Kapitel 10

„Ich wollte dir eigentlich nur einen Brief vorbeibringen. Ich wollte so spät nicht mehr in die Eulerei." Scorpius grinste „Und da habe ich mal probiert, ob der Kamin im Gemeinschaftsraum funktioniert… und dann war ich auch schon hier, wollte dir nur kurz den Brief ans Bett legen und gleich wieder zurück… aber du hast mich überfallen…" Der unschuldige Augenaufschlag ließ Harry laut auflachen.

„Wenn das einer hört! Du hattest natürlich auch nur rein zufällig diese Klamotten an – mitten in der Nacht. Wahrscheinlich schläfst du da drin? Das hatte nichts mit unseren kleinen schmutzigen Anspielungen in den Briefen zu tun, nein?" Er kicherte.

Scorpius riss scheinbar schockiert die Augen auf „Mr. Potter, was denken Sie denn von mir? Und wie sähe das denn erst aus, wenn ich im knappen Schlafanzug zu irgendwelchen erwachsenen Männern ins Schlafzimmer schleiche? Da könnte man ja auf dumme Gedanken kommen! Nein, ich wollte adrett gekleidet sein um bloß keine… unkeuschen Blicke auf mich zu ziehen…"

Dieser Junge machte ihn wahnsinnig, woher nahm er diese Wortgewandtheit? Aber nun ja, das hatte seinem Vater ebenfalls gelegen. Auch er war meist nicht um Worte verlegen gewesen.

Harry sah wohlwollend, wie Scorpius sich auf den Rücken drehte, sich wohlig rekelte und die Arme hinter dem Kopf verschränkte. Lächelnd sagte er: „Das war eben echt der Wahnsinn, Süßer! Ich wusste gar nicht, dass du so gerne unterwürfig Befehle entgegen nimmst."

„Du ja anscheinend auch!" Der Blonde kicherte. „Immer muss das nicht sein, aber eben war's echt heiß!"

„Oh ja! … DU warst heiß…" Er überlegte „Wie willst du denn wieder in die Schule kommen? Über den Kamin geht's nicht. Und apparieren kannst du noch nicht alleine." Wieder einmal fiel ihm auf, wie jung sein Geliebter noch war.

„Ich weiß… ich dachte, du könntest mich vielleicht bringen? Seit-an-Seit meine ich. Aber … willst du mich schon wieder loswerden?"

„Klar kann ich dich bringen. Wann gedenkst du denn wieder aufzubrechen?" Und als er Scorpius' halb beleidigten Blick sah fügte er an: „Ich überlege nur gerade, ob du zum Frühstück bleibst, oder ob ich meine Hose vielleicht jetzt schon wieder anziehen muss."

Scorpius lachte „Also wenn das so ist, die Hose lässt du gefälligst aus, aber mit Frühstück sehe ich schwarz, ich muss vor dem Aufstehen wieder im Schloss sein, sonst merken die ja, dass ich nicht da bin."

Harry grinste und robbte an seinen Freund heran, kitzelte ihn zärtlich an der Seite, hielt ihn fest, als er ihm ausweichen wollte und streichelte dann liebevoll mit den Fingerspitzen über Scorpius glatte Brust. „Du bist so unglaublich schön…"

„Nein Schatz, das ist nur deine Veela-Brille, eigentlich sehe ich ganz furchtbar aus!" Er verzog das Gesicht.

Harry leckte ihm frech über die Lippen „Na dann hab ich aber Glück, dass ich dich so sehe, wie ich dich sehe… Ich liebe dich, Scorpius Malfoy."

„Dreh dich um."

Harry stutzte. Ging es schon weiter? Er fügte sich seinem Slytherin-Engel und drehte sich folgsam auf den Bauch, gespannt, was er jetzt vorhatte.

Scorpius kroch zu ihm, setzte sich auf Harrys Po und begann mit kraftvollen Bewegungen, Harrys Rücken zu massieren, strich über die Muskeln, knetete, so dass Harry immer wieder wohlig aufstöhnte. Er entspannte sich völlig, lag mit geschlossenen Augen da und genoss das Verwöhnprogramm. Scorpius hatte jedoch offensichtlich nicht nur eine Massage im Sinn, denn er begann nach einigen Minuten, Küsse auf Harrys Rücken zu verteilen, leckte dann die Wirbelsäule entlang, was dem Dunkelhaarigen ein leises Stöhnen entlockte. Er vergrub das Gesicht in den Kissen und kostete die kribbelnde Gänsehaut aus, die sich über seinen Rücken zog. Scorpius grinste und fuhr fort, zwickte mit den Zähnen leicht in Harrys Nacken, arbeitete sich wieder weiter hinab, kam am Steißbein an und verharrte dort. Dann begann er, mit seiner Zunge auf und ab zu fahren, immer ein Stückchen tiefer, bis er schließlich das erste Mal an Harrys Pobacken stieß, was diesen hochfahren ließ „Was machst du?"

„Ganz ruhig, gefällt es dir denn?", Scorpius' Stimme klang ruhig und zärtlich.

„Schon…aber"

„Dann halt den Mund und genieß einfach!" Der Ältere schwieg, entspannte sich nach und nach wieder.

Scorpius widmete sich wieder Harrys Hinterteil und ließ seine Zunge immer weiter vordringen, bis er sie wirklich zwischen die Pobacken schob, was Harry sich verkrampfen und aufkeuchen ließ. Trotzdem musste er gestehen, dass das, was der blonde Teufel da mit ihm machte ihn bei Weitem nicht kalt ließ. Es war eigentlich ziemlich angenehm, seine Rückseite wurde von Scorpius verwöhnt, während sich seine wiedererwachte Vorderseite automatisch sehr angenehm am Bett rieb. Doch wenn er genauer darüber nachdachte, war es ihm doch etwas unheimlich… vielleicht sollte er nicht so viel nachdenken...

Als Scorpius nun sanft die Backen etwas auseinanderzog, um besser dazwischen zu gelangen, wurde Harry wirklich skeptisch. Was hatte er vor? Noch spürte er diese unglaublich geile Zunge an einer Stelle, an der er nie gedacht hätte, jemals eine Zunge haben zu wollen… doch es war erregend… prickelnd. Als er jedoch spürte, dass die Zunge gegen einen Finger ausgetauscht wurde, entzog er sich dem verführerischen Jungen und setzte sich abrupt auf.

Scorpius sah ihn betreten an. Schuldbewusst?

Harry zog die Augenbrauen zusammen „Was hast du da vor? Ich habe dir gesagt, ich will das nicht. Diesen Part übernehme ich nicht."

Scorpius wurde rot „Ich… aber es ist schön… wirklich!"

„Ist doch wunderbar, wenn es dir gefällt. Leg dich hin, ich machs dir gerne sofort noch mal, glaub mir! Aber ICH will das nicht."

Scorpius senkte den Kopf. „Aber…"

„Scorpius!"

„Nein, hör mir zu, Harry! Vielleicht möchte ich ja auch mal… alle meine Körperteile ausprobieren… Glaubst du, ich möchte mein ganzes Leben verbringen, ohne… ihn mal zu benutzen? Nicht immer natürlich, nur ganz selten… ich will doch nur auch wissen, wie das ist."

Harry biss sich auf die Lippe. Er konnte Scorpius Anliegen verstehen. Doch was der Junge da von ihm verlangte, das konnte er ihm nicht geben. Bei aller Liebe nicht. Davor hatte er Angst. Vor den Schmerzen, davor, so ausgeliefert zu sein, sich „unmännlich" zu fühlen…

„Ich verstehe dich, Süßer, aber nein. Das mache ich nicht mit." Harrys Stimme klang entschieden.

„Nie?"

„Nein, nie."

Scorpius nickte. Harry rutschte an ihn heran, wollte ihn in seine Arme ziehen, ihn küssen, doch der Junge wich ihm aus. Harrys Einstellung verletzte ihn . Nicht, dass es ihm nicht gefiel, unten zu liegen, der Passive zu sein, er liebte es, doch es war so, wie er es sagte, er wollte es anders einfach auch mal erleben. Vertraute Harry ihm nicht genug? Wieso wehrte er sich so vehement dagegen?

Harry sah Scorpius intensiv an. Er sah, dass dem Jungen nicht passte, was er gerade gesagt hatte. Trotzdem… er konnte doch wohl selber entschieden, was er tun wollte und was nicht. Oder war er verpflichtet, seinem Partner solche Wünsche zu erfüllen? In der Tat war das bei schwulen Paaren ein Problem, wie er in diesem Moment feststellte. Darüber hatte er sich vorher keine Gedanken gemacht, es war für ihn selbstverständlich gewesen, dass er Scorpius nahm und nicht umgekehrt. Konnte er dem Jungen tatsächlich sein ganzes Leben verwehren, ‚alle seine Körperteile zu nutzen', wie er es so schön ausgedrückt hatte? Würde er das akzeptieren? Nun ja, er war eine Veela… er würde es akzeptieren. Aber wäre er glücklich so?

„Harry? Du brauchst keine Angst haben. Ich dränge dich nicht mehr. Ich habs kapiert. Ich bin der, der von dir genommen wird… dann los!"

Er legte sich auf den Rücken und spreizte seine Beine.

Harry sah ihn völlig irritiert an. Was sollte das denn jetzt plötzlich?

„Süßer? Was ist jetzt los?"

„Wir wollten doch eine zweite Runde, oder?" Scorpius fuhr mit den Fingern über seinen Bauch, gefährlich nah an seinen Schambereich…

Harry schluckte erregt. „Aber… wie kannst du denn von dem Gespräch eben so abrupt wieder auf Sex umschalten?"

„Ich unterwerfe mich deinem Willen. Oder willst du mich lieber so?", er drehte sich um und kam auf die Knie, hielt Harry seinen knackigen Po hin.

„Was redest du denn da?" Erst jetzt war ihm der zickige Ton des jungen Slytherins aufgefallen. „Was redest du da von unterwerfen? Ich will dich nicht meinem Willen unterwerfen."

„Ich dachte… du wärst zu dominant um…", plötzlich war der Ton wieder weicher. Unsicher.

„Scorpius, ich glaube, das Flohpulver ist dir zu Kopf gestiegen. Dominant? Ich glaube, du bist da gerade in eine ziemlich falsche Richtung unterwegs. Außerdem, wer hat denn hier eben vor dir auf dem Boden gekniet und deine Anweisungen entgegen genommen? War das dominant? Wie kommst du nur auf solche Sachen? Jetzt komm halt her!" Er zog den noch immer einladend auf den Knien hockenden Jungen zu sich und schloss ihn in die Arme.

„Aber ich verstehe nicht, weshalb du das auf keinen Fall willst.", ließ Scorpius nicht locker.

„Ich habe Angst, okay?"

„Angst? Aber wovor?"

„Ich weiß, dass es weh tut. Ich sehe dein Gesicht. Selbst, wenn ich dich vorher drauf vorbereite tut es dir am Anfang weh. Und ich habe Angst, dass ich… dann kein richtiger Mann mehr bin… das ist so… schwul."

Scorpius wusste nicht, ob er lachen oder beleidigt sein sollte.

„Das mit den Schmerzen verstehe ich, aber ich kann dir sagen, es lohnt sich trotzdem!", er grinste dreckig „Aber das andere… soll das heißen, ich bin kein richtiger Mann für dich, weil ich dir immer meinen Arsch hinhalte, oder wie? Wenn ich das nicht täte, hätten wir ja anscheinend gar keinen Sex. Und schwul. Naja. So ist es halt. Steh endlich dazu. Aber ich hätte schon gedacht, dass du mich als richtigen Mann siehst…" Seine Stimme brach, er schluckte hart und wandte den Blick ab.

„Nein, so war das nicht gemeint!" Harry verfluchte sich. Warum hatte er das so sagen müssen? Das konnte Scorpius ja nur falsch auffassen. „Du bist für mich natürlich ein richtiger Mann. Es geht dabei mehr um mein Bild, das ich von mir selbst habe…"

Scorpius zog eine Augenbraue hoch.

Harry war genervt. Das lief hier gerade in eine völlig falsche Richtung, gerade wurde er noch himmlisch massiert und verwöhnt, und einen Augenblick später war er hier in komplizierte Beziehungsgespräche verwickelt. Dabei hätte er eigentlich Lust auf noch ein bisschen Zärtlichkeit. Er überwand sich also zu sagen: „Scorpius, ich verspreche dir, ich denke darüber nach. Aber bitte versuch es nicht einfach so. Dann kann ich mich nie wieder entspannen, wenn ich dauernd denke, ich muss den Hintern zusammenkneifen…" Er grinste schief und sah den Blonden neben sich flehend an.

„Ja, okay. Ich hätte dich vielleicht vorher fragen sollen… okay, zweite Runde, soll ich die Schuluniform wieder anziehen, oder kannst du auch ohne?"

Er grinste frech und Harry gab ihm einen kräftigen Klaps auf den festen Po „Slytherin, nicht unverschämt werden!" Dann ließ er seinen Blick über den schlanken Körper gleiten, und beide bemerkten schnell, dass spezielle Kleidung nicht nötig sein würde, um in Stimmung zu kommen.

Sie küssten sich zärtlich, liebten sich langsam und intensiv, sahen sich dabei in die Augen, flüsterten sich liebevolle Worte ins Ohr und genossen das ebenso wie den schnelleren und weitaus rüderen Sex vorhin.

Als sie endlich einschliefen, war es bereits früher Morgen.

Harry erwachte als Erster, helles Licht fiel durch die Ritzen der geschlossenen Jalousien, sein Blick glitt verliebt über seinen hinreißenden schlafenden Freund und blieb ungläubig an der Uhr auf dem Nachttisch hängen.

Neun Uhr.

Das bedeutete, dass Scorpius nicht nur nicht zum Aufstehen in Hogwarts gewesen war, nicht nur nicht zum Frühstück erschienen war, sondern dass er gerade auch dabei war, die erste Unterrichtsstunde zu versäumen. Also konnten sie davon ausgehen, dass sein Verschwinden inzwischen wohl bemerkt worden sein musste. Merlin, warum hatten sie keinen Wecker gestellt? Er rüttelte den schlafenden jungen Mann neben sich, der sich murrend auf die andere Seite drehen wollte.

„Scorpius, Süßer, wach auf! Wir sind zu spät!"

Die grauen Augen öffneten sich verschlafen „Was…?"

„Es ist schon nach neun inzwischen! Steh auf, zieh dich an, wir müssen los!"

Damit war Harry aus dem Bett und schlüpfte schnell in seine Kleider, während Scorpius sich erschrocken nach der Uhr umsah und ebenfalls aufsprang „Verdammt! Die haben das doch bestimmt schon gemerkt… wenn Vater das erfährt! Der bringt mich um!"

Hastig zog Scorpius seine auf dem Boden verstreute Schuluniform wieder an, allerdings sah das Ergebnis nicht ganz so adrett aus wie in der Nacht, denn das Hemd war zerknittert, die Krawatte ließ sich in der Eile nicht richtig binden und die Frisur saß auch nicht richtig. Zum Anbeißen sah er trotzdem aus, fand Harry und schnappte ihn sich noch einmal kurz, knabberte an seinem Ohr und murmelte: „Schatz, das war eine supertolle Überraschung, aber mach das nie wieder!"

Scorpius sah ihn forschend an und fand, dass die grünen Augen gerade das Gegenteil von dem schönen Mund sagten. Aber zunächst musste er sehen, dass er diesen Ausflug überhaupt überlebte.

„Fertig?"

„Ja, fertig… ach, warte, dein Brief!" Scorpius zog das Pergament aus der Tasche seines Umhangs und legte ihn auf Harrys Bett. Dann nahm er Harrys Hand und sie apparierten vor die Tore von Hogwarts.

„Soll ich mitkommen? Dich reinbringen?"

„Damit dann alle auf den ersten Blick sehen, wo ich war und was ich heute Nacht mit dir getrieben habe?", kicherte Scorpius aufreizend und grinste.

„Nee, war wohl keine gute Idee. Machs gut, Scorpius! Ich drück dir Daumen, dass es nicht so schlimm wird! Ich liebe dich!"

„Ich dich auch, Harry. Ich melde mich!"

Damit wandte sich der blonde Junge um, trat auf das Schulgelände von Hogwarts und eilte auf das Schloss zu. Harry sah ihm nach, dann apparierte er nach Hause und beschloss, ausgedehnt zu frühstücken und heute nicht zur Arbeit zu gehen. Statt dessen würde er sich in den Garten legen und von seinem nächtlichen Besuch träumen.

Zwei Stunden später, Harry genoss dösend die Spätsommersonne, wurde er von Getöse aufgeschreckt. Eine laute Stimme, die ihm bei genauem Hinhören leider ziemlich bekannt vorkam und ein piepsiger Hauself, die miteinander zu streiten schienen. Er fuhr sich durchs Gesicht, durch die Haare und setzte sich auf der Liege auf. Gerade rechtzeitig, denn in dieser Sekunde stürmte ein wutentbrannter Draco Malfoy in den Garten und hielt direkt auf ihn zu.

„POTTER!", brüllte er sofort los „WAS HAST DU DIR DABEI GEDACHT?"

Verdammt, woher wusste der das schon wieder?

Harry war ziemlich sicher, dass Draco auch ohne Antwort weiter sprechen würde. Also schwieg er und bastelte sich in Gedanken eine Verteidigung… er hatte nicht gewusst, dass Scorpius kommen würde… hatte ihn ja nicht mitten in der Nacht wieder mutterseelenallein in das zugige Schloss schicken können…

„ICH WURDE VORHIN VON DER SCHULE INFORMIERT,DASS MEIN SOHN HEUTE NACHT SCHEINBAR NICHT IN HOGWARTS WAR, ER IST ERST UM HALB ZEHN ZUM UNTERRICHT WIEDER ERSCHIENEN UND WOLLTE NICHT SAGEN, WO ER WAR!"

Ob Draco jetzt fertig geschrien hatte? Harry hoffte es, denn ihm klingelten schon die Ohren.

„Malfoy, hallo. Schön dich zu sehen. Wie Scorpius war nicht in Hogwarts?", tat er unschuldig.

„TU NICHT SO SCHEINHEILIG, POTTER!" Draco stemmte die Hände in die Hüften und verengte seine Augen zu Schlitzen „Ich war eben in Hogwarts und hatte mit dem jungen Herrn ein Gespräch. Der hatte Glück, dass da noch Lehrer anwesend waren, sonst hätte der Bengel richtig was erleben können! Jedenfalls hat er mir verraten dass er, welche Überraschung, bei dir war. Sag mal GEHT'S NOCH? ICH DACHTE, DU SEIST ERWACHSEN! DER DUMME BENGEL KANN NICHT EINFACH AUS DER SCHULE FLOHEN. UND DU UNTERSTÜTZT IHN AUCH NOCH!"

Harry fluchte innerlich. Mist. Er wusste es tatsächlich. Andere Strategie.

„Ich habe ihn doch nicht gebeten zu kommen… er stand einfach in meinem Schlafzimmer…" Merlin, nein, falsches Zimmer…

„Im Schlafzimmer?!"

„Naja, es war mitten in der Nacht. Ich habe geschlafen. Wir sind dann natürlich sofort runter ins Wohnzimmer… und haben… geredet. Und Tee getrunken… und…"

„Potter, sogar deine Ausreden waren schon mal weniger erbärmlich! Was faselst du da? Glaubst du ich wurde mit dem Klammerbeutel gepudert, oder was?" Ehrlich gesagt dachte Harry das wirklich, aber das war jetzt der falsche Moment, das auszudiskutieren

„Glaubst du tatsächlich, ich nehme dir ab, dass du notgeiler alter Sack meinen hinreißenden Veela-Sohn, der auf dich steht nicht ins Bett gezerrt hast? Merlin. Scorpius hat auch angefangen so einen Schwachsinn zu erzählen, dem habe ich eine Ohrfeige für diese Lügenmärchen verpasst. Vielleicht sollte ich das bei dir auch mal versuchen! Ihr spinnt doch beide völlig!"

„Du bist älter als ich!" war Harrys Antwort, worauf Draco ihn irritiert ansah „Was?"

„Du bist älter. Du hast mich alter Sack genannt!"

„POTTER! Die Betonung lag hier im Übrigen auf NOTGEIL!"

„Sag das doch gleich!"

„Sag mal, machst du dich über mich lustig?", keifte der Blonde weiter.

„Nein, wie kommst du DARAUF?"

„Naja, du… DU MACHST DICH DOCH ÜBER MICH LUSTIG!"

Harry lachte. „Draco, es tut mir echt leid, dass Scorpius zu spät gekommen ist. Wir hätten auf die Zeit achten müssen… ICH hätte auf die Zeit achten müssen. Aber dass er plötzlich vor meinem Bett stand, da konnte ich nichts für. Und er hatte halt Sehnsucht. Er ist verliebt. Mein Gott, er ist jung. Gönn ihm doch ein bischen Spaß! Und ja… ich konnte ihm nicht widerstehen…"

Harry wusste, dass er sich gerade ziemlich weit aus dem Fenster lehnte. Natürlich hatte Draco vollkommen recht. Es war dumm gewesen, er hätte Scorpius direkt zurück schicken müssen. Doch das war nicht so leicht, wenn man selber doch auch solche Sehnsucht hatte und verliebt war…

„Also erstens ist es nicht lustig, wenn der Sohn einen Eintrag bekommt, wegen unerlaubten Verlassens des Schulgeländes über Nacht, und er hat genug Spaß. Und zweitens… hast du mich gerade beim Vornamen genannt?"

„Ja, habe ich wohl… ist mir so rausgerutscht. Kommt nicht wieder vor. Was machen wir eigentlich, wenn wir eine Familie sind… nennen wir uns dann immer noch beim Nachnamen? Sagst du zu deinem Sohn dann auch Potter?"

Draco, irritiert über den Themenwechsel, zog überrascht die Augenbrauen hoch.

„Warum sollte ich das wohl tun? Er heißt Malfoy."

„Aber nicht mehr nach der Hochzeit!"

„Selbstverständlich auch nach der Hochzeit, Harry Malfoy!" Draco grinste diabolisch.

Harry bekam einen Hustenanfall.

„Was überrascht dich so? Du denkst doch nicht, dass mein Stammhalter seinen altehrwürdigen Namen abgibt für so einen halbblütigen Allerweltsnamen wie Potter, oder?"

„Doch."

„Falsch gedacht. Ein Malfoy bleibt ein Malfoy."

„Werden wir ja sehen. Ich kläre das mit Scorpius."

„Tu das, er sieht das ebenso wie ich."

Harry wurde still. Bluffte Draco? Er sah so ernst aus, aber er trug auch immer diesen undurchschaubaren Gesichtsausdruck zur Schau…

„Ach, Malfoy, was ich noch klar stellen wollte. Hör auf, meinen zukünftigen Mann zu bestrafen wie ein kleines unartiges Kind. Und vor Allem: Hör auf, ihn zu schlagen. Sowas tun nur echt lausige Eltern!"

„Das ist deine Meinung."

„Das ist die Meinung jedes normalen Menschen!"

„Meine nicht."

„Du bist ja auch nicht normal."

„Das stimmt wohl. Ich bin besser. Und ich erziehe meinen Sohn, wie ich es für richtig halte."

„Aber er ist fast 17!"

„Und?"

„Er ist quasi mit mir verlobt!"

„Und?"

„Er ist fast mein Ehemann!"

„UND, POTTER? Worauf in Merlins Namen willst du hinaus?"

„Lass ihn verdammt nochmal in Ruhe! Wenn du dich schlagen musst, du weißt, wo ich wohne – wenn du dich traust!"

Malfoy ignorierte den letzten Satz „Er ist mein Sohn!"

„Leider…"

„War sonst noch was?"

Harry runzelte die Stirn „Ich wollte gar nichts von dir. Du bist doch hier reingerauscht wie ein Irrer!"

„Na dann… Potter."

„Malfoy."