Disclaimer: Nichts davon gehört mir, gehört alles Stephenie Meyer, es wird keinerlei Geld damit verdient und dient nur der Unterhaltung
Kapitel 9: Wiedervereinigt
„Jasper." Begrüßt mich Esme. Ihre Freude und Erleichterung mich wieder zu sehen ist überwältigend. Sie umarmt mich, drückt mich an sich, ich erwidere ihre Umarmung. Ich denke, wenn sie in der Lage wäre zu weinen, würde sie dies im Moment tun.
Danach begrüße ich Carlisle. Auch er gibt mir eine Umarmung und die ganze Anspannung fällt von mir ab. Ich bin froh, dass sie hier sind. Sehr froh.
„Lasst uns zum Krankenhaus fahren." Sage ich. Beide nicken zustimmend. Ich nehme Esme ihren Trolley ab und führe sie zum geparkten Auto.
Die Türen sind noch gar nicht richtig geöffnet, als mich eine Woge der Verwunderung trifft. Ich muss lächeln, der Ausdruck auf den Gesichtern der beiden ist einfach unbezahlbar. Esme und Carlisle haben bereits die Bekanntschaft der Werwölfe gemacht und kennen daher ihren Geruch.
„Längere Geschichte." Sage ich und lege die Koffer in den Kofferraum des Wagens.
Als wir alle im Auto sitzen, fange ich an zu erzählen.
„Ich weiß nicht wo ich anfangen soll zu erzählen. Es ist soviel vorgefallen." Ich denke einen Augenblick darüber nach, ich bin so froh, dass die beiden da sind, aber dennoch überschlagen sich meinen Gedanken. „Bei meiner Reise bin ich irgendwann in Seattle angekommen, dort sind mir merkwürdige Vorgänge aufgefallen, die ein gewisses System hatten. Ich habe einige Nachforschungen angestellt und herausgefunden, dass Victoria dahinter steckt. Sie war dabei eine Armee von Neugeborenen zu erschaffen. Ihr Ziel war es, sich an Bella zu rächen, sie hatte bereits Laurent auf Bella angesetzt, allerdings konnten ihn die Werwölfe stoppen. Wir haben Victoria unterschätzt. Ich wusste nicht was ich tun sollte, alleine hätte ich keine Chance gehabt. Aus diesem Grund, habe ich Kontakt mit Jacob aufgenommen. Jacob hat Sam und das Rudel davon überzeugen können mir zu helfen und ich habe dem Rudel beigebracht, wie man Neugeborene tötet."
„Und du hast es nicht nötig gehalten, uns davon zu informieren?" Fragt mich Carlisle entsetzt.
„Ich hatte daran gedacht, aber…" ich vollende den Satz nicht.
„Aber was?" Fragt Esme nach.
„Aber ich dachte ich kann das auch alleine mit den Werwölfen regeln." Sage ich und hoffe ihre Gefühle dabei nicht verletzt zu haben. „Ich wusste nicht, dass Edward und Alice nicht mehr bei euch sind. Ich wusste nicht, ob ihr helfen würdet."
„Ich verstehe. Aber es wäre sicherer gewesen es zu tun, wir hätten geholfen." Sagt sie mir.
„Ich weiß. Jedenfalls hat mich diese Zeit näher mit den Werwölfen zusammengebracht. Auf jeden Fall gibt es bei den Werwölfen so etwas, was sich Prägung nennt. Ich verstehe es nicht wirklich, aber wenn sie ihren Partner fürs Leben finden, prägen sie einander. Jacob dachte immer, dass Bella seine Partnerin ist. Jedoch hat er vor einigen Wochen ein Mädchen an Bellas High School getroffen und es hat klick gemacht, bei den beiden. Sie sind unzertrennlich. Jacob kam zu mir und hat mir davon erzählt und mich um Rat gefragt. Er wollte wissen, wie er es Bella am besten sagen sollte. Ich meinte Ehrlichkeit ist das Beste im Moment für sie und für ihn. Am Sonntag hat er dann mit ihr geredet. Gestern, am Montag war sie dann nicht in der Schule und den Rest kennt ihr. Ich hab Bella aus der Ferne beobachtet, auch wenn alle gemeint haben sie sei wieder glücklich und voller Lebensmut, so war dies doch der Schein. Im Inneren war sie traurig, verletzt, einfach unglücklich." Erkläre ich ihnen. „Ich hab Jacob gestern Abend getroffen, er war voller Verzweiflung und Schuldgefühle und er wollte Bella besuchen. Er gibt sich die Schuld, er denkt weil er seine Partnerin gefunden hat, wollte sich Bella das Leben nehmen. Aber ich denke, sie hat es schon länger geplant, wir sind gestern auf der Suche nach ihr alle Plätze abgelaufen an denen sie gerne mit Edward war, überall gab es Spuren, die nur wenige Tage alt waren, ich habe das Gefühl das sie Abschied nehmen wollte. Auf jeden Fall habe ich ihn angeboten ihn mit nach Seattle zu nehmen, deswegen dieser Geruch im Auto."
Während ich die Geschichte erzähle, erreichen wir das Krankenhaus.
„Ich kann da nicht mitgehen." Sagt Esme.
„Ich verstehe, ich werde dich anrufen, sobald ich etwas weiß." Sagt Carlisle.
Ich steige ebenfalls aus und führe Carlisle ins Krankenhaus. Ich merke, wie erstaunt er ist. Aber ich lasse mir nichts anmerken. Ich führe ihn direkt zu Bellas Zimmer, wieder klopfe ich an die Türe.
Charlie blickt auf und kommt zur Tür.
„Chief Swan." Begrüßt Carlisle Charlie.
„Doktor."
„Chief Swan. Ich brauche ihre Einwilligung für die Behandlung von Bella und für die Einsicht in ihre Krankenunterlagen." Sagt er ihm. „Dazu müssten sie kurz mit zum Stationsarzt kommen." Ich weiß nicht wie Carlisle es macht, obwohl er hier nicht angestellt ist, vertrauen ihm die anderen Ärzte. Charlie nickt zustimmend, er würde im Moment alles für Bella tun.
„Wir bleiben solange hier." Sage ich. Und wieder schaut mich Carlisle verwundert an.
Der Chief und Carlisle machen sich auf den Weg um die Formalitäten zu erledigen.
„Ich hab das Gefühl, dass du Carlisle beeindruckt hast." Sagt Jacob zu mir.
Jacob setzt sich zu Bella ans Bett. Seine Gefühle fahren Achterbahn, jede Sekunde etwas anderes. Ich beruhige ihn für eine Weile, ich will mich auf Bellas Gefühle konzentrieren und sehen ob ich irgendetwas spüren kann.
Er schaut mich überrascht an.
„Ich will mich für einen Augenblick auf Bellas Gefühle konzentrieren können. Sehen ob ich etwas spüren kann, außer Leere." Sage ich zu ihm.
Jacob nickt verstehend und versucht sich zu beruhigen.
„Danke." Sage ich zu ihm.
Ich trete neben Jacob und greife langsam nach Bellas Hand, wieder durchzuckt mich dieser Blitz. Sie ist warm, einen Augenblick lang genieße ich die Wärme, die von ihr ausgeht, doch ich kann nichts spüren, was ich richtig definieren könnte, wie Angst, Schmerz, Freude. Ich kann aber auch nicht sagen, dass da nichts ist, es ist etwas da, aber es ist nicht koordiniert.
Jacob schaut mich angespannt an, doch ich schüttele nur kurz mit meinen Kopf. Ich will ihm keine falsche Hoffnung machen.
Resignation, spüre ich von ihm. Das wollte ich damit auch nicht bezwecken.
Carlisle betritt zusammen mit Charlie das Zimmer.
Unsere Aufmerksamkeit richtig sich auf ihn.
„Ich würde gerne Bella kurz untersuchen. Warum geht ihr nicht für diese Zeit in die Cafeteria." Sagt Carlisle.
Wir nicken alle zustimmend, doch keiner will wirklich gehen.
Ich drücke kurz Bellas Hand und ich spüre etwas. Auch Carlisle und Jacob schauen kurz auf, sie haben auch etwas gemerkt, eine minimale Änderung in ihren Herzschlag. Der Monitor zeigt nichts an.
Ich versuche nicht zu atmen. Ich führe Bellas Hand zu meinen Mund und küsse ihren Handrücken und wieder gibt es eine kurze Reaktion. Dieses Mal zeigt auch der Monitor, allerdings der Monitor vom EEG, an dem sie ebenfalls angeschlossen ist, etwas an. Es ist minimal, doch es ist ein Ausschlag zu erkennen. Gespannt beobachten wir den Monitor.
„Was?" Fragt Charlie.
„Ein kleiner Ausschlag." Sagt Carlisle und deutet auf den Monitor. „Als Jasper ihre Hand geküsst hat."
„Jacob." Sage ich. Er nimmt Bellas Hand und führt sie zu seinen Mund und küsst sie. Gespannt beobachten wir den Monitor. Nichts.
„Charlie." Sage ich. Auch er wiederholt den Kuss. Nichts.
„Carlisle?" Frage ich. Carlisle nimmt Bellas andere Hand vorsichtig und drückt sie leicht. Nichts.
„Jasper." Sagt er zu mir. Ich wiederhole meinen Kuss, wieder ist dieser winzige Ausschlag zu erkennen.
Carlisle nickt.
„Sie reagiert auf Jasper." Sagt Carlisle. „Ich weiß nicht warum, sie nur auf ihn reagiert. Aber es ist ein Ausschlag zu erkennen." Carlisle zeigt sie ihm auf den Monitor, doch für das ungeübte Auge ist er nicht wirklich zu erkennen.
„Ich sehe nichts." Sagt Charlie.
„Es ist auch kaum zu sehen auf der Anzeige, aber es ist definitiv da." Versichert Carlisle.
Ich spüre Hoffnung von allen Seiten.
Ich atme mehrmals durch und halte dann wieder den Atem an und beuge mich über sie. Vier Augen beobachten mich angespannt, ich gebe ihr einen Kuss auf die Stirn.
Der Monitor piepst. Jetzt ist es auch für Charlie sichtbar. Ich trete zurück und schlucke mehrmals das Gift hinunter. Meine Kontrolle hängt an einen seidenen Faden. Ich blicke fast verzweifelt zu Carlisle, er schaut mich mit riesigen Augen an.
„Das ist gut, oder?" Sagt Charlie.
„Das ist sehr gut. Ihr Gehirn zeigt Aktivität. Ich würde Bella jetzt gerne untersuchen." Sagt Carlisle.
„Selbstverständlich." Sagen wir und ich bin zu Tür hinaus, schneller als ein Mensch es sein sollte.
„Jasper hasst Krankenhäuser." Höre ich Carlisle sagen.
„Dafür ist er aber sehr viel hier." Ich kann Carlisles Überraschung über den gesamten Gang spüren. Jacob ist neben mir. Ich begleite ihn zu Cafeteria. Charlie kommt ebenfalls.
Die beiden holen sich etwas zu Essen und zu trinken. Um meinen Schein zu wahren hole ich mir ein Glas Wasser und nehme einen Schluck. Ich sehe Jacobs überraschtes Gesicht. Wasser ist etwas was unser Körper verarbeiten kann, wir brauchen es nicht, wir nehmen genug davon mit dem Blut auf das wir trinken, aber ein Schluck Wasser stört uns nicht wirklich, vor allem wenn man wie ich, den Bauch voller Blut hat und es sich damit vermischt. Es schmeckt allerdings nur scheußlich.
„Keinen Hunger?" Fragt mich Charlie.
„Ich weiß nicht, wie lange ich das im Moment in mir drin behalten würde." Sage ich und deute dabei auf sein Essen.
„Du siehst wirklich sehr blass aus." Sagt er zu mir.
Ich ignoriere seinen Kommentar. „Hier sind ihre Schlüssel." Sage ich und reiche ihm seinen Haustürschlüssel zurück.
„Danke." Er schaut den Schlüssel an und spielt eine Weile damit.
„Kann ich euch noch um etwas bitten, könnte ihr vielleicht morgen noch ein paar Sachen für Bella vorbeibringen? Ich weiß nicht wann sie etwas davon brauchen wird, aber ich hätte gern etwas für sie da." Spricht er schließlich.
Jacob schaut mich fragend an, ich spüre eine gewisse Abneigung. Auch ich selbst, würde nicht unbedingt noch mal in Bellas Zimmer gehen wollen, es ist so voller Erinnerungen.
„Chief Swan, verstehe sie mich jetzt bitte nicht falsch, es ist eine Sache eine Tasche aus ihrem Zimmer zu holen, aber ich würde nur ungern durch Bella Sachen gehen. Aber ich kann gern Esme anrufen und sie fragen, ob sie die Sachen besorgen würde, es würde ihr eine Aufgabe geben."
„Ich verstehe, und du denkst wirklich das Esme das machen würde."
„Ich denke es nicht nur, ich bin mir hundertprozentig sicher." Sage ich. Ich greife nach meinem Telefon.
„Esme."
Was gibt es neues Jasper?
„Ich wollte dich fragen ob du für Bella eine kleine Tasche für das Krankenhaus zusammenstellen könntest. So dass sie etwas hier hat, wenn sie aufwacht."
Selbstverständlich. Kannst du bitte Carlisle ausrichten, dass ich mir einen Leihwagen gemietet habe? Ich wollte nicht die ganze Zeit vor dem Krankenhaus auf euch warten.
„Ich werde es ihm ausrichten."
Benötigt Bellas Vater auch noch irgendwas.
„Esme möchte wissen, ob sie noch irgendetwas benötigen."
Er schüttelt nur mit dem Kopf.
„Nein, Esme."
Dann werde ich mich auf die Suche machen.
„Danke."
Esme legt auf.
„Esme wird sich um die Sachen kümmern." Sage ich ihm.
„Ich weiß nicht wie ich euch im Moment danken kann." Sagt Charlie und schaut dabei Jacob und mich an.
„Chief, Bella ist die beste Freundin die man sich nur wünschen kann und ich bin mir sicher, sie würde es auch für uns tun." Antwortet Jacob.
„Freunde sollten in guten und in schlechten Zeiten für einander da sein." Sage ich. „Ich weiß die Entscheidung, die wir als Familie getroffen haben war falsch, leider kommt die Erkenntnis zu spät."
„Und wenn ich Edward noch einmal sehe, dann gnade ihm Gott." Sagt Charlie.
„Aber erst nachdem ich ihn mir vorgeknüpft habe." Antwortet Jacob.
„Bitte hinten anstellen, als sein Bruder habe ich das Anrecht ihn als erstes die Meinung zu sagen. Ich hätte nie mit einen solchen Ausgang gerechnet." Sage ich.
„Ich kann Edward irgendwie verstehen, schnelle Trennung, aber irgendwie kann ich ihn auch wieder nicht verstehen, er sollte doch Bella besser kennen, dass sie es nicht so einfach nimmt." Sagt Charlie, während Jacob mehr mit seinem Essen spielt, als wirklich davon zu essen.
„Ich denke wenn es um die Liebe geht, sollte man die Logik vergessen."
„Wo ist eigentlich Alice? Ihr wart doch ein Paar." Fragt mich Charlie plötzlich, ich wusste irgendwann würde diese Frage kommen, Charlie war immer angetan von Alice und sie hat bei ihm alles erreichen können.
„Sprach ich nicht gerade von der Liebe und Logik?" Wiederhole ich meine letzten Worte.
„Ihr habt euch getrennt?" Fragt er überrascht.
„Ja.. Deswegen bin ich hier her gekommen, ich wollte Abstand gewinnen. Ich finde es hier so ruhig, der perfekte Ort zum Nachdenken."
„Deswegen habe ich dich nicht gesehen, in der Stadt."
„Ich wollte keinen Wirbel verursachen, hab mich aus Forks ferngehalten."
„Jacob meinte, dass Edward und Alice in Asien sind, müssten sie nicht eigentlich in der Schule sein?"
Ist das ein Verhör? Frage ich mich selbst.
„Sie haben sich für einen Schüleraustausch entschieden, sie sind in Jakarta auf einer internationalen Schule."
„Das kann man einfach so machen?" Fragt er mich erstaunt. Ich mache mit meinen Händen nur ein Zeichen, so in der Art mit Geld kann man alles erreichen. Ich hoffe das Verhör ist bald beendet.
„Und die anderen beiden die Blonde und der kräftige Kerl."
„Sie meinen Rosalie und Emmett. Emmett macht seinen Abschluss und Rosalie bastelt nach wie vor am liebsten an ihrem Auto. Nebenbei geht sie aufs College." Gelogen aber die Wahrheit braucht Charlie nicht zu wissen.
„Und du, hast du auch vor zu gehen?"
„Ich hab abgebrochen, nachdem Alice und ich mich getrennt haben. Ich hoffe, dass ich hier ein Fernstudium machen kann."
Ich höre Carlisle kommen, er ist amüsiert, ich habe mich so auf Charlies Fragen konzentriert, dass ich nicht weiß, wie lange er zugehört hat.
„Carlisle?" Frage ich nach.
„Wie geht es meiner Tochter?"
„Im Moment können wir nicht allzu viel machen, ich habe die Cortisongabe erhöht um die Schwellung im Rückenbereich schneller abschwellen zu lassen. Die Brüche müssen heilen, da kann ich nichts beschleunigen, das braucht seine Zeit. Ich habe, mit ihrer Einwilligung selbstverständlich, vor einen Spezialisten anzurufen, der Kollege hat mehr Erfahrung, wie sich Unterkühlung und Sauerstoffmangel auf die Gehirnaktivität auswirken können als ich." Erklärt Carlisle. „Jasper würdest du noch mal kurz mit ihr Zimmer kommen, falls es dir nichts ausmacht. Du siehst etwas blass aus."
Ich merk er will mir ein Türchen offen lassen.
„Fang mich auf, falls ich umkippe." Sage ich.
„Ich werde dir ein Bett im Nebenzimmer besorgen." Scherzt Carlisle. Wir gehen zusammen zu Bella. Die Stationsschwester schaut uns zwar an, aber dieses Mal sagt sie nicht, dass nur zwei auf das Zimmer dürfen. Carlisle hat schon alle fest im Griff.
Bella liegt unverändert in ihrem Bett.
„Warte kurz, Jasper. Jacob könntest du zu erst?"
„Bella wach bitte schnell auf." Flüstert er für einen Augenblick. Und gibt ihr einen Kuss auf die Wange. Eifersucht durchströmt meinen Körper, ich verstehe es nicht, warum sollte ich eifersüchtig auf Jacob sein. Die beiden sind Freunde, Jacob hat laut seiner Aussage seine Lebenspartnerin schon gefunden.
„Nichts?" Fragt Charlie.
Carlisle schüttelt mit dem Kopf.
„Chief Swan." Charlie tritt an das Bett, doch wieder zeigen die Geräte keine Reaktion.
„Jasper." Fordert mich Carlisle auf, sowohl Jacob wie auch er treten näher an mich heran. Ich nehme zunächst ihre Hand, es krabbelt wieder.
„Ich weiß nicht ob das irgendetwas zu bedeuten hat, aber wenn ich Bella berühre, spüre ich ein Krabbeln, Kitzeln, wie ein schwacher elektrischer Impuls." Teile ich Carlisle mit, nur ihm, ich bin mir nicht einmal sicher ob Jacob die Stimmfrequenz noch hören kann.
„Jasper." Wiederholt Carlisle sich. Ich beuge mich über sie. Ihr Duft ist unbeschreiblich, meine Lippen berühren ihre Stirn. Ich kann spüren, wie sich ihr Herzschlag beschleunigt, auch dass EGK zeigt anstatt 59 Schläge pro Minute auf einmal 61 an. Auch die Ausschläge auf den EEG sind intensiver als das erste Mal.
„Wie geht es dir?" Fragt Carlisle.
„Noch küss ich nicht den Boden." Antworte ich ihm.
„Gut, aber wenn du nicht mehr kannst, dann gehe, ich hab keine Lust die Putzkolonne bestellen zu müssen."
„Ich weiß, wo der Ausgang ist." Versichere ich ihm.
„Wieso reagiert Bella auf seine Berührungen?" Fragt Jacob die Frage aller Fragen.
„Ist wird angenommen, dass Komapatienten im Unterbewusstsein Dinge wahrnehmen können, Stimmen, Gerüche, Berührungen."
„Ich hoffe, sie denkt nicht, dass du Edward bist." Spricht Jacob meine Gedanken aus.
„Das glaube ich nicht." Sagt Carlisle. „Weil Jasper und Edward unterscheiden sich sehr. Ihre Stimmlage ist anders, ihr körpereigener Geruch ist anders, selbst die Art, wie sie jemanden Berühren ist anders und sie reagiert auf mich auch nicht." Ich bin Carlisle dankbar für diese Info, auch wenn Charlie für einen Moment unsicher schaut, er kann mit der letzten Info nichts anfangen.
Wir nicken alle langsam mit dem Kopf.
„Ich denke, wir sollten sie jetzt in Ruhe lassen. Charlie sie bleiben in der Nacht hier oder?"
Charlie nickt.
„Falls irgendwas ist rufen sie mich an, egal welche Uhrzeit ist. Ich werde von zu Hause ein paar Anrufe machen, ich nehme an sie sind damit einverstanden?"
Wieder nickt Charlie.
„Dann lasst uns gehen." Sagt Carlisle und verlässt als erstes den Raum.
„Bye Bella." Verabschiedet sich Jacob. „Wach schnell auf."
„Tschüß' Bella." Sage ich und drücke ihre Hand zum Abschied. Ich erhebe mich vom Bett und will zur Tür gehen.
„Carlisle." Rufe ich. Ich stehe in der Tür und beobachte den Monitor und verspüre Panik und Angst.
„Was ist passiert?" Fragt Carlisle nach.
„Wir haben uns nur verabschiedet und dann ist ihre Herzfrequenz in die Höhe geschnellt." Sagt Jacob.
Unbewusst beruhige ich sie. „Keine Angst Bella, du bist im Krankenhaus, in Sicherheit, wir kommen morgen wieder. Ich verspreche es dir."
„Sie beruhigt sich wieder." Sagt Carlisle.
„Wow, was war das?" Fragt Charlie er blickt fragend von einen zum anderen.
„Die Verabschiedung der beiden hat eine Art Panikreaktion ausgelöst." Erklärt Carlisle.
„Also keine Verabschiedungsszenen mehr." Schlussfolgert Jacob.
Carlisle gibt mittels Zeichensprache zu verstehen, dass wir nacheinander das Zimmer verlassen sollen. Jacob geht als erstes, dann verlässt Charlie das Zimmer, als nächstes gehe ich und ich brauch den Monitor nicht, ich höre wie sich hier Herzschlag beschleunigt. Aber nicht so sehr wie gerade eben. Dann kommt Carlisle zu uns. Wir beobachten Bella von der Tür aus. Alle Werte kehren in den Normalbereich zurück, so als ob nie etwas passiert wäre.
„Chief Swan, gehen sie wieder zu ihr. Ich denke, die Situation hat sich wieder entspannt. Sprechen sie ruhig mit ihr. Erklären sie soviel wie möglich, lesen sie ihr etwas vor." Spricht Carlisle zu Charlie. „Ich muss dringend ein paar Anrufe machen."
Auf dem Weg zum Auto erzähle ich Carlisle, dass sich Esme einen Leihwagen genommen hat und dass wir nicht auf sie Warten brauchen.
„Wie geht es dir Jasper?" Genervt. Ich bin im genervt von dieser Frage.
„Mir ging es nie besser." Sage ich.
„Was du da eben geleistet hast, war unbeschreiblich." Sagt er mir, stolz in seiner Stimme. Dann wendet er sich Jacob zu. „Jacob kannst du mir bitte erzählen, wie sich Bella in den letzten Monaten verändert hat." Fordert ihn Carlisle auf und Jacob fängt an zu erzählen, er lässt nichts aus, jede Veränderung positiv wie auch negativ listet er auf. Wir sind fast an der Reservatsgrenze als er damit fertig ist.
„Kurzzusammenfassung, nachdem wir gegangen sind ging es Bella schlechter von Tag zu Tag, sie hat sich immer mehr abgeschottet, kaum gegessen, dann vor vier Wochen hat sie angefangen sich zu verändern, suchte wieder Freunde auf, ging mit ihnen aus, war für den Außenstehenden wieder die alte Bella. Sie nahm jedoch weiterhin ab. Und Jasper du sagtest von den Emotionen her hat sich nichts verändert."
„In der Zusammenfassung ja." Sagt Jacob. Er hat bei seiner Beschreibung deutlich zu verstehen gegeben, wem er die Schuld für diese Veränderungen gibt, namentlich Edward.
„Ich muss irgendwas meinen Kollegen erzählen und dies sollte weder die Worte Vampir noch Werwolf beinhalten." Sagt Carlisle. „Wir werden morgen früh gegen 7 Uhr losfahren."
„Ich werde bei euch am Haus warten."
Wir sind an der Reservatsgrenze. Carlisle steigt zusammen mit Jacob aus und geht zum Kofferraum. Aus seiner Tasche holt er einen Block heraus und schreibt irgendetwas auf.
„Wir wollen nicht, dass du noch mehr Ärger bekommst, deswegen hier, eine Schulbefreiung." Sagt Carlisle.
„Danke, Carlisle." Sagt Jacob, dieser schaut für einen Moment lang unschlüssig aus. „Könnt ihr meine Klamotten mitnehmen? Es ist etwas kompliziert sie mit der Schnauze zu tragen?" Fragt er schließlich.
„Gib sie her." Sagt Carlisle. Jacob zieht sich bis auf seine Shorts aus und verschwindet in den Wald. Carlisle packt währenddessen seine Sachen in den Kofferraum und steigt wieder ein.
