Hallo liebe Leute! Leider etwas später und auch nur sehr kurz ein weiteres Kapitel, das aber schon ein wenig Einblick in das Innenleben unserer beiden Hauptakteure gibt. Ich stecke zur Zeit ziemlich im Stress, da das Semester wieder losgeht, und ich nun neben dem Einarbeiten in das Thema meiner Doktorarbeit auch noch Vorlesungen hören muss...
Deshalb werden die Updates wohl etwas unregelmäßiger werden. Vielleicht schaffe ich es am Wochenende mal wieder etwas mehr zu schreiben. Ideen habe ich noch einige...
An dieser Stelle auch ganz vielen Dank für die VIELEN LIEBEN REVIEWS!
10. Erkenntnisse und Ängste
Sie war gut, zweifellos die beste Schülerin, die er in den letzten Jahren gehabt hatte. Wenn nicht sogar die beste Schülerin, die diese Schule in den letzten einhundert Jahren gesehen hatte.
Severus Snape legte zufrieden den zweiten Aufsatz, den er ihr als zusätzliche Hausaufgabe gegeben hatte, zur Seite, um zu seiner Überraschung ein weiteres Pergament darunter vorzufinden.
Etwas zögerlich griff er danach, unsicher, ob sie es dort unbeabsichtigt vergessen hatte, und es nicht für seine Augen bestimmt war.
Doch schließlich siegte die Neugier und er griff nach dem Papier und begann zu lesen. Wenige Minuten später, war er ganz in die Lektüre vertieft, die Stirn in nachdenkliche Falten gezogen, während er versuchte, die Worte und Sätze, die sich dort vor ihm auftaten, nachzuvollziehen.
„...die Feder des schwarzen Uhus entfaltet NUR in Tränken mit sauerer auf einen PH-Wert von 3 gepufferter Lösung die sehkraftverstärkende Wirkung, in jeder anderen Lösung ist das Ingredienz diesbezüglich wirkungslos. Da der Hellsichtigkeitstrank auf einer basischen Lösung aufgebaut wird, kann die Feder des schwarzen Uhus nicht ohne weiteres verwendet werden. Der wirkungsrelevante Teil des Hellsichtigkeitstrankes, ist das Drachenherz, welches eine Verbindung mit den Hydroxyionen aus der Natronlauge eingeht. Eine ähnliche Verbindung kann möglicherweise entstehen, wenn der Trank auf einer schwach sauren Essigsäure aufgebaut wird, da das Drachenherz möglicherweise in der Lage ist, die gesamte Hydroxylgruppe vom Essigsäuremolekül abzuspalten..."
Der Lehrer hatte sich mittlerweile eine Feder zur Hand genommen, und begonnen auf einem noch leeren Pergament einige Notizen und Formeln niederzuschreiben. Schließlich legte er das Schriftstück seiner Schülerin zur Seite, stand hastig auf, und eilte, seine eigenen Notizen in der Hand, aus der Bibliothek in Richtung seines Labors...
Als Hermine am nächsten Morgen erwachte fand sie sich eingewickelt in eine warme Wolldecke und eng an ihren neuen tierischen Freund und Beschützer gekuschelt. Sie fühlte sich ausgeruht, endlich, nach den vielen schlaflosen Nächten der vergangenen Tage. Genüßlich räkelte sie sich und zog die Decke bis zu Nasenspitze hoch. Decke? Woher kam diese Decke? Langsam kehrten ihre Erinnerungen an den vergangenen Abend zurück. Sie musste auf dem Bett eingeschlafen sein, und da war definitiv keine Decke gewesen. Snape. Hermine vernahm einen angenehmen Kräuterduft, der von dem schweren schwarzen Wollstoff der Decke ausging. Genau so hatte sein Umhang gerochen. Hermine löste sich vorsichtig von dem Wolf und schwang die Füße über die Bettkante um endgültig den letzten Rest der Müdikeit abzustreifen.. Wahrscheinlich bildete sie sich das nur alles nur ein. Wahrscheinlich hatte sie selbst sich im Halbschlaf noch die Decke aus ihrem Schrank geholt. Diese logische Erklärung als in der Tat wahrscheinlich vermerkend, tastete Hermine sich in Richtung ihres Badezimmers vor, um wenige Minuten später fertig geduscht und angekleidet Shadow zu wecken und sich von ihm in die Bibliothek führen zu lassen.
Dort fand sie alles noch genau so vor, wie sie es am Vorabend zurückgelassen hatte. Ein Tip ihres Zauberstabes auf ihre Taschenuhr verriet ihr, dass es bereits 7.45 Uhr war, und sie sich in 15 Minuten mit Professor Snape treffen wollte. So beschloss sie, das Frühstück zu verkürzen, in dem sie sich von einem der Hauselfen einen Apfel bringen ließ, und diesen dann auf dem Weg zu verzehren.
„Shadow, bring mich doch bitte ins Arbeitszimmer von Professor Snape." Die Hand auf dem Rücken des Tieres, ließ sie sich wieder Schrit für Schritt durch die Räumlichkeiten führen, bis er schließlich stehen blieb und sich niederlegte, was für Hermine das Signal war, dass sie ihr Ziel erreicht hatte. Vorsichtig tastete sie mit ihren Händen in allen Richtungen, ob sich irgendwo ein Stuhl oder Tisch finden ließ. Da dies jedoch nicht der Fall war, und der Raum, nachdem sie die Wände einmal abgegangen war, sich, von einem Pult, einigen Regalen und einem Stuhl abgesehen, als nahezu leer erwies, sank sie abwartend neben Shadow auf den Boden und begann, seinen Rücken liebevoll zu kraulen.
Minuten vergingen, und ein weiterer Tip auf die Uhr zeigte ihr, dass Professor Snape, bereits eine Minute zu spät war. Er war immer pünktlich. Nach weiteren drei Minuten begann Hermine unruhig zu werden. Ein flaues Gefühl der Übelkeit machte sich in ihrem Magen breit, als sie die Möglichkeit in Betracht zog, dass Professor Snape möglicherweise zu einem Todessertreffen gerufen worden war. Weitere unruhige 5 Minuten vergingen, bis sie schließlich die Ungewissheit nicht mehr aushielt. Sie musste Professor Dumbledore kontaktieren. Aber wie! Das Arbeitszimmer besaß keinen Kamin, ebenso wenig ihr Schlafzimmer oder die Bibliothek. Das Labor! „Shadow, bring mich ins Labor." Vom Wolf geführt eilte sie mehr stolpernd als gehend in Richtung des privaten Labores ihres Lehrers. Als sie schließlich vor der Tür stand und diese atemlos mit einem „APERTO SUBITO!" aufschlagen ließ, wurde sie von einem lauten Klirren von zerschellendem Glas empfangen, dass sie entsetzt zurückspringen ließ...
„Verdammt!" Die Stimme ihres Lehrers vernehmend, merkte Hermine, wie die aufgestaute Spannung schlagartig verschwand und ein Gefühl der Erleichterung sie durchströmte. Mit einem leisen Seufzer sank sie erschöpft auf den Boden. „Was zum Teufel tun sie hier, Miss Granger? Mitten in der Nacht?..."
Hermine richtete verwundert den Kopf in Richtung des Sprechenden aus. „Sir? Es ist gleich halb neun. Sie hatte mich für 8 Uhr in ihr Arbeitszimmer bestellt." Snape warf einen ungläubigen Blick auf die Uhr in seinem Rücken und anschließend auf sich selbst, froh, dass das Mädchen seinen von dem eben zerbrochenen Gefäß mit rotem Froschsekret beschmutzen Umhang nicht sehen konnte. „In der Tat Miss Granger. Nun, da sie schon einmal hier sind, können wir genauso gut mit dem Hellsichtigkeitstrank weiter machen. Gehen sie an ihren Arbeitstisch." Mit einem Wink seines Stabes ließ er das entstandene Chaos verschwinden.
Hermine wollte soeben mit dem Anrühren der Grundsubstanz beginnen, als sie von der, nun wieder sanft klingenden, Stimme des Meisters der Zaubertränke unterbrochen wurde.
„Lassen sie das Miss Granger. Wir werden uns heute wichtigeren Dingen zuwenden. Ich habe bereits alles vorbereitet, so dass wir mit den von ihnen vorgeschlagenen Modifikationen des Trankes beginnen können. Die Lektüre ihrer Aufzeichnungen war..." er zögerte einen Augenblick um die richtigen Worte zu finden,„...sehr aufschlussreich und enthielt einige brauchbare Ansätze, die wir nun weiterverfolgen werden..."
