Was hab' ich mir dabei gedacht?

Plötzlich wurde Legolas gepackt und auf den Boden geworfen:

‚Rúmil, Orophin, wir haben ihn!'

Er hatte nicht einmal die Chance gehabt, sich ihnen freiwillig zu stellen, da sie ihn früher aufspürten als er sie. Legolas lag auf den Boden und versuchte verstört sich aufzurichten. Dann sah er die Brüder, wie sie sich ihm näherten.

‚So sieht also der Elb aus, der meinen Bruder töten wollte.' Sagte Orophin mit zorniger Stimme.

‚Den tot sollst du finden, sollte unser Bruder sterben!' fügte Rúmil hinzu.

Legolas wurden die Hände zusammengebunden und er wurde abgeführt. Er wollte ihnen alles erklären, sagte, dass es nicht seine Absicht war auf Haldir zu schießen, wollte wissen wie es ihm geht, doch seine Worte fanden kaum Zuhörer unter dem Gefolge. Nur einer war sehr aufmerksam und versuchte sich aus Legolas durcheinander gesprochenen Sätzen etwas zusammenzufügen was Sinn ergab. Doch sprechen konnte er nicht mit ihm, da Orophin es allen Gefährten untersagt hatte. Dann wurde er in ein dunkles Verließ tief unter dem Erdboden des Waldes gebracht.

‚Freikommen sollst du erst, wenn unsrer' Bruder selbst dir verziehen hat!'

Legolas bekam etwas Brot und Wasser und die Kammer wurde geschlossen und viele Tage lang blieb Legolas allein in der Dunkelheit bis die Tür schließlich erneut geöffnet wurde.

Rúmil war es, der zu Legolas kam. Er hatte Mitleid mit ihm und er wollte wissen was vorgefallen war, warum er auf seinen Bruder geschossen hatte. Doch Legolas wollte nichts sagen. Zu große Furcht hatte er vor seiner Reaktion, würde er ihm verraten, dass er mit seinem Bruder zusammen war.

Rúmil nahm den Gefangenen in die Arme. Viel mehr als Mitleid empfand er für ihn, doch wusste er nicht, wie er es ihm sagen sollte. Legolas war zunächst etwas verwirrt, doch er begann die Wärme und Zuneigung, die ihm Rúmil gab, zu genießen, denn viel Schmerz hatte er in den einsamen Tagen der Dunkelheit gefühlt und nun war endlich jemand da, um ihn zu trösten, denn selbst der Tapferste vermag nicht lange in der Dunkelheit überleben.

Legolas legte seinen Kopf gegen Rúmils Oberkörper, während dieser ihm über das goldblonde Haar strich und seinen Kopf sanft küsste. Dann zog er ihn zu sich hoch und küsste ihn und schon bald wehrte Legolas sich nicht mehr gegen den Kuss, doch plötzlich stieß er Rúmil von sich:

‚Nein! Das geht nicht...'

‚Warum geht es nicht?' fragte Rúmil verwundert.

‚Weil ich deinen Bruder liebe!'

‚Orophin? Du liebst Orophin? Dieser Idiot. Er hat gesagt, er hasst dich, nur um dich für sich zu haben, ich mach ihn fertig...!'

‚Nein, das verstehst du falsch...'

‚Was gibt es da denn falsch zu verstehen?' erwiderte Rúmil und wollte gehen.

‚Warte! Ich meine nicht Orophin...'

Abrupt blieb Rúmil stehen: ‚Hhhaldir? Sag mir, wenn du ihn liebst, warum wolltest du ihn dann töten?'

‚Er, er hat... er hat mit mir Schluss gemacht und ... ich denke er hatte etwas mit einer Frau... wahrscheinlich schon lange bevor wir zusammen waren.'

‚Deswegen wolltest du ihn töten? Bist du verrückt?'

‚Nein... ich wollte ihn nicht töten... mir ist die Hand ausgerutscht... ich wollte den Pfeil nicht abschießen!'

‚Wenn du ihn nicht abschießen wolltest, wieso hast du ihn dann erst auf den Bogen gespannt und auf ihn gezielt? Ich muss jetzt gehen!'

‚Nein warte... sag mir wie es ihm geht! Bitte!'

Rúmil drehte sich noch einmal um und blickte wütend auf Legolas: ‚Wenn du es genau wissen willst: Er hat nichts mehr gesagt, seit der Pfeil ihn getroffen hat. Du kannst froh sein, wenn er irgendwann aufwacht und dir verzeiht, damit man dich frei lässt.' Er warf etwas Brot und eine Flasche Wasser zu ihm und ging dann, die Tür fest verriegelnd.

Es war nicht nur die Wut, dass er seinen Bruder ins Dunkel gestürzt hatte, die er plötzlich erneut spürte, es war auch ein verletztes Selbstwertgefühl, dass er ihn abgelehnt hatte, das ihn dazu trieb Legolas vorerst nicht mehr zu besuchen, auch wenn er eigentlich Mitleid und Zuneigung empfand.

Und Legolas war bewegt von den Worten Rúmils, denn ihm wurde bewusst, dass er Haldir irgendwo in seinem Unterbewusstsein vielleicht doch töten wollte und er selbst wollte am liebsten dafür sterben, dass er dem Elb den er liebte so viel Unheil zugefügt hatte. Denn auch der Kuss mit Rúmil verschaffte ihm nicht grade ein reines Gewissen, was Haldir betraf.

P.S.: Sorry wegen dem Fehler mit dem mir statt mich benutzt gg, ist mir erst aufgefallen, als ich den Text auf meine HP tun wollte. Fehler ist dadurch entstanden, dass ich eigentlich was anderes schreiben wollte gg, sorrry! Und sorry wenn in Vergangenheit/ Zukunft Fehler passiert sind/ passieren, die wie dieser irgendwie den Ernst der Aussage unscheinbar machen lol, zum 100. Mal sorry und danke für Euer Verständnis.