ohren gehört das Elendil einen Anspruch auf den Thron hatte, doch ehe sie etwas sagte, wandte sich Elendil an die Soldaten und hob die Hand.

„Ich weiß nicht was ihr im Augenblick denken mögt oder wie ihr das gesprochene was ihr gerade vernommen habt deutet. Doch bedenkt den alten Spruch dass die Hände des Königs aus dem Haus Telcontars und seiner Väter die Hände von Heilern sind. Einst weile sollten wir uns darauf Konzentrieren weshalb wir aus gezogen sind." Mit diesen Worten nahm er das Bündel und verstaute es in einer leeren Ledertasche in der Brot auf bewahrt worden war. Die Männer erkannten dass Elendil in dieser Angelegenheit nichts mehr zu sagen gedachte und machten sich Abmarsch bereit. Ehe sie jedoch weiter zogen, fand Elendil ein Gewächs das im Süden als unnützes verschrien war und somit in keinem Kräutergarten vorkam. Doch Elendils Vater Turambar hatte es steht's bei sich gehabt und seinem Sohn geraten es ihm gleich zu tun, da man mehr damit tun konnte als die Luft verbessern. In den Richtigen Händen kann es leben retten, hatte er seinem Sohn gesagt. Den Rat seines Vaters befolgte er nun und nahm es mit. Ehe sich die Soldaten wieder auf den Weg machten.

Weitere zwei Tage vergingen ehe sie einen Kampfschauplatz erreichten. Überall lagen die Erschlagenen am Boden. Einige trugen Rüstungen aus Gondor, dem West-Reich. Der Boden war noch feucht vom vergossenen Blut, was darauf schließen ließ, das der Kampf noch gar nicht so lange her war. Elendil ließ den gesamten Platz nach überlebenden absuchen. Er selbst suchte nach Silmarien. Doch das einzige was er fand war Bilbos, Blattförmige Mantelspange. Elendils Gesicht verdüsterte sich als er den Wertvollsten besitz des Halblings in den Händen hielt. Wie stolz war der Hobbit immer auf diese Spange gewesen. Sein Vorvater Samweis Gamdschie, welcher angeblich über das Meer nach Valinor gefahren war, hatte sie einst mit einem Mantel von den Elben Loriens geschenkt gekriegt. Elendil fand sie neben einem Halsreif der mit Ketten, links und rechts mit Armreifen verbunden war. Doch sonst fehlte jede Spur von Bilbo und Silmarien. Weder fand man ihre Leichen noch sonst ein Zeichen über ihren verbleib.

Über zwanzig Männer waren auf dem Feld tot geblieben. Wer auch immer sie angegriffen hatte, er musste sie überrascht haben und sich dann schnell zurückgezogen haben. Viel zu schnell, selbst für die mindestens fünf berittenen die, die Breeländer gesehen hatten. Doch von den Pferden fehlte gleichsam jede Spur. Schließlich war es wieder Amars die Richtung bestimmen konnte in die, diese neuen Fremden sich zurückgezogen hatten. Sie waren nach Süd-Westen in Richtung des Waldes Eryn Vorn. Elendil hoffte wenn er in die Richtung zog würde er eine antwort auf seine Frage finden. Doch vorher lies er die Leichen bestatten und alles bergen was irgendwie zu gebrauchen war. Darunter eine große Zahl an Waffen und Kettenhemden. Schon bald glichen sie eher einer Karawane die gen Süden zog. Es dauerte nicht lange und sie wurden bemerkt.

Von einem Hügel aus erspähte sie ein Reiter und dieser Eilte schnell nach Süden und meldete die seinem Anführer. Dieser, Eoaden mit Namen, kam gerade aus seinem Zelt heraus als der Späher auf ihn zu kam und gar nicht erst absetzte.

„Mein Herr. Eine Größere Schar von Soldaten ist von Norden auf dem Weg hier her. Sie könnten in einem Halben Tag hier sein, wenn sie ohne Pause Marschieren." Die Meldung des Reiters ließ seinen Anführer aufhorchen. Waren das etwa Soldaten aus Gondor? Konnte er sich nicht vorstellen. Die Truppen Meneldirs konnten eigentlich nicht wissen das sie in Süd- Cardolan waren. Nicht nach dem sie die Sklavenhändler und ihre Eskorte vor einer Nächten niedergemetzelt hatten. Was sollte er nun tun? Es konnten womöglich Menschen aus dem Norden sein und wenn er jene von ihnen angriff hieß dass womöglich Krieg denn er mit etwa zweihundert Mann nicht führen konnte. Doch versammelte er seine Reiter, etwa fünfzig Mann, und ritt den Fremden entgegen.

Elendil und seine Männer sahen von fern, dünne Rauchsäulen aufsteigen, die nur von Lagerfeuern stammen konnten. Doch als sie darauf zu hielten, sahen sie einen Scharr berittener auf sie zukommen. Doch blieben sie außerhalb der Bogen reichweite stehen. Mit einem Handzeichen brachte er seine eigenen Männer zum stehen. Kurz darauf kam einer der Fremden Reiter auf die Arnorianer zu galoppiert und blieb vor Elendil stehen. Beleg stellte sich dichter neben seinen Freund und Heermeister denn der Reiter war ein Rohirrim das erkannte er schon beim ersten hinsehen.

„Gruß euch Rohirrim. Was tut ihr hier in Arnor?" Elendil trat vor und sah den Reiter ruhig, doch in seinem inneren war er bei weitem nicht so ruhig wie er sich nach außen hin gab. Der Reiter machte keinerlei anstallten abzusetzen und sah Elendil mit einem abschätzenden Blick an.

„Mein Anführer Eoaden wünscht zu wissen wer ihr seid und warum ihr euch soweit Südlich von Fornost befindet." Beleg rührte sich neben Elendil, doch hielt dieser ihn Zurück. Auch Elendil hatte vom Rebellen Anführer Eoaden gehört. Er hatte es geschafft eine eigene Reiterei auf die Beine zu stellen und beträchtlichen Schaden anzurichten. Doch schien die Lage in Gondor für ihn nun zu gefährlich geworden zu sein als das er noch länger dort bleiben konnte.

„Ich bin Elendil, Heermeister von Arnor und ich suche zwei Personen. Eine Beorningerin und einen Hobbit, ein Periannath wenn ihr es so wollt. Sie schienen" Der Bote hob nur leicht die Augenbrauen und schwieg eine weile. Es schien als müsse er überlegen was er sagen sollte. Doch nach einer weile brach er es wieder.

„Heermeister seid ihr, wirklich. Es stimmt wir haben in der tat vor einiger Zeit eine Gruppe Sklavenhändler und ihre Begleiter nieder gemacht. Doch sagt wer sagt euch das sie bei uns sind?" Nach dieser Frage lächelte Elendil nur. Er wusste dass der Reiter ihn ein wenig prüfen wollte.

„Ganz einfach wir haben ihre Leichen nicht gefunden und bevor ihr Fragt, wir haben etwas vom Halbling gefunden was für diesen von großem Wert ist. Doch reite zurück und sage deinem Anführer ich gedenke zwischen unseren Gruppen mit ihm zu sprechen." Als er das sagte lachte der Reiter ihn nur aus.

„Wirklich, warum sollte sich Eoaden dazu bewegen lassen sich mit euch zu unterhalten. Ihr seid mit Sicherheit kein Heermeister. Diesen Haufen hier kann jeder Räuberhauptmann vorweisen. Eure Männer tragen alle abgetragene Wappenröcke, doch ihr Elendil seht von der ganzen Bande einem Landstreicher am ehesten." Als der Reiter das sagte, verlor einer der Schwertkämpfer die Beherrschung und nur Elendils beherztes einschreiten verhinderte der Soldat mit seinem Schwert das Pferd abstach.

„Wie kann es dieser Strauchdieb nur so mit euch reden Herr? Wie kann er es wagen so mit einem Nachkommen Elessars I zu reden? Ihr der ihr laut den Worten der weißen Herrin sogar ein Anrecht auf den Thron habt." Elendil schüttelte nur den Kopf. Ihm war im Moment gleich was irgendeine seltsame Frau gesagt hatte, wenn sie auch für Elendils Geschmack zu viel wusste. Das Grinsen des Reiters welches sich gebildet hatte als der Soldat auf ihn losgehen wollte, erstarrte mit einem mal und wich Irritation. Der Mann welcher behauptet hatte Heermeister zu sein, war auch noch Erbe von Elessar I? Der Reiter machte mit einem mal kehrt und ritt zu Eoaden zurück.

Dieser hörte dem Reiter zu und dachte nach. Eine weiße Herrin? Seltsam. Kurz bevor er seine Männer und ihre Familien nach Arnor geführt hatte, war ihm im Traum eine Solche Frau erschienen und kurz nach dem sie die Grauflut hinter sich gelassen hatten, war sie persönlich zu ihm gekommen und hatte ihm gesagt, das der wahre Erbe Elessars in Arnor war. Wie passte das zusammen? Erst diese zwei Ereignisse, dann retteten sie einen Halbling und ein Mädchen aus den Händen von Gondors Sklavenhändlern und nun lief ihnen Elessars dritter Erbe, mit einer Scharr Soldaten förmlich in die Arme. Diesen Mann wollte er selbst in Augen schein nehmen. Denn wenn die alten Sprüche über die Könige stimmten musste er die Hände eines Heilers haben und den brauchte seine Gefährtin dringend.

„Sage ihm dass ich einverstanden bin mich in der Mitte des Gebietes zwischen uns zu treffen. Alleine und ohne Waffe." Der Bote nickte nach einigem zögern. Eoaden, entledigte sich seiner Waffen und ging zu Fuß bis ungefähr zur Mitte.

Der Bote indes zurück und teilte die Entscheidung seines Anführers mit. Die Männer Arnors rieten davon Ab sich mit dem Rebellenanführer unbewaffnet zu treffen, doch legte Elendil seinen Waffen ab und gab sie Elendil und ging auf Eoaden zu. In der Mitte der Fläche die ihre Gruppen trennte, standen sie sich zu nächst schweigend gegenüber. Elendil musterte seinen Gegenüber: Wie viele Rohirrim hatte auch Eoaden strohblondes Haar, einen Kinnbart und braune Augen. Zu dem waren er und Elendil etwa gleich groß. Somit konnte niemand auf den anderen Herab sehen. Einige zeit verging ehe Eoaden das Wort ergriff.

„Ich habe mir einen Erben Elessars immer anders vorgestellt. Ich dachte, ihr würdet nach der Beleidigung durch Hafaldir mit euren Männern sofort angreifen." Als der Rohirrim das sagte nickte Elendil. Genau das wäre die übliche Vorgehensweise von Elessar II und Meneldir gewesen. Doch Elendils Stolz war nicht so stark das er bei derartigen Beschimpfungen sofort zur Waffe griff.

„Das glaube ich euch, doch wie ich es bereits zu eurem Boten sagte, ich suche zwei Freunde. Einen Halbling und ein Mädchen aus dem Volk der Beorninger. Wenn sie bei euch habt last mich zu ihnen oder aber bringt sie zu mir." An seiner Stimme hörte Eoaden das Elendil ernsthaft besorgt um seine Freunde war. Die Beorningerin wahrscheinlich mehr als der Halbling, dachte sich der Rebellenanführer.

„Ihr sorgt euch um die beiden. Und ihr tut es zu recht bei dem Mädchen. Ihre Fänger sind nicht gerade sanft mit ihr umgegangen und mehr tot als lebendig war sie als wir schließlich von ihren Ketten befreiten. Unsere Heiler tun was sie können um sie am leben zu halten aber sie hat hohes Fieber." Als Eoaden das sagte, sah man ihm an das er tiefes, ehrliches Mitgefühl für Silmarien. Elendil aber wurde bleich und er sah neben sich auf das Gras. Er musste doch etwas tun können. Irgendetwas. Da vielen ihm wieder die Athelas Blätter ein die er sowohl in einem Büttel am Gürtel und in einer Tasche mit anderen Heilkräutern hatte die Beleg bei sich trug die Silmarien gehörte. Warum die Prinzessin Königskraut gepflückt hatte verstand Elendil nicht aber er brauchte diesen Beutel.

„Eoaden, lasst mich versuchen Silmarien zu helfen. Ihr werdet es nicht bereuen, das verspreche ich." Als er das sagte, grinste Eoaden nur säuerlich. Das ihm ein Gondorianer etwas versprach, war nicht das erste mal und in der Regel waren die Versprechen nicht eingehalten worden. Warum sollte es diesmal anders sein? Er wollte eine Gewährleistung haben das Elendil es ernst meinte? Weil ihm das Mädchen etwas bedeutete und weil er sich auf zwei dinge bei diesem Mann stützte, einmal sein gefühl das ihm riet diesem Mann zu trauen zum anderen war es der Rat der in weiß gekleideten Frau die ihm geraten hatte Elendil, zu vertrauen wenn er ihm in Arnor begegne.

„Euch geht es wohl wirklich um das Leben des Mädchens. Hört zu, ich gestatte euch mich mit allem was ihr braucht in mein Lager zu begleiten. Eure Soldaten dürfen zwar folgen, das Flüchtlingslager aber nicht betreten." Elendil verstand und nickte. Man wollte es nicht direkt zum Kampf kommen lassen und ein Faustpfand in der Hand haben um einen Angriff zu vermeiden.

„Gebt aber meinen Soldaten einen eurer Männer. Sie wollen sehr wahrscheinlich eine Sicherheit für meine Rückkehr." Als Eoaden das hörte nickte er langsam und kehrte zu seinen Männern zurück. Elendil tat es ihm gleich. Als er seinen Männern den Sachverhallt erklärte waren sie alle nicht damit einverstanden ihren Heerführer alleine in das Lager gehen lassen doch Elendil hatte seinen Entschluss gefasst. Beleg war gar nicht wohl bei dem Gedanken Elendil in der Hand der Rohirrim zu wissen doch genau so wenig wollte er Silmarien sterben lassen und wenn Galadriel recht behielt würde sich nun zeigen ob Elendil der wahre Erbe Aragorns war oder nicht.

Elendil ging, nach dem seine Männer Abmarsch bereit waren und den Kräuterbeutel an sich genommen hatte, zu Eoaden, welcher einen seiner treusten Männer zu Beleg und den Arnorianern schickte. Eher weniger damit ein Pferd frei wurde, sondern viel mehr weil es so ausgemacht worden war. Ohne ein Wort zu sagen stieg er auf und die ganze Reiterei setzte sich in Bewegung. Elendil ritt an der Seite von Eoaden und er bettete im stillen zu den Valar das er wirklich etwas ausrichten konnte, denn das Eoaden nicht gelogen hatte, hatte Turambars Sohn ihm angesehen.

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Weiter Nördlich auf einem Hügel, sah die einstiege Herrscherin von Lorien den Reitern und den ihnen folgenden Arnorischen Soldaten nach. Das Pferd neben ihr fraß etwas Gras und schenkte seiner Umgebung keine Beachtung. Seine Reiterin indes sah den Menschen nach.

„So kommt es wie es kommen muss, den von allen drei Häusern der Erben Elessars die es nun gibt wird nur das eure bestand haben.", sagte sie leise. Doch wandte sie sich ab und bestieg ihr Reittier, flüsterte ihm etwas ins Ohr und gleich darauf jagte der weiße Hengst in Richtung der Blauen Berge, den die letzte Elbe Mittelerdes gedachte die Zwerge auf zusuchen.

A/N: Warum Galadriel wieder in Mittelerde ist, wird später noch einmal ausführlicher beleuchtet.