Disclaimer:Alles nicht meins.

Autor:Eve8

Originaltitel:Small Favors – One Small Sacrifice

Übersetzer:Linguna

A/N :Wie immer, Danke an Ursu.

Kapitel 10

Ein kleines Opfer

„Du siehst schrecklich aus.", sagte Sam am nächsten Morgen unverblümt über ihre Kaffeetasse hinweg.

„Oh, Dankeschön. Nicht jeder kann die Nacht durchmachen und dann am nächsten Morgen mit strahlenden Augen und aufgeplustertem Gefieder dastehen."

Sie hob argwöhnisch eine Augenbraue. Sie hatte an diesem Morgen weder strahlende Augen, noch war ihr ‚Gefieder aufgeplustert'.

„Gut. Du bist also heute nicht so … heiter … wie sonst, aber trotzdem … Du könntest ein Jahr lang nicht schlafen und würdest trotzdem nicht so fertig aussehen, wie ich heute."

Sam seufzte und betrachtete ihn genau.

„Hast Du überhaupt geschlafen?"

„Hab's versucht. Ein Bisschen. Konnte nicht.", murmelte er in seine Kaffeetasse.

Okay, das war jetzt mehr als seltsam. Er hatte nie Probleme mit dem Schlafen, egal, ob es während eines extra-langen Briefings war, oder auf dem Boden einer modrigen Goa'uld Zelle. Sam holte tief Luft.

„Es ist das Fischen.", gab sie zu, schenkte sich noch eine Tasse Kaffee ein und nahm sie mit auf das Dock hinaus.

Jack sah aus dem Fenster, als sie zum Dock ging.

„Okay, wenn es also das Fischen ist, wieso sitzt Du dann draußen am Dock.", murmelte er zu sich selbst. Er war sich sicher, dass ihm etwas ganz Offensichtliches entging. Aber er war noch immer ratlos, weil er es immer noch nicht begriff.

Und außerdem hatte sie gesagt, sie würde das Fischen mögen. Und er hatte ihr geglaubt. Sie mochte also das Fischefangen und er lieber die Herausforderung einen Fisch zu fangen, das hieß nicht … oh. Moment … ein Gedanke, der … der sich sehr nach Daniel anhörte, wenn er etwas Wichtiges erklärte … und irgendwie fühlte es sich an, als ob Teal'c ihm einen kräftigen Schlag auf den Hinterkopf verpassen würde. Verrückt. Verdammt, wohin ist dieser Gedanke nur verschwunden … OH! Auf einmal musste er lachen. Die Idee, die ihm gerade eben gekommen war … sie machte Sinn, aber es bestand beim besten Willen keine Möglichkeit, dass Sam Carter so engstirnig darüber denken konnte, oder doch? Er stellte seine Kaffeetasse ab und lief barfüßig nach draußen.

Er setzte sich neben sie, zwar nahe an sie heran, berührte sie aber nicht. Sie sah zu ihm auf, als er sich hinsetzte, aber gab ihm keine weitere Erklärung. Aber immerhin sagte sie nicht, dass er verschwinden solle oder schubste ihn in den See, also war das ein gutes Zeichen. Es war Zeit zu testen, ob er richtig lag oder nicht.

„Sam … ich denke, ich hab's jetzt endlich begriffen. Und Du liegst falsch. Was ich über das Fischen gesagt habe … hat nur was mit dem Fischen zu tun."

„Ich will jetzt wirklich nicht darüber reden."

„Also hab' ich Recht?", fragte er und er hoffte, dass man die Überraschung in seiner Stimme nicht hören konnte.

„Mit welchem Teil von ‚Ich-will-jetzt-nicht-darüber-reden' hast Du Probleme?", fragte sie, schockiert über ihre eigenen Worte. Hey, sie mochte über ihn schon seit Jahren so gedacht haben, aber bis vor kurzem war ihr nicht erlaubt gewesen, es auszusprechen.

„Du musst nicht reden, das ist in Ordnung. Aber unglücklicherweise ist das eine der seltenen Gelegenheiten, bei der ich reden möchte, und Du musst zuhören. Schon allein deswegen, weil ein Kraftfeld um uns herum ist, und wenn es sein mus, kann ich Dir überall hin folgen. Solange, bis Du alles angehört hast, was ich zu sagen habe."

„In Ordnung, was willst Du mir sagen?"

„Ich weiß es nicht.", gab er zu. „Soweit war ich noch nicht."

Sie sah so als, als würde sie ihn gleich köpfen wollen.

„Nur das …, was ich schon gesagt habe, nehme ich an. Es ging nur ums Fischen, dass ich … so darüber denke. Ich kann es nicht erklären. In Ordnung, vielleicht gibt es eine Möglichkeit, wie ich es Dir zeigen kann. Gut. Nehm' Deine Angelrute."

„Ich hab' jetzt keine Lust zu fischen …"

„In Ordnung, dann mach ich es selber. Ich brauche einen Fisch, um es Dir zu erklären."

Er stand auf und verschwand. Bald kam er mit ihren Ruten und der Anglerbox zurück. Als er einen Fisch gefangen hatte, dachte er darüber nach, jetzt damit aufzuhören, aber überlegte es sich anders. Sie war genauso stur wie er. Je ausführlicher jetzt die Demonstration ausfiel, desto besser.

„Was machst Du?", fragte sie, als er eine Kühlbox auf das Dock schleppte, etwas Wasser einfüllte und den Fisch hinein warf.

„Ich zeig Dir den weniger angenehmen Teil des Fischens."

„Warum?"

„Weil wir keine Äpfel oder Donouts haben.", sagte er lässig, als er seine Leine zurück ins Wasser warf.

„Was meinst Du damit?"

„Nichts. Ich bereite mich nur auf eine Demonstration vor. Hattest Du nicht was zu tun?"

„Ich glaube wirklich nicht, dass das nötig ist …"

„Ich schon! Willst Du mich verarschen?" Sie verdrehte die Augen, aber blieb den ganzen Morgen bei ihm.

Bis zum frühen Nachmittag hatte er die Kühlbox voller Fische. Das müsste reichen. Er ging rein. Um das Filetiermesser zu finden, brauchte er zehn Minuten, und weitere fünfzehn für den Wetzstein und einen Schutzhandschuh. Er nahm alles mit nach draußen und stupste Sam an um sie zu wecken. Sie war in ihrem Stuhl eingedöst.

„Zweite Lektion über's Fischen!", sagte er mit einem gekünstelten freudigen Ton. „Töten, Ausnehmen und Waschen. Aber zuerst, das Messerwetzen!"

Er wetzte den Stein und schliff das Messer absichtlich laut.

„In Ordnung, also, sollte der Fisch immer noch am Leben sein, greifen wir hier einfach rein und nehmen einen dieser wunderschönen Fische am Schwanz und … schlagen ihn auf den Kopf, ungefähr so …"

Dieser eine Fisch war bereits tot, aber er brauchte es zur bildlichen Darstellung und machte alles so schnell, dass er geschockt gewesen wäre, wenn sie es bemerkt hätte, besonders, weil sei ihre Augen zudrückte und sich weigerte zuzusehen.

„Hab' Dich nicht so, pass auf. Du machst den Nächsten.", sagte er mit einem Grinsen und klopfte ihr viel fester auf den Rücken, als er es normalerweise getan hätte. Sie starrte ihn vernichtend an. Er zog den Handschuh an und nahm das Messer.

„Okay, zuerst werden wir ihn aufschlitzen, ungefähr so … oh ja, übrigens, wenn Du schon vorher dachtest, dass man beim Fischen stinkt, … dann erlebst Du jetzt eine riesige Überraschung.", sagte er mit einem enthusiastischen Grinsen.

Er beschrieb alles, was er an dem toten Fisch tat sehr ausführlich und übertrieb jede seiner Bewegungen, die er beim Ausnehmen und Säubern des Fisches machte. Als er fertig war, zog er den Handschuh aus und gab in ihr. Sie sah ziemlich grün aus.

Langsam zog sie ihn an. Sie starrte ihn so an, dass er schon fast erwartete, dass ihre Augen zu glühen anfangen würden. Sie nahm das Messer. Zugegeben, vielleicht sollte er ihr kein Messer geben, wenn sie so sauer auf ihn war. Die Situation konnte noch schlimmer werden, als den Doc vor einem Check-up zu irritieren … er schluckte und öffnete die Eisbox, in der einige Fische herumschwammen, so gut das eben auf dem engen Raum möglich war.

„So, Sam, such Dir Dein erstes Opfer aus. Ich würde nicht die Flunder nehmen, außer Du bist wirklich motiviert; sie sind wirklich schwer sauberzumachen."

Er sah ihr zu, wie sie die Fische beäugte und sagte leise: „Das ist der einzige Grund, warum ich die ganzen Fische wieder frei lasse, Sam. Das ist dreckig, stinkt, ekelig und unnötig, besonders seit Thor unsere ganzen Einkäufe macht. Ich habe damit nichts symbolisch gemeint. Ich hasse es einfach nur, den Fisch auszunehmen. Jetzt verstanden?"

Sie nickte kaum wahrnehmbar.

„Gut.", sagte er mit einem Grinsen, nahm ihr das Messer ab und legte es weg.

„Kann ich jetzt bitte die Kerle zurück ins Wasser werfen?"

„Ja, ich nehme das Ende."

Sie warfen die ganzen Fische in der Kühlbox zurück ins Wasser. Sam sah ihnen zu, wie sie auseinander schwammen und fragte:

„Sie werden sich doch wieder erholen?"

„Ja. Wahrscheinlich sind sie ein bisschen durcheinander. Ich wette, wegen uns kommen sie jetzt alle zu spät zur Arbeit kommen oder so was, aber sie sind in Ordnung."

Sie lachte und schüttelte den Kopf.

„Okay, Deine Art zu fischen ist wirklich besser.", stimmte sie zu.

„Ich weiß. Und jetzt, wenn Du mich entschuldigen würdest. Ich werde mich jetzt duschen, und dann werde ich den ganzen Tag lang schlafen. Oh, und nur damit Du's weißt, ich werde das ganze heiße Wasser brauchen."

Hammond nahm das halbdurchsichtige Asgardkommuniktionsgerät in die Hand und sagte:

„Thor, wie ist es gelaufen?"

Er wartete auf eine Antwort, und ein paar Augenblicke später beamte sich Thor herein.

„General Hammond. Ich bedaure Dir mitteilen zu müssen, dass es ein Opfer gab."

„WAS!"

„Ich war nicht in der Lage rechtzeitig zurückzukehren, um die Fische zu entfernen, bevor einer von Colonel O'Neill zur bildlichen Darstellung verwendet wurde."

„Ach so … oh. Gut. Sie haben mir Angst eingejagt. Sie haben es so formuliert, als … Moment, haben sie gerade eben einen Witz gemacht?", fragte Hammond verdächtig.

Thor kniff seine Augen zusammen und entschied sich, die Frage zu ignorieren.

„Wie es scheint, hattest Du Recht. O'Neill und Major Carter haben sich anscheinend versöhnt, obwohl sie an ihrer physischen Beziehung noch arbeiten müssen."

Hammond konnte mit der Theorie gut umgehen, aber er musste sich wirklich keine Einzelheiten über die physische Beziehung von Colonel Jack O'Neill und der Tochter einer seiner ältesten Freunde anhören.

Um das Thema zu wechseln sagte er: „Die Fische sind jetzt also weg?"

„Die Fische sind weg.", bestätigte Thor mit einem Tonfall, der, wie Hammond langsam erkannte, ein stummes „Auf Wiedersehen" beinhaltete. Offensichtlich war Kleidung nicht die einzige Sache, für die die Asgard wenig Nutzen hatten. Sie waren auch im Verabschieden nicht geschickt. Natürlich dematerialisierte Thor sich jetzt.

Hammond kam es so vor, als würden Thor und er sehr viel leichter lernen sich zu verstehen, als seine Soldaten.

TBC

A/N: So Jungs, Mädels, ich bin wieder hier. Ich würd mir zwar eher den Mund mit Seife auswaschen als zu sagen, ich wäre jetzt wieder gesund, aber physisch haben die Docs keine Einwände dagegen. Naja, haben mich entlassen wegen groben Unfugs oder so … oder so ähnlich. Anyway … ich nehm mir jetzt erstmal eine Auszeit, ganze drei Wochen! Obwohl ich sagen muss, zu Hause ist das verdammt schwer. Updates werden sicherlich nicht mehr regelmäßig kommen, auch wenn das 11. Kapitel schon seit zwei Wochen oder so bei meiner Beta ist. Aus zwei Gründen: Ich muss mein Arbeitspensum reduzieren, mehr ausruhen … mehr Zeit für Körper und Geist, ergo auch mehr schlafen, was meine Zeit für übersetzen und abtippen und überarbeiten dezent einengt. Außerdem ist meine Beta immer noch immens im Stress. Also habt Geduld, wobei ich sagen muss … Reviews sind immer willkommen g.