So, heute ein "kurzes Häppchen" für Zwischendurch. Kara ist dankbar, für das, was Lee auf Caprica für sie getan hat. Und wie wir ja wissen, ist sie alles andere als ein "talker", sie lässt sich also etwas anderes einfallen...
So a very short one for today. This "Between the lines" chapter is dealing with Kara being very grateful for Lee and what he's done down on Caprica for her. As we already know, Kara is not much of a "talker", so she has other things in mind to express, how she's feeling. Enjoy.
Between the lines ~ Dogtags
Lee fragte sich, ob dieser Wahnsinn irgendwann einmal zur Normalität werden würde. Detonationen füllten das All vor ihm. Die Handgriffe im Cockpit saßen, der Schuss durch die Rampe war längst Routine – aber der Kampf auf Leben und Tod würde für ihn nie zur Routine werden. Mit jedem Angriff der Zylonen schien die Hoffnung unter den verbliebenen Menschen zu sinken, die Hoffnung auf eine bessere Zukunft, auf ein Leben in Frieden und Freiheit, nicht auf einem Raumschiff, sondern auf einem Planeten, mit echter Luft, mit Bäumen, Bächen, Stränden und Meeren. Und mit nahezu jedem Angriff der Zylonen wurde dieser Rest Menschheit noch kleiner. Wie schwarz ein Tag war, zeigte sich erst bei der Rückkehr auf dem Hangardeck. Nur selten schafften es alle Piloten zurück – manchmal gingen auch ganze Schiffe der zivilen Flotte in Flammen auf, wie zuletzt die Pixis.
Zwei Wochen. Zwei Wochen hatten die Zylonen sie in Ruhe gelassen. Seitdem sie von der Rettungsmission auf Caprica zurückgekehrt waren, war dies der erste Angriff der Feinde. Wer sich schon in Sicherheit gewogen hatte, war voreilig gewesen. Da waren sie wieder – out of nowhere. Und das gleich zu Duzenden. Das Ziel konnte wieder einmal nur heißen: Stellung halten, so lange bis alle Schiffe gesprungen waren. Ein Sieg, ein tatsächlicher Sieg, war unmöglich.
„Noch zehn Schiffe…", hörte er die Stimme von Felix Gaeta. Sie hatten es fast geschafft.
„Roger Galactica", antwortete Lee. Er hatte sich recht gut von der Schusswunde auf Caprica erholt. In diesem Moment war er ohnehin vollgepumpt mit Adrenalin, so dass er an mögliche Wehwehchen in seinem Rücken keinen Gedanken verschwendete. Den Streifschuss am Arm spürte er jedoch noch immer. Er schob das schmerzhafte Ziehen innerlich beiseite, versuchte nicht daran zu denken, dass er ohne Freigabe von Dr. Cottle und damit vielleicht doch zu früh wieder zurück in seine Viper gestiegen war. Jetzt war nicht die Zeit darübernachzudenken. Der Arm musste herhalten. Period.
„Kat, HotDog ihr nehmt Euch die Bande auf sechs Uhr vor, Starbuck wir kümmern uns um die direkt vor uns…"
„Roger that Apollo", antworteten Kat und HotDog wie aus einem Mund und änderten augenblicklich ihren Kurs. Die ihnen zugeteilten anderen Piloten folgten.
„Das ist aber die Mehrarbeit für uns…", gab Kara zurück. Die „Bande auf sechs Uhr", wie Lee es genannt hatte, bestand aus etwa sechs zylonischen Jägern, die der Flotte inzwischen gefährlich nahe gekommen waren, die direkt vor ihnen zählte mindestens das Doppelte.
„Tut dem Highscore gut…", meinte Lee.
„Ich dachte wir zählen nicht?"
„Tun wir auch nicht…"
„Besser so. Ich hab nämlich eben nicht mitgezählt…zu Deinem Glück. Ich hatte mehr."
„Easy, easy Starbuck. Und außerdem, Du erinnerst Dich, wenn einer von uns Schießtraining braucht, dann bist das Du…", Lee konnte sich ein vorsichtiges Schmunzeln nicht verkneifen. Ja, sie war die bessere Pilotin, aber er definitiv der bessere Schütze.
„Warte Du nur, bis Du gelandet bist…", kommentierte Kara und ließ einen zylonischen Jäger direkt vor ihnen in Flammen aufgehen: „Und? Zufrieden?"
„Nicht schlecht", gab Lee zurück. „Gibt aber noch mehr Übungsmaterial heute…"
Commander Adama hörte die Konversation zwischen CAG und lead pilot über den Funk im CIC mit. Es überraschte ihn ihmmer wieder, dass Starbuck und Apollo selbst in solch aussichtslosen Kämpfen noch die Zeit dafür fanden, ohne dass ihre Konzentration in irgendeiner Weise darunter zu leiden schien. Fast schon im Sekundentakt wurden die roten Punkte auf dem DRADIS-Monitor weniger. Vielleicht brauchten sie aber auch gerade diese Leichtigkeit, um nicht gänzlich die Hoffnung auf einen guten Ausgang zu verlieren.
„Noch vier Schiffe…"
„Ihr habt's gehört Leute – keep going. Wir schaffen das…", Lee versuchte motivierend zu klingend, auch wenn die feindlichen Reihen vor ihm sich nicht wirklich gelichtet hatten. So ein zylonischer Basisstern war wie der Kopf einer Hydra. Schlug man der Hydra den Kopf ab, wuchsen zwei neue nach. Und hier: Schickte man einen Jäger nach Download City, spuckte der Basestar mindestens zwei neue aus.
Starbuck hatte gerade den nächsten Jäger erledigt. Ihre Viper strauchelte kurz, als ein abgesplittertes Wrackteil ihre Maschine streifte. Aber Starbuck wäre nicht Starbuck, hätte sie ihre Viper nicht im Augenblick der drohenden Gefahr zur Seite geworfen und sie dann schnell wieder auf Kurs gebracht.
„Bist Du okay, Starbuck?", Lee hatte für einen kurzen Augenblick den Atem angehalten. Das Wrackteil war nicht sonderlich groß, aber auch ein kleines Stück konnte großen Schaden anrichten, wenn es nur die richtige – oder besser die falsche – Stelle traf.
„Ich glaube schon. Soweit scheint alles zu funktionieren", gab diese zurück.
Lee breathed a sigh of relief.
Ihm war als spürte er das Metall seiner Pilotenmarke an seiner Brust – selbst durch den Anzug. Und er glaubte, es noch nie so intensiv gespürt zu haben, wie an diesem Tag.
Two hours earlier…
Lee saß in seinem Büro. Ein Büro, das von Raumgröße und Ausstattung her eher einer Abstellkammer glich, aber immerhin hatte er überhaupt eines. Ein wackeliger Schreibtisch, ein Hocker ohne Lehne und eine Kiste für seine Unterlagen, aber es erfüllte seinen Zweck. Sein Vater hatte ihm versprochen, sich um ein ordentliches Zimmer für ihn zu kümmern, aber das hatte scheinbar noch nicht die von Lee gewünschte Prioritätsstufe erreicht. Dr. Cottle hatte ihm wegen seiner Schussverletzung zwei Wochen Flugverbot erteilt. Damn, wie er es hasste. Zwischendurch sah sich Lee in paperwork ertrinken. Und er machte sich Gedanken um Kara: Weil der CAG nicht fliegen konnte, machte sie eine Doppelschicht nach der anderen. Sie flog Patrouille und stand anschließend sofort im Briefing Room zur Unterweisung der anderen Piloten, gab Theoriestunden und Trainingseinheiten mit den nuggets. Jedesmal, wenn sie ihm ihre Berichte brachte, versuchte sie ihre dunklen Augenringe wegzublinzeln, wegzulächeln. Den anderen mochte es vielleicht nicht auffallen – Starbuck war taff, robust, und wenn sie übermüdet war, dann vielleicht noch ein bisschen leichter reizbar als sonst. Aber weil das für die meisten auf diesem Schiff nichts Neues war, dass Starbuck auch wegen Lapalien aus der Hose springen konnte, schien es niemand mit ihrem Arbeitspensum in Verbindung zu bringen. Sie dunklen Augenringe hielt man in der Mehrheitsmeinung wohl eher auch für die Ergebnisse einer durchzechten Nacht – aber er merkte es. Lee sah es, ganz deutlich: Kara kam an ihre Belastungsgrenze, auch wenn sie es nicht wahrhaben wollte. Und wenn sie es niemals zugeben würde. Schwäche? Ein Wort das im Vokabelschatz einer Kara Thrace nicht vorkam. Und er würde das ändern. Morgen würde er wieder in seine Viper steigen. Diesen Deal hatte er mit sich selbst geschlossen, nicht mit Dr. Cottle. Sein Arm schmerzte nicht mehr schlimm. Er konnte ihn normal bewegen – meistens jedenfalls. Am Tag zuvor hatte er mit Helo erstmals wieder seit dem Schuss ein paar Gewichte gestemmt. Das war ganz gut gegangen. Kara hatte er nichts davon gesagt. Sie war seltsam fürsorglich seit dem Zwischenfall auf Caprica. Nicht biestig, kein böses Wort hatte er seitdem von ihr gehört. Sie hatte sich nicht beschwert. Nicht über die Mehrarbeit, nicht über ihre nuggets. Ja, sie verhätschelte ihn fast. Anfangs hatte sie ihn noch nicht mal das Tablett in der Mensa tragen lassen.
Er würde nicht sagen wollen, dass er es ausnutzte, aber er genoss es, von Kara umsorgt zu werden. Ganz ohne Zweifel.
Die Tür hatte sich geöffnet. Sie und weiteres paperwork hatte Lee gedacht. Er musste sich nicht umdrehen. Er wusste, dass sie es war. Sie würde ihm einen Stapel Papier auf den Tisch legen, sich selbst auch auf den Tisch setzen – weil kein zweiter Stuhl oder wenigstens Hocker in diesem Raum war. Auch so ein Manko, das er noch beseitigen sollte. Sie würde fragen, wie er den Tag in „seiner Brig", wie sie es nannte, verbracht hatte, würde ihn mit ein paar neckischen Bemerkungen aufmuntern und dann würden sie gemeinsam in die Mensa gehen. So war es bisher gewesen. Aber an diesem Tag war etwas anders. Wo blieb der schwungvoll hingeklatschte Papierstapel?
Sie war hinter ihm stehengeblieben. Ihm war, als hörte er sie in einer Tasche kramen und im nächsten Moment spürte er etwas Kaltes um seinen Hals.
„Überraschung, Apollo", Kara's Stimme klang heiter, ein bisschen aufgeregt, vielleicht auch ein bisschen nervös. Er griff sich an den Hals und blickte auf seine Pilotenmarke. Kara hatte sie ihm noch auf der Krankenstation nach ihrer Rückkehr von Caprica abgenommen, was sie damit wollte, hatte sie ihm nicht gesagt. Er hatte schon vor ein paar Tagen danach fragen wollen. Dann waren ihm Dee und Gaeta dazwischen gekommen und er hatte wieder darauf vergessen.
„Entschuldige, hat ein bisschen länger gedauert, aber ich hab Tyrol's Hilfe gebraucht und der hat tagelang das richtige Werkzeug nicht gefunden…", meinte sie mit einem entschuldigenden Lächeln auf den Lippen.
Lee starrte noch immer auf die Marke, es war seine, und doch nicht. Ein Zickzack-Muster ging durch ihre Mitte. „Der Chief sagt, für die Flanken einer Viper braucht er solches Feinwerkzeug nicht, deswegen hatte er es nicht zur Hand…", Kara stand noch immer hinter ihm, hatte ihre Hände inzwischen auf seine Schultern gelegt. Sie beobachtete über seinen Kopf hinweg, wie er die Marke zwischen seinen Fingern drehte und wendete. Lee musste schmunzeln. Wo würde das mit ihnen beiden noch hinführen? Auf der Rückseite seiner Marke stand nicht mehr „Adama" sondern „Adace", mit einem kaum sichtbaren Bruch zwischen „a" und „c". Er ging davon aus, dass auf ihrer Marke nun „Thrama" stehen musste, mit einem ähnlichen Bruch in der Wortmitte.
Sie hatte ihre beiden dogtags mit Hilfe von Chief Tyrol auseinander geschnitten und neu zusammengesetzt – Starbuck und Apollo, Lee Adama und Kara Thrace – two halfs of one.
Mit einer schnellen Bewegung griff er an Kara's Hüfte und zog sie auf seinen Schoss. Sie legte ihr Arme um seinen Hals – und lächelte. An ihrer Brust baumelte ihre Pilotenmarke. Sie hatte denselben zickzack-förmigen Riss durch die Mitte. Lee hatte bisher kein Wort gesagt. Aber er merkte, dass Kara unconfortable wurde. Sie erwartete etwas von ihm. Eine Reaktion, egal welche. Aber Lee wusste nicht so recht, was er sagen sollte. Gab es Worte für das hier?
„Ich dachte, es ist an der Zeit, das endlich mal offiziell zu machen", sagte sie kleinlaut und versuchte doch selbstsicher zu wirken. Irgendwie mochte ihr das gerade nicht gelingen.
„Keine Starbuck ohne Apollo und kein Apollo ohne Starbuck", flüsterte Lee.
Kara nickte: „Lee … ich …", ihre Stimme brach ab. Lee wusste, dass das mit den Gefühlsbekundungen nicht so ihre Sache war. Eine Kara Thrace zeigte keine Emotionen, zumindest keine weichen. Fäuste ja, Tränen nein. Und er wusste, dass er von Glück reden konnte, wenn sie ihn am Ende nicht doch noch ohrfeigen oder einfach abhauen würde.
Trotzdem versuchte er es: „Ja, Kara …"
„Unsere dogtags … ich weiß, das ist nicht genug … nichts ist genug für das, was Du auf Caprica für mich getan hast, aber ich … ich hatte das Bedürfnis, es irgendwie zu manifestieren", sie biss sich auf die Unterlippe. Unsicher. Sie war unsicher. Lee spürte die Veränderung in ihr sofort. War sie bis gerade eben locker und legere auf seinem Schoss gehockt, merkte er jetzt, wie ihr ganzer Körper sich anspannte, verkrampfte. Was dachte sie eigentlich von ihm? Von ihm, der ihre beiden Namen in die Seitenwand des Hangardecks gebrannt hatte, nachdem sie ihm das Leben gerettet hatte? Dachte sie allen Ernstes, er würde sie auslachen? Er würde sie nicht verstehen? Würde nicht verstehen, was sie ihm damit sagen wollte? Wann würde sie endlich lernen, dass sie ihm auch in denkendem Zustand vertrauen konnte und nicht nur unterschwellig, intuitiv? He'd die for her – das hatte er auf Caprica ganz deutlich gemacht. Sie war ihm wichtiger als sein eigenes Leben. Mochte kitschig klingen, war aber die Wahrheit.
„Ach, egal, häng sie Dir um oder besorg Dir neue mit Deinem richtigen Namen", sie war im Begriff aufzustehen. Lee hatte es kommen sehen, ihre eigenen Emotionen überforderten sie – mal wieder. Aber er würde sie nicht so einfach gehen lassen. Nein, nicht heute. Mit einem festen, bestimmten Griff zwang er sie zurück auf seine Oberschenkel, eine Hand fest an ihrer Hüfte, die andere auf ihren linken Arm gelegt, der inzwischen von seinem Hals zu seiner Seite gewandert war: „Kara, warte… lauf jetzt nicht weg. Bitte." Nachdruck lag in seiner Stimme. Er seufzte, atmete einmal tief durch, auf der Suche nach den richtigen Worten. Er wusste, er musste sie treffen, sonst traf ihre Faust sein Gesicht: „Nichts wird jemals genug sein, für das, was wir beide füreinander getan haben, was wir zwei füreinander sind – Du für mich, und ich für Dich." Er griff ihre Hand und legte sie an seine Brust, seine auf der ihren ruhend: „Aber das wichtigste, nein, das Einzige, was zählt, ist, dass wir beide es wissen, hier, tief drin. Und auch wenn wir uns vielleicht heute Abend schon wieder die Köpfe einschlagen, uns anschreien oder fetzen, hier drin wissen wir, was wir für den anderen sind, okay? Und unsere Pilotenmarken werden uns von heute an daran erinnern. Jeden Tag. In jedem Streit. In jeder Schlacht. Auf jeder Patrouille und auf jeder Mission."
Die eine Hand immer noch auf seiner Brust, spürte sie seinen Herzschlag. Ihre freie Hand suchte nach Lee's Fingern. Sie drückten sich fest. Hieß wohl soviel wie: „Got it. Message verstanden."
Lee spürte das drängende Bedürfnis sie zu küssen. Frak, zur Hölle mit Caprica, mit Anders, mit seiner eigenen Unsicherheit. Sicher, Kara hatte ihm keine überschwänglichen, wortreichen Liebesbekundungen gemacht, aber diese beiden Pilotenmarken – was waren die? Und die Tatsache, dass sie sich in mühsamer Fuselarbeit hingesetzt, diese zwei Marken auseinandergenommen und dann wieder zusammengesetzt hatte, bewies ihm, dass Kara genauso empfand wie er. Starbuck und Apollo, nicht fire and ice, nicht, light and dark, nicht die zwei Seiten einer Medaille, sondern die zwei Hälften.
Und er war sich sicher, er hätte es getan, wäre nicht genau in diesem Augenblick Gaeta's Stimme aus dem Lautsprecher geschallt: „Action stations, this is not a drill."
„Frak!", entfuhr es Lee. Warum zur Hölle musste ihr Timing so dermaßen daneben sein?! Mit einem Satz waren beide auf den Beinen: „Zeit für ein Comeback würde ich sagen", sagte Lee bestimmt.
„Lee, bist Du sicher … ich meine … Dein Arm … Hat Cottle …?", Kara war überrascht, überfahren. Lee hatte ihr nicht gesagt, that Cottle had cleared him for flying. Lee sah ihr fest in die Augen: „Two halfs of one, Starbuck. Ich lass Dich nicht alleine da raus. Ich pass' auf Dich auf und Du auf mich. Period." Er gab ihr einen schnellen, aber festen Kuss auf die Stirn, ehe beide bei der Tür hinaus hechteten.
Ich hoffe, das kurze Intermezzo und die Idee mit den Dogtags haben Euch gefallen. Falls Ja, lasst bitte eine Review nächste Kapitel wird wieder deutlich länger, wir treffen dann endlich auf die Pegsus - allerdings mit etwas anderem Ausgang als in der Serie. Seid gespannt.
So far for today, I hope you enjoyed reading and the idea of the mixed up dogtags. Let me know about that :). The next chapter will me much longer again - we'll be meeting up with the Pegasus.
