Das Kapitel ist ein bissel kurz geraten, sorry!

Kapitel 10 Entführt!

Harry überkam das bekannte Gefühl durch einen Gummischlauch gezwängt zu werden. Als es wieder nachließ, befand er sich in einer

düsteren Eingangshalle, mit sich abschälenden Tapeten, einem verschlissen Teppich, einen alten, mit Spinnenweben überzogenen

Kronleuchter, der die Gestalt von Schlangen hatte und an deren Wänden, schiefe, altersgeschwärzte Porträts hingen. Harry hatte das

Gefühl in dem Haus eines sterbenden zu stehen. Wo um alles in der Welt hatte Dumbledore ihn hin verschleppt? Er wirbelt zu dem Mann

herum. „WAS FÄLLT IHNEN EIGENTLICH EIN? SIE KÖNNEN MICH DOCH NICHT EINFACH SO ENTFÜHREN! ICH KANN SIE ANKLAGEN DESWEGEN! LASSEN SIE MICH SOFORT GEHEN!" Harry kochte vor Wut. Nur die mit Ann viel

geübte Selbstbeherrschung hielt ihn davon ab seinen Schulleiter an zu greifen. Mit einmal gingen die mottenzerfressenen Samtvorhänge

auseinander, aber hinter ihnen befand sich keine Tür. Sie enthüllten ein Lebensgroßes Portrait einer alten Frau mit schwarzer Haube, die

schrie und schrie, als ob sie gefoltert würde. Die Alte sabberte und verdrehte ihre Augen, beim Schreien spannte sich ihre gelbliche haute

straff übers Gesicht und nun erwachten hinter ihnen, überall in der Halle die anderen Porträts und fingen ebenfalls an zu schreien. „Dreck!

Abschaum! Ausgeburten von Schmerz und Niedertracht! Halbblüter, Mutanten, Missgeburten, hinfort von hier! Wie könnt ihr es wagen

das Haus meiner Väter zu besudeln-" Es war so laut, dass Harry, ganz automatisch, ungesagt (wie er nur noch zauberte) einen

Taubheitszauber über seine Ohren legte. Lupin und Sirius kamen herbei gestürzt und versuchten die Vorhänge wieder zu schließen,

während Mr. Weasley durch die Halle eilte und die anderen Porträts schockte. Als endlich wieder alle Vorhänge zu gezogen waren,

befreite Harry sich von dem Zauber und stierte wieder wütend, als wäre nichts geschehen, zu Dumbledore hinüber. „Was ist denn in euch

gefahren, so einen Lärm zu machen?", fragte Mrs. Weasley, die jetzt auch aus der Küche kam. Dann sah sie Harry. „Harry mein Lieber!

Schön dich zu sehen, wir haben uns ja solche Sorgen gemacht. Wo warst du denn? Wie du dich verändert hast, bist ja richtig in die Höhe

geschossen, genau wie Ron, nur nicht so schlaksig. Du bist ja richtig kräftig geworden, hast du denn die ganzen Ferien lang nur trainiert?"

Unter ihren endlosen, geflüsterten Wortschwall drückte sie Harry an sich und strahlte in die Runde. Doch ihr lächeln gefror schnell, als sie

sah, was für Blicken Harry Dumbledore schickte. „Was ist denn los?", fragte sie ziemlich verwirrt. „Ihr müsst bestimmt hungrig sein.

Molly ist mit dem Frühstück fast fertig. Geht doch schon mal in die Küche, ich hole nur noch schnell die Kinder und dann könnt ihr uns ja

erzählen wie die Anhörung gelaufen ist und so", sagte Mr. Weasley gekünstelt fröhlich. „Nein lass Arthur. Ich mache das schon. Geht

doch schon mal in die Küche und räumt den Tisch an. Für Tonks auch, sie müsste in einer viertel Stunde von der Nachtschicht kommen",

meinte Mrs. Weasley und eilte die Treppe hinauf. „Lasst uns doch in die Küche gehen", drängte Lupin, als sie immer noch in der

Eingangshalle standen. „Ich werde nicht mit essen können, ich habe leider keine Zeit und muss jetzt wieder los. Sirius, würdest du bitte

den Apparierschutz wieder aktivieren? Und passt gut auf Harry auf, lasst ihn nicht aus dem Haus", sagte Dumbledore und warf Harry

einen besorgten Blick zu. „Er wird euch sicherlich gleich alles erzählen." Jetzt reicht´s. In Harry brodelte es gefährlich und seine Augen

funkelten wütend, während Sirius davon ging und der Schulleiter sich dem Ausgang zu gewand hatte. Am liebsten hätte Harry wieder

angefangen Dumbledore an zu brüllen, doch er musste sich beherrschen. Wenn er sein Zorn nicht bändigte, würde sein Oklumentikschutz

zusammenbrechen, das durfte er nicht riskieren, es stand einfach zu viel auf dem Spiel. „Professor Dumbledore," begann er also mit

gefährlich ruhiger Stimme, „ich dachte, ich hätte ihnen klar und deutlich gesagt, dass ich nicht vor habe meine restlichen Ferien an diesem

Ort zu verbringen. Wenn sie also die Freundlichkeit hätten und mich gehen lassen würden." Mr. Weasley und Lupin starrten ihn an. Dumbledore seufzte. „Ich habe es dir schon erklärt. Ich kann dich nicht gehen lassen, das wäre viel zu gefährlich. Wir kennen diese Leute

ja nicht einmal und wenn du da nur unter Kindern bist, kommt es eh nicht in Frage. Ich komme bald wieder und dann werden wir sehen."

Er wand sich der Tür zu und hatte die Klinke schon runter gedrückt, als Harry noch leise sagte: „Sie können mich hier nicht fest halten.

Ich will niemanden weh tun, aber ich habe nicht vor hier zu bleiben. Sie sind nur mein Schulleiter, nicht mein Aufpasser und ich bin nur ihr

Schüler, vergessen sie das nicht." Der Angesprochene drehte sich noch einmal zu Harry um und schaute ihn traurig an. Dann öffnete er die

Tür und verließ mit wehenden Umhang das Haus.