Es tut mir schrecklich leid, dass ich euch habe diesmal so lange warten lassen! Mich hat der Stress gerade voll erwischt und verlangt mir einiges ab. Ich hoffe, ihr seid nachsichtig und bleibt mir und meiner Story dennoch treu. Positives lässt sich jedoch verkünden. Ich habe begonnen 2 Outtakes zu schreiben, eines ist aus der Sicht von Carlisl. Das andere wird noch nicht verraten. Wenn ihr einen bestimmten Wunsch habt, wer sich und seine Handlungen doch bitte mal erklären sollte, dann schreibt es mir. Ach ja, der Epilog ist auch schon fertig, nur dass ihr wisst, dass meine Wenigkeit, die zuweilen etwas verwirrt erscheint, weiß, wo sie hin will. Bzw. Edward weiß, wo er hin will, wenigstens einer von uns…*puh*.

Ein paar allgemeine Dinge: Ich wurde darauf hingewiesen, dass Carlisl eigentlich mit E am Ende geschrieben wird. War mir bis dato ehrlich gesagt total entfallen. Da ich das aber nun schon die ganze Zeit so durchgezogen habe, werde ich es auch dabei belassen. Ist eben mein persönlicher Touch^^. Ich hoffe, das stört keinen. Falls doch, dann Mail an mich ;). Und wild herumgeheiratet hat auch keiner. Ich weiß, es ist verwirrend, aber bleibt dabei und entschlüsselt mit mir des Rätsels Lösung. Und ohne wäre es doch uninteressant, nicht? ;)

Danke an alle, die so fleißig kommentiert haben. Wir sind schon bei 45 Reviews und haben die 1100 Hits auch bereits geknackt! Vielen Dank an hexhex für deine netten Mails!

Disclaimer: Der Plot ist mir, die Charaktere jedoch nicht :).

Ok, Schluss mit der langen Anmerkung. Viel Freude beim nächsten Kapitel!


Ein Unglück kommt selten allein

Da stand sie nun, zum Greifen nah, der Engel aus meinen Träumen, meine allerbeste Freundin, meine Bella.

Bella Jones.

***

Unglaublich, das konnte nicht wahr sein. Meine Augen mussten mir einen Streich spielen. Anders konnte ich mir das einfach nicht erklären. Das war doch ganz bestimmt ein Traum, nicht? Ob gut oder schlecht würde sich noch zeigen.

Und doch, sie stand vor mir. Bella stand wirklich vor mir, mit Haut und Haaren, das war Bella. Meine Bella, meine beste Freundin. Ganz genau das Mädchen, das ich Zeit meines Lebens kannte. Sie war meine allerbeste Freundin, das war sie schon immer. Selbst in meinen schlechtesten Zeiten.

Bella war der Grund, warum es mir in Phoenix so gut ging, warum ich mich immer wohl fühlte. Auch wenn ich damals der Loser war, der unscheinbare Nerd, über den sich alle nur lustig machten. Das war total egal, denn wir hatten uns und unsere Freundschaft. Uns konnte keiner was. Das Edward-Bella-Gespann, ja das waren wir!

Deshalb war es für mich auch so schlimm, nach Alaska zu gehen. Ich vermisste sie schrecklich. Verzweifelt versuchte ich den Kontakt zu ihr Aufrecht zu halten, doch irgendwann schien einfach alles zu spät zu sein. Ob sie meine Briefe erhielt, wusste ich nicht, denn sie beantwortete eines Tages keinen einzigen mehr. Ich versuchte sie per Handy zu erreichen, doch auch dort kam ich irgendwann nicht mehr durch. ‚Kein Anschluss unter dieser Nummer' hatte es geheißen. Also stellte ich das Schreiben ein und suchte mir neue Freunde. Dass mir das nie so richtig gelungen war, war jedoch allgemein bekannt.

Ich dachte, ich hätte sie vergessen. Hätte den Schmerz vergessen, den ich fühlte, als sie sich nicht mehr bei mir meldete. Und was passierte mir? Nicht einmal in meinen Träumen war ich sicher vor meinen Gedanken. Es war Bella, von Anfang an, nur hatte ich sie nicht erkennen können.

Jetzt fiel mir auch wieder mein erster Traum von meinem Engel ein. So hatte ich die unbekannte Schöne damals liebevoll genannt. Sie rannte weg von mir, genau wie Bella entfernte sie sich, so weit, bis ich sie nicht mehr fassen konnte. Es machte sogar Sinn, warum mir mein Engel sagte, dass er mich lieb hatte. Wir waren Freunde, die besten Freunde, natürlich hatten wir uns gern.

Es war so einfach, so simpel, doch ich verstand es damals noch nicht.

Bis jetzt.

Es kam mir wie eine Ewigkeit vor, doch wir starrten uns erst für ein paar Sekunden an. Wow, was mein Kopf da für eine Leistung hingelegt, ich war selbst ganz beeindruckt von mir.

Ich musste etwas sagen, irgendetwas. Es war unhöflich einfach so jemanden anzustarren, auch wenn man sich so gut kannte, wie wir beide. Naja, Plusquamperfekt wäre wohl besser geeignet gewesen, denn auch unsere Freundschaft gehörte ja auf gewisse Art und Weise auch in die abgeschlossene Vergangenheit.

Die Situation war seltsam genug. Diese unangenehme Stille musste nicht auch noch zu dieser Merkwürdigkeit beitragen. Ich fasste mir ein Herz und tat den ersten Schritt.

„Hallo Bella." Siehst du Cullen, war doch gar nicht so schwer. Und warum schmerzte es mich dann, ihren Namen in den Mund zu nehmen?

„Hallo Edward." Es zerriss mich förmlich, ihre Stimme zu hören und dann auch noch meinen Namen. Das tat so verdammt weh. Doch noch schlimmer war ihr Gesichtsausdruck. Sie sah mich kaum an, starrte nur auf ihre Hände hinab. Und wenn ihr Blick dann doch zu meinen Augen wanderte, dann sah sie traurig aus, als täte es ihr genauso weh, mich zu sehen.

Sag doch was, Bella. Ich bin's, Edward. Oh bitte sprich doch mit mir.

„Em, was machst du hier?", stotterte ich verlegen drauf los.

Einkaufen, das war ja offensichtlich, aber ich hoffte, sie verstand, dass ich nicht über ihre Shoppinggewohnheiten plaudern wollte.

„Ich besuche Freunde." Kurz und bündig. Hm, wir konnten nicht mal mehr ein normales Gespräch miteinander führen.

„Oh, ich wusste nicht, dass du Freunde in Forks hast."

„Und ich wusste nicht, dass du hier sein würdest. Ich dachte, du wärst in Alaska." Ok, das war nicht wirklich eine Frage, aber diese Aussage signalisierte mir, dass unser Gespräch noch nicht enden musste. Also nahm ich es als Aufhänger und redete weiter mit ihr.

„Mein Vater bekam ein Angebot, das er nicht abschlagen konnte. Deshalb ist meine ganze Familie nach Forks gezogen. Ich hätte dir ja Bescheid gegeben, aber ich hatte nicht die leiseste Ahnung, ob meine Briefe überhaupt bei dir ankamen. Du hast nicht mehr geantwortet."

Wir hatten uns gerade wiedergesehen und ich fing bereits mit alten Kamellen an. Natürlich war das nicht in Ordnung, aber ich wollte, dass sie wusste, wie ich mich fühlte und dass ich es absolut beschissen fand, dass sie sich nicht einmal bei mir gemeldet hatte. In mir steckten so viele Emotionen, ich konnte einfach nicht an mir halten. Wie auch? Das war meine beste Freundin, die Person, der ich sogar mein Leben anvertraut hätte. Und was tat sie? Sie ließ mich hängen. Ich war alleine, ich war einsam, verzweifelt. Ich lief herum, wie von allen guten Geistern verlassen und ertrank beinahe in Selbstmitleid und Kummer über den Verlust eines geliebten Menschen. Wer konnte denn da bitte noch ruhig bleiben? Ich war nicht der Typ, der wegen jeder Kleinigkeit ein riesen Fass aufmachte, dennoch, ich musste meinem Frust zumindest in irgendeiner Weise Luft machen. Wenn nicht so, wie dann?

„Tut mir leid, Edward. Aber ich hatte meine Gründe…"

„Bells!"

Bella und ich wandten uns beide dem Ausruf zu.

Da stand auf einmal ein riesengroßer Typ mit dunkler Haut und schwarzen Haaren. Er musste Indianer sein, klar, das war nicht zu übersehen. Wahrscheinlich stammte er aus dem Reservat unten in La Push.

Mir gefiel sein Auftreten nicht. Als er mich erblickte, stellte er sich halb vor Bella, so als wäre ich eine Bedrohung. Seine schwarzen Augen funkelten mich wütend an. Tss, sollte das etwas Bellas Freund sein? So ein Kerl? Ich dachte, sie hätte einen besseren Geschmack. Er hielt mich für den Feind, dabei sah er selbst aus, als würde er gleich auf alles draufschlagen, was ihn auch nur schief ansah.

Bella hatte die Anspannung, die zwischen mir und diesem Grobian herrschte, auch gespürt. War ja kaum zu übersehen, sie war beinahe greifbar. Mich wunderte es, dass aus unseren Augen keine Blitze schossen und den jeweils anderen in Grund und Boden rammten. Bella unterbrach daher die unangenehme Stille und machte uns miteinander bekannt. Super, jetzt hatte der idiotische Neandertaler auch noch einen Namen.

„Jacob Edward, Edward Jacob", gestikulierte sie von ihm zu mir und umgekehrt.

Sein Ausdruck veränderte sich. Der anfängliche Hass in seinen Augen verwandelte sich in einen prüfenden Blick. Zu meiner Verwunderung streckte er mir die Hand entgegen und da ich nicht unhöflich sein wollte, egal wie gleichgültig mir dieser Kerl auch war, schüttelte ich sie. Für einen kurzen Moment sagte ich meinem Flügel auf Wiedersehen, ich glaubte, ihn nie wieder spielen zu können, doch der erwartete Druck auf meine Knöchel blieb aus. Er löste sich aus unserem Handshake, nickte mir zu und legte eine Hand auf Bellas Schulter und deutet ihr den Weg an.

„Nett, dich kennengelernt zu haben, Edward", sagte Jacob über seine Schulter hinweg und schob Bella weiter in Richtung Ausgang.

Das ging mir alles viel zu schnell. Ich wollte sie doch noch so vieles fragen. Wir hatten uns gerade erst wiedergefunden. Nein, ich konnte sie nicht einfach so gehen lassen.

„Bella", es schoss wie ein Reflex aus mir heraus.

Sie drehte sich noch einmal zu mir um und blickte mich erwartungsvoll an. Ich konnte förmlich ihre Gedanken hören: Was zur Hölle willst du von mir? Täuschte ich mich oder lag da tatsächlich Abneigung in ihrem Blick? Was hatte ich ihr denn bitte getan, dass sie mich so behandelte? Sie war doch diejenige, die sich aus meinem Leben gestohlen hatte. Ich spürte förmlich, wie meine eigene Wut in mir aufstieg.

Ich schob meinen Gram beiseite: „Sehen wir uns? Naja, irgendwann?" Ich musste es versuchen, schließlich stand hier eine längst verlorene Freundschaft auf dem Spiel. Oh süße Ironie.

Bella überraschte mich, indem sie zu Jacob hochblickte, der jedoch starrte mich die ganze Zeit über an. Suchte sie Hilfe bei ihm? Konnte sie nicht mal mehr für sich selbst entscheiden? Sie sah zurück zu mir, formte ein kleines Lächeln und sagte: „ Mal sehen."

Und mit diesem Satz war sie verschwunden. So plötzlich, wie sie in mein Leben zurückgestürzt war, so schnell war sie auch wieder weg.

Was war das? Halluzinierte ich oder sollte das tatsächlich die Wirklichkeit sein? Die grausame Wirklichkeit, die mir versuchte, einen miesen Streich zu spielen?

„Edward, Schatz."

Ah, meine Mutter war wieder da. Ich hoffte, sie hatte von alle dem nichts mitbekommen. Sie wusste, wie sehr mich die ganze Sache damals belastet hatte. Ich konnte ihr daher nicht von der Begegnung mit Bella erzählen. Das hätte auch ihr weh getan. Bella war wie eine zweite Tochter für sie. Vor allem, weil auch Alice und Bella sich so gut miteinander verstanden, von unserer Freundschaft mal ganz abgesehen.

Ich drehte mich zu meiner Mutter um und der warme Blick, der von ihr ausging verwandelte sich plötzlich in einen besorgten.

„Edward, was ist los Liebling? Hast du einen Geist gesehen?"

Lustig, nicht? „Ja, irgendwie schon."

„Das musst du mir näher erklären. Willst du darüber reden?" Immer die liebevolle Mom. Esme war wirklich gut in ihrer Mutterrolle.

„Nein, nicht jetzt. Lass uns von hier verschwinden, ja? Wir haben doch alles, was wir brauchen."

Sie nickte und lächelte mich wieder warm an. Doch ihre Augen waren immer noch voller Sorge. Mütter sahen einfach viel zu viel.

***

Die Konfrontation hatte mich total geschafft. Ich war so kaputt, dass ich ohne Abendessen ins Bett ging. Ich sagte meiner Mutter, dass ich Kopfschmerzen hatte und für morgen fit sein wollte. Schließlich wollte ich Chris unterhalten und nicht zu Tode langweilen.

Ob sie mir diese billige Ausrede abnahm? Ich glaubte ja selbst nicht daran, doch ich redete es mir ein, nur um mein Gewissen zu beruhigen. Und um hoffentlich glaubhaft meiner besorgten Mutter gegenüber zu wirken.

Die Nacht kam und so auch die Träume – die Vorboten des Unterbewusstseins. Und erstmals sah ich ein Gesicht zu dieser engelsgleichen Gestalt. Tiefbraune Augen blickten mich an. Doch das war nicht mehr mein Engel, dieses Gesicht war traurig und voller Kummer. Mein Engel musste lachen und nicht so aussehen. Sie wirkte so leer und weit entfernt von mir. Zum ersten Mal fühlte ich keine wohltuende Wärme in ihrer Nähe. Nein, da war nur Kälte.

Zähneklappernd wachte ich auf. Meine Augen waren schwer, dennoch war ich hellwach. Ich war total aufgewühlt, so konnte ich unmöglich wieder einschlafen. Ich ging hinunter in die Küche und goss mir ein Glas Milch ein. Das beruhigte mich früher immer. Früher, als alles noch so leicht war.

Es sah mal wieder so aus, als war mein Leben an einem Punkt gelandet, wo es nicht schlimmer werden konnte. Hm, mal sehen.

***

Natürlich war ich am Morgen todmüde und ausgepowert, doch ich durfte mir nichts anmerken lassen. Also biss ich die Zähne zusammen und marschierte hinunter in die Küche, wo bereits meine Mutter und mein Vater auf mich warteten.

Moment mal, Mom und Dad machten vier Leute und nicht sechs!

„Edward!"

Und auf einmal hatte ich eine aufgeregt herumhopsende Alice in den Armen, dicht gefolgt von Emmett, der uns beide beinahe zerdrückte.

„Hey Leute, ich weiß, Atmen wird überbewertet, aber schlecht wär's nicht", sagte ich und holte erstmal tief Luft, als ein breitgrinsender Emmett von mir und meinem Minizwilling abließ.

Ich guckte verdattert auf Alice herab: „Versteh mich nicht falsch, ich freue mich, euch alle zu sehen, aber was macht ihr hier?"

Jetzt war Alice an der Reihe, verdutzt zu gucken. Doch Emmett sprach an ihrer statt: „Alter, was geht denn mit dir? Wir haben doch ausgemacht, nach Forks zu kommen. Du hast es sogar selbst vorgeschlagen."

„Jaja, schon, aber das war dieses Wochenende?"

„Du hast es vergessen?", fragte Alice ungläubig.

„Em, ja." Edward, schlaue Antwort. Cullen-Stile…

Ich hörte einen lauten Klatsch und sah, wie sich Emmett die flache Hand gegen die Stirn schlug. Jasper grinste vor sich hin und Rosalie schüttelte nur betreten den Kopf und wandte sich wieder ihrem Kaffee zu.

Genau in diesem Moment läutete es an der Haustür. Gerettet von der Klingel, welch Cliché und doch so treffend. Jupp, und da fiel mir auch wieder ein, warum dieses Wochenende mit meinen Geschwistern und deren besseren Hälften meinem Gedächtnis entfallen war.

Carlisl öffnete die Tür und alle warteten gespannt auf den Gast.

Mein Dad bog um die Ecke in die Küche und ein freudig strahlender Chris war an seiner Seite.

Als er die Menschenmasse vor sich sah, war er sichtlich verunsichert und wusste erstmal gar nicht, was er sagen sollte. Er wurde sogar ein wenig rot, wie süß, Alice' Worte, nicht meine.

Ich brach die für ihn sichtlich unangenehme Situation und ging auf ihn zu. Als Chris mich sah, leuchteten seine kleinen Augen wieder auf und er warf sich mir förmlich entgegen. Ich konnte nicht anders, wer konnte diesem Jungen schon widerstehen? Ich drückte den kleinen Kerl fest an mich, nahm ihn auf meine Arme und stellte ihm die ganze Mannschaft vor.

„Leute, das hier ist mein kleiner Freund Chris – Chris, das ist meine Familie. Meinen Dad kennst du ja bereits." Chris wandte sich Carlisl zu und grinste ihn an. „Das hier Chris, das ist meine Mom."

„Hallo Mrs. Cullen", grüßte er sofort ganz förmlich. Seine Wangen wurden wieder ein wenig rosiger.

„Ach Schätzchen, du machst mich ganz verlegen. Nenn mich einfach Esme, ja? Nichts mit Mrs. Cullen, so alt bin ich ja auch noch nicht, hihi."

Auch meine Mom erhielt von dem kleinen Herzensbrecher ein warmes Lächeln. Danach erblickte Chris Emmet und das vorher noch freundliche Lächeln war auf einmal schlagartig verschwunden. Ich konnte deutlich spüren, dass Chris' Griff ein bisschen kräftiger wurde und er versuchte, sich in mich herein zu drücken, so als würde er dadurch unsichtbar werden. Da hatte wohl jemand Angst bekommen, kaum zu glauben, schien er doch sonst so furchtlos und aufgeweckt.

„Keine Angst, das ist nur mein großer Bruder Emmett. Glaub mir, er ist der größte Spaßvogel, denn du je in deinem Leben kennenlernen wirst."

Und wie auf Befehl zog Emmett eine seiner beliebten Grimassen und das ganze Haus bebte vor Lachen.

Nach dieser kurzen Aufregung stellte ich dann noch den Rest meiner Familie vor. „Die junge Frau mit den blonden langen Haaren ist Rosalie. Sie ist die Frau von Emmett."

Staunend blickte Chris von Em zu Rose und ließ dann seine Augen auf Alice ruhen.

„Dann bist du Alice, stimmt's?", fragte er auf einmal ganz mutig. Wow, ich hatte sie doch nur einmal erwähnt und das in solch einer prekären Situation. Das hatte er sich merken können?

„Genau, die bin ich. Und das ist mein Jasper", gab Alice fröhlich zurück und deutete mit ihrer Hand auf Jasper.

„So genug der seltsamen Momente. Chris möchtest du einen Kakao? Der ist noch ganz warm", fragte meine Mutter und in Windeseile hatte ich wieder freie Arme.

***

Der Vormittag verlief so ausgelassen wie schon lange nicht mehr. Dass ich meine Geschwister vergessen hatte, war auch längst verziehen und alle hatten Spaß am Zusammensein. Die anfängliche Spannung zwischen Chris und Emmett hatte sich spätestens dann gelegt, als wir uns alle in den Garten zu einer Runde Football begaben. Chris überragte uns alle, denn er hatte das Privileg auf Emmetts Schultern sitzen zu dürfen. Das brachte ihnen zwar nicht den Sieg ein, dafür aber jede Menge Spaß.

Ich war erstaunt, wie leicht ich mich fühlte und wie angenehm es war, die Zeit mit all denen zu verbringen, die ich gern hatte. Da merkte ich, dass mir das alles fehlte. Trotz der Freude, die ich empfand, war ich plötzlich traurig, denn ich hätte all das haben können. Ich hätte mit ihnen zusammen sein können, ihre Stimmen hören, sie öfter sehen können. Doch ich war so in meine Arbeit vertieft, dass mir dabei das Leben abhanden kam. In dem Moment kamen Gedanken und Gefühle, die ich mir nicht ganz erklären konnte.

Ich fühlte mich nicht wohl, deshalb ging ich von der Wiese hinüber zur Gartenterrasse und setzte mich auf einen der Liegestühle. Ja, fünf Minuten Auszeit, die Seele baumeln lassen. Doch das geschah nicht unbemerkt.

Eine keuchende Alice ließ sich in den Stuhl neben mich fallen.

„Der Kleine ist klasse. Rose hat sich sogar von ihm umarmen lassen und das soll schon was heißen", kicherte sie fröhlich vor sich hin.

Sie blickte hinüber zu der ganzen Rasselbande, die immer noch vergnügt hin und her tollte. Ich lächelte, denn der Anblick gefiel mir.

„Edward, auch wenn wir uns in letzter Zeit nicht so oft gesehen haben, so ist mein Zwillingsradar doch noch ganz gut in Schuss." Sie grinste unverschämt, ach Alice. „Dich bedrückt etwas", sagte sie und hob eine wissende Augenbraue an.

Ich atmete tief ein und aus und verschränkte die Arme hinter meinem Kopf. Naja, irgendwann musste es ja so kommen. Also raus mit der Sprache, wann hatte ich schon mal die Gelegenheit mit meinem Minizwilling zu reden?

„Gestern war so ziemlich der Tiefpunkt meines Lebens." Ich erwartete eine Unterbrechung und viel Gefasel, daher öffnete ich ein Auge, zumindest ein Stückchen und schielte zu Alice herüber. Doch sie starrte nur vor sich hin und ließ mich weiterreden. Ah, Zwerg war erwachsen geworden.

„Gestern ist mir im Supermarkt Bella über den Weg gelaufen."

Ich hörte, wie Alice neben mir die Luft scharf durch die Nase einzog.

„Und?", fragte sie ganz kleinlaut.

„Nichts und. Es war total seltsam, so als würden wir uns nicht kennen. Das Gespräch, wenn man es überhaupt so nennen konnte, war das merkwürdigste, das ich je geführt habe. Sie war genauso erstaunt, mich hier zu treffen, wie ich erstaunt war, sie hier in Forks zu sehen. Naja, dann teilte sie mir durch die Blume mit, dass ich ihr ja hätte sagen können, dass wir in Forks lebten. Daraufhin beschuldigte ich sie, dass sie ja diejenige war, die sich nicht mehr gemeldet hatte. Mann und das nach all den Jahren.

Ach und die Krönung war ja noch, als wir dann endlich mehr als nur ein Wort am Stück zueinander sagten, tauchte auf einmal so ein Kerl auf. Jacob. Irgendein Kunde aus dem Reservat. Der war mir total suspekt und ich hab mich eigentlich nur gefragt, was Bella mit dem Kerl wollte. Ich wollte weiter mit ihr reden, doch der Typ hatte echt die Nerven, sie von mir fortzuschleifen."

Genervt ließ ich mich hörbar wieder zurück in meinen Liegestuhl fallen. Bei all der Aufregung hatte ich mich in eine sitzende Position gebracht, das hatte ich bis gerade eben gar nicht bemerkt.

„Da ist noch mehr, nicht Edward?"

Ja, da war noch was. Da sie eh davon wusste, konnte ich es ihr auch sagen.

„Alice, du machst mir manchmal Angst, du siehst viel zu viel."

„Tja, wofür hat man denn Geschwister? Und jetzt spuck's aus." Sie drängelte nicht, nein…

„Ich hatte doch mal diesen Traum, von diesem Mädchen, weißt du noch?"

„Och Edward, nicht schon wieder. Sag mir bitte, dass du endlich darüber hinweg bist. Meine Theorie steht noch."

„Ja und die ist falsch."

Jetzt hatte ich sie. Alice guckte mich verdattert an.

„Von Mal zu Mal nahm die Vision an Klarheit zu. Naja, bis zu einem bestimmten Grad zumindest. Sie wurde intensiver, wann immer sich etwas in meinem Leben ereignete…"

„So was wie der Unfall?" Ihre Augen schwenkten wieder hinüber zur Wiese und blieben bei Chris hängen. „Dad hatte kurz davon erzählt", fügte sie noch kurz entschuldigend hinzu.

„Genau. Ich träumte von ihr, derzeit auch leider von Chris, ihm ging es nicht gut, glaub mir, schön ist anders. Aber sie war eben in meinen Träumen, sprach mir Mut zu und spendete mir Wärme. Und jetzt kommt's. Diese Nacht hatte ich wieder von ihr geträumt und diesmal konnte ich sehen, wer es war."

„Nicht dein Ernst oder?"

Ich sah, wo ihre Gedanken hinführten und ich verstand ihre Verwunderung nur zu gut, denn auch ich war ebenso verwirrt wie sie.

„Doch mein Ernst. Und es ergibt sogar einen Sinn. Wir haben immer aufeinander aufgepasst, Alice. Immer. Auch als wir uns verloren hatten, war es damit nicht einfach vorbei. Ich war so voller Schmerz und Wut, dass ich versuchte, jede Erinnerung wegzuschieben. Das ging auch ganz gut, nur eben nicht in meinem Unterbewusstsein. Und bis gestern war ich auch so stark, es nicht zu merken. Naja, was heißt stark, ich war eben gut im Verdrängen."

„Sieht so aus, als wäre dein Leben ganz schön verkorkst, Edward."

Mehr sagte Alice nicht dazu. Wir schwiegen, keiner machte auch nur einen Mucks. Das war nicht üblich, nicht für Alice jedenfalls. Als ich zu ihr hinübersah, hatte sie ihre Augen geschlossen. Leise Tränen liefen ihr über die Wangen.

Auch Alice hatte damals eine Freundin verloren. Bella und Alice standen sich nahe, sie waren wie Schwestern. Alice das Modepüppchen und Bella das Gegenteil. Doch das machte nichts. Sie verstanden sich dennoch, vielleicht sogar gerade deshalb so gut miteinander. Sie waren ein ungleiches Paar, genau wie wir.

„Hihi, Edward, Alice!"

Wie aus einer Trance gerissen wandten wir uns dem Ausruf zu. Alice wischte sich flink über das Gesicht, bevor Chris uns erreichte.

„Eure Mama hat gesagt, dass es Mittag gibt. Oh, hast du geweint?"

Ich konnte gar nicht so schnell reagieren. Christian war in Windeseile an Alice' Seite und nahm ihre Hand. Sie sah ihn verwundert an, doch der Kleine grinste nur.

„Guck doch mal, wie hell die Sonne scheint. Heute ist es so schön. Ich freue mich, dass ich euch alle kennengelernt hab'. Also bitte nicht weinen, ja?"

Alice strich ihm über die Wange: „Keine Sorge, ich hatte nur was im Auge, mir geht es gut."

Schlagartig veränderte sich die Stimmung und Chris ließ seine Hand ab von ihrer.

„Das sagt meine Mama auch immer und dann höre ich sie doch weinen." Sein glasklarer Blick verdunkelte sich und er rannte ins Haus, ohne auf uns zu warten.

„Was, was hab ich denn nur gesagt?"

„Keine Ahnung, Alice. Komm, lass uns reingehen."

Als wir in die Küche kamen, war da wie zu erwarten nur unsere Familie. Von Chris fehlte jegliche Spur.

Das machte mich stutzig und besorgt zugleich. Wo war er nur abgeblieben? Flehend wandte ich meinen Blick zu Esme, die nur traurig lächelte und mit dem Kopf in Richtung Wohnzimmer deutete.

Dort fand ich ihn auch. Seine kleine Form zeichnete sich auf dem Sofa ab. Er hatte die Beine angezogen und sein Kopf lag auf seinen Knien. Er sah nachdenklich aus. Es musste mit dem Kommentar zusammenhängen, den er geäußert hatte. Seine Mutter weinte heimlich und er bekam es mit. Ja, das konnte ein Kind traurig machen, das leuchtete ein. Wie viel doch der Kleine mitbekam und das in dem Alter.

Ich traute mich nicht, ihn anzusprechen. Was sollte ich denn auch sagen? Ist schon nicht so schlimm? Alles wird gut? So was hat er sicher schon oft gehört. Oder eben auch wieder nicht, denn wem hatte er es schon weiter erzählt? Vielleicht waren wir die ersten, denen er sich anvertraute.

Also beschloss ich das einzig Richtige zu tun, was getan werden konnte. Ich hatte schließlich noch einen mentalen Stichpunkt, den ich abhaken musste.

Ich ging hinüber zu meinem Flügel und setzte mich auf die Bank. Vorsichtig klappte ich den Deckel hoch und bewunderte die glänzenden Tasten.

Ich legte meine Hände auf die Tasten und spielte das erste, das mir in den Sinn kam. Sogleich verlor ich mich wieder in der Musik und tauchte ein in meine eigene Welt. Hier gab es nichts, was mich beunruhigte. Alles war schön und warm. Und wieder fiel es mir ein – dieses Lied. Es ging mir einfach nicht aus dem Kopf. Also spielte ich es.

Ich ließ mich vom Klang leiten, legte alle Kraft und jedes Gefühl in die Noten. Die Akkorde erklangen und meine Welt begann zu strahlen. Die Sonne ging vor meinem geistigen Auge unter. Die warme Abendluft umschmeichelte mein Gesicht und die Wolken führten einen Reigen am Himmel auf. All die Farben, unbeschreiblich schön. Dann wurde es dunkel, doch nicht in meinem Herzen. Die Nacht brach herein und auf einmal konnte ich fühlen, wie ich schwebte. Es roch so gut, wie Blumen, die noch die letzten Sonnenstrahlen in sich aufgesogen hatten und jetzt bereit waren, sich der Nacht zu beugen, um dann am Morgen wieder in ihrer ganzen Pracht zu leuchten. Es wurde ruhig, meine Finger berührten die Tasten und ich spürte, dass ich am Ende angelangt war, doch nicht ohne zu wissen, dass danach wieder ein wunderschöner Sonnenaufgang auf mich warten würde.

Ich hatte gar nicht bemerkt, dass ich meine Augen geschlossen hatte. Auch das unmerkliche Gewicht, das auf meiner Schulter ruhte, war mir nicht aufgefallen.

Mein Blick fiel auf meine linke Schulter und ich konnte nicht anders, ich musste lächeln. Da hatte sich der Kleine also während meines Spiels zu mir gesellt und war tatsächlich eingeschlafen.

Plötzlich schossen mir Gedanken durch den Kopf. Bella . Musik. Schlaf.

Chris bewegte sich neben mir und ich hatte schon Angst, dass er von der Bank fiel, also hielt ich ihn fest. Das weckte ihn jedoch dummerweise auf.

„Ah, ich bin eingeschlafen", sagte er noch ganz verträumt und gähnte einmal ganz laut.

„Ja, das bist du wohl."

„Das war ein schönes Lied, Edward. War das ein Schlaflied? Wenn ja, bei mir hat es gewirkt, hihi."

Ich sah ihn an und war verwirrt. Sein Blick veränderte sich wieder zu diesem besorgten, den ich an ihm nicht sehen wollte. Ja, er hatte Recht, das war ein Schlaflied und ja, auch mein Vater hatte recht, ich hatte es komponiert.

Ich riss mich selbst aus meinen Gedanken, schnappte Chris und grinste ihn an: „Zu müde für die Super-Spaghetti von meiner Mom?"

„Nie!", rief er ganz fröhlich.

„Na dann lass uns schnell in die Küche gehen, bevor Emmett uns alles weggefuttert hat."

„Das hab ich gehört!", röhrte eine tiefe Stimme aus der Küche.

Wir kugelten uns förmlich vor Lachen.

***

Wo die Zeit hin verschwunden war, war mir schleierhaft. Alles schien auf High-Speed gestellt worden zu sein. Denn so schnell war dieser schöne Sonntag auch schon wieder vorbei.

Charlie rief am Nachmittag an und sagte uns, dass der Arztbesuch gut von Statten gehen würde. Daher fragte er nach, ob Chris nicht noch ein wenig bei uns bleiben könnte. Was natürlich von allen mit einem Ja abgesegnet wurde.

Dennoch, der Abend kam und es hieß Abschied nehmen.

Kurz nach dem Abendessen klingelte es an unserer Tür. Chris war nicht sehr begeistert, zu gehen, aber freute sich schon auf seinen Großvater und auf seine Mutter. Charlisl wechselte noch ein paar Worte mit Chief Swan, während sich Chris von allen verabschiedete.

Mit einem letzten breiten Grinsen und einer festen Umarmung waren sie dann auch schon wieder verschwunden und der angebrochene Abend nahm seinen Lauf. Wesentlich ruhiger, doch auch sehr angenehm im Kreise meiner Lieben.

Rückblickend betrachtet war der Tag ein voller Erfolg. Es war Jahre her, als ich das letzte Mal so unbeschwert und glücklich war. Endlich verbrachte ich mal wieder effektiv Zeit mit meiner Familie. Und heute wurden wir sogar noch positiv ergänzt.

Die größten Lacher waren, als Emmett mit Chris auf den Schultern versuchte, einer wild kreischenden Alice den Football abzunehmen. Selbst Rosalie konnte bei dem Anblick nicht an sich halten. Jasper hingegen nahm das zum Anlass und stachelte Emmett nur noch weiter an, dass dieser angeblich nicht Manns genug war, seiner kleinen Schwester einen Ball abzunehmen. Das war auch so lange lustig, bis der Ball dann doch irgendwann in die Hände meines Bruders fiel und er dann mit voller Wucht einen Treffer am Kopf meines Schwagers in spe landete. So schnell konnten sich die Konstellationen ändern, denn letztendlich war es Emmett der nun schreiend davonlief und Alice diejenige, die ihm mit ihren winzigen Fäusten drohend hinterher rannte. Da Jasper nicht einen Kratzer davontrug, war die Situation schlussendlich doch wieder einen Lacher wert.

Für alle Beteiligten wahrscheinlich am amüsantesten, für mich am peinlichsten, war meine Verlegenheit. Chris stellte im Laufe des Tages ganz stolz fest, dass wir eine tolle Truppe waren und dass er es super fand, wie gut doch auch alle Paare miteinander harmonierten. Das wiederum lenkte natürlich die Aufmerksamkeit auf mich, denn ich war ja ohne Begleitung. Peinlich, peinlich… Emmett und Jasper hatten nichts Besseres zu tun, als mich damit aufzuziehen und zuzustimmen, wann immer es hieß ‚Edward, du brauchst eine Freundin! '. Naja, das fiel öfter. Rosalie und Alice waren weniger offensichtlich, zeigten aber durch ihr unverschämt lautes Gelächter, dass sie mit den Jungs einer Meinung waren. Wie immer beteiligten sich meine Eltern nicht an solchen Diskusionen, obwohl ich genau sehen konnte, wie die Augen meiner Mutter immer wieder vor Interesse und Freude blitzten. Carlisl hingegen wirkte desinteressiert, dafür war ich dankbar. Ich verstand nur nicht, warum er so tief in Gedanken versunken schien. Der Knaller der ganzen Sache, war dann aber doch der Abschlusskommentar von Chris, der da behauptete, dass ich seine Mutter kennenlernen müsse. Daraufhin war ich so sprachlos gewesen, dass ich nur dümmlich vor mich hin starren konnte und wahrscheinlich hochrot angelaufen war. Alle lachten, bis auf Carlisl, der mich genauestens musterte. Ging das schon wieder los?

Gemeinsam verbrachten wir den Abend gemütlich auf der Couch im Wohnzimmer. Wir scherzten und lachten, futterten noch ein paar Häppchen, naja Emmett futterte und Rose beschwerte sich über sein Essverhalten, und schauten einen Film.

Bis dann Dads Pager losging und uns wüst aus unserer heilen Welt in die Realität zurückholte.

Carlisl war sofort auf dem Sprung und rannte in die Küche ans Telefon, um sich genauere Informationen geben zu lassen. Meine Mom war ihm auf den Beinen. Ich wollte auch, entschied mich aber dagegen, denn das fiel nicht in meinen Aufgabenbereich und selbst wenn Carlisl meine Hilfe wollte, dann würde er es mich sicher wissen lassen.

Minuten vergingen und alle blickten gespannt zur Tür hinüber, durch die Esme und Carlisl verschwunden waren. Die Haustür schlug zu und ein Motor heulte auf. Dad war auf dem Weg ins Krankenhaus.

Mom kam nicht wieder zur Stube herein.

Alice sah mich fragend an und wir beschlossen, nach ihr zu sehen.

Mom stand nicht am Herd, wie zu erwarten war, steckte auch nicht halb im Kühlschrank, um die letzten Nahrungsmittel für meinen Bruder zusammenzukratzen. Nein, sie saß auf dem Fußboden, den Kopf in den Händen und schluchzte.

„Mom, was ist los?", fragte Alice besorgt, als sie hinüber zu unserer Mom ging und ihr beruhigend einen Arm um die Schultern legte.

Esme blickte auf. Sie hatte Tränen in den Augen. Das machte mir Angst. Sie sah mich traurig an, sagte aber nichts.

„Mom?", versuchte ich es auch noch einmal.

„Ein großes Tier war auf der Straße. Er hatte keine Chance mehr auszuweichen, Sie sind damit kollidiert. Das Auto…dein Vater ist gleich los, um zu helfen. Aber wir wissen noch nichts, nur dass sie einen Unfall hatten." Es ergab keinen Sinn.

Ich grübelte und hatte keine Worte für das alles. Esme bemerkte es.

„Edward, auf dem Rückweg ist der Wagen von Chief Swan mit einem Tier kollidiert."

Als sie das sagte, veränderte sich die Welt, mein Leben. Vorhin sprach ich von Schnelligkeit, jetzt lief alles in Slow Motion. Der schöne Tag, die Freude, unser Beisammensein, alles war dahin.

Ich bemerkte die leisen Tränen nicht, als sie mir über die Wangen liefen. Erst als mich Alice ganz fest an sich drückte, setzte mein Verstand wieder ein.

Ich musste hier raus, schnell.

Auf dem Weg zum Auto hatte ich nur einen Gedanken – der kleine Junge, der noch vor wenigen Augenblicken freudestrahlend in die Gesichter meiner Familie geblickt hatte.

Chris.


A.N. Vielen Dank für eure Geduld. Ich hoffe, die Länge des Kapitels konnte euch etwas entschädigen.