Disclaimer: Die Figuren und Handlungsorte gehören alle Frau Rowling, ich verdiene kein Geld mit ihnen und leihe sie mir nur aus.

Die Tanzschritte in diesem Kapitel sind nicht allzu schwer und ihr könnt ja mal versuchen, sie nachzumachen, wenn ihr Lust habt. Falls euch die Beschreibungen zu langweilig sind, tut es mir Leid, aber ich finde Tanzen macht großen Spaß und den wollte ich den Schülern und Schülerinnen von Hogwarts nicht vorenthalten.

„Habe ich schon mal erwähnt, dass ich noch nie richtig getanzt habe? Ich kann keinen einzigen Schritt und meine Auffassungsgabe ist miserabel." Lily sah Natasha an, als würde die Welt gleich untergehen.

„Ach nun komm schon, so schlimm kann es gar nicht werden. Ich habe dir doch gesagt, dass ich bis auf den Cha Cha Cha auch nichts kann.", versuchte Natasha sie aufzumuntern.

„Ja, und als du versucht hast, ihn mir beizubringen, bin ich dir bestimmt 100 Mal auf die Füße getreten."

„Übertreib nicht. Vielleicht 10, wenn nicht sogar weniger Male."

Sie standen nun vor der Eingangstür, die sperrangelweit offen stand. Die anderen Angemeldeten strömten an den beiden vorbei, hinein in die große Halle. Für den Tanzkurs waren die Tische an die Seiten geschoben worden und auf jedem von ihnen lagen Schuhe, jedes Paar mit einem Namensschildchen versehen.

„Nun, komm schon, so schlimm wird es schon nicht werden.", meinte Natasha und zerrte Lily in den Raum.

Sie gingen zu dem Tisch, über dem eine Gryffindorflagge hing und suchten sich ihre Schuhpaare heraus.

„Was glaubst du, wie werden die Tanzpartner ausgewählt?", fragte Lily. „Ob sie die Pärchen aus einem Hut ziehen?"

Megan war nun auch zu ihnen gestoßen und beteiligte sich an der Diskussion: „Glaube ich nicht. Die haben sich sicher schon vorher Gedanken gemacht."

„Außerdem können sie die Hut-Variante doch gar nicht machen, denn dann könnten wir zum Beispiel mit einem Slytherin tanzen müssen.", meinte Natasha.

Professor Estrella, die Astronomielehrerin leitete den Tanzkurs und klatschte nun in die Hände. Lily erwartete schon fast, dass sie nun ihre Verlobung mit Professor Longbottom bekannt geben würde, doch das tat sie natürlich nicht.

„In Ordnung stellt euch mal bitte in zwei Reihen auf. Die Jungs auf der rechten Seite, die Mädchen auf der linken. Nein, nicht von der Tür aus, sondern so, dass die Jungs der Slytherintisch sind und die Mädchen der von Gryffindor."

Geräuschvoll wechselten die Schüler und Schülerinnen die Seiten.

„Sehr schön. Und nun gehen sie einfach auf ihr Gegenüber zu und dies ist dann ihr Tanzpartner."

„Das ging ja einfach.", sagte Natasha erfreut, allerdings senkte sich ihre Stimmung sofort, als sie sah, auf wen sie da zuging. Auch Lily machte große Augen.

„Also, nachdem sie nun alle ihre Tanzpartner gefunden haben, können wir ja beginnen.", sagte Professor Estrella und strahlte über das hübsche Gesicht.

Lily hingegen sah entsetzt ihren Tanzpartner an. Er war ganze zehn Zentimeter kleiner. Das durfte ja wohl nicht wahr sein! Lily war gleichzeitig zum Lachen und zum Weinen.

„Mein Name ist Christopher Bagatelle. Mein Vater ist Franzose, weißt du. Und mit wem habe ich das Vergnügen?", stellte er sich vor, während sie sich noch gegenüber standen.

„Lily Potter." Sie streckte ihm ihre Hand hin, doch er meinte: „Nicht so förmlich, wir werden uns in den nächsten 2 Wochen noch öfter auf die Füße treten." und umarmte sie. Megan stand daneben und lachte unterdrückt, woraufhin Lily nur mit den Schultern zuckte. Als er sie losließ, sagte Professor Estrella fröhlich: „Nun, habt ihr euch ja kennen gelernt, dann können wir anfangen. Also wir machen heute nur den langsamen Walzer, vorerst ohne Drehung, die kommt vielleicht übermorgen. Aber eventuell findet sich hier ja ein begabtes Paar, das die Drehung heute schon machen kann. Die Mädchen kommen nun bitte zu mir und die Jungen gehen zu Professor Longbottom und wir zeigen euch die Grundschritte."

Die Mädchen stürmten zu Professor Estrella, während die Jungs betont cool an ihren Bestimmungsort tigerten.

„Also, Mädchen, ihr seid praktisch immer der Gegenpart zum Jungen, wenn er vorgeht, geht ihr zurück und wenn er zurückgeht, geht ihr vor. Beim ersten Schritt tanzt ihr mit dem linken Fuß zurück. Ihr könnt es gleich mitmachen. Dann geht der rechte Fuß nach rechts, also schräg und steht dann auf der gleichen Höhe mit dem linken Fuß, den ihr als 3. Schritt neben den rechten setzt. Danach macht ihr mit dem rechten Fuß einen Schritt nach vorne. Sehr schön. Jetzt den linken Fuß schräg nach links und wieder den rechten Fuß ran. Sehr gut. Und jetzt wiederholt das ein paar Mal."

Als Lily dann endlich mit ihrem Partner tanzte, war das eine heillose Katastrophe. Ihre Tanzschritte waren richtig, doch er vertrat sich alle paar Schritte.

„Au!", rief Lily zum wiederholten Male aus und sah ihm streng in die Augen. „Nun komm schon, so schwer ist das doch gar nicht. Du gehst mit dem rechten Fuß nach vorne, dann mit dem linken Fuß nach links und dann geht der rechte Fuß an den linken heran. Siehst du? Genau so. Wenn du nun also so stehst, geht der linke Fuß nach hinten, der rechte nach rechts und dann kommt der linke wieder an den rechten. So schwer ist es nicht, sogar ich als Mädchen bekomme den Männerschritt schon hin."

Nachdem die erste Tanzstunde nach 2 Stunden Dauertanzen vorbei war, gingen alle ganz erschöpft aus der großen Halle und warteten auf das Abendessen. Die meisten zogen sich in ihre Schlafsäle zurück, um sich auf ihr Bett zu legen und sich auszuruhen. So auch Lily, Natasha und Megan. Sie waren vollkommen ausgelaugt und dachten nicht einmal daran sich zu bewegen, bis auf den Mund, den sie noch reichlich betätigten.

„Ich befürchte, diese Drehungen haben meine Füße getötet. Sie sind abgestorben. Und wieso, wenn ich fragen darf, sehe ich nicht den gleichen schmerzenden Ausdruck in euren Gesichtern? Ihr habt die Drehung doch auch gemacht.", beklagte sich Natasha.

„Nun Natasha, dein Partner hat das nun mal in einem Tempo gemacht, dass wir schon erwarteten, ihr würdet gleich abheben. Da ist es schon verständlich, dass deine Füße mehr wehtun als unsere. Er tanzt richtig gut, fast so, als würde er nie etwas anderes machen. Wieso nimmt er überhaupt an diesem Kurs teil?", meinte Lily und ließ sich in ihre Kissen plumpsen.

„Keine Ahnung. Vermutlich will er neue Trophäen sammeln und Mädchen stehen bekanntlich ja sehr auf begabte Tänzer.", gab Natasha zur Antwort.

„Dass gerade du Emilian McDonald bekommst, dass ist echt zum Schießen. Unsere kleine, süße Natasha und der wohl begehrteste Junge ganz Hogwarts. Ehe du dich versiehst, tanzt du mit ihm Tango, meine Süße.", neckte Megan.

„Würden meine Füße nicht so wehtun, würde ich dich jetzt erschlagen."

„Oh, bitte keine Drohungen, habt lieber Mitleid mit mir. Mein Tanzpartner ist eine absolute Niete. Und kleiner als ich! Das ist wirklich demütigend.", warf Lily ein.

„Willst du Emilian? Ich gebe ihn dir gerne. Du mit deinen roten Haaren passt sowieso besser zum Tango, als ich als Blonde. Schließlich gibt es in Südamerika nicht sonderlich viele blondhaarige Frauen."

„Vergesst es, ihr Beiden, ihr seid an eure Tanzpartner gebunden. Ich jedenfalls bin mit meinem ganz zufrieden. Aber sag mal Lily, ist deiner älter als wir?"

„Er ist einen Jahrgang über uns." Ihre Freundinnen fingen an zu lachen und sie rafften sich auf, um zum Abendessen zu schleichen. Bis spät in den Abend hinein, redeten sie über das Tanzen und am Ende stand für sie fest, dass das sicher eine aufregende Zeit werden würde und dass die Tanzstunde übermorgen sicher interessant würde. Morgen war erstmal der andere Anfängerkurs dran, damit sich die Füße der Teilnehmenden erholen konnten.

Als Lily am nächsten Morgen am Frühstückstisch saß, blickten alle Leute zuerst auf ihre Schuhe. Es waren Plüschhausschuhe, da diese die einzigen gewesen waren, die nicht drückten. Sie hätte es nie erwartet, doch von den ganzen Tritten auf ihre Füße, waren diese geschwollen. Außerdem erhielt sie einen Brief ihrer Mutter, in dem sie ihr mitteilte, dass ihr Vater und sie, sie zu Ostern besuchen kämen, da sie wüssten, wie beschäftigt man um diese Jahreszeit mit dem Lernen war und deshalb verstünden, dass ihre Kinder sie nicht besuchen könnten.

Das Quidditchtraining war an diesem Nachmittag schon besser und Lily hoffte sehr, dass sich Emilians Spiel nicht durch die Aufregung am Freitag verschlechtern würde. Deshalb ging sie nach dem Training noch einmal zu ihm.

„Hey, Emilian. Das war heute ein gutes Training. Glaubst du, du bekommst das am Freitag genauso souverän hin?"

„Ja. Mit Aufregung habe ich gelernt umzugehen, weißt du. Ich habe früher an Tanzwettbewerben teilgenommen. Tut mir übrigens Leid, das mit deinem Tanzpartner. Er ist nicht unbedingt optimal für dich."

Lily war richtig erstaunt, dass er so freundlich war und gar keine Hintergedanken zu haben schien. „Du hast bei Tanzwettbewerben mitgemacht?"

„Ja, ich bin dreimaliger Junioreuropameister. Soll ich es dir zeigen?" Damit nahm er ihre Taille und ihre linke Hand und tanzte einige Minuten mit ihr den Walzer. Als sie endeten, klatschten alle im Umkleideraum begeistert. Lily lächelte Emilian an und erkannte, dass seine Flirtstrategie voll aufging. Tanzen war tatsächlich ein Schlüssel, um das Herz eines Mädchens erweichen zu lassen. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass Natasha Emilian lange widerstehen würde können und offenbar konnte er ja richtig nett sein.

Und hier noch die Antwort auf das Review von einer Leserin, das mir bei einem anderen Portal geschickt wurde:

1. Scorpius Freundin ist tatsächlich schwanger, insofern hat Lily ihre Gedanken richtig gehört.

2. Ich bin mir sicher, dass Nathanael Lily zum Ball einlädt, aber ob sie da auch zusammen hingehen, bleibt abzuwarten.

3. Was des Hüters Qualitäten als Hüter angehen, hast du schon Recht, die sind ziemlich miserabel, aber er hat ja noch etwas Zeit. Und vermutlich wird das Spiel für Lily besser laufen, als das andere.

4. Ich fahre leider nicht in den Urlaub, auch wenn ich gegen eine Woche Karibik nichts einzuwenden hätte ;D. Ich ziehe um und darf meine Kartons selber packen...man glaubt gar nicht, wie viele Dinge man in seinen Schubladen hat, die man bewusst gar nicht mehr kennt.