Disclaimer: Remus, Tonks, Snape und alles andere was mit Harry Potter zusammengehört, gehört nicht mir, sondern J. K. Rowling. Ich borge sie mir alle für meine Fanfic nur aus und mache damit keinen Profit. Da ich mir nicht mal fließend warmes Wasser leisten kann, ist es definitiv klar, dass mir keine Rechte an dem Meisterwerk HARRY POTTER gehören.
Das einzige was mir gehört sind diese Storyidee und Samuel Lupin Tonks.
HBP-Spoiler! Es gibt immer noch Leute, die das Buch nicht gelesen haben.
Lieben Dank an Endorphinchen, die die Fanfic für mich gebetat hat, den Titel ausgesucht hat und mich auf Unstimmigkeiten hingewiesen hat. Kleiner Wolf ist für sie.
Auch an Kerstin lieben dank, die später den Rest gebetat hat.
- - - - KLEINER WOLF - - - -
Traurig stand Tonks am Fenster des Hauses und sah hinaus in die sternenklare Nacht.
Nichts war mehr so wie früher, alles hatte sich verändert.
Remus war tot.
Der Krieg war vorbei.
Sie lebte nun seit einigen Wochen bei Severus Snape, dem Remus das Versprechen abgenommen hatte, seinen Platz in ihrem Leben einzunehmen. Tonks aber wollte keinen anderen Mann. Sie wollte ihren Remus wiederhaben. Aber das ging nicht. Das wußte sie.
Und so blieben ihr nur die Erinnerung und das Baby.
Ein Baby, das nie geplant war und doch existieren würde. Schon bald, Poppy meinte am Monatsende, würde sie Baby Lupin, wie das Kind von allen nur noch genannt wurde, in den Armen halten.
Es war ihre einzige Verbindung zu Remus, die einzige die ihr geblieben war.
Tonks wusste, dass es langsam an der Zeit war, sich Gedanken über die Zukunft zu machen. Was sollte sie tun, wenn das Baby da war?
Wer würde sich um das Kind und sie kümmern?
Würde sie in der Lage sein, weiter ihrer Arbeit als Aurorin nachzugehen?
Würde sie überhaupt der Verantwortung, die ein Kind mit sich brachte, gewachsen sein? Tonks schaffte es ja noch nicht mal, ihre Zimmerpflanzen vor dem Eingehen zu bewahren, wie sollte sie da ein Kind großziehen?
Sicher, sie hatte Freunde und Severus Snape. Dieser war sowieso ein Mysterium für Tonks.
Er tat für Tonks Dinge, die Remus zu Lebzeiten hätte tun sollen, aber nie getan hatte.
Morgens fand sie zusammen mit dem Tee, ein spezieller gegen morgendlicher Übelkeit, die sie immer noch plagte, obwohl sie das erste Trimester der Schwangerschaft lange hinter sich gelassen, eigentlich auch schon das zweite Trimester beendet hatte, zusammen mit ein paar salzigen Crackern. Beides beruhigte ihren Magen ungemein und Tonks konnte das Bett verlassen, ohne dass ihre erste Tat war, den Kopf in die Kloschüssel zu stecken, weil Baby Lupin so sehr rebellierte, dass ihr Mageninhalt sie verließ.
Dass den Tee und die Cracker keine Hauselfen hingestellt hatten, wusste sie, da Severus Snape keine besaß oder besitzen wollte. Er machte alle im Haus anfallenden Arbeiten selbst.
Tonks beschloss, dass sie sich, wenn das Baby auf der Welt war, Gedanken über die Zukunft machen würde. Momentan war sie froh, dass sie nicht allein war, auch wenn es Severus Snape war, der ihr Gesellschaft leistete. Auch wenn sie nicht wirklich von Gesellschaft sprechen konnte. Es war nichts mehr wie früher.
Sie sah Severus meist nur zu den Mahlzeiten, den Rest des Tages war er wie vom Erdboden verschluckt.
Nachts, wenn sie nicht schlafen konnte, weil Baby Lupin in ihrem Bauch Quidditch spielte, hörte sie, wie er im Zimmer nebenan auf und ab lief. Irgendetwas beschäftigte ihn.
Tonks aber wagte nicht zu fragen. Sie wollte nicht, dass er wütend wurde und sie möglicherweise vor die Tür setzte. Sie war im Moment einfach nur dankbar, ein Dach über dem Kopf zu haben. Ihre alte Wohnung existierte nicht mehr, schon lange vor dem finalen Kampf war sie endgültig in das Hauptquartier des Phönixordens gezogen, unter anderem, um näher bei Remus zu sein.
Seufzend ging sie zu Bett. Sie würde heute einfach keinen klaren Gedanken mehr fassen können. Morgen war auch noch ein Tag.
Auch wenn ihr Kopf voller halber Gedankengänge war, ein einziges Gedankenchaos, so fiel sie doch in einen schnellen, traumlosen Schlaf und bekam nicht mit, wie sich ihre Zimmertür, die nur angelehnt war, öffnete.
Severus betrat den Raum, wie jede Nacht wenn Tonks schon schlief. Leise trat er zu ihr ans Bett. Es war eben so, dass er sich für sie verantwortlich fühlte. Severus hatte Remus ein Versprechen gegeben. Das würde er halten.
Vorsichtig, als er sicher war, dass sie fest schlief, strich er die Bettdecke glatt und blies die Kerze, die auf ihrem Nachttisch brannte aus.
„Schlaf gut, Nymphadora", sagte er leise.
Lange stand Severus dann noch an der geöffneten Zimmertür und beobachtete Tonks beim Schlafen.
Wie gerne würde er etwas tun um ihren Schmerz zu lindern.
Bald würde das Baby, Lupins Baby, auf der Welt sein. Er wusste nicht, ob es die ganze Sache dann verkomplizieren würde. Aber dass es Lupins Kind und nicht das von Potter oder Black war, war schon eine Erleichterung für ihn. Er würde immer den Vater in dem Kind sehen. Seinen Hass auf Harry machte die Tatsache, dass er James Potters Sohn war, noch größer.
Von ihren Freunden und den Mitgliedern des Phönixordens war Charlie Weasley der Einzige, der Tonks im Haus von Severus besuchen kam, jede Woche mindestens zweimal.
Sie war ihm dankbar, so hatte sie jemanden zum Reden.
Charlie und Tonks saßen immer in ihrem Zimmer, tranken Tee und aßen Kekse, die Charlie von seiner Mutter mitbrachte.
„Wie geht's dir? Wie fühlst du dich?" war seine erste Frage.
Anscheinend hatte seine Mutter ihm diese Frage aufgetragen.
„In Ordnung."
„Kümmert er sich gut um dich?"
„Ja."
„Isst du genug?"
„Was will Molly noch wissen? Ob er mich auch nicht einsperrt? Ich nicht unter dem Imperius gehalten oder eingesperrt werde?"
Tonks fühlte sich genervt. Es waren immer dieselben Fragen, die Charlie zu Beginn eines jeden Besuches stellte.
„Das sind Dinge, die Harry interessieren.", meinte Charlie und versuchte zu lächeln.
„Erzähl ihnen irgend etwas Charlie. Sie sollen aufhören zu denken, dass Severus ein schlechter Mensch ist. Er hat mich in sein Haus aufgenommen, Remus das Versprechen gegeben, dass er für mich da sein wird. Remus wird sich seiner Sache sicher gewesen sein, als er Severus darum gebeten hat und nicht jemand anderen aus dem Orden. Sie sollen endlich anfangen ihm zu vertrauen. Dumbledore hat das auch immer getan."
„Dumbledore ist", begann Charlie.
„Tot. Ich weiß."
„Ach Dora, es ist doch nur, dass sie sich Sorgen machen, weil sie Snape nicht anders, als als einen kompletten, fiesen Mistkerl kennen. Es ist für die anderen eben schwer zu begreifen, dass dieser Mensch, der einst auf Seiten des Bösen gestanden hat, plötzlich einen solchen Wandel mitmacht.", versuchte Charlie zu erklären, was in den Köpfen der anderen vorging.
