Ich freue mich, euch zum nächsten Kapitel begrüßen zu dürfen :D

Zu erst die Antworten auf eure Feedbacks:

EwiTwin1: Ich war echt baff… grandios?? =D danke… wirklich. Wenn man es genau nimmt, ist er ja auch ein verzogener Bengel ;) Und zu der Rettung… lass uns einfach sagen, dass sie sich gegenseitig retten, auf ihre ganz eigene Weise ;) was kein Charadeath ausschließt, dazu äußere ich mich gar nicht =)ich hoffe, dass dieses Kapitel sich auch dein Review verdient, es ist eines meiner liebsten =)

Mary Marvellous: Zuerst zu dem Zimmerdilemma… bei uns hier im Norden zählen die Küche, Bad, sowie der Flur nicht als „Zimmer", weswegen ein Schlafzimmer, Wohnstube und eine Bibliothek innerhalb einer Wohnung für mich dann drei an der Zahl sind ;) Die Startrekreihe kenne ich nicht, nein… Wobei ich dir zustimme, dass ich mich in der Prophezeiung und diesem aristokratischen bis altertümlichen Schreibstil ziemlich schwer tue… zu der Thematik mit dem beta-lesen, ich denke auch, dass es sinnvoll wäre mir eine Betaleserin zuzulegen, ich habe nur Schwierigkeiten, mich mit dem Gedanken anzufreunden, dass ich mich damit von einer anderen Person abhängig mache, was das updaten betrifft… dennoch hoffe ich, dass du trotz der zahlreichen Fehler die Story genießen kannst und freue mich, wenn dir das ein weiteres Review wert ist, hoffentlich bis bald =)

Nessi C.: Du hast mir meinen schrecklichen Tag mit deinem Review wirklich versüßt =) nun kann ich doch noch beruhigt schlafen *lach* ja, der Brief kommt von mir, danke, dass er dir so gefällt =)

Und am Ende noch ein Mal ein gaaaanz fettes Dankeschön für dein Review :D und ich werde mich bemühen, ganz schnell zu posten, doch dann musst du dich auch beeilen mit deiner Story :P

Kapitel 10

Die Zeit

Alles um sie herum war ein bunter Strudel aus Farben. Sie konnte ihre Augen auf keinen klaren Punkt fokussieren.

Ihr Kopf begann sich im gleichen Takt wie ihre Organe zu drehen.

Sich übergeben oder in Ohnmacht fallen?

Auch wenn Hermione schon schwierigere Entscheidungen treffen musste, fand sie keinen Entschluss.

Grade als sie sich für die Ohnmacht entschieden hatte begann die Welt aufzuhören sich zu drehen und die Farben definierten sich zu Formen.

Mit einem Ruck kam sie auf einem harten, staubigen Boden zum liegen. Ihr Kopf dröhnte, ihre Augen schmerzten.

Blind tastete sie sich zu einer nächstgelegenen Wand und kauerte sich auf dem Boden zusammen.

Sie musste klar denken. In Gedanken spulte sie die letzten Momente vor dem Sog aus Farben vor ihrem inneren Auge ab.

Sie saß am Frühstückstisch. Draco. Ja, Draco war da. Und dann… Sie stritten. Sie stritten wegen.. Weshalb? Sie konnte sich an keinen Grund erinnern, nur daran wie es endete. Sie wollte allein das Haus verlassen. Er aber folgte ihr auf den Fersen. Wo wollte sie hin?

Zur Buchhandlung. Natürlich, sie erinnerte sich, wie sie die Regalreihen auf und abschritt und mit den Fingern voller Ehrfurcht über einige der alten Schätze im Regal strich.

Doch wo war Draco in ihrer Erinnerung? Sie wusste wage, dass er ihr in die Buchhandlung gefolgt war.

War dies hier vielleicht eine Retourkutsche dafür, dass sie ihn auf dem Weg ignorierte?

Erst musste sie herausfinden wie dies hier begann.

Zurück zum Punkt, in dem sie die Regalreihen entlang ging. Sie konnte fast hören wie sie die Buchrücken mit ihren Fingerspitzen entlang strich.

Moment.

Sie hörte etwas. Etwas bewegte sich auf sie zu und strich dabei über den Boden. Nein. Das Geräusch entrann einem Punkt über dem Boden. Also die Wände.

Sie versuchte die Augen zu öffnen, doch sie schmerzten noch zu sehr.

Das Buch! Ja, ganz genau. Da war ein Buch. Ein kleines unscheinbares Buch. Warum hat sie es berührt?

Sie wusste es nicht.

Sie hat es geöffnet.

Da war sie! Sie!

Hermione Granger, portraitiert in einem unbekannten Buch.

WILLKOMMEN ZUHAUSE!

„Seid ihr fertig?" fragte sie eine weibliche, herablassende Stimme.

Schlagartig hörten ihre Augen auf zu brennen und ihre Sinne verschärften sich.

Hermione schlug die Augen auf. An diesem Ort herrschte gedimmtes Licht, die Wand an der sie lehnte war aus rot-braunem Stein, genau wie der Boden.

Unzählige Goldene Statuen, sowie Pokale, Münzen und ein großer Sarg herrschten in diesem Raum.

Automatisch suchte sie nach einem Ausgang, erspähte aber nichts. Verzweifelt schnellte ihr Kopf in alle Richtungen. Vergebens.

„Verzweifelt nicht. Nun seid ihr in Sicherheit." Sprach die gleiche Stimme, doch dies mal in einem beruhigenden, freundlichen Ton.

Ihre Augen schnellten zu der Richtung, aus der sie die Stimme vermutete.

Hermione jappste nach Luft.

Wie konnte ihr die riesige, nachtblaue Gestalt entgehen?

Langsam schritt eine Katze, mit glänzendem Fell, riesigen goldenen Augen, spitzen Ohren, und einem Ausmaß, so hoch wie eine Garage auf sie zu.

„Nessalya" wisperte Hermione. Sie war nicht fähig mehr Worte über ihre Lippen zu bringen.

Dieses Wesen brachte ihre ganze Faszination, ihre komplette Aufmerksamkeit und Liebe zum Schönen, so hervor, dass Hermione glaubte, sie könnte dieses Gefühl anfassen.

„Dies ist der Name, den meine Ahnen für mich erwählten." Ihre riesigen goldenen Augen waren auf Hermione geheftet, wanderten an ihrem zierlichen Körper entlang und fanden den Weg zu einem paar kleineren, golden schimmernden Augen.

„Wieso bin ich hier? Habt ihr mich hergeholt?" fragte Hermione mit sicherer Stimme. Sicherer, als sie sich fühlte.

Sie wusste aus den Büchern, dass zu Nessalyas Lebzeiten, sich nur Geliebte mit ‚du' ansprachen.

Es war nicht das erste Mal in ihrem Leben, wo sie sehr dankbar dafür war ein Bücherwurm zu sein.

„Nein. Ihr habt euch hier hergebracht. Nach Hause." Sagte sie.

„Dies hier ist nicht mein Zuhause. Mein Zuhause ist…" ihre Worte blieben ihr im Halse stecken.

„Bei ihm?" fragte Nessalya in einem harschen Ton und übersprang den Sarg, die einzige Distanz zwischen ihnen.

Ungewollt fing Hermione an zu zittern und rückte noch etwas näher an die Wand.

Nessalya schien davon unbeeindruckt und streifte sie im vorbeigehen mit ihrem langen, peitschenden Schwanz.

Als hätte sie die Angst aus Hermione gewischt, fing diese an zu sprechen.

„Ich weiß es nicht.."

Nessalya blickte auf sie zurück, legte ihren Kopf schief.

„Ich.. ich weiß nicht wo mein Zuhause ist." Sprach Hermione in gebrochener Stimme.

Die ägyptische Gottheit antwortete nicht, sondern begann um einzelne Statuen zu streifen, welche nicht ansatzweise so groß waren wie sie.

Immer wieder wisperte es durch die Grabstätte. Ich weiß es nicht.

Jedoch ohne, dass Hermione ihren Mund öffnete.

„Ihr seid nicht bei ihm Zuhause. Liebt ihr ihn?"

Ein geschockter Gesichtsausdruck trat auf Hermiones Gesicht aufgrund der intimen Frage.

„Ihr wisst es nicht?" fragte die Katze im spöttischen Ton. Ihre Augen verließen die Hermiones nie.

Hermione war nicht gewillt die Frage zu beantworten, geschweige denn noch mehr Zeit zu verlieren während in London sich der größte Krieg der Menschheit anbahnte.

„Dumbledore schickt mich. Vielleicht habt ihr von ihm gehört?" fragte Hermione.

„Von ihm gehört? Ich sitze seit Jahrtausenden in meinem Grab, wie bitte soll ich von irgendetwas oder irgendwem hören?" fragte Nessalya gereizt.

Hermione konnte nicht anders als zu lachen.

Die Katze peitschte gereizt mit ihrem Schwanz und legte sich vor Hermione nieder.

„Was.." sprach sie mit brummender Stimme. „Was belustigt euch so?" Ihre Augen stachen durch das gedämmte Licht.

„Man sagt, ich sei die schlaueste Hexe meines Alters." Kicherte Hermione.

Nun gab auch Nessalya ein belustigtes Schnurren von sich.

„Es gibt wohl nicht allzu viele eurer Art?" fragte sie im Sing-Sang Ton.

„Oh. Doch, allein an dem Internat, welches ich besuchte, gibt es über 600 Schüler der Zauberei." Sagte Hermione.

Die Katze nickte wissend.

„Ich habe nicht von Dumbledore gehört. Doch ich kenne ihn." Sagte sie.

„Ihr kennt ihn? Aber ihr seid seit rund Viertausend Jahren hier drin. Wie könnt ihr ihn kennen? Selbst Dumbledore ist nur ein menschliches Wesen. Er ist maximal 80 Jahre alt." Sagte Hermione verwirrt.

„Ein sehr rationales Mädchen seid ihr. Deswegen halten euch alle für schlau. Ihr haltet euch nur an errungene Fakten. Gibt es einen Phönix namens Fawk in dem Besitz Dumbledores?"

„Ja.. Fawks.. Er ist Dumbledores Haustier." Sagte Hermione.

„Haustier?" fragte Nessalya. „Dummes, dummes Ding. Ein Phönix ist kein ‚Haustier', er ist ein Begleiter, ein Freund."

Nun wurde Hermione sauer. Dumm? Selbst wenn diese Katze 10.000 Jahre alt wäre, sie würde sich nicht als dumm beschimpfen lassen.

„Tja wisst ihr, Katzen allerdings werden als Haustier gehalten. Ich selbst besaß ein äußerst aufmerksames Exemplar." Zischte Hermione.

Das Gesicht Nessalyas gefror zu Eis. Sie wetzte ihre Krallen an dem steinernen Boden und hinterließ tiefe Furchen.

„In meinem Land sind wir heilig, niemand würde uns in Gefangenschaft halten. Niemand wagt es." Sagte Nessalya tödlich ruhig.

„Ich würde es immer wieder tun. Ich liebte meinen Kater. Er war für lange Zeit mein einzig wahrer Freund. Es beruhigte mich ihn zu streicheln und von meinen Kämpfen zu erzählen, während er auf meinem Schoß lag und ich denke er hat jedes Wort verstanden. Am Ende gab er sein Leben für meines." Den letzten Satz flüsterte Hermione nur.

„Erzählt mir davon. Bitte" Nessalya legte sich wieder vor Hermione nieder.

„Ich.. Ich kam von Forschungen nach Hause, nach dem Tod eines unsagbaren Monsters, durch dessen Hände viele unschuldige Menschen sterben mussten. Seine.. Seine Anhänger.. Sie haben mich in meiner Wohnung erwartet. Um sich an mir zu rächen." Sie verstummte für kurze Zeit und wenige Tränen rannten ihre Wangen hinunter.

„Ich öffnete die Tür und wurde sofort gepackt und gegen meine Garderobe geschleudert. Sie versuchten mich zu fesseln, doch ich wehrte mich zu sehr, ich bekam einen heftigen Schlag auf den Kopf und das nächste was ich wahr nahm war, dass Krummbein, mein Kater, fauchend in das Gesicht eines der Angreifer sprang und ihm beide Augen auskratzte.

Doch da waren zwei Angreifer an der Zahl und der andere feuerte Flüche auf ihn herab. Ich lähmte ihn, sobald ich meinen Zauberstab gefunden hatte, doch der andere, blinde, hat wahllos einen Todesfluch in meine Richtung abgefeuert. Ich wäre gestorben. Doch Krummbein warf sich vor meine Brust und starb an meiner Stelle."

Immer wieder wurde ihre Erzählung durch ihr eigenes Schluchzen unterbrochen. Sie vermisste ihren Kater mehr als alles andere auf dieser Welt.

„Es ist eine große Ehre, die Loyalität einer Katze für sich gewinnen zu können. Doch dass ein Kater sein Leben für ihres opfert, beweist, dass ihr ein reines Herz habt."

So rein, wie es das älteste Blut nicht wird sein.

Nessalya drehte sich auf die Seite und sah Hermione auffordernd an.

„Könntet ihr?" dies war weniger eine Bitte als ein Befehl.

„Ich… Ja.. Natürlich." Hermione näherte sich auf allen Vieren der Katzen und strich vorsichtig durch ihr Fell. Es fühlte sich wunderbar an.

So weich, dass Hermione das Gefühl hatte, ihre Hand würde durch eine Flüssigkeit gleiten.

Nessalya schnurrte zufrieden, doch Hermione wusste, dass ihr die Katze diese Berührungen nur gestattete, damit Hermione sich selbst beruhigte und die Tränen bekämpfte. Und sie fand es half ziemlich gut.

„Zurück zu Dumbledore," sprach Nessalya zwischen ihrem Schnurren. „Ihr sagt er besitzt immer noch seinen Phönix. Und nun stellt euch vor, Dumbledore besäße die gleichen Eigenschaften wie dieses Vogelwesen. Alle Einhundert Jahre zerfällt Albus Dumbledore zu Asche und Staub, um nur wenige Momente danach als Junger Mann wieder daraus aufzuerstehen."

Hermiones Hand erstarrte. Dumbledore sollte die Eigenschaften eines Phönixes besitzen?

Sie ließ ihre Gedanken um diese Information kreisen und kam zu dem Ergebnis, dass Dumbledore sie mehr als nur ein Mal überrascht hatte, und es anhand seiner Weisheit nur logisch war, dass er älter war, als er wirkte.

Ihre Gedanken wurden jäh unterbrochen, als sie ein Fauchen von Nessalya vernahm, worauf sie automatisch das Kraulen durch das seidige Fell wieder aufnahm.

„Das heißt ihr kanntet Dumbledore persönlich. Das ist gut. Er schickte mich zu euch, aufgrund dieses Monsters, von dem ich sprach. Wir haben es nicht besiegt. Es ist stärker denn je und bereitet sich auf den schlimmsten Gegenschlag in der Geschichte unseres Seins vor. Dumbledore bat mich um ein Gespräch und berichtete mir von einer Prophezeiung, die besagte, dass eine junge Frau das Monster vernichten wird, mit einer tiefen, uralten Kraft. Er sagte ich sei diese junge Frau und die Macht sei in euch verborgen, oder ihr würdet über diese Macht wachen."

Nessalya hatte die Augen geschlossen. Hermione wusste nicht, ob sie ihren Worten lauschte, oder aufgrund der Streicheleinheiten döste.

„Wollt ihr wissen, was ich denke?" fragte die Katze, die Augen weiterhin geschlossen.

„Ich bin für jede Hilfe dankbar." Entgegnete Hermione.

Die Katze nickte und fuhr fort.

„Ich denke Dumbledore hat Recht. Ich weiß von welcher Macht er spricht. Doch sagt mir, wie kommt es, dass ihr dieser Macht gewachsen seid?" sie drehte den Kopf in Hermiones Richtung und sah ihrer Hand zu, wie sie sanft über ihr Fell strich.

„Eure Hände sind sanft, so wie euer Wesen. Doch ich kann spüren, dass durch eure Hände viele Wesen ihr Ableben fanden. Wer waren sie?" fragte Nessalya.

„Anhänger des Monsters. Ich verteidigte mein Leben. Und das Leben von… Ihm." Sagte Hermione leise.

Sie wusste nicht, als was sie Draco bezeichnen sollte, und sie wusste, dass Nessalya wusste von wem sie sprach. Sie fragte ob sie bei Ihm zu Hause sei.

„Tatet ihr es aus Liebe?" fragte Nessalya.

„Nein." Antwortete Hermione wahrheitsgemäß. „Aus Loyalität und Rache."

Die Katze nickte erneut wissend und legte ihren schönen Kopf nieder.

„Eine wirkungsvolle Mischung. Ich bin sicher ihr gebt einen starken Gegner in einer Schlacht ab. So wie ich, vor meinem Tod. Man unterschätzte mich wegen meinem zarten Äußeren. Sie nahmen mir meinen Körper. Doch meine Seele bekamen sie nie.

Wisst ihr von der Lehre der Zeit?" fragte Nessalya, die Augen nun wieder geschlossen.

„Ich weiß, dass Dinge sich in ähnlicher Form wiederholen, und dass es ein Gesetz der Zeit gibt. Dass man die Vergangenheit nicht verändern darf, allerdings habe ich gegen diese Regel schon verstoßen. Um Leben zu retten." Antwortete Hermione.

„Ganz genau. Dinge wiederholen sich immer wieder. Doch sagt mir eines, schlaueste Hexe eures Alters. Wenn die Dinge sich immer wieder wiederholen, und man die Vergangenheit nicht ändern darf. Wie ändert man dann die Zukunft?" fragte Nessalya in einem sanften Ton.

Hermiones Kiefer berührte fast ihre Brust. Während sie hier mit einem uralten Wesen saß, weiser, als sie es je sein würde, kam sie sich unsagbar klein vor, besonders wenn sie grade von ihr als die schlaueste Hexe ihres Alters betitelt wurde.

„Ich weiß es nicht." Flüsterte Hermione nur.

Wieder ein Nicken der Katze.

„Genau hier liegt das Problem. Wenn die Vergangenheit nicht aufgearbeitet wird, verändert wird, wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Ihr werdet dieses Monster besiegen. Doch eure Nachfahren werden es mit einem weitaus schlimmeren Monster zutun kriegen, wenn ihr das Jetzt nicht ruhen lasst und es bewältigt. Versteht ihr?"

Hermione nickte.

„Erzählt mir von euch, ihr müsst viel Leid erlitten haben, um meiner Macht würdig zu sein. Wer ist der Grund gewesen für eure genommene Rache?"

Hermione überlegte lange bevor sie antwortete, ohne aufzuhören Nessalya zu streicheln. Es half ihr auf seltsamste Weise bei der Findung der Richtigen Antwort.

„Der Grund meiner Rache, war der gleiche Grund meiner Loyalität." Sagte sie.

Er war es, richtig?" fragte Nessalya.

„Ja. Er hat mir mein junges Leben Jahre lang zur Hölle gemacht."

„Warum?" fragte die Katze.

„Der Krieg, den die Zauberwelt seit Jahren austrägt basiert auf Rassismus. Basiert auf Blut. Die Zauberer, welche in Zauberfamilien geboren wurden, legen großen Wert darauf, in ihrer Erblinie keinen nicht-magischen Menschen zu finden. Er, mit Namen Draco Malfoy, ist in einer solchen Familie geboren. Allesamt reich, schön, reinblütig und skrupellos."

Hermione seufzte.

„Ich hingegen, stamme aus einer nicht-magischen Familie. Meine Eltern wussten bis zu meiner Einladung für das Zauberinternat nicht einmal, dass Magie existierte. Die Grangers sind keineswegs arm, doch auch nicht reich. Ich bin keine Schönheit und habe von Draco die liebevollen Spitznamen ‚Schlammblut' und ‚Bücherwurm' bekommen. Er verhexte mich, so wie ich ihn. Wenige Male schlug ich ihn sogar und zwei Mal brachten wir uns zu Schulzeiten gegenseitig in Lebensgefahr. Draco hatte in der Schule viele Untergebene, die ihm dabei halfen mir das Leben zu erschweren. Ich denke nicht, dass dies sein eigener Glaube war, eher, dass sein Vater ihm alles eingebläut hat."

„Und wie war er dann der Grund eurer Loyalität?" fragte Nessalya, nun wieder mit erhobenen Kopf und neugierigen Ausdruck in den Augen.

„Seine Familie waren ausnahmslos Anhänger der dunklen Seite, des Monsters. Und sie waren nicht alleine, noch heute setzen reinblütige Zauberer mich herab, weil ich in einer nicht-magischen Familie geboren bin. Sie versuchen mich zu erniedrigen und mir weh zu tun. Weil sie alle die gleiche Ansicht wie Familie Malfoy haben. Draco jedoch, marschierte eines Tages ohne jegliche Angst in unser Hauptquartier und verlangte Dumbledore zu sprechen. Wir alle trauen Dumbledore mit unserem Leben, deswegen zweifelte keiner seine Entscheidung an, Draco in unsere Reihen aufzunehmen. Wir wussten, Dumbledore würde nie unser Leben aufs Spiel setzen."

Hermione erinnerte sich an den Moment in dem sie entdeckte, dass das funkeln Draco seiner Augen die beißende Intelligenz war. Nie zuvor hatte sie sich so vor ihm gefürchtet und gleichzeitig so respektiert.

„Dumbledore teilte uns alle in Zweiergruppen ein. Draco und ich bildeten eine. Wir bereiteten uns gegenseitig auf den Krieg vor, mit eher unschönen Methoden anfangs. Doch mit der Zeit respektierten wir uns immer mehr. Keiner von uns beiden würde noch Leben, gäbe es den anderen nicht."

Abwesend kraulte Hermione Nessalya hinter dem Ohr.

„Und nach dem Krieg?" wollte die schnurrende Katze wissen.

„Nach dem Krieg waren die Vorurteile und die herablassende Art der Reinblüter nicht gänzlich verschwunden. Noch heute gibt es Aufstände."

„Ich meine euch und Draco Malfoy. Was passierte mit euch nach dem Krieg?"

„Ich.. Wir verloren uns aus den Augen. Unsere gemeinsame Aufgabe war beendet."

„Habt ihr an ihn gedacht?" Nessalya blickte sie aus halb geschlossenen Augen an.

„Selten. Mir ist erst aufgefallen, dass ich manchmal an ihn dachte, als ich ihn nach 5 Jahren wiedersah. Kurz darauf wurden wir zu Dumbledore bestellt."

„Weiß der Junge von der Prophezeiung?"

„Er ist ein Teil davon." Sagte Hermione, wobei sie nervös auf ihrer Unterlippe kaute. Jetzt würde definitiv der unangenehme Teil der Unterhaltung kommen.

„Er war ein Teil davon? Erklärt mir das." Bat die Katze.

„Ich solle diese Macht nur erlangen und einsetzen können, so lang er der Bewohner meines Herzens ist, denke ich. Er ist ein Teil genau wie die Zauberer, welche mich wie Dreck behandelten ein Teil sind. Wie die Kämpfe, die Freuden und das Leid welches ich erfuhr."

Bitte frag nicht. Bitte tu es nicht.

„Er ist also der Bewohner eures Herzens?"

Hermione stöhnte.

„Ich.. Ich denke schon. Auf eine eigenwillige, verschrobene Art und Weise… ja." Antwortete sie.

„Was habt ihr geplant? Sein Vater würde euch niemals akzeptieren, geschweige denn, dass Draco Malfoy euch in einen Hinterhalt lenken könnte." Sagte Nessalya aufgebracht.

„Weshalb denkt ihr so?"

„Amenti." Flüsterte Nessalya.

„Wer?" spie Hermione aus. Irgendwo hatte sie diesen Namen schon ein Mal gehört. In einem ihrer Bücher vermutlich.

„Der Bewacher des Eingangs zur Unterwelt. Meine Liebe. Ihr erinnert euch, dass die Zeit Dinge immer wieder hervorruft? Das gleiche was euch in euren jungen Jahren mit Draco Malfoy passierte, traf mich in meiner Kindheit. Amenti und ich hassten uns. Wir gingen uns aus dem Weg, und wenn wir uns doch trafen, hetzten wir uns Katastrophen an den Hals. Es waren nicht wenige, die wir nur knapp überlebten. In der Jugend lernten wir uns lieben. Das Schicksal hat uns zusammengeführt. Doch Amentis Vater, der Herrscher der Unterwelt, wollte uns nicht zusammen sehen. Ein Geschöpf des Lichts mit seinem Sohn, der sein Erbe in der Unterwelt annehmen sollte. Er tötete mich. Amenti unternahm nichts zu meiner Rettung. Er schaute bei der Folter, die mir durch seinen Vater zuteil wurde zu. Mein Herz starb schon bei dem Blick in sein Gesicht. Alles was ich sah war eisige Kälte. Und ich befürchte, wenn ihr euch mit Draco einlasst, wird auch sein Vater euch töten." Erklärte Nessalya.

„All das ist euch passiert? Davon.. Davon stand nichts in den Büchern. Das ist… schrecklich."

Hermione saß vor der Katze und Tränen rannen über ihre Wangen. Dieses schöne Geschöpf hatte schreckliche Dinge durchlebt und war auf grausame Weise gestorben. Niemand hatte so etwas verdient.

„Aber… Dracos Vater… Er ist tot." Stammelte Hermione.

Nessalya richtete wieder ihre volle Aufmerksamkeit auf Hermione.

„Er ist tot?"

„Ja..ähm.. er starb während des Krieges. Sein Sohn kämpfte nicht auf seiner Seite."

„Wer tötete ihn?" fragte Nessalya.

„Ich" flüsterte Hermione.

Wieder eines dieses wissenden Nickens von Nessalya.

„Gutes Mädchen."

Doch dann erstarrte die Katze erneut.

„Ihr habt die Zukunft verändert." Wisperte sie mit aufgerissenen Augen.

Nun verstand Hermione.

„Ich habe die Vergangenheit verändert." Ihre Stimme war kaum wahrzunehmen.

Doch Nessalya nickte.

„Amenti" flüsterten beide im Chor.

„Wo ist er?" fragte Hermione.

„Er müsste die Unterwelt beherrschen, wenn sein Vater nicht mehr ist."

„Weiß er über euren Verbleib?" wollte Hermione wissen.

„Nein. Sein Vater ließ ihn nie wissen, wo meine Grabstätte ist. Er wusch sich von seiner Sünde rein indem er mir eine Grabstätte erbauen ließ. Doch Amenti war zu der Zeit schon längst an seinem vorhergesehenen Platz. Dem Tor zur Unterwelt."

„Das ist ja schrecklich. Dann kann er euch nicht finden!" rief Hermione aus.

„Kleines Kätzchen. Ich bin nicht sicher, ob ich für ihn nicht extra eine neue Plage erschaffen würde, um ihn darin untergehen zu lassen. Ihr habt ein reines Herz, doch nicht jeder nennt ein solches sein eigen. Amenti ließ mich sterben um seinen Vater stolz zu machen und in seiner Gunst zu stehen.-"

„Nein!" rief Hermione dazwischen. „Ihr sagt sein Vater war ein schreckliches Wesen. Amenti hatte sicher nur Angst!"

„Angst?" Nessalya verengte ihre Augen zu Schlitzen.

„Angst ist ein törichteres Gefühl als die Liebe. Beide erhalten uns am Leben, während sie uns zerstören. Sagt mir Menschenmädchen, warum fürchtet ihr etwas, was ihr nicht kennt? Amenti hätte nie genau sagen können was passiert wäre, hätte er sich gegen seinen Vater gestellt."

„Ihr habt Recht, doch Angst lähmt. Ich bin sicher, dass er nach eurem Tod liebend gern mit euch getauscht hätte. Wenn Amentis Vater auch nur geringste Ähnlichkeit mit Dracos Vater hatte, dann kann ich Amenti verstehen." Murmelte Hermione.

„Ich bin nicht sicher. Doch der einzige Grund, weshalb mich die Sehnsucht all die Jahre nicht zerfressen hat, ist dass ich Amenti wieder hasse. Mehr als je zuvor. Hätte sein Vater mich nicht getötet, hätten wir uns wohl irgendwann gegenseitig vernichtet. Wo wir wieder bei der Frage der Zeit sind."

Nessalya lächelte wehmütig und Hermione entging das nicht.

„Wisst ihr, Hermione. Ihr könntet hier bei mir bleiben. Der herrschende Krieg zieht an uns vorbei. Ihr seid sicher vor dem Monster. Und vor Draco Malfoy." Schlug sie vor.

„Es ist eine Ehre und ich danke euch für euer Angebot." Sagte Hermione.

Flüsternd fügte sie hinzu: „Doch ich kann nicht bleiben."

Nessalya schien sichtlich empört, dass die junge Hexe ihr Angebot des Friedens und der Sicherheit ablehnte.

Doch sie beruhigte sich schnell und ihr verärgerter Gesichtsausdruck wich einem schelmischen.

„Lasst uns ein Spiel spielen." Schlug die Katze vor.

„Ein Spiel?" Unbehagen breitete sich in Hermione aus. Katzen waren für ihre List bekannt.

„Richtig. Wenn Draco Malfoy euch findet, und es schafft an diesen Ort zu gelangen, bekommt ihr eure Macht, wenn nicht, bleibt ihr hier bei mir und lebt wie eine Göttin."

Ihre Augen blitzten.

„Und… und wenn ich nicht mitspielte?" fragte Hermione mehr als vorsichtig.

„Dann.." sagte Nessalya während sie Hermione mit einer ausgefahrenen Kralle über den Arm strich „Dann sterbt."

Hermione schluckte hart.

„Ihr werdet ihm seine Suche erschweren, werdet ihr?" fragte sie tränenerstickt.

„Wo wäre sonst der Spaß?" fragte Nessalya gelangweilt.

„Bitte. Bringt ihn nicht um." Flehte Hermione. „Er ist nicht wie Amenti. Er hat sich gegen seinen Vater entschieden. Er hat für das richtige gekämpft. Bitte bringt ihn nicht um."

Nessalya überlegte lang bevor sie antwortete.

„Ihr solltet jetzt schlafen. Ihr seit erschöpft."

Mit diesen Worten strich ihr pelziger langer Schwanz über Hermiones Körper, worauf Hermione sich vom Boden erhob.

Sie fühlte eine Leichtigkeit, die sich nicht beschreiben ließ. Sie schwebte ca. zwei Meter über den Boden und fühlte eine leuchtende Wärme um sich herum. Goldene Lichtstrahlen umarmten sie und hielten sie in zärtlicher Gefangenschaft. Augenblicklich schlief sie ein.

Entfernt nahm sie die sanften Worte Nessalyas wahr.

„Von wegen keine Schönheit."