Some Love, a Captain and a lovely Chaser Me

Kapitel 10: Glücklich bis zum Ende ihrer Tage

Mittlerweile war die gesamte Schule der Meinung, ich hätte was mit Flint, meine Freunde fetzten sich noch immer und dieses Mal war ich sicherer denn je – obgleich ich das schon seit einigen Jahren mit Sicherheit sagen kann – dass Oliver mich hasste. Ja, und es ist gerade mal Montag!

Um das mein Unglück abzurunden, versuchten mich die Lehrer in Hausaufgaben zu ertränken und das Spiel gegen Slytherin fand in zwei Tagen statt. Und wer war noch mal der Teamkapitän der Slytherins? Richtig. Irgendwie finde ich das alles nicht mehr lustig. Ich leide. Ernsthaft. Das Universum muss sich gegen mich verbündet haben. Alicia schien es zu amüsieren, dass ich bis zu Hals in Schwierigkeiten steckte. Noch ein Lachen aus ihrem Mund und ich werde ihr mal Schwierigkeiten machen. Wie auch immer, ich verliere schon wieder den Faden: Merlin macht mir das Leben schwer und ich mag keine Schwierigkeiten. Also nehmt euch vor mir in Acht.

Während ich darüber sinnierte, wie dreckig es mir ging, lag ich noch entspannt im Bett. Es war Viertel nach acht (Ü/N: oder Viertel neun) und ich lag noch im Bett. Um mich herum wuselten alle hin und her wie in einem Ameisenhaufen, aber das hätte mir kaum egaler sein können.

„Katie! Du liegst noch im Bett?! Komm, raus da! Du kommst zu spät zu Zaubertränke!" drängte Angelina und schubste mich doch tatsächlich aus meinem Bett.

„Wir haben Zaubertränke?" nuschelte ich, während ich mich vom Boden aufhiefte.

„Ja!" sagte Angelina, „Man müsste meinen, du hättest es mittlerweile mal mitbekommen, dass wir jeden Montagmorgen Zaubertränke haben."

„Nur weil du eine laufende Enzyklopädie Schrägstrich Stundenplan bist, heißt das nicht, dass wir alle so drauf sind." gab ich zurück.

Alicia lachte. „Das fällt dir jetzt erst auf, Katie? Angelina versucht doch permanent, mit Wissen zu prahlen. Sie macht dann immer einen auf unschuldig Oh ist mir eben gerade eingefallen, aber jeder weiß doch, das sie denkt, sie sei die Beste in allem. Eben ein wahres Sonnenscheinchen, unsere Angelina, oder?"

„Halt die Klappe oder ich verhex dich, klar?" zischte Angelina.

Alicia zog die Augenbrauen nach oben und drehte sich zu mir. „Was hab ich gesagt?"

Angelina zog ihren Zauberstab und richtete ihn auf Alicia. Alicia tat das gleiche, keinen Augenblick später.

Ich seufzte. „Ach, was soll denn das?! Lass mich in Ruhe damit. Es ist Montagmorgen! Hebt euch das für nach dem Mittagessen auf."

„Das geht dich nichts an, Katie." sagte Angelina gepresst, den Blick und Zauberstab

immer noch auf Alicia fokussiert. „Sie hat das schon seit langem verdient, ich will nicht mehr warten."

„Ich wünschte, es würde mich nichts angehen." meinte ich. „Aber ihr zwei seid meine besten Freunde und ich will nicht sehen, wie ihr gegeneinander kämpft. Ich wette, ihr wollt das eigentlich auch nicht. Nein, ich weiß, dass ihr es nicht wollt. Ihr solltet einfach miteinander darüber reden und einander zuhören, mal so zur Ausnahme. Ich bin sicher, ihr müsst nur verstehen, wie der andere das sieht, und dann könnt ihr auch wieder Freunde sein… Das gilt auch für Fred und George."

„Mit denen verschwende ich nicht meine Zeit." sagte Alicia. Sie steckte ihren Zauberstab weg und ging in Richtung Tür.

„Dann solltest du sie auch nicht mit mir verschwenden." sagte ich.

„Was immer es dir lieber ist." Sie öffnete die Tür und ging hinaus.

Ich sah Angelina an. Sie sagte kein Wort. Ich zog mir schnell etwas Ordentliches an.

„Ich verschwende nicht deine Zeit?" flüsterte Angelina plötzlich.

Ich sah überrascht hoch.

„Ich verschwende nicht deine Zeit, oder, Katie? Bitte. Du bist die einzige, die ich noch habe." Tränen rollten über ihre Wangen, sie setzte sich auf ihr Bett.

Ich kam zu ihr und umarmte sie. „Natürlich nicht, mit dir zusammen ist keine Minute verschwendet, Angie. Uns kriegt nichts auseinander, das weiß du doch, oder?"

Angelina nickte. „Nur früher dachte ich, bei Alicia und mir wäre das genauso."

„Vermisst du sie?"

Angelina zog die Schultern hoch. „Arrr, wem mach ich da was vor? Ja sicher vermiss ich sie. Ich vermisse auch Fred und George."

„Das dachte ich mir." meinte ich. „Mach dir keine Sorgen, Ang. Das kriegen wir schon wieder hin. Sie vermissen dich auch, das weißt du."

„Klar, bestimmt." sagte Angelina in einem sarkastischen Ton.

„Das tun sie. Glaub mir. Steh auf, wir müssen los. Wir kommen jetzt schon zu spät zu Zaubertränke." Wir standen auf und machten uns auf den Weg. Die Kerker warteten auf uns. Das Schicksal begünstigte uns, denn wir trafen im gleichen Moment wie Snape ein. Ich hatte gehofft, noch schnell mit Fred reden zu können, aber Snape gab sofort Instruktionen für einen Trank, von dem ich noch nie gehört hatte, und meine Chance war verstrichen. Nach ungefähr einer Stunde öffnete jemand die Kerkertür. Jeder sah hoch. Oliver stand in der Tür.

„Ich habe eine Nachricht von Professor McGonagall für Sie, Professor." sagte er und übergab Snape ein Blatt Pergament. Snape überflog es.

„Sie wollen ihre Quidditchspieler mitnehmen." sagte Snape sanft. „Sind Sie sicher, dass Sie nicht eigentlich nur Ihre kleine Freundin Miss Bell aus dem Unterricht entführen wollen?"

Oliver lachte. „Ich denke, da haben Sie etwas falsch verstanden, Sir. Bell ist nicht meine Freundin. Glücklicherweise. Sie wildert eher in Ihrem Lager und trifft sich mit Marcus Flint.

Mir klappte die Kinnlade runter. Hatte er das gerade wirklich gesagt? Zu Snape?

Snape zog eine Augenbraue hoch. „Tut sie das? Na, das wird wohl kaum lange halten. Bell kann sicher nicht gut damit umgehen, im Spiel zu verlieren. Dieses Quidditchmatch Ihrer Mannschaft kann ja mal ausnahmsweise interessant werden, Mister Wood."

„Das wird sich zeigen." gab Oliver zurück. „Weasley´s, Johnson, Spinnet, Bell. Mitkommen."

Ich folgte ihm, bereit ihm vor der Tür kräftig in den Hintern zu treten. Als Oliver die Tür geschlossen hatte, brüllte ich los.

„Wood! Was zur-"

„Bitte, Bell. Lass gut sein. Jetzt alle mir nach."

Ich war so wütend auf ihn und musste ihm trotzdem hinterher trotten wie ein Vollidiot.

„Du gehst echt mit Flint, Katie?" Fred war neben mir aufgetaucht.

„Natürlich nicht. Aber gut, dass du da bist, Fred, ich wollte eh mit dir reden."

„Gestehst du mir endlich deine endlose Liebe?" fragte Fred.

Ich lachte. „Nein, nicht ich….Hör zu. Angelina vermisst dich. Hat sie mir vorhin gesagt!"

„Was – ernsthaft?"

Ich nickte. „Sicher nicht aus Spaß."

„Das ist toll! Aber ich dachte, sie – Ach, egal, sie vermisst mich! Ich danke dir Merlin! Und dir auch, Katie!"

„Für was?" fragte ich.

„Wie bitte?" erwiderte Fred verwirrt.

„Du hast gerade Merlin gedankt." sagte ich ungläubig.

„Ja, natürlich. Ich und Merlin sind die besten Kumpel. Danke mein Freund!" Er blickte ergeben an die Kerkerdecke, als würde Merlin da schweben.

„Hör mir bloß auf mit dem!" schimpfte ich. „Dank ihm nicht. Der bringt nichts als Ärger!" Bevor ich mich noch weiter Merlin auslassen konnte, öffnete Oliver eine Tür und begann zu sprechen.

„Bitte eintreten!"

Wir gingen rein und ich verschluckte mich beinahe vor Schreck. Da war…naja…da war ein Quidditchfeld im Zimmer: Klingt seltsam? War es auch. Nicht so groß wie ein Originalfeld, dafür mit kleinen Nachbildungen der Spieler auf ihren Besen. Harry wartete schon auf uns.

„Heute reden wir über die Taktik." verkündigte er.

Alicia stöhnte. „Deswegen sind wir hier? Nicht das ich mich beschweren würde, alles wäre mir recht, um aus Zaubertränke raus zu kommen, aber wir kennen die Taktik. Das ist auch wirklich wunderschön hier alles, und das Haar von meiner Figur sieht großartig aus, aber du hast uns schon Millionen Mal erzählt, wie wir es angehen werden."

„Na dann." erwiderte Oliver. „kann einmal mehr auch nicht schaden."

Ich musste loslachen, und Oliver schenkte mir einen Blick. Ich versuchte augenblicklich mein Prusten zu unterdrücken. Das Team guckte uns an.

„Ähhh…erzähl ruhig weiter." sagte ich viel zu schnell an Oliver gerichtet.

„Jaaa…Richtig. Werde ich." sagte Oliver, der mich immer noch anstarrte. Nach einem gefühlten Tag schaute er endlich weg und begann wieder zu sprechen. Von da an hörte er für eine geschlagene Stunde nicht mehr mit dem Reden auf und entließ uns danach Gott sei Dank wieder in den Unterricht. Ich beobachtet, wie Fred auf Angelina zusteuerte.

„Kann ich mal kurz mit dir reden?" fragte er sie.

„Hmm…Ja, ich denke schon." Angelina wandte sich noch kurz zu mir, nur damit ich sie breit – die Daumen nach oben – angrinsen konnte. Ich nahm die Daumen dann aber sehr schnell wieder runter. Das ist eigentlich eine Flachmaten-Geste, die man nie länger als nötig in der Öffentlichkeit zeigen sollte. Warum hab ich das überhaupt gemacht? Angelina und Fred gingen zurück in den Raum, den wir gerade verlassen hatten und ich spazierte mit George und Alicia zu unserer nächsten Stunde, Pflege magischer Geschöpfe. Hagrid hat immer Verständnis für Verspätungen aufgrund von Beziehungsproblemen.

Moment mal. Wenn ich Hagrid schon Fred und Angelinas Fehlen erklären muss, warum dann auch nicht gleich das von George und Alicia. Ich sah mich um. Alicia. George. Besenschrank. Kräftige Katie. Zauberstab. Brillant.

Ich öffnete die Tür zum Besenschrank. George und Alicia sahen mich an, als hätte ich einen an der Waffel. Ich schnappte sie an ihren Roben und schmiss sie in die Kammer. Ich verschloss die Tür magisch und musste lachen.

„Katie!" kreischte Alicia. „Was fällt dir ein?!"

Ich musste noch viel lauter lachen.

„Katie! LASS UNS SOFORT RAUS!" brüllte George.

„Ich werdet mir so dankbar sein, wenn ihr erstmal wieder draußen seid. Viel Spaß…" Ich machte mich auf den Weg zu Hagrid, mehr als zufrieden mit mir selbst. Ich konnte die zwei fast bis raus aus dem Schloss hören. Ein Problem gelöst.

An diesem Abend saß ich vor den Kamin im Gryffindorgemeinschaftsraum umgeben von zwei brandneuen Pärchen. Fred hatte all die Dinge zu Angelina gesagt, die er vor ein paar Tagen mir in der Großen Halle erzählt hatte. Natürlich war Angelina ganz hin und weg. Alicia und George waren tatsächlich dankbar, dass ich sie im Besenschrank eingeschlossen hatte. Darin gefangen hatten sie gar keine Wahl, als sich auszusprechen und vielleicht noch ein paar andere Dinge zu tun…

„Katie, du bist die beste." sagte George. „Nur dank dir sind wir jetzt alle wieder Freunde."

Ich zuckte verlegen mit den Achseln. Ich fühlte mich irgendwie verloren zwischen all den Paaren. Wie das fünfte Rad am Wagen.

„Unter Leuten und doch allein, was?" flüsterte mir jemand ins Ohr. Für einen Moment dachte ich – vielleicht hoffte ich es sogar – es sei Oliver, aber als ich mich umdrehte, sah ich Lee Jordan.

„Soll ich dir Gesellschaft leisten?" fragte er.

Ich lächelte ihn an. Wir hatten schon lange nicht mehr miteinander geredet. Eigentlich waren wir mal gute Freunde. Dann wurden wir ein wenig mehr, aber nachdem wir Schluss gemacht hatten, war es nicht mehr wie vorher. Er setzte sich zu mir.

„Alte Liebe rostet nicht." grinste George uns an.

„Nicht wenn es nach Wood geht, würde ich sagen." meinte Lee und nickte zu Oliver in Zimmerecke. „Er sieht ziemlich wütend aus."

Wir guckten alle zu Oliver. Als er aufsah und 12 Augenpaare ihn anstarrten, setzte er sich schnell zu einem Freund einen Tisch weiter.

„Er ist so ein Idiot." sagte ich und meinte es eigentlich nicht so. Er hatte sich ziemlich blöd verhalten in den letzten Tagen, aber trotzdem. „Er ist nicht eifersüchtig. Er erzählt Flint jetzt bestimmt, ich würde mit Lee gehen, nur um wieder einen Streit vom Zaun brechen zu können."

„Ja, vermutlich." stimmte Angelina zu. Aber ich sah auch, wie sie den anderen zuzwinkerte.

Die nächsten Tage vergingen wie im Flug und bevor ich mich richtig darauf einstellen konnte, war auch schon der Tag unseres großen Spiels gekommen. Ich war nervös. Richtig, richtig nervös. Und das nicht nur wegen dem Spiel an sich: Wood und Flint würden aufeinander treffen. Ich überhörte schon zwanghaft die Leute, die mir Glück wünschten und wollte überall anders sein, nur nicht auf dem Quidditchfeld. Warum können wir den Tag nicht einfach aus dem Kalender streichen? Ich saß am Frühstückstisch und starrte ins Müsli, ohne es zu essen, als Oliver aufstand.

„Okay Team, auf geht's." Ich denke, er hatte wirklich versucht hoffnungsvoll und stark zu klingen, es ist nur nicht ganz so rübergekommen. Das störte die restlichen Gryffindors reichlich wenig, die „Sieg" schreien und klatschten. Wir gingen in unsere Kabine und ich zog mich in Zeitlupe an. Oliver hatte überraschenderweise diesmal keine Aufmunterungsrede für uns, sondern wünschte nur viel Glück und stritt als erster aufs Feld. Lee stellte wahrscheinlich zum hundertsten Mal die Mannschaft vor und ein großer Teil des Publikums verfiel dabei in frenetischen Jubel. Mir wurde so schlecht, dass ich schon fürchtete, mich auf dem Rasen zu übergeben. Und wenn ich mich so umsah, ging es nicht nur mir so. Die Slytherins warteten schon vollzählig auf dem Feld. Flint lächelte mich dreckig an. Oliver sah das und ging zu mir.

„Solltest ich sehen, wie du dich lieber mit deinem Liebhaber oder was auch immer beschäftigst, als mit dem Spiel, fliegst du schnell aus dem Team, als du Quidditch sagen kannst, klar?" zischte er.

Ich nickte lediglich. Mich aus dem Team werfen. Als ob. Der brauch mich viel zu sehr.

„Kapitäne, schüttelt euch die Hände."

Flint und Oliver versuchten einander die Hände zu brechen, wie immer. Flint flüsterte etwas in Olivers Ohr und ich wünschte, ich wüsste, was es war. Doch plötzlich begann das Spiel. Der Pfiff ertönte, wir schossen in die Höhe und schon hatte ich den Quaffel in der Hand. Ich warf ihn zu Alicia. Flint flog auf mich zu und ich drehte ab. Er verfolgte mich.

„Was ist, Bell?" brüllte er. „Angst?" Ich ignorierte ihn, fing denn Quaffel von Angelina und traf genau durch den rechten Ring.

„Das hättest du abblocken müssen, Flint." sagte ich mit dem süßesten Lächeln auf den Lippen.

„Was hab ich gesagt, Bell!!!" schrie mich Oliver von der anderen Seite des Spielfeldes an.

„Ich hab gerade ein Tor gemacht, du solltest dich eher mit mir freuen!" brüllte ich zurück. Flint flog fort und ich hatte endlich Freiraum. Olivers Blick lag immer noch auf mir, aber er sah nicht mehr wütend aus. Eher…begeistert. Ein Slytherinspieler raste auf unsere Tore zu und Oliver sah noch immer zu mir.

„OLIVER!" schrie Angelina, doch zu spät. Der Slytherin punktete ungehindert.

Ich flog zu Oliver. „Was war das denn?" fragte ich leicht in Rage.

„Sorry...ich war abgelenkt. Hol dir den Quaffel. LOS!"

Ich seufzte und flog dem Quaffel hinterher. Oliver konnte sich scheinbar kaum konzentrieren und ließ beinahe jeden Quaffel durch. Es stand mittlerweile 100 zu 40 gegen uns und ich wurde langsam aber sicher panisch.

„Was ist denn bloß mit ihm?" fragte mich Alicia, als sie neben mir schwebte.

„Keine Ahnung. Aber Harry sollte besser bald den Schnatz fangen, sonst haben wir ein Problem." Kaum hatte ich den Satz ausgesprochen, spielte das Publikum verrückt. Ich sah nach oben und dort Harry – mit dem Schnatz in der Hand! Ich und Alicia begann zu kreischen und fielen einander um den Hals. Wir flogen zu Boden und Harry bekam die wohl brutalste Gruppenumarmung der Welt. George und Fred trugen ihn auf ihren Schultern aus dem Stadion, umringt von einer feiernden, singenden Menge. Jemand legte mir die Hand auf die Schulter.

„Katie…können wir reden?" fragte Oliver, als ich mich umwandte.

Also ein klein wenig überrascht war ich schon. „Was jetzt? Wollen wir nicht lieber zur Party gehen?"

„Bitte." Oliver sah schon fast verzweifelt aus, deshalb stimmte ich zu.

Wir gingen in unsere Kabine. Oliver setzte sich auf eine der Bänke und legte den Kopf in die Hände.

„Warum Flint, Katie? Warum? Du hast so viel Besseres verdient." Er sah auf und blickte mir tief in die Augen. „Ich ertrag es nicht, allein der Gedanke…."

Ich war geschockt. Mehr als geschockt, ich konnte nicht reden, mich nicht mal bewegen. Oliver begann erneut zu sprechen.

„Weil…" flüsterte er so leise, dass ich ihn kaum hörte. Er holte tief Luft. „ich in dich verliebt bin."

Mittlerweile kam es mir so vor, als würde ich nicht mal mehr atmen. Was hatte er gerade gesagt?

„Ich kann nichts dagegen tun." sagte er beinahe trotzig. „Es ist schon so, seit ich dich das erste Mal gesehen habe."

„Nein." Ich schüttelte heftig den Kopf. „Das kann nicht wahr sein! Du hasst mich! Du hast mich immer gehasst!"

„Ich hab dich nie gehasst." sagte Oliver. „Ich wusste nur nicht, wie ich damit umgehen sollte. Es war einfacher, mich wie ein Vollidiot zu benehmen, wenn du in der Nähe warst. Ich war gemein zu dir, aber es hat keinen Spaß gemacht, hat es nie. Ich wollte nicht, dass du wütend oder traurig deswegen bist. Ich wollte nicht, dass du mich hasst. Aber…" Oliver verweilte einen Moment. „Jetzt tust du es."

„Tu ich nicht-"

„Nein, bitte lass mich ausreden!" unterbrach mich Oliver. „Diese blöde Masche ist die letzten sechs Jahre so für mich gelaufen. Keiner wäre ja auf die Idee gekommen, dass ich dich nicht hasse…Aber dann letzten Sommer hat sich etwas verändert. In mir. Das ist mein letztes Jahr in Hogwarts. Ich werde gehen, du nicht. Mir wurde klar, dass es nicht ewig so weiter geht, dass du nicht mehr in meiner Nähe sein wirst. Aber das Jahr hat begonnen und es war alles so wie immer. Du hast mich gehasst und ich hab so getan, als würde ich das auch tun." Er seufzte schwach. „Und dann kam David." fügte er resigniert hinzu.

„David?" fragte ich verwirrt. „Was hat er denn damit zu tun?"

„Naja alles eigentlich. Man hat ja schon im ersten Moment gemerkt, dass du ihm total verfallen bist. Und mit der Aussicht dahin, dass er sicher auch an dir Gefallen finden würde….Ich bin wirklich nicht stolz darauf…Hab ich mich mit ihm angefreundet und ihm von meinen Gefühlen erzählt und zusammen haben wir dann einen Plan gemacht…"

Einen Plan?" fragte ich, obwohl ich mir nicht sicher war, ob ich es hören wollte oder nicht. Das klang alles so unwirklich. Aber ich sah in seine Augen und wusste, dass er es alles so meinte, wie er es sagte.

„David wollte mir helfen. Weil du unübersehbar in ihn verliebt warst, haben wir eine Freundin für ihn erfunden. Du hast ihm diese Freundin in Beauxbatons abgenommen und es tut mir so leid, dass es dich verletzt hat. Ich hätte es dir beinahe gebeichtet, aber ich konnte einfach nicht. David meinte dann, wir sollten alle zusammen nach Hogsmeade gehen. Er würde sich schnellstmöglich verkrümeln und die Dinge würden dann schon ihren Lauf nehmen….aber naja, das ging ja ziemlich schief."

Ich war zu baff, um auch nur ein Wort zu erwidern.

„Ich habe dein Gespräch mit Alicia und Angelina über den Brief mitbekommen. Mir kam es seltsam vor, dass jemand dich treffen wollte, der noch nicht mal seine Identität preisgeben wollte. Ich bin dir gefolgt, und hatte absolut recht damit. Als ich dich dann weinen sah, hat es mir fast das Herz gebrochen. Ich konnte mit all den Gefühlen nicht umgehen, deswegen musste ein unschuldiger Baum im Verbotenen Wald leiden." Er lächelte traurig.

„Ich kann noch nicht mal sagen, warum ich dir das alles erzähle… Du musst mich für einen Vollidioten halten! Du bist mit Flint zusammen und ich bin nur…"

Ich bemerkte, dass mein Mund schon seit geraumer Zeit offen stand. „Ich bin nicht mit Flint zusammen."

Olivers Blick durchbohrte mich förmlich. „Wie bitte?"

„Ich bin nicht mit Flint zusammen." wiederholte ich. „Und ich halte dich auch nicht für einen Idioten. Ganz im Gegenteil sogar. Ich denke, ich verleugne schon eine Weile die Wahrheit vor mir selbst – wer hätte gedacht, dass ich das je sagen würde… Oliver, ich fühle wie du. Der einzige mit dem ich zusammen sein will, bist du."

Nun hing ihm die Kinnlade runter. „Wirklich?" fragte er hoffnungsvoll.

Ich lächelte ihn an und legte meine Arme um seinen Nacken. Es war ein Kuss, als gebe es kein Morgen. Da war ich, in der Gryffindorumkleidekabine, und knutschte meinen ehemals größten Feind auf Erden fast bewusstlos. Und es fühlte sich so richtig an. Die schlechten Tage waren definitiv vorüber.

Ich liebe Oliver Wood. Und die ganze Welt soll es wissen.

ENDE

Ü/N: Ich krieche im Staub vor euch…ehrlich, es ist einfach zu viel dazwischen gekommen. Nicht zu sprechen von der Tatsache, dass dieses Kapitel mehr als doppelt so lang ist, wie die davor. Sie haben sich doch noch gefunden, wie zu erwarten war. Wieder muss ich der Wahrheit Gerechtigkeit zollen: ja ich habe gekürzt und umgeschrieben…Es war zuviel Kitsch für eine kleine, unschuldige Milva. Oliver hat geheult und Katies Clique hat applaudiert, als es zum finalen Kuss kam. Ich konnte das nicht schreiben, es tut mir leid. Für alle, die dieses Übermaß ertragen: Ihr findet das Original in meiner Favoritenliste. Das war s. Ich hoffe, ihr hatte Spaß. Ich hatte ihn. Vielen Dank für die Reviews.