Nächstes chap! Noch mal danke für die ganzen lieben reviews! Zwar nur 2, aber egal!

Kapitel 10: Die Hochzeit

„Wo zur Hölle ist dieses bekloppte Strumpfband?", brüllte Lily in die Runde.

Erstens war sie traurig, weil sie ihren Verlobten seit gestern Abend nicht mehr gesehen hatte, zweitens war sie aufgeregt, weil sie dem hundertprozentiggenauen Zeitplan um bereits 2 ½ Minuten hinterherhinkten und drittens konnte sie weder ihr Strumpfband, etwas Geliehenes noch etwas Blaues finden.

„Jetzt komm mal wieder runter, Lily. Wenn du dich hier so aufregst, wird das auch nicht besser werden. Weißt du was da hilft?"

„Nein", brummte Lily.

„Nachdenken!", stellte Sarah sachlich fest. „Wo hattest du es als letztes?"

„Weiß nicht", brummte Lily immer noch.

„Jetzt hör auf dich so zu benehmen und denk mal wirklich nach!"

Zerknirscht befolgte sie den ihr zugewiesenen Auftrag.

„Ich hatte es in den Koffer gepackt, in die Seitentasche", sagte sie.

„Hast du dort schon nachgesehen?", fragte Kate.

„Natürlich! Für was hältst du mich?"

„Für nicht besonders schlau!", sagte Sarah und hielt das Strumpfband triumphierend in die Höhe.

Lily war echt verblüfft.

„Woher hast du das denn jetzt wieder?"

„Du bist nicht auf die Idee gekommen, dass dein Koffer zwei Seitentaschen hat?" Sarah lachte, worauf Lily eine Schnute zog.

„Hab ich vergessen", murmelte sie in den nicht vorhandenen Bart, entwand ihrer Freundin das Strumpfband und zog es sich über.

„So, jetzt brauche ich noch was Geliehenes und was Blaues", versuchte sie vom Thema abzulenken. Es funktionierte.

„Lass mich überlegen… warte mal! Weißt du schon, wie du dich versteckt halten wirst, bis alle anderen in der Kirche sind?"

„Nein", stellte Lily fest, „das könnte noch ein echtes Problem werden. Der Weg von der Straße bis zur Kapelle ist nicht gerade kurz, da würde ich den Anfang der Zeremonie verschieben, und vor der Kirche kann ich mich nicht verstecken, aber James darf mich auf keinen Fall sehen!"

„Hm… was können wir denn da machen?"

„Warte mal!" Ihr Gesichtsausdruck hellte sich auf und sie flüsterte Kate etwas ins Ohr.

Sie nickte. „Wird gemacht, Chef!"

/-/

Währenddessen bei den Männern:

„Tja, Prongs, jetzt ist die schöne Zeit vorbei", sagte Sirius todernst und schlug seinem besten Freund die Hand auf die Schulter.

„Ach Blödsinn. Jetzt fängt die schöne Zeit erst richtig an", antwortete James und lächelte glücklich.

„Jaaaa, das sagst du jetzt, aber spätestens 3 Tage nach eurer Hochzeit wirst du mich anflehen, dich von diesem Quälgeist zu befreien!"

„Oh Mann, Pad, das kannst du doch nicht wirklich glauben. Ich liebe Lily, und das wichtigste von allem: Lily liebt mich. (A/N: natürlich nur ein Scherz von ihm)"

Daraufhin konnte Sirius nichts mehr erwidern.

Nach einigen Minuten wurde die Stille erneut unterbrochen.

„Schade, dass Remus jetzt gar nicht kommen kann!", meinte Sirius.

„Tja, aber wir können nicht an einem anderen Tag heiraten, es geht nicht anders. Aber du hast Recht, es ist wirklich ein Jammer"

Die Tür tat sich auf, und Remus trat herein, natürlich in Menschenform.

Die beiden anderen rissen die Augen auf.

„Darf man dem Bräutigam gratulieren?", fragte er mit einem Riesengrinsen auf dem Gesicht.

„Beim Merlin, bist du es wirklich, Moony?" James war überglücklich.

Sirius schüttelte den Kopf. „Nein, das kann unmöglich sein. Das geht gar nicht. No way!"

Remus rollte mit den Augen.

„Padfoot! Natürlich bin ich es! Es wurde ein neues Medikament entwickelt, dass den Werwölfen ihre Verwandlung erspart und wie du siehst, wirkt es doch!"

„Seit wann gibt es das?", bohrte James nach.

Remus wirkte verlegen.

„Eigentlich… also wirklich… es gibt es erst seit gestern"

„WAAAAAAAAAAAAAAS? Du vertraust diesen Kräuterkundefuzzis und nimmst einfach dieses Zeugs, obwohl es erst seit gestern aus dem Versuchslabor gekommen ist?" Sirius war außer sich.

Remus wurde noch verlegener.

„Na ja… wer hat denn hier was von Versuchslabor gesagt?", gab er preis.

Sirius riss die Augen nun so weit auf dass sie schon fast aus seinen Höhlen sprangen.

WWWWAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAASSSSSSSSSSSSSS? Noch nicht mal ausgetestet ist dieses Zeug?"

James ignorierte Sirius und sprach nun ernst mit Remus.

„Remus, bitte glaub mir wenn ich dir sage, dass ich überglücklich bin, dass du solche Gefahren auf dich nimmst um bei meiner Hochzeit aufzukreuzen, aber das war leichtsinnig. Was weißt du, was passieren kann? Vielleicht treten schreckliche Nebenwirkungen bei diesem Trank oder Pille oder was es auch ist auf und das ist vielleicht noch schlimmer als bei der normalen Verwandlung!"

Remus seufzte.

„Daran hatte ich auch schon gedacht, aber es war mir nun mal so wichtig hier zu erscheinen!"

James seufzte ebenfalls, dann schloss er seinen Freund in die Arme.

„Danke, Moony"

/-/

Es war Mitternacht, als sich die gesamte Gesellschaft ans Essen machte. Da die Nicht-Ansehen-Regel für den Bräutigam immer noch galt, wurde der große Saal aufgeteilt und eine Trennwand herbeigezaubert. Die Frauen und Mädchen waren im einen Saal und die Jungen und Herren im anderen. Ausnahmen galten natürlich nur für Kleinkinder, die bei ihren Müttern bleiben wollten. Zwei Mal war dies der Fall.

Es wurde gut gegessen und auch gut getrunken. Sirius, der mal wieder der Spitzenreiter (in beidem) war, hatte bereits einen nicht mehr leichten Schwips und nahm sich nun schon das dritte Mal Nachtisch.

Sämtliche Herren waren gut aufgelegt und prosteten sich auf Lilys und James' Wohl zu. Nur einer saß ein bisschen einsam herum, er hatte es sich aber auch selber so ausgesucht: James. Er war schrecklich aufgeregt und nervös, hatte kaum etwas gegessen und noch weniger getrunken. Er hatte buchstäblich Lampenfieber. Erst als sein Vater sich zu ihm gesellte und ihm Beistand leistete, wurde ihm ein bisschen wohler ums Gemüt.

„Na, mein Junge, was ist denn los?", fragte Thomas und klopfte seinem Sohn freundschaftlich auf die zitternde Schulter.

James holte tief Luft.

„Nichts. … es ist nur… ich hab so schrecklich Angst, dass sich jetzt alles verändern wird. … ich meine… bisher haben wir uns kaum gestritten… und ich will nicht dass das jetzt alles anders wird"

Thomas lächelte ihm aufmunternd zu.

„Nur keine Panik. Vor euch liegt jetzt die schönste Zeit im Leben. Ihr habt noch euer ganzes Leben vor euch, also genießt das hier. Ihr beide seid noch so jung. Ich würde vorschlagen, dass ihr mit Kindern, falls ihr überhaupt welche möchtet, noch ein bisschen wartet und in der Zwischenzeit etwas unternehmt. Macht eure Ausbildung fertig, sucht euch ein nettes Heim und macht ein paar Reisen. Du wirst sehen, alles wird wunderbar werden. Genauso hab ich es mit deiner Mutter gemacht und es hat funktioniert"

James lächelte. „Nur dass du schon ein ‚Heim' hattest!"

„Jetzt komm. Mach dir einen schönen Abend und vor allem: iss noch etwas. Du bist ganz bleich und ich möchte nicht, dass du aus den Latschen kippst. Schließlich ist heute dein Hochzeitstag!"

Die Zeit verrann viel zu schnell, und kaum das Mahl beendet, war es auch schon Zeit, sich auf zur Portschlüsselwiese zu begeben.

„Bevor wir jetzt alle nach Irland reisen, möchte ich noch ein paar Worte sagen", begann Thomas mit magisch verstärkter Stimme.

„Erstens möchte ich natürlich Lilliana und James beglückwünschen, die sich gleich hoffentlich das Jawort geben möchten!"

Allgemeines Gelächter. (A/N: Der brüllt so laut dass die Frauen das auch mitkriegen!)

„Auf Lily und James!" Er hob sein Glas.

Auf Lily und James!"

„Zweitens möchte ich meine liebe Frau beglückwünschen, die sämtliche Hauselfen-Putzkolonnen mobilisiert hat um dieses alte Gemäuer auf Hochglanz zu polieren!"

„Auf Catherine!"

Auf Catherine!"

„Und drittens möchte ich sämtliche Anwesenden darauf aufmerksam machen, dass alle Portschlüssel ein alter Blumentopf sind, und dass alle vollkommen besetzt sein müssen, das heißt, 5 Personen. Für das Brautpaar, die Trauzeugen, die Brautjungfern und die Eltern gibt es extra Portschlüssel. Die weiblichen gerade genannten möchte ich bitten, meiner Frau zu folgen, die Männer kommen mit mir"

Thomas hatte alle Hände voll zu tun, die ihm zugewiesenen Personen zu finden. Er wühlte sich durch die Menge und fand wenigstens schon mal den Bräutigam und die Trauzeugen. Nur Mr. Evans fehlte. Eine riesige Suchaktion begann. Der Saal war (obwohl er schon halbiert worden war) riesig.

Endlich fand man ihn in einer Ecke, wo er begeistert mit einem Wandportrait einer jungen Dame flirtete. Allerdings war er mehr auf das sich bewegende Bild als auf die dargestellte Person fixiert, die sein Anstarren falsch deutete.

Endlich waren die Herren beisammen und folgten ihrem Führer aus dem Festsaal.

Sie bewegten sich als kleine Kolonne durch die verzweigten Gänge und gelangten in eins der Wohnzimmer, wo eine alte Bonbonschachtel schon bereitstand. Während Thomas den Unwissenden in die Portschlüsselgeheimnisse einweihte, dehnte Sirius seine Finger, da er den letzten Portschlüssel genommen hatte als er 12 Jahre alt gewesen war.

Endlich waren alle bereit.

„1… 2… 3!" Auf 3 ergriffen alle die Bonbondose und wurden in einem Wirbel aus Farben davongetragen.

Sie landeten auf der Straße, von der aus die Kapelle im Mondlicht schimmerte. Es war kaum jemand da, nur ein paar Gestalten hoben sich vom dunklen Hintergrund ab. Er lachte in Gedanken, wenn die anderen Hochzeitsgäste merken würden, was sie mit ihnen angestellt hatten. Natürlich war die Kapelle viel zu klein um alle 200 Hochzeitsgäste aufzunehmen, und das Brautpaar hatte sich einstimmig gegen eine magische Vergrößerung entschieden, da die kleine Kirche dadurch eindeutig ihren Reiz verlieren würde.

Also hatten sie Portschlüssel anfertigen lassen, die sie zu einem großen Saal transportierten, dessen Wände ähnlich wie die Decke der großen Halle verzaubert waren, sodass man sich fühlte, als ob man in der Kirche stände, aber in Wirklichkeit über 300km davon weg war.

Dann richtete er seine Gedanken wieder auf die bevorstehende Zeremonie.

Er raffte seine Umhänge zusammen und folgte den anderen den Pfad entlang, der vor der Kapelle endete.

Die weibliche Truppe war schon versammelt, alle waren da – bis auf Lily.

James zuckte mit den Schultern. Bestimmt hatte sie sich irgendwo versteckt. Doch er hatte keine Zeit, weiterhin nachzudenken als sich die hölzernen Türen öffneten und er hineintreten musste. Er trat nach vorne vor den kleinen Altar und wartete. Die Türen waren inzwischen wieder geschlossen worden.

Sirius und Remus waren inzwischen neben ihn getreten, genauso wie der Pfarrer, ein etwas ältlich aussehender Mann, der in eine silberne Robe gekleidet war. Auffallend war, dass ein königsblauer Stern als Brosche die beiden Seiten der Robe zusammenhielt.

Doch James hatte keine Augen für all die Nebensachen.

/-/

Vor der Kirche:

Als sich die Flügeltüren wieder geschlossen hatte, trat Kate zu ihr heran und flüsterte: „Ist in Ordnung, du kannst rauskommen!"

Daraufhin nahm Lily den Tarnumhang ab, den Sarah aus James' Schrank gemopst hatte. Sie hatte ihn damals gefunden, als die beiden bei seinen Eltern zu Besuch gewesen waren.

Kate strahlte sie an und flüsterte immer noch: „Du siehst wunderschön aus, Lily!"

Lily war trotzdem unsicher. „Glaubst du, dass es ihm gefällt?"

„Wenn ihm das nicht gefällt, dann leidet er unter Geschmacksverirrung!", sagte Sarah, die nun ebenfalls herbei getreten war.

Ihre Mutter strahlte sie glücklich an und übergab ihr ihren Brautstrauß.

Die Türen öffneten sich erneut und Lily atmete tief durch. Ihre Mutter zupfte noch an ihrem Schleier herum, bis er nach ihrer Meinung richtig saß.

Lily schlug nun den Schleier nach vorne über ihr Gesicht und trat seitlich an den Eingang heran, aber so, dass man sie nicht sehen konnte. Ihr Vater wartete auf der anderen Seite. Er lächelte ihr aufmunternd zu.

In der Zwischenzeit hatten nun auch Lilys Mutter und James Eltern in der Kapelle Platz genommen, und die Brautjungfern hatten sich neben dem Altar aufgestellt, beide in einem dunkelroten Kleid.

Als die ersten Klänge von Harfenmusik aus der Kirche erschallten, atmete sie tief durch und trat dann neben ihren Vater, der ihr seinen Arm darbot.

/-/

Es schien eine Ewigkeit zu dauern, so schien es James. Er wartete neben vor dem Altar und richtete seinen Blick auf ein kleines rundes Fenster, durch das der Vollmond hineinschien.

Sein Herz klopfte noch schneller, als sich dann endlich die Tür öffnete und seine Eltern und Lilys Mutter hineinkamen, gefolgt von Sarah und Kate, die er aber kaum beachtete.

Er suchte nach einer Person, einer gewissen. Wo blieb sie nur? Erst als die Harfe zu spielen begann raste sein Herz so schnell, dass er fürchtete, jeder müsse es hören. Im Eingang erschien nun Mr. Evans, der seinen Arm einer Person hinstreckte.

James Herz blieb fast stehen, als sich ein weißer Handschuh, vom Vollmond beleuchtet, hervorschob und sich bei ihrem Vater einhakte.

Sie trat ins Licht.

Und James konnte nicht anders, als sie anzustarren.

In ihren Händen, die mit weißen ellenlangen Handschuhen bekleidet waren, hielt sie einen Strauß aus weißen Rosen, Lavendel und Flieder.

Lilliana trug ein schulterfreies Kleid, das bis zu Hüfte hinab eng war und dann weiter wurde. Es ging bis auf den Boden und zeigte Dekolleté. Über ihrer Brust war es in einem zarten Grünton gehalten, der bis zur Taille hinab in ein strahlendes Weiß überging, das bis zur Hüfte hinab gehalten wurde und dann wieder in ein Grün überging.

Ihre roten Haare waren hochgesteckt, aber stellenweise fielen ihre widerspenstigen Locken herunter. Der Schleier war aus hauchzartem Stoff gemacht. Er fiel ihr bis auf die Hüfte hinab, und vorne war ein Teil des Tülls nach vorne geklappt, was ihr ein mysteriöses Aussehen verlieh.

Sie ging schüchtern an den wenigen Personen vorbei.

Ihr Vater schlug den Schleier zurück und küsste sie auf die Stirn, bevor sie sich neben James an den Altar stellte.

Sie lächelte ihn vorsichtig an, weil er einen seltsamen Gesichtsausdruck hatte, was aber daran lag, dass er völlig überwältigt war. Dann wandte sie ihrem Blick dem Priester zu, der seine Rede begann.

„Nun bleiben aber Glaube, Liebe, Hoffnung, diese drei, aber die Liebe ist die größte unter ihnen. Das ganze Leben ist von Liebe gezeichnet, genauso wie dieses junge Paar, das sich heute hier im Bund der Ehe zusammenfinden möchte"

Der Vollmond hatte sich nun mittlerweile komplett vor das kleine runde Fenster geschoben, das über dem Altar prangte.

Verstohlen wagte Lily einen Blick zu ihrem Verlobten, nun bald ihr Mann. Sein weißes Hemd schimmerte im Mondlicht, und seine Augen schienen in die Ferne gerichtet zu sein. Er trug eine grüne Fliege, dazu ein schwarzer Umhang, eine schwarze Hose und das weiße Hemd. Außerdem stak in seinem Knopfloch der Anzugjacke eine weiße Nelke.

Sie war mehr als zufrieden, da er so wunderbar aussah. Und sie wandte sich wieder dem Pastor zu. Doch ihre Aufmerksamkeit blieb nicht lange an ihm haften, da sie an ihrem Arm merkte, wie er zitterte.

Sie legte sich den Strauß in den anderen Arm, dann tastete sie vorsichtig nach seiner Hand. Er ergriff sie dankbar und lächelte sie nun an.

„James Potter, ich frage dich: Willst du Lilliana treu sein, sie lieben und ehren, in guten wie in schlechten Zeiten, bis dass der Tod euch scheidet?"

Ihm lief eine Gänsehaut den Rücken hinunter, als er dieses Wort hörte, wie eine leise Vorahnung, aber er hatte keinerlei Zweifel als er „Ich will" sagte. Seine Stimme zitterte kaum merklich, aber Lily hörte es heraus.

„Lilliana Evans, willst du James treu sein, ihn lieben und ehren, in guten wie in schlechten Zeiten, bis dass der Tod euch scheidet?"

Eine seltsame Unruhe ergriff sie, als er die letzten Worte aussprach.

„Ich will", sagte sie leise.

Sie konnte hören, wie James aufatmete. Doch der schwierigste Teil der Zeremonie stand noch bevor. Man konnte natürlich auch heiraten, wenn man unbedingt wollte, aber von Bedeutung war sie erst, wenn der Vollmond über das Paar gerichtet hatte. Wenn der Mond seine Zustimmung zu dieser Verbindung gab, wusste man, dass diese zwei Personen die wahre Liebe miteinander teilten.

Der Priester gab das Zeichen, und die beiden fassten sich noch fester an den Händen und streckten sie ins Mondlicht.

Alle waren enttäuscht, als nichts passierte. Doch dann begann es. Ihre Ringfinger strahlten in einem Licht, das die ganze Kapelle erhellte.

Das Paar wechselte einen kurzen Blick, als das Licht einen schmalen Reif um ihre Finger formte, dann erlosch es.

Beide konnten aufatmen, noch mehr, jetzt konnten sie überglücklich sein, denn nun gab es keine Schranken mehr auf dem Weg ins ewige Glück.

Der Priester lächelte.

„Sie dürfen die Braut jetzt küssen"

James zögerte nicht lange und zog seine Lily zu sich. Dann blickte er ihr in die Augen und küsste sie ganz vorsichtig, ganz zärtlich.

Als sie sich voneinander lösten, bot er ihr seinen Arm und gemeinsam schritten sie den kurzen Gang hinunter und verließen die Kapelle, während hinter ihnen die letzten Harfenklänge zu hören waren.

Draußen erwartete sie ein Jubelsturm, obwohl kaum Leute anwesend waren. Sie wurden umarmt und beglückwünscht, geküsst und bewundert.

„Jetzt zeigt schon eure Ringe", rief Mrs. Potter.

Sie streckten ihre Hände nach vorne, über die sich nun mehrere Personen beugten. Die Ringe waren aus Mondlicht geformt, sie schimmerten immer noch so, wie der Mond geschienen hatte, ganz weiß, mit einem Hauch Silber darin. Sie sahen vollkommen gleich aus, bis auf die Tatsache, dass auf Lilys Ring ein sternförmiger grüner Stein erschienen war, der der Brosche des Priesters ähnelte.

Wie alle Mondlicht-Ringe, konnte man sie nicht vom Finger ziehen. Sie ließen sich um keinen Deut bewegen, waren aber auch nicht unbequem, sondern ganz dem Finger seines Eigentümers angepasst. Erst, wenn der Partner verstarb, lösten sie sich auf.

Die beiden gingen wieder zurück zur Straße und ergriffen die alte Bonbondose, die sie zurück nach Hause bringen sollte.

Sie spürten ein Reißen unter dem Bauchnabel und landeten keine 2 Sekunden später sicher wieder im Hause der Potters.

/-/

Die Feier wurde im Hause der Potters fortgesetzt. Es wurde viel gelacht, viel getrunken (mit Sirius als Spitzenreiter) und auch viel getanzt. Eine große Überraschung gab es noch, als Mr. Evans verkündete, sein Geschenk und das seiner Frau sei eine Woche Urlaub in Italien als Flitterwochen.

Diese Tatsache wurde begeistert aufgenommen, vor allem aber die Tatsache, dass ihr Flug bereits heute um 10 Uhr morgens ging. Das Fest dauerte bis weit in den Morgen hinein, erst um halb acht verabschiedeten sich die letzten Gäste.

Zurückgelassen wurde ein heilloses Durcheinander. Es wurde aber nicht viel darüber nachgedacht, schließlich gab es immer noch die Hauselfen, die sich dem Chaos bestimmt bemächtigen konnten.

Müde ließen sich die beiden auf einem Stuhl nieder. (A/N: jaaaaa, auf einem! grins)

„Was hältst du davon, wenn wir jetzt in unsere Wohnung fahren und unsere Sachen packen? Wir müssen bereits um neun am Flughafen sein!"

James runzelte die Stirn.

„Was bei Merlin ist ein Flughafen?"

„Muggeltechnologie!"

„Das wird bestimmt lustig!"

Es war getan. Es war passiert. Nun konnte eine neue Zeit anfangen, eine bessere Zeit. Und zusammen würden sie alles schaffen, bis das Ende kam.

Sie fassten sich bei den Händen und apparierten nach Hause, während die Sonne den Horizont erklomm.

Ende Kapitel 10

Achso, ich bin nächste Woche nicht da, also gibt's das nächste chap erst am Sonntag, vielleicht aber auch am Samstag, wenn ich's noch schaffe.

Immer schön reviewn!