Hallo AngyAngel (und allen den es ähnlich geht),
vielen Dank für dein Review. Es tut mir leid, dass dich das Ende meine Geschichte frustriert. Ich hatte mehrere Ansätze versucht, das Ganze runder zu beenden, aber alles was ich zustande gebracht habe, war einfach nur grausam. Deshalb hab ich versucht, mich aus der Sache durch ein Open End herauszuwinden. Dass mein eigener Frust dabei eventuell auf meine Leser überspringt, hab ich leider in dem Moment nicht gesehen.
Aus dem Grund: Danke für den gut platzierten Arschtritt.
Ich hoffe mein kleiner Epilog (bin immer noch nicht ganz zufrieden *grummel*) entschädigt für deinen/euren Frust.
Zu deiner anderen Frage: Ja, ich hab die Kapitel zusammengefasst und auch an manchen Stellen noch ein wenig umgeschrieben.
LG angeltears-and-deviljoy
Epilog – ein Jahr später
Harry starrte missmutig ins Feuer, in dem ein paar Überreste eines Briefes vor sich hin kokelten. Er fragte sich langsam, warum er sich überhaupt noch die Mühe machte, sie zu öffnen und zu lesen. Inzwischen kannte er Dumbledores Ausreden auswendig: „... wollte immer nur das Beste ... im Krieg müssen Opfer gebracht werden ... er wusste, worauf er sich einließ ... blablabla ..."
War eine Entschuldigung trotzdem zu viel verlangt? Harry ärgerte es, dass einige Mitglieder des Ordens alles unter den Teppich kehrten und die ganze Angelegenheit für erledigt ansahen. Immerhin ließ die Öffentlichkeit Severus und ihn nun endlich weitestgehend in Ruhe.
Es hatte Tage gegeben, da hatten die Reporter und Fans regelrecht vor dem Grimmauldplatz 12 campiert. Besonders schlimm war es in den zwei Monaten nach seinem Schulabschluss gewesen. In der Zeit konnte keiner von ihnen das Haus verlassen, ohne bedrängt zu werden. Mrs. Weasley musste sie praktisch über den Kamin versorgen.
Erst nachdem klar wurde, dass man weder Severus noch ihn zu Gesicht bekommen würde, waren die Belagerer wieder verschwunden. Natürlich versuchten es einige hartnäckige Reporter bis heute ein Interview mit ihm zu bekommen, aber damit konnten sie beide umgehen. Am besten half es, die Plagegeister einfach zu ignorieren.
„Ihr solltet Euch nicht so viel Gedanken über Dumbledore machen, Meister." Severus setzte sich neben ihn aufs Sofa und reichte ihm eine Pergamentrolle. Harry hatte sich im letzten September an der Akademie für Heiltränke und Heilungszauber in London eingeschrieben. Er wurde wie zu erwarten mit Kusshand aufgenommen. Bis heute bereute er diesen Schritt nicht und Severus unterstützte ihn mit seinem Fachwissen, wo er nur konnte.
„Musstest du viel korrigieren?", fragte der Gryffindor, als er seinen Aufsatz über die Anwendungsmöglichkeiten von Alraunen entrollte und überflog.
„Nein, nur den Ausdruck an einigen Stellen und Ihr lenkt schon wieder ab, Meister."
Harry lehnte sich an Severus Schulter und schloss die Augen. „Warum muss er dauernd Briefe schreiben? Es ist doch offensichtlich, dass ich nicht zurückschreiben werde", murmelte er nach einer Weile.
Der Slytherin lachte leise: „Das wäre eine Niederlage, die er sich nicht eingestehen möchte. Ihr ward immerhin jahrelang sein treuester Anhänger."
Sie saßen einige Minuten schweigend beisammen und jeder hing seinen eigenen Gedanken nach.
„Hat sich Tepes mal wieder gemeldet? Hat er was Neues gefunden?"
Severus lächelte traurig: „Ihr seid ein Träumer, Meister, und Tepes macht es nur schlimmer, indem er Euch Hoffnungen macht."
„Warum ist es schlimm, wenn ich dich von diesem dämlichen Sklavenfluch befreien will." Harry setzte sich mit einem Ruck auf und blitzte seinen Freund wütend an.
Der Slytherin erwiderte seinen Blick ohne mit der Wimper zu zucken: „Es geht mir besser, als in meinem ganzen Leben zuvor. Ihr passt auf mich auf, wie Ihr es versprochen habt. Glaubt ihr etwa, dass würde Euch nur halb so gut gelingen, wenn Ihr mir keine Befehle geben könntet. Ich habe nun mal die Angewohnheit, mich über meine Grenzen hinaus zu verausgaben."
Seufzend lehnte sich Harry wieder zurück: „Du verdienst es aber frei zu sein. Außerdem hasse ich es, wenn du mich siezt und Meister nennst. Es fühlt sich einfach falsch an."
Er spürte wie sich Severus für den Bruchteil einer Sekunde versteifte, sich dann aber sofort wieder entspannte. „Was ist los?"
Der Slytherin lachte leise. „War das alles oder gibt es noch mehr?"
Harry überlegte kurz: „Naja, ansonsten verhalten wir uns ja kaum noch wie Meister und Sklave. Ich hab dir schon ewig keinen richtigen Befehl mehr gegeben. Meistens reicht die Androhung schon aus und ... oh"
„Na ist der Groschen endlich gefallen, Harry?"
„Hast ja recht ... Moment mal! Wie hast du mich grade genannt?" Der Gryffindor setzte sich überrascht auf.
„Du hast dem Zauber eben mit sehr viel Nachdruck gezeigt, was du von deinem Meistertitel hältst. Und da ich ungern bestraft werden möchte ..."
„Das war alles? Ich musste nur sagen, dass ich es zum Kotzen finde ..."
„Scheint so."
„Na super. Warum haben wir das nicht schon eher versucht?"
Severus zuckte nur mit den Schultern. „Ist dieses leidige Thema damit abgehackt?"
„Naja. Der Rest geht eigentlich." Harrys Blick wanderte wieder zum Feuer. „Und was machen wir jetzt wegen Dumbledore?"
„Ignorieren. Das kann sein Ego am wenigsten ab."
„Klingt nach `nem Plan", der Gryffindor grinste breit, bevor er gähnte.
„Wie wäre es mit schlafen gehen. Du musst morgen wieder früh raus ... und wahrscheinlich bringt dir Hedwig morgen auch die Antwort von Miss Weasley."
Harry lächelte verliebt. „Hmm, wahrscheinlich ... hey warte mal, woher weißt du das schon wieder?"
Aber Severus war schon aus dem Zimmer verschwunden. „Typisch Slytherin", murmelte der Gryffindor kopfschüttelnd und folgte seinem Freund nach oben.
