Puuh... gut dass MJ sich auf den Weg macht. Diese Zentauren sind mir nicht wirklich geheuer.
Wir wollen doch nicht, dass etwas passiert, oder?
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MJ verzichtete darauf ihrer Schwester und dem Wildhüter nachzublicken. In weniger als zwei Sekunden wandelte sich die blonde Schülerin und an ihrer Stelle tauchte ein stattlicher schwarzer Panther auf. Die gelben Iriden zogen sich wegen des hellen Lichts zusammen und Fangs überwältigender Geruch lies sie niesen.

Scheiß Hund…

Unter weiteren Niesattacken schlüpfte sie durch die Hundeklappe nach draußen und sah sich aus dem Schatte heraus um. Die beiden Muffinüberbringer waren noch nicht sonderlich weit gekommen und sie musste sich auch keine Sorgen machen von Hagrid gesehen zu werden. Fang war da schon ein größeres Problem. Sich vor Tieren zu verbergen, die auch noch eine besonders gute Nase besaßen war nicht einfach, aber machbar.

Sie fühlte sich großartig, als sie mit langen Sprüngen den relativ breiten, ungeschützten Rasenstreifen bis zum Wald überwand. Lange war es her, seit sie in ihrer Tiergestalt durch die Natur gejagt war. Der Stress vor dem Schulwechsel hatte es nicht gerade leichter gemacht.

Während sie mit ihrer Familie in dem kleinen Haus in der Nähe von Kings Cross wohnte, mussten Jess und sie sowieso vorsichtig sein, wenn sie sich in ihrem anderen Körper draußen aufhielten. Die Nachbarn waren zwar fast nur Zauberer, aber man konnte ja nie wissen. Es gab viele Neider, deshalb hatten es Animagi nicht unbedingt leicht und behielten ihre Fähigkeiten meist für sich.

Tatsache Nummer Eins: Ich mag diesen Wald!

Der Wald sah zwar normal aus, aber man konnte die Magie riechen. Naja… SIE konnte die Magie riechen. Und das auch nur, wenn sie sich als Panther fortbewegte.

MJ machte sich in Gedanken schon mal eine to-do-Liste.

1. Herausfinden, ob es die berüchtigten Zauberstabbäume hier wirklich gibt.

2. Leben hier echt Trolle?

3. Den Zentauren einen Muffin klauen… Mindestens!

4. So viel wie möglich erkunden.

Das war ja schon mal ein ordentlicher Haufen Arbeit.

Lautlos, (ok, bis auf das eine Mal, als sie nicht aufgepasst hatte und auf einen trockenen Ast getreten war) schlich sie neben Hagrid und ihrer Schwester her. Interessante Gesprächsthemen hatten die. Aber hallo!

Der Halbriese musste ja echt total den Respekt vor den Zentauren haben. Ich hab ja gehört, dass sie ein kriegerisches Völkchen sind… aber so extrem? Nä…

Beinahe hätte sie aufgeschrieen (wie es Katzen eben tun, wenn sie erschrecken), als sie von hinten in etwas pferdeähnliches hineinlief.

Ziemlich groß, knochig, mit Flügeln und einem schnabelähnlichen Maul… OMG, was ist DAS denn? Geschockt wich sie zurück. Und als das Vieh auch noch näher kam, verdrängte sie ihren Stolz und jagte davon. Nur weg von diesem komischen Wesen.

Hallo? Wer hält sich denn sowas Hässliches als Schoßtier??

Fast ihr gesamtes Fell hatte sich aufgestellt und lies ihren Schwanz wie eine schwarze Klobürste wirken. Gut, dass es im Wald keine Spiegel gab! Sonst hätte MJ wahrscheinlich der Schlag getroffen.

Wachsam sah sie sich um. Wo waren die Beiden denn jetzt wieder abgeblieben? Ein Katzenseufzer verließ ihre Schnauze. Wegen diesem dummen Vieh von vorhin hatte sie ihre Schwester und den Halbriesen verloren!

War ja klar, dass sowas früher oder später passiert… Aber später wäre mir echt lieber gewesen!

Sich in Gedanken weiterhin beschwerend, tapste sie weiter. Immer der Nase nach! Schließlich hinterließen die Muffins eine nur allzu deutliche Duftspur.

Nach einer halben Ewigkeit drangen endlich Gesprächsfetzen an ihre scharfen Ohren.

Ha! Gefunden!!!

Triumphierend setzte MJ ihren Weg fort und stutzte plötzlich. Da war aber jemand wütend!

Es war beinahe greifbar.

Der Duft der Muffins hatte sich verändert - etwas erdiges war dabei. Hatte Jess den Korb etwa fallen lassen? Und da war noch etwas Anderes… es roch so nach - Pferd. Aber auch wieder nach Mensch.

Zentauren? Dann haben die Muffins ja ihr Ziel erreicht.

Und trotzdem sagten ihre Instinkte: Gefahr, Gefahr!! Reichlich verwirrt blieb sie stehen, wo sie war und lauschte. Vielleicht konnte sie ja anhand der Geräusche herausfinden, was los war. Zumindest wusste sie dann schon mal im Voraus bescheid und lief nicht blind in irgendwelche Gefahren (wie sonst auch).

Ihre Ohren zuckten unruhig von einer Richtung in die Nächste - und fingen ein klägliches Wimmern auf.

Ein Geräusch, welches sie unter Tausenden zuordnen könnte.

Wer auch immer dafür verantwortlich ist - wird sterben!

Mit einer wilden und ungezügelten Wut im Bauch lief sie los um den Missetäter hinzurichten.

Niemand - und damit meine ich wirklich NIEMAND - tut meiner Schwester weh!

Es war ihr egal, wie laut sie durchs Unterholz brach. Nur noch eines zählte - und es hatte so einiges mit Blut zu tun!

Eine Lichtung kam Näher und sie hörte nur gedämpft, wie jemand rief: "Bane! Da kommt was!"

Da brach sie auch schon aus den Bäumen hervor und hatte im Bruchteil einer Sekunde die Situation erfasst. Drei bewaffnete Zentauren; einer davon tat ihrem Zwilling weh!

Mehr musste sie nicht wissen.

Mit einem bedrohlichen Brüllen stürzte sie sich auf den augestreckten Arm des schwarzhaarigen Zentaur ohne auch nur einmal inne zu halten. Alle ihre Instinkte schrieen: Töte ihn!

Und genau DAS hatte sie vor.

Wütend schlossen sich ihre Kiefer um den Unterarm des Missetäters und ihr Pranken krallte sich in seiner Haut fest.

Daraufhin ließ er Jess los - die sofort von Hagrid weggezogen wurde- und taumelte leicht nach hinten. Sie hatte ihn völlig unerwartet getroffen.

Doch schon war der Überraschungsmoment vorbei und die anderen Beiden Zentauren hoben ihre Bögen. Der entsetzte Aufschrei ihres Gegenstücks lenkte sie kurz ab und so gelang es Bane sie abzuschütteln. Sie schlitterte davon, pflügte mit ihren Krallen den Waldboden auf und drehte sich um die eigene Achse.

Kaum ein Moment war vergangen, da warf sie sich schon gegen Banes massigen Pferdekörper, krallte sich in sein Fleisch und zog sich nach oben. Dieser tänzelte wie wild hin und her, um sie loszuwerden, erschwerte es aber seinen Begleitern gleichzeitig ihm zu helfen. Fauchend schnappte sie nach seinem Nacken und er schaffte es nur wie durch ein Wunder sich nach vorne zu beugen um ihren messerscharfen Zähnen zu entgehen.

Wütend buckelte er, schlug Hacken und rammte ihr Rückrat immer wieder gegen die umliegenden Baumstämme, bis sie schließlich losließ. Wieder schrie Jess auf. Hagrid hielt sie hinter sich gedrängt und hatte die Armbrust entsichert.

"Dummes Biest!", brüllte Bane und tänzelte hin und her.

Genau in dem Moment, als MJ wieder auf ihn zusegelte, kam ihm einer seiner Gefährten zu Hilfe.

Magorian drehte sich um 180° und trat dem vermeintlich wilden Tier kräftig gegen die Schulter, den Hals nur knapp verfehlend.

Durch den Stoß wurde ihre Flugbahn abgelenkt und die Pantherdame kam jaulend und sich überschlagend zu Hagrids Füßen auf den Boden auf. Zitternd und leicht benommen mühte sie sich wieder auf die Beine, ihr einer Vorderlauf hing schlaff zu Boden. Die auf sie gerichteten Pfeilspitzen entlockten ihr nur ein müdes Fauchen.

MJ sah ziemlich mitgenommen aus, aber ihre Augen funkelten wütend.

Der verletzte Bane machte einen Schritt nach vorne und einzig diese kleine Bewegung löste bei der Raubkatze für fast alle Anwesenden eine erschreckende Reaktion aus.

Langsamer als sonst veränderte sich der Körper, bis statt der schwarzen Bestie ein blondes Mädchen am Boden hockte - ziemlich verdreckt und allem Anschein nach verletzt.

Langsam kam sie aus der Hocke hoch und starrte Bane wutentbrannt an. Als sie sprach spuckte sie ihm die gezischten Worte fast entgegen.

"Wage es nicht, sie noch mal anzufassen, Bastard!"