Disclaimer: Der Weihnachtsmann hätte mir eine Rute hinterlassen, wenn ich behauptet hätte, dies alles wäre mein Eigentum. So muss ich leider eingestehen, dass allein das Zusammenwürfeln der verschiedenen Universen und die daraus entstandene Geschichte mir gehören. Kleine Geschichte Mittelerdes Teil 2
Das Hexenreich von Angmar hat insofern etwas mit Dol Guldur zu tun, da der Hexenmeister von Angmar das Oberhaupt der Ringgeister ist, sprich derjenige, der Harry verwundet hat. Der Hintergrund dazu wurde bereits in einem der früheren Kapitel meiner Geschichte erwähnt (Glorfindels Weissagung, dass kein sterblicher Mann den Hexenmeister würde töten können, was ja letztlich auch wahr ist, da Eowyn ihn vernichtet). Ansonsten ist Dol Guldur, zumindest die Grundstruktur der Gebäude, elbischen Ursprungs. Oropher, Thranduils Vater und damit Legolas' Großvater, hatte dort den Hauptsitz des Elbenreiches gegründet, als Düsterwald noch als Grünwald der Große bezeichnet wurde. Diese Gegend wurde jedoch nach der Letzten Allianz (Ende Zweites Zeitalter, Saurons Fall durch Isildur) verlassen, vor allem da zwei Drittel der elbischen Streitmacht inklusive damaligen König Oropher nach einem voreiligen Angriff auf das Schwarze Tor vernichtet worden war. Oropher hatte wohl ein paar Schwierigkeiten sich Gil-Galad unterzuordnen, aber es wird nirgendwo genau beschrieben, wie es zu der Katastrophe kam. Erst um 2300 Drittes Zeitalter (die Zeit, in der meine Handlung spielt) kamen Gerüchte auf, dass Dol Guldur von einem Ringgeist in Besitz genommen wurde. Zu diesem Zeitpunkt wagte sich keiner mehr nach Dol Guldur, da die Umgebung von Orks und Riesenspinnen nur so wimmelte. Sauron verweilte ebenfalls einige Zeit dort (siehe die ominösen Worte des Ringgeistes im letzten Kapitel!), der Rat der Weisen zögerte jedoch, direkt einzugreifen, vor allem da Saruman sich dagegen aussprach. (Großer Hinweis für zweites Buch! Harry und Saruman werden nicht gut miteinander auskommen, Hinweis: Okklumentik vs. Sarumans Stimme.)
Zur Entfernung zwischen Dol Guldur und Lothlorien ist zu sagen, dass es in der Tat nicht sehr weit ist. Allerdings hätten die drei es wirklich nicht von Punkt A nach B in einem Tag geschafft, deswegen ja auch die Elben, die Galadriel ihnen entgegen geschickt hat (auf Pferden). Thranduils Hauptreich ist weiter entfernt als Lothlorien, da sie dahin fast den gesamten Düsterwald hätten durchqueren müssen.
WARNUNG: In den folgenden Kapiteln habe ich meinen Musen freien Lauf gelassen. Die Elben fallen definitiv anders als bei Tolkien aus, aber mir hat es sehr viel Spaß gemacht, sie auf meine Weise zu schreiben und von diesem unantastbaren, weit entfernten Podest herunter zu holen und zu greifbaren Wesen zu machen, die zwar alt und weise und mächtig sein mögen, aber letztlich doch immer noch individuelle Eigenheiten besitzen.
ALSO, NUR MIT EINER GUTEN DOSIS HUMOR LESEN!
Viel Vergnügen. Ein Frohes Fest und all der andere weihnachtliche Kram. ;)
Grey-Wings
Kapitel Neunzehn - Genesung
Er schwebte und fand, dass Schweben eine gute Sache war, denn eine seiner letzten Erinnerungen bestand darin, wie er im freien Fall ausweglos einem steinernen Grund entgegen sauste. Yep, schweben war eine definitive Verbesserung. Jetzt müsste er nur noch die Augen öffnen, um zu sehen, weshalb und wohin er schwebte.
Harry fand sich in einem weißen Raum wieder. Insofern man eine weiße Endlosigkeit, bei der man keinerlei Hinweis darauf findet, woher das Licht kommt, wo oben und unten ist, ob es überhaupt so etwas wie oben und unten gibt, als einen Raum bezeichnen kann. Harry entschied, dass dies immer noch die am besten passende Bezeichnung wäre, denn der Begriff Nichts (der ihm zuerst eingefallen war) hatte ein ungutes Gefühl. So von wegen: Wenn ich mich in einem Nichts befinde, wie atme ich dann? Bin ich tot? Ist das eine Wartehalle, denn ich hoffe doch mal nicht, das hier soll der Himmel sein (Hölle ist ausgeschlossen, dafür gibt es zu wenig Feuer … genau genommen gar keines …)? Wenn das hier der Himmel sein soll, dann ist das gesamte Paradieskonzept reichlich überbewertet worden!
Statt sich mit diesen rudimentären Fragen zu belasten, wanderte Harry umher. Wahrscheinlich war es seltsam, dass er momentan nicht mehr fühlte oder darüber nachdachte, was geschehen war, aber sein Gehirn war angesichts des Horrors einfach in Streik getreten. Er konnte es ihm nicht übel nehmen. Daher das Umherwandern, um sich abzulenken und möglichst lange nicht denken zu müssen. Vielleicht gab es hier irgendetwas anderes, interessanteres als … nun ja: Weiß. Aber natürlich blieb alles einfach nur weiß und er hatte keine Ahnung, ob er sich überhaupt vorwärts bewegte. Tja, wohin auch? So von wegen Unendlichkeit war es etwas schwer ein Ende dieses … Weiß' zu finden. Was würde er dafür geben nur irgendeine andere Farbe sehen zu können! Wieso musste das alles überhaupt immer so voller Klischee sein? Weiß? Wer hatte sich das einfallen lassen?
Dennoch verging Zeit. Zumindest fühlte es sich an, als liefe er bereits stundenlang ziellos umher. Wie ein störrisches Maultier blieb er plötzlich stehen, kreuzte die Arme über der Brust und tappte mit dem Fuß genervt auf die Erde: „Langweilig!"
Als nichts geschah, schmollte er (schließlich konnte er immer noch eine passable Imitation eines Teenagers abgeben!) und versuchte es noch einmal. „LAAAAAANGWEILIG!!!"
Irgendjemand lachte leise hinter ihm, Harry schnaubte und drehte sich um: „Na endlich! Was ist das hier und wer …" Der Rest seines Satzes verlief im Nichts. Harry blinzelte, kämpfte mit dem Kloß in seinem Hals und Atembeschwerden: „Ähm … Hallo?"
Im Grunde war ihm eher danach, die Beine in die Hand zu nehmen und eine größtmögliche Entfernung (ein bis Dimensionen hörten sich für den Anfang ganz gut an) zwischen sie zu legen. Bei Merlin, alles in ihm zitterte ob der Macht, die dieses Wesen – das übrigens, man sollte es kaum glauben, in weiß gekleidet war – verströmte.
„Sei gegrüßt, junger Harold."
Oh Mann! Ein mächtiges UND allwissendes Wissen. „Ähm ja, meine Freunde nennen mich Harry, und du?"
„Yavanna.", erwiderte die Frau mit den langen, braunen Haaren. „Meine Freunde nennen mich Mutter Erde."
Okay, das war … überwältigend? Unerwartet? Auf jeden Fall weniger dramatisch, als er sich ein solches Treffen vorgestellt hätte, wenn er jemals mit einem solchen Gedanken gespielt hätte. Eloquent erwiderte er: „Wow."
Die Valië lachte und es hörte sich an wie ein Bach, der fröhlich über Kiesel sprang. „Du bist ein entzückendes Wesen, Harry. Ich war überrascht über deine Macht und gleichzeitige Demut, als du mit mir in Kontakt tratest."
„Nun, du bist ziemlich großartig. Ich hätte da nur eine winzig kleine Frage.", stammelte er verwirrt. Sie nickte ihm duldsam zu fortzufahren. „Du bist eine der Valar und … wie soll ich es ausdrücken? Stehe ich nicht eher unter Jurisdiktion der Mächte aus meiner alten Dimension?"
„Ah ja, ich vermutete, dass die Erklärungen für dich und deine Schwester einige Mängel aufwiesen. Setz dich, Kind!" Mit einer sanften Handbewegung wechselte ihre Umgebung – Endlich! Kein Weiß!!! – in eine warme Lichtung, in deren Mitte zwei moosbewachsene Steine lagen, auf die sie sich niederließen. „Die Mächte unterliegen anderen Regeln als wir Valar. Ihre einzige Aufgabe besteht darin, das Gleichgewicht Eurer Dimension aufrecht zu erhalten. Im Laufe der Jahrtausende gingen sie für das Wohl des Ganzen viele Kompromisse ein, welche oftmals schonungslos und teilweise ungerecht waren, so verloren sie einen Großteil ihres Mitgefühls für jene, die sie eigentlich leiten sollen. In Faiths und deinem Falle hätte dies in eurem frühen Tod resultiert, doch erkannten sie euer Potential und suchten nach einem Ausweg. Daher schickten sie euch hierher, was sie nicht beachteten war, dass ihr beide damit unter … wie nanntest du es? Ah ja, ihr beide fallt nun unter unsere Jurisdiktion. Euer Schicksal ist in die Hände der Valar übergegangen. Wir haben euch eine Weile beobachtet, um zu sehen, wie ihr euch zurechtfinden, was ihr aus eurem Leben tun würdet." Sie lächelte ihn sanft und stolz an. „Ihr seid würdig."
„Das ist gut … nehme ich an?"
„Ja, mein Kind, das ist es.", bestätigte sie und lachte erneut. „Ah, es ist lange her, dass wir solche Freude hatten. Eure Frische und Ehrlichkeit ist entzückend."
Harry errötete und fühlte sich, als wäre er fünf Jahre alt. Ehe ihm eine weitere Frage einfiel. „Von wegen Kindern und so … Weswegen altern meine Schwester und ich nicht?
„Eine Gabe der Mächte. Ihr werdet für immer sein, wie ihr jetzt seid, es sei denn einer von euch stirbt. Dann stirbt auch der andere.", erwiderte Yavanna und musterte ihn eindringlich. „Sie haben nur eines nicht bedacht. Aufgrund dieser Gabe könnt ihr den anderen Zweitgeborenen nicht folgen, wenn sie Arda nach ihrem Tode verlassen."
Blinzelnd schüttelte Harry den Kopf voller Entsetzen. „Aber was dann? Ich meine …" Wie sollte er in Worte fassen, was das bedeuten konnte. Er wollte, nein, konnte sein Dasein nicht als Geist fristen. Für alle Ewigkeit an Mittelerde gebunden, keine Ruhe findend.
Yavanna legte sanft eine Hand auf sein Haar. „Es ist Mandos' Entschluss, dass Euch dieselbe Wahl gegeben wird, die auch den Kindern Eärendils zuteil wurde. Wenn Sauron besiegt wurde, seid ihr von eurer Aufgabe befreit und könnt wählen, unter den Erst- oder Zweitgeborenen zu leben. Sucht ihr ein menschliches Dasein, dann werdet ihr deren Weg folgen. Wählt ihr ein elbisches, steht euch der Weg frei nach Valinor in den Westen zu segeln."
Sprachlos starrte Harry sie an. Niemals würde er seine Eltern im Jenseits sehen, denn die Menschen dieser Welt beschritten nach ihrem Tode einen anderen Weg als die auf der Erde. Nie wieder würde es so sein. So sein, wie er gedacht hatte, dass es sein würde, obwohl er nun verstand, dass es nie so gewesen war, wie er geglaubt hatte, dass es wäre.
Hatte er schon erwähnt, dass seine Gedanken einer gewissen Kohärenz ermangelten? Wie konnte er all das aufnehmen und nicht sein Hirn überladen?
„Was geschieht, sollten wir vorher sterben? Vor Saurons Fall? Was wenn wir verlieren?"
„Dann werdet ihr in Mandos Hallen gesandt." Sie neigte sich vor und küsste ihn sanft auf die Stirn, direkt über die kaum mehr sichtbare, blitzförmige Narbe. „Erwache nun, mein Kind. Dein Körper wurde geheilt."
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Nachdenklich blickte Celeborn über sein Buch hinweg, das inzwischen vergessen in seinen Händen lag. Wie immer seit ihrer Ankunft war der dunkle Kopf der Schwester, Faith war ihr Name, über die stille Gestalt ihres Bruders, Harry, gebeugt. Als liehe sie ihm ihre Kraft, hielt sie seine Hand fest umschlossen. Manchmal richtete sie Worte der Ermutigung, der Hoffnung, aber auch des Flehens an den jungen Zauberer. Allein für die Heiler verließ sie ihren Platz oder wenn sie vor Erschöpfung eingeschlafen war und einer der Elben sie in das Bett neben ihrem Bruder trug.
Der Herr des Goldenen Waldes hatte es sich in den vergangenen zwei Wochen zur Gewohnheit gemacht, seine abendlichen Musestunden in diesem Krankenzimmer zu verbringen, leise vorlesend, denn dies schien eine beruhigende Wirkung auf die junge Frau zu haben und damit auch auf den Verletzten, denn der Bund zwischen den Geschwistern war stark.
Selten fanden Menschen ihren Weg nach Lothlorien, die Furcht vor der Elbenhexe, seiner Gemahlin, hielt sie fern. Nun, dies konnte er verstehen, gelegentlich bezeichnete auch er sie in Gedanken als Hexe, allerdings hatte er wohl als einziger in ganz Mittelerde tatsächlich das Recht dazu. Keine Frage, ihre Bund war stark und sie empfanden tiefe Zuneigung füreinander, waren seit so vielen tausend Jahren enge Vertraute, doch hatte sie als Ringträgerin stets eine Pflicht, die vor ihm kam. Eine Pflicht, die vor allem kam … und gelegentlich hatte sie ein Furcht erregendes Temperament, das durch ihre Kräfte nur noch verstärkt wurde, insbesondere wenn sie sich auf einem ihrer Rachfeldzüge befand.
Die beiden Geschwister hatte sie jedoch trotz all ihrer Kräfte und Nenya nicht sehen können und das nagte arg an ihrem Ego. Allein dies erregte Celeborns Aufmerksamkeit. Jemand, der entweder durch stärkere Mächte geschützt wurde oder sich selbst gegen unerwünschtes Spähen schützen konnte? Kurios.
Der junge Prinz, Thranduils Sohn, hatte nicht viel über sie erzählen können – oder wollen, wie Celeborn vermutete –, seine Berichte über Dol Guldur waren jedoch Besorgnis erregend. Dreimal hatten diese Kinder sich in die Festung der Schwarzen Magie gewagt? Noch viel kurioser.
Kein Wunder, dass sie die kaum verhohlene Neugier seiner Waldelben auf sich zogen. Jedes noch so kleine Detail wurde wieder und wieder beschrieben, ihr Äußeres, ihr Zustand und … nun ja, vor allem ihr Aussehen. Nicht selten vernahm er in den Hallen, dass gar mancher sich wunderte, dass sie als Zweitgeborene ausnehmend wohltuend anzuschauen waren. Ai, für Menschen wäre dies gar ungewöhnlich! Im Geiste gab Celeborn ihnen Recht, obwohl er in früheren Zeitaltern ausgesprochen schönen Exemplaren der Zweitgeborenen begegnet war. Elendil selbst war in seiner Jugend kein übles Beispiel, das einen verstehen ließ, weshalb Beren von Luthien erwählt worden war.
Ah, seine Gedanken waren einmal mehr am Spekulieren. Er fand es jedoch anregend, seit langem einmal mehr Grund dafür zu haben.
„Ein faszinierendes Paar, nicht wahr.", ertönte es leise, als Mithrandir sich neben ihm niederließ. Ausnahmsweise fehlte dem Istar seine Pfeife.
„Ihr deutetet bei Eurer gestrigen Ankunft an, Ihr würdet mehr über sie wissen?" Ja, Celeborn gab es ehrlich zu: Er war neugierig. Zehntausend Jahre waren eine lange Zeit, um zu lernen, sich über jedes Neue zu freuen. Nichts war langweiliger, als fortwährend von denselben Gesichtern und Geschichten umgeben zu sein. Demnach fühlte er sich über ein paar begierige Fragen nicht verlegen.
„Ah, das ist eine Sache, die auf später verschoben werden sollte. Euer Schwiegersohn ist soeben eingetroffen und auf den Weg hierher."
„Das sind gute Nachrichten. Es gibt keinen, der mehr Fähigkeiten als Heiler und Wissen über den Schwarzen Atem besitzt."
„Ein großzügiges Kompliment.", erklang es amüsiert vom Eingang des Raumes, wo Elrond, Herr über Bruchtal, unbemerkt erschienen war. „Doch lasst uns die Begrüßung auf später verschieben." Bereits in Heilermodus eilte er an das Bett seines Patienten. Die schlafende Faith nicht störend begann er seine Untersuchung.
„Ungewöhnlich.", murmelte er kurz darauf. Das Gift der Pfeilwunde war bereits behandelt worden und aus dem Körper getrieben, die Haut an der Schulter heilte vorzüglich. Der Teint war wie zu erwarten extrem bleich und die Haut fühlte sich kühl unter seinen Fingern an. Doch es fehlten der Schüttelfrost, die typischen Abwehrreaktionen des menschlichen Körpers gegen das Leiden, das durch die Ringgeister hervorgerufen wurde. „Es war sicher ein Nažgul?"
„Ohne Zweifel, sowohl seine Schwester als auch Legolas Thranduilion haben den Schatten gesehen.", informierte Celeborn und stand auf. „Die Heiler entdeckten eine befremdliche Wunde auf seinem Oberkörper, direkt über dem Herzen."
„Dem Herzen?", rief Elrond überrascht aus und öffnete mit geschickten Fingern das dünne Hemd seines Patienten. Darunter kam eine Verletzung zu Vorschein, die aus fünf tiefen Stichwunden bestand, diese Einstiche waren offenbar Ursache des Übels, denn um sie konzentrierten sich dunkle, beinahe schwarze Verfärbungen der Blutgefäße. Nachdenklich legte der Heiler seine Hand darüber, die einzelnen Wunden stimmten in etwa mit seinen ausgebreiteten Fingern überein. „Ai! Dieser junge Mann ist erstaunlich! Der Nažgul war nur eine Armeslänge entfernt … aber weshalb? Dieses Verhalten ist ungewöhnlich."
Vorsichtig betastete er die Wunden. Ja, Athelas wurde von den anderen Heilern großzügig verwendet, das war gut, denn es verhinderte die Ausbreitung der Infektion. Aber für die vollständige Heilung würde er nachhelfen müssen.
Seine Vorbereitungen wurden unterbrochen, als Faith plötzlich erwachte und aufsaß. „Harry!"
Im selben Moment schnappte dieser hörbar nach Luft, sein Rücken bog sich so weit durch, dass er von der Matratze abhob und seine Augen schnappten auf. Ein sanftes Leuchten wanderte von einer zuvor nicht beachteten Narbe an seiner Stirn über seinen Körper, ehe es verschwand und der junge Zauberer in sein Lager zurück sank. Ein sanftes Lächeln umspielte seine Lippen, als er sich nichts beachtend auf die Seite drehte und erneut einschlief. Kaum hörbar war sein gehauchtes „Mutter …"
„Das war unerwartet.", murmelte Mithrandir mit vor Überraschung geweiteten Augen. Elrond hingegen beugte sich mit Wunder über seinen Patienten. Da war keine Spur mehr von der Verletzung, die keine Minute zuvor deutlich erkennbar gewesen war.
Der Herr des Goldenen Waldes ließ seinen Blick allerdings zwischen den Geschwistern hin und her gleiten. Der junge Zauberer sah plötzlich noch jünger aus und erinnerte Celeborn an Zeiten, da in den Elbenreichen noch das Gelächter von kleinen Elblingen zu vernehmen war. Seine Schwester hingegen lächelte nur und schüttelte fortwährend den Kopf. Etwas sagte ihm, dass wenigstens sie eine Ahnung hatte, was soeben geschehen war. „Vielleicht könnt Ihr uns mitteilen, wer diese Mutter ist?", fragte er daher leise.
„Mutter Erde, wer sonst!", erwiderte Faith leichthin, all ihre Lebenskraft und Feuer in sie zurückkehrend, denn Harry war geheilt und sicher. Mit strahlenden Augen erhob sie sich, um ihre verkrampften Gliedmaßen zu strecken.
„Mutter Erde?" Weder Elrond noch Celeborn war diese Bezeichnung geläufig.
„Ah. Die Spenderin aller Früchte, Yavanna.", erläuterte Gandalf der Graue, der einst als der Maia Olórin durch die Welt gewandelt war. Gedankenvoll lehnte er auf seinem langen, gewundenen Stab. „Dies sind bedeutsame Neuigkeiten, wenn ich mich nicht irre."
„Was du selten tust, alter Mann.", kommentierte Celeborn nur halb scherzend.
Faith schnaubte. „Sagte der zehntausend Jahre alte Elb." Bis ihr klar wurde, was sie gesagt hatte und zu wem. „Ähm … ich meine, nicht dass das irgendetwas aussagt. Du hast dich wirklich gut gehalten und … ähm … man sieht dir die Jahre echt nicht an, ehrlich!"
„Ich danke für das Kompliment, Kind.", erwiderte der Elbenlord sardonisch, was erst recht Gelächter erntete, das weder Elrond noch Mithrandir länger zurückhalten konnten. „Und du Elrond brauchst gar nicht so zu lachen! Ich kannte dich bereits, als du noch als unsicherer Elbling durch die Hallen Lindons ranntest! Deine Kinder wären sicher begierig einige deiner Missetaten zu vernehmen."
Das brachte den Herrn von Imladris zum Schweigen und Celeborn wandte sich mit einem triumphalen „Hah!" ab.
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Anm.: Erzählung über Earendil aus dem Silmarillion; Klett Cotta; 1978
„… Soll der sterbliche Mensch lebend die Lande der Unsterblichen betreten und weiterleben?' Doch Ulmo sagte: ‚Dazu ward er in die Welt geboren. Und sage mir: Ist er Earendil, Tuors Sohn, vom Stamme Hadors, oder der Sohn von Idril, Turgons Tochter aus dem Elbenhause Finwes?'" Die Stimme leitete Harry sanft in das Land der Wachen zurück. „… als alles gesagt war, fällte Manwe seinen Spruch, und er sagte: ‚In dieser Sache ist mir Urteilsmacht verliehen. Was Earendil den Zwei Geschlechtern zuliebe gewagt, soll er nicht büßen, noch soll es Elwing, sein Weib; doch sollen sie nie wieder unter die Elben oder Menschen in den Außenlanden gehen. Und dies ist mein Spruch, sie betreffend: Earendil und Elwing und ihren Söhnen sei es gestattet, frei zu wählen, mit welchem der Geschlechter ihr Schicksal vereinst sein dun unter welchem Geschlecht über sie geurteilt werden soll."
Überrascht öffnete Harry seine Augen, sobald sein Hirn verarbeitete, welche Erzählung ihm da vorgelesen wurde. Auf der anderen Seite seines Raumes saß ein Elb mit silberblondem Haar, dessen sanfte Stimme den jungen Zauberer aus seinen Träumen geholt hatte. Es war eindeutig kein Waldelb aus Thranduils Reich, darin war er sich sicher. Doch zuerst das Wichtige. „Was hat er gewählt?"
Durchdringend blausilberne Augen blickten über das Buch hinweg zu ihm und lächelten ihn erfreut an. „Earendil und Elwing blieben in Valinor. Wie ich sehe, bist du endlich erwacht, pîn dînelen."
Kleiner, stiller Stern? Harry blinzelte ob des unerwarteten Kosenamens. „Ähm ja, sieht ganz danach aus." Neugierig sah er sich um. Eindeutig nicht Düsterwald, denn die Sicht nach draußen war hell und voll goldenen Lichtes, während sie sich weit oben in einem Baum zu befinden schienen und der Raum, in dem er sich wieder fand, fühlte sich weiter und freier an, als alle Höhlen Thranduils. Weiß und silbern und hie und da ein zarter Grün- oder Blauton zierte die Wände und Gegenstände, welche ihn an die Vollkommenheit aus Edhellond erinnerte. Da waren Lichter an den Wänden, die wie Knospen geformt waren und ein weiches, warmes Leuchten abgaben; und die Möbel wirkten, als wären sie genauso in der Natur gewachsen und nicht per Hand geschnitzt worden. Blätter fielen leise durch die weite Öffnung, die normalerweise wohl eine Außenwand gewesen wäre. „Wo genau bin ich? … Und wo ist Faith? Und Legolas? Geht es ihnen gut? Haben sie …"
Eine erhobene Hand gebot ihm Einhalt. „Sowohl dem jungen Prinzen als auch deiner Schwester geht es gut. Sie wachten viele Stunden an deiner Seite und erst nachdem deine Genesung sicher war, konnten wir sie überzeugen, in Ruhe zu essen und zu schlafen, was sie vermutlich im Augenblick tun. Zu deiner anderen Frage: Ihr befindet euch in Lothlorien."
„Deutliche Verbesserung zu Thranduils Höhlen.", murmelte Harry unbedacht.
Der fremde Elb lachte leise. „Deine Schwester ist derselben Ansicht."
Schulter zuckend entschied Harry sich, ob seiner Bemerkung nicht verlegen zu sein. Es war seine ehrliche Meinung und ein Kompliment. Sich vorsichtig streckend überprüfte er seinen Körper und lugte nachdenklich unter sein Hemd. „Alte Angeberin.", kommentierte er schließlich voller Zuneigung, dann lehnte er sich zurück in seine Kissen. „Ich danke für unsere Aufnahme in den Goldenen Wald und hoffe, dass wir nicht allzu viele Unannehmlichkeiten bereitet haben."
„Keine Unannehmlichkeiten, nur mehr Aufregung als wir es hier gewohnt sind." Celeborn war amüsiert. Keine Frage, das Kind war ein erfrischender Wind unter den alten Bäumen seines Landes. „Deine Auseinandersetzung mit dem Nažgul konnte von den Grauen bis zu den Weißen Bergen gesehen werden."
„Oh!" Sich ablenkend rief der junge Zauberer mit einer Handbewegung einen der Wasserkrüge und Becher zu sich.
Der Herr des Goldenen Waldes starrte verblüfft auf die schwebenden Gegenstände und auf den Jungen, der dies so offensichtlich beiläufig tat, als wäre es nichts Besonderes. Nicht einmal Mithrandir nutzte seine Magie auf eine solche Weise, völlig blind gegenüber der Außergewöhnlichkeit einer solchen Gabe.
„Wie auch immer. Du weißt nicht zufälliger weise, wo meine Sachen sind? Nicht dass irgendetwas an diesem Hemd auszusetzen wäre, aber ich habe eine gewisse Abneigung dagegen halbnackt durch eine fremde Elbenstadt zu wandern."
Celeborn schoss der ungeahnte Gedanke durch den Kopf, dass er gewiss nichts dagegen hätte, deutete jedoch nur zur Seite, wo auf einem Hocker sorgfältig alle Besitztümer des Zauberers gestapelt lagen. Dieses Mal brachten die schwebenden Gegenstände ihn nicht aus der Fassung und er beobachtete, wie der junge Mann jedes Objekt mit Bedacht untersuchte. Da waren die zwei Langdolche aus Mithril, die Celeborn selbst schon bewundert hatte, der von dem Pfeil durchlöcherte Lederwams, der reparierte Umhang und all die anderen Kleidungsstücke, die sorgfältig gereinigt worden waren. Zuletzt wandte Harry sich seinen Armschützern zu.
Zur nicht geringen Verwunderung holte der junge Zauberer etliche Dinge daraus hervor. Zuerst ein winziges Stück Holz, das eher wie ein drei Zentimeter langes Ästlein aussah, doch unter der Hand des Zauberers wuchs dieser, bis er ein zwei Meter langer, tiefschwarzer Langstab wurde, dessen Form Celeborn an die Zauberstäbe von Gandalf und Saruman erinnerte. Sorgsam wurde dieser überprüft und schließlich mit einem zufriedenen Seufzer neben das Bett gestellt. Darauf folgte eine Unzahl sternenförmiger Scheiben, die das Licht der Lampen einfingen.
Neugierig stand Celeborn auf und trat an das Bett heran. „Darf ich?"
„Natürlich."
Behutsam nahm er eine der Scheiben in die Hand. Ihre Ränder waren scharf, wie kleine Messer! Gleichzeitig waren sie jedoch auch kleine Kunstwerke, denn als wären sie in das Metall hineingegossen glitzerten Diamanten und Smaragde. Sie bildeten eng verschlungene Ornamente und nur sein scharfes Elbenauge konnte die winzigen Schriftzeichen erkennen, aus denen die Linien bestanden. „Was sind das?"
„Wurfsterne. Ich bin nicht sehr geschickt mit Pfeil und Bogen, deswegen hat mir Faith diese nützlichen, kleinen Dinger gemacht. Man kann sie auf kleine Distanzen und in engen Räumen anwenden." Eifrig deutete er auf die Linien. „Faith würde mir ewig in den Ohren liegen, wenn ich auch nur einen verlöre, also musste ich mir etwas einfallen lassen. Also habe ich die Runen geschrieben, sie verstärken die Kraft des Wurfes, schärfen die Kanten und ermöglichen, dass ich sie nur mit meinen Gedanken zurück zu mir rufen kann."
„Erstaunlich." Er wog die winzige Waffe in seiner Hand, hielt sie zwischen seinen Fingern. Es war einige Zeit her, dass ihn als Krieger etwas so fasziniert hatte. „Man kann sie ohne Probleme überall mit hinnehmen. Wie effektiv sind sie im Kampf?"
„Nun, mit genug Übung sind sie ebenso wirksam wie Pfeile. Man muss nur die Schwachstellen einer gegnerischen Rüstung kennen und treffen." Er grinste schalkhaft. „Demnach liest du nicht dein Leben lang Kranken alte Geschichten vor?"
„Das würde auf die Dauer langweilig werden, nicht wahr?", erwiderte Celeborn nur amüsiert. Frechdachs.
„Wenn man bedenkt, dass Elben ewig leben können … Yep, sehr wahrscheinlich.", gab Harry schelmisch zu. „Spricht etwas dagegen, dass ich den Wald ein wenig erkunde?"
„Nun, das kommt immer darauf an, ob du bereit bist, den Zorn eines Heilers auf dich zu ziehen." Mit einem heiteren Lachen beobachtete Celeborn, wie ein Bein flink wieder unter der Decke verschwand und der junge Zauberer es sich erneut in seinem Bett bequem machte. „Allerdings könnte ich etwas zu essen besorgen."
„Das wäre äußerst liebenswürdig.", gab Harry würdevoll zurück und versuchte seine langen Haare irgendwie so zu arrangieren, dass sie ihm nicht ständig ins Gesicht fielen. Plötzlich hielt er geschockt inne. „Was zur Hölle ist das?" Entsetzt hielt er eine einzelne Strähne ins Licht. Grau! „Ich kann noch keine grauen Haare bekommen!", schimpfte er. „Ich bin viel zu jung dafür! Ich rede zwar ständig davon, dass Faith und ihre haarsträubenden Aktionen mich frühzeitig ergrauen lassen würden … aber … aber …" Er hielt die Strähne einfach nur entsetzt zwischen seinen Fingern. Verdammte Nažgul!
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„Es ist frustrierend.", deklamierte Harry.
„Ist das so?", fragte Celeborn überrascht. Er hatte sich entschlossen, das Abendmahl in Gesellschaft seines Gastes zu verbringen, und im Laufe dessen waren sie in einer Diskussion über Sauron und die Ringe der Macht versunken.
„Es ist immer das Gleiche! Man glaubt den Feind besiegt und eines Tages taucht er wieder auf, mächtiger als zuvor. Warum kann nie jemand sicherstellen, dass er endgültig vernichtet wurde?" Ärgerlich verschränkte Harry die Arme vor sich, unbewusst das Bild eines schmollenden Kindes abgebend. „Die Nažgul existieren noch, denn sie sind an den Einen Ring gebunden, ebenso wie Sauron. Demzufolge existiert auch der weiterhin, in irgendeiner Form und sammelt seine Kräfte. Wie eine alte Spinne, die ihr Netz webt und auf ihre Beute lauert."
Nein, definitiv kein Kind, trotz des irreleitenden Äußeren. Intelligenz und Erfahrung lag in diesen Augen mit ihrer exotischen smaragdgrünen Farbe. „Aber auch eine Spinne kann aus ihrem Nest vertrieben werden."
„Man muss das Nest nur erst finden." Harry biss Gedanken versunken auf seiner Unterlippe herum. „Könnte Sauron sich in Dol Guldur aufhalten?"
„Wie kommst du darauf?"
„Die Orks verhielten sich anders als die anderen Male, an denen wir die Festung betraten. Sie waren keine herren- und führungslose Bande mehr und die Anwesenheit eines Ringgeistes kann dafür nicht Grund genug sein." Nur ungern dachte Harry an seine Begegnung mit eben diesem zurück. „Derjenige, der mich angriff, sagte etwas, das mir nicht mehr aus dem Kopf geht: ‚Dich bringe ich zu meinem Herren.'"
„Das sind beunruhigende Nachrichten." Sollte diese Spekulation Realität sein … „Womöglich ist es ein glücklicher Umstand, dass alle wichtigen Elbenfürsten sowie Mithrandir sich hier befinden. Diese Neuigkeiten müssen miteinander geteilt werden." Celeborn dachte an die bevorstehende Unruhe, die seinem einst so ruhigen Heim drohte. Vielleicht doch kein allzu glücklicher Umstand, denn Thranduil hatte sich angekündigt, nachdem man ihm Nachricht über seinen Sohn und dessen Freunde überbracht hatte. Dies wiederum versprach einige explosive Zusammentreffen. Elrond und Thranduil in einer Stadt? Nicht zu vergessen seine Gemahlin, die noch immer einen Groll gegen den König von Düsterwald hegte, seitdem dieser sich geweigert hatte, ihrem Wort bei einem Handelsgespräch zu vertrauen.
Der junge Zauberer schien seinen Stimmungswechsel aufgegriffen zu haben. „Probleme?"
„König Thranduil hat seinen Besuch angekündigt."
„Und alter, miesepetriger Griesgram, der er nun einmal ist, verspricht dies natürlich Unruhe.", bestätigte Harry weise, nur das diabolische Funkeln in seinen Augen verriet ihn. „Faith und ich haben uns schon immer gefragt, was ihm eher entspräche. Entweder eine alte Kröte, so wie er immer auf seinen Schätzen hockt, oder ein Maulesel, so störrisch wie er ist."
„Du würdest nicht wirklich … Keiner meiner Gäste wird verwandelt!", befahl er letztlich streng.
„Na gut. Behalt es einfach im Hinterkopf, falls ein typischer Thranduil Wutanfall sich ankündigt.", bot Harry hilfsbereit und nicht wenig begeistert an.
Celeborn starrte den hoffnungsvollen Zauberer an und fügte einen weiteren Punkt zu seiner Liste der Dinge, die er wachsam im Auge behalten musste: 37. Thranduil schafft es nicht nur den Zorn meiner Gemahlin, sondern auch den von Zauberern auf sich zu ziehen. Himmel! Er musste ernsthaft mit dem Mann reden oder er endete tatsächlich eines Tages als Kröte.
Kapitel Zwanzig – Elbenlords, Wein und Politik
„Sie plant etwas.", vertraute Celeborn sich in seiner Verzweiflung seinem Schwiegersohn an. „Etwas Teuflisches, ganz sicher."
„Ah, aber du vergisst: Es wird den Richtigen treffen."
Also auch keine Unterstützung aus dieser Ecke. Der Herr des Goldenen Waldes hätte nichts anderes erwarten sollen, dessen war er sich bewusst. Aber jetzt musste er nicht nur darauf achten, dass Elrond und Thranduil nicht mit gezückten Schwertern aufeinander losgingen, zudem heckte seine liebreizende Gemahlin etwas für den König aus Düsterwald aus.
Celeborn kannte die Zeichen nur zu gut. Ständiges auf und ab laufen in ihren Gemächern, nicht dass er ihr nachspionieren würde, er hatte nur ein paar der Galadhrim angewiesen, auf bestimmte Verhaltensmuster zu achten. Umso mehr erkannt wurden, desto schurkischer die Resultate ihrer Pläne.
1. Auf und ab laufen. 2. Ungewöhnlich lange Stunden in ihrer Grotte, welcher ihren magischen Spiegel beherbergte. 3. Lebhafte Frühstücksdiskussionen (Galadriel war keine Morgenperson und umso fröhlicher sie beim Morgenmahl war, desto … Er wollte gar nicht daran denken, nicht nach dem heutigen Frühstück, bei dem sie eine anregende Diskussion mit Elrond, Mithrandir UND Legolas geführt hatte!). 4. Ein neues, strahlend weißes Kleid. (Sie kleidete sich immer in weiß, wenn sie endlich ihren Zug machte, denn es ließ sie unschuldiger aussehen … in ihrer Meinung zumindest. Celeborn tat an den Tagen, da er sie diese Kleider tragen sah, das, was jeder intelligente, mutige und kampferprobte Krieger an seiner Stelle tun würde: Er erkannte eine nicht zu gewinnende Schlacht und trat den Rückzug an.) 5. Summen. Wenn sie erst summte, wusste er, dass er mindestens ein Jahrhundert lang die Konsequenzen ausbügeln musste. Bei Eru! Er hoffte, das Summen würde ihm erspart bleiben!
Der Rest der Vorbereitungen lief einfach … katastrophal. Offenbar hatte Prinz Legolas seinen Vater nicht informiert, dass er eine gewisse Tendenz dazu hatte, sich heimlich in gefürchtete, Ork verseuchte, Nažgul bewachte, dunkle Festungen zu schleichen. Dementsprechend ging von dem Prinzen eine nicht zu verdenkende Nervosität aus, die alle um ihn herum ansteckte.
Elrond … Nun, ehrlich gesagt, erwartete Celeborn, dass sein Schwiegersohn sich Hände reibend seiner charmanten Gattin anschließen würde. ‚Nur das nicht!', stöhnte er innerlich. Die Rache von zwei Ringträgern auf einmal würde Thranduil nicht überleben und der Herr Loriens würde bis zum Ende seines Lebens die Konsequenz dessen ausbaden müssen.
Wenigstens hielt Mithrandir sich zurück. So lange er dabei blieb, konnte Celeborn auch die ständige Rauchwolke um ihn verzeihen.
Inmitten dieses Chaos' waren seine Enkelsöhne eingetroffen, die wohl beschlossen hatten, sich selbst ein Bild des berüchtigten Königs zu machen und nun ihr Unwesen in seinem einstmals friedlichen Wald trieben. Wenn das so weiterginge, würde er aus seinen Gemächern ausziehen müssen, um Thranduil angemessen unterbringen zu können und … Gar keine schlechte Idee! Damit wäre das Problem des überfüllten, herrschaftlichen Talans, seines jammernden Major Domus als auch seine Sehnsucht nach einigen, wenigen und zunehmend kostbareren Ruhemomenten gelöst.
Dass er damit auch nicht im direkten Schussfeld seiner lieblichen Gemahlin stand, war nur ein zusätzlicher Pluspunkt. Entschlossen eilte er los, um den Haushalt zu informieren. Womöglich würde er diese Zusammenkunft doch noch überleben …
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„Berühmte letzte Worte!", murmelte er, als er seine Schläfen massierte, in dem vergeblichen Versuch, seine Kopfschmerzen zu vertreiben. Thranduils Ankunft hatte einen bleibenden Eindruck hinterlassen, bei allen! Denn während des prächtigen Abendmahls hatte der König es doch tatsächlich geschafft, jeden der Anwesenden, vom Elbenlord bis zur Dienstmagd, vor die Stirn zu stoßen, wenn nicht geradeheraus zu beleidigen. Er hatte sogar Mithrandirs Zorn auf sich gezogen, als er diesen beschuldigte, seinen leicht zu beeindruckenden, jüngsten Sohn (der dies mit stürmischer Mine aufgenommen hatte) dazu angestiftet zu haben, nach Dol Guldur zu gehen. Celeborn fragte sich, ob Thranduil einen Todeswunsch besaß. Zwei Ringträger, seinen eigenen Sohn und zwei Zauberer als Widersacher zusätzlich zu einem Ringgeist in seinem eigenen Hinterhof? Ai, sein Kopf stand kurz vor dem Bersten und sie waren noch nicht einmal beim dritten Gang angelangt!
Eine feingliedrige Hand erschien in seinem Blickfeld und reichte ihm eine kleine Phiole. „Trink das. Es wird helfen."
Dankbar für den kleinsten Lichtblick nahm er den Trank des jungen Zauberers entgegen. Wenige Minuten später fühlte sein Kopf sich wunderbar normal an und er atmete erleichtert auf. „Möge Ilúvatar alle Heilkundigen segnen.", flüsterte er gen Sternenhimmel.
Seine stoische Gelassenheit wenigstens äußerlich wieder hergestellt, hoffte er auf ein Wunder, das die nahende Katastrophe abwenden würde. Er wurde erhört.
Harry stand mit einem Entschuldigung bittenden Gesichtsausdruck auf. „Ich bitte, meine Unhöflichkeit zu verzeihen, doch offenbar habe ich den Fortschritt meiner eigenen Heilung falsch eingeschätzt und werde mich daher zurückziehen."
Wie auf Kommando nutzten die meisten der Anwesenden die Gelegenheit, der unangenehmen Situation zu entfliehen. Selbst Elrond erhob sich, seine Pflichten als Heiler gegenüber seinen Patienten anführend. Damit war das Abendmahl aufgehoben und Celeborn folgte seinem Schwiegersohn besorgt.
Gleichzeitig erreichten sie das Zimmer des jungen Zauberers, der sich gerade herzhaft lachend mit seiner Schwester unterhielt. „Was hat das zu bedeuten?", forderte Elrond gereizt.
Harry hob ironisch eine Augenbraue. „Ich hatte den Eindruck, dass die Atmosphäre ein wenig angespannt war."
„Ein wenig, klar!", schnaubte Faith. „Ein paar Minuten länger und das hübsche Silberbesteck wäre in Waffen umgewandelt worden!"
„Nun, wie auch immer. Ich dachte, einem exzentrischen Zauberer würde man solch unhöfliches Verhalten sicher nachsehen. Schließlich weiß jeder, wie unberechenbar wir doch sind.", endete Harry schalkhaft.
„Tatsächlich.", bemerkte Elrond mit erhobener Augenbraue.
Plötzlich begann Faith entsetzt den Kopf zu schütteln. „Nein! Oh nein! Nein, nein, nein, nein, nein!"
„Faith? Alles in Ordnung?"
„Nein."
„Ähm … irgendetwas Bestimmtes?"
„Ja."
„Und was wäre das?"
„Die Augenbraue."
„Ah ja, das erklärt alles.", bemerkte Harry trocken und hob seine Augenbraue.
„Hah! Genau das meine ich!" Mit ihren Finger deutete sie erst auf ihren Bruder dann auf den Herren von Bruchtal. „Erschreckend!"
Celeborn fing plötzlich zu lachen an, als er verstand, was sie meinte. Weshalb war es ihm nicht bereits früher aufgefallen? „Ängstigend, in der Tat."
„Das ist so unfair!", schimpfte die Jägerin. „Es genügt vollkommen, wenn du mir Die Augenbraue gibst und ich weiß sofort, dass ich im Schlamassel bin. Ich brauche nicht auch noch die elbische Variante davon!"
Elrond und Harry studierten sich eingehend, ehe ersterer trocken konstatierte: „Meine ist beeindruckender."
„Das machen die sechstausend Jahre Übung.", gab der Zauberer im gleichen Tonfall zurück. Ungesagt, aber nicht ungehört das ‚alter Mann' am Ende der Aussage. Unisono grinsten sie einander an, ehe sie sich beide mit gehobener Augenbraue gen Jägerin wandten. Diese schüttelte nur wehklagend den Kopf, nur gelegentlich erklang ein ‚das ist so unfair'.
Celeborn hielt eine der Mägde an und ließ sich von ihr einen Wein aus seiner persönlichen Sammlung bringen. Diese Nacht verlangte nach Alkohol, aus mehr als einem Grunde.
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„Ada!"
„Daer-adar!", erklang es gleichzeitig und die vier leicht beschwipsten Insassen des Raumes sahen sich zwei identisch aussehenden Elben gegenüber.
„Elladan, Elrohir, setzt euch zu uns.", lud ihr Vater sie heiter ein, während die Zwillinge aussahen, als übten sie für einen Wettstreit, wer die beste Imitation eines Karpfens abgeben konnte.
„Ist das … Bei Elbereth! Es ist der Dorwinion!", rief Elladan aus, während Elrohir noch immer versuchte, zu verstehen, dass die beste Lese aus dem Schatze seines Großvaters ihren Weg hierher gefunden hatte … und so wie es aussah nicht nur eine Flasche!
„Nur das Beste, um die Anwesenheit gewisser Gäste und die Ränkeschmiederei eurer Großmutter zu vergessen.", intonierte Celeborn getragen.
Dies gab den Zwillingen den Rest. Ihr Vater und Großvater waren offensichtlich mehr als nur angetrunken (kein Wunder wenn man die acht geleerten Flaschen in Betracht zog) und in überraschend leutseliger Stimmung. Gleichzeitig kam ihnen derselbe Gedanke: Das würde grandioses Erpressungsmaterial liefern! Grinsend setzten sie sich zu den anderen.
„Nun denn, wo waren wir?"
Harry half seiner Schwester nach. „Die Delegation der Zwerge genoss herzhaft den Wildbraten."
„Ah ja! Thranduil sah wenig begeistert drein, als die sieben Zwerge innerhalb kürzester Zeit das gesamte Bankett geleert und den Wein, der ursprünglich für den kompletten Abend vorgesehen gewesen war, restlos vernichtet hatten … und erwartungsvoll nach mehr verlangten." Faith grinste breit. „Nun ist es eine bekannte Tatsache, dass der König von Düsterwald nicht von sonderlich freigiebiger Natur ist."
„Alter Geizkragen!", rief Elrond.
„Hört! Hört!", riefen Celeborn und Harry.
Die Zwillinge schüttelten nur die Köpfe. Betrunken, keine Frage.
„Dennoch ging es um einen wichtigen Handelsvertrag, den er nur ungern verlieren mochte, schon gar nicht wegen ein bisschen Wein und Essen. Also befiehlt er Galion, sich Zitat „Augenblicklich um den Alkohol zu kümmern". Ach ja, Galion. Mürrisch, steif und ohne einen einzigen humorvollen Knochen im Leib …" Die Jägerin grinste breit. „Nie vergisst er seine Pflichten, das muss man ihm zugute halten. Auch dieses Mal erfüllte er klaglos den Befehl des Königs. Wortgetreu. Nach etwa einer Viertelstunde tritt leichte Unruhe im Bankettsaal ein, denn die letzte Flasche wurde geleert und es ist kein Nachschub in Sicht. Verwundert sendet Thranduil also einen weiteren Diener hinter seinem abtrünnigen Galion hinterher."
Harry, der die Geschichte schließlich miterlebt hatte, ertränkte sein Kichern in einem weiteren Glas Wein und murmelte: „Galion lebe hoch!"
„Schließlich erscheint der zweite Diener, einen schwankenden Galion stützend und vollständig weiß im Gesicht. Nicht verwunderlich angesichts des Terrors, der kurz darauf auf ihn niedergehen würde."
„Niedergehen! In der Tat …", fügte Harry belustigt bei.
„'Was ist die Bedeutung hiervon?', donnerte Thranduil los und selbst die sternhagelvollen Zwerge werden still. ‚Eure Majestät, Galion …' Dem armen Schlucker versagte die Stimme. Galion kicherte plötzlich los und hickste laut. ‚Eure Majeschtät!'" Faith gab eine perfekte Imitation des steifen, sturzbesoffenen Leibdieners. „‚Auftrag auschgeführt!' Der starrte Galion nur sprachlos an. Sprachlos, falls sich das jemand bei Thranduil vorstellen kann! Der zweite Diener wurde stetig bleicher und sah aus, als würde er jeden Moment losrennen und sich der nächsten Riesenspinne freiwillig als nächste Mahlzeit anbieten wollen. ‚Erkläre dich, Galion!', orderte Thranduil schließlich. ‚Ich habe mich um den Allehol gekümmert, Majeschtät.', antwortete Galion mit stolzgeschwellter Brust. Der König erbleichte ungläubig, ehe er sich drohend direkt vor Galion stellte und losbrüllte: ‚Hast du meinen Wein getrunken?'"
Elladan lachte laut auf und fragte ungläubig: „Er hat den Wein seines Königs getrunken?"
„‚Schlimmer.', quiekte der zweite Diener. ‚Was kann schlimmer als das sein?' Galion grinste breit, hickste und überließ dem armen Mann neben sich die weitere Erklärung. ‚Er hat alle Fässer in den Abfluss geschüttet.'" Faith grinste in die Stille hinein, während die vier Elben sie fassungslos anstarrten.
Dann ein Kichern, ein ersticktes Prusten und schließlich röhrendes Lachen. Ganz ohne die übliche, angeborene Grazie der Elben rollten diese sich auf dem Boden des Zimmers.
„Galion lebe hoch!", rief Elrohir plötzlich aus und das Lachen verdoppelte sich. Faith rollte mit den Augen. Hoheitsvolle Elben, pah!
Harry starrte nur völlig verwundert auf den Haufen langer, wohlgeformter, muskulöser, männlicher Gliedmaßen. Elben, seufz.
„Was ich nie herausbekommen habe, wie hat Thranduil seinen Diener bestraft?"
Harry kicherte wissend vor sich hin.
„Raus mit der Sprache!", forderte seine Schwester und wurde durch die übereifrigen Blicke der Elben nur unterstützt.
„Nun, Schwesterherz, fiel dir nicht auf, dass guter, treuer Galion sich die darauf folgenden Tage deutlicher … steifer bewegte?", fragte Harry anzüglich und wackelte anzüglich mit seinen Augenbrauen.
Erneutes Lachen erschall von dem Haufen Elben am Boden.
„Aber … warum hast du mir das nicht gesagt, als wir auf Patrouille alle spekuliert haben?"
„Ah, du meinst, während unser wunderhübscher und vor allem jungfräulicher Prinz Legolas daneben sitzt?", erkundigte er sich unschuldig und das Lachen wollte kein Ende mehr nehmen.
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„Guten Morgen.", grüßte Harry so leise, wie es nur gehen konnte. Gott, würde bitte jemand diesen mit Hammer und Meißel bewaffneten Zwerg aus seinem Kopf entfernen.
„Ein Zwerg, Harry?", spöttelte ein bestens gelaunter Legolas. Argh! Fluch allen Waldelben! … und hatte er das etwas alles laut gesagt?
„Ja, Harry."
Er plumpste unelegant in einen freien Stuhl und schloss die Augen. Hatten diese Elben noch nie etwas von Jalousien gehört? Das Licht war eine Tortur für seine verkaterten Sehnerven. Und mussten diese verfluchten Vögel so einen Lärm machen?
„Ich sagte doch, er würde grantig sein.", meinte Faith zu ihren elbischen Leidensgenossen.
„Ich bin nicht grantig!", grollte Harry mit einem patentierten Todesblick. „Ich pflege lediglich meinen schwer verdienten Kater."
„Schwer verdient? Bruderherz, du bist ein Fliegengewicht!"
„Hah, wusste ich doch, dass du es eines Tages zugeben würdest!", rief er triumphierend aus.
„Was zugeben?"
„Dass ich leichter bin als du!"
„Wie bitte? Willst du etwa sagen, ich bin fett?"
„Nein, natürlich nicht.", versicherte Harry ihr gutmütig. „Du hast nur schwere Knochen."
„Ada?", fragte Elrohir mit einem flehenden Unterton und sein Zwilling nahm die Frage auf. „Können wir die beiden behalten?"
„WAS?" Völlig perplex starrte Elrond seine Söhne an und begegnete zwei vor Schalkhaftigkeit glitzerten Hundeblicken. Er stöhnte laut auf und lehnte seinen Kopf schwer in seine Hände. Sie heckten etwas aus! „Pen-nith nîn, was ist es, das ihr vorhabt?"
„Stell dir nur vor, wie Arwen reagieren würde?", flüsterte Elrohir träumerisch. „Sie würde die beiden vergöttern!"
„Oh ja, und wir sind sogar stubenrein!", warf Harry trocken ein.
„Genau!", ignorierte Elladan ihn. „Keine seltsamen Anwandlungen mehr!"
„Keine Hirngespinste über Lúthien mehr!"
Dies ließ Elrond aufhorchen. Natürlich war er prinzipiell dagegen, dass seine übermütigen Söhne sich verhielten wie ungezogene Elblinge, aber ihr Plan hatte seine Vorteile. Arwen hatte sich in der letzten Zeit zusehends in die fixe Idee verrannt, ein sterbliches Leben zu wählen, weil sie sich erst dann wirklich würde verlieben können. Ein wenig Ablenkung würde nicht schaden und dieses faszinierende Geschwisterpaar war nicht zuletzt unterhaltsam. „Wir werden sehen.", murmelte er daher, fuhr jedoch nicht fort, als Thranduil am Tische erschien.
Faith konnte ein halblautes „Hoch lebe Galion!" nicht unterdrücken. Die beiden Geschwisterpaare kicherten haltlos los und selbst die beiden Elbenlords hatten Mühe, nicht einzustimmen.
„Guten Morgen, Thranduil. Ich hoffe, alles ist nach deiner Zufriedenheit?", erkundigte sich Celeborn ganz der beflissene Gastgeber. „Wir wollen schließlich nicht, dass du unzufriedener Weise auf meine Dienerschaft niedergehst." Elrond verspritzte seinen Mund voll Tee über die weiße Tischdecke, während die Geschwister aus ihrem Kichern gar nicht mehr herauskamen. Definitiv lohnenswert, dachte Celeborn. „Ignorier die Kinder einfach. Sie haben vergangene Nacht ihren Auftrag wohl darin gesehen, sich um meinen Weinvorrat zu kümmern."
Von Kichern und Lachen umgeben lehnte der Herr des Goldenen Waldes sich würdevoll in seinem Stuhl zurück. Ah, das Leben hatte in jedem Fall seine guten Seiten und was für ein feiner Morgen dies war.
Dann betrat seine Gemahlin den Raum.
Summend.
In einem neuen, blütenweißen Kleid.
Celeborn zuckte innerlich zusammen. Zu früh gefreut … und er hatte nicht mal einen Ausweg. Ai, hoffentlich half ihm seine Weinsammlung über den ersten Schock hinweg! Den Rest des kommenden Jahrhunderts würde er wahrscheinlich zum Alkoholiker mutieren.
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„RUHE!", donnerte Celeborn laut genug, dass es wahrscheinlich noch jenseits des Meeres in Valinor zu hören war. Man bezeichnete ihn als weisesten aller Elben in Mittelerde. Sein Wissen über die Geschichte war unumstritten das erschöpfendste und seine Geduld wurde in allen Landen gerühmt. Momentan jedoch erinnerte er allein an jenen Krieger, der er im ersten und zweiten Zeitalter gewesen war. Der die Zeit der Schlachten zwischen Elb und Elb sah und den Fall von Gondolin überlebte. Der unerschrocken eine zahlenmäßig unterlegene Gruppe Elben gegen die Armee Saurons anführte und lang genug aufhielt, dass die Streitmacht der Elben aus Imladris sich auf den Angriff vorbereiten konnten. Derjenige, der Heldentaten in der Belagerung von Barad Dur, dem Schwarzen Turm, vollbracht hatte. Nur selten brachte ihn etwas derart in Rage, dass seine kühle Gelassenheit ihn verließ. Dies war ein solcher Tag. „Ich lasse nicht zu, dass dieser Rat zu einer Farce seiner selbst wird. Persönliche Ansichten und Vorurteile haben hier nichts zu suchen!"
Nacheinander blickte er jeden der Anwesenden messend an, nur darauf wartend, dass einer ihm widersprach. Als dies nicht geschah, ließ er sich erneut in seinem Sitz nieder. „Es steht fest, dass Dol Guldur eine Bedrohung darstellt, insbesondere für Düsterwald und das Waldlandreich König Thranduils, dessen Bevölkerung unter den Übergriffen der faulen Kreaturen leidet. Umso trauriger ist es, dass die drei letzten Elbenreiche Mittelerdes sich einander so wenig trauen, dass sie nicht einmal Hilfe voneinander annehmen wollen, ohne Hintergedanken und verborgene Pläne zu vermuten! Thranduil, dein Volk benötigt Unterstützung und sowohl Lothlorien als auch Imladris stehen Euch bei. Nehmt zumindest Lieferungen von Nahrung und anderen Bedarfsgütern an. Als Vermittler wird Euer Sohn, Prinz Legolas, fungieren, der sich von der Vertrauenswürdigkeit dieses Vorgehens überzeugen wird, wie meine Gemahlin es vorgeschlagen hat." Er warf seiner Gattin einen Blick zu, der nur zu deutlich machte, was er von ihrem kleinen Racheplan hielt. Ihm war bewusst, dass Galadriel den Elbenprinzen unter ihre Fittiche nehmen und nach ihren Wünschen modellieren würde. Sei es zum Besseren oder Schlechteren von Legolas.
„Des Weiteren werde ich die offenen Feindseligkeiten zwischen Düsterwald und Imladris nicht länger tolerieren!" So sehr er seinen Schwiegersohn mochte und dessen Haltung Thranduil gegenüber verstand, wusste er doch auch, dass Elrond der Notwendigkeit halber seinen Stolz schlucken und einschlagen würde. „Für weitere, vernünftige Vorschläge bin ich jederzeit offen.", endete er und entließ alle Anwesenden.
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Harry blickte den Mitgliedern des Rates nach, als diese den Raum verließen, ehe er mit einem nachsichtigen Lächeln zu Celeborn ging und ihm eine seiner berühmten Kopfschmerztränke überreichte. „Folge mir.", meinte er leise. „Lass sie den Rest unter sich auskabbeln. Mithrandir wird sie davon abhalten, einander die Kehlen aufzuschlitzen."
Schweigend führte er den Herrn des Goldenen Waldes die Treppen hinunter und aus der Stadt hinaus. Reiner Zufall hatte ihn eines Tages zu einem Teich geführt, der von allen Seiten mit Felsen und hohen Bäumen umschlossen war. Doch das Licht schimmerte hier ebenso golden wie überall sonst in Lorien und das Moos war zugleich uralt als auch wie frisch gewachsen. Wie alles in diesem Reich, das so unvergänglich erschien, als hätte die Herrin Zeit hier ihren Halt aufgegeben. Mit einer einladend gehobenen Augenbraue entfernte Harry seine schwere äußere Robe, die Schuhe und rollte seine Hosenbeine hoch. Dann ließ er sich auf einem der Felsen nieder, der über den Teich hinausragte und ließ seine Füße ins Wasser baumeln.
„Mir mögen etliche tausend Jahre an deiner Erfahrung fehlen, aber eines weiß ich mit Sicherheit: Jeder benötigt Entspannung und fände diese sich auch nur in einem Augenblick der Ruhe und Harmonie."
Duldsam folgte Celeborn seiner Aufforderung, die schweren Roben ablegend und endlich die nackten Füße ins kühle Wasser tauchend. Seufzend schloss der Herrscher die Augen.
Harry gönnte ihm diesen Augenblick. Erst nachdem die Augen wieder geöffnet waren, begann er ein Gespräch. „Manchmal frage ich mich, wie ihr Elben Ewigkeiten überdauert und doch zu vergessen scheint, wie kostbar eine einzelne Sekunde sein kann."
„Vielleicht weil ein Moment für uns Jahre dauern kann."
„Vielleicht …" Harry seufzte leise und blickte versonnen in das stille Wasser unter ihm. „Es ist überwältigend für mich, all diese Zeit zur Verfügung zu haben, da mein Leben bestimmt war, nur wenige Jahre selbst in Menschenrechnung anzudauern."
Ein musternder Blick traf ihn von der Seite. „Weshalb sollten die Valar so grausam sein?"
„Ah, das ist eine Frage, die ich ohne Einwilligung meiner Schwester nicht antworten kann." Er traf den Blick Celeborns freimütig. „Seit meiner Ankunft in Lorien suche ich eine Entscheidung darüber zu treffen, denn wie kann ich die Geschehnisse in Dol Guldur ohne das Wissen über unsere Herkunft erklären?"
„Mithrandir bestätigte, dass du keiner der Istari sein kannst. Deine Form der Magie sei grundlegend verschieden zu der seinen." Der Herr des Goldenen Waldes maß ihn abschätzend. „Wer bist du? Wer ist deine Schwester?"
Seufzend schloss Harry die Augen, tief in Gedanken versunken, ehe er sich selbst zunickte und einen Entschluss fasste. „Ich werde mit Faith sprechen."
Kapitel Einundzwanzig – Erklärungen
Mithrandir, Elrond, Galadriel und Celeborn. Alle vier erwarteten sie, nach Antworten verlangend. Harry fürchtete, dass zum Ende seiner Erklärung nur noch mehr Fragen dazu kommen würden. Faith neben ihm war nervös, er konnte es ihr genau ansehen, obwohl sie gelernt hatte, ihre Gefühle gut zu maskieren. Beruhigend drückte er ihre Hand und schenkte ihr ein übermütiges Grinsen: „Was meinst du, Schwesterherz, wie lassen wir die Bombe am besten platzen?"
Faith verschränkte schmollend die Arme vor der Brust. „Das war deine Idee, du erzählst. Ich bin nur für die schnippischen Bemerkungen aus dem Hintergrund zuständig."
„Wo fange ich am besten an …?", murmelte er Gedanken versunken und schloss die Augen, um sich zu sammeln. Genau in dem Moment verspürte er ein Prickeln, das er seit Voldemort nicht empfunden hatte. Wütend schnappte sein Kopf hoch und ein eiskalter Blick traf die Herrin des Waldes. „Es ist äußerst unhöflich, uneingeladen in den Köpfen anderer herumzustöbern. Vor allem wenn diese ohnehin dabei sind, ihre Geheimnisse zu offenbaren!"
Die mentale Probe wurde augenblicklich zurückgezogen und er meinte für einen Moment eine Mischung zwischen Amüsement und Anerkennung in den tiefen, blauen Augen der Herrscherin zu erkennen. Deshalb beschloss er noch einen drauf zu setzen. Spitz kommentierte Harry: „Auch die Macht Eures Ringes wird nicht helfen, meine mentalen Barrieren niederzureißen."
Ah, DAS förderte eine Reaktion aus der unerschütterlichen Ringträgerin. Ihre Augen weiteten sich vor Überraschung, ehe ihr Blick an Schärfe zunahm. „Wie?"
„Wo meine Schwester und ich herkommen, ist es nicht unüblich solcherlei Illusionen zu nutzen.", erklärte Harry mit nicht geringer Genugtuung. „Es ist nicht schwer, sie zu erkennen." Und er schloss Elrond mit einem bedeutungsvollen Blick ein.
Schweigen, ehe Elrond leise und ernst sprach. „Und wo mögt ihr herkommen, dass es euch ein Leichtes ist, Ringe der Macht zu erkennen, selbst wenn sie an den Händen ihrer Träger verborgen sind?"
„Wir stammen aus einer anderen Dimension; einer Dimension in der es nur um eine einzige Regel geht: Das Gleichgewicht beizubehalten. Dieses Gleichgewicht wird von den Mächten überwacht.", erwiderte Harry ruhig, sich langsam an die Gründe für ihr Hiersein heran tastend. „Als unsere Welt erschaffen wurde, war sie allein von Dämonen bevölkert …"
„Bösartige Biester, nur auf Zerstörung, Chaos und Tod aus.", warf Faith ein.
„Danke.", meinte Harry sarkastisch. „Reine Dämonen sind extrem mächtig, dagegen ist Saurons Macht ein bloßer Schatten. Daneben existieren eine Unzahl verschiedener anderer Sorten, Unterarten, Mischlinge usw. Sie stehen alle auf der negativen Seite oder einfach ausgedrückt: Sie sind böse. Auf der anderen wurden daher die Menschen geschaffen, damit sie ein Gleichgewicht herstellen würden. Aber was soll der Mensch in all seiner Sterblichkeit und Schwäche gegen übermächtige Dämonen tun? Also wurden einige der Menschen ausgewählt und mit besonderen Mächten ausgestattet, die die Waagschale ausglich."
„Was für Kräfte?", erkundigte sich Galadriel.
„Magie. Zuerst wurden Magier erschaffen, durch die es möglich wurde, die reinen Dämonen auf ewig zu binden oder gar zu vernichten. Daraus resultierte jedoch ein Ungleichgewicht und die Mächte intervenierten. Von da an wurde die Macht der Magier beschränkt. Unvorhergesehen hatte der letzte Dämon, ehe er vertrieben wurde, einen Menschen infiziert und es entstand eine neue Sorte von Halbdämonen. Diese zu bekämpfen wurde vor tausenden Jahren die Jägerin erschaffen. Ein Mädchen, mit Stärke und Schnelligkeit ausgestattet, die alle anderen Menschen übertraf. Sie wurde ein Champion für die Mächte. Ihre Aufgabe allein war es, gegen das Böse in der Dunkelheit zu kämpfen und starb eine, so wurde die nächste berufen." Harry sah seine Schwester bedeutungsvoll an. „Faith ist die Jägerin."
„Yep, mit allem Drum und Dran.", stimmte diese grinsend zu.
„Eine Jägerin hat zudem ein instinktives Wissen, wie eine Waffe zu handhaben ist, wie sie zu kämpfen hat, besitzt prophetische Träume und ihre Stärke wächst mit dem Alter. Diese Entdeckung haben wir jedoch erst gemacht, nachdem wir hierher kamen, denn normaler weise finden Jägerinnen einen sehr frühen Tod."
„Was genau bedeutet ein früher Tod?", hakte Elrond argwöhnisch nach.
Faith beantwortete die Frage in ruhigem, wenn auch leicht bitterem Ton. „Eine Jägerin wird zwischen ihrem 15. und 18. Lebensjahr berufen, nur selten überleben wir mehr als zwei bis drei Jahre."
„Das ist fürchterlich!", rief der Herr von Bruchtal aus. „Wie können diese Mächte so etwas verantworten?"
„Niemand hat je behauptet, die Mächte wären fair.", erwiderte Harry trocken. „Beweis dafür ist, wie wir beide einfach in dieser Dimension abgeladen wurden. Aber dazu kommen wir später. Wie auch immer … eine der früheren Jägerinnen ertrank, ehe sie von einem Freund wiederbelebt wurde. Doch der kurze Augenblick ihres Todes genügte, eine zweite Jägerin zu berufen und als diese wenige Monate später ebenfalls starb, dieses Mal endgültig, wurde Faith berufen. Von da an gab es ein Ungleichgewicht auf der Seite der Guten, das zu etlichen beinahe Katastrophen führte. Denn jedes Mal, wenn die Waagschale in die eine oder andere Richtung sinkt, wird der anderen Seite ein gleichwertiger Vorteil erlaubt. Dieser Vorteil resultierte letztlich darin, dass ein reiner Dämon erneut seinen Weg in unsere Dimension fand. Nachdem dieser trotz aller Ungleichheit besiegt worden war, mussten die Mächte eingreifen, denn sollten sie das Gleichgewicht nicht wieder herstellen, würde der darauf folgende Vorteil der anderen Seite so groß sein, dass es unbesiegbar werden würde."
„In einem Kampf wurde Faith tödlich verletzt, doch wäre sie gestorben, hätte dies nur dazu geführt, eine andere Jägerin zu berufen und es hätte weiterhin zwei gegeben. Also wurde sie geheilt und hierher geschickt.", endete Harry die Geschichte der Jägerin in Kurzform. „Meine Wenigkeit stellte ein ähnliches Problem dar. Wie vorhin angedeutet, wurde die Macht der Magier beschränkt und mein Powerlevel stieg über die festgelegte Grenze hinaus. Also wurde ich ebenfalls hierher gesandt."
Langgedehntes Schweigen, ehe Celeborn Harry durchdringend anstarrte. „Ich denke nicht, dass das alles ist."
Schnaubend sprang Faith auf. „Natürlich ist das nicht alles. Was mein lieber Bruder ausgelassen hat, ist die Tatsache, dass eine Prophezeiung noch vor seiner Geburt besagte, er wäre der Einzige, der den Dunklen Lord Voldemort ausschalten würde können. Die Mächte hatten ihn dementsprechend mit all den Kräften ausgestattet, die er dafür benötigen würde und kaum hat er die Drecksarbeit für sie erledigt, schicken sie ihn hierher, weil die ihm verliehenen Kräfte noch andere Konsequenzen nach sich zogen. Konsequenzen, für die sie nicht gerade stehen wollten!"
„Faith! Das reicht!", mahnte Harry sie.
„Nein, das reicht nicht!", erwiderte sie lautstark. „Die Mächte geben sich mit all dem natürlich nicht zufrieden. Stattdessen lassen sie uns nicht altern, damit wir hier brav unsere Aufgaben erledigen und trotzdem immer noch griffbereit für ihre selbst fabrizierten Notfälle sind!"
„Fertig?", fragte der junge Zauberer zynisch, nachdem sie sich endlich beruhigt hatte.
„'Tschuldigung.", murmelte die Jägerin. „Ich musste das nur mal loswerden."
„Gut, dann kann ich ja fortfahren." Harry wandte sich an die vier geschockten Zuhörer. „Was meine Schwester eben bejammert hat, dürfte tatsächlich den Plänen der Mächte entsprochen haben. Diese übersahen jedoch ein entscheidendes Detail. Faith und ich unterstehen ihnen nicht mehr, denn wir sind nun an diese Dimension gebunden. Allein die Valar können über unser Schicksal entscheiden."
„Was bedeutet, dass ihr an diese Dimension gebunden seid?", fragte Elrond neugierig nach. „Weshalb sollten die Mächte euch beide nicht einfach wieder zurückholen?"
Dieses Mal grinste Harry breit und übermütig. „Wie bereits erwähnt, altern wir hier nicht. Diese Gabe, wenn man es denn so nennen will, wurde uns in dieser Dimension verliehen. Seitdem sind 240 Jahre vergangen. Würden wir nun in unsere alte Welt zurück transportiert werden, würden wir automatisch diese 240 Jahre altern und damit in Sekundenschnelle nach Ankunft sterben. Die Mächte würden dies niemals riskieren, vor allem da sie sich damit den Zorn der Valar zuziehen würden, die uns gewissermaßen adoptiert haben."
„Yavanna?", fragte Mithrandir mit funkelnden Augen in die Stille hinein. Harry nickte nur mit einem leicht sehnsuchtsvollen Lächeln.
Galadriel erhob sich und glitt sanft zu den beiden hinüber. Mit einer Hand hob sie Faiths Kinn an und blickte ihr lang prüfend in die Augen, ehe sie das Gleiche bei dem jungen Zauberer wiederholte. „Wurde euch hier in Mittelerde ebenfalls ein solches Schicksal auferlegt? Immer weiter zu kämpfen?"
„Ja."
„Nein.", erwiderten sie gleichzeitig.
Faith blinzelte Harry verblüfft an. „Natürlich wurden wir hierher gesandt, um zu kämpfen."
Ihr Bruder schüttelte hingegen den Kopf. „Nein." Dann blickte er Galadriel in die Augen. „Genau genommen haben wir unser Schicksal in unserer alten Welt erfüllt. Als wir hier ankamen wurden uns … Hinweise gegeben, beispielsweise dass Sauron eines Tages wieder erstarken würde."
Die Jägerin war völlig sprachlos. So hatte sie es nie betrachtet und außerdem … „Aber ich habe eine Vision erhalten und wir sind ihr gefolgt!"
„Ja, aber diese Vision stammte nicht von den Mächten, sondern den Valar, die uns nach unserer Ankunft in Mittelerde im Auge behielten, unsicher was sie mit uns anfangen sollten." Dieses Mal lächelte Harry bittersüß, halb traurig, halb selbstzufrieden. „Allerdings haben die Mächte richtig vermutet, dass wir die Aufgabe so oder so annehmen würden."
„Wir würden nie daneben stehen und einfach zusehen, wie Unschuldige leiden, während wir etwas tun können … und selbst wenn wir nicht wirklich etwas ausrichten können.", folgte Faith seinen Worten und verstand endlich. „Die Valar haben uns also diese Entscheidung überlassen."
„Nicht nur das. Das erste Mal …", schluckend hielt er inne, seine Gedanken sammelnd, dass die Anwesenden verstanden, was er sagen musste. „Weder Faith noch mir wurde jemals die Wahl gelassen, ob wir kämpfen wollen. Wir mussten es lernen; lernen, wie man tötet, wie man andere führt und wie man das Leben anderer sowie sein eigenes für eine Sache, die soviel größer als man selbst ist, aufgibt." Er stand auf und starrte unsehend in den Wald Loriens hinaus. „Unser Äußeres entspricht dem Alter, mit dem wir hier gelandet sind und trotz der gerade einmal 20 bzw. 17 Jahre, die wir gelebt hatten, waren wir bereits durch Krieg, den Verlust unserer Familie, Freunde gegangen, hatten mit unseren eigenen Händen getötet. Aber hier …"
„Hier haben wir ein zweites Leben.", fuhr Faith leise fort. „Die Zeit hier hat uns etwas gegeben, das wir vorher nie kannten: uns selbst. … Wir sind noch immer Krieger, aber darüber hinaus haben wir das erste Mal die Chance, mehr zu sein. Handwerker und Heiler." Sie schnaubte belustigt. „Ist es nicht bezeichnend, dass wir beide Begabungen in Gebieten besitzen, die erschaffen statt zu zerstören?"
Sich dem Raum erneut zuwendend, sah Harry erst seine Schwester und dann der Reihe nach die anderen an. „Wir überleben nicht länger Tag für Tag … wir leben."
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ENDE BUCH EINS
Damit verabschiede ich mich fürs Erste. Ich werde mich mal wieder mit dem Kern der Magie beschäftigen (habe irgendwo noch das nächste Kapitel handschriftlich herumkullern) und nebenbei am Zweiten Buch dieses Crossovers feilen (Okay, das ist übertrieben, ich muss über die krampfhaften ersten zehn Seiten hinaus kommen). Melde mich, sobald ich da die ersten Kapitel fertig habe. Und noch mal: Ein Frohes Fest.
