Kapitel 10 - Heute und Morgen


Sie brauchte einige Wochen um wieder ganz die Alte zu werden. Während der ersten Woche kam der Captain sie fast jeden Tag besuchen um sich zu vergewissern das es ihr ging. Die Aufmerksamkeit tat ihr sehr gut. Er war sehr zuvorkommend. Fast so als versuchte er sie wirklich zu umwerben. Als wäre es tatsächlich echt.

Der Gedanke war lächerlich. Denn natürlich war es schon dadurch echt das sie einander heiraten würden. Echter war wohl kaum möglich, oder?

Die Hochzeit war um einen Monat verschoben damit Padmé Zeit hatte zu genesen. Sie glaubte nicht das es für sie so lange dauern würde um gesund zu werden. Doch ihre Eltern hatten darauf bestanden, obwohl der Captain, genau wie Padmé selbst, eine frühere Vermählung vorgezogen hätten.

Es war beinahe komisch gewesen, wie sie versucht hatte ihn dazu zu überreden die Hochzeit vorzuziehen nur um festzustellen das dies auch sein Wunsch war. Ihre Eltern hatten den Austausch beobachtet, ihr Vater hatte sich sogar ein amüsiertes Grinsen gegönnt. Doch letztendlich hatten die Argumente ihrer Eltern gewonnen und der Captain eingelenkt.

Die Tage zogen ins Land, erstreckten sich zu Wochen. Sie sah den Captain nicht so oft wie sie es sich wünschte, doch er schrieb ihr wieder. Sie hob seine Briefe auf, legte sie in eine kleine Schatulle und lass sie wenn sie ihn vermisste.

Bevor Padmé wusste was geschah war es an der Zeit ihr Hochzeitskleid noch einmal anzuprobieren, so dass noch einige letzte Änderungen gemacht werden konnten.

Die letzten Tage als alleinstehende Frau traten an. Padmé fragte sich ob sie beunruhigt oder nervös sein sollte, doch im Gegenteil, sie fühlte sich ruhig, zufrieden. Captain Kenobi war erst einen Tag vor der Trauung wiedergekehrt. An diesem Abend, aßen sie das letzte Mal als verlobtes Paar mit ihrer Familie. Am morgigen Tag würde sie seine Frau sein. Danach würde sie aus der Kirche kommen und anstatt mit ihren Eltern nach Hause zu kehren, würde sie mit ihm nach Thython Hall gehen.

Ja, heute saß sie noch neben ihm am Tisch, morgen würde sie ihm gegenüber sitzen und ihn ungestraft ansehen dürfen wann immer sie wollte, weshalb sie zögerlich die Augen abwandte und ihr Essen zu sich nahm.

Er diskutierte mit ihrem Vater über Herzog Palpatines Agenda bezüglich der napoleanischen Klon-Kriege. Sie hatten sehr unterschiedliche Meinungen zu dem Thema. Der Captain sprach sich gegen die Beteiligung des Herzogs aus und warf ein zweifelhaftes Licht auf dessen Charakter. Padmé fragte sich ob dies auch etwas damit zu tun hatte das der Herzog der Ehemann Satine von Mandalore war.

Das die beiden eine außereheliche Affäre unterhalten hatten, war das schlecht gehütete Geheimnis Coruscants.

Padmé hatte auf einmal keinen Hunger mehr.

Ihr Vater hatte zwar kein Interesse an Krieg und verabscheute Gewalt, sah jedoch eine Notwendigkeit darin, das der Herzog Napoleon unterstütze.

"Was denkt Ihr darüber, Miss Padmé?" Seine blauen Augen fanden ihre, er wartete geduldig auf ihre Antwort. Die Tatsache das er ihre Meinung wissen wollte...

"Wenn ihr mich fragt..." begann Padmé und legte dann dar warum Krieg niemals eine gute Option war und was man ihrer Meinung nach stattdessen tun sollte um das Problem zu lösen.

Eine lange anregende Diskussion brach danach aus, nach deren Ende Padmé einmal mehr erkannte das ihr Arrangement mit dem Captain eine kluge Wahl gewesen war.

Sie sahen sich an, einander sehr zugetan. Im Kerzenlicht sah sein Haar noch röter aus, seine blauen Augen wirkten wie dunkle Seen. Sie hatte plötzlich das große Bedürfnis danach ihm das Haar aus der Stirn zu streichen.

Auf einmal spürte sie eine Hand die die ihre ergriff. Padmé sah hinfort, bevor sie sich verriet. Ihre Hand allerdings entzog sie ihm nicht.

Doch geschützt von Tischtuch und der Dunkelheit hielt sie ihn fest. Es dauerte noch eine lange Zeit bis ihr Herzschlag sich beruhigt hatte.

Morgen konnte nicht schnell genug kommen...