Natürlich ist die Geschichte schon fertig, ansonsten könnte ich nie so schnell updaten! Insgesamt habe ich galube ich fast ein Jahr für sie gebraucht.
Kapitel 10
Hogwarts
„Zari?!", fragte Aurora überrascht, als Jack ihr später am Abend berichtete, was am Tag geschehen war.
„Ja, das jedenfalls hat er gesagt.", bestätigte Jack ruhig.
„Was genau hat er gesagt?", fragte Aurora misstrauisch.
„Wieso?"
„Naja, kannst du dir vorstellen, dass Voldemort ihn Zari nennt?"
Bei diesen Worten stutzte Jack überrascht. Er hatte Zari's Wort einfach hingenommen, aber jetzt, wo er darüber nachdacht…
„Er hat gesagt, seine Familie nennt ihn Zari.", sagte Jack langsam.
„Und wer außer Voldemort soll das sein?", meinte Aurora nachdenklich, „Irgendwas stimmt hier nicht."
Die beiden Freunde sahen sich kurz an und ohne ein Wort zu sagen, stürmten beide auf Zari's Zimmer zu. Jack klopfte und riss die Tür auf: „Hey Zari, kann ich dich was fragen?"
Der Angesprochene hob den Kopf und sah Jack und Aurora nachdenklich an, dann sagte er nur: „Sicher. Kommt doch rein."
Augenblicklich setzten die beiden Teenager sich auf das Sofa neben Zari, plötzlich aber unsicher, wie sie beginnen sollten.
„Ähm…", begann Aurora, brach dann jedoch verunsichert ab.
„OK, was ist los? Hat euch jemand geärgert, den ich für euch ausschalten soll?", fragte Zari ruhig.
Entsetzt klappte Jacks Kinnlade hinunter, erst einen Moment später sah er das amüsierte Glitzern in den Augen seines Bruders.
„Ah nein, aber danke für das Angebot. Ich hab eigentlich nur eine Frage. Also… Dein Vater nennt dich Zari?", sagte Jack geschäftsmäßig.
Zari schnaubte amüsiert auf: „Merlin nein, sowas würde er nie tun!"
„Und wer dann? Du hast doch gesagt, dass deine Familie dich so nennt.", hakte Jack nach.
Das Lächeln auf Zari's Gesicht erstarb. „Nein, das habe ich nicht gesagt.", antwortete er kalt.
„Oh doch, das hast du.", beharrte Jack.
Ruckartig stand Zari auf und sagte: „Das hast du falsch verstanden. Ich habe gesagt, du kannst mich Zari nennen, das ist alles. Wenn es nichts weiter zu besprechen gibt, ich habe noch viel zu tun."
Sprachlos starrten die beiden Freunde den älteren an, aber keiner der beiden traute sich noch etwas zu sagen, denn wenn sie ehrlich waren, dann war Zari viel respekteinflößender als sein Spitzname vermuten ließ. Also verließen die mehr oder weniger fluchtartig den Raum. Draußen auf dem Flur flüsterte Aurora: „Ganz ehrlich, jedes Mal wenn ich denke, dass ich irgendwas an ihm verstanden habe, dann passiert sowas."
Jack nickte zustimmen: „Was auch immer er versteckt. Wir kriegen es schon raus."
Der Umzug nach Hogwarts verlief viel ruhiger, als Lily gedacht hatte. Dumbledore kam selbst um Harry in die Schule zu bringen und die Magie des Armbandes anzupassen und viele Ordensmitglieder kamen um beim Umzug zu helfen, obwohl Lily eher vermutete, dass sie da waren um einzugreifen, falls Harry sich wehren sollte.
Wenn Lily ehrlich war, musste sie sich eingestehen, dass sie insgeheim auch mit einem Fluchtversuch gerechnet hatte, aber Harry schien zu wissen, wann etwas aussichtslos war und verhielt sich ruhig. Abgesehen von einfachen Antworten sprach er mit niemandem, aber sogar das war ein Fortschritt über den Lily sich sehr freute.
Unsicher sah Lily sich in ihrem neuen Quartier um. Die Räumlichkeiten waren größer als sie erwartet hatte und sogar James war überrascht gewesen, dass diese Räume überhaupt existierten. Anscheinend hatten nicht einmal die Rumtreiber sämtliche Geheimnisse von Hogwarts entdeckt.
„Jack, wo willst du hin?", fragte Lily ihren Sohn, als dieser offensichtlich gerade beschlossen hatte sich davon zu schleichen.
„Rüber zu Aurora.", antwortete Jack prompt.
„Du weißt doch, dass Dumbledore gesagt hat ihr sollt nicht herumstreunen solange die anderen Schüler nicht da sind.", ermahnte Lily.
„Deswegen Streunern wir ja auch nicht herum.", antwortete Jack trotzig.
„Hast du alle deine Sachen ausgepackt?"
„Ja, aber was bringt das eigentlich? Ich zieh doch bald sowieso wieder in den Schlafsaal.", maulte Jack.
„Schon. Aber bis dahin musst du ja noch irgendwas anziehen, oder?", fragte Lily geduldig.
Jack grummelte nur etwas Unverständliches und machte sich aus dem Staub. Lily seufzte leise. Die hecken etwas aus, dachte sie bei sich und beschloss später Sirius und James um Rat zu fragen.
„Wieso hat das denn so lange gedauert?", fragte Aurora ungeduldig, als Jack auf dem Astronomieturm eintraf. In den letzten drei Jahren war er ihr Lieblingsplatz geworden.
„Sachen auspacken und Mutter loswerden.", antwortete Jack knapp, „Ist Zari noch nicht da? Er hat die Wohnung schon vor Ewigkeiten verlassen."
„Erste Lektion für dich Jack: Versuche deine Umgebung wahrzunehmen.", ertönte plötzlich Zaris tiefe Stimme. Ruckartig wandte Jack sich um und starrte seinen großen Bruder mit großen Augen an. Er hätte schwören können, dass Zari noch nicht dagewesen war, als er den Turm betrat.
„Doch, er war vor dir da.", antwortete Aurora trocken und grinste dann schadenfroh.
Um seine Überraschung zu verbergen fragte Jack schnell: „Und, womit möchtest du gerne anfangen?"
Aurora war nicht sehr leicht zu beeindrucken und wenn sich es doch war, dann gab sie es nicht gerne zu, aber sie konnte nicht umhin Zari zu bewundern. Er hatte nicht übertrieben, als er sagte, dass er die meisten einfacheren Zauber nicht konnte, aber noch nie hatte Aurora jemanden gesehen, der so schnell und so diszipliniert lernte.
Zari lernte schnell und mit einem Durchhaltevermögen, dass sie nicht mal für Quidditch aufbrachte. Jack und sie waren sich jedenfalls einig, dass sie es schaffen würden Zari alles Notwendige beizubringen bis die Schule begann.
„In welches Haus möchtest du gerne?", fragte Aurora eine Woche später, als sie mit Zari und Jack malwieder auf dem Astronomieturm saß und die drei eine kleine Pause machten.
„Ist doch unwichtig.", antwortete Zari ruhig.
„Unwichtig?! Das Haus ist sogar sehr wichtig!", rief Jack entrüstet.
„Ich werde sowieso nicht lange hier bleiben."
„Immerhin ein ganzes Jahr.", gab Jack zu bedenken. Zari sah ihn schal von den Seite an, dann antwortete er: „Denkst du wirklich, dass ich solange hier bleiben werde? Selbst mit diesem Armband kann Dumbledore mich hier nicht ewig halten. Und mein Vater wird ebenfalls alles daransetzten mich zu befreien. Nur weil wir hier ein bisschen Spaß haben, heißt es nicht, dass ich nicht wieder nach Hause will."
Jack sah betreten zu Boden, doch Aurora nutzte die Gelegenheit um schnell zu fragen: „Nach Hause zu deiner Familie?"
„Ich weiß nicht wovon du redest.", antwortete Zari beschwingt und stand auf, „Lasst uns weitermachen, wir wollen doch nicht so viel Zeit verplempern, oder?"
„Richtig.", sagte Jack traurig, „Wir sollten die Zeit nutzen, die wir noch haben."
Als die drei am Abend in die Wohnung der Potters kamen, saßen dort schon Lily, James, Remus, Tonks, Sirius und Phoenix und spielten ein Brettspiel, dass Jack nicht kannte.
„Hi Phoenix!", rief Aurora fröhlich, „Kommst du übers Wochenende zu Besuch?"
„Jepp.", antwortete Phoenix fröhlich, „Obwohl es nicht so einfach war hier her zugelangen."
„Hat Sirius dich denn nicht abgeholt?", fragte Jack stirnrunzelnd.
„Doch, aber diese Muggelabwehrzauber wirken trotzdem.", sagte Sirius grinsend, „Phoenix hat mir die ganze Zeit erzählt sie müsse dringend nach Hause, weil sie vielleicht vergessen hat den Herd abzustellen. Als ich nein sagte, hat sie sogar versucht mich zu schlagen."
Bei diesen Worten mussten alle grinsen und James sagte: „Phoenix hat uns ein Muggelspiel mitgebracht. Wollt ihr nicht mitspielen?"
„Klar!", riefen Jack und Aurora im gleichen Moment als Zari sagte: „Nein."
„Bist du sicher?", fragte Lily, „Es wird bestimmt lustig."
„Ich gehe lieber ins Bett. Gute Nacht.", antwortete Zari schroff und verließ den Raum, während Aurora und Jack sich aufs Sofa setzen.
„Mach dir nichts draus, Mum. Er ist halt eher ein Einzelgänger.", versuchte Jack seine Mutter zu trösten.
„Einzelgänger?", fragte Tonks irritiert, „Er hängt doch den ganzen Tag mit euch zwei rum."
„Ja schon.", sagte Jack und fühlte sich plötzlich ziemlich unwohl, „Vielleicht hat er sich einfach an uns gewöhnt."
„Er hat sich an alle, außer uns „gewöhnt"!", rief James bitter, „Mit Alea spielt er Schach, Gilly und Emma liest er vor… Nur mit uns er Erwachsenen hat er ein Problem."
„Nicht ganz.", sagte Remus, „Er redet mit Phoenix. Ich denke, er hat ein Problem mit uns, weil wir im Orden sind. Wir wussten doch vorher, dass er irgendwas gegen den Orden hat, das scheint sich nicht geändert zu haben."
„Ihr seid vielleicht einfach zu nett zu ihm.", schlug Aurora vor.
„Bitte was?", fragte Lily irritiert, „Zu nett?"
„Aurora hat Recht. Mit ihr hat Zari nur geredet, weil sie frech und dreist war. Und mit mir redet er erst, seit ich ihn angeschrienen habe.", meinte Jack nachdenklich.
„Wir sollen also unfreundlich und unhöflich sein?", fragte James skeptisch.
„Nein. Ihr dürft euch nur nicht alles gefallen lassen.", sagte Jack zuversichtlich.
Die restliche Zeit bis zum ersten September verging wie im Flug und ehe die Einwohner des Schlosses sich versahen, waren die Schüler zurück. Seit dem Abendlichen Gespräch war die Stimmung irgendwie eigenartig gewesen. Die Erwachsenen hatten tatsächlich begonnen Zari Paroli zu bieten, aber entgegen Jacks und Aurora's Annahme hatte es nichts gebracht. Jack vermutete, dass Zari's Abneigung gegen den Orden einfach zu groß war.
Endlich war es nun soweit, Jack saß neben Aurora am Gryffindortisch und wartete auf die Ankunft der Erstklässler und Zari's. Er war vor Lachen fast gestorben, als Zari ihm zähneknirschend erzählt hatte, dass er gemeinsam mit den Erstklässlern in die Große Halle kommen würde um in ein Haus zu kommen und Jack hielt es auch nicht für besonders klug von Dumbledore seinen Bruder dazu zu zwingen, aber Zari hatte wohl keine Wahl.
„Man, die werden jedes Jahr kleiner.", flüsterte Aurora entsetzt, als die Erstklässler verängstigt die Halle betraten.
„Nicht alle", antwortete Jack und konnte ein Lachen nicht unterdrücken, als Zari als letztes die Halle betrat. Den Kopf hoch erhoben und die pechschwarzen Augen stur gerade ausgerichtet, sah er allerding so gefährlich aus, dass sonst keiner wagte zu lachen. Sofort begannen die Schüler aufgeregt zu tuscheln.
„Man", flüsterte Jack, „Das ist ein Anblick! Das kann ich ihm ewig vorhalten."
„Momentan sieht er nicht so aus, als würde er das besonders lustig finden.", flüsterte Aurora zurück, aber auch sie überlegte sich schon, wie man Zari wohl am besten damit aufziehen konnte.
Egal wie gefährlich Zari wirken konnte und was sie schon über ihn wussten, Angst hatten Jack und Aurora nicht vor Zari. Die beiden waren überzeugt, dass er ihnen nie etwas tun würde, was allerdings passieren würde, sollte einer der anderen Schüler ihm quer kommen… Daran mochte keiner von ihnen denken.
Einer nach dem anderen wurden die Schüler aufgerufen bis: „Potter, Harry!"
Augenblicklich wurde der Saal totenstill, als Zari mit unbewegter Miene nach vorne ging und den Sprechenden Hut entgegen nahm.
„Potter?", hörte Jack Jessica Kinley flüstern, „Ich dachte Jack wäre der älteste?"
„Nein, ist er nicht. Aber meine Mum hat mir erzählt, dass Harry Potter als Baby getötet wurde.", antwortete ihre beste Freundin Anne und starrte Zari mit offenem Mund an.
„Er sieht gut aus.", kicherte Jessica und Jack verdrehte genervt die Augen, während er seine Aufmerksamkeit wieder nach vorne richtete. Zari hatte mittlerweile den Hut auf dem Kopf und sah sich mit wachem Blick um, während er auf die Antwort des Hutes wartete. Es dauerte nur einen Moment bis der Hut den Mund öffnete und „Slytherin!" rief.
Während die Slytherins überrascht applaudierten stöhnte Jack entsetzt auf.
„Ach komm schon, das war doch zu erwarten.", sagte Aurora leise.
„Das heißt doch nicht, dass man nicht hoffen darf, oder?", antwortete Jack zerknirscht, während überall in der Halle ein ungläubiges Gemurmel ausbrach.
Ein Potter in Slytherin, das hatte es noch nie gegeben.
Draco Malfoy war ehrlich überrascht. Ein Potter in Slytherin? Wer hatte sich denn hier einen grausamen Scherz erlaubt?
Neugierig beobachtete die gesamte Halle wie Potter sich auf den Slytherintisch zubewegte und Draco beschloss, dass es wohl seine Aufgabe als Vertrauensschüler der Siebtklässler war ihn willkommen zu heißen. Er forderte die anderen auf etwas zusammen zu rücken, hob den Arm und winkte Potter zu, der jedoch ignorierte ihn völlig und setzte sich an das andere Ende des Tisches.
„Was fällt diesem Typen ein?", fragte Pansy schockiert.
„Dafür wird es Ärger geben.", zischte Draco wütend, „Was denkt der Kerl, wer er ist?!"
Während des gesamten Essens behielt Draco den neuen Einwohner seines Schlafsaales genau im Auge und als sie nach dem Essen alle in ihrem Gemeinschaftsraum waren ging Draco zielstrebig auf Potter zu, als dieser gerade in den Schlafsaal gehen wollte.
„Willkommen in Hogwarts.", sagte er knapp.
Einen Moment lang schien es, als wolle der Angesprochene überhaupt nicht reagieren, dann drehte er sich langsam um und musterte Draco kalt aus seinen schwarzen Augen.
Unwillkürlich schrumpfte Draco zusammen, als er das Gefühl bekam sein neuer Mitschüler würde ich analysieren.
„Lucius Malfoy's Sohn.", sagte er dann plötzlich. Es war keine Frage gewesen sondern eindeutig eine Feststellung.
„Ja, genau.", sagte Draco und gab sich plötzlich selbstsicher, „Du brauchst sicher ein bisschen Hilfe um zu erfahren, wie hier alles läuft. Ich kann dir da behilflich sein." Mittlerweile sah das gesamte Haus zu, als Draco dem Neuen die Hand entgegenstreckte. Einen kleinen Moment lang sah Potter die ausgestreckte Hand an, dann sagte er ruhig: „Nein."
Entgeistert starrten die Slytherins ihn an, als er sich umdrehte und Richtung Schlafsaal ging. Draco allerdings schäumte vor Wut. Er zog seinen Zauberstab und schrie: „Wie kannst du es wagen du kleiner…"
Noch bevor er allerdings seinen Satz beenden konnte flog er an die gegenüberliegende Wand während sein Zauberstab nutzlos davonflog. Bewegungsunfähig hing Draco in der Luft während Harry Potter seelenruhig auf ihn zutrat und es schaffte ihn von oben herab zu mustern, obwohl Draco über einen Meter in der Luft hing. Dann sagte er ruhig: „Wenn du nochmal sowas versuchst, dann bring ich dich um, verstanden?"
Seine Stimme war eisig und der Ton in dem er sprach machte klar, dass es keine bloße Drohung war sondern eine Tatsache.
Ohne ein weiteres Wort drehte Potter sich um und ging in den Schlafsaal, während sämtliche Schüler ihm angstvoll aus dem Weg sprangen. Als er den Raum dann verlassen hatte fiel Draco keuchend zu Boden. Ein Drittklässler sprach ehrfurchtsvoll das aus, was alle dachten: „Wow, er hat nicht mal seinen Zauberstab benutzt."
