Verzweifete Jungfrauen


Vorbereitungen

„Wie findest du das Top?" fragt Ginny.
„Hm mir gefällt es sehr gut," lüge ich.
„Was, das kann sie nicht tragen!" Lavender schüttelt den Kopf.
Ginny dreht sich vor dem großen Wandspiegel.
„Findest du auch es ist zu klein für mich?" Sie beugt sich vor und begutachtet ihren Ausschnitt. „Ich finde es passt ganz gut zu mir."
„Aber so etwas trägst du doch sonst nie," erinnere ich sie.
Normalerweise trägt meine beste Freundin immer normale T-Shirts ohne Ausschnitt und kommt auch so gut beim anderen Geschlecht an. Ich verstehe nicht warum sie sich dieses grottenhässliche Teil gekauft hat.
„Warum hast du eigentlich dieses grottenhässliche Teil gekauft?" Lavender spricht mir aus der Seele.
Ginny dreht sich überrascht zu ihr um, die es sich auf meinem Himmelbett mit Süßigkeiten gemütlich gemacht hat.
„Wieso hässlich?" fragt sie ruhig, doch man merkt, dass sie versucht Unsicherheit in ihrer Stimme zu verbergen.
„Wieso hässlich?" wiederholt Lavender ungläubig. Sie steht auf und stellt sich neben Ginny vor dem Spiegel. „Siehst du dass denn nicht?" Sie deutet auf ihr Top. Es ist genau dasselbe was Ginny trägt.
„Ach was wann hast du es gekauft?" fragt Ginny spitz.
„Letzte Woche," antwortet Lavender scharf. Ginny zwinkert mir zu.
„Ich habe das Top schon im letzten Schuljahr gekauft."
„Kannst du dass auch beweisen?" Die Herausforderin hat die Arme vor ihrem Bauch verschränkt. Natürlich kann meine Kleine das.
„Hier ist der Bon," kläre ich die Sache auf und hole ein labbrig aussehendes gelbes Stück Pergament aus meinem Galleonenbeutel. Daraufhin klatscht Ginny triumphierend in die Hände. Parvati, die neben mir liegt, sieht mich überrascht an.
„Warum hebst du die Einkaufbelege anderer Leute auf?" will sie wissen.
Weil ich eben Hermine bin," will ich ihr antworten, doch man will doch nicht allzu ehrlich mit den Leuten sein.
„Weil wir damals zusammen bezahlt haben." Belustigt sehen Lavender und Parvati mich an.
„Klamotten, davon haben wir aber noch nie was gesehen." Lavender kichert.
Gerade zieht sie sich das Top über den Kopf und schmeißt es in die Ecke. Vor uns steht sie nur noch mit einen roten Spitzen-BH bekleidet. Wenn Sirius sie jetzt sehen könnte…
„Ich habe auch nie vorgehabt sie zu tragen," versuche ich zu erklären.
Entsetzt muss ich im nächsten Moment feststellen, dass Lavender, Parvati und Ginny sich an meinen Koffer zu schaffen machen.
Mist, warum habe ich vergessen ihn abzuschließen? Innerlich verfluche ich mich selbst. Wenige Sekunden später werden sie leider fündig. Siegerisch halten sie einen roten Minirock und ein rosa Top in die Höhe. Röte verdunkelt mein Gesicht. Oh man Hermine warum hast du dir das ausgesucht? Warum? Jetzt werden sie dich damit aufziehen. Mir wird ganz schwindelig. Ich torkle ein wenig im Sitzen auf meiner weichen Matratze herum.
Ginny hält den Kopf schief. „Hermine, ich habe doch gesagt dass es ihnen gefallen wird."
Nun starre ich verlegen nach unten.
„Wirst du es heute Abend anziehen?" höre ich eines der Mädchen sagen.
Nein, will ich antworten, doch zu meiner eigenen Überraschung nicke ich nur.
„Ja", sage ich schließlich.
Ginny lächelt mich fröhlich an. Die ganze Zeit hat sie mich gedrängt die Sachen anzuziehen. Sie haben mir doch so gut gefallen und ich habe doch so sexy damit ausgesehen. Doch ich habe im Nachhinein festgestellt, dass die Sachen doch ein wenig zu kurz sind, für meinen Geschmack. Normalerweise trage ich normale Jeans und T-Shirts. Damit sehe ich doch ganz nett und hübsch aus, finde ich.
„ Du siehst in deinen Sachen die du immer anhast langweilig aus," wirft plötzlich Lavender ein. Kann die Frau meine Gedanken lesen? Ich erinnere mich, dass sie eine sehr begabte Möchtegern-Seherin ist. Prüfend blicke ich in ihre Augen. Reine Intuition das ganze, beruhige ich mich.
„Also würdet ihr das anziehen?" Ich deute auf den Rock, den Lavender, die gerade seine Länge von gerade mal dreißig Zentimeter feststellt und diese Neuigkeit mit einen Hüsteln würdigt dass sich anhört wie „Hermine."
Und dann auf das Top, wo Parvati gerade eine knappe Menge von Stoff bestimmt.
„Ich würde das anziehen."
„Wirklich." Dabei ziehe ich eine Augenbraue hoch, Ginny nickt.
„Komm du ziehst das jetzt an. Keine Widerrede." Sie hört sich schon fast so an wie ihre Mutter. Was Mrs Weasley sagt, muss gemacht werden. Widerwillig beginne ich mich halb nackt an zu ziehen wie ich finde.

+0+

„Warum hat das denn so lange gedauert? Ich warte schon eine ganze Stunde auf dich."
„Wirklich?" Ein kurzer Blick auf die Uhr und er nickt schließlich entschuldigend.
„Tut mir echt leid ich musste mich noch schön machen." Lässig streicht er sich durch die Haare und sieht sein Gegenüber entschuldigend an.
„Warum kommst du so spät." Wütend schaut Millicent krempelt einen Ärmel hoch und schaut auf ihre Uhr. Schon seit einer Stunde wartet sie hier im Klo, im zweiten Stock. Wäre Myrte nicht gewesen, wäre sie schon längst gegangen. Der Mädchengeist hat sich bis vorhin einen Spaß daraus gemacht ihren Snape zu verspotten und sie sah es wie schon sooft als ihre heilige Pflicht an dem Einhalt zu gebieten. Schließlich verschwand der Toilettengast heulend im Abflussrohr. Dort heult Myrte immer noch, doch weder die Schlange noch der Löwe lassen sich davon beeindrucken.

„Niemand verstehst mich. Myrte hat keine Freunde," ertönt es immer wieder vorwurfsvoll gedämpft.

Nun holt sie aus ihrem Umhang ein plumpes Päckchen heraus. Es ist mit schmutzigen Zeitungspapier eingewickelt.
„Hier," sagt sie als er eine Hand öffnet als ob sie es eilig loswerden will.
„Schnell," fordert sie barsch als der Gryffindor das Plumpe in seiner Hand mit beiden Händen prüfend befühlt und betastet.
„Ist das alles was ich dir aufgeschrieben habe?" fragt er unbeeindruckt von den Versuch Millicents die ihm den Gegenstand wieder entreißen will.
Vielleicht war das doch so keine gute Idee gewesen. Die Sache mit dem Liebestrank. Der Junge sieht doch nicht weniger klug aus als ich, denkt sie.
Doch ist es nicht der einzige Junge auf dieser ungerechten Welt, der gesagt hat, dass er sie verstehen will und auch der Junge der gesagt hat , er finde das sie und Snape perfekt zusammen passen? Eigentlich ist er doch der einzige Mensch dem Millicent blind vertrauen kann.
„Ja alles."
Sie nickt.
„Wann wird es soweit sein?" Die Frage brennt ihr schon die ganze Zeit auf der Zunge. Gesagt hat er vor ein einer Woche drei Monate. Doch sie will ein genaues Datum.
„Februar, wie wäre es am Valensdienstag Millicent?" Ihre Miene erhellt sich.
„Der Tag der Liebe." Murmelt sie verträumt.
„Ja der Tag der Liebe." Wiederholt er.
„Jeder Tag kann doch der Tag der Liebe sein für mich."
„Wirklich?" Sie hebt den Kopf.
„Ja." Er nickt.
„Und heute ist auch der Tag der Liebe. Hoffe ich."
„Was ist denn heute?" fragt sie in einen beiläufigen Ton. Angestrengt versucht sie zu Unwissenheit zu verbergen da sie überhaupt keine Ahnung hat wovon er spricht. Pansy und die anderen Slytherins haben sich alle seit gestern so merkwürdig verhalten. Und wie schon sooft hat es niemand für nötig gehalten der fetten Kuh Millicent zu sagen was los ist. Niemand versteht sie. Tränen treten in ihre Augen.
Mist, denkt sie. Beiläufig schafft sie es noch kurz mit ihren Ärmeln über ihr plumpes Gesicht zu wischen.
„Hatte was in Auge." Murmelt sie entschuldigend zu ihrem Gegenüber, den Blick nun starr auf den Boden gerichtet.
„Hat dich wohl niemand eingeladen zur Party," fragt er, aus eine seiner Hosentaschen holt er nun eine Zigarette hervor. Lässig lehnt er sich an eine Klotür.
Sie schüttelt den Kopf.
„Nein, nein, ich geh nicht zu Party," stammelt sie.
„Wieso denn nicht?" Er bietet ihr einen Zug von seiner Zigarette an.
Als der unbekannte Rauch in ihren Mund strömt hustet sie. Es ist unverkennbar ihre erste Zigarette. Aber dennoch versucht sie auszusehen als raucht sie eine Schachtel pro Tag. Wie alle will sie so sein wie alle anderen. David durchschaut sie, sagt jedoch nichts.
„Glaubst du das Snape dich mehr versteht als die Anderen?" Fragt er. Sie nickt.
„Obwohl er immer so mies mit im Unterricht umgeht?" Wieder nickt sie.
„Und du willst den Liebestrank immer noch brauen?" Fragt er weiter und steckt sich eine neue Zigarette an. Wieder lehnt sie sein Angebot ab. Rauchen war so widerlich wie sie immer gedacht hat. „Ja ich will den Liebestrank brauen. Wenn du mir hilfst."
Sie nickt. Er lächelt erleichtert erleichtet. Ja er fühlt mit ihr er will das sie und Snape zusammenkommen.
„Aber dafür verlange ich auch eine Gegenleistung." Sie hebt überrascht den Kopf.
Eine Gegenleistung?
Und sie hatte geglaubt er würde nett sein.
„Draco, mein Cousin, du sollst ihm dass heute Abend einflössen. Schau jetzt nicht so. Ich werde dich mitnehmen auf die Party." Er reicht dem verdutzten Mädchen einen Trank.
„Sorge dafür dass er ihn noch vor Betreten der Party trinkt."
„Aber.." Sie schüttelt den Kopf.
„Sonst kannst du deinen Snape Lebewohl sagen." Demonstrativ drückt er die Zigarette vor ihren Füssen platt.
„Ok ich mach's." Sie nickt und steckt den Trank sorgsam weg.

+O+

„Neville was hast du denn an?" rufe ich begeistert.
Der Angesprochene blickt verunsichert zu mir herauf. Ich stehe vor der Tür unseres Schlafsaals. Lavender, Ginny und Parvati sind immer noch nicht fertig. Seit geschlagenen zehn Minuten warte ich nun hier. Neville blickt mich verunsichert an.
„Mm, ich war im Laden einkaufen. Im selben wohin Zabini immer geht. Der Verkäufer meinte wär ganz hip. Aber wenn du es nicht…"
„Nein, nein," unterbreche ich ihn lächelnd. Es fällt mir schwer zuzugeben, dass ich Zabini danken will. Neville hat ein Hemd an, das ihn auf magische Weise schlank erscheinen lässt, sogar muskulös.
„Du siehst toll aus," ruft Lavender, die soeben mit Ginny und Parvati erschienen ist. Alle sehen toll aus. Neben ihnen fühle ich in meinen Qutfit weniger nackt.
Begeistert haben wir Mädchen nur noch Augen für den pausbäckigen Jungen. Dicht an dicht stehen wir unten im Gemeinschaftsraum um ihn herum.
„Wo hast du das Teil gekauft?" will die zickige Romilda Vane wissen, die sich immer zu dick fühlt.
„Bei Mr. Brandon," antwortet Neville. Ein anerkennendes Gemurmel geht durch die Menge.
Wir Mädchen kennen den Laden alle, dort sollen die best gekleidetsten Zauberer einkaufen gehen. Da der Laden ziemlich teuer sein soll, frage ich mich, wie in Gottesnamen Neville das bezahlen konnte.
„Neville, wie konntest du das bezahlen?" Es ist Lavender die fragt.
Was für eine Überraschung. Langsam bekomme ich echt Angst.
Schließlich bewege ich mich ein paar Schritte von ihr weg.
Meiner Meinung nach ist sie mir aber immer noch zu nah.
Gegen einen muskulösen Körper.
„Aua kannst du nicht aufpassen," meckert jemand mich an.
Schnell drehe ich um.
Wütend blicke ich in die dunklen Augen von David Malfoy.
„Oh hmm, Granger." Du bist es nur."
Lässig durchstreicht er sich die Haare. Langsam finde ich das einfach nur dämlich, warum tut er dies ständig? Innerlich verbiete ich mir einzugestehen, dass es mich anmacht wenn er das macht.
Auch seine Augen, sein ganzer Körper ist sexy. Schade, dass ich das nicht früher bemerkt habe.
„Na, willst du mit mir gehen?"
„Mit dir gehen?" erwidere ich perplex.
„Zur Party. Millicent wartet unten auf mich. Ich bin hier zu sagen, dass ihr in Gruppen der Reihe nach zum Quiddichfeld zu den Kabinen kommen sollt."
Er holt etwas aus seiner Tasche hervor. „Karten hier." Er reicht sie mir.
„Leg die dahin, auf den Tisch. Hey Leute die Karten wer mitkommen will."
Ich habe keine Ahnung was darauf steht als ich beobachte wie sich ein enger Kreis um einen runden Tisch drängt und mehrere Hände danach schnappen. Aus dem Augenwinkel beobachte ich wie der Schulsprecher ein paar von den jüngeren Gryffindors die neugierig vor ihren Schlafsaaltüren stehen, zurück ins Bett schickt und sie anweist ruhig zu sein und nichts den Schulleitung zu sagen. Cooler Schulsprecher muss ich zugeben, so wäre ich nächstes Jahr auch gern, denke ich.
„Ok, Hermine, los gehen wir! Parvati, Lavender, Ginny und Neville ihr könnt auch mit mir mitkommen,." weist David uns an.
Mit sanfter Gewalt zieht er mich schließlich aus dem Poträtloch der fetten Dame. Widerwillig folgen die anderen mir.
„Übrigens, du siehst echt scharf aus," flüstert mir der junge Malfoy ins Ohr.
Komischerweise muss ich im nächsten Moment gegen massive Errötung im Gesicht ankämpfen. Lächelnd atme ich ein und aus. Mittlerweile scheine ich röter als eine überreife Tomate zu sein. Ginny ist die erste die es bemerkt. Sie grinst an und gibt ein lautes Kichern von sich, sodass David sich neugierig zu ihr umblickt. Dabei streicht sein Blick meinen Gesicht und setzt ein triumphierendes Lächeln auf: „Ich wusste immer, dass dir was an mir liegt."
„Könnte dir so passen," entgegne ich finster. Mein Herz gehört nur Draco, will ich noch hinzufügen.
„Ja, ja Draco mag dich nicht. Vergiss ihn," flüstert mir eine Stimme leise ins Ohr.
Endlich sind wir da. Draußen frierend vor Kälte, in der Dunkelheit stehen wir zusammen dicht an einen Busch gedrängt. Frierend vor Kälte. Eigentlich niemand von uns hat daran gedacht einen Mantel oder Schaal mitzunehmen. Dumm gelaufen.
Nachdem wir zehn Minuten hier gewartet haben, bittet David, der meinen Körper mit seinen Armen gegen meinen Willen unauffällig gegen meinen gepresst hatte, mir seinen Umhang an. „Danke," lehne ich ab. „Aber ich glaube Ginny braucht ihn mehr als ich."
Endlich schaffe ich es mich aus seiner Umklammerung mit einer beiläufigen Elenganz zu befreien. Schnell schiebe ich mich an Ginnys Platz und drücke Ginny dabei an meinen alten Platz. Die Geschubste schenkt mir ein dankbares Lächeln, als sie sich gegen eine große Gestalt presst.
„Ginny, du gehst aber ran." Neville nickt ihr anerkennend zu. Daraufhin grinst der Gemeinte zufrieden.
„Ginny ich lad dich heute ein. Dafür das du meinen Körper wärmst."
Was für eine billige Anmache ist das denn?
„Aber ja doch gerne. Vielleicht noch ein paar Drinks mehr," stimmt Ginny begeistert zu. Neville, ich und Lavender schenken uns viel sagende Blicke. Wenn wir nicht wüssten, was sie vorhat würden wir sie komplett für taktlos und verrückt halten. Parvati ist gerade damit beschäftigt sich im schwachen Licht ihres Zauberstabes ein weiters Kilo Schminke auf das Gesicht zu knallen, als unser schon halbstündiges Warten, durch das Ertönen von schnellen Schritten je unterbrochen wird.
„Bleibt hier," weist uns David an, als wir aus unseren Versteck heraus rennen wollen um die zwei Gestallten die in der Dunkelheit nur schwer zu erkennbar sind in Augenschein zu nehmen. Ich sehe wie David sich nun einen Tarnumhang überwirft.
„Von Harry geliehen," erklärt er mir als ich ihn verdutzt anschaue.
„Was ist ja geil Harry hat einen Tarnumhang," flüstert Neville vergnügt.
„Hat er nicht. Hat sich den von Dumbeldore geliehen," lüge ich.
„Lüg mich nicht an. Sag es doch gleich wenn er nicht will, dass es jemand weiß." Beleidigt dreht Neville mir den Rücken zu.
Parvati und Lavender haben nichts von alldem mitbekommen, sie wissen nichts von den Tarnumhang sie wissen nur, dass man mein etwa eine halbe Stunde braucht um das halbe Gesicht Stück für Stück in eine labbrig aussehende Fettschicht einzutauchen.
„Parvati, ich habe doch gesagt dezent genügt," meckert Lavender gerade als drei Gestallten uns mitziehen in Richtung Quiddichfeld.
„Aua," beschwere ich mich hinter mir sehe ich wie eine weiter Gruppe mit Romilda Vane und ein paar andere Zicken von Gryffindors und Ravenclaws dem Busch nähern. Nun blicke ich neben mir.
„Malfoy, könntest du vielleicht ein wenig langsamer gehen?" Verliebt blicke ich den blonden Engel in der Dunkelheit ein. Warum habe ich dass Gefühl, dass er einen Blick aussetzt als hätte er Mist unter der Nase, doch diese Erkenntnis versuche ich zu vergessen.
„Stell dich nicht so an, Granger," murrt eine arrogante Stimme, die Stimme von Draco.
Ich bin ihn ganz nah ich kann seinen Atem spüren und sein Parfüm riechen. Vorsichtig schnüffle ich an seinem Umhang und dann gebe ich ein leises Würgen von mir.
Alles an meinem Traummann ist toll, habe ich früher immer gedacht, aber diesen Geruch. Ein weiters lautes Würgen. Den kenne ich doch schon seit der zweiten Klasse. Er stinkt bestialisch. Mist, dann beginne ich auch noch zu husten.
„Granger, hör auf zu husten," blafft er mich an.
Tränen steigen in meine Augen. Dabei habe ich gedacht er würde mich mögen. Ich habe doch genau gesehen, wie er mich angeschaut hat im Unterricht, in den letzten Tagen. Was war jetzt auf einmal los?
„Hier hast du ein Taschentuch," sagt Ginny freundlich, die von David mitgezogen wird. „Danke," murmele ich und falte es sorgfältig auseinander, aber gerade als ich das Taschentuch auseinander falten will, wird es mir entrissen.
„Die Nase von Millicent läuft. Sie braucht ein Taschentuch."
„Danke." Grunzt jemand schüchtern und verlegen.
Verwundert blicke ich neben Draco. Millicent Bulstrode läuft neben ihn.
„Millicent, ich dachte du…." beginne ich stammelnd.
„Was dachtest du über Millicent, Granger?" schnarrt Draco zornig.
Snape, dachte ich. Aber ich kann es nicht aussprechen.
„Ich kann es dir nicht sagen. Ich…" stammelt die Angesprochenene.
„Siehst du, lass Millicent gefälligst in Ruhe. Sie will nichts mit so einer Schlammblüterin wie dir zu tun haben," flüstert er mir leise ins Ohr.
„Malfoy, du bist ein Arsch."
„Lass Millicents Freund nur reden, Hermine," höre ich die gelassene Stimme von Dracos Cousin sagen. Aus dem Augenwinkel beobachte ich wie im nächsten Moment Millicent David einen Tritt in den Hintern gibt. Dieser taumelt ein wenig nach vorne und geht dann weiter als sei nichts geschehen.