Vorsichtig kniete Owen sich neben die stark zitternde Soraya. Als er sie am Arm berührte, sah sie verschreckt hoch. „Geht es Ihnen gut?", fragte Owen besorgt. Zeitgleich untersuchte er das Blut an Soraya. Zitternd nickte sie. „Gwen.", hauchte sie leise. Verwirrt sah er sie an, dann folgte er ihren Blick.
Erschrocken sah er zu, wie Gwen zu Boden fiel. „Gwen?", fragte Jack heiser. War ihr etwas passiert? „Gwen!". Erst da bemerkte Jack, dass der Dolch in Gwen's Brust steckte. Das kann nicht sein. „Jack, da kommen mehrere Männer.", rief Tosh aufgebracht und riss ihn somit aus seiner Trance. Schnell griff Jack nach Gwen und Tosh. „John, wir müssen los.", brüllte Jack. Grob griff John nach Owen und Soraya.
Ihm war kalt. Und er war müde. Er hatte die ganze Nacht lang nicht geschlafen. Die Sonne ging schon wieder auf. Wieder ein neuer Tag. Vielleicht würde John ja heute wiederkommen. Dann würde alles wieder gut sein. Er hätte sich niemals vorstellen können, wie einsam er sich ohne John fühlen würde.
Missmutig sah er auf Gwen's Leiche. Es war alles so gut gelaufen. „John? Woher kennt du Soraya? Und was heißt W'Czare?", fragte Jack leise. John sah nachdenklich auf Mädchen. Sie schlief neben ihm auf der Bank. „W'Czare heißt Blutiger Krieg. Das ist mein Name. Mein Vater hat ihn ausgesucht. DeSalvio und ich waren früher Arbeitskollegen. Nachdem ich 'verschwunden' war, hat er Soraya wohl bei sich aufgenommen. Hätte ihm wohl danken müssen, ansonsten wäre sie im Heim gelandet. Und Kinder von Vestalliaris sind nicht sonderlich beliebt." , antworte John leise, achtete nicht auf Jack's überraschten Gesichtsausdruck. Aber dann lächelte Jack „Dort soll es sehr schön gewesen sein. DeSalvio sagte, 'deine Kleine'. Ist sie deine Tochter?", fragte Jack vorsichtig. John schüttelte den Kopf. „Meine Schwester."
Weinend sah Tosh auf die Leiche ihrer Freundin. Owen meinte, sie wäre sofort tot gewesen. Aber für Tosh war dies kein Trost. Sie wollte ihre Freundin zurück. Aber vielleicht war es ja ein Trost für Rhys. Der würde bestimmt ziemlich wütend sein. Und dann zusammenbrechen. Genauso wie sie selbst. Aber sie würde nicht ausflippen. Hoffte sie zumindest. „Wir müssen sie begraben.", murmelte Owen plötzlich. Jack schüttelte den Kopf „Du weißt genauso gut wie ich, dass das nicht möglich ist.", erwiderte Jack scharf. Owen warf Jack einen bitterbösen Blick zu. Sie wusste, dass dies erst der Anfang einer langen, langen Diskussion sein würde. Und sie hoffte, dass Owen gewann. Sie wollte auch, dass Gwen ein Begräbnis bekam. Mit Blumen. Und Musik.
Das Telefon klingelte. Schnell kramte er den Zettel mit Miss Toshiko's Nummer aus seiner Hosentasche. Bei anderen Nummern durfte er nicht abnehmen. Aber zum Glück war es die Nummer von Miss Toshiko. „Hallo?", flüsterte er schüchtern in den Hörer. „Hallo, Ianto.". Erfreut setzte er sich wieder auf die Couch. Sein Buch lag vergessen auf dem Boden. John würde bald wieder da sein. „Wir sind wieder da. Ich werde in einer knappen Stunde bei dir sein. Jack bleibt im Hub. Und ich bringe noch jemanden mit.". Ianto schluckte. John hörte sich ganz seltsam an. War er unartig gewesen? Wollte John ihn nicht mehr? „Ist gut.", antwortete Ianto leise. Seine Freude war verflogen.
„Wo fahren wir hin?", fragte Soraya erschöpft. John legte ihr nur die Hand auf's Knie. Dann versank er wieder in Gedanken. Ianto hatte sich nicht sonderlich glücklich angehört. John wusste gar nicht, wie er Ianto beibringen sollte, dass aus dem Reisen wohl doch nichts werden würde. DeSalvio's Leute würden ihn auf der Erde zuletzt vermuten. Erst recht in einer solch primitiven Zeit. Drei Jahre, wenn sie ganz hartnäckig waren vier, dann würde die Suche nach ihm eingestellt werden. Und was Ianto dann wollte, war wieder eine ganz andere Sache. Oder ob Ianto dann ihn noch wollte. Aber bis dahin konnte er einen Job annehmen. Er könnte seine Referenzen fälschen. Oder die von Ianto. Oder mit Ianto durch die Welt ziehen. Je nachdem, was Ianto wollte. Er hielt vor der Wohnung und ging mit Soraya hoch. Die Wohnung war still. Bis auf ein leises schniefen. „Ianto?".
Schnell wischte er sich die Tränen aus dem Gesicht. Wenn er schon weggeschickt wurde, wollte er nicht noch John mit einem noch hässlicherem Anblick beschämen. John betrat das Schlafzimmer. Panisch setzte er sich auf. „Ich... ich bin gleich fertig mit packen.", flüsterte er hastig. Das war eine Lüge, er hatte noch nicht einmal angefangen. Er hatte nicht gewusst, was er mitnehmen durfte. John nahm sein Gesicht in beide Hände und brachte ihn dazu, John anzusehen. Dann schüttelte er den Kopf. „Du musst nicht weg. Ich wollte dir meine Schwester vorstellen.", antwortete John ruhig. Hoffnungsvoll sah er John in die Augen. „Ich werde nicht weggeschickt?". John schüttelte den Kopf und küsste ihn auf den Mund. „Niemals.".
Nervös wartete Jack darauf, dass Rhys öffnete. Es tat ihm wirklich Leid, Rhys sowas sagen zu müssen. Endlich ging die Tür auf. „Jack.", sagte Rhys verdutzt. „Was machst du denn hier?". Jack schluckte scher. Das würde doch schwerer werden, als gedacht. „Kann ich reinkommen?", fragte er tonlos. Misstrauisch sah Rhys auf den Flur. „Wo ist meine Frau?".
Neugierig sah Soraya sich in der Wohnung um. Gemütlich, aber trotzdem doch sehr primitiv. Fasziniert nahm sie ein Buch in die Hand. Papier. Keine Technik. Keine Flache Scheibe. Klassisches Papier Zu Hause waren solche Bücher eine Rarität. Für ein halbwegs gut erhaltenes Buch zahlte musste man mit einem Preis von 5000 Qui aufwärts rechnen, wobei 5000 noch sehr, sehr niedrig war. Aus den Augenwinkeln bemerkte sie eine Bewegung. Neben W'Czare stand ein junger Mann. Er sah recht ängstlich aus. „Hallo", begrüßte sie ihn leise.
Ängstlich sah Ianto ihn auf. Beruhigend nickte John ihm zu. Ianto drehte sich wieder zu Soraya. „Guten Tag, Ma'am.", flüsterte Ianto. John schloss kurz die Augen. Ianto hatte Soraya nicht angesehen. Sie konnte ihn unmöglich verstanden haben. Aber sie schien den Sinn der Worte verstanden zu haben. „Ich bin Soraya.", sagte Soraya, ihren Kopf zur Seite geneigt. Ianto schien kurz zu überlegen, bevor er antwortete. „Ich heiße Ianto.", rief er dann laut. John konnte sich das Lachen nur schwer verkneifen. „Ich zeige Soraya ihr Zimmer. Sie bleibt einige Zeit.", erklärte John Ianto kurz Mit großen Augen sah Ianto zu ihm auf. „Und Jack?", fragte Ianto verwirrt. John zögerte kurz. „Das. Das erkläre ich dir gleich.", murmelte John leise.
Zufrieden setzte er sich auf die Couch. Er durfte bei John bleiben. Auch wenn Soraya komisch war. Aber wenn Soraya hier blieb, wo schlief dann Jack? Als John wiederkam, sah er ernst aus. „Wo wird Jack wohnen?", fragte er neugierig. John setzte sich neben ihn. „Jack wohnt wieder im Hub. Er holt nachher noch einige Sachen von sich. Aber das ist jetzt nicht das wichtigste. Auf dem Einsatz sind einige Dinge passiert. Schlimme Dinge. Dinge, wegen denen wir erst einmal nicht reisen können. Zumindestens nicht zwischen den Planeten, sondern nur auf der Erde. Aber es ist noch etwas anderes passiert.", erklärte John leise. Vorsichtig lehnte er sich an John. John meinte, dass reisen nicht gehen würde. Zumindest in absehbarer Zeit nicht. Und das noch etwas anderes schlimmes passiert war. War John verletzt? Konnte John deshalb nicht reisen? „Ist.. ist John verletzt? Soll ich Owen rufen?", fragte er besorgt. Er wollte nicht, dass John verletzt war. John schüttelte den Kopf. „Mir geht es gut. Gwen wurde getötet. Ich weiß, dass du sie nicht sonderlich mochtest, aber die anderen mochten sie. Ich möchte, dass du den anderen dein Beileid aussprichst, wenn du sie siehst. Kannst du das?". Er nickte leicht. Das vestand er zwar nicht aber John sagte es. Also war es richtig. Und in Ordnung. Egal, was die Bilder in seinem Kopf sagten, John würde ihm nicht wehtun. „Können wir nach London gehen?", fragte er schüchtern. Da hatte es ihm sehr gefallen. Dann fiel ihm noch etwas ein. „Darf... darf ich auch arbeiten?", fügte er noch schüchtern hinzu. Vielleicht wollte John das ja nicht. Aber John nickte leicht. „Wir können ja mal überlegen, was wir jetzt genau machen können."
„Was meinst du damit? Wieso konntet ihr sie nicht beschützen?", brüllte Rhys aufgebracht. Jack antwortete nicht. Auf diese Frage gab es keine Antwort. Zumindestens keine, die zufriedenstellend war. Weder für Rhys, noch für ihn. „Aber sie wird nicht in eine eurer Kühlkammern aufbewahrt, von denen Gwen mir erzählt hat. Sie wird beerdigt, so wie sie es verdient hat.", murmelte Rhys. Jetzt total erschöpft. Jack überlegte kurz, ob er widersprechen sollte, ließ es dann aber. Rhys hatte recht. Gwen hatte die Kyrokammer nicht verdient.
Zwei Tage später sahen Tosh und Owen zu, wie Gwen's Sarg in die Erde gelassen wurde. Gleich würde alles vorbei sein. Dann würde sie ein Teil der Erde sein. Und die meisten der Trauergäste würden sich nur noch ein paar Monate wirklich an sie erinnern. Die Priester schloss die Grabesrede ab. Die Trauergäste zogen langsam in Richtung Kirche. Tosh und Owen gesellten sich zu Jack, ebenso wie John und Ianto. „Wir kommen nicht mit.", sagte John leise. Verwirrt zog Jack die Augenbrauen zusammen. „Weshalb?", fragte Tosh leise nach. Ihre Stimme war brüchig. „Wir gehen nach London.", antwortete Ianto fröhlich. Owen lächelte leicht. Gestern hatte Ianto versucht, allen sein Beileid auszusprechen. Es war gründlich in die Hose gegangen. „Wenn ihr etwas braucht, sagt es einfach.", bot Jack leise an.
Nachdenklich sah Soraya John beim packen zu. „Du hast deine Dokumente gefälscht, W'Czare. Du gehst.", stellte Soraya fest. John drehte sich zu Soraya um. „Nur nach London. Die Dokumente brauche ich, um einen Job zu finden. Ich schicke dir die Adresse. Torchwood fälscht deine Dokumente ebenfalls, damit sie in diese Zeit passen. Und bis du einen Job gefunden und dich etwas eingelebt hast, bekommst auch genügend Geld. Ach ja, die Wohnung kannst du behalten.". Sie seufzte und nickte. „Ist deine Sache. Als was arbeitest du?", fragte sie neugierig. John zuckte mit den Schultern. „Söldner sind in dieser Zeit verboten. Ich denke mal, Polizei. Mal sehen.". Soraya nickte. Langsam schloss John die Tasche. „Melde dich diesmal regelmäßig.", flüsterte Soraya.
Nachdenklich saß sie in der Wohnung. Sie nahm an, dass alles still war. W'Czare und Ianto waren vor eine halben Stunde gegangen. Und außer ihr war niemand hier. Als die Tür aufging, sah sie überrascht auf. Aber Captain harkness schien genauso überrascht zu sein, wie sie. „Hallo. Was tun Sie denn hier?", fragte er verblüfft. Spöttisch zog Soraya die Augenbraue hoch. „Ich wohne hier, Captain Harkness.", antwortete sie. Eine viel zu große Wohnung. Für nur einen menschen. Sie hatte es nie verstehen können. Weshalb ihre Klienten immer große Häuser oder Wohnungen wollten. Wozu? Captain Harkness nickte. „Sicher. Ich.. ich hole ein paar Sachen, dann bin ich weg.", sagte er. Sie nickte nur. Was sollte sie mit ihrer Freiheit anfangen? Zumal es für sie gar keine war. Sie wollte wieder nach hause, wusste aber, was ihr dort blühen würde. Der Einzige Mensch, der sie beschützt hatte, war Erasmus. Mit Erasmus an ihrer Seite hatten die Leute, die es wussten, akzeptiert, woher sie kam. Aber nun war Erasmus nicht mehr. Erschossen. Seine Leiche wahrscheinlich schon längst verbrannt. Captain Harkness stand wieder vor ihr. „Haben sie keine andere Familie, zu der Sie gehen können?", fragte er. Traurig schüttelte Soraya den Kopf. „Mein Vater hat meine Mutter erschlagen, als ich 5 Jahre alt war. Zwei Jahre später hat W'Czare den Bastard umgebracht. Seitdem hatte ich nur noch ihn. Und als er dann weg war, nur noch Erasmus. Beantwortet das Ihre Frage, Captain Harkness?", antwortete sie. Sie musste so bemitleidenswert klingen. Sie hasste Mitleid. Als sie Captain Harkness entsetzten Blick sah, lachte sie kurz auf. „Nicht so erschrocken, Captain. Auf Vestalliaris passierte so etwas öfter. Sie dürfen nicht vergessen: Es war Krieg."
5 Jahre später
„Und du bist dir wirklich sicher, dass du die richtige Adresse hast?", fragte Owen bereits zum dritten Mal argwöhnisch nach. „119 Eaton Square. Das ist die Adresse, die Tosh mir rausgeschrieben hat.", antwortete Jack ebenso verwundert. „Der Knightbridge Kindergarten? Und du bist dir wirklich sicher, dass Ianto hier ist?". Grinsend zuckte Jack mit den Schultern. „So muss es wohl sein.".
„Ianto, kannst du kleinschneiden?", fragte das blonde Mädchen zaghaft. Er sah sie fragend an. „Wie heißt das, Melody?", fragte er gespielt ahnungslos. „Bitte.", fügte Melody hinzu. Ianto nickte und schnitt den Fisch auf Melody's Teller klein. „Ianto, hier sind zwei Männer, die dich sprechen möchten.", rief seine Kollegin Miranda plötzlich nach ihm. Melody und ihre zwei Freundinnen kicherten leise. Er grinste und stand auf. „Ich bin gleich wieder zurück.". „Ist das John?", rief Melody ihm fragend hinterher. Er überlegte kurz. Er hatte noch drei Stunden Dienst, John wusste das. Und selbst wenn es John wäre, würde er einfach zu ihm gehen. Die Kinder mochten ihn. Hatte John überhaupt frei? Es war noch früh. „Nein, Melody, ich glaube nicht."
Verwundert sah Owen Ianto an. Dieser war von oben bis unten mit Farbe bekleckert. Vielleicht von den Fensterfarben. Sie waren noch feucht. Es passte besser zu ihm, als Anzug und Krawatte. „Owen. Jack.", begrüßte Ianto die beiden überrascht. Owen konnte seine Ianto's Überraschung verstehen. Für gewöhnlich sahen sie sich nur zu Weihnachten. „Hey, wir wollten nur mal sehen, was du so machst.", grinste Jack. Owen sah kurz nach unten. Er konnte es immer noch nicht fassen, dass Ianto ihnen nicht gesagt hatte, dass er arbeitete. Oder das er als Kindergärtner arbeitete. „Ich muss noch drei Stunden arbeiten.", flüsterte Ianto leise. Jetzt lächelte Owen. John hatte also nichts gesagt. Sehr gut. „Alles schon mit der netten Dame dort geklärt.", lächelte er und deutete auf die Frau, die sich als Miranda vorgestellt hatte.. Verwundert drehte Ianto sich zu Miranda um, welche ihm zunickte.
Aufgeregt saß er auf dem Rücksitz des Autos. Jack und Owen hatten ihm eine Überraschung versprochen. Und das John und Miss Toshiko auch schon an der Überraschung warteten. Mit Cassy, Miss Toshiko's und Owen's Tochter. Endlich hielten sie an. „Es ist noch früh. Viele Menschen werden noch nicht da sein.", murmelte Jack. Owen grummelte etwas unverständliches. Neugierig wollte er sich umsehen, aber Owen hielt ihm die Augen zu. „Nichts da, es wird nicht geschummelt.", sagte Jack vergnügt. Er schluckte leicht. In der Dunkelheit hatte er immer noch ein bisschen Angst. Er hörte große Maschinen und Leute. Einige lachten, andere schrieen. „Ich dachte schon, ihr kommt gar nicht mehr.". John. Endlich nahm Owen die Hände runter.
Lächelnd sah Tosh zu dem erstauntem Ianto. „Ein Freizeitpark.", rief Ianto erstaunt. „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag.", rief Cassy glücklich. Sie hatte von Ianto's Geschenk schließlich genauso viel. Tosh lächelte erleichtert. Sie hatte schon befürchtet, dass Ianto sein Geschenk nicht gefallen würde. „Danke.", flüsterte Ianto.
Aufgeregt ging Ianto neben ihm her. John lächelte leicht. Ianto hatte seinen Wunsch bekommen und er selbst würde jetzt wenigstens wieder etwas ruhe haben. Seit Wochen hatte Ianto ihm mit dem Freizeitpark in den Ohren gelegen. „Ich möchte mit der Achterbahn fahren. Und der Wasserbahn.", plante Ianto glücklich. Dann sah er John mit großen Augen an. „Ist da auch ein Riesenrad?", fragte Ianto vorsichtig. In den letzten Jahren war er fast täglich mit dem London Eye gefahren. „Sicher Ianto, die haben auch ein Riesenrad.", antwortete er seufzend. Er hasste Riesenräder!
"Wie geht's meiner Schwester?". Jack konnte deutlich die Warnung in John's Stimme hören. "Oh, der geht es gut. Du kennst sie ja.", antwortete er. John zog nur die Augenbraue hoch. "Nicht zufrieden mit der Antwort?", fragte Jack nach. John sah ihn unbeeindruckt an. "Du kannst mal raten.", erwiderte der Kleinere. "Ihr geht es wirklich gut.", versicherte Jack ihm. "Sie hat einen guten Job. Wieder als Maklerin. Er gefällt ihr. Kein Grund mich umbringen zu wollen.". John seufzte leise und sah zurück zu Ianto. Einen in Zuckerwatte geschmierten Ianto. Jack spürte ihn wieder. Diesen kleinen Schmerz. Er konnte nichts dagegen tun. Er wusste, dass dieser Schmerz immer bleiben würde. Solange er lebte. Und das würde noch eine verdammt lange Zeit sein. Geschah ihm ganz recht! "Und was versuchst du zu verschweigen? Guck' nicht so entsetzt, ich kenne dich.". Jack schluckte. Das könnte etwas kompliziert werden. "Ahh, nichts großes. Wirklich nicht. Ganz klein. Sie ist schwanger... ein bisschen.". "Schwanger.", wiederholte John tonlos. Dann zog er verwirrt die Augenbrauen zusammen. "Wie kann man denn nur ein bisschen schwanger sein?". Grinsend zuckte Jack mit den Schultern. John tat es ihm gleich, aber ohne das Grinsen. "Nur eine falsche Aktion, Jack. Nur eine kleine Aktion...", drohte John leise. Jack schnitt eine Grimasse. "Und jetzt du.", murmelte er schliesslich. "Oh. Alles gut. Warst du schon einmal in Gambia? Ianto liebt Gambia.", antwortete John. Jack musste grinsen. "Gambia? Wie bist du denn dahin gekommen?". Diesmal war es an John eine Grimasse zu schneiden. "Ich habe ihn auf einen Punkt auf der Weltkarte tippen lassen.", gestand John. Jack musste leise lachen. Das sah John ähnlich. Ihm egal wohin, hauptsache, es war anders. "Sonst noch etwas?". John überlegte kruz. "Nein. Nein, denke nicht. Mal sehen. Vielleicht mache ich ihm einen Antrag.", sagte John gekonnt gleichgültig. Jack war überrascht. Dies war John, der im Begriff war, sich zu binden. Und so wie er John kannte, für immer. Und egal wie sehr John es runterspielte, man sah ihm an, wie viel er für Ianto empfand. "Schöne Idee. Gefällt mir gut.".
