hi leutz,
es freut mich, dass ich euch endlich das nächste chap präsentieren kann und nur falls es euch interessiert, auch bei mir geht es aufwärts… ich kann mich jetzt in der wohnung schon ohne krücken bewegen (zumindest dann, wenn ich nicht vorher bei der physiotherapie war grins)
mein dank geht an alle, die mir ein review hinterlassen haben… danke
auch ein danke an meine beta SnapesWife
knuddels an alle
nerventod
oooooooooo
10. Nie wieder
Das Geräusch der sich öffnenden Zellentür ließ Harry aufschrecken. Zu oft hatte er es gehört und immer hatte es Schmerz und Demütigung bedeutet. Er setzte sich kerzengerade auf und schaute sich panisch um. Dort an der Zellentür standen Smith und seine Männer und grinsten ihn hämisch an. Harry wich bis zum Kopfende des Bettes zurück und zog seine Beine an die Brust, um die er beschützend seine Arme schlang. Vielleicht würde man ihn nicht sehen, wenn er sich nur klein genug machte.
„Du warst sehr unartig, Potter", sagte Smith und näherte sich mit den anderen langsam seinem Bett.
„Verschwinden Sie!", forderte Harry mit zitternder Stimme, doch bereits kurz darauf standen die Männer vor seinem Bett. Harry zitterte am ganzen Leib und wünschte sich weit weg. Es half nicht. Smith zog ihn aus dem Bett und im nächsten Moment wurden ihm die Kleider vom Leib gerissen. Alles in Harry verkrampfte sich und er hatte das Gefühl, als würden ihm jeden Moment die Beine ihren Dienst verweigern.
„Schaut euch nur diese kleine Hure an", wandte sich Smith an die anderen Männer. „Er kann es kaum erwarten, so richtig hart rangenommen zu werden, nicht wahr, Potter? Es gefällt dir doch, wenn wir lieb zu dir sind."
Mit diesen Worten packte er fest Harrys Glied und begann es hart und unnachgiebig zu pumpen. Harry war vor Angst und Scham wie erstarrt. Und dann, zu seinem größten Entsetzen, begann sein Körper auf die ungewollte Behandlung von Smith zu reagieren. Gequält schloss Harry die Augen und versuchte dagegen anzukämpfen, doch es half nichts.
„Ich wusste es doch", flüsterte Smith ihm ins Ohr und Harry brachen in diesem Moment die Beine weg und er landete unsanft auf dem Boden. Schreie drangen plötzlich an sein Ohr und er öffnete erneut die Augen.
Harry lag inmitten einer Kerkerzelle. Sie war klein und es stank bestialisch nach Exkrementen und Blut. Zwei Fackeln spendeten nur spärlich Licht und ließen den Raum damit noch unheimlicher wirken. Harry erschauderte unwillkürlich. Seine Narbe schmerzte furchtbar und als er an sich hinunter sah, bemerkte er, dass er noch immer nackt war. Wieder hörte er ein Wimmern und sah auf. Keine fünf Meter entfernt von ihm lag ein alter Mann. Er sah furchtbar aus. Sein ganzer Körper schien eine einzige Wunde zu sein, überall klebte Blut und jeder Atemzug schien ihm Schmerzen zu bereiten.
Nicht weit entfernt waren Schreie zu hören, die einer Frau zu gehören schienen. Vor dem Mann stand eine in schwarz gekleidete Person. Harrys schmerzende Narbe sagte ihm, wer genau dort stand, auch ohne dass er ihm ins Gesicht sehen musste. Trotzdem tat er es und Voldemorts Gesichtsausdruck ließ ihn erzittern. Ein Lächeln umspielte die Lippen des schlangengesichtigen Mannes und Harry wusste sofort, dass es sich hierbei um kein Verhör handelte. Voldemort folterte diesen Mann gerade aus Spaß zu Tode. „Crucio", zischte er und der alte Mann vor ihm begann zu wimmern. Er schien weder die Kraft zu haben, zu schreien, noch konnte er sich bewegen.
Harry hatte das Gefühl, als würde sein Kopf jeden Moment, der Narbe entlang aufbrechen, doch er wagte es nicht, einen Ton von sich zu geben. Voldemort sollte ihn nicht bemerken. Der Schmerz wurde etwas weniger, als der Dunkle Lord den Fluch von dem alten Mann nahm, dessen Kopf daraufhin schlaff zur Seite fiel. Gebrochene Augen schauten direkt in Harrys Richtung und Harry konnte Hoffnungslosigkeit in ihnen erkennen. Und genau in diesem Moment hatte er das Gefühl, als würde der Mann ihn direkt anschauen, direkt bis in seine tiefste Seele. Harry musste schwer Schlucken, doch er konnte seinen Blick nicht von den Augen lösen, in die plötzlich noch einmal Leben zu kommen schien. Und schließlich lächelte der alte Mann leicht und nickte ihm zu, ehe der Schmerz hinter Harrys Stirn erneut explodierte, als Voldemort seinen nächsten Cruciatus-Fluch auf den Mann sprach. Es war der letzte, der notwendig war, um das Leben des alten Mannes zu beenden.
oooooooooo
„HARRY, WACH ENDLICH AUF", schrie ihn jemand an und im nächsten Moment saß Harry aufrecht in seinem Bett und atmete schwer. Panisch versuchte er, den Mann vor sich wegzuschubsen, ehe er erkannte, dass es sich um Lucius handelte. Der hatte Harry vorhin wieder nach oben in sein Zimmer gebracht, damit er noch ein wenig schlafen konnte. Harry war noch immer ziemlich schwach und der wenige Schlaf der letzten Nacht hatte sich schnell bemerkbar gemacht, so dass er sich nicht dagegen gewehrt hatte. Der Schmerz und die Panik ließen ihn kaum Luft bekommen.
„Schhh, Harry, komm schon, atme ruhig", sagte Lucius. Er sprach immer weiter auf ihn ein, bis Harry es schließlich schaffte, sich zu beruhigen und wieder genug Luft in seine Lungen strömen zu lassen. Trotzdem zuckte er zusammen, als ihm plötzlich jemand eine Phiole entgegenstreckte. Neben ihm stand Snape und als sich Harry weiter umsah, konnte er sehen, dass Remus, Narzissa und Draco von der Tür aus überrascht die Szene beobachteten, die sich ihnen bot. Harry nahm die Phiole entgegen und schaute noch einmal zu Lucius, der ihm daraufhin einmal zunickte. Dann entkorkte er das kleine Fläschchen, setzte es an seine Lippen und trank dessen Inhalt mit einem Schluck. Der Geschmack war widerlich, doch beinahe sofort konnte er die Wirkung des Trankes spüren. Der Schmerz verebbte, bis es nur noch ein leichtes Ziehen war. In Azkaban hatte es nach so einer Vision immer den ganzen Tag gebraucht, bis die Schmerzen einigermaßen zu ertragen gewesen waren. Harry war froh, dass dem heute nicht so war.
Sofort konnte er wieder klarer denken und noch einmal blickte er zu den drei Menschen, die an der Tür standen und ihn aufmerksam beobachteten. „Die Show ist beendet", knurrte er sie an und ließ die Tür mit einem Wink seiner Hand zuschlagen.
Lucius wandte sich an Snape. „Könntest du uns bitte allein lassen, Severus?", bat er.
Snape zog elegant eine Augenbraue nach oben und wollte gerade etwas erwidern, als Harry dazwischen ging. „Nein, er soll bleiben", sagte er. „Wenn es um Voldemort geht, sollte er es auch hören."
Snape schaute ihn ein wenig überrascht an, doch Harry ignorierte das und begann zu erzählen. „Es hat alles wieder in Azkaban angefangen, mit einem der üblichen Besuche von Smith, auch wenn… Es war diesmal anders, demütigender als die Wirklichkeit", sagte er und Lucius konnte sich denken, was Harry damit meinte. „Dann war ich in einem Kerker und Voldemort war dort und folterte einen alten Mann, einfach nur so, zu seiner Freude. Der Mann… er hat mich plötzlich angeschaut und kurz gelächelt, ehe er gestorben ist. Es war so, als könne er mich wirklich sehen."
„Hat der Dunkle Lord Sie bemerkt?", fragte Snape und Lucius horchte auf. Wenn Voldemort Harry bemerkt hatte, hatten sie ein ernsthaftes Problem.
„Ich denke nicht", antwortete Harry. „Ich konnte seine Freude spüren, als er diesen Mann gefoltert hat. Da war kein anderes Gefühl. Ich hätte es mit Sicherheit gespürt, wenn er gewusst hätte, dass ich da bin."
„Vermutlich", nickte Snape.
„Ruh dich noch ein wenig aus. Bis zum Mittagessen ist es noch eine Stunde", sagte Lucius ruhig.
„Nein, ich habe lange genug geschlafen. Ich würde gerne für eine Weile nach draußen gehen", sagte Harry entschlossen und stand auf.
„Soll ich dich begleiten?", fragte Lucius.
„Nein, ich will allein sein", erwiderte Harry und ließ die beiden Männer einfach stehen.
Er hörte Stimmen aus dem Salon, als er durch die Eingangshalle ging, doch er ignorierte sie und ging einfach weiter nach draußen. Langsam trat er hinaus in das Sonnenlicht und atmete erst einmal tief durch. Der Himmel war blau, nicht eine Wolke war zu sehen und Harry gab sich dem so lange vermissten Gefühl hin, von der Wärme der Sonne eingehüllt zu werden. Wie oft hatte er sich in seiner Zeit in Azkaban danach gesehnt, dieses Gefühl erleben zu können. Azkaban war ein kalter Ort. Das alte Gemäuer war auch im Sommer nicht sonderlich warm gewesen. Die teilweise eisige Kälte dieses Ortes war ein ständiger Begleiter gewesen, dem die dünnen Decken ihrer Betten keinen Widerstand leisten konnten.
Für ein paar Minuten stand Harry einfach nur da und hob sein Gesicht zur Sonne und atmete tief durch. Seine Augen waren geschlossen und er hörte dem Zwitschern der Vögel zu. Es war wundervoll einfach hier zu stehen und die friedliche Ruhe zu genießen. Schließlich senkte er wieder seinen Kopf und lief los. Snapes Haus schien meilenweit entfernt von anderen Nachbarn zu sein. Eine riesige Wiese umrandete es, was keine schlechte Idee war. Schließlich konnten sich Feinde so nicht unbemerkt anschleichen. Er war etwa hundert Meter gegangen, als er sich einfach ausgestreckt auf den Rasen fallen ließ. Wieder schloss er die Augen und genoss die warmen Sonnenstrahlen. Azkaban schien in diesem Moment weit weg zu sein.
Er lag eine ganze Weil regungslos da, bis auf einmal ein Schatten auf ihn fiel. Er blinzelte hinauf und erkannte die Silhouette von Draco. „Du stehst mir in der Sonne", blaffte er.
„Ich will mit dir reden", sagte Draco und setzte sich einfach neben ihn.
„Verschwinde, Malfoy! Ich will meine Ruhe.", entgegnete Harry
„Vergiss es, Potter. Ich will Antworten haben und ich werde hier nicht eher weggehen, bis du sie mir gegeben hast", schnarrte Draco und setzte sich einfach neben ihn.
Harry hatte nun wirklich keine große Lust dazu, mit Malfoy zu reden, also stand er einfach auf und ging, ohne sich noch einmal umzudrehen davon. Draco erlaubte sich selbst einen Moment der Verblüffung, ehe er wütend aufsprang und ihm hinterher eilte. Als er Harry eingeholt hatte, packte er ihn an der Schulter und wirbelt ihn zu sich herum. Kurz hatte er den Eindruck, als sähe Harry ihn erschrocken an, doch fast sofort hatte dieser wieder eine kalte Maske aufgesetzt. „Wage es nicht, mich so einfach sitzen zu lassen, als wäre ich ein kleiner, dummer Schuljunge, der vor dem großen Harry Potter kuschen müsste", zischte er wütend. „Ich will endlich wissen, was hier gespielt wird. Warum bist du auf einmal mit meinem Vater befreundet?"
„Ich bin dir keine Antwort schuldig, Malfoy", spie Harry. „Wenn du etwas wissen willst, dann rede mit Lucius darüber."
„Ich will es aber von dir wissen", zischte Draco erneut. „Vater hat gesagt, ich soll es akzeptieren, aber warum sollte ich das? Er läuft dir hinterher, als wäre er ein kleiner Schoßhund und meine Mutter hat nichts dazu zu sagen, sondern lässt es sich auch noch gefallen, dass du sie anfauchst und ihr die Tür vor der Nase zuschlägst. Und Vater lässt das auch noch zu. Aber so ist es ja immer schon gewesen, nicht wahr? Alle küssen den Boden, auf dem du gehst und tun das, was du willst."
„Lass. Mich. Los", sagte Harry gefährlich ruhig.
„Ich werde nichts dergleichen tun. Du wirst mir jetzt eine Antwort auf meine Frage geben. Verstanden?", knurrte Draco.
Harry riss sich von Dracos Griff los, funkelte ihn noch einmal wütend an und drehte sich dann um, um wieder zum Haus zurück zu gehen, doch Draco wollte sich das nicht gefallen lassen. Erneut eilte er hinter Harry her, packte ihn und warf ihn zu Boden. Harry hatte keine Chance, sich dagegen zu wehr und im nächsten Moment saß Draco auf ihm und pinnte Harrys Hände über seinen Kopf fest. „Du wirst mir gefälligst antworten", schrie er, doch Harry verstand nichts davon.
Die Erinnerungen an Azkaban kamen wieder hoch. Draco kauerte auf ihm und pinnte ihn am Boden fest und Harrys Panik und Verzweiflung wuchs. Er war hilflos, schon wieder. Der Griff um seine Handgelenke war schmerzhaft und er erwartete weitere Schmerzen, Schmerzen die ihm so vertraut waren und die er doch nicht ertragen konnte. Stimmen drangen in sein Bewusstsein, peinigten ihn, verhöhnten ihn, bedrohten ihn. Er wusste, dass jede Gegenwehr zwecklos war und doch musste er kämpfen. Und mit einem Ruck schaffte er es, sich aus dem eisernen Griff seines Angreifers zu befreien, ehe er sich mit diesem herumdrehte. Harry saß nun auf seinem Kontrahenten und seine ganze Wut und Verzweiflung bahnte sich ihren Weg nach draußen. Mit aller Kraft schlug er auf den unter ihm liegenden Körper ein, immer wieder. Er würde sich nicht kampflos ergeben, er würde es nicht schon wieder zulassen. Er würde nie wieder zulassen, dass ihm jemand auf diese Art wehtat.
Sein Gegner hatte am Anfang noch versucht die Schläge abzuwehren, doch mittlerweile lag er nur noch reglos da. Harry konnte dennoch nicht aufhören, auf ihn einzuschlagen. Er durfte nicht aufhören, sonst hatte er verloren. Verschwommen nahm er panische Stimmen wahr, die sich ihm näherten. Die anderen kamen, um ihrem Freund zu helfen, doch das war ihm egal. Alles was zählte war, dass er diesem Mann gezeigt hatte, dass er nicht so einfach aufgeben würde. Wieder sauste eine Faust in Dracos Gesicht und Harry konnte das ekelerregende Geräusch hören, wie etwas brach, doch das war ihm egal. Plötzlich wurde er von seinem Angreifer fortgerissen, aber er konnte jetzt nicht aufhören. Er hatte es geschafft, einen von ihnen abzuwehren. Er musste weiterkämpfen. Doch diesmal war sein Gegner viel stärker und schließlich traf ihn ein harter Schlag ins Gesicht.
Harry schaute sein Gegenüber erschrocken an. „Snape?", fragte er zitternd, ehe sein Blick zu den anderen glitt. Draco lag bewusstlos auf den Boden, während Lucius und Narzissa neben ihm knieten. Remus stand einige Meter entfernt von ihnen und schaute Harry entsetzt an und erst da dämmerte es Harry, was er getan hatte.
Snape ließ ihn los und eilte zu seinem Patensohn und verschaffte sich dort Platz, um ihn untersuchen zu können. Lucius stand auf, um ihm den benötigten Raum zu geben und schaute nun zu Harry. Wut und Enttäuschung standen ihm ins Gesicht geschrieben und erst jetzt wurde Harry wirklich klar, was gerade geschehen war.
„Wir müssen Draco ins Haus bringen", sagte Snape auf einmal und wollte den Blonden bereits hochheben, doch Lucius hatte sich umgedreht und hielt ihn davon ab. „Ich werde ihn tragen", sagte er bestimmt und hob ihn sanft hoch, ehe er mit Narzissa und Snape zurück zum Haus eilte. Harry starrte ihnen nach, bis sie darin verschwunden waren, dann fiel sein Blick wieder zu Remus, der ihn noch immer geschockt ansah. Übelkeit stieg in Harry auf. Was hatte er nur getan? Und dann drehte er sich um und rannte davon, so schnell ihn seine Beine tragen konnten. Er erreichte den kleinen Wald, der sich dort befand und rannte immer weiter hinein, bis er nicht mehr konnte. Schwer atmend fiel er auf die Knie und schlug sich die Hände vor sein Gesicht, als die ganzen Ereignisse des Tages auf ihn einstürzten und er begann hemmungslos zu weinen.
