„Angefangen hat damals schon alles, bevor du geboren wurdest. Ich hatte damals ein Verhältnis mit einer Frau, von der ich nicht wusste, dass sie verheiratet ist und ein Kind hat. Leider lief die Ehe nicht so besonders. Deshalb ließ sie sich auch auf mich ein. Ich habe aber erst später die Wahrheit erfahren. Eines Tages kam sie zu mir und erklärte mir, dass sie ein Kind von mir erwartet und dass sie nicht weiß, was sie tun soll. Ihr Mann hatte sich von ihr getrennt, als er erfahren hatte, dass sie ein zweites Kind bekommt. Er wollte, dass sie es abtreiben lässt, doch sie weigerte sich, ein unschuldiges Lieben zu zerstören. Daraufhin ließ er sie mit dem ersten Kind alleine und verschwand. Ich habe mich dann die ganzen neun Monate um sie und das Kind gekümmert."
„Entschuldige, du sagtest, dass das alles passiert ist, bevor ich geboren wurde. Was hat das alles mit Edge und mir zu tun?"
„Lass mich einfach erzählen, dann wirst du es schon erfahren. Als das Kind auf der Welt war, fragte sie mich, welchen Namen es bekomme sollte. Da wir die ganze Zeit dachten, es würde ein Mädchen werden, hatten wir nur Mädchennamen zur Auswahl. Das Kind war aber ein Junge. An erster Stelle hatten wir den Namen Christine und da kam mir die Idee, das Kind einfach Christian zu nennen." Gangrel schaute seinen Gegenüber prüfend an.
„Das heißt, dass mein Dad gar nicht mein Vater war, sonder du? Aber warum seit ihr dann nicht zusammen geblieben. Ich meine Mom und du?"
„Deine Mom war der Meinung, dass es besser wäre, wenn wir uns trennen. Einige Tage nach unserer Trennung erfuhr ich, dass deine Mom wieder mir ihrem Mann zusammen war. Nachdem ihr nach Kanada gegangen wart, schrieb sie mir einen Brief, in dem sie mitteilte, dass dein Dad dich wie seinen eigenen Sohn angenommen hat. Da war für mich natürlich klar, dass sie dich auch zum Slayer erziehen würden."
„Und Mom und du, ihr habt euch nie wieder gesehen?"
„Doch. Etwa zwei Jahre später erfuhr ich, dass die Ehe wieder in einer Krise steckte. Wie deine Kindheit bis zum Tod eures Vaters war, muss ich dir ja bestimmt nicht erzählen." Christian schüttelte den Kopf. Er wusste noch zu gut, was damals alles passiert war.
„Ich habe versucht mich so gut wie möglich um euch zu kümmern. Doch mit zunehmendem Alter wurde das Verhältnis zu Edge immer schwieriger. In Ihm fließt nun mal reines Slayerblut. Ich habe immer wieder versucht, mit ihm klar zukommen. Als er 13 Jahre alt war, erklärte er mir, dass ich Schuld daran gewesen sei, dass euer Dad bei dem Unfall ums Leben gekommen ist." Erst jetzt wurde Christian richtig klar, mit wem er es die ganze Zeit zu tun hatte. Erzähl weiter bat er Gangrel und fühlte sich so sicher und geborgen wie früher.
„Da eure Mom nicht wollte, dass es weiter zu irgendwelchen Konfrontationen kommt, bat sie mich zu gehen. Sie gab mit das Versprechen, dass ich dich so oft wie ich will sehen kann. Hätte ich damals, dass deine Mom so schwer krank ist, wäre ich trotz ihrer Proteste geblieben. Deine Mutter starb ja dann auch als du so gesehen gerade mal 15 Jahre alt warst. Da edge zu diesem Zeitpunkt schon 18 Jahre war, wollte er, dass du bei ihm lebst. Er hat Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, nur damit ich dich nicht zugesprochen bekam. Was er ja dann auch erreicht hatte. Somit habe ich dich dann verloren. Und das wo du mein ein und alles warst. Da es mir in der ersten Zeit nicht möglich war dich zu sehen, ohne dass es mir zu sehr weh tat, beschloss ich einfach abzuwarten."
„Wie konnte ich dich vergessen?"
„Edge kannte einige andere Vampire, die er später auch erledigt hat, die aber auf mich auch nicht so gut zu sprechen waren. Die haben ihm ein Rezept verraten, mit dem man einige Erinnerungen, vor allem die an Vampire, auslöschen kann."
„Und wieso bist du jetzt wieder aufgetaucht?"
„Nachdem mir einer meiner Leute erzählt hat, dass es zwischen die und Edge immer öfters Streit gibt, dachte ich, es wäre besser, wenn ich in deiner Nähe bin, falls etwas passiert. Ich konnte dir nur nicht sagen, wer ich bin, weil ich gemerkt habe, dass du sehr an deinem Bruder hängst. Was für mich verständlich ist. Er war immer für dich da. Und Edge hat einfach auch Angst dich zu verlieren. Ich fühle, dass sein hass nicht echt ist, sondern nur ein Schutz."
„Deshalb also hat er mir doch noch die Chance gegeben, mit dir zu reden. Ich fürchte nur, wenn ich wieder zu ihm zurückgehe, wird er mich weiter zwingen, Vampire zu jagen. Und nachdem was du mir gerade alles erzählt hast, kann ich es erst recht nicht mehr."
„Dann komm mit mir mit."
„Und was wird aus Edge? Ich kann ihn doch nicht alleine lassen."
„Vertrau mir, ich werde nicht locker lassen, bis auch er auf unserer Seite ist. Er ist nach wie vor wie mein eigener Sohn für mich. Irgendwie bin ich jetzt aber auch froh, dass du alles weißt. Versprich mir, dass wir nie mehr den Kontakt zu einander verlieren." Plötzlich klingelte Christians Telefon. Als er ran geht, macht ihn Edge zu Schnecke, warum er ihn wegen Gangrel angelogen hatte. Christian erklärte seinem Bruder, dass er dessen hass auf Gangrel nicht mehr ertragen kann.
„Eins kann ich die aber noch versprechen. Ich werde Gangrel nie wieder vor die warnen." Edge fühlte sich etwas beruhigt, da er dachte, dass Christian Gangrel nie wieder sehen wolle. Christian dagegen bat Gangrel einen Augenblick im Keller zu warten, da er etwas zu erledigen habe. Etwa zwanzig Minuten später tauchte Christian mit einigen seiner wichtigsten Sachen wieder im Keller auf.
„Lass uns gehen, ich will hier einfach nur noch weg. Ich habe Edge einen Brief da gelassen, in dem ich ihm geschrieben habe, dass du mir die Wahrheit gesagt hast und dass ich mehr Zeit mit meinem Dad haben will." Gangrel zögerte einen Moment, nahm dann aber seinen Sohn in die Arme und hielt ihn fest.
„Erschrick dich jetzt bitte nicht."
„Wo vor?" Doch bevor Christian eine Antwort bekam, biss ihm Gangrel in den Hals und machte ihn zu einem Vampir. Anschließend verließen beiden die Stadt. Als Edge von der Jagd nach Hause zurückkam, fand er den Brief von Christian.
Hi Bruderherz!
Wenn du diesen Brief findest, bin ich schon mit Gangrel weg. Ich ertrage deinen Hass auf ihn nicht länger. Vor allem jetzt, wo ich weiß, dass er mein Vater ist. Mache dir keine Sorgen um mich. Ich bin bei Gangrel in guten Händen. Sobald wir irgendwo angekommen sind, werde ich dir schreiben. Vielleicht bist da später in der Lage mit uns in Ruhe zu reden. Ich werde dich auf alle Fälle vermissen. Schließlich bist du nach wie vor mein Bruder. Es könnte allerdings gut sein, dass ich, wenn wir uns wiedersehen, nicht mehr auf der Seite der Slayer stehe, da ich mich Gangrel und seinen Leute anschließen werde.
Bitte sei nicht traurig und bitte hasse mich nicht dafür, was ich jetzt getan habe. Wenn du willst, können wir uns jeder Zeit sehen. Bitte grüße noch mal alle von mir, besonders Angel, auch ihn werde ich sehr vermissen. Er ist uns in vielen Dingen ähnlich. Was dich betrifft, ist er dir, was das Auftreten betrifft sehr ähnlich und was mich betrifft, hasst er die Vampirjagd genauso wie ich. Ich melde mich schnellstmöglich bei dir.
Tschö mit ö –
Christian
Edge legte den Brief bei Seite und starrte aus dem Fenster, als das Telefon klingelte. Zögernd nahm er den Hörer ab:
„Was gibt's?"
„Edge hier ist Jack. Wir haben gerade deinen Bruder zusammen mit Gangrel gesichtet. Sie sind dabei die Stadt zu verlassen. Sollen wir ihnen folgen?"
„Nein lasst sie. Christian hat uns verlassen und gehört jetzt zu ihnen Sei mir nicht böse, aber mir ist nicht gerade nach reden zu Mute. Kannst du mir noch schnell Angel geben?"
„Kein Problem. Und wenn du Hilfe brauchst oder jemanden zum reden, weißt du ja wie du mich erreichen kannst. Angel? Edge will dich sprechen."
„Hi Edge, was ist mit Chrissy los?"
„Er gehört jetzt zu Gangrel. Aber ich habe ein Frage an dich und ich will eine ehrliche Antwort. Hasst du die Vampirjagd wirklich so sehr, wie Christian es mir hier in einem Brief geschrieben hat?"
„Hassen würde ich nicht sagen. Es nervt mich nur ab und zu jeden Nacht unterwegs zu sein. Vor allem dann, wenn bei mir wieder mal die Sehnsucht hochkommt, unbedingt etwas über meinen Vater in Erfahrung zu bringen. Wenn ich vorbeikommen soll, musst du es nur sagen. Du musst nicht alleine sein."
„Ist schon in Ordnung, im Augenblick will ich erst mal keinen sehen. Ich rufe dich in den nächsten Tagen mal an und dann treffen wir uns zu nicht Nachtschalfender Zeit und gehen mal was essen und plaudern in Ruhe. Also bis dann."
Zwei Wochen später traf sich Edge wie versprochen mit Angel und erfuhr zum ersten Mal, dass Angel noch nicht mal weiß, wer sein Vater ist und dass seine Mutter vor drei Monaten gestorben war.
„Wieso hast du niemandem etwas erzählt? Du weißt, dass wir für dich da gewesen wären, vor allem Chris..." Edge brach mitten im Wort ab. Es fiel ihm immer noch schwer über seinen Bruder zureden. Bisher hatte er nichts von ihm gehört.
„Was hättet ihr denn tun können. Meine Mom wäre davon auch nicht wieder lebendig geworden."
„Aber warum hast du denn nicht mal Chris was erzählt. Er hat so viel von dir gehalten."
„Ihr beiden hattet genug Stress mit euch selber. Und bei den anderen weiß ich bis heute nicht, ob ich ihnen wirklich so was anvertrauen kann. Sie behandeln mich immer wie einen Aussätzigen."
„Etwas was ich im übrigen nicht verstehen kann. Dabei wirst du jedes mal, wenn jemand Hilfe braucht, deinem Namen so was von gerecht. Tscha Nomen ist halt Omen. Aber mach dir mal keine Sorge, ich werde mir die Jungs mal vornehmen. Sage mal, hast du eigentlich schon etwas über deinen Vater herausgefunden?"
„Nicht wirklich, ich weiß noch nicht mal, wo ich anfangen soll."
„Hast du noch irgendwelche Unterlagen deiner Mom zu Hause?"
„Kisten weise."
„Dann lass uns morgen mal die Kisten nach Anhaltspunkten durchsuchen." Die beiden unterhielten sich noch Stundenlang über die verschiedensten Dinge und Edge half Angel, so weit es sein Zeit zu lies, bei der Suche nach seinem Vater.
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