6. Alex Danvers


Alex sollte überhaupt nicht hier sein. Sie sollte zu Hause bei ihrer Familie sein, auf ihrer eigenen Erde. Bei Maggie, Ruby und Kathy. Stattdessen war sie hier auf Erde-1, wo ihr das Glück noch nie hold gewesen war, und steckte mal wieder bis zum Hals in Schwierigkeiten.

Sie war natürlich wegen Kara hier. Weil Kara erfahren hatte, dass der schlimmste Feind, den sie jemals gehabt hatte, der Zerstörer von Argo City, der Mörder ihrer Mutter, hier in Universum-1 war und diese Erde bedrohte. Und weil es für Alex immer schon eine ihre Hauptaufgaben gewesen war Kara zu beschützen, beschützte sie sie auch nun weiterhin, hier in der fremden Welt. Immerhin war Kara ihre kleine Schwester, und sie war ein Omega, ein Omega mit einem eigenen Kind, also musste irgendjemand sie im Auge behalten, jemand der nicht telepathisch und emotional durch ein Gefährtenband mit ihr verbunden war und deswegen durch ihre Gefühle beeinflusst wurde. Natürlich hatten sich James, Winn, und J'onn offenbar genau dasselbe ebenfalls gedacht, doch keiner von ihnen war der Alpha, der Kara schon immer beschützt hatte, das war nur Alex.

Und ganz abgesehen davon war das hier Saras und Barrys Heimaterde, und Alex war nicht so kalt, dass sie bereit war daneben zu stehen, wenn Menschen, die ihr nahe standen, in Schwierigkeiten waren; wenn ihre Freunde Hilfe brauchten, dann war sie bereit zu helfen. Auch wenn sie dadurch Gefahr lief ihre Familie im Stich zu lassen.

Seit sie Cathy vor vier Jahren adoptiert hatten, hatte sie und Maggie viel an ihren Leben geändert, waren Kompromisse eingegangen, und hatten viel zurückgesteckt, denn ein Baby zu haben war etwas anderes als einen Teenager aufzuziehen, ein Baby brauchte um einiges mehr Zuwendung und Schutz.

Also hatte sich Maggie versetzen lassen und in ihrem neuen Job beim Omega-Schutz mehr Zeit hinter dem Schreibtisch als auf der Straße verbracht. Und auch Alex hatte zurückgesteckt. Sie hatte sich auf ihre Laufbahn als Medizinerin des DEOs konzentriert und war weniger auf die Straße gegangen, auch wenn ihr das wirklich schwer gefallen war, und sie mit ihrem neuen Leben erst letztes Jahr, als J'onn ihr die Leitung des DEOs übergeben hatte, Frieden geschlossen hatte, weil sie erst dadurch das Gefühl gehabt hatte für diese Welt alles zu tun, was nötig war, und für Kara alles zu tun, was nötig war.

Natürlich hatte es in den letzten vier Jahren immer wieder Ausnahmesituationen gegeben, in denen Alex und Maggie trotzdem in der ersten Reihe zu finden waren, wenn es um die Verteidigung der Erde und der Unschuldigen ging, aber niemals war Alex soweit gegangen, dass sie nach der Gefahr gesucht hatte, noch dazu in einem anderen Universum.

Bis jetzt. Ich sollt wirklich nicht hier sein. Aber ich bin es. Und jetzt muss ich das Beste aus dieser Situation machen….

„Wo sind Ray und J'onn?", wollte sie von Sara wissen. Sie warteten nun bereits einige Minuten am Sammelpunkt, mit der mutmaßlichen Motherbox, die immer noch gut verstaut in Ralph Dibneys Körper war, doch nicht ihr gesamtes Team hatte sich hier eingefunden. Es waren lediglich Sara, Mick Rory, Amaya Jiwe, der Erde1- Leonard Snart, Ralph, und Alex anwesend. Von Nora West-Allen, Ray, und J'onn fehlte jede Spur. Und niemanden war entgangen, dass es ausgerechnet die Omegas fehlten. Um Nora mussten sie sich vermutlich keine Sorgen machen, sie war ein Speedster und schon vor ihrem Rückzug aus der Lagerhalle abgerufen worden um den anderen Team zu helfen. Doch J'onn und Ray waren ihre Rückendeckung gewesen und sollten eigentlich schon lange hier sein.

„Verdammt!", fluchte Sara, „Ich fürchte, sie wurden erwischt."

Sie hatte es kaum gesagt, als Mick Rory auch schon dabei war zur Lagerhalle zurückzukehren. Alex machte Anstalten ihn zu folgen. „Wohin geht ihr? Wartet!", befahl ihnen Sara.

„Was denkst du denn, wohin wir gehen? Zurück die Omegas retten! Wenn du denkst, ich würde meinen Omega im Stich lassen, dann kennst du mich schlecht", brummte Rory wenig enthusiastisch.

„Wenn sie gefangen sind, dann brauchen wir einen Plan um sie zu befreien, wir können nicht einfach blind dorthinein laufen!", ermahnte sie Sara, „Und wir müssen immer noch die Motherbox in Sicherheit bringen. Wir waren schon einmal in so einer Situation, Alex, weißt du noch? Ich habe damals versprochen, dass wir unseren Omega zurückbekommen werden, und wir haben ihn zurückbekommen. Diesmal wird es genauso sein."

Alex verbiss er sich gerade noch darauf hinzuweisen, was aus besagtem Omega inzwischen geworden war, weil das unfair wäre. Sara war nicht an Barrys Schicksal Schuld, aber wenn Alex J'onn jetzt im Stich lassen würde, dann wäre sie an seinem Schicksal sehr wohl Schuld.

„Das damals war eine vollkommen andere Situation. Wir waren in feindlichem Territorium und wussten nicht, was los war. Diesmal sind wir im Vorteil, unsere Feinde haben keine Ahnung, wie viele wir waren, was wir bei ihnen wollten, und ob wie Erfolg damit hatten, aber jeden Moment, den wir verschwenden unsere Freunde nicht zu helfen, steigen die Chancen, dass sie verhört werden", erwiderte Alex, „Wir müssen zumindest versuchen in Erfahrung zu bringen, was mit ihnen passiert ist."

„Ray kann auf sich selbst aufpassen, genau wie J'onn, nehme ich an. Natürlich werden wir sie retten, aber die Mission ist wichtiger. Die Existenz der gesamten Erde steht auf dem Spiel", widersprach Sara.

„Wenn es Rip wäre, wärst du anderer Meinung", meinte Mick nur, „Ich gehe jetzt Ray holen. Versuch nicht mich aufzuhalten." Das Letzte klang ziemlich eindeutig nach einer Drohung.

Sara seufzte. „Na gut, dann geht. Aber wir müssen die Motherbox in Sicherheit bringen. Amaya und ich werden Ralph zurück zum Hauptquartier eskortieren, Leonard kann mit euch gehen." Offensichtlich war sie der Meinung, dass die anderen beiden Alphas einen Beta als Sitter brauchten. Alex nickte um ihr Einverständnis zu signalisieren und musste sich dann aber schon beeilen um Mick noch hinterher zu kommen, da der andere Alpha schon losgestürmt war.

Sie waren zu dritt noch nicht besonders weit gekommen, als Nora vor ihren Nasen auftauchte. „Hier bin ich wieder, was ist passiert?", wollte sie wissen.

„Haben die restlichen Omegas verloren", brummte Mick, „Wir müssen zurück um sie einzusammeln."

„Kein Problem, ich laufe voraus und spähe die Lage aus", meinte Nora und war dann schon wieder weg. Speedster, Alex dachte immer wieder, dass sie sich nie an die und ihr nervöses Wesen gewöhnen würde.

„Hört mal, ich weiß, dass ihr angespannt seid, aber es ist wichtig, dass wir ruhig bleiben", meldete sich dieser Snart zu Wort, „Mit Panik ist Raymond und dem Marsianer nicht geholfen."

„Ich bin nicht panisch", erwiderte Alex nur, auch wenn das nicht vollkommen stimmte. Ja, wenn es abgesehen von Kara jemanden auf dieser Welt gab, den sie absolut zutraute auf sich selber acht zu geben, dann war diese Person J'onn, aber zugleich musste sie sich auch immer vor Augen halten, dass er der letzten seiner Art war. Nach dem Tod seines Vaters war er außerdem auch der letzte Hüter des Wissens der grünen Marsianer. In einen heiligen Ritual hatte er das Wissen sämtlicher Glaubens- und Kulturhüter, die ihm vorausgegangen waren, in sich aufgenommen, womit er nun im wahrsten Sinne des Wortes das Erbe der grünen Marsianer darstellte. Wenn er und M'gann jemals Kinder haben sollten, dann würde er dieses Wissen an diese Kinder weitergegeben, doch bis dahin war sein Überleben der einzige Weg dieses Wissen zu bewahren. Und jede Art von Kopfverletzung erhöhte das Risiko, dass etwas von diesem Wissen verloren gehen würde, selbst wenn J'onn selbst überleben würde.

Alex schuldete es dem Mars also aus zwei Gründen J'onn zu retten: Um dafür zu sorgen, dassJ'onn sicher nach Hause kam, und um dafür zu sorgen, dass das Erbe des Mars' sicher nach Hause kam.

Ich hätte ihn niemals mitnehmen dürfen, egal wie sehr er darauf bestanden hat…. Immerhin war sie nun die Leiterin des DEO und nicht mehr J'onn, sie hatte das Sagen, auch wenn es ihr immer noch schwer fiel sich an diesen Gedanken zu gewöhnen.

Aber es war zu spät um an ihren Entscheidungen zu zweifeln, sie musste mit ihnen leben und versuchen das Beste aus ihnen zu machen.

Nora tauchte wieder auf. „Die Luft scheint rein zu sein, aber das Lagerhaus wirkt verlassen, seid also auf den schlimmsten Fall vorbereitet", meinte sie. Den schlimmsten Fall. Nein, an den schlimmsten Fall wollte Alex gar nicht erst denken.

Sie näherten sich vorsichtig dem Lagerhaus. Vor kurzem war hier noch die Hölle losgewesen. Ein Kampf hatte vor dem Lagerhaus getobt, ein Raumschiff war aufgetaucht, doch nun wirkte alles verlassen. Von Olivers Gruppe war nichts zu sehen, genauso wenig wie von Black Siren und ihren Verbündeten.

Alex wollte gerade befehlen das Lagerhaus zu stürmen, als zwei Gestalten aus diesem gehumpelt kamen. Allerdings handelte es sich wohl nicht um Ray und J'onn, es sei denn Ray verfügte seit Neuesten ebenfalls über gestaltenwandlerische Fähigkeiten. Es waren nämlich eindeutig zwei Frauen, die aus dem Lagerhaus gehumpelt kamen, noch dazu zwei Alpha-Frauen.

Einen Moment lang dachte Alex es würde sich bei einer der beiden Frauen um Black Siren handeln, doch dann erkannte sie das zerrissene Kostüm wieder – es war Black Canary, die Erde-1-Laurel Lance. Diese ganze Doppelgänger-Geschichte ist mir im Grunde genommen viel zu verwirrend.

„Das ist Kendra", stellte Snart in Bezug auf die zweite Frau fest.

„Wen kümmert's? Wo sind Schmalzlocke und der Marsianer?", wollte Mick wissen. Das war eigentlich auch Alexs Frage, doch Nora war ohne auf den entsprechenden Befehl zu warten, gleich auf die beiden Alpha-Frauen zugelaufen und machte nun bei ihnen halt.

Alex tauschte einen Blick mit Snart, und gemeinsam mit Mick blieben sie noch weiterhin in Deckung. Sie konnten allerdings hören, was die anderen besprachen.

„Wir suchen Onkel Ray und J'onn", erklärte Nora den beiden Frauen.

„Sie sind in Gefangenschaft geraten", erklärte Laurel, „Genau wie wir. Black Siren hatte es wirklich auf mich abgesehen, und Kendra wurde von diesem Raumschiff abgeschossen."

Kendra nickte abgehackt. „Einer meiner Flügel wurde beschädigt, ich bin abgestürzt. Als ich zu mir kam, waren nur noch Laurel und ich an Stühle gebunden in dieser Lagerhalle dort. Mitten unter einem Haufen Zukunftstech von Per Degadon", berichtete sie.

„Aber was wurde aus den anderen?", wollte Nora wissen.

„Sie haben sie mitgenommen. Mit auf das Raumschiff", erklärte Laurel, „Zunächst wollten sie uns auch mitnehmen, doch dann haben sie sich anders entschieden, ich weiß auch nicht warum. Selbst wenn diese Neuen Götter nur die Omegas wollten, hätte ich doch gedacht, dass Black Siren mich auf jeden Fall tot sehen will. Also habe ich sie gefragt, warum sie mich zurücklässt. Und sie hat gesagt: Damit du deinen Vater, deinen Schwester, deinen Mann und deinen Adotivsohn gemeinsam mit allen anderen auf der Erde, die dir wichtig sind, sterben sehen kannst. Ich will, dass du leidest. Der Tod wäre eine Gnade für dich. Und dann ist sie den anderen und den Omegas an Bord des Raumschiffes gefolgt."

Sie lügt. Alex wusste nicht, woher sie das wusste, aber sie wusste es einfach. Diese Geschichte erschien ihr einfach nicht glaubwürdig. Soviel wollte sie den anderen mitteilen, doch Rory war schon zu Nora und den anderen Alphas hinübergeeilt. Snart wollte ihm folgen, doch Alex hielt ihn am Arm fest. „Es könnte Black Siren sein, die sich für Laurel ausgibt", erinnerte sie ihn. Er betrachte sie einen Moment lang nachdenklich, dann nickte er. „Verstanden, ich werde die Augen offen halten", meinte er und ging dann ebenfalls hinüber zu den anderen. Alex hingegen schlich sich vorbei und betrat die Lagerhalle.

„Aber wer hat meinen Gefährten mitgenommen und wohin?!", hörte sie Mick lautstark fragen, während sie sich in der Lagerhalle umsah. Tatsächlich wirkte sie verlassen. Ihre panische Suchaktion hatte Spuren hinterlassen, aber niemand von ihren Feinden war hier noch zu sehen. Sie schienen wirklich alle verschwunden zu sein. Und sie haben J'onn.

„Agent Danvers, kommen", meldete sich Cisco in ihrem Ohr, „Sara hat uns gesagt, dass ihr zurück zur Lagerhalle gegangen seid. Braucht ihr Verstärkung?"

Alex blickte sich noch einmal traurig um. „Negativ", meinte sie, „Wir haben J'onn und Ray verloren, sie wurden gefangen genommen, aber dafür konnte Kendra geborgen werden."

„Was ist mit Laurel? Oliver wird nicht erfreut sein, wenn sich herausstellen sollte, dass wir zu allem anderen auch noch seine Ehefrau verloren haben", meinte Cisco.

„Das ist noch unsicher. Hier ist jemand, der von sich behauptet Laurel Lance-Queen zu sein, aber …." Sie führte den Satz nicht weiter.

„… sie könnte auch Black Siren sein, ja ich verstehe. Sie hat dieses Wer bin ich?-Spielchen früher immer gerne gemacht. Bringt sie einfach mit, wir werden schnell herausgefunden haben, welche der beiden Laurels sie ist", vervollständigte Cisco ihren Satz.

„Verstanden", bestätigte Alex und trat hinaus zu den anderen, die alle in eine tiefe Diskussion verstrickt zu sein schienen.

„Und?", wollte sie wissen, und hielt ihre Waffe bereit, „Ist sie es?"

„Es gibt nichts, das darauf hindeutet, dass sie nicht Black Canary ist", meinte Snart. Die anderen nickten. Alex jedoch war nicht überzeugt. „Nun, es gibt Mittel und Wege das herauszufinden. Nehmen wir sie erst mal mit", erklärte sie.

Laurel Lance, welche auch immer es war, lächelte sie verständnisvoll an. „Ich kann dein Misstrauen nachempfinden, Alex. Nach allem, was sich Black Siren in der Vergangenheit geleistet hat, bin ich mehr als jede andere dafür sicher zu gehen, dass ihr es auch wirklich mit mir zu tun habt und nicht mit ihr", meinte sie mild.

Alex glaubte ihr kein Wort.


Es stellte sich heraus, dass Curtis im Kampf schwer verletzt worden war und immer noch operiert wurde. Also übergab Alex die Laurel an Kara und zog sich Gummihandschuhe und einen Kittel über, bevor sie sich zu Julian Albert, Caitlin Snow, und Brainy in den improvisierten OP in der Krankenstation des JLA-Hauptquartiers begab.

„Wir konnten die meisten der inneren Blutungen stoppen, doch seine Werte sind sehr schlecht", erklärte Julian, „Es kann sein, dass er zu allem Überfluss auch noch vergiftet wurde."

„Ich muss mir seine Blutwerte ansehen", beschloss Alex, „Operiert ihr inzwischen weiter und macht ihn dann zu. Je länger wir an ihm herum werken ohne zu wissen, was mit ihm nicht stimmt, desto größer das Risiko. Habt ihr Blut?"

„Die Liga hat Blutkonserven für die Blutgruppen all ihrer Mitglieder auf Vorrat vorhanden", erklärte Caitlin.

Praktisch, aber es sagte auch viel darüber aus, was die Liga von Krankenhäusern hielt.

Alex nahm Curtis Blut ab und machte sich dann daran es zu testen. Dank des fortschrittlichen medizinischen Equipments, das die Liga von StarLabs geerbt hatte, hatte sie schnell ein Ergebnis vorliegen.

„Vergiftungswerte sind positiv. Es ist kein auf der Erde bekanntes Toxin, aber ich habe so etwas schon einmal gesehen. Vor ein paar Jahren hat jemanden damit auf unserer Erde gewütet. Brainy sollte das Gegenmittel in seiner Gedächtnisdatenbank gespeichert haben", teilte Alex den anderen mit.

„Wenn jemand andere die medizinische Assistenz hier übernimmt, dann kann ich es synthetisieren", meinte Brainy, und Alex tauschte Platz mit ihm.

Unterdessen nähten Julian und Caitlin den Patienten zu. „Das war's", erklärte Caitlin, „Er ist zu."

„Ich kann das Gegenmittel nicht synthetisieren. Es fehlen einige kritische Zutaten", meldete sich Brainy zu Wort.

„Und welche? Gebt mir eine Aufstellung, und ich sehe zu, ob ich sie bekommen kann", meinte Julian.

„Vielleicht sollte ich das lieber machen. Ich habe die besseren Verbindungen", merkte Caitlin an. Julian sah sie einen Moment lang misstrauisch an, nickte dann aber.

Brainy reichte Caitlin eine Liste. Sie warf einen kurzen Blick darauf und meinte dann: „Das könnte schwierig werden, aber ich werde mein Bestes geben." Dann verließ sie den OP.

„Ich behalte solange den Patienten im Auge und versuche ihn am Leben zu halten", meinte Julian.

Alex nickte. „Okay. Brainy, hilf ihm dabei, ich versuche inzwischen herauszufinden, was es Neues gibt", meinte sie. Sie wollte wissen, was die anderen aus Black Siren herausbekommen hatten.

Sie fand Kara und Winn alleine vor den Besprechungszimmer stehen. „Und? Hat Black Siren geredet?", wollte sie dann wissen.

Kara schüttelte den Kopf. „Nun, nein, die anderen haben festgestellt, dass es sich ohne Zweifel nicht um Black Siren sondern um ihre Version von Laurel Lance handelt", erklärte sie bitter.

„Aber … das kann nicht stimmen", meinte Alex, „Ich bin mir sicher, dass diese Frau nicht die ist, die sie vorgibt zu sein."

Winn räusperte sich. „Nun, wie ich bereits Kara erklärt habe, sollten wir doch davon ausgehen, dass Oliver seine eigene Ehefrau erkennen würde, oder? Und außerdem konnte Dr. Wells keine Erde-2-Varianz in ihrer DNS feststellen, sondern nur Erde-1. Sie ist es wirklich", behauptete er.

„Das kann nicht sein, gib mir das!" Alex nahm ihn sein Pad mit den Ergebnissen des medizinischen Scans von Black Siren ab. Und sie traute ihren Augen nicht. Winn hatte recht. Diese Werte waren alle in Ordnung.

„War Wells mit ihr allein, als er diesen Test gemacht hat?", wollte sie wissen.

„Oh, nein, Cisco und ich waren die ganze Zeit bei ihm. Medizinisch gesehen ist sie Laurel Lance von Erde-1", erwiderte Winn.

„Hat Gideon diese Werte gegengecheckt?", erkundigte sich Alex.

„Ja, nachdem sie Kendras Flügel repariert hat, hat sie noch einmal alle Tests mit Laurel durchgeführt, da Kara darauf bestanden hat", versicherte ihr Winn, „Ich weiß, was du denkst. Du denkst sie hat unser aller Hirn mit ihren Kräften beeinflusst, aber eine K.I. kann sie nicht täuschen."

Alex wechselte einen erstaunten Blick mit Kara. „Ich war mir so sicher … ich war mir so sicher, dass sie nicht Laurel ist, sondern Black Siren", gab sie zu.

Kara nickte bitter. „Ich weiß, ich ebenfalls", meinte sie, „Jetzt weiß ich, wie sich Mon-El gefühlt hat, als Jeremiah zurückgekommen ist, und er als Einziger ihm gegenüber misstrauisch war." Alex konnte seine damaligen Gefühle mit einem Mal ebenfalls gut nachvollziehen. „Was ist mit ihm und James, sind sie auch misstrauisch?", wollte sie wissen.

Kara schüttelte den Kopf. „Nein, Mon-El würde sich natürlich auf meine Seite schlagen, wenn ich ihn darum bitten würde, aber …. Im Grunde glaubt er den Werten und Olivers und Saras Einschätzung, genau wie James. Und Winn." Bei diesen Worten warf sie ihrem Freund einen vorwurfsvollen Blick zu.

„Medizinische Daten und K.I.s aus der Zukunft irren sich nicht!", verteidigte sich Winn.

Alex warf dem Beta einen zweifelnden Blick zu. Und sah dann Kara an und konnte in deren Blick erkennen, dass ihre Schwester dasselbe dachte wie sie. Irgendwie war es Black Siren gelungen alle davon zu überzeugen, dass sie die Laurel Lance von Erde-1 war, und die Einzigen, die sie durchschauten, waren aus irgendwelchen Gründen die Danvers-Schwestern.

Doch was sollten sie nun mit diesem Wissen anfangen? Und wie sollten sie ihre Feindin davon abhalten ihren Freunden etwas anzutun, wenn ihnen niemand glaubte?


A/N: Es gibt eine sehr offensichtliche Erklärung dafür, warum Kara nicht von Black Siren getäuscht werden konnte und eine etwas kompliziertere warum Alex nicht von ihr getäuscht werden konnte.

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