Frohes neues Jahr wünsche ich euch allen.

Danke für all euere Reviews.

Eine Frage bei euch des öfter vor: Wieso Herm und Sev anders auf das Haus reagieren als Harry und Ginny.

Das hat einen bestimmten Grund (oder sind es sogar zwei?), vielleicht kommt ihr ja darauf.

Und dann gibt es noch etwas im Haus... Nur was ist es? Es hat auf jeden Fall was mit den Zimmern zu tun und was Ginny passiert ist, als sie es wagte sich im Zimmer der Hausherrin einzunisten.

Nun, last euch überraschen was nun kommt.

(Ich hoffe auch das die Alerts bald wieder funktionieren)


ooo

Schatten

Ginny und Harry saßen Hermione und Snape schweigend gegenüber am Abendessenstisch. Keiner der vier war an einer Konversation interessiert. Doch ab und an schossen einige böse Blicke über den Tisch. Snape funkelte Harry an, während Ginny Hermione böse Blicke zuwarf. Harry vergrub sich regelrecht in seinem Teller, er wollte niemanden in die Augen schauen.

Inzwischen hatten Lissy und Gordy die Sachen der beiden wieder reingeholt und die beiden in das Zimmer einquartiert das sie für Hermione vorgesehen hatten. Durch die Ereignisse des Tages aßen sie später als an den zwei Tagen zuvor. Wieder gab es als Vorspeise Championcremesuppe. Lissy maulte entschuldigend beim Servieren etwas wie: „Lissy wollte Tomatensuppe heute machen, ist aber keine mehr da."

Es war etwa zehn Uhr als Harry und Ginny aufstanden und schweigend in ihre neuen Räume gingen. Beide hatten kaum etwas gegessen. Der Schock war Harry noch anzusehen, er hatte den Zwischenfall am Nachmittag noch gut in Erinnerung. Harry hatte Probleme mit dem klarzukommen was er getan und auch gedacht hatte. Wieso zum Teufel hatte er das unwiderstehliche Verlangen in sich gefühlt Hermione zu besitzen. Nein! Estelle zu besitzen! Und sie sich mit Gewalt gefügig zu machen. Er hätte sie fast vergewaltigt! Das ergab doch keinen Sinn. Er konnte sich selbst nicht verstehen. Seine Gefühle – seine ganze Wahrnehmung – auf nichts konnte er sich mehr verlassen.

Gordy servierte nach dem Dessert wie am Abend zuvor Brandy für Snape und Sherry für Hermione. Das Kaminfeuer prasselte und tauchte den Raum in ein angenehmes dunkles warmes Licht. Nachdem beide ihr Glas fast leer hatten, stand Severus auf und schaute sich einen kleinen Schrank etwas genauer an. Wie er vermutet hatte, handelte es sich um eine Hausbar. Er nahm eine Flasche Feuerwhisky und zwei Gläser heraus. Die Hauselfen hatten wirklich an alles gedacht. Er setzte sich nun an das Kopfende des Tisches, direkt neben der Seite an der Hermione saß, und stellte beim setzen die Gläser vor Hermione und sich und schenkte Whisky ein. „Ich nehme an Sie sind einem Whisky nach diesem Tag auch nicht so abgeneigt?", fragte er beim einschenken. Hermione nickte: „Sie haben eine hervorragende Menschenkenntnis." Er zog eine Augenbraue hoch als er trocken feststellte: „Da sind Sie aber die erste die das bemerkt."

Nach einigen Schlucken fragte Hermione: „Glauben Sie wirklich Harry wäre von Jeffrey besessen gewesen?" – „Von wem sonst?" – „Es könnte auch Hector gewesen sein.", gab sie zu bedenken. Snape drehte sein Glas in seiner Hand und schaute es nachdenklich an. „Wie kommen Sie darauf?" Hermione schaute grüblerisch auf ihr eigenes Glas, welches aber fest auf dem Tisch stand, obwohl sie es mit einer Hand umklammerte. Dann sah sie zu ihm und sagte fest: „Mein Gefühl sagt es mir." Snape nickte ein wenig gedankenverloren, bevor er einwand: „Jeffrey galt als gewalttätig, es hätte zu ihm gepasste. Er soll sich nicht nur seine Frau sondern auch an der Frau seines Bruders vergriffen haben, das hat jedenfalls Brix gesagt." – „Was sagt ihr Gefühl?" Hermione nagelte ihn mit ihrem Blick fest. Er blickte ihr nun direkt in die Augen, bevor er zögerlich zugab: „Ich kann's ehrlich nicht sagen, das Haus hat eine Wirkung auf mich, das ich meinen Gefühlen einfach nicht mehr trauen kann. Jedenfalls nicht in der Hinsicht."

Seine Gefühle waren in den letzten Tagen völlig durcheinander geraten. Nicht das er der Gesellschaft einer schönen Frau je abgeneigt war, so hatte er nie eine langfristige Beziehung geplant. Das er mit Granger schon zwei Tage zusammen war, war seit langer Zeit ein Rekord. Und sie hatten tatsächlich nachdem sie miteinander geschlafen hatten noch miteinander gesprochen. Allerdings wahrscheinlich nur weil sie beide in diesem Kasten zusammen eingesperrt waren und es sonst nur Besessene in diesem Haus gab. Und hinzu kam noch das sie beide die Tatsache das es passiert war, so gut es ging ignorierten.

Wann war ihm eigentlich bewusst geworden das er Granger anziehend fand? Tat er das überhaupt? Seit dem er in diesem Haus war wurde er das Gefühl nicht los, mit ihr schon ewig zusammen zu sein. Er dachte intensiv darüber nach ob ihm schon jemals vorher derartige Gefühle ihr gegenüber aufgefallen waren. Nein, ganz bestimmt nicht! Schülerinnen hatte er noch nie irgendetwas abgewinnen können. Trotzdem, oft, wenn er sie nur gesehen hatte, dachte er immer wieder sie schon einmal vorher gesehen zu haben, irgendwas war ihm schon immer an ihr vertraut vorgekommen. Doch dem nachgegangen war er nie. Wahrscheinlich sah sie nur zufällig jemandem ähnlich, dem er mal in seine Kindheit begegnet war, doch wem, daran konnte er sich nicht entsinnen.

Bevor sein Verstand durch den Alkohol wieder abschaltete, verabschiedete er sich. Er riet Hermione ihr Zimmer gut zu verschließen, sollten Harry oder Ginny möglicherweise schlafwandeln - mit einer

Axt ...

Er wollte lieber nicht daran denken. Und was wenn es ihm selber passierte? Wenn er am nächsten Tag aufwachte, nachdem er in der Nacht die anderen alle umgebracht hatte?

ooo

Harry hätte einen Traumlosschlaftrunk zu sich genommen, wenn er welchen gehabt hätte. Er war mit seinen Nerven am Ende. Also blieb ihm nur der Alkohol. Von Gordy hatte er sich eine Flasche Feuerwhisky bringen lassen.

So saß er nun auf seinem „neuen" Bett in seinem „neuen" Zimmer, gleich neben den Räumen in denen Snape schlafen würde. Alleine wegen dieses Gedanken nahm er einen großen Schluck aus der Flasche.

Ginny hatte sich etwas Verführerisches angezogen. Eins von Hermiones unzähligen seidenen Nachthemden, die sie von Hermione mitgehen hatte lassen, da wie Ginny fand, diese für Hermione eh viel zu sexy aussahen. „Die passen doch überhaupt nicht zu dieser prüden feinen Kuh.", schimpfte sie vor sich hin. Dann kroch sie verführerisch aufs Bett zu Harry. Doch der sah sie nur glasig an.

„Nicht jetzt. Ich bin müde Ginny." Dann leerte er den letzten Schluck aus der Flasche und warf sie scheppernd gegen Kamin aus Frust weil es der letzte war. Dann drehte er sich von Ginny weg und zog dabei sein Kopfkissen über seinen Kopf. Ginny's Augen funkelten verächtlich. Sie zischte: „Glaubst du etwa ich wüsste nicht das du der Frau deines Bruders nachstellst. Mistkerl!" Doch von dem Mann im Bett kam nur ein Schnarchen.

„Ich rede mit dir! Hör mir gefälligst zu! Ich weiß genau das du noch nicht schläfst, also tu nicht so." – „Halt die Klappe, ich will schlafen.", knurrte es unter dem Kopfkissen hervor. „Wenn sie hier wäre statt mir, dann könntest du dich doch gar nicht mehr halten. Dir läuft der Sabber ja schon aus dem Mund wenn du dieses langweilige Püppchen auch nur ansiehst. Was ist es? Was ist an ihr denn so begehrenswert?", schrie sie.

Harry setzte sich auf und starrte der fauchenden Ginny nun direkt in die Augen. „Du willst es also genau wissen? Ja? – Sie ist alles, was du nicht bist. Sie hat Stil, sie hat Klasse, sie hat Grazie, sie hat Anmut, sie hat Charme, sie ist einfach eine Lady!"

„Und ich? Ich bin deine Frau! Was bin ich für dich?", in ihrer Stimme war Wut und Schmerz. Er legte sich wieder hin, drehte sich von ihr weg und knurrte: „Sei froh, das ich dich überhaupt geheiratet hab. Wer weiß ob das Balg das du erwartest überhaupt von mir ist."

ooo

Da Snape noch nicht müde war und vermutete das es aus dem Nachbarzimmer die halbe Nacht lärmen würde, beschloss er noch ein wenig das Haus zu erkunden.

Mit seinem Zauberstab leuchtete er den Weg, durch die Gänge des Hauses. Immer wieder schaute er sich in den leeren Zimmern um. Meist wusste er erstaunlicherweise was sich hinter den Türen verbarg, auch wenn er noch nie zuvor die Räume betreten hatte.

Als er durch eine Tür ging und wie erwartet ein riesiges Gesellschaftszimmer vorfand, bewegte er sich zielsicher auf einen bestimmten Punkt im Raum zu. Das Zimmer war seit Jahrzehnten nicht mehr sauber gemacht worden. Spinnweben hingen von der Decke, die Möbel waren abgedeckt und auf der Abdeckung lag eine dicke Staub und Moderschicht. Er meinte von irgendwoher ganz leise Musik zu hören. Oder kam sie nur aus seiner Erinnerung?

Nebelhaft schienen Gestalten vor seinen Augen aufzutauchen, die lachten und schwatzten. Die Kleider der Leute die vor seinen Augen auftauchten waren die die man vor sehr langer Zeit einmal getragen hatte. Jemand spielte auf einem Flügel und daneben strichen in höchster Konzentration einige Männer mit einem Bogen über die Saiten von Geigen und auch einen Flötenspieler gab es.

Im großen Kamin des Raumes konnte er deutlich ein Feuer erkennen das angenehm prasselte. Die Menschen im Raum waren nun fast greifbar. Dann sah er SIE. Hermione bahnte sich einen Weg durch die Menge auf ihn zu. Ihre Haare waren kunstvoll hochgesteckt und sie trug ein Kleid welches wohl das schönste aus der ganzen Gesellschaft war.

Immer wieder entschuldigte sie sich lachend bei Personen die sie ansprechen wollten oder die ihr auf ihrem Weg zu ihm im Weg standen. Sie sah atemberaubend schön aus. Severus blieb der Mund offen stehen. Er war wie hypnotisiert. Dann stand sie vor ihm. Er wollte ihr Gesicht berühren, so hob er eine Hand und seine Finger glitten fast in Zeitlupe auf ihre Wange zu. Er hörte sich selber wie aus der ferne sagen: „Estelle, ich liebe dich über alles." – „Willst du es ihnen jetzt sagen Jeffrey?", ihre Augen strahlten vor Glück. Er nickte. Dann wandte er sich den Leuten im Raum zu. „Darf ich um ihre Aufmerksamkeit bitten!" Die Musik verstummte und die Menschen sahen zu ihm. Mit einem ihm unbekannten Gefühl des Glückes sagte er: „Ich möchte ihnen mitteilen, das ich die wohl bezaubernste Frau der Welt gefragt habe ob sie mich heiratet, und was soll ich ihnen sagen, sie hat tatsächlich ja gesagt." Ein Lachen und Klatschen ertönte. Eine Frau die Hermione ähnlich sah, aber etwas älter, kam aus der Menge direkt auf sie zu und umarmte und küsste Hermione. Intuitiv wusste er dass es sich bei ihr um Eloise handelte. Ein Mann der ihn ein klein wenig an eine jüngere Ausgabe von Sir Cedric erinnerte, klopfte ihm lachend auf die Schulter und schüttelte ihm die Hand. Viele Leute kamen dann auf sie zu und beglückwünschten die beiden.

Die Musik setzte erneut ein. Er blickte nun freudig lächelnd zu Hermione. Es erklang ein fröhliches Tanzlied, dem Verlobungsfest angemessen. Er reichte ihr seine Hände zum Tanz. Er konnte ihren warmen Körper spüren, und wollte sie nie wieder loslassen. Für alle Ewigkeit sollten sie zusammen bleiben. Doch als er sie in seine Arme schloss um mit ihr zu tanzen verblasste die ganze Szenerie und die Musik verschwand nachhallend in seiner Erinnerung.

Der Raum war dunkel und kalt, und voll Staub und Moder. Seine Arme hingen immer noch in der Luft als wenn er einen Körper zum Tanzen halten würde. Aber es war außer ihm niemand im Raum.

Eine unendliche Traurigkeit überfiel ihn. Als hätte er Hermione auf immer verloren. Nein! Ihm wurde bewusst wessen Gefühle er grade fühlte. Jeffrey! Er fühlte was Jeffrey einst gefühlt hatte, für Estelle. Nur wieso? Hier sollte es nicht einmal Geisteraktivitäten geben. Und trotzdem! Einige Geister hier im Haus schienen noch höchst aktiv zu sein.

Ein Poltern ließ ihn aufhorchen. Das Geräusch schien von unten aus dem Haus zu kommen. Und diesmal war es ein wirkliches Geräusch gewesen. Keins das aus dem tiefsten Winkel seines Geistes seinen Ursprung nahm. Nein es hörte sich an als käme es aus dem Keller.

Er ging zur Treppe und stieg Stufe um Stufe hinab. Leise und vorsichtig um den der das Geräusch verursacht hatte nicht zu vertreiben. Leise ging er durch den kühlen und zugigen Kellergang. Überall hingen Fetzen von Spinnweben herunter. Sein Zauberstab hüllte den Gang in gespenstiges Licht. Dann hinter einer Tür, da war etwas. Gut möglich dass es nur Ratten waren, dachte er. Vorsichtig, ohne auch nur das geringste Geräusch zu machen öffnete er die Türe. Da war jemand! Im Ersten Augenblick glaubte er schon zu erkennen um wen es sich bei den beiden Anwesenden handelte die er dort sah.

Doch dem war nicht so!

TBC


Wer oder was Snape da gefunden hat, erfahren wir dann im nächsten Kapitel.

Vermutungen?