o

o

Disclaimer: Der Plot gehört mir - der Rest gehört J.K. Rowling

o

o

X. Projektfortschritt: Observation

o

o

o

Draco ‚der Allmächtige' Malfoy war Geschichte.

Sein neues Ich hatte er auf den Namen Draco ‚Pechvogel' Malfoy getauft.

Das, was zwischen ihm und Granger im Krankenflügel gelaufen war – er würde es ab jetzt ‚die Sache' nennen, da ihm das die Verdrängung erheblich erleichterte – hatte für einen Abend natürlich nicht gereicht.

Nachdem er sich noch immer etwas verstört aus dem Krankenflügel heraus geschlichen hatte, hatte er einen Augenblick nicht aufgepasst und war Filch und seinem verdammten Katzenvieh direkt in die Arme gelaufen. Nach einer äußerst primitiven Diskussion mit dem Hausmeister (die er natürlich haushoch gewonnen hatte – als ob Personal ihm das Wasser reichen könnte), hatte dieser ihn prompt dem Aufsicht habenden Lehrer ausgeliefert. Merlin sei Dank, war das kein geringerer gewesen, als Snape.

Nach einem Gespräch mit ihm – treffender war die Bezeichnung Monolog seines Lehrers, der ihm ins Gewissen geredet und ihn ausgerechnet auf die Gerüchte von ihm und Granger angesprochen hatte – hatte er jeden einzelnen Knochen seines Körpers gefühlt.
Hätte er vorher gewusst, was für eine Tortur es war, seine Gedanken vor dem in Legimentik äußerst begabten Professor zu verbergen, dann hätte er eine Strafarbeit bei Filch wohl doch vorgezogen.

Kurz nachdem er das Büro verlassen hatte, musste er auf dem Weg in den Gemeinschaftsraum natürlich ausgerechnet noch Peeves begegnen. Dank seiner guten Beziehungen zu dem Blutigen Baron war dieses Treffen, Merlin sei Dank, zu seinem Vorteil verlaufen und der nervige Möchtegern-Poltergeist war eine letzte verzweifelte Wasserbombe später (die ihn verfehlt hatte – gut für Peeves ‚Leben', denn niemand bewarf einen Malfoy ungestraft mit einer Wasserbombe) beleidigt abgezogen.

Unfassbar über soviel Pech war er dann wenig später vor dem rettenden Gemeinschaftraum beinahe unvorbereitet in die nächste äußerste plumpe ‚Falle' getappt.
Plump, da es sich um Pansy gehandelt hatte, die anscheinend schon die ganze Nacht sehnsüchtig vor dem Portraitloch auf ihn gewartete hatte. Aber da er durch ‚die Sache' für mindestens einen Monat genug Qual und Demütigung hatte erleiden müssen und nicht auch noch Pansys aufdringliche Gesellschaft (von der Stimme wollte er erst gar nicht anfangen) hatte ertragen können, war er blitzschnell an ihr vorbeigerauscht in der Hoffnung jeglichem Kontakt mit ihr aus dem Weg gehen zu können.

Leider hatte das wie immer bei Pansy nicht geklappt und mehrere äußerst aufdringliche Annährungsversuche (vergebliche – Merlin sei Dank) ihrerseits später hatte er es geschafft, sie mit einer sprinttechnischen Meisterleistung abzuhängen und war unter ihrem Gekeife in seinem Schlafgemach verschwunden, um sich dort erschöpft auf sein Bett fallen zu lassen.

Am nächsten Morgen – gefühlte drei Stunden später – hatte ihn ein, für einen Samstagmorgen viel zu fröhlicher, Blaise aufgeweckt.

Als er schließlich aufgestanden war, um zu duschen und die Gedanken der Nacht fortzuwischen, hatte er feststellen müssen, dass sich drei Glassplitter in seinen Rücken gebohrt hatten – ohne, dass er es gemerkt hatte. An den Grund dafür, hatte er erst gar nicht denken wollen.
Da er extrem übermüdet gewesen war, war er natürlich nicht auf die Idee gekommen, die Splitter mittels eines simplen ‚Accio' zu entfernen und hatte Blaise gebeten, das für ihn zu tun. Dieser hatte auf die mittelalterliche Methode gesetzt und sie ihm äußerst unsanft und ohne jegliches Feingefühl aus seinem Rücken gezogen.

So weit, so gut – oder eher so schlecht.

Die Krönung folgte zwei Stunden später, als er und Blaise sich zu einem späten Frühstück in der großen Halle trafen. Seine Laune befand sich bereits auf dem Nullpunkt und entsetzt musste er feststellen, dass die Gerüchte über Nacht noch abstrakter geworden waren.
Sehr zu seinem Ärger, wurde eine gewisse Gryffindor auch noch direkt an diesem Morgen aus dem Krankenflügel entlassen und hatte nichts Besseres zu tun, als ebenfalls in der Großen Halle aufzutauchen. Sie sollte gefälligst woanders frühstücken – oder wenigstens dann, wenn er fertig war. Pah.

Und als sie ihm dann auch noch einen schnellen Blick zuwarf – natürlich gerade in dem Augenblick, in dem sie die Halle betrat, und die Aufmerksamkeit aller Schüler hatte – schwoll das Getuschel an und es schien amtlich zu sein, dass er und Granger ein Paar waren, heiraten würden, sieben Kinder bekamen – die natürlich alle so gut aussähen, wie ihr Vater – nebenbei Lord Voldemort besiegten und Lucius Malfoy für die gute Seite gewannen.

Na ja – so ungefähr. Wie schon gesagt, abstrakte Gerüchte. Natürlich alles Schwachsinn. Aber darüber wollte er jetzt einfach nicht mehr nachdenken. Die Gryffindor war ihm egal und er wollte keinen weiteren Gedanken an sie verschwenden.

„Ich hoffe doch, dass ich der Pate von eurem ersten Kind werde, Draco. Wenn nicht, dann bin ich aber beleidigt."

Er warf Blaise einen genervten Blick zu. Dieser fing an zu grinsen und verdrehte ebenfalls die Augen. „Nimm es nicht so ernst. Ein paar Tage und alle haben es vergessen."

„Das hoffe ich doch.", erwiderte er und nickte ihm dankbar zu. Sein Blick schweifte zum Lehrertisch und die alte Schachtel McGonagall kam mit einem äußerst unerfreulichen (unerfreulich für ihn) Gesichtsausdruck auf ihn zu. Oh, Merlin. Er sollte sich demnächst besser bei einem Spezialisten durchchecken lassen, vielleicht war seine Anziehungskraft auf Gryffindors neben einem ernsten Problem auch noch ansteckend.

„Mister Malfoy? Sie begeben sich nach dem Frühstück bitte sofort in das Büro des Schulleiters. Er hat etwas Wichtiges mit Ihnen zu besprechen."

Sie sah ihn durchdringend an. Anscheinend wollte sie irgendetwas mit ihrem Blick – den er natürlich viel perfekter beherrschte, aber von einer Gryffindor konnte man auch nichts erwarten – bei ihm bewirken, aber der Slytherin-Hass-Komplex der alten Schachtel ließ ihn mehr als kalt. Für so etwas verschwendete er noch nicht einmal eine Unze seines Verstandes.

„Und denken Sie bloß nicht, dass ich Ihre Strafarbeit vergessen habe. Bitte pünktlich um 8 Uhr vor meinem Büro."

Noch mehr Probleme. Was sollte er jetzt schon wieder gemacht haben? Das Leben war einfach nur unfair. Irgendwo schien jemand zu sitzen, der ihn beobachtete und aufpasste, dass er auch immer alles abbekam – womit hatte er das nur verdient?

Nach der Predigt von McGonagall war ihm auch noch das letzte Fünkchen Appetit vergangen. Kurzentschlossen stand er auf und entschied, dass er genauso gut auch jetzt zu dem schwachsinnigen Kauz von Schulleiter gehen konnte. Aus dem Augenwinkel sah er, dass sie ebenfalls mit Granger gesprochen hatte, und diese sich jetzt auch auf die Tür zu bewegte.

Das würde natürlich dafür sorgen, dass die Gerüchte bald verschwanden. Er konnte die stechenden Blicke der gesamten Schülerschaft regelrecht in seinem Rücken spüren. Einfach ignorieren – etwas anderes konnte er gar nicht machen. Merlin sei Dank erreichte er die Tür vor Granger und verschwand mit wehendem Umhang aus der Halle – es sollte bloß nicht so aussehen, als ob sie zusammengehörten!

Vor der Tür des Schulleiters blieb er stehen und klopfte an. Noch bevor das ‚Herein' ertönte, betrat er das Zimmer, damit er nicht mit ihr vor der Tür warten musste und in ein Gespräch verwickelt werden konnte.

„Schön, dass Sie beide so schnell Zeit erübrigen konnten. Setzten Sie sich doch bitte.", flötete der Schulleiter und bot ihnen grinsend kleine gelbe Kügelchen an, die er ihnen allen Ernstes als Zitronendrops verkaufen wollte.

„Um die Sache abzukürzen. Miss Granger hatte einen etwas längeren Aufenthalt im Krankenflügel und die letzte Schulwoche somit komplett verpasst. Da in dieser Woche immer noch prüfungsrelevanter Stoff vermittelt wurde, bitte ich Sie, Mister Malfoy, Miss Granger den Stoff der letzten Woche zu erklären."

Der Schulleiter hob vorausschauend seine Hand und erstickte den noch nicht einmal begonnen Widerspruch im Keim.

„Wir sind uns durchaus bewusst, dass Sie ebenfalls in ihren Prüfungsvorbereitungen stecken, aber da Sie neben Miss Granger einer der besten Schüler sind, wird es wohl keine große Mühe für Sie sein, ihr diesen Dienst zu erweisen. Ich habe auch bereits mit Professor McGonagall geredet und sie würde von Ihrer Strafarbeit absehen, und Ihnen somit den Abend für Miss Granger freistellen."

Bitte was?!
Das war ein schlechter Scherz oder? Genau jetzt war der passende Zeitpunkt, um ihn zu kneifen und aus diesem schrecklichen Alptraum aufzuwecken.

Das war doch einfach nur noch eine schlechte Farce.

„Oh, danke, Professor.", stammelte das Mädchen, mit dem er momentan am wenigsten zu tun haben wollte.

Aber das war irgendwie klar gewesen. Er wollte ihre Gegenwart meiden, und zack sperrte der Schulleiter sie und ihn für mehrere Stunden in einen Raum. Fassungslos über soviel Pech, verpasste er doch tatsächlich seinen Einsatz und stand wenige Augenblicke später vor dem Büro des Schulleiters, ohne auch nur ein Wort des Protests eingelegt zu haben.

Hektisch blickte er sich um. Solange sie noch bei dem alten Kauz war, würde er sich schnell aus dem Staub machen – es reichte vollkommen, wenn er sich später am Abend mit ihr auseinandersetzen musste.

l

l

V

‚Projektfortschritt: Herber Rückschlag.'

o

o

o

o

Autorengeschwafel: Ein großes Danke geht wie immer an meine Beta Draco's CoffeeGirl und natürlich an meine Reviewer JuliaSarah, D.V.G.M.1, Trory, junglina (Danke für das große Lob –freu-), Anna (Nein – bin auch ganz offen für Kritik!), Phynes, Zaubermaus, Rosifer, Zauberfee1979, mailinlovely, LunaNigra und Gifty.

Please R&R

Nina