Die letzten Tage der Ferien vergingen wie im Flug und ehe Christy es sich versah, war es schon wieder Zeit für ihre Rückkehr nach Hogwarts. In ihrem Magen rumorte es – sie war deswegen wirklich nervös. Sicherlich wussten inzwischen alle Schüler Bescheid über Viktor, sie und den Krümel der sie ihren „Status" gekostet hatte.

Ergeben schloss sie für einen Moment die Augen. Vor ihrem inneren Auge spulten sich noch einmal die Ereignisse des Silvesterballs ab. Als sie die Augen öffnete, blickte sie direkt in die von Jim, der entwaffnend lächelte. „Guten Morgen, Schönste! Ich soll dir von deinem bulgarischen Schmuckstück ausrichten, dass er noch rasch eine Runde joggen ist. Du sollst frühstücken. Und zwar richtig, nicht bloß zwei Happen! Nachher bringen Max und ich euch zum Bahnhof also solltest du schon packen." Bedeutsam glitt sein Blick über das Chaos hinter Christy.

Sie war in den letzten Tagen nicht wirklich zum Aufräumen gekommen. Viktor war in der Tat unersättlich und sie hatte sich ihm zu gerne hingegeben. Und wieder und wieder. Doch ein kleiner Wermutstropfen blieb – wie sollte es weitergehen mit ihnen? In knappen sechs Monaten war Viktors letztes Jahr in der Schule zu Ende, sie dagegen hatte noch eins vor sich. Zudem war sie hier zuhause auch wenn ihre Eltern sie verstoßen hatten. Und trotz der Tatsache dass sie im Sommer Mutter werden würde (was für ein perfektes Timing – haha) war ihr Traum noch immer eine Lehrerlaufbahn auf Hogwarts.

In diesen Gedanken versunken klaubte Christy ihre wenigen Sachen zusammen und stopfte alles in die kleine Handtasche, mit der sie von zuhause weggegangen war, machte sich fertig und aß währenddessen ein Brötchen mit Salami. Kaum, dass sie fertig war, schlangen sich zwei starke Arme von hinten um sie und ein leichter Kuss wurde auf ihren Nacken gehaucht. „Guten Morgen, Schönste!" flüsterte er ihr ins Ohr und Christy konnte sich ein Lachen nicht verkneifen.

„So oft, wie ich das heute gesagt bekomme, muss wohl etwas dran sein", gluckste sie. Dann drehte sie sich schwungvoll um und drückte ihre vollen Lippen auf die des verwirrt blickenden Bulgaren.

„Jim hat in der Tat ein riesen Schwein, dass er schwul ist!" knurrte er und erwiderte dann den Kuss, der schnell leidenschaftlich wurde. Doch Christy stieß ihn von sich. „Nicht. Wir sind quasi eh schon zu spät und auch wenn ich diese kurzen Intermezzos liebe, möchte ich mir das hier", sie fuhr mit ihrer Hand über die nicht zu übersehende Beule in Viktors Hose, „lieber für heute Abend aufheben und es in aller Ruhe genießen!" schloss sie. Damit konnte er leben auch wenn sein kleiner Freund heftig protestierte.

Zwei Stunden später saßen beide in dem kleinen Abteil zwischen der Lok und dem der Vertrauensschüler. Christy war leichenblass und Viktor rot vor Zorn. Nur ihr zuliebe hatte er sich beherrscht, als einige der anderen Schüler sich nicht einmal die Mühe gemacht hatten, leise zu sprechen als sie über Christy herzogen. Diese hatte ihre kälteste Maske aufgesetzt und war erhobenen Hauptes an ihnen vorbeigeschritten doch er sah in ihren Augen, dass sie die abschätzigen Worte sehr wohl verletzten. „Bastard" und „Hogwartsmatratze" waren wohl noch die harmloseren Schimpfwörter gewesen mit denen sie bedacht wurde.

Christy war vor Scham und Demütigung wie gelähmt. Zu ihrem Elend hatten die anderen Recht – ihr ungeborenes Kind war tatsächlich ein uneheliches Kind und noch dazu ein Unfall. Natürlich würde sie es deswegen nicht weniger lieben aber es würde schwer werden. Noch war Viktor zwar Feuer und Flamme aber wie würde es werden, wenn er in Bulgarien oder sonst wo wäre und sie in Schottland? Immerhin waren sie nicht einmal offiziell ein Paar.

Zum Glück wären sie und der Krümel finanziell erst einmal abgesichert. Abwesend strich sie mit ihren Händen über die immer noch winzige Wölbung ihres Bauches – eine Geste, die ihr inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen war. Es hatte ja alles keinen Sinn – da musste sie durch. Ein kleiner Seufzer entwich ihren Lippen und sie blinzelte die winzige Träne weg, die sich in ihr Auge geschlichen hatte.

Das abendliche Festmahl war erstaunlich ruhig verlaufen, was vermutlich auch dem Umstand zu verdanken war, dass es mittlerweile niemand mehr wagte, unter den Augen von Dolores Umbridge irgendwelchen Unsinn zu veranstalten.

Christy saß etwas abseits am Ravenclawtisch zwischen einer hübschen Siebtklässlerin und Luna Lovegood.

Die Mitschüler aus ihrem Haus hatten sich zum größten Teil nicht an den beschämenden Ausbrüchen ihr gegenüber beteiligt und dafür war sie mehr als dankbar. Als das Essen beendet war, eilte Professor Flitwick mit seinen kurzen Beinen auf sie zu. Stirnrunzelnd blickte sie ihm entgegen – sie hatte ja schon damit gerechnet, dass der Lehrkörper ebenfalls Wind von der Schwangerschaft und ihrem Auszug bekommen hatte.

„Miss Cooper! Bitte kommen Sie gleich in mein Büro." Christy holte tief Luft – jetzt würde sie also Rede und Antwort stehen müssen. Dann erhob sie sich und folgte ihrem Hauslehrer unter den teils spöttischen, teils mitleidigen und teilweise wirklich boshaften Blicken der anderen Schüler. Auf dem Weg in sein Büro sprachen sie kein Wort und sie hörte fast ihr eigenes Herz, dass nervös gegen ihre Rippen pochte. Sie würden sie doch nicht hinaus werfen? Das konnten sie nicht. Oder?

Zu ihrem Erstaunen wurde sie auf einmal ganz ruhig. Sie würde es nicht ändern können und den Dingen ihren Lauf lassen. Aufrecht folgte sie dem Professor in sein winziges Büro und konnte ihren Augen nicht trauen. In dem kleinen Raum waren mehr Personen als sie je für möglich gehalten hätte, dass sie hineinpassen würden.

„Guten Abend, Miss Cooper! Ich hoffe, Sie hatten ein angenehmes Mahl?", sprach Professor Dumbledore sie an. Unglaublich – sie hatte ihn noch nie aus der Nähe gesehen. Er war abgesehen von Hagrid der größte Mann, den sie je gesehen hatte! Sein Spitzhut berührte fast die Decke und sein silberner Bart war unfassbar lang! Doch seine Augen waren voller Güte und Weisheit. Das beruhigte Christy soweit, dass sie auch die restlichen Menschen wahrnahm.

Da war Madame Pomfrey, Mr Filch und eine fremde Hexe, die sie noch nie zuvor gesehen hatte. „Guten Abend, Miss Cooper!", wendete diese sich nun ebenfalls an Christy. "Mein Name ist Janet Smith. Ich bin Heilerin im St. Mungos. Geburtshilfe", stellte sie sich vor.

„Bitte nehmen sie doch alle Platz", quiekte Professor Flitwick und beschwor mit seinem Zauberstab fünf Stühle. Er selbst nahm hinter seinem Schreibtisch Platz. „Nun…" ließ Dumbledore sich vernehmen, „ich muss sagen, dass dies eine ganz und gar ungewöhnliche und ehr… schwierige Situation ist unter den aktuellen Umständen. Nichtsdestotrotz bin ich mir sicher, dass wir eine Lösung finden werden, die Miss Cooper und dem Baby hilfreich ist…"

Die nächsten eineinhalb Stunden wurde diskutiert und erläutert als ob es das erste Mal wäre, dass eine junge Frau in ihrer Schulzeit ein Kind bekam. Das größte Problem schien tatsächlich Dolores Umbridge darzustellen. Doch man war sich sicher, dass sie nichts bemerken würde wenn Christy ihr soweit wie möglich aus dem Wege ging.

Im Unterricht würde das zwar spannend werden aber da es keinen praktischen Unterricht gab, würde es auch hier keine Schwierigkeiten geben. Einmal im Monat hatte sie ab sofort einen Termin mit Janet auf der Krankenstation. Madame Pomfrey war sonst ihr erster Ansprechpartner.

Als alle Einzelheiten geklärt waren, erhob sich Professor Dumbledore. „Miss Smith, Madame Pomfrey – vielen Dank für Ihre Zeit. Miss Smith, ich wünsche Ihnen eine angenehme Rückreise, Poppy wir sehen uns später noch." Als die beiden Hexen gegangen waren, räusperte sich Dumbledore. „Nun kommen wir zu dem schwierigeren Teil. Mr Filch – wir benötigen eine Möglichkeit, an die Miss Cooper sich zurückziehen kann ohne dass es Miss Umbridges Aufmerksamkeit erregt. Bitte kümmern Sie sich darum. Jetzt gleich." Katzbuckelnd verabschiedete sich der Hausmeister. Übrig blieben die beiden Professoren und eine ziemlich geplättete Christy. Hier wurden tatsächlich alle Hebel in Bewegung gesetzt.

„Miss Cooper – es tut mir leid, was Sie erdulden mussten. Natürlich sind Sie hier herzlich willkommen und auch für die Zeit nach der Geburt finden wir eine Lösung. Was Ihre Beziehung zu Mr Krum angeht… werden Sie sicher selbst am besten wissen, was gut für Sie ist. Nur bitte ich Sie zukünftig, von nächtlichen Streifzügen durch das Schloss abzusehen. Dolores Umbridge ist gefährlicher, als Sie denken mögen", schloss er und wandte sich zum Gehen. Ehe Christy etwas erwidern konnte, war er verschwunden. Auch Flitwick erhob sich: „Gute Nacht, Miss Cooper und denken Sie daran, dass wir ein Auge auf Sie haben werden."

Einigermaßen erleichtert machte Christy sich auf den Weg zum Gemeinschaftsraum der Ravenclaws. Zwar wäre sie viel lieber zu Viktor gegangen, doch die Angst vor Dumbledores Warnung hielt sie davon ab. Doch dann entschied sie sich anders. Heute war der erste Abend nach den Ferien, da hatte die Kröte sicher anderes zu tun als durch die Gänge zu schleichen. Also drehte sie um und eilte zur Suite.

Mit klopfendem Herzen drückte sie die Klinke hinunter und trat ein. Auf den ersten Blick erkannte sie, dass Viktor durchaus verstimmt war. Er war es nicht gewohnt, dass sie ihn so lange warten ließ doch ihre Erklärungen besänftigten ihn. Sowieso verblasste das Raubtier in ihm in ihrer Gegenwart viel zu oft zum Schmusekater, der sich unter ihrer Hand wohlig auf den Rücken rollte und schnurrte. Das war ihm auch noch nicht passiert. Christy hatte ganz ähnliche Gedanken.

Ein sehnsuchtsvolles Ziepen machte sich in ihrem Magen breit als sie in seine Augen blickte. Ohhh, diese Augen! Mit aller Macht konnte sie den Blickkontakt unterbrechen. Lächelnd schloss sie die Distanz zwischen sich und diesem Mann, den sie so sehr begehrte. So sehr, dass es ihr fast Schmerzen verursachte wenn sie an die Ungewissheit dachte, die sie belastete. Fast verzweifelt suchten ihre Lippen die seinen und ihre Hände fuhren unter sein Shirt, wo die fantastischen Muskeln sich sachte bewegten.

Sie wollte heute keine schnelle Nummer und keinen harten Sex. Sie wollte von ihm geliebt werden, wie sie noch nie von einem Mann geliebt worden war, wollte vergessen, was sie bedrückte und sich vorstellen, dass es immer so sein würde, dass er sie auch in einem Jahr noch genau so wollte wie heute und auch in zehn oder zwanzig Jahren. Ihre Gefühle verschreckten und faszinierten sie gleichermaßen. Christy klammerte sich an Viktor wie eine Ertrinkende, wenn sie ihn losließ wäre sie verloren. Er schien zu spüren, was sie heute so dringend brauchte und ließ sie gewähren.

Er konnte mit Stolz von sich behaupten, ein fantastischer Liebhaber zu sein. Christy stöhnte als Viktors Hände ihre Brüste fanden und sanft begannen, mit dem Daumen über ihre bereits harten Warzen zu streichen. Hungrig lösten sich die beiden voneinander und Christy zog Viktor an der Hand zum Bett. Ihre Augen glänzten fiebrig und all ihre Sinne schienen sich in ihrem Unterleib zu bündeln. Erwartungsvoll schaute sie auf und fand in den braunen Augen die gleiche Gier, das selbe Verlangen das auch in ihren stand.

Ohne den Blick von Ihrem Körper zu lösen zog Viktor sich sein Shirt über den Kopf und befreite sich anschließend von seiner mittlerweile viel zu engen Jeans. Dann ließ er sich neben Christy auf das Bett sinken und zog sie wieder in einen atemberaubenden Kuss. Seine Lippen schmeckten leicht salzig, wahrscheinlich war er noch eine Runde laufen gewesen.

Mit einem Wink seines Zauberstabes war Christy nackt und Viktors talentierte Hände hinterließen brennende Spuren der Leidenschaft auf ihrer Haut. Als sich ihre Lippen trennten, bemühte sie sich vergeblich, ihren Herzschlag unter Kontrolle zu bekommen und eine Gänsehaut überzog ihren Körper. Federleicht ließ Viktor seine Fingerspitzen über Christys bebenden Körper gleiten und folgte den Spuren mit seiner Zungenspitze. Die Zärtlichkeit seiner Berührungen ließen Christy sich winden und als er an ihrem Venushügel ankam konnte sie einen kleinen Schrei nicht unterdrücken. Das war fast zu viel, jede Faser, jeder Muskel schien angespannt zu sein.

Doch offenbar genoss Viktor ihre süße Qual denn er dachte nicht daran, von ihr ab zu lassen damit sie Luft holen konnte. Er malte kleine Kreise auf ihre Oberschenkel, ihren Bauch und ihre Brust. Ein leiser Windhauch ließ Christy frösteln und wieder bekam sie eine Gänsehaut. Endlich fand seine Zunge ihre bereits feuchte Spalte und liebkoste den kleinen Lustknopf. Das war der Zeitpunkt, an dem Christy komplett die Kontrolle verlor. Mit einem animalischen Stöhnen klappten ihre Augenlider zu und sie bog den Rücken durch soweit sie konnte.

Ihre rechte Hand fand ihre Brustwarze und begann diese im selben Rhythmus zu bearbeiten, in dem Viktor an ihrer Klitoris leckte und saugte. Als sie es nicht mehr aushielt kam Viktor endlich über sie und führte seinen prallen Penis an ihren geschwollenen Eingang. Sie war mehr als bereit für ihn und mit einer fließenden Bewegung drang er in sie ein. Er hielt kurz still, wartete bis sie beide sich etwas beruhigt hatten und begann quälend langsam in ihre Tiefen zu stoßen.

Es dauerte nicht lange und Christy bemerkte, wie ihr Orgasmus heranrollte. Als er über ihr zusammenschlug verlor sie sich in ihm, ging darin auf und schließlich löste sich sämtliche Anspannung mit einem langgezogenen Schrei der ihn ihr folgen ließ. Erschöpft rollte Viktor sich von ihr und nahm sie in den Arm. Zitternd bettete Christy ihren Kopf auf seine Brust und schloss die Augen. Eine Träne fand den Weg über ihre Wange doch sie war glücklich. Für den Moment war ihre Welt in Ordnung und die Angst vor dem Kommenden verdrängt.

Viktor musste gestehen, dass ihm die Gastfreundschaft von Jim und Max sehr gelegen kam. Hier kümmerte es niemanden, wenn er sich ohne Vorwarnung Christy schnappte und sie in das Gästezimmer zog um ihr dann den Verstand herauszuvögeln. Die beiden Jungs waren auch nicht gerade zurückhaltend, was das Thema betraf und zweimal war er schon ins Wohnzimmer hineingeplatzt, einmal als Max auf Jims Schoß saß und sie heftig knutschten, das andere Mal, als Jim gerade mit heruntergelassener Hose hinter Max kniete und ihn ordentlich rannahm. Beide Male wurden nur wissendes Grinsen und Augenzwinkern ausgetauscht, bevor Viktor sich dann diskret zurückzog und so schnell wie möglich nach Christy Ausschau hielt, das Stöhnen der beiden Männer noch im Ohr.

Leider gingen die Tage viel zu schnell vorbei und es wurde Zeit, nach Hogwarts zurückzukehren also versuchte er, jede freie Minute mit Christy zu genießen und zum Glück schien es ihr ähnlich zu gehen, denn auch sie suchte seine Nähe bei jeder Gelegenheit. Und wenn sie nicht gerade am Vögeln waren, zeigte Christy ihm kleine besondere Eckchen in London oder sie gingen etwas essen, so wie es verliebte Pärchen überall auf der Welt taten.

Mittlerweile waren Viktors Gefühle für Christy weit über das hinaus gegangen, was er je für eine Frau empfunden hatte und das lag nicht daran, dass sie von ihm schwanger war. Bereits bevor er das wusste, war er besessen von ihr gewesen. Aber die anfängliche Besessenheit wurde Stück für Stück ersetzt oder eher gesagt ergänzt von warmen Gefühlen, die bedrohlich stark nach Liebe schmeckten. Er hatte sich lange gegen den Gedanken gewehrt doch so langsam aber sicher konnte er ihn nicht mehr verdrängen.

Wenn Christy abends nicht neben ihm lag, hatte er Probleme, einzuschlafen und das war unabhängig davon, ob er sich vorher durch Sex mit ihr ausgepowert hatte. Er brauchte einfach das Gefühl ihres zarten Körpers in seinen Armen, den Geruch ihrer Haare und ihrer Haut in seiner Nase. Nur dann erfüllte ihn ein innerer Frieden, der ihn sanft einschlummern ließ.

Durch die durchlebten Geschehnisse war das Band zwischen ihnen noch stärker geworden und mittlerweile konnte er sich ein Leben ohne Christy gar nicht mehr vorstellen. Wenn sie erst wieder in Hogwarts wären, würde es schwer für ihn werden. Allerdings war er sich überhaupt nicht sicher, wie ihre Einstellung zu ihnen war. Sie hatten beide noch nie von sich als Paar gesprochen aber wenn sie keines waren, was dann?

Und auch wenn Christy zwischenmenschlichen Aktivitäten zwischen ihnen gegenüber nie abgeneigt war sprach sie nie von Gefühlen für ihn oder gar Liebe. Andere Mädchen sagten ihm nach zwei Tagen in seinem Bett, dass sie ihn liebten aber es hatte ihm nie etwas bedeutet, im Gegenteil, er hatte dann nur umso schneller dafür gesorgt, dass ihre Beziehung ein rasches Ende fand weil er klammernde Weiber nicht ausstehen konnte.

Bei Christy wäre er froh gewesen, wenn sie ein bisschen mehr zeigen würde, dass er ihr vielleicht auch emotional etwas bedeutete und sie nicht nur scharf auf seinen Körper war. Aber vielleicht musste er den ersten Schritt machen. Nur wie? Sowas war ihm vollkommen fremd.

Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch war der Tag ihrer Abreise viel zu schnell da. Die Jungs hatten sie zum Bahnhof begleitet und Christys Abschied von Jim war ziemlich emotional. Ein leiser Stich der Eifersucht durchdrang ihn bei dem Anblick.

Jim war der einzige, bei dem Christy ihre Gefühle nicht zurückhielt. Wenn sie zu viert abends zusammensaßen und gemeinsam Gesellschaftsspiele spielten oder Filme schauten oder auch einfach nur redeten, war Christy extrem entspannt und lächelte fast ununterbrochen. Sie hatte ihm mittlerweile gebeichtet, dass sie vor zwei Jahren mal etwas mit Jim hatte aber dass sich schnell herausgestellt hatte, dass ihre Zuneigung eher platonisch war als sexuell und Jim hatte kurz darauf auch Max kennengelernt. Ab da war sowieso klar, wo seine Vorlieben letztendlich lagen.

Trotzdem nagte die Eifersucht an ihm, wenn sie mal auf Jims Schoß saß oder sie mit seinem Arm um ihre Schultern auf der Couch lümmelten. Max lächelte nur still darüber. Ihm schien es nichts auszumachen aber Viktor musste sich immer stark zusammenreißen, sie Jim nicht aus den Armen zu zerren. Nur der Gedanke, dass es Christy bei Jim so gut ging und sie diese Nähe brauchte, ließ ihn davon absehen, Jims Schwanz abzuschneiden und ihn an ihn zu verfüttern. Das und außerdem die Tatsache, dass er die beiden Jungs tatsächlich richtig gerne mochte.

Mit zwei kräftigen Umarmungen und ordentlich Schulterklopfen verabschiedeten sie sich schweren Herzens von den beiden und bestiegen den Zug. Der Weg zu ihrem Abteil glich dann schnell einem Spießrutenlauf und hätte Christy ihm nicht immer wieder beruhigend ihre Hand auf seine gelegt, wäre er, als sie endlich bei ihren Plätzen angekommen waren, vermutlich ein mehrfacher Mörder gewesen.

Das Schlimmste war, dass ihn keiner beleidigte. Er war wahrscheinlich in den Augen der anderen Jungs der Held, der die Eiskönigin geknackt hatte und die Mädchen würden sowieso nie etwas gegen ihn sagen. Dafür himmelten sie ihn gewöhnlich zu sehr an. Aber Christy bekam den gesammelten Shitstorm ab. Sie wurde aufs Übelste beschimpft und obwohl sie ihre Eismaske aufgezogen hatte, konnte er an ihrer Hand, die sich in seine krallte, spüren, wie angespannt sie war und wie sehr sie diese Schmähsprüche mitnahmen.

So schnell wie möglich durchquerten sie den Zug und als sie endlich an ihrem Abteil angekommen waren, schloss er schnell die Tür hinter ihnen. Zum Glück war keiner so dumm, sich zu ihnen hineinzusetzen. So hatten sie wenigstens die ganze Fahrt über ihre Ruhe. Sie redeten nicht viel aber das war auch nicht nötig. Christy saß bei ihm im Arm und nickte immer wieder ein. Für ihn war das mehr als genug, sie einfach bei sich zu haben.

Die Stunden nach der Ankunft und bis nach dem Essen mit der Rede von Dumbledore waren für ihn hingegen kaum auszuhalten. Von seinem Platz aus konnte er immer wieder sehen, wie Schüler ihr irgendetwas Bösartiges zuzischten. Zum Glück schien sie am Tisch ihres Hauses nicht so viele Widerlinge zu haben.

Sie hatten vorher ausgemacht, dass sie sich nach dem Essen so schnell wie möglich zu ihm begeben würde. Um sich die Zeit besser zu vertreiben, war er noch eine Stunde joggen gewesen. Doch nun saß er hier schon eine weitere Stunde wie auf Kohlen in seiner Suite und sie kam und kam einfach nicht. Was war da los?

Es war untypisch für Christy, ihn so lange warten zu lassen. Solche Spielchen hatte er ihr ja schon sehr früh ausgetrieben und er wusste, dass sie bereits hier wäre, wenn nicht irgendetwas dazwischen gekommen wäre. Also tigerte er unruhig durch seine Suite, bis sie endlich hereinkam. Als er dann hörte, warum sie so spät kam, war er extrem erleichtert. Er war so froh, dass sie den Rückhalt der Professoren hatte und außerdem eine Hexe, die regelmäßig darauf schauen würde, dass es Christy und seinem Kind gut ging.

Als Christy auf ihn zukam spürte er, dass sie heute nicht gefickt sondern geliebt werden wollte und da das seinem eigenen Bedürfnis sehr entgegenkam, zeigte er ihr mit seinem Körper, was er ihr mit Worten noch nicht sagen konnte.

Nach ihrem gemeinsamen Höhepunkt lag Christy in seinen Armen und er spürte eine einzelne Träne, die auf seinen Brustkorb tropfte. Sanft wischte er ihr die Tränenspur ab und küsste sie zärtlich. „Was ist denn los? War es so schlecht?", versuchte er scherzhaft die Situation zu entspannen. Christy gluckste in seinen Armen und sah dann aus ihren wunderschönen blauen Augen zu ihm auf.

„Hmmhhh... es war grenzwertig", erwiderte sie grinsend.

„Grenzwertig? Ich geb' dir gleich grenzwertig!", knurrte er und rollte sich auf sie. Lachend schlang sie ihre Beine um seine Taille und ihre Arme um seinen Nacken und zog ihn zu einem zärtlichen Kuss zu sich herab. Den erwiderte er nur zu gerne. Doch schon kurze Zeit später wurde aus dem zarten Kuss ein wilder und Viktor spürte, wie sich sein kleiner Freund bereits wieder zu regen begann.

Auch Christy wand sich unruhig unter ihm und da sie noch feucht von ihren beiden Säften war, glitt er kurzerhand in sie hinein und nahm sie mit langsamen, bedächtigen Stößen. Die ganze Zeit blickten sie sich dabei in die Augen, küssten sich immer wieder und ein stechender Schmerz machte sich in Viktors Brust breit. Er konnte und wollte sich nicht länger mit seinen Gefühlen zurückhalten.

Seine Stöße wurden jetzt immer drängender und auch Christy bewegte sich ihm heftiger entgegen. Mittlerweile lief bei ihnen beiden der Schweiß und er spürte, wie sich Christys Höhepunkt anbahnte. Als die Gefühle in ihr zu stark zu werden drohten schloss Christy die Augen doch er forderte sie auf, sie wieder zu öffnen. Ihr Blick war glasig, ihre Pupillen riesig und sie atmete heftig doch sie löste ihren Blick nicht von seinem.

Er hielt es nicht mehr aus, der Moment war einfach zu intensiv und er kam so heftig, als hätte er sie nicht erst vor einem Tag das letzte Mal gehabt sondern wochenlang nicht. Sie folgte ihm direkt hinterher und er genoss das Zucken ihrer Muskeln um seinen Schwanz, die auch noch das letzte bisschen Sperma aus ihm herauspressten.

Er stützte sich mit seinen Unterarmen neben ihr ab, wollte noch nicht von ihr getrennt sein. Seine Stirn hatte er an ihre gepresst und sie atmeten beide heftig. In dem Moment wurde ihm klar, dass er sich nichts mehr vormachen brauchte. Er liebte sie. Schlicht und ergreifend. Er hob seinen Kopf etwas an und blickte auf ihr wunderschönes Gesicht herab. Und als sie die Augen ebenfalls öffnete und ihn eindringlich ansah, sagte er, was ihm auf dem Herzen lag.

„Ich liebe dich, Christy Cooper... mit allem was ich bin."

Christys Augen weiteten sich. Hatte er das gerade wirklich gesagt? Sie konnte es nicht fassen! Natürlich hatte sie sich schon gedacht, dass das was Ernsteres zwischen ihnen war, aber diese Worte aus seinem Mund zu hören... damit hatte sie im Traum nicht gerechnet. Und die verdammten Schwangerschaftshormone mussten dran schuld sein denn sie brach direkt wieder in Tränen aus.

„Oh, verdammt, Christy! Es tut mir leid! Ich wusste, es wäre besser gewesen, die Klappe zu halten." Er rollte sich von ihr herunter und setzte sich dann auf den Bettrand, die Ellenbogen auf seinen Beinen, das Gesicht in den Händen.

„Viktor, bitte, du verstehst das falsch!" Sie krabbelte zu ihm rüber und nahm seine Hände weg von seinem Gesicht, zwang ihn, sie anzuschauen. „Es ist nur alles gerade so überwältigend, diese ganze Situation, die Tatsache, dass ich Mutter werde, meine eigenen Gefühle. Und außerdem bin ich allgemein gerade wegen dem Zwerg etwas nah am Wasser gebaut."

Sie lächelte ihn an und er wirkte noch etwas zweifelnd. „Bitte glaube mir Viktor. Ich bin mir in diesem ganzen Gefühlschaos momentan kaum selbst darüber im Klaren, was ich fühle. Aber du kannst dir sicher sein, dass das, was ich für dich empfinde, weit über das hinaus geht, was ich für irgendjemanden sonst fühle." Sie konnte sich noch nicht dazu durchringen, von Liebe zu sprechen, dafür kannte sie dieses Gefühl einfach nicht gut genug, um sich sicher zu sein, dass es das war, was sie für Viktor empfand aber vielleicht würde sie das irgendwann können.

„Na ja, ich denke, damit kann ich erst einmal leben", erwiderte er und ein leichtes Lächeln stahl sich auf seine Lippen. Auch Christy konnte ein Grinsen nicht unterdrücken. Sie setzte sich auf seinen Schoß und küsste ihn inbrünstig. Er erwiderte ihren Kuss genauso heftig und kurze Zeit später steckte er für eine letzte Runde heute bereits wieder in ihr.

Noch bevor die Sonne am Morgen ihre ersten Strahlen sehen ließ, küsste Christy den noch schlafenden Viktor zum Abschied zart auf den Mund. Er murmelte irgendetwas, bevor er sich brummend auf die Seite drehte und leise weiter schnarchte. Ein warmes Gefühl machte sich in ihrer Brust breit als sie auf ihren schlafenden Geliebten hinab blickte. Sie konnte sich durchaus vorstellen, diesen Anblick jeden Morgen für den Rest ihres Lebens zu genießen. Wäre es tatsächlich falsch, Viktor zu lieben, ihn womöglich sogar zu heiraten, ihr Kind gemeinsam aufzuziehen?

Sie konnte sich immer besser mit dem Gedanken anfreunden, dass Viktor ein permanenter Teil ihres Lebens wurde. Und auch für ihr Kind würde sie es sich wünschen, dass es mit seinem Vater aufwachsen würde. Viktor würde mit Sicherheit ein tausendmal besserer Vater sein als ihr eigener.

Sie ging schnell ins angrenzende Bad und wusch sich nur flüchtig untenrum. Das musste ausreichen, bis sie im Bad der Ravenclaws die restlichen Spuren der letzten Nacht abwaschen konnte. Zurück im Schlafzimmer sammelte sie ihre Kleidung auf, zog sich schnell an und warf ein letzten Blick auf Viktor bevor sie sich schweren Herzens umdrehte und seine Suite verließ. Sie drehte sich zur Tür und schloss sie so leise wie möglich. Als sie sich dem Gang zuwendete blickte sie direkt in die kalten Augen von Umbridge.

„Woher wusste ich bloß, dass ich Sie hier finden würde...?"