Samstag, 9. Dezember
Severus wuselte durch seine Wohnung, verzweifelt auf der Suche nach seinem Slytherin-Schal. Das Quidditch-Spiel gegen Gryffindor begann in einer knappen Viertelstunde und noch immer war das gute Stück nicht aufgetaucht. Dabei brauchte er es heute noch wesentlich dringender als sonst. So viel hing davon ab, dass er den Schal bald fand – sein Aussehen, sein Ansehen, seine Autorität. Sein Leben, wenn man es drastisch ausdrücken wollte.
Schublade auf, Schublade zu.
Schranktür auf, Schranktür zu.
Nichts.
Ein gezischter Fluch, der sämtliche Schüler Hogwarts' von den Stühlen gerissen hätte, hätten sie ihn mitbekommen.
Das war doch einfach nicht zu fassen! Noch zehn Minuten bis zum Beginn des Spiels... Alle Schränke, Schubfächer und Regale hatte er schon mindestens dreimal durchsucht, ohne auch nur das allerkleinste Fitzelchen dunkelgrüne Wolle zu Gesicht bekommen zu haben. Es war wie ein Fluch, ein Zufall, der viel zu gemein war, um ein Zufall zu sein.
Fünf Minuten verbleibend. Wer auch immer das gewesen war - und er hatte da schon einen nicht ganz unbegründeten Verdacht - würde dafür büßen!
Er würde sich vor versammelter Mannschaft lächerlich machen, sich bis auf die bleichen Knochen blamieren - denn das einzige Objekt zum Ausdrücken seiner Hauszugehörigkeit schien nun diese scheußliche, knallsmaragdgrüne, mit hässlichen, unecht-silbernen Schlangen verzierte Abartigkeit einer Sonnenbrille zu sein!
...
Das einzig Gute an dem aufsehenerregenden Teil war, bemerkte Severus, als er zusammen mit der starrenden Bevölkerung des Schlosses auf den Rängen saß, dass die getönten Gläser alles slytheringrün einfärbten. Minerva McGonagall mit grasgrünem Gesicht – wenn das mal kein Sieg werden würde!...
