AN: Die Übersetzungen der Gälischen Phrasen stehen unten. Sie sind aber nicht wirklich wichtig für das Verstehen des Kapitels, so dass man sich das notfalls auch sparen kann. Im Übrigen ist auch das ganze Kapitel nicht unbedingt notwendig zum Verständnis der Story, wer als lieber auf den Schwimmwettkampf verzichten möchte…

Das heutige Kapitel ist für – Trommelwirbel an, Trommelwirbel aus – Buffy66!

Tatze81: blöderweise trägt Sev in der Muggelwelt ja keine Roben, das hätte sich natürlich noch besser gemacht – oder was hältst du von Punkteabzug für Baker:D Und auf Wunsch einer einzelnen Lady – der Schwimmwettkampf!

Valerian1982: lässt du vielleicht Mione stehen? …attack snapelike zurückschaut! Muaha! Du bist ja richtig cool – und waren die Männer mit den weißen Jacken auch lieb zu dir? Ein paar Schokomuffins zur Beruhigung rüberschieb… attack sich zurücklehnt, gemein grinst und gleich noch einmal die restlichen Kapitel überfliegt… ja, es bleibt bei 16… ins Bett? INS BETT? Ich hab's ja gewusst, ihr wollt alle nur lemon…

Viper: ups? Ist dein Rechner jetzt sauer auf mich:D

JackyFCR: attack gleich mal wieder das Schwert von Gryffindor aus dem Hut zieht und herumfuchtelt – jetzt gehen die Drohungen schon wieder los… Hals umdrehen und so… was wollt ihr denn noch? Schon im 6. Kapitel küssen sie sich das erste Mal, nicht erst im 27. und ihr seid noch nicht zufrieden (lach!), attack sich sehr zufrieden die Hände reibt…nun ja, in diesem chap haben sie nun überhaupt keine Zeit für die anderen Dinge… okay, fast nicht…

Mrs. Skinner: gern geschehen, Eve. Bäh, James Bond. Der ist doch gegen unseren Sev nur ein Taubenzüchter… und nein, unser ZTM ist ein Mann von Ehre und lässt sich verführen (ups, schon wieder fetter Spoiler – attack gerade wie Hagrid vor sich hinmurmelt: was habe ich gesagt, was habe ich gesagt?)

Sepsis: nein, Sepsis, nein! Du wirst jetzt nicht irgendeinen schwarzhaarigen Kerl suchen und ihn fragen, ob er Lust und Zeit hätte, mit dir irgendwo einzubrechen, ist das klar? Ich werde jegliche Verantwortung für solches Verhalten strikt von mir weisen… hier, nimm erst mal einen Schluck Butterbier, dann geht's schon wieder…

Nikola: ach, das tut dir also nicht Leid? Dieses dämliche Plotbunny beißt mir dauernd in die Finger, und es TUT DIR NICHT LEID? … attack wütend mit dem Schwert fuchtelt…ABER: CSI: Hogwarts ist echt der Oberhammer, ich liebe es…

Buffy66: attack hilfsbereit einen Schlauch mit kaltem Wasser rüberschiebt… für den Schwelbrand, sehr gefährlich so was, hat man ja bei Miones Elternhaus gesehen…oh, ja, Sev ist jetzt so richtig scharf darauf, Osborne und Konsorten zu fassen, aber wird er es auch schaffen? Es sind bösartige Gegner, die noch bösartige Geschütze auffahren werden…

Kat: attack Kat den Kopf tätschelt… du brauchst doch kein schlechtes Gewissen habe, ich freue mich doch, wenn du bei mir auftauchst (es sei denn, es rührt daher, dass noch immer kein neues chap deiner Geschichte eingestellt hast…) attack sich gerade am Frühstück verschluckt: Kat! Du willst ihm also während unzähliger Höhepunkte… (hüstel, hüstel, rotwerd!) …by the way, ich mag deine Reviews und finde sie gar nicht verquer! So, und jetzt steh ich wieder auf, muss mir unbedingt eine Bodenheizung anschaffen, wenn mich hier jeder zu Boden knuddelt…

McAbe: Kleine, helfen die ganzen Heiltränke immer noch nicht…attack Kopf schüttelt…frage mich, wo Sev wieder sein Gehirn gelassen hat, immer mit den Gedanken bei Mione wahrscheinlich…und wirklich, du brauchst keinen Ersatzmonitor, die beiden sind recht diskrete Leute…so, zu Abe unter den Tisch krabbelt…da, den Trank jetzt, den in einer halben Stunde, und den dritten Morgen früh, dann sollte alles wieder gut sein…

LMA23: lach, attack vor sich hingrinst… jetzt kann es losgehen? Fallen wir wieder auf 15 Jahre zurück? Mit Zunge? Mit fummeln:D… Habe hier übrigens eine Riesenkanne Butterbier für dich – cheers, mein Illing…

Mortianna´s Morgana: Einhornblut ist tatsächlich gewagt, gibt's auch nur in der Knockturngasse…und glaube mir, wir wollen gar nicht wissen, wo Sev das Zeug her hat… da Tiere nicht so ein Bewusstsein haben wie Menschen, bleiben sie natürlich trotzdem ganz und gar heil… nachzulesen bei Reaktionen von Tieren, Tierwesen und Menschen auf Zaubertränke und Zaubermittel von R. B. Hagrid, erschienen 2004 im Magical Science Today Nr. 3 (also die Herbstausgabe)…

Gnomy: ja, ja, du weißt ja, was Sev und Mione sagen würden – die Anziehungskraft zwischen ihnen ist purer Sex, nix weiter (muaha, na ja, Kopfmenschen halt, Gefühle einzugestehen ist nicht einfach)… Freddy, ja, der hätte viel mehr verdient, aber dann würden wir ja auf seine Stufe runter fallen, oder? Und selbstverständlich ist Hermione dabei, sonst hätte Sev ja keinen Ansporn, oder:D… Schokokuchen gefällig?

irrlicht cgn: du treibst mich in den Wahnsinn, wirklich und wahrhaftig. Es wird kein Architekten-Happyend geben, nicht hier, nicht in der nächsten Story (da taucht nicht einmal eine auf…attack sich die Haare rauft…)…aber schön, dass dir das mit den Langziehohren gefallen hat, ich dachte mir, dass Lehrer, die so was nützliches konfiszieren, damit bestimmt auch was anfangen könnten (ich an ihrer Stelle könnte…)

Little-Fawkes: hey, du hast Recht, zwei wie Sev und Mione könnten überall erfolgreich sein, aber mir gefallen sie auf der „richtigen" Seite einfach besser…und lass das lieber mit dem Knuddeln bei Severus, der beißt dir sonst die Hand ab… :D… aber mich darfst du jederzeit knuddeln… heiße Schokolade von den Hauselfen?

Schlangenbiss: uh, der nächste, der sich zum Einbrechen verleiten lassen möchte – ich übernehme da keine Verantwortung, denkt daran! Ihr braucht hinterher nicht kommen und mit dem Finger auf mich zeigen und sagen: attack war's! Schwimmen, ja, da ist was dran, aber ob du so was wie jetzt in dem nächsten chap erlebst?

SSHGSSHGSSHGSSHG

Tag 7, Samstagvormittag

Trotz der kurzen Nacht fühlte sich Severus ziemlich ausgeruht, vielleicht gerade wegen seiner wilden Träume. Er war bereits in der Küche und machte Tee, als Hermione aus dem Arbeitszimmer stolperte. Sie sah völlig zerzaust und verstrubbelt aus, und eine leichte Röte bedeckte ihr Gesicht.

„Tut mir Leid", murmelte sie, „dass ich gestern einfach so eingeschlafen bin."

Er hob ihr Kinn an und sah ihr in die Augen. „Völlig zu Recht, Gryffindor. Es war ein langer und anstrengender Tag gewesen. Geh ins Bad und mach dich frisch!"

„Kommandierst du jetzt mich herum?" Sie lächelte ihn an.

Severus konnte nicht widerstehen und streichelte mit den Fingern ihre noch schlafwarmen, weichen Wangen. „Es gibt keinen Grund, alte Gewohnheiten zu ändern, wenn sie so gut funktionieren", murmelte er mit dunkler Stimme, und die Härchen auf ihren Armen stellten sich auf und ließen sie zittern.

„Ich gehe duschen", sagte sie hastig und zog sich ins Badezimmer zurück. Das warme Wasser entspannte sie, und sie lehnte sich an die Wand und genoss einfach, während sie überlegte. Was war das, was sie mit Severus verband? Begann sie, sich in ihn zu verlieben? Wer redete hier von beginnen? Es war zu spät für sie, sich zu wehren, viel zu spät…

Sie war, nun ja, schon lange verloren gewesen. Noch bevor sie ihn am letzten Sonntag wieder getroffen hatte. War das wirklich erst sieben Tage her? Es schien ein ganzes Zeitalter seit dem Brand vergangen zu sein. Und eigentlich war die Sache geklärt.

Warum, bei Merlin, blieb sie dann hier? Was hielt sie? Sein Vertrauen, dachte Hermione. Ich würde lieber Noire und Sally-Ann laufen lassen, als ihn zu verraten. Und er würde sich verraten fühlen, wenn sie verkündete, dass sie Severus Snape gefunden hatte. Er würde ihr niemals verzeihen, wenn sie ihn gegen seinen Willen zurückbrachte.

Er ist so ein sturer Bastard, der die Wahrheit nicht einmal glaubt, wenn sie ihm ins Gesicht springt, überlegte sie weiter, schreckte jedoch auf, als besagter sturer Bastard an die Badezimmertür klopfte. „Schneller, Gryffindor, wir müssen bald los! Oder brauchst du Hilfe?"

„Du bist so unglaublich witzig, Slytherin!", antwortete sie und errötete, denn die Vorstellung, dass er ihr beim Einseifen half, hatte enormes erotisches Potential. Trotzdem beeilte sie sich, und zehn Minuten später gesellte sie sich in der Küche zu ihm.

„Oh, warum ist nie ein Reporter da, wenn man ihn braucht", murmelte sie. „Das wäre ein Bild, mit dem er Preise gewinnen könnte: der gefürchtete Professor Severus Snape verzehrt Müsli, um sich mit Kohlenhydraten aufzuputschen."

Er warf ihr nur einen zurechtweisenden Blick zu. In der ersten Klasse wäre sie wahrscheinlich in Tränen ausgebrochen, und in der vierten hätte es sie noch beeindruckt. Jetzt fand sie es amüsant. Sie lachte nur und goss sich einen Tee ein. „Wann müssen wir denn los?", fragte sie und biss in einen trockenen Toast.

„Jetzt!", antwortete er spöttisch, als es klingelte. Er sprang auf, schob sein Müsli fort und betätigte den Türsummer. Wenig später polterte es an der Tür, als würde ein ganzes Sondereinsatzkommando stürmen wollen. Severus riss die Tür auf. „Wie oft habe ich dir gesagt, dass ein zivilisierter Mensch klopft oder klingelt?", fauchte er so streng, als würde er jeden Moment Punkte abziehen wollen.

Hermione hörte ein ausgelassenes Gelächter. „Ja, ja, oh, großmächtiger Chief, ich freue mich auch, dich zu sehen. Und, bist du fit genug, der verdammten Army in den Arsch zu treten?"

Ein blonder, gut aussehender junger Mann folgte Severus in die Küche und blieb dort wie angewurzelt stehen.

„Ich bin nicht einmal in der Lage, einem Laffen wie dir heute eine Lektion zu erteilen", beschied ihn Severus. Dann nickte er zu Hermione hinüber. „Darf ich vorstellen? Ethan Summerville, der Earl of Elbroke, und der einzige aus der ganzen blaublütigen Bagage, der wenigstens vorgibt zu arbeiten. Ethan, das ist Miss Granger."

Der junge Earl machte eine tiefe Verbeugung. „Es ist mir eine große Ehre, eine Freundin von Seth kennen zu lernen. Miss Granger, ihr Diener!" Er zog ihre Hand an seine Lippen.

„Nennen Sie mich Hermione", sagte sie errötend.

„Nur, wenn Sie die Gnade und Güte hätten, mich Ethan zu nennen!"

Severus schüttelte sich. „Es ist gut, Blaublüter, sie ist hinreichend von deinen Manieren beeindruckt. Du kannst dich jetzt wieder völlig normal benehmen." Ein fröhliches Grinsen brach sich auf Ethans Lippen Bahn.

„Sie sind also Anwalt", stellte Hermione fest.

Ethan drehte sich zu Severus um. „Du hast ihr von mir erzählt?"

„Wie käme ich dazu? Du bist mir so gleichgültig, dass ich lediglich einen Gedanken an dich verschwende, wenn du dich mir wieder einmal aufdrängst, oder deine ehrenwerte Tante meine Bahnen kreuzt. Nein, Miss Granger hat nur ihr außergewöhnliches Gehirn benutzt, um die Tatsache auszuschließen, dass du von Polizei, Feuerwehr oder Armee bist."

Ethan rieb sich die Hände. „Mein Gott, was wird Tantchen für Augen machen, wenn sie dich verloren geben muss!"

„Ich war nie für sie zu haben, und außerdem interpretierst du die Beziehung zwischen Miss Granger und mir völlig falsch. Wir sind lediglich…" Er brach ab.

„Gute Freunde, hm?", vollendete der Blondschopf seinen Satz und brach in hemmungsloses Gelächter aus. „Dann macht es dir sicherlich nichts aus, wenn ich Miss Granger, Verzeihung, Hermione, bitte, mir Ihren Arm zu überlassen!"

Mit einer weiteren eleganten Verbeugung reichte er ihr seinen Arm, und sie akzeptierte. Das plötzliche zornige Aufblitzen in Severus´ Augen wärmte sie den gesamten Weg bis in die Tiefgarage hinunter. „Ihre Tante ist nicht zufällig die ehrenwerte Lady Roosevelt, oder?", wandte sich Hermione an Ethan, als Severus den großen Rover auf die fast leeren Straßen lenkte.

„In der Tat, das ist sie", bestätigte Ethan und drehte sich auf dem Beifahrersitz herum, um sie anzulächeln. „Wissen Sie, Hermione", fuhr er dann fort, „wir könnten sowohl Tantchen als auch diesen bösartigen Chief hier so richtig ärgern, wenn wir beide zusammen durchbrennen und uns auf einer einsamen Insel in der Karibik niederlassen."

„Oh, bitte, tut das", schnurrte Severus gefährlich sanft. „Ich wäre mit einem Schlag alle meine Probleme los…"

Hermione rutschte so weit vor, dass sie mit beiden Armen seine Lehne umfassen konnte. „Bin ich so ein Problem für Sie, Chief?", hauchte sie ihm ins Ohr.

Ein kurzes Zusammenzucken seinerseits verriet, dass ihm ein Schauer über den Rücken lief.

Ethan hatte sie beobachtet. Als Anwalt war er es gewohnt, seiner Umgebung viel Aufmerksamkeit zu schenken. „Also", sagte er und grinste innerlich über den Chief, den er noch nie so nervös erlebt hatte. Diese junge Frau war auf jeden Fall mehr als nur ein „lediglich" in einem abgebrochenen Satz.

„Wie lange kennt ihr euch?"

„Eine Woche", knurrte Severus.

„Ewig", antwortete Hermione im selben Moment.

„Tja, was dem einen eine Woche, ist dem anderen eine Ewigkeit", kommentierte Ethan belustigt. „Manchmal habe ich dieses Gefühl mit dem Chief schon nach fünf Minuten", vertraute er Hermione an. „Und wo habt ihr eure Bekanntschaft gemacht?"

Hermione fand langsam Gefallen an diesem Spiel. Bewusst wartete sie, bis Severus brummte: „In Rosegarden", womit er den Stadtteil meinte, in dem ihr Elternhaus stand.

„In Schottland", sagte sie dann herausfordernd.

„In einem schottischen Rosengarten? Das nenne ich mal romantisch, Seth! Was macht ein Bursche wie du in Schottland? Ich meine, ich kann mir Hermione sehr gut in Schottland vorstellen, in einem großen Schloss mit Geistern und Gespenstern und einem tiefen dunklen See mit…"

„…einem Riesenkraken darin", fiel Hermione prustend ein. „Und einem hoch gewachsenen, ganz in Schwarz gekleideten Mann, der unauffällig irgendwo steht und im Verborgenen über die Prinzessin aus dem Schloss wacht!"

„Genau!", bestätigte Ethan aufgekratzt.

Severus knurrte etwas Unverständliches.

„Und weiter?", bohrte Ethan nach.

„Dann kam es zu einem fürchterlichen Krieg zwischen den Mächten des Guten und des Bösen, und der schwarze Hexer wurde schwer verletzt. Und als er wieder aus seiner tiefen Ohnmacht erwachte, beschloss er, weit weg von dem Schloss und der Prinzessin, in die er selbstverständlich heimlich unsterblich verliebt war, ein neues Leben anzufangen.

Aber natürlich konnte die junge Prinzessin nicht ohne ihren Schwarzen Ritter leben, also machte sie sich auf den Weg und suchte ihn in der ganzen Welt. Und so fand sie ihn viele Jahre später und beschloss, ihn wieder mit nach Hause zu nehmen", fabulierte Hermione weiter.

„Wow! Das nenne ich wirklich einmal eine historisch korrekt recherchierte Story!", sagte Ethan. Ganz tief in sich drinnen hatte er das Gefühl, dass Hermione nicht nur ein Märchen erzählte. „Wenn ihr aus Schottland kommt, könnt ihr bestimmt auch Gälisch, oder?"

„A mhic an diabhoil!", fluchte Severus völlig unerwartet los.

Hermione stutzte kurz, dann ließ ihr heftiges, perlendes Lachen den Männern das Herz kurz stehen. „Chief, also bitte…", murmelte sie.

„Was hat er gesagt?", fragte Ethan.

„Er war… recht unhöflich, würde ich sagen", beschied sie den jungen Adligen. Sie sah zu Severus, und ihre Augen trafen sich kurz im Rückspiegel.

„Das kann ich noch besser!", meinte er, seine Lippen spöttisch gekräuselt.

„Mo dhu, bi samhach", antwortete sie.

Seine Augen weiteten sich erstaunt. „Ich hätte es wissen müssen", murmelte er, und dann, mit einem weiteren auffordernden Blick: „Bas mallaichte!"

„Sguir, a charaid", sagte sie sanft.

„A charaid?", fragte er und lächelte. Es war ein ehrliches Lächeln, nicht sein übliches Wolfsgrinsen. „Mo nighean mhaiseach!"

Hermione wurde rot.

„Was sagt er?" Ethan zappelte regelrecht vor Neugier.

„Oh, jetzt war er recht höflich", gab sie zu, und an Severus gewandt: „Donas!"

Seine Augenbraue wanderte belustigt nach oben. „Taing, mo ban-druidh!"

Er setzte den Blinker und bog in eine Nebenstraße ab, wo sie vor einer großen Schwimmhalle zum Stehen kamen.

„Oh, verdammter Mist", fluchte Ethan mit einem Mal, seine aristokratische Würde vergessend, als er aus dem Kofferraum seine Tasche hervorholte. Er starrte über den Parkplatz. „Flex ist aus Bagdad zurück", sagte er zu Severus.

„Na, dann wird die Polizei eben dieses Mal nicht gewinnen", antwortete Severus gelassen.

„Warum nicht?", wollte Hermione wissen.

„Weil Flex ein Supersoldier ist", sagte Ethan. „Der Kerl dort drüben, der gerade mit meinem Cousin Emerett redet."

Hermione betrachtete die beiden Männer, auf die der junge Earl wies. Flex war fast so groß wie Severus, und er schien aus einem Guss gemacht worden zu sein. Schlank, agil und völlig unbewegt hörte er einem blonden, lockenköpfigen Mann Anfang Dreißig zu, der mit Händen und Füßen auf ihn einredete.

„Mein ehrenwerter Cousin Lord Emerett Grey", stellte Ethan ihn vor, als sie die beiden Männer erreichten.

„Ethan, du blaublütige Bleiente!", rief Emerett begeistert. „Der Phönix! Und eine junge Lady! Darf ich fragen, mit welchem der beiden Gentlemen Sie gekommen sind, Madam?" Emerett verbeugte sich tief.

Ethan ließ ihr keine Zeit zu antworten. „Flex! – Miss Granger!", stellte er vor.

Der Soldat nickte ihr zu. „Phönix!", sagte er zu Severus und reichte ihm die Hand. Hermione fragte sich, warum ihn hier alle Phönix nannten, doch schon wurde ihre Hand wieder in Ethans Armbeuge gelegt, und er geleitete sie hinein.

Offensichtlich war der alljährliche Schwimmwettbewerb von Polizei, Feuerwehr, Armee und Anwaltschaft ein großartiges soziales Ereignis, denn inmitten der Eingangshalle tummelte sich alles, was hier in der Stadt Rang und Namen hatte.

Hermione erkannte den Bürgermeister, einen bekannten Fabrikanten mit einer jungen Frau am Arm, die gewiss nicht seine Enkeltochter war, auch wenn man sie altersmäßig so zuordnen konnte, den Herausgeber der hiesigen Daily Telegraph und noch einige andere Honoratioren der Stadt.

Es verblüffte sie, dass sich Severus freiwillig in diesen Hexenkessel voller Menschen begab, aber, wie ihr Ethan, immer wieder von Begrüßungen und Vorstellungen unterbrochen, erklärte, der Chief gehörte zur Polizei, und war trotz seines „vorgerückten Alters" der beste Schwimmer seines Teams.

Vertraulich flüsterte er in Hermiones Ohr. „Flex ist eigentlich der Beste hier, aber wenn ihn jemand schlagen kann, dann Seth!"

„Sie machen sich wohl überhaupt keine Hoffnung?", neckte ihn Hermione.

Er schüttelte den Kopf. „Sehen Sie mich an! Ich bin nur ein Anwalt oder um Seth zu zitieren…"

„Alles verweichlichte, schlaffe, inkompetente Dummköpfe!", knurrte Severus an ihrer rechten Seite. Plötzlich erstarrte er, packte sie und zerrte sie mit sich. „Ethan, halt mir deine Tante vom Leib!", zischte er und drängte sich mit Hermione durch die Menge.

„Chief Aspen!", trällerte eine weibliche, laute Stimme. „Huhu, hier bin ich!"

Severus schob Hermione gegen eine Wand. „Rette mich!", flüsterte er verzweifelt.

Sie schaltete schnell. „Nur gegen einen Gefallen!"

„Verdammt! Alles, was du willst!"

JA! In Gedanken stieß Hermione die Faust in die Luft, dann zog sie Severus´ Kopf zu sich hinunter und stürzte sie beide in einen leidenschaftlichen Kuss. Er hatte nur schauspielern wollen, um der ehrenwerten Lady Roosevelt zu entkommen, aber…

Merlins Eier! Sie schmeckte gleichzeitig herb und süß, und er konnte nicht genug davon bekommen. Das war nicht das kleine, neunmalkluge Mädchen mit den buschigen Haaren. Er hatte keine Ahnung, wo diese Wildkatze hergekommen war, aber sie trieb ihn in den Wahnsinn.

Ihre Zunge, ihre Lippen, die Weichheit ihrer Haut, der Duft ihrer Haare…

Ein Räuspern neben ihnen ließ sie auftauchen. Hermiones Blick – obgleich noch recht unfokussiert – fiel auf eine nette, ältere, rundliche Dame in einem rosa Chanelkleid. „Chief Aspen!", sagte diese nette, ältere Dame gerade strahlend, und ihnen beiden wurde bewusst, dass sie sich offenbar schon mehrmals geräuspert hatte.

„Lady Roosevelt!" Sein Kopf war im Moment ziemlich leer. Scheinbar war sein Blut unvermittelt nach Süden gerauscht.

Mit einem rosa Fächer (!) schlug sie ihm kokett auf den Arm. „Sie sollen mich doch Liz nennen! Möchten Sie mir nicht Ihre junge Lady vorstellen?"

Er versuchte wirklich, etwas zu sagen, aber was? Oh, ja, das ist eine ehemalige Schülerin von mir, die ich am liebsten genau hier vor allen Leuten vernaschen würde? Oder…

Ihm blieb die Luft weg, als Hermione einen Finger von seinem Haaransatz bis über sein Rückgrat wandern ließ und lächelnd sagte: „Ich freue mich sehr, Sie kennen zu lernen, Lady Roosevelt. Seth hat schon viel von Ihnen erzählt. Mein Name ist Hermione Granger, und wir sind seit vorgestern verlobt!"

SSHGSSHGSSHGSSHG

Sie wollte ihn nicht anstarren, wirklich nicht. Als „Verlobte" sollte sie ihn bestimmt schon öfter unbekleidet gesehen haben, aber als er jetzt mit den anderen in den eigentlichen Schwimmbereich trat, konnte sie nicht anders, als ihn genauestens von oben bis unten zu mustern.

Es traf sie wie eine Eisenfaust direkt in den Magen, als sie erkannte, warum die Leute ihn hier Phönix nannten. Ein äußerst talentierter Tätowierer hatte es geschafft, aus dem Dunklen Mal auf seinem linken Unterarm die detailgenaue Darstellung eines Phönix´ herauszuarbeiten, und Hermione glaubte sogar, die vertrauten Züge von Fawkes zu erkennen.

Wie überaus passend. Er hatte sich selbst eine neue Identität geschaffen, war im Prinzip wieder auferstanden wie der sprichwörtliche Phönix aus der Asche.

„So, Ladies und Gentlemen, willkommen zum alljährlich stattfindenden Schwimmwettbewerb unserer exekutiven und judikativen Gewalt, willkommen zum alljährlich stattfindenden Schlachtfest! Wie üblich erwarten wir wieder spannende Zweikämpfe zwischen Polizei und Army, zumal unsere beiden Superhelden Sexy Flexy und der Phönix anwesend sind…

Ich hoffe, jemand hält das Sauerstoffzelt bereit, denn ich sehe auch den ehrenwerten Lord of Elbroke zwischen den Anwälten herumwuseln, und ich würde es bedauern, wenn mein lieber Cousin wie ein leckgelaufenes Boot absäuft!"

Fröhliches Gelächter begleitete diese Worte, als Emerett Grey, der offensichtlich den Job des Kommentators übernommen hatte, begeistert aus dem Glaskasten winkte, wo er sich vor dem Mikrofon amüsierte.

„Unsere Feuerwehr ist heute ein wenig unterbesetzt; ich habe mir sagen lassen, dass sie in letzter Zeit so viel zu tun hatte, dass sie nicht zum Trainieren gekommen sind – na ja, macht nichts, für die Anwälte wird es wohl reichen."

Neben Hermione schnalzte Lady Roosevelt missbilligend mit der Zunge. „Dieser Junge hat nur Unsinn im Kopf", erklärte sie ihr. Sie hatte Hermione nicht mehr von ihrer Seite gelassen, seit sich Severus nach ihrer Erklärung ziemlich schnell in die Umkleidekabinen zurückgezogen hatte.

Sie wollte alles wissen. Woher sie sich kannten, wie lange, warum sie ihre Beziehung geheim hielten… Hermione hatte größte Probleme, halbwegs plausible Geschichten zu erzählen, zumal ihr ja bewusst war, dass die Lady selbst ein Auge auf Severus geworfen hatte. Andererseits war die Adlige tatsächlich eine nette Dame, die recht angetan von Hermione schien und den Chief so sehr mochte, dass sie ihm auch wirklich sein Glück vergönnte.

Nun ja, dachte Hermione trocken. So wirklich glücklich hatte er eben nicht gewirkt. Aber eigentlich hatte er ja mit dieser Verlobungsgeschichte bei Billy Grafton angefangen…

„Wie üblich fangen wir mit den Einzelwettbewerben im 200 m Freistil an", verkündete Emerett Grey aufgekratzt. „Ladies und Gentlemen, lehnen Sie sich zurück und genießen Sie die offene und gesellschaftlich akzeptierte Zurschaustellung durchtrainierter männlicher Körper!"

Auf ein Zeichen des Kampfrichters betraten die vier Männer die Startblöcke. Hermione musste Emerett Recht geben. Alle vier waren tatsächlich recht durchtrainierte Athleten. Sie beobachtete Severus. Er war mit Abstand der Älteste, doch er brauchte sich nicht zu verstecken.

Sein langer, schlanker Körper wies kein Anzeichen von Fett auf, seine Brust war muskulös und ziemlich breit – aber das wusste sie ja schon – seine Arme und Schultern fein definiert, sein Bauch ein wirkliches Waschbrett. Feine, noch hellere Stellen wiesen von einem harten Leben, welches so viele Narben hinterlassen hatte.

Natürlich war seine Badehose schwarz, mit etwas anderem hätte sie auch überhaupt nicht gerechnet und seine Beine endlos und wenig beharrt. Alles in allem war Severus Snape für die Augen einer Frau ein durchaus angenehmer Blickfang.

Eine leichte Bräune auf Armen, Beinen und Gesicht ließen ihn darüber hinaus auch gesünder und jünger wirken als in seiner gesamten Zeit in Hogwarts. Hermione war noch immer in ihre Betrachtungen versunken, als das Startsignal fiel. Lady Roosevelt verkrallte ihre Hand in Hermiones Arm. „Ich kann gar nicht hinsehen!", seufzte sie, starrte aber mit weit aufgerissenen Augen auf das Geschehen.

Auch Hermione hielt die Luft an. Sie hatte sich noch nie fürs Schwimmen interessiert, doch jetzt schien es die aufregendste Sache der Welt zu sein. Bereits nach der ersten Wende war klar, dass die Entscheidung zwischen Flex und Severus fallen würde, sowohl der Anwalt als auch der Schwimmer der Feuerwehr waren bereits um eine halbe Länge zurückgefallen und kämpften nur noch um die Ehre.

Auch nach der zweiten Wende war es noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die beiden Männer, die auch noch auf zwei nebeneinander liegenden Bahnen schwammen, schenkten sich nichts. Als sich nach der dritten Wende nicht absehen ließ, wer von ihnen die Oberhand behalten würde, begann der Lärmpegel auf den Tribünen zu steigen.

Und dann schlugen sie an, und Hermione schien es, als hätten sie es zeitgleich getan. Sie konnte die verzerrten Mienen der beiden Männer sehen, die krampfhaft nach Luft rangen und sich an den Trennseilen festhielten.

„Du meine Güte", verkündete Emerett begeistert, „das nenne ich mal ein Duell. Sicherlich ging es Ihnen wie mir, Ladies und Gentlemen, Sie konnten nicht erkennen, wer gewonnen hatte, aber unsere elektronische Registrierung lässt sich nicht täuschen. Mit einem Vorsprung von sage und schreibe drei Tausendstel heißt unser Sieger…"

Er machte natürlich die obligatorische Pause. „Anthony Flex, unser Mann im Irak!" Frenetisches Jubeln von der anderen Seite der Tribüne, unschwer zu erkennen als von der Armee okkupiert durch junge Männer mit sehr kurzen Haaren und muskulösen Körpern.

Lady Roosevelt stieß einen tiefen Seufzer aus. „Ahhhhh, ich hatte so sehr gehofft, dass unser Chief…"

Hermione nickte nur.

„Möchten Sie hinunter zu Ihrem Verlobten?", fragte die Lady liebenswürdig.

„Ist das denn erlaubt?" Hermione beobachtete, wie Severus kurz untertauchte und sich dann elegant aus dem Wasser schwang.

Die ältere Dame lächelte. „Mein liebes Kind, ich sponsere diesen Wettkampf, seit ich denken kann. Ich kann überall hin und ich kann mitnehmen, wen ich will!"

Sie hakte sich bei Hermione ein und zog sie energisch mit sich. Unterwegs blieb sie hier und dort stehen und verkündete strahlend, dass sie Hermione Granger, die Verlobte des Chiefs, in ihre Obhut genommen hatte, solange die Wettkämpfe liefen. Nicht gut, dachte Hermione leicht panisch. Spätestens morgen würde das in der Zeitung stehen, wenn es nicht schon die Abendzeitung zieren würde.

Sie blieb stehen, als sie Severus und drei andere Männer erblickte, die in Trainingsanzügen steckten, auf denen hinten in Großbuchstaben POLIZEI stand. Offenbar eine Teambesprechung, denn ein älterer, grauhaariger, übergewichtiger Mann, den Hermione für den Trainer hielt, stieß hinzu und redete energisch auf sie ein.

Dann fiel sein Auge auf Lady Roosevelt. „Elizabeth!", polterte er los, watschelte wie ein Walross zu ihnen hinüber und zog die Hand der Lady in einen Kuss.

„Rollie, wie schön, dich zu sehen! Darf ich dir Seth´ Verlobte, Miss Granger, vorstellen?"

Hermione fand sich plötzlich im Mittelpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit. Hitze stieg in ihre Wangen, und es war nicht hilfreich, dass Severus zu ihr hinüber glitt, ihren Arm umfasste und sie mit sich zog. „Ihr werdet uns entschuldigen!", sagte er samtig.

Er bemerkte die amüsierten Blicke seiner Kollegen, und ärgerlicherweise hörte er auch die gemurmelte Bemerkung. „Einmal Hexer, immer Hexer!"

Er warf die Tür der Umkleidekabine hinter ihnen zu. „Das nennst du Rettung?", fragte er, gefährlich leise. „Was hast du dir dabei gedacht?"

Hermione richtete sich auf. Die Röte in ihren Wangen kam jetzt vom Zorn, nicht aus Verlegenheit. „Es war nicht meine Idee!", fauchte sie. „Darf ich dich daran erinnern, dass du Billy bereits diese Geschichte aufgetischt hast? Und es hat dich von Lady Roosevelt befreit, oder? Außerdem können wir immer noch bekannt geben, dass wir die Verlobung wegen unüberwindbarer Interessenskonflikten wieder gelöst haben!"

Sie wirbelte herum und wollte aus der Tür stürmen, doch sie kam nicht weit. Severus hielt ihren Arm fest und zog sie wieder zu sich heran. Seine intensiven, tiefschwarzen Augen bohrten sich tief in ihre. „Lass mich los!", zischte Hermione erbost.

„Ifrinn an Diabhuil!", murmelte er schließlich. „Du hast Recht. Und ich habe mich auch nicht gerade gewehrt, als du mich vor Lady Roosevelts Augen geküsst hast. Allerdings habe ich dir ja gesagt, als Polizeichief muss ich alles genau überprüfen, und dir ist wohl klar, dass die paar Küsse überhaupt keine Rückschlüsse zulassen!"

Hermione musste trotz ihrer Wut grinsen.

„Als meine Verlobte ist es auch deine Pflicht – was ich persönlich am besten finde – mich immer sehr nett und liebevoll behandeln", fuhr Severus fort. „Auf jeden Fall hast du mich jetzt sehr intensiv auf dem Hals!"

Jetzt lachte sie und zuckte mit den Schultern. „Is fhearr an giomach na ´bhi gun fear tighe!", spottete sie.

Ein Lächeln nistete in seinen Augen, als er ihre Hand an seine Lippen zog. „Mo luaidh", hauchte er und beobachtete selbstzufrieden, dass sich die Härchen auf ihrem Arm aufstellten.

Sie schaffte es, trotz beginnender Atemlosigkeit herablassend seinen gesenkten Kopf zu tätscheln. „Balach math!", sagte sie.

„Ich gebe dir gleich „Guter Junge", murmelte Severus. Ein Klopfen an der Tür lenkte ihn jedoch ab.

„Seth! Junge Lady! Lassen Sie bitte den Chief hinaus, wir brauchen ihn in einer halben Stunde für die Staffel!", war der dröhnende Bass von Rollie Jefferson, ehemaliger Chiefinspector und jetziger „Trainer", zu hören.

Severus grinste. „Spätestens jetzt wird die Gerüchteküche überschäumen und die Wettkämpfe selbst völlig uninteressant geworden sein. Es macht also überhaupt nichts mehr aus, dass ich so untrainiert hier aufgetaucht bin."

„Haschen wir jetzt nach Komplimenten, Chief?", neckte ihn Hermione. „Du weißt genau, dass du phantastisch warst, und du genauso auch als erster hättest anschlagen können."

„Ich war durch meine plötzliche Verlobung so abgelenkt", behauptete er ernsthaft.

„Dann könntest du ja dafür sorgen, dass eine stolze Verlobte diese Halle verlässt, indem du mit der Staffel siegst. Soweit ich weiß, bist du dann fertig. Du warst nur für diese beiden Wettbewerbe gemeldet?"

„Das Vorrecht des Alters!" Seine Oberlippe verzog sich ein wenig. „Vielleicht solltest du mir einen … Anreiz zum Siegen geben!", schlug er dann vor.

„Pah!" Sie lachte. „Ich kaufe doch nicht die Katze im Sack! Sieg du erst einmal, dann können wir über eine… Belohnung sprechen."

„Seth!" Rollie wurde langsam ungeduldig. „Nimm jetzt deine Hände von der Lady!" Wieder klopfte er energisch.

„Na schön, gehen wir, bevor der alte Mann die Tür stürmen lässt. Er hat immer noch eine Menge Einfluss, und vielleicht holt er das Sondereinsatzkommando, um mich aus den Klauen eines unersättlichen Succubus zu befreien!"

Mit diesen Worten legte er seinen Arm um ihre Hüfte und führte sie hinaus. „Gibt es ein Problem, Rollie?", fragte er auffallend freundlich, als der ältere Herr seine Augen zwischen ihnen hin- und herwandern ließ.

„Solange du noch schwimmen kannst, überhaupt keines!", erklärte das Walross grinsend.

SSHGSSHGSSHGSSHG

Es war wieder Lady Roosevelt, die Hermione mit auf die Tribüne nahm. „Jetzt schwimmt auch mein Neffe mit, Ethan!", erklärte sie aufgeregt. „Er ist wie Seth und Flex der letzte Starter der Staffel!"

„So, liebe Anwesende, kommen wir zum Höhepunkt des Tages, der 4 x 200 Meter Staffel. Ich hoffe nur, dass Rollies Massen nicht auf unsere Bobbies abgefärbt haben, denn sonst wird's wohl nichts mit dem von uns erwarteten zweiten Duell zwischen Flex und dem Phönix!", plauderte Emerett Grey gut gelaunt.

Die Leute lachten begeistert, als Rollie Jefferson wütend mit der Faust in Richtung des Glaskastens drohte.

Das Signal ertönte, und die Startschwimmer schnellten von den Blöcken. Hier gab es nicht von Anfang an diesen auffälligen Leistungsunterschied, was Hermione eine Ahnung davon gab, wie gut Flex und Severus wirklich sein mussten, dass sie sich schon auf den ersten Metern so abgesetzt hatten.

Aber interessant war es allemal, besonders, als der Polizist als erster anschlug und der zweite der Staffel loslegte. Leider schaffte es der zweite Soldat, wieder aufzuholen, so dass es wieder ein Rennen zwischen Polizei und Armee zu werden versprach.

Als die Nummer Drei jeder Staffel im Wasser war, hielt es Hermione nicht mehr auf ihren Platz. Sie sprang auf und beugte sich weit über das Geländer, um jetzt nur nichts zu verpassen.

Lady Roosevelt tat es ihr nach, und so beugten sich zwei aufgeregte Frauen nach vorn und fieberten mit. „Ja, Seth!", schrie die ältere Lady begeistert, als Severus als erster der Schlussschwimmer den Startblock verließ. „Zeig es der verdammten Army!"

„Da haben wir es ja wieder!", brüllte auch Emerett. „Irgendwo unter ferner liefen der ehrenwerte Lord Elbroke, der sich mit Kenny Summers von der Feuerwehr um Platz drei oder vier prügelt, während unsere beiden Favoriten wieder einmal dabei sind, sich die Lunge aus dem Hals zu hetzen!

Der Phönix ist jetzt, nach der zweiten Wende um eine halbe Kopflänge vorn, aber schauen wir mal, ob Flex sich das gefallen lässt – und ja, seht nur, ist es möglich? Er schafft es tatsächlich noch einmal, dieses mörderische Tempo zu erhöhen, und da sind wir schon an der dritten Wende – und jaaaaa – sie liegen gleich auf!"

Die beiden Männer hatten nur noch diese fünfzig Meter. Weltrekordler schafften diese fünfzig Meter in etwas über fünfundzwanzig Sekunden. Weder Severus noch Flex waren Weltrekordler, aber selbst sie blieben weit unter einer halben Minute. Eine halbe Minute – eine halbe Minute Ewigkeit. Lungen brannten, Arme schmerzten, Beine waren schwer und wollten nicht mehr im Rhythmus bleiben.

Mit letzter Kraft schnellte sich Severus vor und schlug an – und wusste wieder nicht, wer von ihnen beiden der Gewinner war. Es spielte auch keine Rolle, denn genau vor ihm, bei seinem Startblock kniete Hermione und strahlte ihn an. Wie zum Teufel, war sie bis hierher gekommen?

Er vergaß seine Frage, stemmte sich mit heftig pumpender Brust aus dem Wasser und küsste sie. Seine Hände strichen über ihre Seiten, Wasser perlte von seinem Gesicht und Oberkörper auf ihre Sachen, aber weder Hermione noch Severus störte es.

„Wow, wow, wow! Das kann einen Mann schon einmal verjüngen, würde ich sagen", schrie Emerett mit überkippender Stimme. „Hier ist er, unser Hexer, hat nicht nur das Herz einer Lady gewonnen, sondern auch sein Duell gegen Flex! Die Sieger der 4 x 200 Meter Staffel sind dieses Jahr somit unsere Ordnungshüter!"

Tosender Beifall brach auf den Tribünen los, und die Menge brachte Standing Ovations dar. Ein wahres Blitzlichtgewitter der Fotografen brachte Hermione und Severus dazu – wieder einmal – ihren Kuss zu unterbrechen. Seine Teamkameraden umarmten ihn und klopften ihm auf die Schulter, und Rollie schubberte mit seinem Walrossbart über Hermiones Wange.

Glücklich polterte er los. „Sie können jederzeit wieder mitkommen, junge Lady, wenn Sie den Phönix zu diesen Heldentaten animieren. Ich hatte ja anfangs Bedenken, dass Sie ihm vielleicht jegliche Kraft rauben könnten, aber…" Er brach ab und wurde, zu ihrem Entzücken, rot.

Hermione wusste nicht, wann sie sich zuletzt so glücklich gefühlt hatte. Eingebunden in dem lärmenden Pulk wurde sie mitgezogen von der Mannschaft, die laut über ihren Erfolg schwadronierte.

Eine Stunde später waren die Siegerehrungen, und gleich, nachdem Severus geschmeidig von dem Treppchen herab gesprungen, packte er ihren Arm und zog sie aus der großen Halle. „Wie ich dich kenne, wirst du entsetzlichen Hunger haben?", brummte er, als er den Rover vom Parkplatz lenkte.

Sie verdrehte ihren Kopf, um zurück zu sehen. „Was ist mit Ethan? Wie kommt er jetzt nach Hause, wenn wir ihn einfach hier lassen?"

„Der kleine Blaublüter ist mit der Hälfte der Anwesenden verwandt, ich schätze, irgendwer wird sich seiner erbarmen!"

Sein Blick tastete kurz ihr Gesicht ab. Ihre Wangen waren noch immer gerötet vor Aufregung, ihre Augen leuchteten. „Was hältst du von italienisch?", fragte er und sah wieder auf die Straße.

„Ist das ein Date, Severus?" Er konnte unterdrücktes Lachen in ihrer Stimme hören, doch statt verärgert zu sein, wärmte es ihn, und der Rest seiner Verteidigungsmauern stürzte in sich zusammen.

Trotzdem runzelte er die Stirn. „Es ist kurz nach ein Uhr mittags, Gryffindor, und ich bin nur besorgt, dass du mir nicht vor Schwäche umfällst."

„Oh, das ich das noch erleben darf! Severus Snape, Slytherin extraordinaire, macht sich Sorgen um eine kleine, unerträgliche Gryffindor!" Sie presste ihre Hände ans Herz und bedachte ihn mit einem gekonnten Augenaufschlag.

„Die kleine, unerträgliche Gryffindor wird bald unerträglich leiden, wenn sie so weiter…" Er brach ab, als sein Handy klingelte. „Aspen!"

Sein Gesicht wurde undurchdringlich, und er klappte das Handy wieder zu. „Es tut mir Leid, Hermione", sagte er dann ernst. „Aus unserem Essen wird nichts. Ich bringe dich entweder zu mir, und du bleibst dort und rührst dich nicht vom Fleck, bis ich wiederkomme. Oder du apparierst auf der Stelle nach Hogwarts oder zu Potter oder sonst wohin, wo du sicher bist."

„Was ist passiert?"

„Ich will nicht darüber reden, bevor ich sicher bin. Entscheide dich sofort!"

„Ich bleibe bei dir!"

Severus hatte keine Ahnung, warum dieser einfache Satz ein solches Gefühlschaos in ihm auslöste.

SSHGSSHGSSHGSSHG

Gälische Phrasen für alle, außer Hope (du holst dir wieder den Wälzer deiner/unserer Schwester und übersetzt selbst:D)

A mhic an diabhoil: Du Sohn eines Teufels (ein ziemlich heftiger, gälischer Fluch!)

Mo dhu, bi samhach: Mein Schwarzer, sei still!

Bas mallaichte: in etwa: Teufel noch mal (wörtl.: schwarzer Tod)

Sguir, a charaid: Hör auf, mein Freund.

Mo nighean mhaiseach: mein schönes Mädchen (jetzt wird Sev galant!)

Donas: Teufel oder auch Dämon (so schnell lässt sich Mione nicht bezirzen!)

Taing, mo ban-druidh: Danke, meine Hexe (auch: Magierin)

Ifrinn an Diabhuil: Teufelshölle (auch ziemlich heftig!)

Is fhearr an giomach na ´bhi gun fear tighe: Lieber ´nen Hummer als gar keinen Mann (Sprichwort)

Mo luaidh: mein Schatz (nein, er ist nicht mit Gollum verwandt!)

Balach math: Guter Junge!

(Ich bitte alle, die fließend Gälisch sprechen, um Entschuldigung bei eventuell auftretenden Fehlern…)