Let the Show go on!(AN: Dieses Kapitel is nicht gebetat, ich hatte keine Lust, noch länger zu warten!

Leben und Leben lassen...

Gemütlich ging Lily den Schotterweg entlang und ließ ihren Blick über die Landschaft um sie herum gleiten. In der Ferne gleißte ein vereister See im Sonnenlicht. Die Rothaarige Hexe stand nun auf einem kleinen Hügel und schaute auf ein in Schnee gehülltes, beschauliches Dorf hinab. Lily war sich sicher, das sie diesen Ort kannte, kam aber nicht dahinter, woher. Langsam ging sie auf das letzte Haus zu, das etwas entfernt lag. Irgend etwas schien sie magisch anzuziehen... Ein kleiner Junge spielte im Garten mit einem Besen, der ihn immer wieder einige Meter in die Luft hob. Anscheinend reichte ihm das nicht, denn nun ließ er ihn auf den Wald zu fliegen.
Mit einem Schlag wurde Lily bewusst, wo sie war. In Stedwitch, James' Heimatort. Und der kleine Junge, der gerade auf den Wald zuflog, war sein kleiner Bruder, Luzifer bzw Michael. Lily konnte ihn noch vor Vergnügen lachen hören und beschloß, ihm zu folgen.
Schneller als sie gedacht hatte, hatte sie ihn eingeholt, aber als sie nach ihm rief, schien er sie nicht zu hören. Trotzdem folgte sie ihm immer weiter in den Wald, bis zu einer großen Lichtung. Dort stieg der kleine Junge ab und begann im hohen Gras zu spielen. Lächelnd blieb Lily am Rand der Lichtung stehen und beobachtete ihn.
Plötzlich nahm sie eine Gestalt war, die sich vom anderen Ende der Lichtung anschlich. Erst dachte sie sich nichts dabei, aber dann bemerkte sie den nachtschwarzen Umhang und die Kapuze über dem Kopf...
'Ein Todesser!' Schoß es Lily durch den Kopf und im selben Moment wusste sie auch, auf wen der es abgesehen hatte.
"LUZIFER!!! Vorsicht!" brüllte sie, aber wieder schien sie Michael nicht zu hören. 'Irgendwie muss ich ihn doch auf den Todesser aufmerksam machen können...' Sie wollte nach einem Stein greifen, aber er glitt ihr einfach durch die Finger. Tatenlos musste sie zusehen, wie sich der Mann Luzifer immer weiter näherte und dann, ca. 50 Meter von dem kleinen Jungen entfernt, den Zauberstab hob. Lily schrie, aber niemand hörte sie.
Obwohl so eine große Distanz zwischen ihnen war, konnte sie deutlich die Worte des Todessers hören. "Avada Kedavra!" Völlig geschockt musste sie mit ansehen, wie Michael 'Luzifer' Potter von dem grünen Lichtstrahl erfasst und umgerissen wurde.

Schweißgebadet wachte Lily auf. Um sie herum war Dunkelheit. Einige Sekunden lang wusste sie nicht, wo sie war, aber dann fiel ihr nach und nach wieder alles ein. Hastig zog sie sich ein Top und eine Hose an und lief so schnell es ging die Treppe vom Mädchenschlafsaal herunter. Unten im Gemeinschaftssaal blieb sie einige Sekunden stehen und dachte nach. Dann gab sie sich einen Ruck, hastete die Treppe zu den Jungenschlafsälen hinauf und huschte in den der 6t Klässer. Nachdem sie sich kurz orientiert hatte, ging sie zu James' Bett und zog die Vorhänge auf.

Verblüfft sah sie James an, der in seinem Bett lag und im Schein einer Kerze ein Buch las. Er setzte sich auf. "Lily! Was ist den los? Du bist ja ganz blass!" Die Hexe setzte sich auf sein Bett und zog die Knie an. "Ich glaube es ist etwas schreckliches geschehen..." James legte irritiert sein Buch weg und setzte sich neben sie. "Was ist denn?"

Stockend begann Lily ihm zu erzählen was sie geträumt hatte. Als sie geendet hatte nahm er sie in den Arm. "Komm schon, es war doch nur ein Traum. Morgen können wir ja mal meinen Eltern eulen und sie fragen, wie es allen geht, ok?" meinte er beruhigend. "Das war kein Traum! Es war real! Genauso real wie der Traum, den ich in den Weihnachtsferien hatte!" Mit einem Mal liefen Tränen über ihre Wangen. Warum musste sie aber auch immer so schreckliche Sachen träumen? Zum Glück hatte James so viel Feingefühl ihr nicht noch mehr zu zusetzten und nahm sie in den Arm. Lily begann Hemmungslos zu schluchzen und presste sich noch näher an ihn. Der Zauberer bemerkte, wie kalt sie war und legte ihr seine Decke um die Schultern. Nach einigen Minuten registrierte James, das Lily eingeschlafen war und lies sie sanft auf sein Bett gleiten. Vorsichtig deckte er sie zu und legte sich dann neben sie. Er gehörte hier an ihre Seite. Er wollte mehr als nur ihre Freund sein, aber sie konnte und wollte das nicht zu lassen. James hatte das deutliche Gefühl, dass sie Angst um ihre Freundschaft hatte. Wenn sie es so wollte, dann würde er es akzeptieren. Aber er würde immer für sie dasein, was immer auch passieren würde...

Als Lily langsam zu sich kam, bemerkte sie zu erst den warmen Körper neben sich. Vorsichtig drehte sie sich um. Im ersten Moment wollte sie schreien, als sie James neben sich liegen sah und seinen Arm um sich gelegt spürte, aber dann erinnerte sie sich an die Ereignisse der Nacht. Und die bemerkte, wie geborgen sie sich in seinen Armen fühlte, wie angenehm eigentlich seine Nähe war. Lily wurde gewahr, wohin sie diese Gedanken führen würden und verbot sie sich. Sie hatte noch nie zugelassen, das ihre Gefühle sie kontrollierten und würde jetzt nicht damit anfangen.

Als die ersten Sonnenstrahlen ins Zimmer schienen, quälte sich Sirius todmüde aus seinem Bett und ging zu denen seiner Freunde. Weckdienst war etwas schreckliches, aber heute war es nicht ganz so schlimm, weil zwei anderen, die normalerweise auch noch in dem Schlafsaal schliefen, einen kleinen Unfall gehabt hatten und die Nacht im Krankenflügel gewesen waren. Remus zu wecken war am einfachsten, jedenfalls wenn es auf Vollmond zu ging. Dann waren seine Sinne besonders geschärft und man musste bei ihm nur die Vorhänge aufziehen, um ihn zu wecken. Bei Peter sah das schon wieder ganz anders aus. Sie hatten schon lange aufgegeben ihn zum Weckdienst ein zu teilen, da sie wegen ihm sonst chronisch zu spät gekommen wären. Sirius sah sich schlaftrunken den Wasserkrug vom Fensterbrett, zog die Vorhänge von Peters Bett auf und kippte ihm den Krug über den Kopf. Dann wandte er sich James' Bett zu. Bei ihm war das immer so eine Sache. Manches mal wachte er immer sofort auf, und manchmal musste man auch bei ihm den Wassertrick anwenden. Sirius schlurfte also zu James' Himmelbett und zog auch hier die Vorhänge auf. Er sah hin, rieb sich die Augen und sah noch einmal hin. Dann schrie er laut, wodurch auch die letzten Personen, die jetzt noch geschlafen hatte munter wurden. Remus rannte zu seinem Kumpel und sah gerade noch, wie sich Lily aufsetzte und die Augen rieb. "Auch dir einen wunderschönen guten Morgen, Sirius!" meinte sie sarkastisch. Nun setzte sich auch James auf. "Wer bin ich, wo bin ich und was bin ich?" meinte er Schlaftrunken. "Erste Frage: James John Potter, zweite Frage: Schlafsaal, dritte Frage: Total bescheuert!" meinte Remus. "Und jetzt hab ich ma ne Frage an euch: Was machst du, Lily, in James' Bett???" "Schlafen?" meinte Lily. Es ging noch eine Weile hin und her, bis es James zu blöd wurde und es seinen Freunden erklärte. Keiner von ihnen war sich sicher, was er davon halten sollte. Lily ging in ihren Schlafsaal um ihre Zeug zu holen, dann gingen sie gemeinsam zum Frühstück. James schwirrte noch immer Lilys Traum im Kopf herum und so wie sie aussah, ging es ihre genauso. Tatsächlich hatte Lily schreckliche Angst vor dem Frühstück, denn von den Posteulen wurden in diesen Tagen immer wieder Todesmeldungen überbracht.

Sie setzte sich neben James und wollte gerade nach dem Tee greifen, als die Eulen hereinflogen. Alle sahen gespannt nach oben. Die Rumtreiber und Lily hatten schnell den Adler der Familie Potter erkannt, der in weiten Zügen zu James hinab schwebte. Der war totenbleich, als er mit zitternden Fingern nach dem Brief griff. Langsam öffnete er den Umschlag und zog das Blatt heraus. Während er las wurden seine Augen größer und füllten sich mit Tränen. Schließlich knallte er den Brief auf den Tisch und begann zu schluchzen. Auch Lily liefen Tränen übers Gesicht, als sie ihn in den Arm nahm.

Dumbledore ging jeden Morgen herum und tröstete den Schüler oder die Schülerin, die ein Familienmitglied verloren hatte. Schließlich kam er auch zu den Rumtreiber und legte James eine Hand auf die Schulter. "Es ist schrecklich, ich weiß. Willst du wissen, wie es passiert ist?" Sirius antwortete für seinen Freund. "Er weiß es schon. Seit heute Nacht. Aber wir wussten nicht, ob es wirklich passiert ist, oder nicht." Als Dumbledore etwas verwirrt schaute, erklärte es ihm Remus schließlich. Der Direktor ließ nicht erkennen, was er davon hielt, sagte aber, das sie für heute vom Unterricht befreit wären und das die Beerdigung am Samstag sei.

Sie setzten sich an einer abgeschiedenen Stelle an den See, aber irgendwann erkannten Sirius, Peter und Remus, dass sie eigentlich wenig für James tun konnten, ließen ihn mit Lily alleine und gingen weg. Wohin wollte Lily gar nicht wissen. Immer wieder begannen James Tränen über das Gesicht zu laufen, wenn er sich an ein besonderes Ereignis mit seinem Bruder erinnerte. Sonst lag er einfach nur da, den Kopf in Lilys Schoß gelegt und starrte in die Wolken. "Weißt du...", begann er schließlich, mühsam die Tränen zurück haltend, "Nächstes Jahr wäre er auch nach Hogwarts gekommen... Warum tut jemand so etwas?" Sanft strich Lily ihm durch die Haare. Sie hatte große Mühe ihm nichts zu zeigen, wie sie mit ihm litt. "Dumbledore hat gemeint, dass es wahrscheinlich ein Zeichen von Voldemort sein soll. Es soll möglicherweise bedeuten, dass eure Familie sich nicht gegen ihn stellen soll." "Jetzt erst recht! Ich schwöre, das ich gegen ihn kämpfen werde, und wenn es mit bloßen Fäusten sein muss!"

Lily erkannte ihn nicht wieder. Bisher hatte er alles mit Humor genommen, mal abgesehen von der Sache in den Herbstferien. Aber jetzt war er wütend und tot traurig. Nach einigen Minuten konnte er seine Tränen nicht mehr zurück halten und begann zu Weinen. Lily nahm ihn in den Arm. James versuchte schief zu lächeln, schaffte aber nur eine Grimasse. "Du musst mich für ein Weichei halten, einen, der immer nur rumheult..." Die Rothaarige schüttelte den Kopf. "Nein, da tu ich nich. Ich weiß, das du kein Weichei bist! Weinen hilft, das weiß ich. Ich habe es damals auch getan." Fügte sie leise hinzu, so das James sie kaum noch verstand. Mit geröteten Augen sah er sie an. Lily fiel auf, das sie auch so noch toll aussahen. Aber sagen würde sie das niemandem, sie gab es ja noch nicht einmal sich selbst gegenüber zu! "Was meinst du?" fragte er sie vorsichtig. "Das...das weiß kaum jemand. Nicht einmal Carmen. Es...es ist so schrecklich..." noch während sie sprach, begann auch sie zu weinen. "Ich...hab euch davon erzählt, das Petunia mich hasst, oder? Naja, das liegt eigentlich nicht daran, dass ich eine Hexe bin, sondern...an etwas anderem." Sie schniefte kurz. "Ich bin nicht die Erstgeborene. Lange bevor ich auf die Welt kam, haben meine Eltern ein Kind bekommen. Kira. Sie war etwas über 10 Jahre älter wie ich. Eigentlich war sie es, die mich und Tunia erzog, weil unsere Eltern nie wirklich für uns Zeit hatten... Mit 17 hat sie dann einen Mann kennengelernt und bald waren sie zusammen. Tunia und mich hat das schwer getroffen. Ab dann hatte sie kaum noch Zeit für uns. Und ein Jahr später wollten sie dann heiraten. Kira hat mich gefragt, was ich dazu sagen würde. Und weil ich gesehen hatte, wie glücklich sie war...Da hab ich halt ja gesagt. Das eine schlimme war, das Tunia völlig dagegen war und..." Lily musste kurz stoppen, um sie die Nase zu putzen. Ihre Augen waren schon längst so gerötet, wie die von James. "in...in den Fl...Flitterwochen sind sie dann...tödlich verunglückt!"

James sah sie entsetzt an. So etwas wichtiges in Lilys Leben und er wusste nicht davon? Allerdings verstand er nun auch, warum er erst gedacht hatte, das Lily schwarzmagisch wäre, denn sie hatte lange Zeit nur schwarz getragen und hatte sich die ersten Wochen in Hogwarts sehr zurückgezogen. Nur langsam war sie aus ihrem Schneckenhaus gekrochen.

"Ist das der Grund, warum Petunia dich hasst?" fragte er leise. Lily schüttelte den Kopf. "Nein, nicht nur. Tunia und ich haben uns danach ziemlich aneinander geklammert. Auch als ich den Brief bekommen habe, hat sich nichts geändert. Nur als sie dann langsam begriffen hat, das ich dann in einer völlig anderen Welt leben werde und das ich kaum noch daheim sein werde. Sie hat von meinen Eltern verlangt, das sie es mir verbieten, aber die haben abgelehnt. Mich hat sie nich gefragt...Sie wollte mich nicht verletzen, nehme ich an..."

James und Lily drängten sich aneinander. Die Hexe hatte nie gedacht, das es so gut tun würde, mit jemanden darüber zu sprechen und James war in dieser Situation wirklich der beste Gesprächspartner dafür. Sanft küsste James Lily die Tränen weg. Sie so leiden zu sehen, ließ ihn seinen eigenen Schmerz für eine Weile vergessen.

Lily sah James an. James sah Lily an. Langsam kamen sich ihre Gesichter immer näher.

Ein wohliges Gefühl der Wärme durchzog Lily, als sich ihre Lippen berührten.


Reviews BÜÜÜÜÜDDDDDDDDDDDDDEEEEEEEEEEEEE!!!!!!!!!!!!(PS: Sonst lass ich mir ab jetzt noch mehr Zeit!!!!!)