Ich habe wirklich lange an diesem Kapitel gesessen, bis ich dann endlich mit dem Verlauf zufrieden war. Ich hoffe, dass es euch gefällt!!!

Ich möchte mich ganz doll bei den Reviewern bedanken, es ist immer schön Kommentare zu lesen, dann macht das schreiben, des nächsten Kapitel gleich doppelt soviel Spaß.

Viel Spaß beim lesen...

Kapitel 10: Vollmond Teil 2

Nach dem Abendessen, saß Hermine immer noch nervös in ihrem Zimmer, mit der karte des Rumtreibers auf dem Schoß, der perfekten Ablenkung um auf die Dämmerung und Sirius zu warten. Es gab fast nichts Faszinierendes als 500 Menschen gleichzeitig zu beobachten. Besser als Fernsehen.

Wenn diese Karte je in falsche Hände geraten würde, wäre es das Aus für die Hauspunkte, da diese nie über die Nullgrenze kommen würden und wenn doch, würde es keine 5 Minuten dauern, um sie wieder dort hin zu bekommen.

Noch vor ein paar Jahren, hätte sie sich wahrscheinlich noch selber zu diesen Personen zählen müssen. Doch jetzt würde sie fast alles für eine beißende Frisbeescheibe oder eines von Fred und Georges Nasch und Schwänzleckereien geben. Vor allem letzteres könnte sie jetzt wahrlich gut gebrauchen.

Ihr war die Sache mit Snape immer noch nicht ganz geheuer und das, obwohl sie schon ihre beinahe lieb gewordenen Paranoidengedanken in die hinterste Ecke ihres Verstandes verdrängt hatte. Den dazugehörigen Schlüssel zweimal umdrehte und weg warf. Weit weg!

Doch Tatsachen lassen sich auch in der Vergangenheit schlecht leugnen und zu einer dieser Tatsachen gehört leider auch, dass eine Gespräch vor vier Jahren in der heulenden Hütte. Obwohl Gespräch dafür auch nicht das richtige Wort war, Streit würde es eher treffen.

Und in diesem ging es um einen Severus Snape der den dreien in einer Vollmondnacht hinterher schlich und dafür beinahe mit seinem Leben bezahlte.

Eigentlich hätte sie alle ihre Ohnegleichen verwetten können, dass Snape mit seinem Vorhaben nicht warten würde, bis sie wieder sicher in der Zukunft wäre. Aber man kann ja mal hoffen und das tat sie auch, sie betete zu allen Göttern und mächtigen Zauberern die ihr einfielen und hoffte, dass das etwas nützen würde.

Den ganzen Tag über hatte sie ihn nicht gesehen und zurzeit schlich er sich in der Bibliothek rum, da waren die Walzerschritte von Dumbledore, doch um einiges Besorgnis erregender. Vor allem, wenn man bedachte, dass er alleine in seinem Büro war.

Der Rest der Schule, war seit einer halben Stunde, wie ausgestorben. Die meisten Schüler befanden sich in ihren Gemeinschaftsräumen oder verteilten sich auf die Schlafräume, die Korridore waren leer.

Alles so wie immer, wenn man die unheimliche Atmosphäre ignorierte, die scheinbar an diesem Tag haftete. Man merkte regelrecht, dass Magie in der Luft lag, zum greifen nah und nur einen Mondaufgang entfernt.

Noch nie war ihr die Existenz der Kreaturen, die im verboten Wald lebten, so bewusst gewesen, wie heute. Sie war in ihrem Leben schon so oft in diesem Wald gewesen, teils erlaubt teils verbotener Weise und immer war sie wieder lebend heraus gekommen ohne, dass ihnen auch mal irgendwas gefolgt wäre. Was hält diese Tiere davon ab, aus dem Wald zu kommen und leider viel zu wenige Schüler davon ab, rein zu gehen.

Ohne es bemerkt zu haben, war Hermine ans Fenster getreten und starrte, wie gebannt auf die große grüne Fläche, die mehr Geheimnisse ins sich barg, als Bücher ihr je darüber hätten sagen können.

Ein Klopfen an der Tür, riss sie aus ihren Gedanken und sie konzentrierte sich schnell wieder auf ihre bevorstehende Aufgabe. An der Tür übergab, Sirius ihr leise James Tarnumhang und die beiden stiegen die Treppen hinab. Vor der großen Halle trennten sie sich und Hermine stellte sich auf ihren Beobachtungsposten, die Augen hauptsächlich auf einen kleinen schwarzen Punkt gerichtet, der sich immer mehr vom Slytheringemeinschaftsraum entfernte und sich geradewegs auf sie zu bewegte.

Wäre es wirklich zu viel verlangt gewesen, einmal nur einmal im Leben, ein bisschen Glück zu haben? Anscheinend.

Schnell zog sie sich den Tarnumhang vom Kopf und versteckte die Karte mit den Worten, unheil angerichtet in ihre Umhangtasche.

Jetzt bereute sie es, die letzten Stunde oder besser Tage, nicht damit verbracht zu haben, darüber nachzudenken, was zum Merlin, sie jetzt sagen sollte. Das gespannte Verhältnis seit Malfoys oder besser gesagt ihrem Auftritt, wird dabei echt behilflich sein.

Mit einem Mal fiel ihr auf, dass sie die ungeeigneteste Person, nach den drei Jungs im Wald, war, einen Severus Snape jetzt in diesem Moment davon abzuhalten dieses Schloss zu verlassen.

Sie hatte es ja noch nicht einmal geschafft, ihn dazu zu kriegen, dass sie in seinem Unterricht eine Frage beantworten durfte. Wo war Lilli, wenn man sie mal brauchte?

Da keine Lilli, dafür aber Severus in Sicht kam. Blieb Hermine, noch nicht einmal mehr die Option einfach wegzulaufen. Geradewegs ihrem Mut hinterher. Wenn sie schnell genug gewesen wäre, hätte sie ihn vielleicht noch einholen können. Doch nun war es dafür zu spät und ihr blieb nichts anderes übrig als zu handeln, zu mal Snape gerade dabei war, durch das große Eingangsportal zu gehen und sie dachte noch, dass sie heute mal nicht ihr Leben riskieren würde.

„ Severus, warte mal kurz!" rief sie ihm hinterher.

Widerwillig blieb er stehen und drehte sich um und wen wundert's, seine eine Augenbraue, war mal wieder auf dem Weg zum Haaransatz.

Diese kleine Geste, kombiniert mit seinem Blick, gab Hermines Nervosität den Rest um sich in einen kleinen Panikanfall reinzusteigern. Schnell musste sie sich ins Gedächtnis rufen, dass sie keine 11 mehr war und er kein Lehrer, der die Befugnis hatte, ihr für eine dumme Fehlentscheidung bis zum Rest ihrer Schulzeit nachsitzen aufzubrummen. Die Tatsache, dass er das in der Zukunft schnell nachholen konnte, ignorierte sie lieber.

„ Was gibt es denn auf einmal so wichtiges?"

War das ein Vorwurf gewesen?

Ihre Gedanken machten sich schon wieder selbstständig. Was sie spätestens bei ihrer nächsten Aktion merkte.

„ Komm mal mit!" mit diesen Worten griff sie seine Hand und zog ihn hinter sich her. Was er sich auch anfangs gefallen ließ, doch es dauerte keine zwei Minuten, da bombardierte er sie mit Fragen. Sie hätte ihm vielleicht auch gesagt, wohin sie ihn schleifte, wusste es aber selber noch nicht. Das einzige, was sie im Moment wusste, war, dass sie mit ihrem zukünftigen Zaubertrankprofessor Händchen haltend durch die Schule schritt.

Ihre Chancen die Zukunft länger als 5 Minuten zu überleben, wurden immer minimaler.

Plötzlich kam ihr wenigstens eine Idee, wohin sie mit ihm am besten gehen sollte. Auf den Astronomieturm. Der war wenigstens am weitesten vom Haupteingang entfernt und sie könnte vielleicht mit der tollen Aussicht, als Ausrede bei ihm punkten. Wahrscheinlich nicht.

Vielleicht sollte sie ihn unterwegs auch einfach in irgendein Klassenzimmer einsperren und ihn am nächsten morgen wieder rauslassen. Das würde aber nur dazu führen, dass er seinen Plan um einen Monat verschiebt und sehr schlecht auf sie zu sprechen wäre, für immer!

Irgendwann hatte Snape aufgehört sie mit Fragen zu löchern, auf die er eh keine Antwort bekam. Es machte ihm auch nicht sehr viel aus, sein Vorhaben wegen ihr, erstmal auf Eis zu legen. Auch wenn er dass nie in der Öffentlichkeit zugeben würde, die Tatsache, dass Hermine ihn interessierte wie noch kein anderes Mädchen zuvor, gab er noch nicht einmal vor sich selber zu.

Als sie um die nächste Ecke bogen, erkannte er auch endlich, wo sie hin wollte, aber auch das beantwortete seine Fragen nur teilweise. Erst als sie mitten auf dem Turm standen, war Hermine bereit seine Frage, was sie hier wolle zu beantworten.

„ Ich wollte mit dir reden." Sie war sich nur noch nicht sicher über was. Die gleiche Frage schien auch ihm durch den Kopf zu schießen geradewegs durch seinen Mund.

„ Und über was?" Nun gesellte sich auch seine zweite Augenbraue zu der ersten.

„ So dies und das…" Zeit schinden, sie musste unbedingt Zeit schinden. Schließlich musste sie ihm irgendwie die ganze Nacht auf diesem Turm behalten. Ohne ein Wort zu sagen, trat Hermine an die Brüstung und wurde diesmal vom Anblick des hellen Mondes in den Bann gezogen. So, dass sie das erste sagte, was ihr in den Sinn kam.

„ Es gibt nicht viele Dinge, die so schön sind, wie der Mond."

Severus war mittlerweile an ihre Seite getreten und antworte mit einem ja, ohne auch nur einen Moment den Blick von ihr zu nehmen. Nach einer Weile, fiel ihm auf, dass er sie die ganze Zeit angestarrt hatte und setzte sich auf die andere Seite des Turmes. Da Hermine anscheinend, nicht mehr sehr daran interessiert war, mit ihm zu reden, beschloss er seine Chance zu nutzen und ein paar Fragen seinerseits los zu werden.

„ Warum bist du eigentlich jetzt erst hier?" fragte er in die Stille hinein und hatte anscheinend einen Nerv bei ihr getroffen, denn sie zuckte kurz zusammen, als sie seine Frage hörte.

Ich sollte eigentlich gar nicht hier sein, du kannst dich bei deinem Freund bedanken, dass du mich schon 20 Jahre früher kennen lernen musstest.

„ Ich wurde die Jahre zuvor von meinen Eltern unterrichtet und sie hatten beschlossen, dass ich mein letztes Jahr, an einer richtigen Schule verbringe, damit mein Abschluss auch überall gültig ist." Sie spulte ihren Text herunter, als spräche sie über einen Fremden und die ganze Zeit hatte sie ihm nicht einmal in die Augen gesehen.

Wenn es jemand erkennen würde, dass sie log, dann war er es. Doch anscheinend nahm er ihr ihre Erklärung ab, denn er stellte gleich die nächste Frage.

„Woher kennst du dich so gut mit Zaubertränken aus?"

Hermine musste über diese Frage schmunzeln, wie oft hatte sie sich schon mal gewünscht mit ihm ein Gespräch über das Brauen von Zaubertränken zu führen. Was für eine Ironie, dass sie erst in die Vergangenheit reisen musste, damit ihr Wunsch in Erfüllung ging.

„ Zaubertränke faszinieren mich, ich glaube ich habe schon fast jedes Buch darüber gelesen und es gibt immer noch so viele Dinge, die im ungewissen liegen und nur darauf warten, dass jemand sie entdeckt."

„ Das ist wahr. Mich begeistert daran, dass man durch eine winzige Veränderung in der Rezeptur eine Menge verändern kann, manchmal kann sogar etwas ganz neues entstehen. Hast du schon mal versucht, den Vielsafttrank zu brauen?"

Die beiden hätten sich bestimmt die ganze Nacht über oder sogar noch länger über Zaubertränke unterhalten können, wenn Hermine nicht wieder mit Lucius Malfoy angefangen hätte.

„ Du hast soviel Talent, warum gibt's du dich mit so was ab?" fragte sie nach einer Weile. Die beiden saßen nun in völliger Dunkelheit, da sich Wolken vor dem Mond geschoben hatten.

„ Mit was?" völlig perplex von ihrer Frage, kam er nicht gleich darauf, auf wen sie anspielte.

„ Ich meine Lucius Malfoy."

„ Was geht dich das eigentlich an?" Er wollte nicht mit ihr über dieses Thema reden, eigentlich wollte er mit niemanden über dieses Thema reden und schon gar nicht mit ihr.

„ Da Malfoy ein Todesser ist, würde ich schon sagen, dass es mich was angeht, wenn er in Hogwarts ist."

„ Woher weißt du, dass Malfoy ein Todesser ist?"

„ Ich weiß es eben und du hast ja eben auch meine Vermutung bestätigt. Also warum er?"

„ Wenn nicht er, dann wäre es irgendein anderer."

„ Gut, dann was willst du bei denen?" Hermine ließ nicht locker, das hier war bestimmt ihre einzige Chance je etwas in dieser Richtung in Erfahrung zu bringen.

„ Was ich da will? Hermine, schau dich doch mal um. Die Welt ist nicht die, die sie zu sein vorgibt. Du müsstest es doch eigentlich am besten wissen, wenn du die letzten Jahre nicht hinter diesen Mauern verbracht hast. Die werden sich ihre Loyalitäten sichern und anfangen tun sie bei sich selber."

Einen kurzen Moment, dachte Hermine Verbitterung aus seiner Stimme zu hören.

„ Du meinst nur weil du in Slytherin bist, gehörst du gleich von Anfang an dazu?"

„ Nein, ich gehöre dazu, weil meine Eltern loyal zum dunklen Lord stehen und weil ich in Slytherin bin. Das mit dem Erbe von Slytherin ist nicht nur einfach ein daher gesagter Spruch. Denen ist es damit tot ernst und wer würde nicht besser in ihre Reihen passen, als jemand wie ich. Man hat keine Wahl." Bei seinem letzten Satz senkte er den Blick.

Hermine erhob sich und ging vor ihm in die Hocke.

„ Man hat immer eine Wahl!"

Zögernd hob er seinen Blick und schaute geradewegs in ihre Augen.

„ Aber nicht mehr, wenn man sich hat blenden lassen und einen dummen Fehler begangen hat. Dann nicht mehr."

In seinen Augen lag eine Endgültigkeit die Hermine Angst machte. Sie war noch nie so nah an ihn heran gekommen. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn sie sah soviel in seinen Augen, die ihr Jahre lang nur kühl und distanziert entgegen geblickt hatten. Das was sie am meisten traf, war Reue und Angst die sich in seinen Augen wieder spiegelten.

Was würde sie dafür geben, so eine Gefühlsregung in ihrer Zeit von ihm zu sehen, wenn er sie anguckt.

Wohuu, wo kam der Gedanke denn jetzt her?

Bevor sie so rot anlaufen konnte, wie ein Ziegelstein stand sie schnell auf und stellte sich wieder an die Brüstung. Sie hatte eben etwas über ihren zukünftigen Zaubertrankprofessor gedacht, was sie lieber nicht hätte denken sollen. Ganz und gar nicht.

Das kann doch alles nicht wahr sein!

Genau in dem Moment brach die Wolkendecke und der Mond schien in seiner ganzen Intensität und ein Chor aus verschiedenen Lauten erklang aus dem Wald. Die Raben erhoben sich kreischend aus den Baumwipfeln und suchten das weite. Das heulen der Wölfe wurde immer leiser, bis nur noch ein Wolf aus dem Wald zu hören war, ein Wolf der Qualen leidete und es der Welt durch seine Rufe mitteilen wollte.

„ Was hast du eigentlich gegen Remus?" fragte sie.

„ Na was wohl, er ist doch mit Black und Potter befreundet."

„ Das bin ich auch und hast du deswegen auch was gegen mich?"

Es war nur ein Flüstern, doch trotz der Klage laute des Wolfes verstand Hermine ihn klar und deutlich.

„ Nein."

„ Also was hast du gegen Remus? Nur weil er anders ist, musst du ihn nicht so behandeln!"

Severus verstand die Welt nicht mehr, worauf wollte sie hinaus. Er behandelte Remus doch gar nicht schlecht, er hatte ja noch nicht mal was mit ihm zu tun. Er konnte ihn nur nicht leiden, weil er ständig Potter und Black deckte und was meinte sie mit, er ist anders?

Plötzlich zählte er eins und eins zusammen, er sah den Vollmond, hörte das jaulen, erinnerte sich an sein Vorhaben von heute Nacht, zählte ihre Frage mit dazu und sah alles im Zusammenhang.

„ Remus?" Er wusste, dass sie seine Frage auch ohne, dass er es aussprach, auf den Urheber des Heulens bezog, um sie damit wissen zu lassen, dass er es endlich verstanden hatte.

„ Kann sein."

Er rechnete es ihr hoch an, ihm indirekt in das Geheimnis eingeweiht zu haben, ohne ihre Freunde zu verraten. Obwohl er selber wusste, dass sie es nur tat, um Remus zu beschützen.

Sie saßen noch eine Weile schweigend nebeneinander, als Hermine die Stille brach.

„ Wollen wir uns vielleicht, jede Vollmondnacht hier oben treffen?"

„ Gerne."

Beide wussten, dass diese heimliche Verabredung nicht nötig gewesen wäre, um ihm davon abzuhalten, weiterhin seinen Plan in die Tat umzusetzen. Er wusste jetzt, um was es ging und Remus hatte ihm noch nie etwas getan und nur weil er mit den falschen Leuten befreundet war, hatte er es nicht verdient so verraten zu werden.

Da es schon auf zwei Uhr zuging, verabschiedeten sie sich von einander und gingen jeweils in Richtung Gemeinschaftsräume.

Auf dem Rückweg hämmerte sie sich Sirius Bild förmlich in ihren Kopf und versuchte zu überlegen, wie sie am besten an ihn rankommen würde. Schließlich war das der Grund, warum sie überhaupt hier war. Sie sollte dafür sorgen, dass in ein paar Jahren Harry Potter, dass Licht der Welt erblickte um dann einem bestimmten Zauberer den Garaus zu machen und sie sollte sich ganz bestimmt nicht von einem gewissen Slytherin den Kopf verdrehen lassen.

Das würde er ihr nie verzeihen.

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Vollmond war eine Nacht im Monat, wo vor allem die schwarzmagischen Wesen aus ihren Verstecken krochen und auch ein gewisser schwarzer Magier ließ seine Treffen an Vollmond nur ungern ausfallen.

Schon gar nicht diese, da er heute nur zwei von seinen treuen Untergebenen empfangen würde und eine davon, es ihm besonders angetan hatte.

Ein leiser plopp kündigte ihre Ankunft an.

„ Sei willkommen, Bellatrix!" seine sonst so kalte Stimme, nahm beinahe einen warmen, zärtlichen Ton an. Beinahe.

Mit einer tiefen Verbeugung ließ sich Bellatrix vor seinen Füßen nieder und wartete auf seinen nächsten Befehl. Nach ein paar Sekunden spürte sie seine feine Hand, ihr Kinn anheben und sie richtete sich auf um in seine rot glühenden Augen zu gucken.

Sie kannte die Prozedur in und auswendig und beherrschte sie besser als er. Sie hatte von den besten gelernt und wandte es bei dem besten an, sich immer darüber im klaren, sein persönlicher Liebling unter all seinen Anhängern zu sein und deswegen schon von vorn herein, eine gewisse Narrenfreiheit zu besitzen.

Solange sie seins war oder besser gesagt, solange er nicht hinter ihre Geheimnisse kam.

„ Was werdet ihr heute tun, mein Meister." Einstudierte Worte, die der Schlüssel zu sehr viel Macht sein könnten.

„ Wir warten noch auf deinen Schwager und dann können wir beginnen."

Ein weiteres plopp und auch Lucius trat in den Kreis.

„ Ihr seit heute nur, wegen einer einzigen Sache hier und diese trägt den Namen Severus Snape. Ich hoffe du hast mir einige Fortschritte zu verkünden Lucius!"

„ Es läuft alles wie geplant, er weiß wann das nächste Treffen stattfinden wird und er freut sich schon sehr darauf in eure Dienste einzutreten. Er kann es kaum noch erwarten!"

Bellatrix ließ Lucius nicht einen einzigen Moment aus den Augen und war regelrecht erstaunt über seine herausragenden Schauspielerischen Leistungen, dem dunklen Lord einfach so ins Gesicht zu lügen.

„ Das freut mich zu hören. Wie du weißt, ist er unentbehrlich. Ich will ihn haben, hast du mich verstanden? Wenn irgendetwas schief geht, mache ich dich dafür verantwortlich!"

„ Ja mein Lord!" Lucius verbeugte sich, dass zweite mal an diesem Abend und hoffte inständig, dass dieses Treffen ein baldiges Ende haben würde.

Anscheinend war der Lord mit Lucius fertig, denn er wendete sich zu Bellatrix um ihr noch etwas ins Ohr zu flüstern und dann lautlos zu verschwinden.

„ Ich glaube du kannst jetzt wieder aufstehen, er ist weg." Sagte Bella mit einem schadenfrohen Lächeln auf dem Gesicht.

Lucius klopfte sich derzeit schon den Sand von seiner Robe.

„ Was hat er dir ins Ohr geflüstert?" fragte er etwas verstimmt.

„ Warum willst du das wissen? Eifersüchtig?" Ihr Grinsen wurde immer breiter, „ Ich an deiner Stelle würde mir über was ganz anderes Gedanken machen."

„ Und das wäre?"

„ Dein kleiner Giftmischer sah letztens nicht mehr ganz so begeistert aus und dann noch dieses Mädchen, dass bei ihm war. Also das ist auf jedenfall ein Grund sich Sorgen zu machen, findest du nicht auch?"

Lucius folgte ihr aufgebracht in den Wald hinein.

„ Woher weißt du von dem Mädchen?"

„ Lucius, Lucius… tja, du warst nicht der einzige der Hogwarts mal wieder einen kleinen Besuch abgestattet hatte. Doch ich war wenigstens so umsichtig, dass mich niemand bemerkt hat."

„ Du kleine Schlange!"

„ Rabe, wenn ich bitten darf und das mit der Schlange gebe ich gerne an dich weiter."

Bella hatte inzwischen aufgehört weiter durch das Gestrüpp zu wandern und lehnte entspannt gegen einen Baum, Lucius war nur ein paar Schritte von ihr entfernt, die dieser beim sprechen auch glatt überwand.

„ Ich bin die Schlange, die hier immer hin ihr Leben aufs Spiel setzt!" Lucius war nur noch ein paar Zentimeter von ihr entfernt.

„ Wobei setzt du denn dein Leben aufs Spiel?"

„ Deswegen."

Ihre Lippen trafen hart aufeinander und ihre Zungen fochten einen Kampf, der noch lange nicht zu Ende war. Verlangend drängte er seinen Körper gegen ihren, bis sie sich stöhnend wieder von einander trennten.

„ Warum hast du dich damals für meine Schwester entschieden?"

„ Weil du die Gespielin des dunklen Lords warst und immer noch bist. Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich mich da dazwischen drängen würde."

„ Tust du das nicht schon seit Jahren?"

„ Du weißt wie mich intelligente Hexen fast magisch anziehen?" fragte er sie mit einem wissenden Lächeln.

„ Ja, deswegen kommst du auch nicht von mir los."

„ Ich weiß. Und um das Mädchen werde ich mich schon kümmern!"

Mit einem plopp war verschwunden.

„ Und deswegen mache ich mir ja auch Sorgen."

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Wie hat es euch gefallen???? Bin neugierig ……