Kapitel 10 Die großen Heuchler

Im Laufe der Jahre hatte Harry Potter sich gefragt, wie es sein würde Hermine Granger zu küssen. Er sagte sich selbst, dass das nur natürlich sein darüber nachzudenken, weil sie seine beste weibliche Freundin war und sie beide zahllose Prüfungen über die wahren natur ihrer Beziehung überstanden hatten. Tatsächlich hatten er und Ron einst während ihres sechsten Jahres darüber diskutiert, wie es sein möge Hermine zu küssen. Sie beide stimmten darüber ein, dass Hermine zu küssen wahrscheinlich gleichbedeutend wie eine Schwester zu küssen wäre.

Jetzt, Jahre später, als er sich damit befasste, eine Miss Hermine Jane Granger zu knutschen, konnte Harry sicher und ernsthaft sagen, dass sie zu küssen keine „brüderlichen" Gefühle in ihm auslöste. Tatsächlich war er in diesem Moment sehr beschäftigt damit, ihre süßen Lippen zu schmecken und den berauschenden Duft ihres Haares zu riechen.

Um ehrlich zu sein, er hatte nicht geplant sie so zu küssen... direkt vor Publikum. Es waren nur einige wenige Minuten vorbei, dass er ihre Koffer die Treppen hochgetragen und Rachels beißende Bemerkungen gegenüber Hermine belauscht hatte.

Hermine, seien wir ehrlich. Du bist auf jeden Fall keine Schönheit. Du bist auf eine Art schlicht, um ehrlich zu sein. Du bist die Art von Mädchen, die Kerle heiraten wollen, nicht der Typ mit dem sie ein bisschen Spaß haben wollen."

Nicht, das du das falsch verstehst", sagte Rachel rasch. „Es ist wirklich großartig, dass du jemanden wie Harry hast. Ich bin nur überrascht."

Diese Worte hatten ihn wütend gemacht. Harry dachte, jeder Typ wäre glücklich wenn Hermine gefallen an ihm finden würde. Für Harry, war Hermine der Typ von Mädchen, dass er selber heiraten wollte und der Typ von Mädchen mit dem er ein bisschen Spaß haben wollte. Sie war all diese Dinge und mehr. Und wenn diese Person Rachel, dass nicht merkte, nun Harry fand, dann war es an der Zeit, dass jemand ihr zeigte, dass es so war und sie ein oder zwei Schubladen darunter steckte. Wenn Rachel ein Kerl wäre, wäre er in das Schlafzimmer gegangen und hätte ihn K.o. geschlagen. Aber das sie ein Mädchen war und er Gast in ihrem Heim war, entschied er sich diesen Weg nicht einzuschlagen. Stattdessen lief er ins Zimmer, ließ die Taschen auf den Boden fallen, griff sich Hermines Hand und knutschte sie mit allem, was er hatte.

Er wusste, dass er sie überrumpelte, wenn ihre anfängliche Reaktion jedes Anzeichen war. Sie versteifte sich ein bisschen, aber dann, zu seiner Freude, ließ sie sich darauf ein. Er wusste nicht, ob es war weil sie nicht wollte dass die List vor Rachel verloren ging und deswegen weitermachte oder ob es wirklich wegen dem Kuss selbst war. Gerade jetzt, kümmerte es ihn nicht.

Harry vergaß rasch, dass sie vor Publikum „spielten". Alles in dem Schlafzimmer verblasste, als er sich auf die vorliegende Aufgabe konzentrierte. Er konnte nicht sagen, wie lange sie so da standen, in den Armen des anderen, weiter küssend und berührend und fühlend. Er registierte undeutlich, die Tatsache, dass ihr einziges Publikum, sich offensichtlich unwohl als Zeuge dieser zur Schaustellung von Liebe fühlte, und im Augenblick auf Zehenspitzen aus dem Zimmer schlich.

„Hermine", hörte er sich selbst murmeln, als er seine Lippen hinunter auf ihren Hals legte.

Unglücklicherweise schien das sagen ihres Namens sie zurück in die Realität zu schubsen und sie flüsterte: „Wo ist Rachel hingegangen?"

„Ich weiß nicht", sagte er, während er sie festhielt und sich noch ein wenig schwindlig fühlte.

Für eine Weile starrten sie sich schweigend an, keiner von ihnen schien sicher zu sein, was er als nächsten tun oder sagen sollte.

„Wa...warum hast du das getan?", fragte sie plötzlich und löste sich aus seiner Umarmung.

„Was getan?", fragte er mit einem schüchternen Lächeln.

„Mich küssen", antwortete sie. „Gerade jetzt... warum hast du das getan?"

„Weil deine Cousine einige schreckliche Dinge zu dir gesagt hat", antwortete Harry einfach.

Sie registrierte, was er sagte, doch er konnte merken, dass sie sich fragte, ob das alles war. Mit einem leichten Lächeln, lief er zu den Koffern hinüber, hob sich hoch und trug sie zum Bett.

Er blickte zu Hermine hinüber, die immer noch gedankenverloren still dastand.

"Irgendwas nicht in Ordnung?", fragte er, als er seinen Koffer öffnete.

"Warum hast du… Ich meine, warum hast du weitergemachte, selbst nachdem sie das Zimmer verlassen hatte?", fragte sie schüchtern.

"Warum hast du es?", konterte er.

„Ich...ich...", stammelte sie.

„Ja?", fragte er.

"Ich hab dich zuerst gefragt", antwortete sie. Sie lief rüber, wo er am Bett stand und kreuzte die Arme.

„Ja, hast du", gestand er mit einem Lachen.

"Nun?", fragte sie, setzte sich auf die Bettkante ihre Augen auf seine gerichtet.

„Für den Fall, dass sie zurückkommt", log Harry. „Du weißt sollte dich küssen, wie ein Freund es tun würde, richtig? Ich würde nicht einfach aufhören, wenn sie das Zimmer verlässt, oder? Wahrscheinlich glaubt sie, dass wir hier drin gerade jetzt bumsen."

Hermine blickte entsetzt drein. „Oh Harry. Du hast wahrscheinlich recht. Wahrscheinlich ist sie gerade jetzt unten und erzählt meinem Onkel und meiner Tante, nicht zu erwähnen, meinen Eltern, dass du und ich oben ungezogene Dinge miteinander tun."

Harry lachte.

„Das ist nicht lustig!", rief sie. „Du denkst ich lüge, aber das ist genau das, was Rachel tun würde."

Harry verbiss sich ein lachen, als er um das Bett herum kam und direkt vor Hermine niederkniete.

„Sie können nicht so altmodisch sein, wenn sie uns erlauben ein Zimmer zu teilen", brachte Harry es auf den Punkt. Sie zuckte mit den Schultern.

„Soll ich dir was sagen?", fragte er, als er plötzlich eine Idee hatte. „Warum springen wir nicht auf dem Bett auf und ab und machen stöhnende und keuchende Geräusche. Sie werden empört sein!"

„Harry!", rief Hermine und schaffte ein Lächeln.

„Was?", fragte er. „Oh, du willst wirklich Sex haben? Ich denke ich kann ihnen da entgegen kommen, Miss Granger. Gewährt, dass es kurz ist und so, aber ich denke ich könnte..."

Er bekam nicht die Gelegenheit seinen Satz zu beenden, als Hermine ihn hart auf die Brust schlug, was verursachte, dass er nach hinten fiel. Wenn sie nicht schon vorher gelacht hätte, würde sie es jetzt beim Anblick des Jungen-der-Lebt, der ausgestreckt auf dem Boden lag.

"Du denkst das ist lustig, oder?", fragte er, griff nach ihrem Arm und zog sie über sich. Er begann sie zu kitzeln und sie beide rollten über den Boden und tauschten die Positionen. Jetzt war es Harry der auf Hermine lag und sie lachte unkontrolliert.

Als er hinunter auf ihr lächelndes Gesicht sah, wusste er ohne jeden Zweifel, dass er sie liebte. Er hörte auf zu lachen, als er auf sie herunter starrte. Er legte eine Hand auf ihr Gesicht und strich ihr eine Haarsträhne aus der Stirn. Seine Hand verweilte auf ihrem Gesicht und er war dabei, wieder seine Lippen den ihren zu nähren, als ein Klopfen an der Tür ihn stoppte.

"Entschuldige", sagte er, rollte von ihr herunter und kam rasch auf die Füße. Er bot Hermine seine Hand an um ihr aufzuhelfen und sie zögerte einen Augenblick, bevor sie sie nahm. Sie strich ihr Haar und ihre Kleider glatt und lief rüber zur Tür.

"Mum?", fragte sie, als sie die Tür öffnete. „Was können wir für dich tun?"

„Sagt mir die Wahrheit", sagte Karen Granger und trat ins Schlafzimmer.

„Okay", sagte Hermine und schloss die Tür. „Wenn wir können...was willst du wissen?"

"Ich dachte Harry würde dich nur zur Hochzeit begleiten", sagte Karen. „Rachel ist gerade runter gekommen und sagte uns ihr würdet... nun, ihr würdet..."

Hermine warf Harry einen, ich-hab-es-dir-gesagt Blick zu.

"Haben wir nicht", endete Hermine für ihre Mutter. „Wir haben nichts getan."

"Du hast mir nicht gesagt, dass Harry und du euch verabredet", sagte Karen ruhig. „Hast du und Brian deshalb schlussgemacht? Bist du deshalb bei Harry eingezogen?"

Rachel anzulügen war eine Sache, aber ihre Mutter anzulügen war eine ganz andere und Hermine wusste nicht, was sie tun sollte. Wenn sie ihrer Mutter sagte, dass dies alle eine List war, würde Karen ihr sagen sie sollte runtergehen und es aufklären und ihr einen Vortrag darüber halten, dass man seine Familie nicht anlügt.

"Ich war nicht der Grund dafür, dass sie die Dinge mit Brian abgebrochen hat", sagte Harry schnell und kam Hermine zu Hilfe. „Aber wir, ähm, wir haben gemerkt, wie für füreinander fühlen, als sie bei mir eingezogen ist, Dr. Granger. Es hat alles sozusagen da angefangen. Das ist alles."

Für einen schrecklichen Augenblick lang, dachte Hermine ihre Mutter würde sie für ihre Lügen anschreien. Lügen, große oder kleine waren nie Hermines starke Seite gewesen.

"Das ist alles", antwortete Karen. „Das ist alles, sagt er. Harry! Das ist fantastisch!"

Ehe Hermine sie stoppen konnte, zog Karen den überraschten Harry in eine Umarmung.

„Robert und ich haben immer gewusst, dass ihr zwei es eines Tages merken würdet", sagte Karen glücklich und ließ Harry los. „Um dir die Wahrheit zu sagen, Harry, ich habe diesen Burschen Brian, nie ein bisschen leiden können."

Hermine blickte gedemütigt zu ihrer Mutter. „Mum!"

Harry strahlte Karen an. Dies würde es sehr viel leichter machen, wenn er zumindest schon einen von Hermines Eltern auf seiner Seite hatte.

"Nun, ich hab es nicht", sagte Karen. „Oh Hermine! Ich freu mich so für dich!"

Karen hielt Hermine ihre Hand hin, die sie widerstrebend nahm, nur um in eine Gruppenumarmung mit ihrer Mutter und ihrem besten Freund gezogen zuwerden. Hermine fragte sich in diesem Moment, ob es möglich war zu Tode umarmt zu werden.

"Ich lass euch zwei Kinder allein, damit ihr euch einnisten könnt", sagte sie einen Augenblick später. „Ich kann es nicht erwarten, deinem Vater diese Neuigkeit zu erzählen. Wer weiß…. Vielleicht werden wir uns in einen Monaten für eine weitere Zeremonie versammeln."

Sie zwinkerte Harry und Hermine zu, bevor sie das Zimmer verließ.

„Ehrlich, das ist meine Mutter!", sagte Hermine und fiel auf das Bett. „Das ist der Grund, warum ich versuche nie zu lügen, weil Dinge wie diese geschehen. Es ist wie ein Schneeball, der den Berg runter rollt. Es wird eine riesige Lawine, bevor das Wochenende zu Ende ist."

„Immer mit der Ruhe, Hermine", sagte Harry und kam zum Bett zurück. Er tätschelte ihr Knie. „Es wird alles in Ordnung kommen."

„Ich wünschte, ich hätte deine Zuversicht", sagte Hermine mürrisch. „Nie in meinem Leben war mit etwas so peinlich. Und wir müssen hier durch Harry. Wir haben mindestens noch zwei Tage dieses Elends vor uns."

„Hermine Jane Granger", sagte Harry ernst. Er lief um das Bett rum, ergriff ihre Hand und zog sie auf die Füße. „Komm mit mir."

Widerstrebend erlaubte sie ihm, sie auf den Balkone hinaus zu ziehen.

„Schau dir diese Aussicht an", sagte er und deutete in Richtung Ozean.

„Es ist wunderschön", gab Hermine zu und atmete die frische Seeluft ein.

„Alles wird in Ordnung kommen", sagte er beruhigend zu ihr. „Sieh das nicht nur als eine Familien Verpflichtung. Denk daran, dass dies ein Urlaub mit deinem besten Kumpel ist. Ich lass dich nicht Trübsal blasen oder im Dreck versinken."

„Okay", sagte sie mit einem Lächeln. „Ich weiß wirklich nicht, was ich ohne dich tun würde. Du hast mich heute zweimal gerettet."

„Nicht das ich wüsste", sagte er neckend und lief zurück ins Schlafzimmer.

Sie folgte ihm wenige Minuten später und begann ihren eigenen Koffer auszupacken.

„Das ist also Rachel", sagte Harry schließlich und unterbrach das Schweigen.

„Ja", sagte Hermine und zog eine Augenbraue hoch. Sie verspannte sich, als sie auf die gewöhnlichen Komplimente wartete, welche die Leute für Rachel benutzten. Sie konnte es bei anderen ertragen, aber sie glaubte nicht, dass sie da stehen konnte während Harry ihr sagte, dass sie nicht so schlimm sei oder dass umwerfend schön sein.

„Du bist ihr nicht gerecht geworden", sagte Harry.

Hermine spürte wie ihr Herz sank.

"Bin ich nicht?", fragte sie schwach.

"Nein", sagte Harry. „Sie ist viel schlimmer, als du gesagt hast."

Üeberrascht blickte Hermine von ihrem Koffer auf.

"Aber ich glaube, ich hab sie entlarvt", sagte Harry. „Ein alter Auroren-Trick des Berufs, wenn du es so willst. Ich habe gelernt Leute wirklich sehr schnell einzuschätzen und ich denke ich könnte dir Rachels Vorgehensweise mit weniger als 200 Worten anführen."

"Wirklich?", fragte Hermine mit einem beeindruckten Grinsen. „Lass mich hören."

"Okay", sagte Harry einfach. „Ich glaube Rachel ist eifersüchtig auf dich."

„Du willst mich veräppeln! Warum sollte sie auf mich eifersüchtig sein?"

Er kratzte seinen Kopf und spielte vor tief in Gedanken zu sein. „Lass uns sehen. Du bist größer als sie. Du bist klüger als sie. Du hast das größte Herz von allen, die ich je kennen gelernt habe. Du bist charmant, du hast einen wundervollen Sinn für Humor und…", seine Stimme verhalte und er zeigte mit dem Finger auf sie, winkte sie näher zu sich um seinen letzten Punkt zu hören.

Sie kicherte, als sie sich nach vorne lehnte und er flüsterte in ihr Ohr. „Und du hast einen hinreißenden, blendend aussehenden Freund, wie mich. Wer wäre nicht eifersüchtig?"

Hermine warf ein T-Shirt nach ihm. „Du bist so ein Spinner."

„Ja und dieses Wochenende, bin ich dein Spinner", sagte er und zwinkerte ihr zu.

Zum aller ersten mal, seit sie denken konnte, genoss Hermine ihren Aufenthalt im Strandhaus ihres Onkels und ihrer Tante. Dies alles war ihrem charmanten besten Freund zuzuschreiben, der während des gesamten Abends nicht von ihrer Seite wich. Heute Abend aß die Familie mit Rachel und ihrem Verlobten, Theodore Langer, zu Abend. Theodor war ein Rechtsanwalt und wie Rachel betonte war er der jüngste Partner in der Geschichte seiner Firma.

Hermine hatte es beinah vergessen, nachdem sie und Harry Theodore, oder Theo wie er genannt werden wollte, vorgestellt worden waren. Nachdem sie Höflichkeiten mit ihm ausgetauscht hatten, führte Harry Hermine weg und fragte sie, ob Rachel vorhatte ihren Nachnamen zu behalten, wenn sie verheiratet war.

„Nein", antwortete Hermine. „Ich vermute sie nimmt seinen an. Rachel ist nicht gerade eine Feministin."

„Hast du bemerkte, wie ihr Name nach ihrer Hochzeit lautet?", fragte er lachend.

„Rachel Granger Langer", sagte Hermine einfach. Als sie den Namen „Langer" sagte, brach sie in kichern aus und einige Leute auf der Party warfen ihr verärgerte Blicke zu. Aber Hermine kümmerte es nicht.

Sie und Harry standen an der Seite zum Wohnzimmer und nippten an ihren Drinks.

„Hab ich dir gesagt, wie schön du heute Abend aussiehst?", fragte er.

„Wir haben keinen Zuhörer, Harry", schalt sie ihn. „Du musst nicht vor mir spielen".

Er blickte verletzt bei ihren Worten drein. „Ich hab nichts vorgespielt, Hermine. Ich meinte es so. Du siehst schön heute Abend aus."

Hermine berührte nervös ihr Kleid. Es war ein kurzes matt-schwarzes Jersey Kleid mit einem offenen Rücken und flatternden Aermeln, das sie gewagt hatte bei einer Shopping Tour mit Ginny zu kaufen. Sie konnte sich erinnern, wie sie in der Umkleidekabine gestanden war und sie Ginny erzählt hatte, dass sie es nicht kaufen sollte, weil es nicht praktisch war. Ginny hatte ihr gesagt, sie solle aufhören so praktisch zu sein und es kaufen, weil...weil sie es vielleicht eines Tages brauchen könne. Es war nicht ihr üblicher Stil, aber es betonte ihre Figur ganz nett. Sie hatte es geschafft, ihr für gewöhnlich widerspenstiges Haar mit einer Menge Leicht-Glattes-Haar-Zaubertrank, zu zähmen. Sie hatte es hochgesteckt und die Enden gelockt, so dass sie ihr Gesicht umrahmten.

„Danke", sagte sie leise.

„Sie kann ein Kompliment akzeptieren", neckte Harry sie.

Sie stupste ihn spielerisch. „Du siehst eigentlich selber ganz nett aus."

„Danke", sagte er. Harry war nicht so geschniegelt, wie viele andere Leute im Raum, aber für Hermine sah er am besten aus. Er trug ein einfaches weißes Hemd mit Kragen und schwarze Hosen.

Sie wollte gerade noch etwas zu Harry sagen, als sie erkannte, dass Rachel zu ihnen kam. Wie gewöhnlich sah Rachel makellos aus. Sie trug ein Minikleid mit Spaghettiträgern. Kein Zweifel, es war von einem großen Designer hergestellt, grübelte Hermine als Rachel langsam zu ihnen rüber lief.

„Ihr zwei seid unsozial", sagte Rachel neckend. Hermine bemerkte, dass ihre Aufmerksamkeit einzig auf Harry gerichtet war.

„Nein, sind wir nicht", sagte Hermine verteidigend.

„Ihr vermischt euch nicht mit einem von den anderen Gästen", sagte Rachel direkt zu Hermine. „Sie war schon immer so, Harry. Als wir klein waren und meine Eltern gaben Partys, war sie immer in der Bibliothek und las Bücher anstatt die Party zu genießen. Weißt du was sie sagte, arbeiten und nicht spielen mache..."

„Rachel…", began Hermine.

"Ich kann dir versichern Rachel", warf Harry ein. „Das Hermine genug Zeit zum „spielen" hat." Um diesen Punkt hervorzuheben, schlang Harry einen Arm um Hermine und zog sie näher.

Rachel lachte schwach. „Ich nehme an Leute ändern sich."

„Ja und manchmal bleiben sie die gleichen", Hermine konnte sich nicht aufhalten, dass zu sagen.

Rachels feststehendes Lächeln blieb auf ihr Gesicht gepflastert, aber Hermine bemerkte, dass es ein bisschen schwankte.

„So, was machst du Harry?", fragte Rachel. „Hermine hat nicht sehr viel über dich erzählt."

Harry krazte sich am Nacken. „Tadle Hermine nicht dafür. Es ist meine Schuld. Sie hat dir nicht viel über mich erzählt, weil ich sie darum gebeten habe es nicht zu tun."

Rachel trat näher, offensichtlich fasziniert. „Wirklich? Also tust du?"

Hermine unterdrückte den Drang mit den Augen zu rollen. „Er hat gesagt, dass er es dir nicht sagen kann, oder?"

„Nun, ja, aber eines Tages werden wir vielleicht alle eine Familie sein", sagte Rachel durch zusammengebissene Zähne hindurch. Sie wandte ihre Aufmerksamkeit wieder Harry zu. „Bist du ein Spion oder so was? Ich weiß! Du bist ein bisschen wie James Bond, oder?"

Harry lachte. „Nicht ganz."

"Nun, du bist sicherlich gutaussehend genug, um wie James Bond zu sein", sagte Rachel flirtend.

Hermine konnte nicht glauben, wozu Rachel Nerven hatte. Sie war hier auf ihrer eigenen vor-Hochzeits-Party und sie flirtete offen mit einem anderen Mann, während ihr Verlobter im selben Raum war.

"Solltest du nicht zurück zu Theo?" fragte Hermine.

Rachel ignorierte ihre Cousine. „Wir sind morgen alle auf dem Boot. Willst du mit uns kommen? Wir haben noch Platz für einen mehr", sagte sie lächelnd zu Harry.

"Du hast nicht Platz für zwei mehr?", konterte Harry zurück.

„Oh, du glaubst ich würde Hermine fragen?", sagte Rachel lachend. „Um himmelswillen, nein! Ich kann mich noch erinnern, wie sie auf Daddys Boot seekrank geworden ist. Hermine kannst du dich daran erinnern? Du hast 4 Schattierungen von Grün an diesem Tag im Gesicht gehabt."

Harry erzwang ein Lächeln. „Ich gehe selbst nicht gern auf Boote. Und ich will wirklich einige Zeit alleine mit Hermine verbringen. Also, wenn es dir gleich ist Rachel, dann denke ich werden sie und ich den Tag mit einander verbringen."

Rachel nickte, doch Enttäuschung erschien auf ihrem gesamten Gesicht.

„Richtig", sagte sie und blickte über ihre Schulter. „Nun, ich geh besser zu Theo zurück. Wahrscheinlich vermisst er mich schon."

Damit warf sie sich das Haar über die Schulter und bummelte von ihnen weg.

Hermine blickte zu ihrem besten Freund. Das war das dritte mal an diesem Tag, dass er sich für sie eingesetzt hatte. Das sie nicht wusste, was sie sonst tun sollte, stellte sie sich auf die Zehenspitzen und küsste ihn rasch auf die Wange.

"Für was war das?", fragte er überrascht.

„Dafür, dass du du bist", sagte sie mit einem spitzbübischen Lächeln.

Die Gäste verließen das Wohnzimmer und betraten das Esszimmer und Harry bot Hermine seinen Arm an.

„Fertig?", fragte er.

„Fertig", sagte sie glücklich und hackte sich bei ihm ein.

Um Mitternacht, ging die Party zu Ende und Harry und Hermine entschuldigten sich. Hermine zog ihren Pyjama im Badezimmer an und überlegt was für ein perfekter Abend es gewesen war.

Wenn es überhaupt noch möglich war, war sie noch verliebter in Harry als zuvor. Sie fuhr sich mit den Fingern wieder über ihre Lippen, als sie sich an seinen improvisierten Kuss am Nachmittag erinnerte. Es war zur Show gewesen, aber es hatte so...real erschienen.

Rasch putzte sie sich die Zähne und wusch ihr Gesicht. Sie öffnete die Badezimmertür und fand Harry lesend im Bett sitzend vor.

„Was tust du?", fragte sie.

Er schenkte ihr einen lustigen Blick. „Schwimmen?"

"Du weißt was ich meine!°, erwiderte sie. „Was machst du im Bett?"

„Hermine, hast du heute Abend zuviel Champanger getrunken? Dies ist ein Buck", sagte er und hielt es hoch, damit sie es sah.

„Ha, ha, ha", sagte Hermine und legte ihr Kleid über den Stuhl. „Wir werden nicht im selben Bett schlafen."

"Warum nicht?", fragte er unschuldig. „Es ist nicht so, dass wir das nicht schon früher getan hätten."

„Harry", sagte Hermine.

"Hast du Angst, dass du dich selbst unter Kontrolle halten kannst?", fragte er frech.

"Harry-"

"Hermine, ernsthaft in diesem Zimmer gibt es keinen anderen Platz zum schlafen, außer diesen Stuhl", er zeigte auf ihn. „Ich meine nicht, dass ich auf dem Boden schlafen werde. Könntest du mich bitte mit dir schlafen lassen?"

„Was?"

„Sind wir paranoid?", fragte er mit einem lachen. „Kannst du mich bitte mit dir schlafen lassen... im gleichen Bett... ohne das irgendwelches komisches Zeugs passiert, ich verspreche es."

„Oh, in Ordnung", sagte sie, insgeheim erfreut über die Idee.

„Ich wusste, du kannst nicht nein sagen", sagte er triumphierend.

Hermine zog die Daunendecke zurück und glitt ins Bett.

„Du willst nicht zuerst kuscheln?", fragte es, als er sein Buch schloss und es auf den Nachttisch legte.

„Nein", sagte Hermine und unterdrückte ein Lachen.

„Schmusen?", fragte er und schaltete das Licht aus.

„Nein", antwortete Hermine und steckte ihr Gesicht ins Kissen, damit er nicht ihr Kichern hörte.

„Okay, du hast deine Chance gehabt", sagte er gähnend. „Ich werde es nicht wieder anbieten."

„Ich weiß", sagte sie.

"Weck mich nicht mitten in der Nacht auf und sag mir, dass du deine Meinung geändert hast", sagte er.

"Okay."

"Gute Nacht, Hermine".

„Gute Nacht, Harry."