Egal was geschieht

Das Mädchen bewegte sich unruhig von einem Fuß auf den anderen. Warum nur musste es so lange dauern? Dieser schmutzige Hut könnte doch seine Entscheidungen schneller treffen, damit sie es endlich hinter sich bringen konnte.

Erneut wollte eine Strähne ihres langen, schwarzen Haars in ihre Stirn fallen, doch sie schob es energisch zurück. Das fehlte gerade noch, dass sie jetzt strubbelig wirkte, wo sie jeden Moment aufgerufen werden konnte.

Das Mädchen sah hoch. An einem der Tische konnte sie den netten Jungen erkennen, mit dem sie sich auf der Zugfahrt unterhalten hatte. Kenneth McGonagall war ebenfalls Schotte und schon in der Fünften Klasse. Jetzt, als sich ihre Blicke trafen, lächelte er ihr zu.

Sie spürte, wie sich ihr inneres Zittern nach außen auszubreiten drohte und dachte an die Worte ihrer Mutter: „Egal, was auch geschieht, lass es dir nicht anmerken. Gehe aufrecht und gerade und schau deinem Gegenüber ins Gesicht."

Ihre Haltung straffte sich. Gerade zur rechten Zeit, denn der Applaus war verhallt und der Professor verkündete: „O'Keife, Minerva."

Mit geschmeidigen Schritten und ohne das geringste Zögern begab sich die Angesprochene zu dem berühmten Hocker. Der Professor mit den langen, braunen Haaren und dem Bart sah sie an und ihr war, als blinzle er sie aus seinen blauen Augen an.

Ehe sie darüber nachdenken konnte, wurde es dunkel und die Stimme, die so laut die Namen der Häuser ausgerufen hatte, ertönte in ihrem Inneren.

„Dann lass mal sehen, was ich hier finden kann. Hmmm … da haben wir ein hohes Maß an Loyalität, das dich auszeichne; jemand, der sich dein Freund nennen darf, kann sich ganz auf dich verlassen. Und da ist auch noch eine Menge Ehrgeiz und genügend Intelligenz, um es weit zu bringen. Keine Angst kann dich daran hindern, das zu tun, was du dir vorgenommen hast. Doch eins hast du nicht gelernt - und das ist gut so, du kannst dich nicht beugen.

Meine Wahl fällt mir leicht, du bist eindeutig eine: Gryffindor!"

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Hier hat CallistaEvans noch einmal zur Tastatur gegriffen.