Hier das nächste Kapitel von Hailey.
Haut rein. C
Der Morgen des Slytherin-Gryffindor Quidditchspiels kam erschreckend schnell. Ich stand früh morgens auf, da ich ehrlich gesagt nicht noch einmal auf diese verdammte Tür in meinen Träumen zugehen wollte. Als ich aus dem Fenster sah, konnte ich einen leichten Flaum von Schnee auf den Ländereien erkennen. Es wurde Winter.
Ich machte mich gemeinsam mit Hermine früh fertig und lief mit ihr hinunter in die Große Halle, wo auf der linken Seite ein Meer aus Silber und Grün und auf der rechten Seite Rot und Gold war. Ich wurde überraschenderweise von Jubel empfangen, als ich mich mit Hermine an den Gryffindortisch setzte. Anscheinend vergaßen die Leute den Artikel im Tagespropheten langsam. Oder es war einfach nur wegen des Spiels.
Ron kam kurz nach uns zum Frühstück, jedoch lief er nicht allein und von eigenem Antrieb heraus, sondern wurde von seinen Zimmergenossen Dean Thomas und Jason Swan zu uns geschleift.
»Was ist denn mit Ron los?«, fragte ich, als ich dessen Gesichtsausdruck sah: total angespannt, nervös und fast so, als ob er sich in den nächsten paar Sekunden einfach übergeben würde.
»Er ist so aufgeregt wegen dem Spiel«, sagte Dean wütend und drückte Ron auf den Platz neben mir. »Er will aus dem Team aussteigen.«
»Das geht nicht, Ron«, sagte ich, während Dean und Jason sich zu uns setzten. »Du musst jetzt erst mal was frühstücken und dann geht's dir bestimmt besser.«
»Hailey, ich kann das nicht!«, sagte er verzweifelt und starrte weiter vor sich hin. »Ich bin doch grottenschlecht. Wieso hat Angelina mich überhaupt in die Mannschaft gelassen.?«
»Weil du gut bist! Und stell dir nur mal Malfoy's Gesicht vor, wenn wir gewinnen. Der wird sich so was von grün ärgern, dass man ihn später nicht mehr von seinem Umhang unterscheiden kann.«
»Hailey?«, fragte plötzlich jemand, der sich uns gegenüber gesetzt hatte und nach wenigen Sekunden erkannte ich Lavender Brown, Parvati und Padma Patil und Emily Cameron.
»Was gibt's?«, fragte ich und sah misstrauisch jeweils zwischen den Vieren hin und her.
»Wir - ähm … haben uns gefragt, warum du eigentlich so oft Nachsitzen hast, in letzter Zeit«, sagte Emily vorsichtig.
»Ja, weil du immer vom Nachsitzen kommst, wenn wir DA haben«, fügte Lavender leise hinzu.
»Aber im Unterricht gibt dir doch eigentlich nie ein Lehrer Nachsitzen, oder?«, fragte Padma.
»Ähm - also … ich - hab so oft Nachsitzen, weil …«, druckste ich rum, doch auf einmal mischte sich jemand anderes in unser Gespräch ein, der einige Plätze von uns entfernt saß und das Gespräch mit angehört hatte.
»Na, Potter? Kommste in Erklärungsnot?«, fragte Deverill und grinste mich feixend an. »Soll ich vielleicht deinen lieben Freundinnen erzählen, warum du so oft Nachsitzen hast?«
»Halt dich da raus, Deverill«, sagte ich drohend und warf ihm einen warnenden Blick zu, bevor ich mich wieder den Mädchen zuwandte, doch er hörte überhaupt nicht auf meine Worte.
»Warum denn?«, fragte er. »Sie haben doch alle die Wahrheit verdient, wenn sie schon so höflich fragen, nicht?«
»Ich sagte, du sollst dich da raushalten«, sagte ich geladen. Wenn ich jetzt nicht aufpasste, dann war wirklich alles zu spät. Ich kannte Deverill zwar nicht allzu gut, jedoch wusste ich eines von ihm: Er hatte manchmal wahnwitzige Einfälle, die meiner Wenigkeit dann früher oder später den Hals brechen konnten. Und außerdem war ich heute Morgen auch etwas nervös wegen des Spieles und Deverill machte diese Nervosität nicht gerade besser.
Hermine neben mir rutschte unruhig auf ihrem Sitz herum, da sie merkte, dass sich ein hitziger Streit näherte und dieser bei mir meistens nicht gut ausging.
»Ich habe gedacht, dass du zu deinen Entscheidungen stehst, warum tust du es dann jetzt nicht?«, fragte Deverill weiter. »Sollen doch alle erfahren, dass du -«
»Halt endlich die Klappe!«, rief ich erhitzt und sprang von meinem Sitz auf, während ich ihn bitterböse anfunkelte. Anscheinend hatte er genau darauf gewartet, denn auf einmal breitete sich ein selbstgefälliges Grinsen auf seinem Gesicht aus, als alle Augen der Großen Halle auf mir lagen und schon wieder kam ich mir wie einer Meute ausgeliefert vor. Doch an Schamesröte war jetzt nicht zu denken, da die Wut auf Deverill alles in den Hintergrund stellte. Er musste immer alles kaputt machen. Dieser Vollidiot hatte bis jetzt zwar noch - fast - keinem von meinem Angebot für Umbridge erzählt, aber jetzt reichte es einfach. Wieso musste er mich denn immer wieder provozieren. Hatte ihm meine Ohrfeige von vor ein paar Wochen denn nicht gereicht?
Deverill's selbstgefälliges Grinsen brannte sich beinah in mein Gehirn und schäumte dort die Wut noch einmal auf.
»Da hat jemand seine Tage«, sang Deverill in einem kindlichen Singsang-Ton und die Wutröte in meinem Gesicht hätte der von Onkel Vernon wohl nie mehr gleichen können.
»Was zum Teufel willst du, Deverill?«, knurrte ich und wäre ihm am liebsten sofort ins Gesicht gesprungen, mit ausgefahrenen Krallen und einem gefährlichen Fauchgeräusch, das dem von Mrs Norris wohl sehr ähneln würde. Es hätte mich nicht gewundert, wenn meine Augen Blitze schießen könnten. In der Halle war alles ruhig, alles lauschte unserem Wortgefecht.
»Ich will, dass du uns allen endlich die Wahrheit erzählst«, sagte er nun wieder etwas ernster. »Vielleicht würden sich dann auch einige so verhalten, wie ich. Das, was du tust, ist nämlich totaler Schwachsinn.«
»Hailey, von was redet er?«, fragte nun Lavender, die verwirrt zwischen mir und Deverill hin und her sah. Doch ich funkelte ihn immer noch mit bösen Blicken an, nicht darauf erpicht, Lavender eine Antwort zu geben.
»Willst du es ihr erzählen, oder soll ich es tun?«, fragte Deverill schadenfroh. Ich wusste genau, dass es nun nichts mehr brachte, es zu leugnen. Die gesamte Große Halle hörte uns zu, einige Lehrer inbegriffen, Flucht war aus Prinzip gestrichen und eine andere Alternative fiel mir auf die Schnelle nicht ein. Außer Schweigen, was ich dann auch tat.
Jedoch sprang Deverill gleich für mich ein.
»Habt ihr euch nicht schon die ganze Zeit gefragt, warum niemand mehr Nachsitzen bekommt?«, fragte er an die ganze Große Halle gewandt und stand nun ebenfalls von seinem Sitzplatz auf. »Und warum nur die herzensgute Hailey Potter zu Umbridge gehen muss? Tja, also -«
»Deverill!«, knurrte ich warnend, doch er ließ sich nicht aufhalten.
»- unsere liebe Ms Potter ist einfach zu Umbridge gegangen und hat ihr gesagt, dass nur noch sie das Nachsitzen übernehmen wird. Anscheinend hat sie noch nicht genug Narben, die sie dann stolz herumzeigen kann.« Hatte das etwa gerade so geklungen, als ob er sagen wollte, dass ich das alles aus Ruhmsucht tat? Dass ich scharf auf neue Narben war, die mich als Querdenker markierten?
Ich sah mich in der Großen Halle um. Alle sahen mich geschockt oder die Slytherins auch schadenfroh an. Doch mich interessierte das nun recht wenig, da ich eher auf Deverill losgehen wollte.
»Das ist echt erbärmlich«, sagte ich diesem nun mit bösem Blick, jedoch mit versucht ruhiger Stimme. »Du denkst wirklich, dass ich das alles nur mache, damit ich mehr Ruhm bekomme? Du denkst wirklich, dass ich diese Narben gerne trage? Tja, tut mir leid, wenn du so denkst, aber, wenn es dir lieber ist, dann kannst ja du nächstes Mal gegen Voldemort kämpfen, wenn er versucht, einen von uns zu töten. Mal sehen, wie du da rauskommen willst, oder ob du das überhaupt überlebst.« Ohne irgendjemandem noch einmal einen Blick zu zu werfen, verließ ich die Große Halle unter einem mysteriösen Getuschel, das ich sogar noch hören konnte, als ich das Schloss verließ und zum Quidditchfeld lief. Die Wut, die ich im Magen spürte, würde für das kommende Spiel wohl nicht gut werden. Slytherin spielte so oder so schon unfair genug und manche Spiele waren schon mal wegen Brutalität verschoben worden, da musste Gryffindor nicht auch noch kontern.
Schweigend zog ich mich in der Kabine um, während meine Teamkollegen nun auch alle kamen, um sich auf das Spiel vorzubereiten. Keiner wechselte mit mir ein Wort, weder während ich mich mit Angelina, Katie und Alicia umzog, noch als wir gemeinsam mit den Jungs in dem kleinen Raum vor dem Feld warteten. Man konnte die Zuschauer hören, wie sie auf den Rängen miteinander redeten, oder auch Jubelrufe ausstießen. Von der gegnerischen Seite konnte ich leise Gesang hören, verstand die Worte jedoch nicht. Ron's Nervosität nahm anscheinend auch nicht ab, da er hinter mir zu zittern begonnen hatte.
»Okay, Leute, Konzentration ist gefragt«, sagte Angelina abschließend, kurz bevor sich die Tür öffnete und wir unter Jubel beziehungsweise Buhrufen hinaus aufs Feld liefen. Ich warf einen kurzen Blick in den Himmel; er war mit ungefährlichen, flauschigen Wolken bedeckt, also perfekte Voraussetzungen.
»Kapitäne, gebt euch die Hand«, sagte Madam Hooch. Angelina's Hand wurde kurz vom Ersatzkapitän der Slytherins Adrian Pucey - sie hatten Montague immer noch nicht gefunden - zerquetscht und schon ging es in die Luft. Ron flitzte davon zu den Torringen, während ich mich immer weiter in die Lüfte schwang und begann, Kreise über dem Feld zu fliegen, auf der Suche nach dem goldenen Schimmer des Schnatzes. Malfoy tat es mir gleich, während Lee's Stimme im Stadion ertönte.
»Und das ist Johnson - Johnson mit dem Quaffel, was für eine Spielerin ist dieses Mädchen, ich sag das schon seit Jahren, aber sie will immer noch nicht mit mir ausgehen -«
»JORDAN!«, schrie Professor McGonagall.
»- nur 'ne Spaßnachricht, Professor, ist doch ganz interessant -« Dass das Quidditchspiel noch genauso war, wie vorher - mit Lee's großartigen Kommentaren und McGonagall's Ermahnungen - machte mich ganz plötzlich etwas glücklicher und ich flog gleich etwas schneller.
»Na, Sündenbock, alles klar?«, rief mir Malfoy plötzlich zu, als wir aneinander vorbeiflogen und grinste mich hämisch an.
»Halt die Klappe, Malfoy, ich habe es für das größere Wohl getan!«, rief ich ihm wütend zu.
»Den Satz kenn' ich von irgendwoher«, meinte er grinsend und flog weiter. Kurz runzelte ich die Stirn über diese Aussage, bevor ich wieder meine Kreise zog und Lee's Kommentaren lauschte.
»- und Johnson ist unter Warrington durch, hat Urquhart stehen lassen, sie - autsch - hat einen Klatscher von Crabbe von hinten abgekriegt … Urquhart fängt den Quaffel, fliegt zurück übers Feld und - hübscher Klatscher war das jetzt von George Weasley, Klatscher an den Kopf von Urquhart, der lässt den Quaffel fallen, Katie Bell fängt ihn, Katie Bell aus Gryffindor gibt einen Rückpass zu Alicia Spinnet und Spinnet ist auf und davon, saust an Pucey vorbei, weicht einem Klatscher aus - war knapp, Alicia - und die Leute lieben das, hören wir ihnen mal zu; was singen die denn?«
Und als Lee innehielt, um zu lauschen, drang der Gesang glasklar und überdeutlich aus dem grünsilbernen Slytherinmeer heraus:
»Weasley fängt doch nie ein Ding,
Schützt doch keinen einz'gen Ring,
So singen wir von Slytherin:
Weasley ist unser King!
Weasley ist dumm wie'n Plumpudding,
Lässt jeden Quaffel durch den Ring,
Weasley sorgt für unsern Gewinn,
Weasley ist unser King.«
»- und Alicia gibt zurück an Angelina«, rief Lee jetzt lauter, um anscheinend den Gesang zu übertönen. Erschrocken und gleichzeitig noch wütender sah ich zu Ron herüber, der unbeholfen vor seinen Torringen hin und her hüpfte und seine Ohren die Farbe von hochroten Tomaten angenommen hatten. Die Slytherins hatten anscheinend auf die feige Methode gebaut, dass sie Ron mit diesem Lied nervös machen könnten. Was anscheinend auch hervorragend klappte, da Ron's Ohren wie die Blinker eines Autos zu mir herüberstrahlten. »Komm schon, Angelina! Sieht aus, als wär sie frei vor dem Hüter! SIE SCHIESST - SIE - aaah!« Miles Bletchley, der Hüter der Slytherins, hatte den Schuss abgewehrt und warf den Quaffel zu Pucey, der damit im Zickzack zwischen Katie und Angelina davonraste. Der Slytheringesang war nun noch lauter.
»Weasley ist unser King,
Weasley ist unser King,
lässt jeden Quaffel durch den Ring,
Weasley ist unser King.«
Ich gab kurz die Suche nach dem Schnatz auf und drehte meinen Besen zu Ron, der einsam vor seinen Ringen schwebte, während der massige Pucey auf ihn zuraste.
»Und das ist Pucey mit dem Quaffel, Pucey auf dem Weg zum Tor, außer Reichweite der Klatscher, hat nur noch den Hüter vor sich -«
Der Gesang schwoll noch mehr an.
»Weasley fängt doch nie ein Ding!
Schützt ja keinen einz'gen Ring!«
»- das ist nun die erste Bewährprobe für den neuen Hüter der Gryffindors Ron Weasley, Bruder der Treiber Fred und George und viel versprechendes neues Talent in der Mannschaft - komm schon, Ron!« Doch die Freudenschreie aus den Slytherinrängen und das enttäuschte Stöhnen der Gryffindors waren selbstsprechend: Ron war hektisch in die Tiefe gestürzt, die Arme weit ausgebreitet und der Quaffel war geradewegs hindurch in Ron's Mittelring geschossen.
»Tor für Slytherin«, drang Lee's Stimme durch die Rufe der Menge, »also steht's zehn zu null für Slytherin - einfach Pech, Ron!«
Die Slytherins sangen noch lauter:
»WEASLEY IST DUMM WIE'N PLUMPUDDING!
LÄSST JEDEN QUAFFEL DURCH DEN RING!«
»- und Gryffindor jetzt wieder im Ballbesitz und Katie Bell prescht übers Feld -«, rief Lee trotzig, doch der Gesang war jetzt so ohrenbetäubend laut, dass er sich kaum noch Gehör verschaffen konnte.
»WEASLEY SORGT FÜR UNSERN GEWINN!
WEASLEY IST UNSER KING!«
»Hailey, MACH HINNE!«, rief Angelina, als sie an mir vorbeischoss, und ich bemerkte, dass ich minutenlang in der Luft geschwebt und das Spiel verfolgt hatte, ohne auch nur einen Gedanken an den Schnatz zu verschwenden.
Entsetzt schraubte ich mich hoch und zog weiter meine Kreise, ohne auch nur den kleinsten Schimmer zu sehen. Malfoy zog genauso Kreise durchs Stadion, behielt mich jedoch immer wieder im Auge. Anscheinend war er sich sicher, dass ich den Schnatz zuerst entdecken würde.
Als er knapp an mir vorbeiflog - und ich ihn leise »Weasley ist unser King« mitsingen hörte - fiel mir plötzlich ein Manöver ein, dass mir Viktor Krum letztes Jahr beigebracht hatte. Hermine und er hatten etwas wie eine Beziehung gehabt und irgendwie hatte ich mich eben mit ihm angefreundet. Wir hatten natürlich auch viel über Quidditch geredet und irgendwann hatte er mir den Wronski-Bluff beigebracht. Ein extrem gefährliches, jedoch nicht minder effektives Manöver, das ich perfekt beherrschte.
Und sofort erhaschte ich meine Chance, als Malfoy direkt neben mir flog: Abrupt senkte ich meinen Besenstiel, sodass mein Besen steil nach unten zeigte und machte einen senkrechten Sturzflug. So, wie ich es mir erhofft hatte, folgte mir Malfoy nur weniger Sekunden später. Ein diabolisches Grinsen stahl sich auf mein Gesicht, als ich dem Boden immer näher kam und der Wind an meinen Haaren zog.
»- der Schnatz wurde gesehen! Der Schnatz wurde gesehen!«, verkündete Lee lautstark durch das magische Mikro und plötzlich sahen alle auf Malfoy und mich. Sehr gut, dann hatte ich ja noch Zuschauer, und direkt dort, wo ich hinsteuerte, waren die Slytherinränge, die nun aufgehört hatten zu singen. Sie würden direkt sehen, was ich mit ihrem Sucher anstellte. Hautnah!
Selbst als der Boden nur noch wenige Meter von mir entfernt war und ich immer noch auf ihn in einem senkrechten Sturzflug zuraste, zog ich meinen Besen nicht hoch.
Dass Malfoy noch nicht kapiert hatte, dass der Schnatz überhaupt nicht vor uns war, machte mir mal wieder klar, wie unsäglich dumm er eigentlich war.
Er tauchte plötzlich neben mir auf und meine Chance konnte wohl nicht besser sein, also zog ich vielleicht einen Meter über dem Boden hoch. Wie eine Bekloppte riss ich den Besenstiel hoch und flog mit einem Affenzahn wieder nach oben. Malfoy hatte damit nicht gerechnet, hatte gedacht, dass der Schnatz kurz vor uns war, und war mit einem markerschütternden Knacken auf dem Boden aufgeschlagen.
Mit einem triumphierenden Lachen, das von dem Gejohle und dem begeisterten Rufen der Gryffindors begleitet wurde, flog ich einige kurze Runden im Stadion und blieb weit von dem Häufchen Malfoy entfernt und weit oben stehen, um mir mein Werk anzusehen.
Das Stadion tobte, als sie sahen, wie sehr es Malfoy erwischt hatte, und lachte über die Slytherins, die nun empörte und geschockte Rufe von sich gaben.
»Ha! Friss Staub, du eingebil-«
»JORDAN, EIN WORT MEHR UND ICH LASSE SIE VON DER SCHULE WERFEN!« Die Ansage war klar und deutlich, jedoch ließ Lee es sich nicht nehmen leise nebenbei weiterzujubeln, dass das erste Sahne gewesen war.
Doch lange konnte ich meinen Sieg nicht auskosten, da Madam Hooch auf mich zugeschossen kam.
»Potter, was sollte das?«, kreischte sie wütend und mit hochrotem Kopf, als sie kurz vor mir stehen blieb.
»'N Eins-A Wronski-Bluff«, antwortete ich lässig und ließ mich auf meinem Besen etwas zurückfallen, sodass es etwas bequemer war und ich sie triumphierend anlächeln konnte.
»Ein Wronski-Bluff?«, kreischte sie, während die Gryffindors immer noch johlten und klatschten. »Sind Sie noch ganz bei Sinnen? Ein solches Manöver ist nur in der Profiliga erlaubt!«
»Ich wüsste nicht, warum es hier verboten wäre«, sagte ich. »Wir dürfen doch Manöver aus der Profiliga verwenden. Dadurch werden wir doch auch nur so gut wie die Profis.« Hooch schnaubte einmal kurz verächtlich und blies dann lautstark in ihre Pfeife, sodass alle im Stadion verstummten und es mir beinah die Ohren wegpustete.
»Strafstoß für Slytherin wegen Gefährdung eines Spielers!«, rief sie und augenblicklich brach ein wütender Tumult der Gryffindors aus. Schon wollte sie weiterfliegen, um das Spiel weitergehen zu lassen.
»Was?«, kreischte ich fuchsteufelswild und flog ihr hinterher. Blitzschnell schob ich mich vor sie, sodass ich ihr den Weg versperrte und sie stehen bleiben musste. »Die Slytherins spielen schon das ganze Spiel durch unfair, ihr dämliches Lied macht uns alle noch viel aggressiver und Sie geben mir eine Strafe für ein genormtes Manöver?«
»So sind die Regeln, Potter«, antwortete sie grimmig.
»Das können Sie doch nicht machen!«, kreischte ich. »Das ist komplett beschi-«
»Hüten Sie ihre Zunge, Potter, das war komplett unsportlich von Ihnen«, entgegnete sie.
»Unsportlich? Unsportlich!? Ich war sportlicher, als das gesamte Slytherinteam zusammen und das nennen Sie unsportlich? Sind Sie noch ganz dicht?« Noch einmal pfiff Hooch in ihre Pfeife und rief dann ins Stadion hinein: »Zwei weitere Strafstöße für Slytherin wegen Beleidigung des Schiedsrichters.« Grimmig blickend flog sie weiter und ließ mich nur kochend vor Wut zurück.
»Was?«, kreischte ich wieder über die beleidigenden Rufe der Gryffindors gegen Hooch hinweg und wollte schon wieder auf sie losgehen, doch es würde wohl wirklich wenig bringen, also entschied ich mich lieber dazu, zu Ron zu fliegen, der nun, angesichts der drei Strafstöße sichtlich unter Druck stand.
»Keine Sorge, Ron«, rief ich ihm zu, als ich vor den Toren stehen blieb. »Das schaffst du! Da bin ich mir sicher! Aber das war einfach notwendig.«
»Notwendig?«, rief er mir wütend zu, wenn nicht sogar genauso wütend, wie ich. »Daran war nichts notwendig! Du hättest das Spiel genauso weitergehen lassen sollen! Wegen dir muss ich jetzt diese Strafstöße halten. Vielen Dank auch, bist 'ne tolle Freundin.« Empört über seine Worte keifte ich sofort wieder zurück, während ich ihn stinksauer anfunkelte.
»Wie bitte? Hast du sie noch alle? Drehen jetzt etwa alle durch?«
»Vielleicht solltest du den Fehler mal zur Abwechslung bei dir suchen«, rief er mit hochroten Ohren.
»Du kannst mich mal, Ron!«, kreischte ich. Was bildete der sich denn eigentlich ein? Dachte er etwa, dass ich das aus Spaß gemacht hatte, nur um ihm eins reinzuwürgen?
Ich wendete aggressiv und flog dann sofort weg, sodass ich mich nicht noch vergaß. Als ich begann, wieder meine Kreise über dem Stadion zu ziehen, sah ich, wie Malfoy mit Hilfe von seinen Teamkollegen vom Boden gekratzt wurde. Fast feuerspeiend vor Wut hielt er sich die blutende Nase und sah zu mir hoch.
»Der Schnösel steht doch tatsächlich noch mal auf«, grummelte ich verwundert vor mich hin, als er unter Protest seines Team wirklich noch mal auf den Besen stieg, während er noch stark aus der Nase blutete. Das Spiel ging nach wenigen Minuten, in denen sich alle wieder auf ihrem Platz eingefunden hatten, weiter.
Abwechselnd warfen die drei Jäger der Slytherins auf das Tor und trafen auch dreimal.
Verärgert über mich selbst, Hooch und eigentlich die ganze Welt flog ich starr weiter, suchte nach dem Schnatz und nach einer halben Stunde stand es bereits sechzig zu null und ich bekam fast das panische Verlangen, den goldenen Schimmer einfach nur zu sehen.
Dann kam endlich die kleine Erlösung durch Angelina und es stand sechzig zu zehn.
Jedoch antworteten die Slytherins sofort mit »Weasley ist unser King«.
Ich zog weiter Kreise, beobachtete den aus der Nase blutenden Malfoy und plötzlich passierte es: Malfoy entdeckte den goldenen Schimmer am anderen Ende des Stadions und preschte los, ich reagierte eine Millisekunde später und raste ihm hinterher.
Jedoch wurde meine Jagd nach dem Schnatz kurz unterbrochen, da Malfoy zwischen Crabbe und Goyle hindruchflog, die beide gleichzeitig die beiden Klatscher auf mich abfeuerten und ich nur knapp ausweichen konnte, indem ich mich kräftig von meinem Feuerblitz abstieß und einen Sprung wagte. Der Feuerblitz blieb so lange in der Luft stehen, bis die Klatscher unter mir hindurchgesaust und ich aus meinem Sprung wieder auf meinem Besen gelandet war. Und sofort preschte ich weiter hinter Malfoy her.
»Was ein Ausweichmanöver von Hailey Potter, der Gryffindor-Sucherin, die einem Doppelklatscher mit einem Sprung von ihrem Besen ausweicht«, rief Lee begeistert über die singenden Slytherins. »Ich glaube, der Schnatz ist jetzt wirklich gesichtet worden.« Nun hatte ich Malfoy erreicht, der schon die Hand nach dem kleinen goldenen Schnatz ausstreckte … auch ich streckte meinen Arm aus, raste an die Seite von Malfoy, der ins Leere griff …
Nach zwei mir unendlich lang vorkommenden Sekunden war es vorbei - meine Finger schlossen sich um den kleinen Ball - Malfoy's Fingernägel kratzen vergebens über meinen Handrücken - ich zog meinen Besen nach oben, flog höher und höher, sodass ich in der Mitte des Feldes schwebte, den goldenen Ball fest in der Hand, und das Gryffindor-Publikum schrie vor Begeisterung …
»Hailey Potter hat den Schnatz«, brüllte Lee. »GRYFFINDOR HAT GEWONNEN!« Wir hatten gewonnen, es war egal, dass Ron sich diese Tore eingefangen hatte, niemand würde mehr davon reden, denn Gryffindor hatte gewonnen -
WAMM!
Ein Klatscher traf mich mitten ins Kreuz und ich flog vornüber vom Besen. Da ich so hoch geflogen war, war eine weite Tiefe unter mir und der harte, gefrorene Boden kam immer näher.
»Fangt sie auf! FANGT SIE AUF!«, schrie Lee durch das Mikro. Ich sah einige Körper an mir vorbeifliegen, Schreckensrufe waren zu hören, während der Boden immer näher kam und der Wind in meinen Ohren pfiff.
Ich stieß einen Schrei aus und schloss die Augen, wartete auf den endgültigen, tödlichen Aufprall, doch er kam nicht.
Einige Meter über dem Boden spürte ich plötzlich, wie sich mein Umhang um meinen Hals zuzog und wie ich im Flug abgebremst wurde, jedoch so ruckartig und plötzlich, dass ich verzweifelt nach Luft schnappte und mit den Füßen in der Luft strampelte.
»Nimm meine Hand, Hailey!, rief einer der Zwillinge mir zu und streckte mir seine handschuhbedeckte Hand hin. Aus Reflex ergriff ich sie, immer noch nach Luft ringend, da mir mein eigener Umhang die Luft abschnürte, mir jedoch auch gleichzeitig das Leben rettete. Ich wurde auf einen Besen gezogen und klammerte mich an die Person, die diesen flog. Nach wenigen Sekunden konnte ich erkennen, dass es George war; Fred war derjenige gewesen, der mich am Umhang in der Luft abgefangen hatte. Dieser wurde nun losgelassen, sodass ich wieder Luft bekam.
»Halt dich fest«, rief George mir zu, was ich so oder so schon längst tat, und langsam landeten wir. Ich zitterte am ganzen Körper, als ich mich erst langsam von George Rücken entfernte und abstieg.
»Alles okay bei dir?«, fragte er mich. Zittrig und etwas unsicher nickte ich kurz. Zur Sicherheit stützte er mich noch am Arm, als unsere Teamkollegen bei uns landeten.
»Geht's dir gut, Hailey?«, fragte Katie sofort.
»Mi-mir geht's gut, danke«, sagte ich und sah, wie Madam Hooch hoch oben in der Luft mit einem der Slytherinspieler schimpfte.
»Es war Crabbe, der gemeine Hund«, sagte Angelina zornig, »der hat den Klatscher genau in dem Moment auf dich geschleudert, als er sah, dass du den Schnatz hast - aber wir haben gewonnen, Hailey, wir haben gewonnen!« Angelina's Jubel wurde von einem verächtlichen Schnauben hinter mir unterbrochen und als ich mich umdrehte, sah ich Malfoy, der in der Nähe gelandet war und ein höhnisches Grinsen aufgesetzt hatte. Das wurde jedoch etwas durch seine immer noch blutende Nase etwas geschwächt.
»Hast Weasley den Hals gerettet, was, Potter?«, sagte er gehässig. »Ich hab noch keinen miserableren Hüter gesehen … aber er ist ja auch dumm, wie'n Plumpudding … hat dir mein Lied gefallen, Potter?«
Ich antwortete nicht, sondern kehrte ihm nur den Rücken zu und nahm die Glückwünsche meiner Mannschaftskameraden entgegen. Alle standen um mich herum, jubelten mit dem Gryffindor-Publikum, stießen Fäuste siegesreich in die Luft, ließen den Wronski-Bluff Revue passieren.
Na ja, alle bis auf Ron. Der landete nahe den Torringen und trottete anscheinend alleine in Richtung Umkleideräume.
»Wir wollten eigentlich noch ein paar Verse schreiben!«, rief Malfoy, während Katie und Alicia mir um den Hals fielen. »Aber wir haben keinen Reim auf fett und hässlich gefunden - wir wollten was über seine Mutter singen, weißt du -«
»Dem sind eben die Trauben zu sauer«, sagte Angelina und hielt Fred auf, der anscheinend schon den Versuch unternehmen wollte, auf Malfoy loszugehen.
»- und nichtsnutziger Verlierer konnten wir auch nicht einbauen für seinen Vater, verstehst du -«
Angelina zerrte weiter an Fred's Arm, da er nicht nachgeben wollte.
»Lass ihn!«, sagte sie. »Lass ihn, Fred, lass ihn schreien, der ist nur beleidigt, weil er verloren hat, der aufgeblasene, kleine -«
»- aber du magst die Weasleys, nicht wahr, Potter?«, höhnte Malfoy weiter, »verbringst deine Ferien und so bei denen, stimmt's? Ich verstehe nicht, wie du den Gestank dort aushalten kannst, aber ich vermute mal, wenn du bei Muggeln aufgewachsen bist, riecht sogar die Bruchbude der Weasleys noch ganz erträglich -«
»Nein, George nicht!«, rief ich und stemmte mich mit aller Kraft gegen George's Brust, als der versuchte auf Malfoy loszugehen. Angelina, Katie und Alicia hatten derweil Mühe, Fred zurückzuhalten. Verzweifelt sah ich mich nach Madam Hooch um, die immer noch mit Crabbe beschäftigt war.
»George, tu's nicht!«, sagte ich angestrengt und drückte weiter mit meinem ganzen Gewicht gegen ihn, um ihn vor Schlimmerem zu bewahren. »HOOCH!«, keifte ich zu ihr hoch, doch sie hörte es nicht.
»Oder vielleicht«, sagte Malfoy, »vielleicht, weißt du noch, wie das Haus von deiner Schlammblutmutter gestunken hat, Potter, und der Saustall bei den Weasleys erinnert dich daran -«
»Halt's Maul, Malfoy! Halt endlich dein dreckiges Maul!«, rief ich aufgebracht und merkte gar nicht, wie ich nicht mehr gegen George's Brust drückte. Nun stürmte ich selbst auf Malfoy zu, rasend vor Wut, ohne die Zeit meinen Zauberstab zu zücken. Ich holte einfach mit der Faust, in der ich noch den Schnatz hatte, aus und rammte sie direkt auf Malfoy's Kiefer. George hatte ebenfalls die Initiative ergriffen, jedoch war es bei ihm nicht nur ein Schlag. Er drosch auf Malfoy ein, jeden einzelnen Zentimeter. Und auch ich beteiligte mich. Als Mädchen hatte ich zwar nicht wirklich viel Kraft, jedoch wusste ich, wo es richtig weh tat.
»Hailey! HAILEY, GEORGE! NEIN!«
Mädchenstimmen kreischten, Malfoy schrie vor Schmerz, George fluchte lauthals, ein Pfiff gellte und die Menge ringsherum brüllte, jedoch scherte ich mich nicht darum. Ich war gerade so wütend, so rasend vor Wut, dass ich erst aufhörte, auf Malfoy einzutreten, als jemand »Impedimenta!« rief und die Kraft des Fluches mich nach hinten warf.
»Was tun Sie da?«, schrie Madam Hooch, da sie sich anscheinend von Crabbe hatte loseisen können, als ich mich aufrappelte. Sie war es anscheinend auch gewesen, die den Lähmzauber auf mich abgefeuert hatte. Malfoy krümmte sich auf dem Boden, er wimmerte und stöhnte und hatte eine Platzwunde am Kopf. Vorhin hatte ich gehört, wie es knackte, als ich wieder auf ihn eingetreten hatte, vielleicht hatte ich ja auch noch einmal seine Nase erwischt. George schnaufte schwer und hatte eine geschwollene Lippe. Fred wurde immer noch von den drei Jägerinnen in Schach gehalten, und Crabbe gackerte im Hintergrund. »Ein solch unsportliches Verhalten habe ich ja noch nie gesehen! Zurück ins Schloss, Sie beide, und schnurstracks ins Büro ihrer Hauslehrerin! Marsch! Sofort!«
George und ich marschierten keuchend und kein Wort wechselnd vom Feld. Das Brüllen und Johlen der Menge verklangen, als wir die Eingangshalle erreichten und zu Professor McGonagall's Büro gingen.
Kaum hatten wir die Tür der Büros erreicht, da kam sie auch schon den Korridor hinter uns entlanggeschritten. Den Gryffindorschal, den sie trug, riss sie sich vom Hals, während sie auf die Tür zeigte und wütend sagte: »Rein da!«
George und ich gingen hinein, McGonagall trat bebend vor Zorn hinter den Schreibtisch und sah uns wütend an. Den Schal warf sie neben sich auf den Boden.
»Nun?«, sagte sie. »Ich habe noch nie so einen blamierenden Auftritt erlebt. Was bei Merlin's Bart hat Sie dabei geritten?«
»Malfoy hat uns provoziert«, sagte George steif.
»Sie provoziert?«, rief sie und schlug mit der Faust auf den Tisch. »Er hat nun mal verloren, oder? Natürlich wollte er sie provozieren! Aber was um alles in der Welt kann er gesagt haben, dass gerechtfer-«
»Er hat meine Eltern beleidigt«, knurrte George. »Und hat Hailey's Mutter ein Schla … Sie-wissen-schon-Was genannt!«
»Aber anstatt es Madam Hooch zu überlassen, die Sache zu regeln, haben Sie einfach entschieden, ein Muggelduell daraus zu machen? Von Ihnen hätte ich wirklich nichts anderes erwartet, Mr Weasley, aber, dass sich ein Mädchen auch noch da hineinstürzt, hätte ich nie gedacht, Ms Potter. Eine kluge Hexe, wie Sie -«
»Chrm, chrm!«
George und ich wirbelten herum. Dolores Umbridge stand da in einem pinken Kostüm und einem grünsilbernen Schal, deren Farben sich widerlich bissen. Sie lächelte genau auf die Art, die bevorstehendes Unheil ankündigte.
»Kann ich Ihnen helfen, Professor McGonagall?«, fragte Umbridge in ihrem Süßholzraspelton.
Das Blut schoss in McGonagall's Gesicht.
»Nicht nötig, Dolores, ich weiß, wie ich mit meinen Schülern umzugehen habe«, sagte McGonagall und wandte sich dann wieder an George und mich, doch schon als sie den Mund öffnete, unterbrach Umbridge sie mit einem weiteren Chrm, chrm.
»Ja?«, fragte McGonagall gereizt.
»Ich denke, was der Ausbildungserlass Nummer fünfundzwanzig besagt, haben Sie wohl vergessen, Minerva«, sagte Umbridge. »Darin heißt es ausdrücklich, dass einzig die Großinquisitorin von Hogwarts - das bin ich - die Befugnis hat, den Schülern ihre Strafen aufzubürden. Und ich denke, dass Ms Potter den morgigen Tag wohl nicht mit Freizeit, sondern in meinem Büro beim Nachsitzen verbringen wird.«
»Und was ist mit Mr Weasley?«, fragte McGonagall. »Nicht nur Ms Potter hat eine Strafe verdient.«
»Ach, Sie wissen noch gar nichts davon, Minerva?«
»Ich soll wovon noch nicht wissen?« Und dann gab Umbridge meine ach so tollkühne Aufopferungsgeschichte zum Besten. George neben mir warf mir immer wieder komische Blicke zu, die beinah schrien, dass er mir das nie zugetraut hätte.
»Aber … aber … das ist doch … nicht möglich!«, sagte McGonagall, nachdem Umbridge geendet hatte.
»Oh doch, das ist es. Deswegen wird Ms Potter wohl den morgigen Tag bei mir verbringen. Aber Sie haben natürlich völlig Recht. In Anbetracht der Tatsache, dass Mr Weasley ebenso Schuld an den Verletzungen des jungen Mr Malfoys hat, würde ich noch hinzufügen, dass wir diesen beiden verbieten müssen, jemals wieder Quidditch zu spielen.«
»Verbieten?«, fragte ich und meine Stimme klang seltsam brüchig. »Dass wir je wieder spielen?«
»Ja, Ms Potter, ich denke, ein lebenslanges Spielverbot wird das Problem lösen«, sagte Umbridge und ihr Lächeln wurde noch breiter, als sie den entsetzten Blick zwischen George und mir sah. »Für Sie und Mr Weasley, und ich denke, um sicherzugehen, muss auch dem Zwillingsbruder dieses jungen Mannes Einhalt geboten werden. Wenn seine Mannschaftskameradinnen ihn nicht zurückgehalten hätten, dann hätte er Mr Malfoy sicherlich ebenfalls angegriffen. Natürlich beschlagnahme ich Ihre Besen und verwahre sie sicher in meinem Büro, aber ich bin nicht ungerecht: der Rest der Mannschaft darf weiterspielen; bei ihnen habe ich keine Anzeichen von Gewalt entdecken können. Nun, einen schönen Tag noch.« Und so ging sie mit einem breiten Grinsen aus dem Büro und hinterließ ein entsetztes Schweigen.
