Abe schreckte auf.

"Warum wusste ich nichts davon?"

Henry schmunzelte traurig.

"Du warst noch zu klein damals... Du hast das noch nicht verstanden!"

Stille...

Erst nach ein paar Minuten kam Abe wieder zu Wort.

"Habt ihr nochmal probiert ein Kind zu bekommen?"fragte er dann.

Henry sah zu ihm auf.

"Ja ... Nur es hat seit dem nicht mehr funktioniert..."erklärte Henry und sah wieder in sein Glas.

Er trank nun den letzten Tropfen aus.

"Wie willst du und Jo den Fall lösen? Ihr könnt nicht einfach den Unbekannten, welcher dir immer Briefe schreibt, fest nehmen."

Henry war Abe sehr dankbar das er das Thema gewechselt hatte.

"Ich weiß nicht...vielleicht werden wir irgendwann Jamie finden...und der Fall könnte eingestellt werden."sagte Henry.

Abe wollte gerade zum Satz ansetzten als ihn das Telefon unterbrach.

Henry stand auf und nahm den Hörer in die Hand.

"Ja?"

Doch die nächsten Wort brachten sein Herz zum Stillstand.

"Hallo Henry. Wie geht es dir?"

"Adam..."brachte Henry nur heraus.

"Leider konnten wir uns heute Früh nur kurz sehen. Ich hätte gern mit dir gesprochen!"erzählte Adam mit seiner ruhigen aber bedrohlichen Stimme.

"Wie konntest du die Briefe schreiben?"platze es aus Henry heraus.

"Ach du hast sie schon kennen gelernt! Sie hat die Briefe geschrieben!"

"Sie? ...Wer ist sie?"fragte Henry weiter.

"Wenn ich dir das sage, mache ich nur ihr kleines Spiel kaputt. Du wüsstest sofort wen ich meine wenn ich es dir sage."

Henry atmete durch und sah zu Abe.

"Warum tötet ihr?... Ihr könnt auch anders meine Aufmerksamkeit bekommen ohne ein Menschenleben aus zu löschen!"sagte Henry energischer.

Man hörte nur ein herrisches Lachen.

"So ist es spannender. Deine kleine Polizeifreundin verzweifelt anscheinend langsam.."

Henry verengte die Augen.

"Lassen Sie Jo aus dem Spiel!"sagte Henry warnend.

"Keine Sorge. Wir haben kein Interesse an Detective Martinez!"versicherte Adam.

"Doch... Die dritte Unsterbliche wird sich bald noch persönlich bei dir melden!"fügte Adam hinzu.

Henry rollte die Augen.

"Will sie mich oder irgendeinen anderen umbringen?"fragte Henry dann leiser.

"Sei nicht immer so pessimistisch, Henry. Du wirst sie mögen! Sie hat sich seit euren letzten Treffen nicht verändert!"sagte er dann.

Henry merkte erst jetzt das sich seine Hand in den Beistelltisch, wo das Telefon drauf lag, gekrallt hatte.

"Na...gut.."hauchte Henry.

Adam legte sofort nach den Worten von Henry auf.

Henry atmete für einen Moment noch in den Telefonhörer und legte dann auch auf.

Abe schaute zu ihm.

"Es war Adam.."hauchte Henry und wollte dies eigentlich nicht wahr haben...

Abe schreckte auf.

"Aber er ist doch in der Starre.. Wir waren erst vor ein paar Tagen im Krankenhaus."

Henry nickte nur nachdenklich.

"Beide...wollen Kontakt zu mir aufnehmen?... Warum machen sie nicht ihre Spielchen unter sich aus?"fragte Henry in Gedanken versunken und lief langsam mit verschrenkten Armen durch das Wohnzimmer.

Henry nahm dann sein leeres Glas und goss noch etwas nach.

Vorsichtig setzte er das Glas an seinen Mund an und trank nachdenklich daraus.

Abe drehte sich zu ihm um.

"Du machst mich ganz nervös!"regte er sich dann auf.

"Wieso?"

"Ich seh dich nie so viel trinken!"

"Das ist nicht viel!"rechtfertigte sich Henry.

"Das ist Scotch mit 43 Promille. Und dein zweites Glas!"

Henry rollte die Augen und stellte das Glas ab .

"So! Besser?"fragte er rethorisch und wandte sich von Abe ab.

Er ging dann zu seinen Schlafzimmer.

"Alte Leute sollten sich nicht betrinken! Vor allen nicht Leute welche 237 Jahre alt sind!"rief Abe ihm hinter her.

Henry wunk nur ab und schloss die Tür seines Zimmers.

Bereits fertig gemacht trat Henry am nächsten Morgen aus seinen Zimmer heraus.

Er ging zum Frühstückstisch und sah zu Abe, welcher bereits alles vorbereitet hat.

"Guten Morgen!"begrüßte er Henry und schob ihn einen Kaffee rüber.

"Guten Morgen und Danke, Abe!"

Henry nahm die Tasse und trank einen Schluck.

"Kannst du nach der Post sehen?"fragte Abe dan und faltete die Tageszeitung auseinander.

"Ja... Obwohl ich mich jedes mal vor fürchte noch so einen verrückten Brief zu bekommen."

"Vielleicht ist die Person da hinter ganz harmlos!"überlegte Abe und schaute von der Zeitung auf.

Henry warf ihn einen zweifelnden Blick zu und ging zur Treppe.

"Harmlos eher nicht.. Sie hat immerhin eine Person umgebrach. Und dann mich."stellte Henry klar und lief nach unten in den Antiquitätenshop.

Es lagen wirklich ein paar Briefe auf der Fußmatter vor der Tür.

Henry griff sich jene und schlürfte langsam wieder zur Treppe.

Doch als er einen Brief mit seinen Namen fand stoppte er.

Zögernd öffnete Henry diesen Brief.

Liebster Henry!

Mit diesen Brief will ich dir mehr über mich erzählen,

Um dich nicht weiter zu quälen.

Wir kennen uns seit der Kindheit.

Du sagtest oft ich sei eine Schönheit.

Unsere Familien verstanden sich gut.

Ihr nahmt uns in eure Obhut.

Wir konnten über alles reden

Und zusammen beten.

Jetzt steh ich hinter dir

Und du nimmst mich nicht mal ins Visier!

Henrys Hand mit den Brief fing an etwas zu zittern.

Stand sie wirklich hinter ihm?

Ihm war nun klar wer es war.

Vorsichtig schaute er über die Schulter und sah einer Frau, mit leicht gelockten Haaren, ins Gesicht.

"Hallo...Henry!"

Er konnte es nicht fassen und schluckte schwer.

"Ruby...!?..."