Zu den Reviews: Ihr seid so wunderbar 'strahl'
Archie Kennedy: Die Tafel ... du vergisst Gandalfs oftmals unterschätzte, aber durchaus vorhandene magische Fähigkeiten ... ;-) Natürlich vertragen Aragorn und Arwen sich wieder, sonst hätten sie ja nie geheiratet, oder? 'smile' Wir haben die Versöhnung nicht explizit geschrieben, lass es uns einfach so ausdrücken, dass Arwen ihre Aufmerksamkeit im folgenden Kapitel auf etwas anderes lenkt.
cassi-orc: Wenn auch nicht so schnell, wie viele (uns eingeschlossen) es gerne sehen würden, weitergeschrieben wird, wie du siehst :-)
Faithless Serene: Ui, eine neue Leserin, das erfüllt ein Autorenherz doch mit höchster Freude! Hoffen wir, dass dir zukünftige Deutschstunden auch weiterhin versüßt werden können 'g'
Elbendrache: Gewöhnen wir dich schon so langsam an Parodien:-) Schön, dass es dir auch diesmal gefallen hat!
Inhalt und Disclaimer: siehe Kapitel 1
Anmerkung: Weiß eigentlich jemand, warum diese Strich-Funktion nicht mehr funktioniert? Ich hab die Striche jetzt reinkopiert, weil mir nix anderes mehr eingefallen ist, bis ich allerdings zu der Idee gekommen bin, musste ich des öfteren entnervt aufgeben ...
Das folgende Kapitel schließt an an das vorherige, es spielt ca. einen Tag oder so später, ich denke, das wär auch aus dem Anfang ersichtlich ... ansonsten ... have fun :-)
Der Notenstreit
Arwen war sauer.
Nicht nur, dass ihr Lieblingskleid ruiniert war, nein, sie hatte auch noch ihre Haare bis auf Schulterlänge abstutzen müssen! Sie sah ja aus wie Boromir!
Und alles nur wegen diesem... diesem... diesem Aragorn.
‚ich hasse Menschen', krakelte sie auf ihren Tisch. ‚ich hasse Elben', krakelte Éowyn zurück.
Das hob Arwens Stimmung auch nicht.
Na wenigstens würde heute die Ex über das Nebelgebirge rausgegeben werden, und Arwen war sich wie immer sicher: die beste Arbeit der Klasse gehörte ihr.
„Ich werde jetzt die Ex rausgeben!", verkündete Gandalf.
Stöhnen. (also wirklich, was denkt ihr von uns!)
„Also, der Notendurchschnitt könnte durchaus besser sein. Es gab" Er schrieb an die Tafel. „Eine Eins" (Arwen strahlte) „Eine zwei; keine Drei; Zehn Vierer" (er stieß einen theatralischen Seufzer aus) „keinen Fünfer und einen Sechser. Die beste Arbeit hat" (Arwen richtete sich stolz auf – alle anderen schenkten dem nicht mehr viel Beachtung) „Arwen Undómiel ... nicht."
Alle richteten sich ruckartig auf, Arwens Kinnlade fiel herunter. Nicht Arwen? Das war dann wohl das achte Weltwunder!
„Die beste Arbeit der Klasse hat Éorlingas..."
Éomer riss ungläubig die Augen auf. „Ich?"
„Nein.", sagte Gandalf eisig. „deine Schwester."
Auch Éowyns Kinnlade klappte herunter. Sie warf einen schuldbewussten Seitenblick zu Arwen hinüber, bevor sie aufstand und strahlend ihre Arbeit in Empfang nahm.
„Dir ist klar, dass du dir damit meine unerbittliche Feindschaft einziehst.", sagte Arwen, als Éowyn zu ihrem Platz zurückkam.
„Äh...? Aber... du hast doch eine Zwei plusplus!"
„Du hast die Eins, die ich hätte haben sollen! Ab jetzt werde ich kein Wort mehr mit dir reden!"
Zehn Minuten später erhielt Éowyn von ihr einen Zettel: „Du stehst auf meinem Fuß!"
Arwen beherrschte sich bis zur Pause. Aber dann –
„Was fällt dir eigentlich ein, die beste Arbeit der Klasse zu schreiben?", schrie sie Éowyn ins Gesicht. Angesichts ihrer Gemütsverfassung verzichtete Éowyn darauf, Arwen darauf hinzuweisen, dass sie eigentlich nicht mehr mit ihr reden wollte. Wenn Arwen mal wieder einen ihrer Anfälle hatte, war es immer besser, ihr auszuweichen.
Unglücklicherweise war es sehr schwer jemandem auszuweichen, der einem folgte wie ein geistesgestörter Dackel und einen fortwährend fragte, warum man in der Ex die beste Arbeit geschrieben hatte.
Na schön! Wenn Arwen sie nicht in Ruhe lassen wollte, dann war es unumgänglich (wozu hatte man schließlich große Brüder!).
Ihr erstes und einziges Mal im Leben erniedrigte sie sich soweit (na gut, vielleicht doch nicht das einzige Mal), Éomer um Hilfe zu bitten.
Entgeistert sah er sie an.
„Muss das denn jetzt sein?"
„Biiiiiiitte!" (Dackelblick)
„Aragorn killt mich, wenn ich sie zusammenschlage!"
Gekonnt ließ Éowyn ihre Lippen zittern. „Du musst sie doch nicht zusammenschlagen! Es reicht, wenn du ihr ein wenig – na ja – Angst machst!"
„Dann killt mich Aragorn auch."
„Naja, weißt du..." Jetzt wurde Éowyn verschlagen. „Onkelchen wird von dem Vierer nicht unbedingt begeistert sein..."
Sie hatte es getan.
Sie hatte ihren letzten Trumpf ausgespielt.
Den ich-erzähl-Théoden-von-deiner-Note-Trumpf.
„Was soll ich tun?", fragte Éomer ergeben.
„Hab ich alles aufgeschrieben!", sagte Éowyn und zog eine ellenlange Liste aus ihrer Tasche. Erstens: Sie soll den Mund halten und das nächste Mal lernen, zweitens: sie hat genug Einser um sich einmal eine Zwei plusplus leisten zu können, drittens: andere wären froh über eine Zwei plusplus, viertens: ..." So ging es sehr lange weiter. „Vierundneunzigstens: Es ist nicht meine Schuld..."
„Und Fünfundneunzigstens: Sag's ihr selber!", rief Éomer entnervt.
„Hat Thedi dir nicht gesagt, du kriegst Hausarrest, wenn du die nächste Vier mit nach Hause bringst?"
Èomer verdrehte die Augen. „Wenn ich etwas tun soll, dann sag's und ich mach's. Aber Arwen etwas sagen wirst du ja wohl noch schaffen!"
„Kommst du wenigstens mit?" Éowyn klimperte unschuldig mit den Wimpern. Die Antwort war kurz und hart.
„Nein!"
„Aber sie wird mich umbringen!"
„Na und?"
„Aber ich bin deine Schwester!"
„Woher willst du das wissen?"
„Äh..."
„Na also!", sagte Éomer.
Éowyn wurde puterrot.
„Wenn ich eure interessanten Familiengespräche mal unterbrechen dürfte..." Éowyn schrie auf und versteckte sich hinter Éomer.
Was allerdings nicht viel half, denn Arwen schrie sie trotzdem an.
„DU HAST NICHT DIE BESTE ARBEIT DER KLASSE ZU SCHREIBEN!"
„Hab ich doch gar nicht!", verteidigte sich Éomer.
„WER REDET DENN VON DIR, DU VOLLTROTTEL? GEH ZUR SEITE! - HE, BLEIB STEHEN!" Éowyn hatte die Flucht ergriffen.
Arwen rannte hinterher, nicht ohne über Éomers Fuß zu stolpern (wer ist hier der Volltrottel?) und Éowyn verbarrikadierte sich im Mädchenklo (wo sonst).
„Hör mir zu, dann kannst du mich meinetwegen umbringen!"
„Echt?"
„Nein"
Arwen war kurz davor, die Tür einzurennen. Éowyn, die die bedrohliche Atmosphäre zu spüren schien, schrie auf. „ÉOMEEEEEEEER!"
„Ich hasse es", murmelte der Herbeigeschrieene und hielt Arwen davon ab, Schuleigentum zu beschädigen. Ach ja, und Éowyn rettete er auch noch so nebenbei. Arwen schlurfte schmollend und rauchend davon.
„Die erwisch ich noch!", murmelte sie.
„Is sie weg?", quiekte zur gleichen Zeit Éowyn, doch bevor Éomer antworten konnte, kam Schlangenzunge herein.
„Was hast du in einem Mädchenklo verloren!"
Éomer sah an sich herunter. „Ich? Was haben sie in einem Mädchenklo verloren? Geben sie doch zu, dass sie hinter meiner Schwester her sind!"
„Herrrummmmeheum", machte Schlangenzunge. „Nachsitzen!"
„Sie haben keine Befugnis hier! Ihre Befehle bedeuten gar nichts!"
„Oh, du irrst dich, das ist kein Befehl von mir...! Er kommt von Gandalf" Schlangenzunge hielt ein Dokument hoch. „Er hat ihn heute morgen unterzeichnet!"
Éomer verschränkte die Arme. „Das ist eine Telefonrechnung."
„Oh", machte Schlangenzunge und kramte in den Untiefen seiner Hosentasche.
„Er hat ihn heute morgen unterzeichnet!", wiederholte er, diesmal war es allerdings ein von Brad Dourif signiertes Poster seiner selbst.
„Ja, wenn sie meinen"
„Das meine ich!", sagte Schlangenzunge rechthaberisch. Er schlurfte nach Hausmeisterart hinaus (aus dem Mädchenklo).
„Is er weg?", quietschte Éowyn. „Hallo? Bist du überhaupt noch da?"
„Noch", antwortete Éomer. „Aber ich gehe jetzt!"
„Das kannst du doch nicht machen!"
„Falls du es noch nicht bemerkt hast, das hier ist ein Mädchenklo."
„Arwen erschlägt mich!"
Keine Antwort.
„Hallo?"
Stille.
„Du kannst doch nicht einfach so abhauen! Ich... ich erzähl Théoden von deiner Note!"
Nichts.
„Éeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeomeeeeeeeeeeeeeeeeer!"
KLIRR
„Au! Éowyn, du hast das Fenster zerschrieen!"
„Ist nicht meine ..."
‚Schuld', wollte Éowyn noch sagen, aber in diesem Moment kam Saruman wie ein Racheengel hereingeschwebt und bedachte Éomer mit einem unheilsschwangeren Blick.
Er hielt einen langen Bogen Papier in die Höhe.
„Sind dir diese Schriften bekannt, Éomer Eorlingas, Éomunds Sohn?"
„Eeeeeh..."
„Das, mein Junge, ist die Hausordnung."
„Ach, deshalb" Ein Ausspruch, den Éomer sofort bereute.
„Diese Hausordnung", Sarumans Stimme zitterte vor unterdrückter Wut, „besagt unter anderem, dass männliche Schüler sich während der Pausen – und auch zu allen anderen Gelegenheiten – NIEMALS in den Örtlichkeiten für ihre weiblichen Mitschülerinnen aufzuhalten haben. Sie besagt weiterhin, dass die Destruktion von Fensterscheiben durch Vonsichgeben wiedernatürlich hoher Töne STRENGSTENS untersagt ist. Noch Fragen, mein Junge?"
„Ja", sagte Éomer schüchtern. „Ist die Destruktion von Fensterscheiben durch das Vonsichgeben widernatürlich voluminöser Mineralien gestattet?"
Saruman brauchte erst einmal eine Weile, um diese Flut an Fremdwörtern zu verarbeiten, dann schrie er, sodass der Rest der ohnehin schon destruktierten Fensterscheibe zu Bruch ging: „NAAAACHSITZEEEEN!"
Er machte auf dem Absatz kehrt und rauschte aus dem Mädchenklo.
Éowyn trat zitternd aus der Kabine.
„Toll", sagte Éomer. „Aber auch egal, ich hätte sowieso noch nachsitzen müssen..."
„So"
Beim Klang dieses gefährlichen Flüsterns wirbelten die Eorlingas-Geschwister herum.
Arwen stand im Eingang.
Éowyn versuchte ein schwaches Lächeln. „Hallo, Arwen?"
Arwen ihrerseits holte tief Luft. „Hallo du kleine, dreckige, widernatürliche, blöde, bescheuerte, blöde Schlampe.", sagte sie sachlich. Anscheinend gaben ihre Stimmbänder nicht mehr von sich.
Éowyn dagegen war bei diesem „Gruß" käsebleich geworden. Mit einem Aufschrei und den Worten „NIEMAND NENNT MICH UNGESTRAFT KLEIN!" stürzte sie sich auf Arwen.
Und in genau diesem Moment trat, von dem widernatürlichen Geschrei, das schon eine geraume Zeit lang (um genau zu sein: die ganze Pause und die ersten zehn Minuten des Unterrichts) aus dem Mädchenklo drang, angelockt, niemand geringeres in den Raum als Gandalf.
Er überblickte die Szene mit einem Blick.
„EORLINGAS!", polterte er.
Éowyn sah auf. „Ja?"
„Nicht du!", winkte Gandalf ab.
„Ach so", meinte Éowyn und prügelte sich munter weiter.
Éomer hingegen schrumpfte förmlich unter dem zweiten stechenden Blick innerhalb so kurzer Zeit.
„Ich hab doch gar nichts ge...", begann er.
„EBEN!", polterte Gandalf erneut los. „Du stehst hier mit den Händen in den Hosentaschen – IM MÄDCHENKLO! – und siehst tatenlos zu, wie sich diese zwei netten Damen die Köpfe einschlagen! NACHSITZEN!"
„Dees war so klar!", murmelte Éomer und ließ „schuldbewusst" den Kopf hängen.
„Gut!", sagte Gandalf. „Dann wird es dir wohl nichts mehr ausmachen, wieder an meinem hochgeschätzten Unterricht teilzunehmen. Ebenso wie ihr Damen hier!"
Er packte Éomer am Ohr und schleifte ihn zurück zum Klassenzimmer, während die beiden „Damen" freiwillig folgten.
Wieder im Klassenzimmer angekommen, wurde Éomer unsanft auf seinen Sitz geschmissen und bekam dabei mehrere blaue Flecken. Er warf Éowyn einen bitterbösen Blick zu.
„Um noch einmal das zu wiederholen, was ich vorhin schon der ganzen Klasse mitgeteilt habe", dröhnte Gandalf, „ist mir, so ungern ich das zugebe, beim Verteilen der Exen ein Fehler unterlaufen. Die Eins hat nicht Eorlingas..."
„Ich?", fragte Frodo.
„Sondern ..."
„Ich?", fragte Gimli hoffnungsvoll.
„sondern ..."
„Juhuuu!", rief Arwen, „Ich hab doch die Eins!"
„Ruhe! Wie gesagt, die Eins hat nicht Eorlingas, sondern Eorlingas!"
Éomer klappte die Kinnlade herunter.
„Ich?" Dann haute er den Kopf gegen die Tischkante. „Wa-rum-ich-wa-rum-ich..."
„Das frag ich mich auch", sagte Gandalf und vertauschte die beiden Eorlingas-Exen.
Éowyn blickte fassungslos „ihrer" Ex hinterher.
„Du kleiner, blöder...", begann sie, was sicherlich in ein lautstarkes und widernatürliches Geschrei ausgeartet wäre, wenn Éomer nicht ausgerastet wär.
„NIEMAND NENNT MICH UNGESTRAFT KLEIN!", schrie er, den das als Junge natürlich noch viel heftiger traf als seine Schwester, und stürzte sich auf ebendiese. Was ihm ein viertes Nachsitzen eintrug.
Währenddessen beobachtete Arwen mit großen Augen die Szene. Und erst, als Éomer und Éowyn getrennt wurden, stieß sie einen animalischen Schrei aus, verdrehte die Augen und stürzte ohnmächtig zu Boden.
