Disclaimer: Die Charaktere von ‚CSI' gehören nicht mir. Alles andere ist frei erfunden. Ich verdiene kein Geld mit dieser Geschichte.
Disclaimer: Die Charaktere von ‚CSI: New York' gehören nicht mir. Alles andere ist frei erfunden. Ich verdiene kein Geld mit dieser Geschichte.
Unruhig drehte Stella ihr Wasserglas in den Händen und starrte auf den Tisch vor sich. Don und Nick saßen ihr gegenüber und musterten sie mit besorgten Blicken. Das wusste sie genau. Schließlich hatte sie den beiden bisher nicht gesagt warum sie eigentlich gekommen war. Ein trauriges Lächeln legte sich auf ihre Lippen als sie an die vergangenen Stunden dachte. Es war die Hölle gewesen mit Mac zu arbeiten. Er war unfair gegenüber jedem gewesen und hatte schließlich seine schlechte Laune auch an ihr ausgelassen. Am späten Nachmittag war sie dann geflüchtet, hatte Feierabend gemacht nur um aus Macs Reichweite zu kommen…
„Stella?"
Überrascht sah sie auf als sie eine Hand auf ihrem Arm fühlte. Als sie aufsah blickte sie direkt in Dons blaue Augen. Leicht lächelte sie ihm zu, einfach um ihm zu zeigen, dass er sich keine Sorgen machen musste. Doch sie erkannte genau, dass es nicht funktionierte.
„Was hat Mac getan?"
Perplex fuhr sie, genauso wie Don selbst, in diesem Moment herum. Nicks Stimme war zwar eher leise gewesen doch in der Stille der Wohnung war sie unglaublich laut. Fragend sah sie ihn nur an. Sie konnte es sich zwar nicht erklären was es war doch irgendetwas störte sie an diesem Mann. Nick schien ein Verständnis für manche Situationen zu haben das nicht von theoretischem Wissen kommen konnte. Denn wie hatte er sonst wissen können, dass sie nur wegen Macs Verhalten zu ihnen gekommen war?
„Woher…?", Don begann seine Frage nur.
Kurz darauf legte sich jedoch eine traurige Gewissheit in seinen Blick die sie sich nicht erklären konnte.
„Grissom?", wollte er dann leise wissen.
Nick nickte daraufhin bloß.
„Er war damals genauso. Und nach allem was mir Warrick und Greg erzählt haben war er in der Nacht selbst noch extremer. Wobei extrem nicht ganz richtig ist. Du kennst ihn, wenn Grissom unter Stress steht zieht er sich komplett in die Wissenschaft zurück und versteckt seine Gefühle."
Mit einem Seufzen lies sich Don schließlich neben Nick wieder auf das Sofa fallen auf dem er vorhin noch gesessen hatte. Für einen Moment schloss er die Augen, scheinbar gefangen in einer fernen und sehr unschönen Erinnerung. Erst als Nick sanft seine Hand nahm kehrte er wieder in die Realität zurück, lange Momente sah Don ihm dann einfach in die Augen. Stella hatte auch den Eindruck, dass dieser eine Blick mehr sagte als es Worte gekonnt hätten. Schließlich lächelte Don nur und lehnte sich gegen Nicks Brust. Dieser legte ihm einfach die Arme um. Stella lächelte bei diesem Bild ebenfalls. Nach allem was er durchgemacht hatte war Don dieses Glück zu gönnen.
„Wie machst du das?", fragte sie schließlich leise.
Irgendwie hatte sie ihre Neugierde einfach nicht länger beherrschen können.
„Was?", wollte Nick wissen.
Beeindruckt war Stella jedoch davon, dass seine Stimme frei von jeder Emotion war als er diese Frage stellte.
„Wie schaffst du es diese Situation so klar zu analysieren? Wieso scheinst du immer so genau zu wissen was passiert?"
„Ich hab damit gerechnet, dass diese Frage kommt.", meinte er schließlich ruhig. „Scheinbar hat Don nicht übertrieben als er mir die CSIs des Teams und ihre Fähigkeiten beschrieben hat."
Es war jedoch deutlich zu sehen, dass sich Don sofort anspannte. Für einen Moment war Stella der Meinung, dass er nicht wollte, dass Nick ihre Frage beantwortete.
„Weil sich mein Team vor nicht allzu langer Zeit in einer ähnlichen Situation befunden hat."
„Nick, du musst nicht…"
Sie hatte sich also nicht geirrt, Don wollte nicht, dass Nick ihr den wahren Grund für sein Verständnis sagte. In seinem Blick lag dabei echte Sorge. Dabei fragte sie sich jedoch selbst was es sein konnte, dass Don so belastete.
„Mac meinte vorhin, dass ein Freund von dir im Dienst angeschossen wurde. Ist es deshalb?", wollte sie leise wissen.
Perplex sah Nick ihr für ein paar Momente in die Augen.
„Nein! Das heißt… Auch."
Verwirrt zog Stella die Augenbrauen nach oben.
„Was meinst du damit?"
Tief atmete Nick durch bevor er zu sprechen begann.
„Es ist jetzt ungefähr neun Monate her, es war der letzte Einsatz der Schicht. Mein bester Freund und ich haben eine Münze darum geworfen wer ihn übernehmen muss. Ich hab verloren.", für einen Moment schien Nick mit seinen Worten zu kämpfen. „Man hat mich damals direkt vom Tatort weg entführt. Als ich wieder zu mir kam… Ich war lebendig begraben."
Stella musste zugeben, dass sie vieles erwartet hatte, aber nicht diese Worte. Direkt fühlte sie sich auch schuldig, denn nur ihrer Fragen wegen war Nick dazu gezwungen diese Erinnerungen nochmals zu durchleben.
„Um Himmels Willen.", keuchte sie schließlich.
„Ich hab damals gesehen wie mein Team um mich herum zerbrochen ist. Die Freundschaft zu Warrick, meinem besten Freund, ist fast kaputt gegangen, weil wir es einfach nicht geschafft haben uns auszusprechen. Greg hat sich völlig zurückgezogen und keine Gefühle mehr zugelassen. Es hat Monate gedauert bis er sich wieder ein wenig geöffnet hat. Grissom und Catherine haben sich mit Selbstvorwürfen gequält obwohl sie überhaupt nichts für das was passiert war konnten. In der Anfangszeit nach meiner Entführung hat er schließlich sogar verhindert, dass ich Fälle alleine bearbeite. Ich selbst stand damals zwischen diesen Menschen, zwischen meinen besten Freunden, und hab mit ansehen müssen wie alles immer weiter zerfallen ist."
„Wie hast du reagiert?", wollte Stella leise wissen.
„Aus heutiger Sicht denke ich, dass ich gerade das Falsche getan habe. Mir ist einfach bewusst geworden, dass sie alle wegen mir litten. Sie sahen meine Schwäche und mein Leid und haben automatisch sich selbst dafür verantwortlich gemacht. Ich hab dann irgendwann damit begonnen alles zu überspielen, hab versucht für meine Freunde stark zu sein. Und während es ihnen wirklich zu helfen schien wäre ich selbst fast zu Grunde gegangen."
„Das bist du aber nicht.", erklärte Don plötzlich leise.
Er lehnte immer noch gegen Nicks Brust, hatte nun die Augen geschlossen und seine Hände beschützend um dessen Bauch geschlungen.
„Und ich weis wem ich dafür zu danken habe.", erwiderte Nick und hauchte ihm einen Kuss auf die Stirn.
Als er Stellas fragenden Blick darauf erkannte schmunzelte Nick nur.
„Er hat mich damals dazu gebracht eine Therapie zu machen. Sicher mir wurde ein Psychologe zur Seite gestellt aber das hat einfach nicht funktioniert. Ich hatte immer, dass Gefühl, dass er mich nur schnell wieder ‚gesund' haben will um die Akte schließen zu können. Erst Don hat mich schließlich dazu gebracht mir einen privaten Therapeuten zu suchen. Und heute weis ich, dass es die beste Entscheidung war die ich je getroffen habe. Ich konnte mich mit Warrick aussprechen, hab meinen Zugang zu Greg wieder gefunden und einfach erkannt, dass Hilfe anzunehmen nicht gleichbedeutend mit Schwäche ist. Don war derjenige der mir durch diese Zeit geholfen hat, er ist der Grund dafür, dass ich mich so schnell erholen konnte."
„Übertreib nicht!"
„Würde ich nie tun.", erklärte Nick lächelnd.
Und Stella musste in diesem Moment zugeben, dass es mehr als deutlich war, dass er jedes Wort genauso gemeint hatte.
„Was ist jetzt eigentlich mit Mac?", mit dieser Frage wechselte Nick wieder das Thema.
Direkt verschwand auch die lockere Stimmung.
„Er war im Krankenhaus.", antwortete Stella stockend.
„Mac war was?", wollte Don völlig überrascht wissen.
Nick zog nur die Augen nach oben, sein erstaunter Gesichtsausdruck lies jedoch erkennen, dass er diese Tatsache ebenfalls nicht erwartet hatte.
„Freut euch nicht zu früh.", knurrte sie nur. „Er war bei Doktor Richement, hat sich die Kugel und Dannys Kleidung aushändigen lassen und ist wieder gegangen ohne sich auch nur nach seinem Zustand zu erkundigen."
Daraufhin seufzte Nick leise, wenn er ehrlich war hatte er genau diese Reaktion befürchtet. Don hingegen sprang auf und ging mit kurzen Schritten auf und ab. Dabei murmelte er immer wieder etwas vor sich hin was niemand verstehen konnte. Schließlich konnte Nick ihm jedoch nicht mehr weiter zusehen, deshalb stand er auf und trat ihm in den Weg. Überrascht war er jedoch von Dons glasigen Augen, er schien mit letzter Kraft gegen die Tränen zu kämpfen. Behutsam schloss er ihn in die Arme.
„Was machen wir denn jetzt?", flüsterte er dann. „Danny braucht Mac!"
„Ich weis.", Stella seufzte leise.
„Ich sprech mit ihm.", erklärte Don mit plötzlicher Entschlossenheit in der Stimme.
„Das bringt nichts Don.", erwiderte sie.
„Doch das tut es.", murmelte Nick.
Verwirrt sah Stella die beiden nur an. Darauf lächelte Don traurig, kurz strich er Nick dann durch die Haare.
„Mac geht gerade durch dieselbe Hölle durch die ich vor neun Monaten gegangen bin."
Langsam nickte sie.
„Einen Versuch wäre es wert, vielleicht kommst du wirklich zu ihm durch."
Erst durch das Klingeln von Nicks Handy wurden sie in diesem Moment wieder unterbrochen. Dieser sah auf das Display, legte die Stirn in Falten und verließ schließlich den Raum um zu telefonieren.
„Also ich denke einfach, dass wir Mac klar machen müssen wie wichtig sein Beistand für Danny ist."
„Da könntest du Recht haben. Ich hoffe nur, dass er wenigstens noch soviel Vernunft hat um darauf zu hören."
„Ich bin der Meinung, dass…"
Stella brach mitten in ihrem Satz ab als ihr Blick auf Nick fiel der gerade zurückkam. Schon alleine sein Gesichtsausdruck lies nicht Gutes erahnen. Don drehte sich daraufhin ebenfalls zu ihm um.
„Nick?", seine Stimme zitterte dabei. „Was ist los?"
Doch er antwortete nicht gleich. Vielmehr ging er mit wackligen Schritten zum Sofa und lies sich darauf fallen. Dabei rutschte ihm das Handy aus der Hand und schlug hart auf dem Tisch auf. Für einen kurzen Moment legte er die Hände vor das Gesicht und atmete hörbar aus. Nur langsam lies er sie dann wieder sinken.
„Das… Das war die Klinik.", antwortete er mit stockender Stimme.
„Was ist mit Danny?", wollte Stella tonlos wissen.
„Danny hatte einen Herzstillstand. Sie haben es geschafft ihn zu reanimieren, aber es war wohl verdammt knapp."
Don sank auf diese Worte einfach in sich zusammen. Wobei Nick ihm dabei erst einmal ein paar Minuten Ruhe gab, denn er kannte ihn lange genug und wusste, dass er seine Gedanken ordnen musste. Währenddessen war Stella in Tränen ausgebrochen und schluchzte leise…
