Bonjour! Hier ist endlich das nächste Chapter. Mir persönlich gefällt es allerdings nicht so gut (weil ich es auch in etwa 10 Etappen mit dauernder Unterbrechung geschrieben hab). Aber lest selbst...

Chapter nine

Chilton

„Miss Gilmore?"Rory schreckte bei der Erwähnung ihres Namens hoch.

„Ja?"

„Meinen sie nicht, dass sie wenigstens ein wenig Aufmerksamkeit heucheln könnten?"Die Augen der Lehrerin schienen sich in Rory hinein zu bohren und sie hatte das vertraute Gefühl, wie die Hitze in ihrem Kopf hoch stieg.

„Entschuldigung, ...ähm, klar."stotterte Rory.

„Einsicht ist der erste Weg zur Besserung."Die Lehrerin fuhr mit dem Unterricht fort und Rory schaute sich vorsichtig in der Klasse um.

Niemand schien sie mehr wegen der Ermahnung anzuschauen und sie atmete auf. Krampfhaft konzentrierte sich Rory darauf, wach zu bleiben denn vor Müdigkeit waren ihr eben schon fast wieder die Augen zugefallen. Gott, ich muss mir merken, dass ich nie wieder ‚Vom Winde verweht' abends, an einem Wochentag gucke!

Und schon gar nicht mit Lorelai, die jede klischeehafte Szene nach spielen musste, worauf der Filmabend dann immer doppelt so lang wurde. Sogar die zwei Becher voll Kaffee am Morgen hatten ihr nicht auf die Sprünge geholfen, und nun musste sie sich wohl oder übel durch ihre 8 einschläfernden Schulstunden kämpfen.

Der Pausengong weckte sie schließlich aus ihrem Delirium auf und Rory griff sich erleichtert ihre Schultasche und ging aus der Klasse. An ihrem Schließfach angekommen ließ sie achtlos die Tasche fallen und lehnte sich an das kalte Metall ihrer Schließtür. Sie schloss die Augen und hörte nur noch, wie die anderen Schüler an ihr vorbei liefen. Ihre Stimmen schienen immer leiser zu werden. Mit einem Ruck flogen ihre Augenlieder auf als sich zwei fremde Hände ihren Weg um ihre Taille suchten. Mit einem Ruck machte sie ihre Augen auf, nur um in das all zu bekannte Lächeln von Tristan zu blicken.

„Guten Morgen Mary. Hab ich dir schon gesagt, dass ich es am liebsten mag, wenn deine Haare wie jetzt offen auf dein Schultern fallen und dein Gesicht so wunderschön einrahmen?"

„Was? Ist dir irgendetwas Schweres auf den Kopf gefallen? Und..."sie warf einen Blick auf seine Arme, die er um sie gelegt hatte. „ Würdest du bitte deine Hände von meinem Körper entfernen."Rory legte ihren Kopf schief und blickte ihn wartend an. Er betrachtete ihre, von Schläfrigkeit geröteten Wangen und ihre schweren Augenlider und fragte:

„Müde?"

„Umm, ja...schrecklich müde. Hab nicht genug geschlafen und, ...Was machst du da?"Als sie dies gefragt hatte, versuchte sie sich gleichzeitig aus seinem Griff zu befreien, merkte aber, dass seine Arme fest um ihre Hüfte und Schultern geschlungen waren. Er bewegte sie keinen Zentimeter. Sie standen Brust an Brust gedrückt und Rory fühlte sich plötzlich sehr unwohl.

„Was meinst du?"Fragte er sie in einem unschuldigen Ton.

Sprachlos , blickte sie ihn an und hatte das erstemal die Möglichkeit sich ihn von nahem an zu sehen. Seine Haare, sein Gesichtsausdruck und sein Lächeln, alles war wie immer, nur seine Augen waren anders. Sein Blick verriet den Spaß, den er daran hatte sie in Verlegenheit zu bringen. Seine Augen wanderten über ihr Gesicht und er beobachtete sie mit Interesse. Da bemerkte Rory in seinen Augen einen fordernden, durchdringenden Blick. Für einen kurzen Augenblick blitzte etwas in ihnen auf, etwas bedeutendes, von dem Rory überlegte ob sie es sich nur eingebildet hatte, doch fast war sie sich sicher, dass sie es gesehen hatte, Verlangen...wie nach einem Weihnachtsgeschenk das vor einem steht, aber das man noch nicht aus packen darf.

Tristan merkte, dass sie ihn betrachtete und lächelte still. Als er sich räusperte wurde Rory wieder ihre Situation klar und sie blickte vorwurfsvoll auf seine Arme.

„Ach, du meinst das ?"Und damit presste er sie an sich und hob sie mit einem Ruck hoch in die Luft, ein paar Zentimeter vom Erdboden entfernt.

Rory kreischte vor Schreck und zappelte mit den Füßen in der Hoffnung wieder Boden unter ihnen spüren zu können. Doch Tristan hielt sie mit einer Leichtigkeit fest, bei der sie keine Chance auf Befreiung hatte.

„Was ...was soll das? Lass mich los, das hier finde ich nämlich überhaupt nicht lustig."Tristan lachte bei dem Bild das Rory bot auf, was sie nur noch wütender machte.

„Lass mich sofort runter, Dugrey!....."Und danach folgten eine Reihe Schimpfwörter, die sie auf Tristan niederprasseln ließ. Doch er hörte nicht auf sich über sie lustig zu machen. Rory strampelte mit ihren Beinen und lehnte sich mit ihrer ganzen Kraft gegen seine Arme. Plötzlich konnte Tristan sie nicht mehr halten und sie fiel nach hinten. Wenn sich nicht gerade in diesem Augenblick seine kräftige Hand um ihr Handgelenk gelegt hätte, wäre sie mit ihrer Rückseite wohl oder übel auf den kalten Steinboden von Chilton gefallen.

„Wow. Kannst du mich beim nächsten Mal vielleicht vorwarnen, wenn du das wiederholen willst?"Mit einem Ruck zog er sie wieder zu sich hoch.

„Es wird ganz bestimmt kein nächstes mal geben."

„Mary, Mary jetzt enttäuschst du mich aber zu tiefst. Gestern hast du mir noch zugestimmt, dass wir versuchen wollen Freunde zu werden....und heute so was."

„Also erstens, weiß ich nicht was das damit zu tun haben soll, und zweitens machst du es mir auch nicht gerade einfach....Was sollte das gerade, he?"

„Das war eine morgendliche Begrüßung zwischen Freunden!"Rory sah ihn skeptisch an.

„Sieh dich um, alle machen es."Und mit einer Kopfbewegung zeigte Tristan auf Madeline und Louise die sich gerade stürmisch umarmten und gleichzeitig mit einer enormen Lautstärke aufeinander einredeten und lachten.

„Oh bitte! Das ist so was von kindisch und lächerlich. Schau dir die beiden doch mal an, die scheinen ganz vergessen zu haben, dass sie 10 Meter von einander entfernt wohnen und eigentlich gleich zusammen ziehen und für den Rest ihres Lebens einander nerven können."

„Und du denkst so was würde zwischen uns beiden nicht funktionieren?"

„Vergiss es!"Und damit drehte sich Rory zu ihrem Schließfach um und verstaute ihre Bücher. Sie stopfte die Schulbücher in ihren viel zu kleinen Rucksack, machte sich auf den Weg zu ihrem Klassenraum und ließ Tristan ohne ein weiteres Wort stehen.

„Mary!"

Rory bahnte sich weiter ihren Weg durch die Massen von Schülern.

„Rory!"

Als er sie mit ihrem richtigen Namen rief blieb sie stehen und wartete.

„Du hast doch nicht etwa unsere kleinen, privaten Treffen vergessen, oder?" Sie drehte sich langsam um und hätte ihn erschlagen können, als sie die ersten neugierigen Blicke, von den vorbeigehenden Schülern auf sich spürte. Rory wusste, dass er die Nachhilfe in Englisch meinte, doch sie war sich sicher, die anderen hatten da ganz andere Vorstellungen.

„Wie könnte ich das vergessen, wenn du mich ja jede Minute daran erinnerst."Erwiderte sie mit ironischer Stimme.

„Gut, dann erwarte ich dich um 5 Uhr bei mir."Er drehte sich um, ohne auf Rorys Antwort zu warten. In wenigen Sekunden war er in der Menge verschwunden, und je mehr Rory auch suchte, sie fand ihn nicht mehr wieder. Plötzlich fühlte sie einen kräftigen Stoß in die Seite, und sie drehte sich gerade noch rechtzeitig, um einen eisigen Blick von Paris zu erhalten, bevor diese an ihr vorbeistürmte.

„Na Klasse!"flüsterte Rory zu sich selber und stampfte mit dem Fuß auf den Boden. Sie hatte keine Zeit mehr Tristan zu suchen und zu sagen, dass sie sich auf keinen Fall von ihm herum kommandieren lasse. Wütend lief sie zu ihrer nächsten Schulstunde und hatte dabei so viele Verfluchungen für ihn im Kopf.

Es war Nachmittag und der lang erwartete Schulschluss war endlich eingetreten. Rory stand vor Chiltons Haupteingang. Sie beobachtete die anderen, die aus der Schule geströmt kamen, in der Hoffnung Tristan unter ihnen zu erblicken. Ungeduldig, mit verschränkten Armen blickte sie von einem zum anderen, bis sie ihn schließlich sah. Mit ein paar Schritten lief sie ihm in den Weg und starte ihn böse an.

„Mary? Verfolgst du mich?"

„Auch wenn ich es nicht gerne zugebe, aber im Moment schon. Denn ich muss unbedingt noch etwas klar stellen: Ich werde mich heute ganz bestimmt nicht mit dir treffen, und verdammt noch mal, was fällt dir eigentlich ein, mich so vor allen anderen herum zu kommandieren?"

Tristan sah sie an und sagte nichts. Nach ein paar Sekunden seufzte er und griff sich Rorys Schultasche, die sie hinter sich hergezogen hatte. Sie wog mindestens 8 Kilo, wegen den vielen Büchern, die Rory jeden Tag mit sich herum schleppte.

„Komm mit."Tristan suchte sich seinen Weg zwischen den Schülern vorbei und Rory folgte ihm, mit wütendem Blick. Auf dem Chilton-Parkplatz blieb er stehen und lehnte sich an sein Auto.

„Also?" Rory blickte ihn fragend an."

„Ich wusste nicht wie ich dich sonst fragen sollte."

„Aha, und siehst du, schon da muss ich dich unterbrechen, denn du hast mich nicht gefragt, du hast es einfach bestimmt."

„Rory, ich schreibe Morgen eine wichtige Englisch Clausur und ich brauche unbedingt deine Hilfe."

„Wenn ich dich daran erinnern darf: Ab heute wird mich jedes Mädchen in Chilton hasse, denn auf Grund deiner Wortwahl denken sie alle ich hätte ein Date mit dir, insbesondere Paris!"

„Hättest du gerne eins?"

„Nein, nein, nein und noch mal nein! Wie oft soll ich das noch wiederholen?!"

„Ahh, ich glaube dir nicht. Du kannst schlecht lügen. In Wahrheit findest du die Idee gar nicht so schlecht, oder? Wir beide alleine, in meinem Poolhaus..."

„Oh Tristan, es muss wirklich toll sein mit Peter Pan und dem Osterhasen in deinem Kopf zu leben."

„....lass mich ausreden, Mary! Also, da wären wir beide, nur du und ich...."

„Nicht lange, denn ich würde sofort in Richtung Ausgang rennen."

Tristan lachte auf. „Ich würde dich nicht lassen."

Tristan suchte nach Rorys Augen, und grinste als er sah wie ihre Wangen ein dunkles rot überzog.

„Du wirst rot. Darf ich daraus schließen, dass meine Worte einen bestimmten Eindruck hinterlassen haben?"

„Oh ja, dass darfst du! Rot vor Wut!!! Und wenn in den nächsten Sekunden auch noch Rauch aus meinen Ohren kommen sollte, gebe ich dir den Rat weg zu laufen, ganz weit weg!"

Rorys Blick wanderte über Tristan und sie zog ihre Stirn kraus, als würde sie schwer nachdenken.

„Was?"Er sah sie belustigt und fragend an.

„Weißt du, es ist wirklich nicht zu fassen, wie du es geschafft hast, erstens, von unserem eigentlichen Gesprächsthema ab zu lenken und zweitens, das Thema dann auf solche Sachen wie....Dates gebracht hast!"

„Tjaaa, bei mir ist nichts unmöglich!...Also,....kommst du?"

„Was?"

„Ob du heute kommst,...zu mir, um 5 Uhr?"

„aahm,..."Rory versuchte sich an den Grund zu erinnern, wegen dem sie nicht kommen wollte...er hatte sie einfach aus dem Konzept gebracht...

„Bitte?"Er sah ihr in die Augen und versuchte einen flehenden Blick....etwas, was Tristan Dugrey noch nie gemacht hatte. Denn er bekam immer das was er wollte, und meistens musste er nicht mal bitte. Da kam ihm ein Geistesblitz.

„Unsere Haushälterin, Florence, macht den besten Kaffee der Welt."

Rory grinste. „Oh nein, dass kann leider nicht stimmen, Luke macht den besten Kaffee der Welt."

„Wenn du kommst darfst du ihn probieren."

„Das ist Bestechung! Nur weil wir Gilmores eine kleine Schwäche für Kaffee haben..."