Dorlimaus: Hi Süße! Danke für dein Rev! Ja? War genug Spock? Schön! Dann kriegst gleich noch ein bisschen mehr und auch endlich ein längeres Kapitel ^^. Hoffe, der Verlauf gefällt dir *evil grin*. Viel Spaß!
- Kapitel 10 -
Spock verhielt sich absolut ruhig als Caer das Cockpit verließ. Er stand um die Ecke zum Turbolift, das Panel in der Wand war noch immer offen. Wie misstrauisch Caer doch war, wenn schon eine kleine Unregelmäßigkeit in den Energierelais ihn dazu veranlasste, seinen Maschinisten zu kontaktieren. Aber genau dies gereichte ihm ja zum Vorteil. Als die Tür sich hinter Caer schloss, vermochte sie es nicht, sich ganz zu verriegeln. Spock hatte eine einfache Gabel aus der Kajüte dagegen gelehnt, die beim Öffnen der Türe zwischen diese und den Rahmen geglitten war. Es war Glück, dass Caer sie nicht bemerkt hatte, aber so tat die Gabel ihren Zweck und verhinderte die Schließung der Tür.
Spock glitt hinter der Ecke hervor und zwängte seine Finger in den kleinen Spalt. Dann atmete er tief durch und unter all seiner Kraft schaffte er es, die Schiebetür aufzustemmen. Er spürte, dass sein Herz raste vor Anstrengung. Im Normalfall war eine solche Aktion gar kein Problem, aber derzeit musste er befürchten, wieder zusammen zu klappen. Also ließ er sich ins Cockpit gleiten, trat die Gabel bei Seite, so dass sich die Tür schließen konnte. Und dann…
Er stützte sich auf die Knie und ging in sich, beruhigte seine Atmung. Er durfte jetzt auf keinen Fall wieder das Bewusstsein verlieren!
Als er sich einigermaßen sicher fühlte, richtete er sich auf und trat an die Kontrollen heran. Auch diese waren in galaktischem Standart. Und als er sie bedienen konnte ohne sich autorisieren zu müssen, war er erleichtert.
Schnell fand er die Langstreckentransmitter. Ein paar kleine Manipulationen und sie würden ihre ganze Reichweite ausnutzen auf allen Frequenzen. Ja. Das war es. Er konnte eine Nachricht senden.
Spock schaltete die Transmitter ein und suchte nach einem Beweis, dass sie funktionierten. Die Anzeige stand auf „aktiv".
STSTST
Uhura erstarrte in ihrem Sitz, als sie plötzlich eine Entdeckung machte. Nein! NEIN! Das war…
„Sir", sie konnte die Aufregung in ihrer Stimme kaum unter Kontrolle halten. „Ich empfange eine Nachricht."
Schon an dem Tonfall erkannte Jim, dass es etwas von Bedeutung war und er sah sich um. In Lt. Uhuras Gesicht war Anspannung zu sehen und der unbedingte Drang fortzufahren. Diese Unruhe erfüllte nun auch Jim, und wie es aussah auch den Rest der Crew. Alle drehten sich um. Die Brücke schien den Atem anzuhalten.
Selbst Pille, der an der Wand gelehnt stand, sah auf und wartete.
„Von wem?"
„Es ist… Spock."
„Auf den Schirm", befahl Jim knapp und es hielt ihn kaum mehr im Sessel.
Leicht verrauscht, aber deutlich erkennbar erschien sein Erster Offizier auf dem Schirm. Jetzt stand Jim auf und trat ein paar Schritte vor, als könne er es nicht glauben. Leonard fand seinen Platz neben ihm.
„Verdammt", brachte der Arzt nur heraus. „Spock, wo sind Sie?!"
Der Vulkanier auf dem Schirm reagierte nicht auf Leonards Frage, sondern wendete sich kurz um, als erwarte er, dass jemand durch die in seinem Rücken sichtbare Türe kommen würde.
„Die Übertragung geschieht von so weit her, Dr. McCoy, selbst wenn unsere Transmitter in der Lage wären, so weit zu senden, es würde einige Sekunden, wenn nicht gar Minuten dauern, bis er uns empfängt", erklärte Uhura.
„Das heißt, wir können uns nicht mit ihm in Verbind…" Pille wurde unterbrochen, als Spock sich wieder dem Schirm zuwendete.
„Hier spricht Commander Spock vom Föderationsraumschiff USS Enterprise. Ich werde auf einem Schiff der Mittelklasse von mir unbekannter Herkunft gefangen gehalten. Ich erbitte sofortige Unterstützung. Wir befinden uns auf einem Kurs nach Acaron II im Taylon System", Spocks Stimme war fest, aber ein weiteres Mal sah er sich um, als befürchte er etwas.
Anscheinend war er nicht befugt derartige Botschaften abzusetzen, aber das war eine einfache Schlussfolgerung. Pille fielen die leichten Verletzungen auf, die beinahe verheilte geplatzte Lippe und das Hämatom auf Spocks Wange. Der Commander sah blass aus und unter seinen intelligenten tiefen Augen zeigten sich dunkle Schatten.
Pille horchte auf, als ein offensichtliches Zittern in Spocks Stimme, den Halbvulkanier dazu veranlasste kurz inne zu halten, um sich zu sammeln. Die gleichzeitige körperliche Reaktion blieb niemandem auf der Brücke verborgen: Spocks Oberkörper knickte kurz ein, als er nach Luft zu ringen schien.
„Wir erreichen Acaron in eins Komma drei vier Stunden, um medizinische Ausrüstung an Bord zu nehmen. Das Schiff verfügt über Faser, jedoch über keinerlei Torpedos. Besatzungsstärke…"
In genau diesem Moment geschah, was Spock anscheinend die ganze Zeit erwartet hatte. Die Tür hinter ihm ging auf und zwei Außerirdische betraten den Raum, in welchem er sich befand.
Die Brückencrew der Enterprise musste mit ansehen, wie der Commander sich überrascht umdrehte, aber schreiend zu Boden sank, bevor er irgendeine Aktion starten konnte. Als wäre er von einem unsichtbaren Hammer nieder gestreckt worden. Der Außerirdische mit dem menschlichen Antlitz, den sie zuvor bei Orion gesehen hatten, trat an den Schirm heran und beendete die Übertragung.
Auf dem Schirm der Enterprise erschienen wieder die Sterne im dunklen weiten Weltall. Es herrschte tiefes Schweigen, als die Anwesenden das Gesehene zu verdauen suchten.
Jim war der erste, der seine Stimme wieder fand. Aber sein Körper fühlte sich merkwürdig taub an. Langsam sog er einen tiefen Atemzug in seine Lungen und versuchte die Starre abzuschütteln.
„Pavel, wie weit ist es zu Acaron II?" fragte er.
Der junge Offizier bediente schnell ein paar Kontrollen.
„Wir brauchen zweieinhalb Stunden bei vollem Warp, Keptin."
„Hikaru, Kurs setzen", reagierte Jim unverzüglich. „Kirk an Scotty."
„Aye, Capt'n", drang es aus dem Kanal.
„Gib uns alles, was die Maschinen abhaben können. Wir brauchen zweieinhalb Stunden Maximum Warp und am besten noch mehr."
„Ich geb Ihnen, was ich habe, Sir!" der Kanal wurde geschlossen und die Enterprise sprang in den Warpraum.
Jim drehte sich um und zwang sich, Uhuras schönen, aber völlig emotionalen Augen zu begegnen.
„Gut gemacht, Lieutenant." nickte er ihr zu.
Sie sagte nichts, aber nickte zurück. Was sie gerade gesehen hatten, war ein Hoffnungsschimmer gewesen, aber zugleich auch höchst Besorgnis erregend. Würde das fremde Schiff seinen Kurs ändern, nun, da Spock erwischt worden war? Oder würden sie es riskieren, die dortige Station dennoch aufzusuchen? Und vor allem… würde Spock für seinen waghalsigen Versuch, sie zu kontaktieren büßen müssen?
„Pille, Pavel, in den Besprechungsraum", befahl er.
Sie mussten ihre weitere Taktik besprechen. Wie er aber befürchtet hatte, erhob sich Uhura von ihrer Station.
„Captain, bei allem Respekt", sprach sie ihn an.
„Ich weiß", unterbrach er sie und fuhr dann leise fort. „Lieutenant fühlen Sie sich wirklich in der Lage, bei den nun anstehenden Entscheidungen mitzuwirken? Ich möchte auf keinen Fall…"
„Was," hielt sie entgegen. „Mich überfordern?"
„Sie noch mehr belasten, wie ich es offensichtlich schon tue," schloss er.
Sie schüttelte hilflos den Kopf und sah zurück auf den Schirm, wo Spock nun nicht mehr zu sehen war.
„Sir, ich weiß, Sie könnten mich für zu emotional involviert halten und ich bin bereits wieder seit dreizehn Stunden auf der Brücke. Aber wenn Sie sich das Nachrichtenmaterial nun anschauen und es ohne mich analysieren, könnten wichtige Informationen und Hinweise unbeachtet bleiben."
„Sie hat Recht, Jim," schaltete sich Pille ein. „Niemand weiß Spock so gut zu deuten, wie Lieutenant Uhura."
Jim presste die Lippen aufeinander, nickte dann.
„Ich wollte Sie nicht ausschließen."
„Das weiß ich, Sir."
STSTST
Spock erwachte diesmal nicht in seinem Quartier oder einsam auf dem Boden irgendeines einsamen Korridors. Er fand sich in einem Raum wieder, der ihm fremd war. Frisch war die Erinnerung daran, was gerade geschehen war. Der unsägliche Schmerz, die lodernden Flammen in seinen Gliedmaßen, die gleißende Glut in seinen Schläfen. Es hatte beinahe eine Ewigkeit gedauert, bis es aufgehört hatte.
Er konnte sich kaum rühren, so taub fühlte sich sein Körper an. Und wenn er es schaffte, fuhr neuerlicher Schmerz durch seine Glieder. Als hätte er intensiven Muskelkater in jeder Fiber seines Körpers.
Spock wollte etwas derartiges niemals wieder in seinem Leben durchmachen, das war klar. Beinahe hätte er schon gedacht, er müsse verrückt werden, als die Reizung seines Nervensystems angedauert und angedauert hatte. Er hatte seinen Körper zucken gespürt, ohne jegliche Kontrolle. Seine eigenen Schreie hallten in seinen Ohren nach, fremd, fern und vor allem menschlich.
War es vorbei?
Spock war müde. Er war zu geschafft, um sich gerade Gedanken darum zu machen, ob er die Augen besser nicht öffnen sollte. Nichts spielte gerade mehr eine Rolle, nur dass der Schmerz endlich aufgehört hatte.
„Er ist wach", meldete eine Stimme, die er schon einmal gehört hatte, ihm aber ansonsten fremd war. „Scheint noch ganz schön benommen," Spott färbte die Worte.
In Spocks Blickfeld erschien das markante Gesicht Caers und der Außerirdische schaute nicht gerade freundlich auf ihn herab.
„Spock, also, ja?" es war eine rhetorische Frage. „Nun, das war ja ein Aufwand, den du betrieben hast, nur um eine nutzlose Nachricht abzusetzen, Spock. Ich hoffe, für dich, du bist nicht allzu enttäuscht, dass wir keine Antwort erhalten haben."
Nachricht? Spock brauchte einen Moment, die Gedanken und Befürchtungen, die um nichts weiter als Pein kreisten so weit von sich weg zu schieben, um sich daran zu erinnern, was geschehen war.
Die Nachricht! Die Enterprise! Es kam plötzlich alles wieder.
„Mach dir keine Hoffnungen, Spock", dass Caer seinen Namen so oft nutzte, war ein Mittel, seine Überlegenheit hervorzuheben, erkannte der Halbvulkanier. „Selbst wenn uns jemand bei Acaron II erwarten sollte, werde ich nicht zulassen, dass sie dich wieder bekommen. Eher würde ich dieses Schiff, das Enterprise getauft ist, zerstören."
Spock spürte seinen Puls ansteigen bei dieser Vorstellung. Und es war das erste Mal, dass er nun das Wort an Caer richtete. Nur um ihm zu drohen.
„Die Schilde der Enterprise sind mit Ihren Waffen nicht zu durchdringen. Wenn Sie bei Acaron II erscheinen, hat Ihr Schiff bei einer Konfrontation keine Chance."
Caer setzte ein widerwärtig schleimiges Lächeln auf, als er Spock das erste Mal in persona reden hörte. Seine Stimme klang sanft, wenn auch seine Worte schärfer wie ein bajoranischer Dolch waren. Es war geschafft. Caer kannte den Namen des jungen Vulkaniers und nun hatte er ihn auch zum Reden gebracht. Jetzt konnte er daran gehen, tiefer zu graben.
„Das ist eine faszinierende Denkweise, Spock. Ich fürchte, du hast noch keine Vorstellung von meinen taktischen Fähigkeiten. Wir El Aurianer sind vielleicht nicht für unsere Kriegsführung bekannt, aber in jahrhunderte langen Studien lässt sich das beheben."
Caer wandte sich kurz von Spock ab, der Halbvulkanier sah sich um und vermutete, dass er sich auf einer Art Krankenstation befand. Hinter einer Konsole stand Geral, der gerade ein Hypospray füllte und es dann Caer reichte. Unverzüglich injizierte der El Aurianer, wie er seine Spezies nannte, das Mittel in Spocks Halsvene.
Spock hätte versucht zu intervenieren, wenn er sich nicht an das Medibett gefesselt gefunden hätte. Verblüfft stellte er nicht nur fest, dass sein Körper bewegungsunfähig war, sondern er sich auf Anhieb auch besser fühlte.
„Du bist ziemlich unterzuckert, ich habe deinem Körper dringend benötigte Nährstoffe injiziert. Dazu ein Mittel, das deinen Kreislauf ankurbelt und stabilisiert", erklärte Caer. „Denn für das, was jetzt kommt, wirst du Kraft benötigen. Wir werden uns nun das erste Mal ausgedehnt unterhalten. Und du, Spock, wirst antworten…"
STSTST
„Ich kann keine schweren Verletzungen ausmachen, aber dieser beinahe Zusammenbruch gibt mir zu denken", meinte Pille, als er die Aufzeichnung der Nachricht von Spock an der Stelle anhielten, als der Halbvulkanier ein Stück zusammen gesackt war. „Die sichtbaren Verletzungen sind oberflächlich, aber die Färbung des Hämatoms ist merkwürdig. Normalerweise verheilen derartiges so schnell bei Vulkaniern, dass sie nicht gelb werden."
„Kann das damit zusammenhängen, dass er nur zur Hälfte vulkanisch ist?" fragte Kirk.
„Nein, ich habe Spock schon mehrmals mit blauen Flecken gesehen. Das hier ist neu. Es kann sein, dass seine Selbstheilungskräfte nicht einsetzen. Vielleicht ist er körperlich zu schwach dafür", Pille ließ die Aufzeichnung ein bisschen weiter laufen und hielt sie wieder an, als Uhura ihn darum bat.
„Spock ist tatsächlich körperlich sehr angeschlagen. Seine Schultern hängen und er blinzelt sehr oft", meinte sie.
Pille stimmte ihr zu. Dann ließ er das Bild erst wieder anhalten, als die beiden Außerirdischen den Raum betraten und Spock zu Boden ging.
„Das hier", Pille zoomte den Ausschnitt heran in Spocks Nacken, „gehört da auf keinen Fall hin, Jim."
Es sah aus wie eine kleine metallene Platine. Nicht größer als ein Daumen.
„Was ist das?"
„Sieht aus, wie ein Gerät, das man ihm implantiert hat", meinte Chekov verwundert.
„Die Stelle im Nacken gibt uns Hinweise auf den Sinn des Geräts", meinte Pille. „Nicht nur bei Menschen gilt diese Stelle als besonders heikel, sondern auch bei Vulkaniern. Das Nervensystem verläuft direkt darunter in der Halswirbelsäule."
Jims Gesichtsausdruck verdüsterte sich. Er konnte nicht ganz genau sagen, was das Ding in Spocks Nacken tatsächlich tat, aber wenn es mit seinem Nervensystem zusammenhing, konnte es nichts Gutes sein. Seine Vorstellungskraft reichte von physischer Manipulation, über psychische Beeinflussung bis hin zur Folter.
„Wir haben keine Wahl. Wir müssen nach Acaron und schauen, was uns da erwartet. Das ist unsere einzige Chance. Denkst du, du kannst dieses Gerät aus Spocks Nacken entfernen?" fragte er Pille.
Der Arzt sah missmutig drein.
„Dazu kann ich dir nur eine Antwort geben, wenn ich Spock vor mir habe."
STSTST
Es tat höllisch weh. Spocks Körper wand sich unter der ersten Schmerzwelle ohne sein bewusstes Zutun. Die Gurte, welche ihn ans Bett fesselten, hielten seiner Kraft stand.
Caer beobachtete den zuckenden Körper vor sich, das zu einer Maske aus Schmerz verzogene Gesicht. Und er ließ ab, setzte sich neben den Vulkanier, als die Pein abklang.
„Weißt du, Spock, wenn du schon bei den einfacheren Fragen blockst, wird das nichts. Dein Nervensystem wird überlasten und du stirbst. Im besten Fall. Im schlechtesten nimmt dein Gehirn schaden und du wirst zu einem unbewussten, sabbernden Wesen", erklärte Caer. „Komm schon, plaudere ein wenig mit mir. Sag mir, wie hast du den Untergang deiner Welt erlebt? Warst du wütend? Hast du IRGENDWAS gespürt?"
Spock schnaufte heftig, versuchte das Zittern unter Kontrolle zu bekommen. Es war unklug, diese Strategie bei zu behalten, zumal Caer jetzt endgültig auf körperliche Gewalt umgestiegen war.
„Ich.." seine Stimme hörte sich rau an. „Ich verstehe Ihre Motivation hinter meiner Gefangennahme nicht. Sie verfolgen kein mir erkenntliches Ziel."
Das war keine Antwort auf seine Frage, aber Caer beugte sich vor und lächelte.
„Im Grunde suche ich Unterhaltung. Es ist untypisch für uns El Aurianer, auf solche Methoden zurückzugreifen. Mein Volk gilt eher als gelassen und bedacht. Man sagt, wir sind die idealen Zuhörer. Aber ich sehe keinen Grund mehr darin, zuzuhören. Unsere Langlebigkeit, die manch einer als Segen betrachtet, ist ebenso ein Fluch. Alles habe ich schon erlebt. Es langweilt mich. Meine Crew muss ich etwa alle sechzig bis siebzig Jahre erneuern, weil mir die Leute wegsterben. Ich suche mir zumeist unterhaltsame Crewmitglieder…"
„Auf Sklavenmärkten?" die Kritik in Spocks Worten war nicht zu überhören.
„Ich habe gelernt, dass Leute, die ich anheuere, nichts weiter als Söldner sind. Ohne Loyalität oder Ehrerbietung. Nachdem ich verschiedene Methoden ausprobiert habe, stellte sich heraus, dass diejenige die besten Erfolge bot, die ich zu anfangs als am wenigsten geeignet empfunden habe."
Er tippte leicht an Spocks seitlichen Nacken.
„Das hier ist außerordentlich effektiv."
„Warum ich? Warum nicht jemand, der einfacher zu handhaben ist. Von geringerer Stärke."
„Oder von geringerem Widerwillen? Nun, weil du versprichst interessant zu sein. Weißt du, jeder hier hat seine Geschichte. Hralems Spezies spricht im Normalfall nicht mit Außerirdischen. Sie sind sehr eigenbrötlerisch. Er ist der älteste meiner Crew. Danach hatte ich Lust auf etwas Aufbrausenderes und bin auf die Bajoraner gestoßen. Leider war Geral nicht so interessant, wie ich angenommen hatte. Tuk war da um einiges anstrengender, zumal er nicht auf körperliche Gewalt nachzugeben schien. Seine militärische Rasse ist höchst Widerstandsfähig. Aber letztendlich wusste ich, dass keiner der drei mich auf Dauer amüsieren würde. Ich habe sie dennoch an Bord behalten, weil ich eine Crew brauchte. Aber du weißt ja gar nicht, wie öde sie sind."
Spock versuchte den Sinn dahinter zu verstehen. Die Erklärung war noch nicht abgeschlossen.
„Dir scheint ein Geheimnis inne zu wohnen, das ich bis jetzt noch nicht erfassen kann, Spock. Irgendetwas an deinen Augen ist es. Ich frage mich, warum sie so… emotional sind. Das ist nicht üblich für einen Vulkanier. Du hast eine Geschichte, nicht wahr?"
Der Halbvulkanier schwieg dazu.
„Außerdem", Caer strich über Spocks Wange, wie dieser es nur zwei Menschen in seinem Leben erlaubt hatte. „Ich finde dich ästhetisch. Du bist vielleicht ein Vulkanier, aber ich habe niemals einen gesehen, der so ist, wie du. Deine Anmut ist anders. Nicht so steif und von vorneherein bestimmt. Deine Körpersprache verrät viel über dich, gibt aber zugleich Geheimnisse auf. Deine Haut", er hörte nicht auf, über Spocks Wange zu streichen, „ist nicht so trocken, wie sie es aufgrund deiner Herkunft sein sollte."
„Stellen Sie den Körperkontakt ein", verlangte Spock nüchtern.
Aber seine Worte stießen auf kein Gehör.
„Es ist diese mysteriöse Anziehung, die du auf mich hast. Es ist lange Zeit her, an deiner Rechnung gemessen, dass ich mir einen Abschnittsgefährten gesucht habe", Caers Stimme wurde für Spocks Geschmack allmählich zu ruhig und tief. „Das letzte Mal war es eine Tigrianierin. Sie hatte ein wunderbar herausforderndes Temperament. Ich ziehe dich auch in Betracht."
„Ich habe kein Interesse", entgegnete Spock mit vulkanischer Ruhe.
„Oh, man muss ja auch nicht immer das Gleiche ausprobieren, Spock. Mir ist es egal, ob du interessiert bist."
Caer lehnte sich noch ein Stück weiter vor, so dass Spock seinen Atem auf seiner Haut spürte.
„Zurück zu deiner Heimatwelt."
„Da gibt es nicht viel zu berichten", antwortete Spock. „Ich befand mich auf der irdischen Sternenflottenakademie, um zu unterrichten", log er und brach somit bewusst ein Credo vulkanischer Prinzipien.
Caer schüttelte den Kopf.
„Der Vorteil an der guten Beobachtungsgabe und der Intuition meiner Spezies liegt darin, zu erkennen, wann jemand lügt. Vorsicht Spock. Du solltest aufpassen, was du in Zukunft behauptest", und wieder kam er ihm ein Stück näher.
Spock konnte kaum noch seine Abneigung unterdrücken. Der andere war ihm so nahe, kaum noch Distanz… Er konnte nicht, er schloss die Augen.
Als Caer die Distanz zwischen ihnen schloss, verbannte Spock alles aus seinem Gedächtnis, was ihm etwas bedeutete. Aus nichts, das ihm teuer war, wollte er Kraft schöpfen, denn er fürchtete das Andenken daran zu beschmutzen.
Als der Außerirdische endlich von der ungewollt körperlichen Liebkosung abließ, flüsterte er ihm etwas zu.
„Du musst aufhören zu hoffen, Spock. Es wird dadurch einfacher."
„Hoffnung impliziert eine emotionale Gebundenheit. Ich hege keinerlei Gefühl", sagte er kalt, ohne dem Blick des anderen zu begegnen.
Auf der Enterprise hätte man dies vielleicht anders gedeutet, aber in jenem Moment war Caer tatsächlich enttäuscht von dieser nüchternen Aussage. Er zog sich zurück, die Augen kalt wie Stahl.
„Ich weiß, wie ich Emotion aus dir herausbekomme, Spock. Sei nicht so überheblich und glaube, dich mir entgegenstellen zu können. Du könntest es bereuen!"
„Auch Reue ist mir fremd, Caer", Spock nutzte das erste Mal den Namen des Außerirdischen, sich wohl bewusst, was er damit provozierte.
Und als der Schmerz wieder einsetze, wurde Spock bewusst, dass seine gerade getroffene Aussage vielleicht revidieren musste.
