Okay, zwei Sachen vorneweg:

1.: Wie ich gestern feststellen musste, hat das updaten letzte Woche nicht geklappt. Warum? Das wüsste ich auch gern. Jedenfalls bekommt ihr jetzt das Kapitel, was eigentlich schon letzte Woche fällig gewesen wäre.

2.: 2-200. Diese FF hat über 200 Reads. Das ist- ich brauche einen Moment.

Okay.

Ich glaube ich habe mich wieder beruhigt.

DANKE!


Kapitel Neun

Schwestern fürs Leben


Eines Morgens stand Amaris nur widerwillig auf. Heute war der Weihnachtsball, und sie hatte wirklich keine Lust. Überall wären langweilige Menschen und sie würde wieder hundertmal zum Tanz aufgefordert werden. Sie ging ins Bad, zog sich etwas bequemes an und betrachtete sich im Spiegel. Ihre Haut war noch bleicher als sonst schon und unter ihren Augen waren lila-blaue Ringe zu sehen. Die letzten Nächte waren für sie die Hölle. Immer wieder hatte sie Albträume, meistens von der Vision die sie seit Hogwarts hatte, aber manchmal auch von Feuer und Eis. Das muss etwas mit den Kräften zu tun haben. Rätselte Amaris, als sie müde in das Esszimmer ging. Erstaunlicherweise war nur Merina im Esszimmer. Wie auch bei Amaris sah sie müde aus, aber dennoch war etwas starkes und warmes an ihr. Ihre Aura hatte sich verändert. „Morgen." gähnte Amaris. „Ich sehe schon, du schläfst so gut wie ich es tue." sie setzte sich an den Tisch gegenüber von ihr und streckte sich. Wenn die Zwillinge allein waren, dann konnten sie beide die ganzen formellen Sachen lassen. Dafür kannten sie sich einfach zu gut. „Ja." gähnte Merina. „Wo ist das alte Biest namens Mutter?" fragte Amaris. „Wollte noch ein paar Besorgungen machen. Wir haben das Haus also für uns bis sie Nachmittags zurück kommt. Sie hat uns natürlich die Geschenke hier gelassen, sollen sie schon öffnen." sie deutete auf ihren Weihnachtsbaum, welcher silber und grün geschmückt war und unter dem haufenweise Geschenke lagen. „Vater trifft sich mit irgendjemanden, er kommt erst zum Ball wieder." Amaris nickte, als Nele kam. Nele war einer ihrer vielen Hauselfen. Eigentlich wurden die Hauselfen in dem Anwesen der Morgans als minderwertig betrachtet, und dementsprechend behandelt. Aber nicht Merina und Amaris. Beide wissen die Hauselfen zu schätzen. Also behandeln sie diese auch höflich. „Morgen, Nele." sagte Merina und ging zum Weihnachtsbaum, wo sie ein weiches, blaues Kissen und eine blaue Decke hervornahm. Sie heilt es dem Elfen lächelnd hin. „Frohe Weihnachten." der Elf nahm Kissen und Decke und wusste nicht, was er sagen sollte. „Vielen Dank, Herrin Merina" Merina lächelte. „Bedank' dich auch bei Amaris. Sie hatte es gekauft, ich komme ja leider nur selten aus den Haus." Nele drehte sich zu Amaris, Tränen in ihren riesigen Augen. „Vielen Dank, Herrin Amaris, Nele wird gut damit umgehen. Ihr hättet Nele das nicht holen sollen." Amaris lächelte. „Ich bitte dich Nele. Du hast dich all die Jahre gut um mich und meine Schwester gekümmert, da ist ein Weihnachtsgeschenk doch nur selbstverständlich." Nele bedankte sich und tischte beiden Frühstück auf, dann disapparierte sie.

Die Schwestern aßen in Stille, dann packten sie ihre Geschenke aus. „Denkst du wir können Henry dazu überreden, unsere Geschenke alle auf einmal mit Magie auszupacken?" fragte Merina grinsend. Amaris grinste zurück. „Nach dem Vorfall von vor 5 Jahren? Schlechte Chance, ich wette mit dir, dass es immer noch da ist." beide lachten aus vollem Herzen.

Als die Schwestern 10 Jahre alt waren, haben sie ihren Butler Henry Geschenkpapier mit den Schwestern des Schicksals darauf geholt, welches, wenn es einmal klebte, für immer klebte. Zusammen haben sie es heimlich in seinen Schlafzimmer direkt über seinen Bett befestigt - die ganze Wand entlang. Henrys Reaktion war jedenfalls nicht mehr so lustig mit anzusehen, als er die beiden durch das ganze Haus jagte. Aber er konnte ihnen noch nie lange böse bleiben. „Ja, ich glaube du hast Recht." sagte Merina noch immer lachend. Dann wurde ihre Miene traurig. „Du glaubst ja nicht wie sehr mir diese Momente fehlen."

Sie meinte nicht den Moment von vor fünf Jahren, das wusste Amaris. Es waren die Momente wie gerade, wovon sie zu wenig hatten. Sie hatten einfach zu wenig gelacht, und die letzte Zeit hatte es sich angefühlt, als hätten beide ihr Lachen verloren. Merina, weil sie allein hier war, hier, wo Todesser sich gerne trafen und ihr Flüche beibrachten und bei Amaris, weil sie auch allein war und ihr Lachen in den letzten Monaten nur erzwungen war. Meistens jedenfalls. „Ich habe dich auch vermisst." sagte Amaris leise.

Dann wechselte Merina das Thema. „Also läuft bei deiner Mission alles gut?" fragte sie und widmete sich wieder ihren Geschenken zu. „Ja, es läuft alles gut …" antwortete Amaris, durch das Thema nicht gerade besser gelaunt. Kurz herrschte Stille. Dann sagten beide im Chor: „Ich muss dir etwas sagen!" sie sahen sich an und grinsten. Früher beendeten sie sogar die Sätze des anderen, aber ihre Eltern waren darüber nie so glücklich. „Okay, du zuerst." sagte Merina. „Nein, nach dir." erwiderte Amaris. Merina seufzte. „Okay, aber du darfst es niemanden sagen … also ich … ich … ich hasse es auf der Seite der Todesser zu sein!"

Merina schlug sich die Hand vor den Mund. Die Worte trafen Amaris wie ein Dolch. War Merina nicht immer diejenige der beiden gewesen, die immer voll und ganz auf der Seite der Familie war? „Bitte sag es niemanden! Wer weiß, was die dann mit mir machen." sie wirkte verängstigt und zum ersten mal seit einer Ewigkeit, fand sie sich in Amaris' Armen wieder. „Ich werde es niemanden sagen." sagte Amaris und löste sich wieder. „Jedenfalls solange du niemanden sagst, dass ich deiner Meinung bin." Merina starrte sie an. „Was?! Aber du warst doch so selbstsicher bei dem dunklen Lord! Ich dachte du wärst auf seiner Seite!" Amaris lachte verächtlich. „Was? Ich? Auf der Seite von den guten alten Voldi?!" „Sssh!" zischte Merina, aber grinste. „Du nennst ihn Voldi?" fragte sie flüsternd. Amaris nickte grinsend. „Hast du keine Angst?" fragte sie plötzlich. „Ach 'Rina ..." Amaris seufzte. „Doch." sagte sie ziemlich nebensächlich „Ich habe Angst davor, was er den Menschen, die ich mag, antun könnte. Aber ich selbst werde niemals Angst vor ihm haben, denn er ist ein einziger Feigling. Er hat selbst Angst 'Rina; Angst vor dem Tod. Er macht mir keine Angst. Er ist erbärmlich." sie lächelte ein wenig und Merina lächelte. „Okay Ami, dann sind wir ja einer Meinung." Amaris kicherte. „Was ist?" fragte Merina. „Ich wollte nur ehrlich zu dir sein … ich … hasse den Namen Ami." Merina kicherte. „Aber du nennst mich 'Rina, dann brauchst du auch einen Spitznamen." „Sirius nennt mich entweder Prinzessin oder 'Maris." „'Maris soll's sein."

Als sie sich wieder von den Kichern beruhigten, grinste Merina sie an. „Läuft da etwa etwas zwischen euch?" Amaris wurde rot. Merina quiekte aufgeregt. „Ahhh! Ich wusste es! Ich wollte ja nichts vor Mum und Dad sagen, aber auf den Bild sah er echt …" „Unfassbar, unwiderstehlich, unglaublich gut aus?" fragte Amaris und lächelte diebisch, während sie mit ihrer Kette spielte. Aber Merina sah sie ein wenig traurig an. „Und bist du mit ihm wegen der Mission oder wegen deinen Gefühlen mit ihm zusammen?" Amaris' Lächeln verblasste. „Du hast dich in ihn verliebt …" schloss Merina aus ihrem Blick. „Und die Mission? Was machst du, wenn … Voldemort … ihn umbringen will?" fragte sie leise. „Ich weiß nicht wie ich weitermache." gab Amaris zu.

„Wenn ich weiter mache, breche ich langsam mein Herz und seines, plus ich bringe ihn in Gefahr. Und wenn ich nicht weitermache, dann wird er mich und jeden der mir lieb ist umbringen." „Und wenn du weg rennst?" unterbrach Merina sie. „Mit ihm? Einfach weit weg, wo man euch nicht finden kann. Damit ihr glücklich werden könnt." Amaris schüttelte den Kopf. „Da sehe ich vier Probleme: 1.: Dann müsste ich ihn alles beichten und er wird mich hassen. 2.: Niemand von uns beiden ist ein Typ zum abhauen. 3.: Er müsste seine Freunde hinter sich lassen. 4.: Ich müsste dich hinter mir lassen … Nein … es muss ein anderen Weg geben."

So verging der Rest des Tages bis zum Abend. Merina und Amaris redeten über alles mögliche und machten sich in Amaris' Zimmer für den Ball fertig. Merina hatte sich für ein kurzes, goldenes Kleid mit Spitze entschieden. „Was nimmst du für ein Kleid?" fragte sie Amaris, die vor ihren Kleiderschrank stand und sich nicht entscheiden konnte. „Ich habe keine Ahnung." sagte sie und ließ sich nach hinten auf ihr Bett fallen. „Unsinn! Du bist eine Veela!" „Halbveela." korrigierte Amaris sie, ohne aufzublicken. „Und wenn schon, du bist sozusagen immer der Mittelpunkt auf solchen Bällen! Und jetzt komm, wir finden schon etwas. Und jetzt komm hier her! Du hast so viele Kleide, es wird Zeit, dass du eines davon trägst!" Sie zog Amaris am Fuß aus dem Bett und hob sie vom Boden auf. „Ich will nicht …" jammerte Amaris lustlos. „Ich auch nicht, aber wenn wir da durch müssen, dann zusammen. Wenn wir erst einmal mit dir fertig sind, werden alle Blicke dir gelten." „Ja, aber die Frage ist warum: Weil ich gut aussehen oder weil ich furchtbar aussehe?" Merina stieß sie in die Rippen. „Ist ja gut, ist ja gut." gab Amaris lachend nach.

Eine halbe Stunde später waren beide fertig. Merina trug ihr goldenes Kleid mit einer goldenen Halskette und goldenen Pumps. Dazu hatte Amaris sie passend geschminkt und das ganze mit einem zartrosa farbenen Lippenstift abgerundet. „Et voilà! Du warst schon immer das Goldkind in der Familie." scherzte Amaris. Merina zog ihre Augenbrauen hoch. „Tut mir Leid, ich habe zu viel Zeit mit James und Sirius verbracht."

Amaris sah letztendlich atemberaubend schön aus. Sie trug ein weinrotes Kleid, welches zweigeteilt war. Das Oberteil war voller goldener Details und gab Blick auf den Rücken. Das Unterteil war weinrote Seide, welche nur weit oben noch etwas Gold hatte. Dazu trug sie die selben Schuhe wie zum Weihnachtsball von Slughorn: glitzernd und um ihren Fuß schlangen sich Blätterranken, nur waren sie dieses mal gold statt silber. Dazu noch goldene Armbänder, ein ähnliches Makeup dem Merinas und hochgestecktes Haar.

Gemeinsam verließen sie das Zimmer, einfach froh darüber, sich endlich wieder zu haben.


Schwestern fürs Leben! Ich liebe dieses Kapitel allein schonmal wegen der Verbindung zwischen Amaris und Merina.

Wie immer hoffe ich, dass es euch gefallen hat!

Ps.: Nächste Woche erwartet euch eine kleine Überraschung ;)(Was unter anderem auch daran liegt, dass das mit dem Update letzte Woche nicht funktioniert hat.)

Also bis nächsten Mittwoch ;)