Kapitel 9 – Zaubertränke-Genie gesucht!

Kommentar:

Liebe Leser/innen,

mein heutiges Update dreht sich um Severus und Emma. Ich hoffe, dass euch die Story weiterhin gefällt. Über euer Feedback würde ich mich sehr freuen.

LG

Vani12

Hogwartsexpress, letztes Abteil

Emma studierte konzentriert das weiche, mittellange Haar ihres Kniesels Sam. Seit einer halben Stunde zeichnete sie nun ihr geliebtes Haustier realitätsgetreu, bis ins kleinste Detail auf ihren Zeichenblock aus extraweißen und reißfesten Papierbögen. Sam schurrte auf ihrem Bild zufrieden, seine gelben Augen blickten ab und zu leicht verkniffen auf den fremden Zuggast, seine Pfoten leckte er öfters mit seiner zartrosafarbenen, langen Zunge schelmisch ab und sein langer, schwarzer Schwanz umwickelte ihn wie einen Mantel. Emma achtete darauf, ihre selbst gemischten, natürlichen Ölfarben, deren Farbe sie mithilfe eines Intensivierungszauber verstärkte und deren Haltbarkeit sie mithilfe eines Konservierungszaubers verlängerte, möglichst originalgetreu zu verwenden und nicht zu verschütten. Damit sie beim Zeichnen eine ruhige Hand behalten konnte und die Farbtöpfe auf der Zugfahrt nicht umkippten, hatte sie einen einfachen Schutzzauber über ihren Arbeitsbereich gelegt, der auch beim größten Ruckeln des Hogwartsexpresses ein Umfallen ihrer Farben oder eine nervöse, ruckartige Handbewegung zu verhindern wusste. Sam blickte ihr von ihrem Zeichenblock als fotohafte Replik des Originals entgegen, was Emma ein zufriedenes Lächeln über die Lippen huschen ließ. Nachdem sie einen Trocknungszauber, einen „Schutz vor Schmutz, Feuer und Wasser"-Zauber und einen „Anti-Zerstörungszauber" auf ihre Zeichnung gelegt hatte, verstaute sie diese in ihrer bunten, mit verzauberten Schmetterlingen verzierten Sammelmappe, packte ihre Zeichenutensilien wieder zurück in ihren Koffer und graulte Sam hinter seinen Ohren. Aus ihren Augenwinkeln versucht sie unauffällig ihren stillen, in ein Zaubertränkebuch vertieften Mitreisenden zu beobachten.

Severus Snapes Stirn zierten einige Falten vor Konzentration, sein dünner Mund war zu einer geraden Linie verzogen, seine onyxschwarzen Augen folgten hastig den Buchstaben und seine pechschwarzen, fettigen Haare fielen ihn immer wieder ins Gesicht. Emma war von Severus Konzentrationsweise und Hingabe zu seinem Zaubertränkebuch fasziniert. Sie wusste, dass er eine absolute Leseratte war, da er immer, wenn es das Fenster zuließ, an einen Baumstamm gelehnt am Schwarzen See saß und ein Buch wie einen geliebten Schokoladenpudding konsumierte oder beim Frühstück am Slytherin-Tisch isoliert platziert das Wissen eines neuen Buches wie ein Hungriger eine Portion Spaghetti Bolognese in sich hineinschlang. Emma wusste auch vom Flurfunk auf Hogwarts, dass seine bevorzugten Lesestoffe Zaubertränke und die Dunklen Künste symbolisierten. Der eigenbrötlerische, missmutige Slytherin wurde unter seinen Mitschüler/innen dank seiner sarkastischen Zunge, seinen blitzschnellen, die Dunkle Magie tangierenden Flüche und seiner kreativen, mühelosen Braukunst ein gefürchtetes, beneidetes und als Zielscheibe für Bullying missbrauchtes Mysterium, das von den lauten, unreifen Rumtreibern gnadenlos duelliert sowie gehänselt wurde, von seinen Slytherin Hauskameraden aufgrund seines Blutstatus und seiner verschlissenen, zu kurzen Roben belächelt sowie gemobbt wurde und von den restlichen Hogwartsbewoh-nern/innen gemieden und ignoriert wurde.

Emma glaubte nicht daran, dass Severus wegen seiner Faszination für die Dunklen Künste und seinem Status als Slytherin ein „Todesser im Training" war. Ihrer Meinung nach waren diese Vorurteile, Gerüchte und bösen Vermutungen einer der Gründe, wieso verrückte, schwarze Magier wie Lord Voldemort eine immer größere, fanatische Fanbase und Anhängerschaft um sich versammeln konnten. Sie profitierten mit ihren Versprechungen von Macht, Ansehen und Reichtum sowie einer Hochphase der Magie gerade von der Uneinigkeit, Ungerechtigkeit sowie Stereotypisierung in der magischen Welt, in der der Kontostand deiner Eltern, das Ansehen und die magischen Kräfte deiner Vorfahren sowie das soziale und kulturelle Netzwerk deiner Familie immer noch die Fixpunkte für eine ruhmvolle, mit Merlinorden dekorierte und erfolgreiche Zukunft waren. Emmas Eltern vermittelten ihr und ihren Geschwistern, um die Engstirnigkeit, Ungerech-rigkeit und Irrationalität eines solchen elitären, rassistischen sowie exklusiven Denkens zu entlarven, ein offenes, fortschrittliches und inklusives Weltbild, das jeden Menschen nur aufgrund seines Charakters, seiner Handlungen und Ideale beurteilte. Darüber hinaus öffneten sie ihren Kindern für die Multiperspektivität von Situationen, die Polyvalenz von Individuen und die Mehrschichtigkeit eines moralischen Kompasses die Augen. Jedes Individuum wird von seinen eigenen Stärken und Schwächen, Erfolgen und Fehlern, Wünschen und Ängsten, Emotionen und Logiken erst zu etwas Einzigartigem gemacht, sodass man die Welt nie pauschal in Gut oder Böse, Weiß oder Schwarz sowie Richtig oder Falsch einteilen kann. Erst die Grautöne, bunten Farbkleckse und leeren Stellen machten einen Charakter aus. Daher versuchte Emma, allen Menschen vorurteilsfrei, offen und positiv zu begegnen und sie nicht im Lichte von Gerüchten, der Mehrheitsmeinung und kleinen Bildschnipseln zu sehen, sondern sich ein möglichst komplexes, allumfassendes Bild von ihnen in persönlichen Gesprächen, genauen Charakterstudien und Forschungen über ihre Verhaltensweisen und -motivationen zu machen.

Eine umfassende Charakterstudie an dem Enigma Severus Snape durchzuführen, war ein fast unmögliches Unterfangen, da er sich von seiner Umwelt abkapselte und nur wenige Worte mit Emma gewechselt hatte. Jedoch glaubte Emma bei einem Blick in seine Augen, seine selbstgewählte Einsamkeit, seine düsteren Zu-kunftsaussichten und seine Rachegelüste gegenüber seinen Peinigern spüren zu können. Auf sie wirkte es fast so, als ob Severus von seiner inneren Dunkelheit, die aus einem Mix von Machtlosigkeitsgefühl, Selbsthass und Hass auf die Welt bestand, immer mehr eingenommen wurde. Ihn faszinierten die Dunklen Künste so sehr, da er mithilfe von ihnen Macht ausüben, Stärke gewinnen, Ruhm erlangen und Rache nehmen konnte.

Außerdem musste er nicht Energie damit verschwenden, sich gegen seinen Ruf als dunkler Magier mit guten Handlungen zu wehren, sondern konnte voll und ganz den Vorurteilen der Anderen entsprechen. So hatte er um sich herum eine Schutzwand des Grauens erbaut, die sich keiner einzureißen traute, sodass er keine unerwünschten Freunde abwimmeln oder nervigen Bewunderer in ihre Schranken weisen musste. Diese selbst gewählte Isolation und Aura des dunklen Slytherins, die Severus mithilfe seines beißenden Sarkasmus, seiner negativen Ausstrahlung, schnellen Flucht in Flüche und seiner „I-don't-care"-Attitude verstärkte, bemitleidete Emma, da sie sich nicht vorstellen konnte, dass Severus kein Herz besaß und insgeheim von echten Freundschaften träumte. Emma konnte sich ein Leben ohne ihre besten Freunde jedenfalls nicht vorstellen und wünschte jedem Menschen echte Freunde.

Severus pflegte bis zu diesem Sommer noch eine ungewöhnliche Freundschaft mit der charmanten, brillanten Gryffindor Lily Evans, die aber durch den Vorfall am See irreparabel zerstört wurde. Emma ahnte, dass der Verlust seiner einzigen Freundin Severus schwer traumatisiert hatte und ihn nur noch einsamer machte. Jeder Blinde konnte sehen, dass Severus Gefühle für Lily weit über Freundschaf hinausreichten und die Züge einer gefährlichen, Lily idealisierenden Obsession angenommen hatten. Immer, wenn Lily einen Raum betrat, himmelten seine dunklen Augen Lily mit einem warmen Glitzern an, wenn sie mit ihm sprach, wurde Severus Körperhaltung aufrechter und seine Stimme überschlug sich vor sprudelnden Worten und wenn sie ihm einmal einen Kuss auf die Wange gab oder ihn freundschaftlich umarmte, verformten sich Severus Gesichtszüge in die eines glücklichen Mannes. Sein Gesicht verlor all seine Härte sowie alle von seinem häufigen Stirnrunzeln hinterlassenen Linien und er strahlte übers ganze Gesicht wie ein Hund, der von seinem geliebten Herrchen ein köstliches Leckerli serviert bekam. Während Severus Lily gegen alle Anfeindungen schützte und laut Sarah sogar mit den Slytherins einen Deal ausgehandelt hatte, sie in Ruhe zu lassen, nutzte Lily Severus Verliebtheit aus Emmas Sichtweise schamlos aus. Sie benutzte ihn als magische Wissensquelle, Kummerkasten und eine Art ungeliebten, verloren Streuner, um die sich kümmerte, um die Güte ihres Herzens zu zeigen und ihr Gutmenschentum unter Beweis zu stellen. Jedenfalls erschienen Lilys Interaktionen mit Severus oft als gutgespielte Schauspieleinlagen oder kalte Kalkulationen. Klar, sie verteidigte ihn öfters gegen die Rumtreiber und traf sich wöchentlich zu Experimentierstunden in Zaubertränke mit ihm, aber sie distanzierte sich nur halbherzig von seinen Peinigern und suchte selten seine Gesell-schaft von sich aus auf.

Emma glaubte, dass sie sein Genie in Zaubertränke nutzte, um sich seine Tricks abzuschauen und hervorragende Noten zu erzielen und wusste, dass sie sich in Gesprächen mit ihren Freundinnen nicht für ihn stark machte und ihn gegen ihre Beleidigungen verteidigte. Und wenn sie an einer lebenslangen, tiefen Freund-schaft zu Severus interessiert gewesen wäre, hätte sie ihm sein in einem erniedrigenden, verletzenden Moment geäußertes Schimpfwort nach einer ehrlichen Entschuldigung verziehen. Denn echte Freunde konnte einander auch die größten Fehler verzeihen, wenn sie nur an ihrer Freundschaft arbeiten wollten. Von Steve hatte Emma jedoch erfahren, dass Lily über Severus Peinigung vor ihrem Einschreiten zu seiner Verteidigung sogar ein kleines Lächeln über das Gesicht gehuscht war. Welche Freundin belächelte ihren Freund in einer demütigenden, traumatisierenden Situation, um dann als Retterin dazustehen? Als Emma Severus aus ihren Gedanken auftauchend, noch immer vertieft in sein Zaubertränkebuch betrachtete, beschloss sie, ein Gespräch mit ihm zu beginnen. Vielleicht könnte er ihr ja in Zaubertränke Nachhilfe erteilen? Sie wusste, dass er ein wahres Genie der Braukunst war, sogar bestehende Trankrezepte optimierte und eigene Zaubertränke entwickelte und hoffte, dass er ihr helfen könnte. Sie würde ihm die Nachhilfestunden natürlich bezahlen und vielleicht konnte sie durch sie mehr über ihn erfahren. Eventuell könnte sie ihn sogar dazu überreden, sich ihrer Clique an Freunden anzuschließen. Auch wenn das aufgrund seiner antisozialen Ader sehr unwahrscheinlich erschien. Also nahm Emma all ihren Mut zusammen und sprach ihm mit klopfendem Herzen an:

„Severus, es tut mir leid, dass ich dich in deiner Lektüre stören muss. Aber ich benötige wirklich dringend deine Hilfe. Wärst du breit, mir kurz zuzuhören?", fragte Emma Severus mit einem stechenden Blick in seine Augen.

Hogwartsexpress, letztes Abteil

Severus wurde aus seinem Studium eines neuen, interessanten und hochkom-plexen Zaubertränkebuches durch die melodische, liebliche Stimme seiner Sitzpartnerin gerissen. Aus seinem Augenwinkel heraus hatte Severus sie vorher heimlich beobachtet und sie für ihre kreative Ader, ihr Talent im Zeichnen und ihre hohe Konzentrationsgabe bewundert. Er wusste nicht viel über die fröhliche Hufflepuff, die jedem freundlich begegnete und zu ihren Freunden Mitglieder aus allen Häusern zählte, aber ihre Fähigkeit, sich zu hingebungsvoll, graziös und still ihrem Hobby zu widmen, beeindruckte ihn ungewollt. Er hatte eigentlich gedacht, dass sie für zehn Minuten versuchen würde, eine naive Kinderzeichnung ihres kratzbürstigen Katers anzufertigen und ihm danach über die gesamte restliche Zugfahrt ein Ohr mit ihrem belanglosen, nerven Gerede vollquatschen würde. Severus erinnerte sich nämlich noch mit Spott an die lustigen, lauten Prewett-Zwillinge, die ganz Hogwarts mit ihren Streichen auf Trapp hielten und den Rumtreibern in Gryffindor Konkurrenz um das unreifste, witzigste Verhalten machten. Daher dachte er, dass Emma genauso eine Quasselstrippe wie ihre Zwillingsbrüder war oder sich über seine Lektüre lustig machen würde.

Überrascht und etwas genervt, ihre Stimme nun doch hören zu müssen, legte Severus sein Buch zur Seite, verdrehte kurz dramatisch die Augen und zog seine rechte Augenbraue hoch, um in einer gelangweilten Stimme mit feindlichem Unterton zu entgegen: „Emma, ich habe ja schon geahnt, dass du nicht die ganze Zugfahrt still sein kannst. Und wenn ich dich jetzt nicht reden lasse, platzt du nachher noch vor Neugierde. Daher werde ich nun meine Ohren spitzen und hören, was du mir Weltveränderndes zu sagen hast. Ich hoffe, dass es mich nicht in meinen Idealen erschüttern wird.", zischte Severus sie an, nur um seine onyxschwarzen Augen mit einem stechenden Blick in ihre grünblauen Iris zu bohren. Als sie seinem stechenden Blick aber standhielt und keine Miene verzog, war es doch etwas erstaunt. Eigentlich reichten seine finstere Mine, seine hoch-gezogene Augenbraue und sein genervter Tonfall aus, um jeden Idioten abzuwim-meln und zu erschrecken. So musste er ihr ungewollt Respekt zollen, als sie mit ruhiger, freundlicher Stimme antwortete:

„Severus, ich danke dir für deine Zeit und hoffe, dass du deine unglaublichen Zuhörerqualitäten nun einsetzt, um mir aus der Klemme helfen zu können. Ich weiß, dass du ein wahres Zaubertränke-Genie bist, dass immer erstklassige Tränke braut, die Rezepte vorhandener Tränke verbessert und vereinfacht und selbst Zaubertrankrezepte entwickelt. Deine Hingabe für die Welt der Zaubertränke bewundere ich wirklich sehr, da ich weiß, welch hohe Konzentrationsfähigkeit, Zeitintensivität und Kreativität diese erfordert. Ich selbst stecke all meine Energie in meine Zeichnungen und meinen Traum, eine renommierte Heilerin zu werden. Jedoch sind dafür meine praktischen Leistungen in Zaubertränke zu schlecht. Ich erziele zwar in allen Essays ein „Erwartungen übertroffen", da ich die Theorie und Wirkungszusammenhänge hinter dem Zaubertränkebrauen verstehe, sobald ich jedoch einen Zaubertrank braue, werfe ich alle Schritte durch-einander und erhalten höchstens ein „Annehmbar". Daher habe ich beschlossen, ab diesem Schuljahr Nachhilfe in Zaubertränke zu suchen. Ich weiß, dass dies wahrscheinlich nicht dein Ding ist und du deine kostbare Zeit sehr wahrscheinlich anderwärtig verplant hast, aber könntest du dir vorstellen, mir zweimal wöchent-lich abends Nachhilfe zu geben? Ich würde dir pro Nachhilfestunde auch 2 Galleonen bezahlen. Was sagst du zu meinem Angebot?", fragte sie ihn mit nach-drücklicher Stimme.

Dieses Angebot hatte Severus nun wirklich nicht erwartet und eigentlich wollte er es schon mit einer sarkastischen Bemerkung ablehnen, da er sich nun wirklich nicht als Lehrer sah, der dummen, unkonzentrierten Kindern die Wunder der Zaubertrankbrauerei näher brachte. Außerdem wollte er seine Zeit hauptsächlich mit der Recherche über die Princes, neuen Experimenten mit Zaubertränken, neuen Innovationen von Zaubersprüchen und dem Studium der Dunklen Künste verbringen. Da würde ihn eine langsame, nervige Nachhilfeschülerin nur einbremsen. Andererseits könnte er jede Galleone gut gebrauchen, um sich neue Schreibutensilien, Zaubertrankzutaten oder Bücher zu kaufen. Und er wusste durch ihre Partnerarbeit in Kräuterkunde, dass Emma eine strebsame, kompromissbereite intelligente Lernerin mit einem ausführlichen Wissen über Zaubertrankzutaten und ihre Wirkungszusammenhänge war. Und eine gute, freundliche Heilerin mit einem klaren Verstand konnte die magische Welt immer gebrauchen.

Daher stimmte Severus nach einigen Minuten des Überlegens ihrem Angebot mit betont nonchalanter Stimme zu:,, Ich kann nicht gerade behaupten, dass mich dein Angebot vom Hocker reißen würde. Da du mir aber einen fairen Lohn zahlen würdest, ich Zaubertränke liebe und sowieso mindestens zweimal die Woche im Schülerlabor experimentieren wollte, willige ich ein, dir Nachhilfe in Zaubertränke zu geben. Aber ich muss vorher noch einige Punkte mit dir klären:

1. Ich erwarte von dir, dass du jedes Zaubertränkerezept vor dem Brauen gründlich studierst, dich über die Zusammenwirkungen der einzelnen Zutaten informierst und immer pünktlich und top vorbereitet zu unseren Nachhilfestunden erscheinst.

2. Ich setze voraus, dass du während der Nachilfestunden voll konzentriet, motiviert und lernbereit bei der Sache bist. Wir werden ausschließlich über Zaubertränke miteinander reden.

3. Ich erwarte, dass du dich schnell im Brauen verbessern wirst und Interesse an neuen Experimenten zeigst. Diese sollst du dann gemeinsam mit mir, ohne anderen etwas über ihre Zusammensetzung zu erzählen, in der Praxis durchführen.

4. Wenn ich mitbekommen solltest, dass du schlecht über mich redest oder dich über meine Lehrmethoden beschwerst, werde ich die Nachhilfe sofort abbrechen.

Falls du mit diesen Regeln einverstanden bist, können wir uns dienstags und freitags zu Nachhilfestunden im Schülerlabor treffen. Nachher können wir in einem ersten Gespräch festlegen, welche Schwerpunkte wir in deiner Nachhilfe setzen und was dich besonders interessiert.", endete Severus seinen Monolog gespannt auf ihre Reaktion wartend.

Emma lächelte ihn dankbar an und entgegnete freudestrahlend: „Severus, ich danke dir für deine Hilfe und verspreche dir, deine Regeln so gut wie möglich einzuhalten. Du bringst mich mit dieser Nachhilfe meinem Traum, eine Heilerin zu werden, wirklich näher. Dienstags und freitags hätte ich ab 17 Uhr Zeit für unsere Nachhilfestunden und die Zusammenarbeit an deinen Experimenten klingt hoch interessant. Also ich denke, dass meine Schwächen insbesondere in der Zutatenzubereitung liegen. Obwohl ich alle Techniken kenne, fällt es mir oft schwer, alle Zutaten mit der richtigen Methode in kleinste Mikroteile zu verarbeiten. Hast du dafür vielleicht ein paar Tipps? Mich interessieren natürlich am meisten Heiltränke, da ich später als Heilerin arbeiten will. …" Den Rest der Fahrt nach Hogwarts verbrachten Emma und Severus mit Plänen über ihre Nachhilfe-stunden und das Philosophieren über die Kunst der Zaubertränke. Die Zeit verging wie im Flug, sodass Emma und Severus ihr Gespräch sogar auf dem Weg nach Hogwarts vertieft weiterführten und sich mit ein wenig Wehmut voneinander verabschiedeten, als sie die Große Halle betraten.