A/N: Sorry, dass es so lange gedauert hat! Hatte ne Menge anderes um die Ohren... :)
Kapitel 10: Clara & Gabriel 2
Hermine lief in dem kleinen Freiraum des Kellers auf und ab.
„Merkwürdig, dass jemand so schöne Dinge im Untergrund versteckt hält", dachte sie.
Clara war inzwischen seit Stunden auf, zumindest nahm Hermine das an. Zeit verging für sie sehr viel schneller, als für Clara.
„Du kommst wieder auf die Beine", sagte Clara zu dem Soldaten, der ausgestreckt auf ihrer Couch lag. Sie nahm die Kompresse von seiner Stirn und tauchte sie in die Porzellanschüssel auf dem Tisch. „Was auch immer du hast sieht nicht zu ernst aus. Ich habe schon schlimmere Verletzungen aus dem Feld gesehen."
Einsamkeit hatte bei der jungen Südstaaten Frau anscheinend ihre Spuren hinterlassen. Die Leichtigkeit mit der sie mit ihrer Katze und dem schlafenden Soldaten sprach zeigte, dass sie Gesellschaft an seltsamen Orten suchte. Aus Hermines Sicht waren seit der Ankunft ihres Patienten drei Tage vergangen. Aufgrund der Zeitsprünge konnte sie sich nicht ganz sicher sein.
„Ich bin in einigen Minuten zurück," versicherte Clara dem Mann, obwohl er ihr nicht antworten konnte. „Wir haben beinahe kein Wasser mehr. Die Sonne sollte inzwischen untergegangen sein."
Froh darüber die Enge des überfüllten Kellers, wenn auch nur für ein paar Minuten, verlassen zu können, folgte Hermine Clara die krüppelige Leiter zum Hauptzimmer der Kabine. Clara verschwendete keine Zeit und rückte das Feldbett zurück über die Falltür. Wenn Hermine einen Körper gehabt hätte, wäre sie eingequetscht worden. Augenblicke später öffnete Clara langsam die Haustür, um in die Dunkelheit draußen zu spähen.
Sobald sie überzeugt war, dass niemand in der Nähe war, schlüpfte Clara durch die Tür und schloss sie rasch hinter sich. Damit hatte Hermine gerechnet. Sie hastete an Clara vorbei, als sie durch die Tür ging. Der kalte, unangenehme Schauer eines Geistes erschütterte beide Mädchen. Sie zitterten beim Kontakt.
„Mach das nicht noch mal", ermahnte sich Hermine.
Clara hatte dieselbe Routine zum Wasserholen. Nichts an der Exkursion war auch nur ein bisschen interessant für Hermine. Als sie beinahe zurück waren, ertönte ein tiefes, katzenartiges Knurren. Clara sprang hinter einen Baumstamm.
Ohne zu wissen, dass Tuffys Knurren ihre Herrin vor möglicher Gefahr warnte, lief Hermine weiter. Kurz vor der offenen Tür blieb sie stehen.
„Clara hat die Tür zu gemacht, da bin ich sicher", flüsterte Hermine.
Vorsichtig ging sie auf die Tür zu. Sie konnte fühlen, wie ihre Lungen anfingen zu brennen und ihr signalisierten, dass sie wieder atmen musste. Sie erinnerte sich, dass wer auch immer dort drin war, sie nicht sehen oder hören konnte, was sehr beruhigend war. Sie war beinahe an der Tür, als sie das Scheppern von Töpfen und Pfannen hörte, die auf den Boden geworfen wurden.
„Komm schon, Miller, hier ist nichts mehr übrig", sagte eine Stimme. „Sieht so aus, als ob, wer auch immer hier lebte, längst weg ist."
Zwei junge Soldaten in der typischen Union blauen Uniform standen in Claras Hütte.
„Das Feuer war vor kurzem noch an", sagte der zweite Soldat, anscheinend Miller. „Sie könnten noch in der Nähe sein."
Tuffy nahm ihren Posten vor der Tür wieder ein. Sie legte sich an den Waldboden und ließ ein lautes Fauchen hören, das durch den Wald hallte.
„Lass uns gehen", sagte der erste Soldat. „Offensichtlich ist der Captain nicht hier. Wir sollten die anderen wieder treffen."
Er war nervös und anscheinend fürchtete er den Wald. Tuffys anhaltendes Knurren verschlimmerte dies offensichtlich.
„Du bist doch nicht etwa nervös, Griffin, oder?" lachte Miller.
„Nein." Eine offene Lüge. "Wir sollten aber wieder zurück."
„Okay, du hast gewonnen." Miller nahm sein Gewehr auf, das er unzeremoniell auf einen Stuhl geworfen hatte und ging zur Tür.
Hermine entfernte sich, um zu verhindern, dass eine weitere nichts ahnende Person durch sie hindurch lief. Griffin, der nervöse Soldat, machte sich auf den Weg. Miller ließ sich Zeit. Er starrte Tuffy an. Tuffy starrte zurück. Keiner von beiden bewegte sich, bis Tuffy wieder fauchte.
„Du bist der nervigste Haufen Fell den ich je gesehen hab", sagte Miller zu Tuffy.
„Lass uns gehen, Miller. Es ist nur eine Katze."
Miller nahm das Gewehr von der Schulter und zielte auf die wehrlose Katze vor ihm.
„Du bist nicht mehr so nervig, wenn du tot bist, nicht wahr?" forderte er Tuffy heraus. Die Katze starrte ihn nur weiter an.
Als Miller mit dem Gewehr weiter auf Tuffy zuschritt, konnte Hermine sehen, wie Clara in ihrem Versteck immer nervöser wurde. Sie wusste nicht, was geschehen würde, wenn die Soldaten sie sehen würden.
„Schon mal Katze gegessen, Griffin?"
„Katze? Natürlich nicht. Das ist widerlich."
"Eigentlich ist es gar nicht so schlecht. Diese hier ist ein wenig mager. Wahrscheinlich nicht mehr als ein paar Bissen."
Miller zielte. Als er abdrücken wollte, sprang Clara aus ihrem Versteck.
„Nein, bitte nicht!" rief sie und erschreckte beide Männer und die Katze. Hermine wurde schlecht vor Angst, vor dem was nun geschehen würde.
Griffin starrte Clara nur geschockt an. Seine Angst, dass jemand oder etwas zwischen den Bäumen herumlungerte, hatte sich bestätigt. Tuffy rannte in die Hütte. Miller sah Clara auf eine Weise an, die man nur als Ekel erregend beschreiben konnte.
„Sieh mal einer an, was haben wir denn hier?" grinste er.
„Ich hatte nicht vor meine Katze erschossen zu sehen", gab Clara ruhig zurück, obwohl ihre Augen ihre Angst verrieten.
„Was macht ein hübsches Ding wie du hier so ganz allein?"
„Das geht Sie nichts an. Verlassen Sie mein Haus sofort."
„Na na, ich glaube du verstehst den Ernst der Lage nicht ganz, Miss."
„Miller, lass uns gehen", drängte Griffin.
„Nein, noch nicht", schnappte er. „Wir wurden geschickt, um einen Auftrag zu erledigen, und ich will verdammt sein, wenn wir ihn nicht erfüllen."
„Falls Sie nach Kostbarkeiten oder Essen suchen, sind Sie am falschen Ort", fuhr Clara fort. „Ich habe nichts."
Miller ging weiter auf Clara zu. Er stand jetzt nur einen halben Meter von ihr entfernt. Hermine sah Clara nur kurz zusammenzucken, aber sie blieb standfest.
„Sehen Sie, Miss, wir sind unter General Sherman. Er hat den direkten Befehl des Präsidenten, des wahren Präsidenten, Abraham Lincoln. Wir sollen alles zerstören, das der Süden für seine Zwecke verwenden könnte."
„Und eine junge Frau, die allein mit ihrer Katze in einer Jagdhütte im Wald lebt könnte den Konföderierten wie genau helfen?"
Miller ergriff Clara roh am Arm. Sein Gesicht war nur wenige Zentimeter von ihrem entfernt.
„Diese hier hat ein ganz schön loses Mundwerk", spuckte er. „Ich mag Frauen nicht, die zu viel reden."
Griffin stellte sich hinter seinen Kameraden. Er ergriff Miller beim Arm und zog ihn von Clara fort.
„Jetzt aber, Miller. Lass uns gehen", schrie er beinahe.
„Wir sollten die Hütte niederbrennen."
Claras Augen weiteten sich bei Millers Kommentar.
„Das würde doch nichts bringen", gab Griffin zurück. „Wir haben schon nachgesehen. Sie hat nichts wertvolles da drin. Lass uns einfach gehen."
„Diesmal hast du Glück gehabt."
Beide Soldaten verschwanden in den Wald. Clara stieß einen erleichterten Seufzer aus, bevor sie in die Hütte ging.
„Musstest du sie so anfauchen, Tuffy?" ermahnte sie die Katze.
Tuffy kratzte an der Falltür unter dem Feldbett.
„Das Wasser!"
Sie erinnerte sich an den Eimer mit frischem Wasser, den sie stehengelassen hatte, als sie aus den Büschen sprang und lief hinaus um ihn zu holen. Hermine wartete drinnen auf ihre Rückkehr. Tuffy fuhr fort wild an der Falltür zu kratzen. Als sie näher heran trat, konnte sie Bewegungen im Keller hören.
„Sieht so aus als wäre unser Patient aufgewacht", sagte sie zu sich selbst.
Clara kam einen Moment später zurück. Sie schob Tuffy von der Falltür. Die Katze fauchte sie an und zog sich dann zum Herd zurück. Clara schob das Feldbett zur Seite, um die Klappe zu öffnen.
„Wer bist du?!" verlangte eine Stimme aus dem Keller. Hermine sprang hinunter, um das Spektakel zu sehen.
Der verletzte Soldat/Zaubertränkeprofessor-Double saß aufrecht auf dem Sofa. Er war gerade dabei seine Stiefel anzuziehen, als Clara mit dem Wasser zurückkam. Ruhig durchquerte Clara den Raum.
„Irgendwas sagte mir, dass du schlechte Laune haben würdest", verkündete sie.
Er saß geschockt vor ihr.
„Selbst bewusstlos warst du kein guter Patient", fuhr Clara fort. Sie setzte den Eimer mit Wasser neben der Couch auf den Boden und setzte sich auf ihren Hocker.
„Wie lange bin ich schon hier?" fragte er leise.
„Drei Tage." Sanft drückte sie ihn zurück in die Couch. Nachdem sie den Stiefel, den er wieder angezogen hatte, entfernt und den anderen beiseite geschoben hatte, begann Clara das frische Wasser in ihrer Waschschüssel vorzubereiten.
„Wie bin ich hierher gekommen?"
„Ich habe dich vor meiner Haustür gefunden. Mit nicht allzu kleiner Mühe habe ich es geschafft dich hier herunter zubringen."
Clara nahm die Kompresse, die sie vorher schon benutzt hatte, und legte sie dem Mann wieder sanft auch die Stirn. Er wehrte sich zuerst, gab dann aber doch nach.
„Darf ich noch etwas fragen?" fragte er, unsicher wie sie reagieren würde.
Clara lachte nur leise auf.
„In Ordnung."
„Wer bist du?"
„Clara Richmond," antwortete sie schnell. „Ich gebe zu, dass ich bereits weiß, wer du bist, Captain Gabriel Maddox."
Er zog eine fragende Augenbraue hoch, sagte aber nichts.
„Ich habe die Ausweißpapiere in der Tasche deines Mantels gefunden." Sie zeigte auf seinen blauen Wehrmantel mit den großen Bronzeknöpfen, der über der Rückenlehne eines Stuhls hing.
Hermine fiel auf, dass Captain Maddox ein viel freundlicherer Mann als Professor Snape es jemals war. Obwohl er recht abweisend und kühl war, so warf er Clara doch keine bösen Blicke und Beleidigungen zu oder machte sie herunter.
„Ich danke für deine Fürsorge, Miss Richmond," sagte er während er sich aufsetzte. „Aber ich muss zu meinen Männern zurück."
Clara drückte ihn zurück auf die Couch.
„Nein, du wirst schön hier bleiben," befahl sie freundlich.
„Wie bitte?" Er starrte sie an. Sofort konnte Hermine einen Funken von Severus Snape in dem Mann vor ihr erkennen.
„Du bist noch nicht genug geheilt, um zu gehen," informierte sie ihn, als sie die herunter gefallene Kompresse wieder auf seine Stirn legte. „Du bist vielleicht aufgewacht, aber du hast immer noch leichtes Fieber. Wenn du nicht vorsichtig bist kann daraus etwas viel schlimmeres entstehen.
„Ich bin sicher der Arzt im Lager kann sich besser um meine Gesundheit kümmern, als du." Er setzte sich wieder auf.
Clara drückte ihn erneut zurück.
„Er hat sicherlich schon zuviel mit den Verwundeten vom Kampf vor ein paar Tagen zu tun."
„Ich schätze deine Hilfe." Diesmal setzte er sich nicht nur auf, sondern erhob sich zu seiner vollen Größe. Sein Kopf reichte an die Decke. Obwohl seine Größe eine schmächtige Frau wie Clara hätte einschüchtern sollen, war dies nicht der Fall.
„Der Wald ist voller Konföderierter. Du würdest keine zwanzig Meter weit kommen, ohne gefangen genommen zu werden."
Die schien den gewünschten Effekt zu haben. Captain Maddox ließ sich wieder auf der Couch nieder.
„Und wann meinst du kann ich wieder zu meinen Truppen zurück?"
„Wenn du gesund genug bist können wir immer noch darüber nachdenken."
Clara erhob sich von ihrem Hocker und ging zur Leiter.
Da du die letzten drei Tage nichts anderes als Brühe zu dir genommen hast, werde ich dir etwas vernünftiges zu Essen holen," erklärte sie ihm, bevor sie in die Hütte nach oben verschwand.
Hermine sah sich den Mann auf der Couch etwas genauer an. Jeder andere in seiner Situation hätte sich vielleicht unwohl gefühlt in diesem merkwürdigen Kellerloch ohne Ausweg. Dieser Captain jedoch war geradezu nervös und erpicht darauf dem Keller zu entkommen.
„Was zur Hölle ist das alles hier eigentlich?" murmelte er und sah sich genauer um.
Hermine lachte. Dasselbe hatte sie sich vorhin auch schon gefragt. Claras Jagdhütte im Wald hielt merkwürdige Geheimnisse. Das offensichtlichste war die Ansammlung an 'Schätzen' hier im Keller. Warum jemand wunderschöne Möbel, Porzellan und alles möglcihe andere in einem feuchten, dreckigen Keller verstecken würde, konnte sie nicht nachvollziehen.
„Ich habe nicht besonders viel Auswahl, was mein Essen angeht," sagte Clara, als sie von oben zurück kam. Sie hielt dem Captain einen Blechteller mit grünen Bohnen und Maisbrot hin.
„Danke."
Sie aßen schweigend. Zwischen den Bissen beäugten sie sich vorsichtig gegenseitig. Es war offensichtlich, dass sie so viel wie möglich über den anderen herausfinden wollten.
„Erklär mir bitte, warum du all dies hier unten hast," sagte Gabriel schließlich nach einigen Minuten des Schweigens.
„Mein Vater," gab sie einfach zurück.
Er sah sie verwundert an.
„Als mein Vater ein Junge war, hat die Britische Armee die Plantagen seines Vaters geplündert. Sie stahlen so ziemlich alles. Nach Fort Sumter und nachdem mein Bruder sich in der Konföderierten Armee verpflichtet hatte, baute mein Vater diese Jagdhütte. Aus Angst, dass die Yankees zu uns nach Hause kommen und ihm seine Besitztümer wegnehmen würden, hat er sie hier versteckt."
Gabriel Maddox sah sie immer noch verwundert an.
„Was habt ihr zu Hause benutzt, wenn alles hier unten war?"
„Oh, wir hatten immer noch Möbel, falls du das meinst. Mein Vater war… nun ja, ein wenig… verrückt."
„Aha. Und wenn ich fragen darf… warum bist du allein hier? Mir scheint eine junge Dame sollte in besseren Umständen als diesen hier hausen."
Clara wurde still. Ihr Blick wanderte über den Boden. Als sie wieder aufsah, war ihr Gesicht tränen überströmt.
„Weil ich nichts anderes mehr habe," spuckte sie aus. „Wenn die Yankees… wenn deine Männer mein Zuhause nicht niedergebrannt hätten, würde ich jetzt dort leben."
Gabriel wandte sich ab, als sie das sagte.
„Wir haben nur Befehle befolgt," sagte er, beinahe beschämt.
„Ja, nun, eure Befehle haben meinem Vater das Herz gebrochen. Alles wovon er geträumt hatte, wofür er hart gearbeitet hatte, damit er seine Familie versorgen konnte, wurde in weniger als einem Tag zerstört. Und jetzt… jetzt ist er fort und ich lebe an diesem furchtbaren Ort… allein."
Sie wurde immer wütender. Hermine konnte es ihr nicht verübeln. Sie hatte Geschichten gelesen, von dem, was während Shermans Marsch zum Meer der Heimat und dem Besitz von unschuldigen Menschen zustieß. Sie hatten alles verloren. Während die Männer losgezogen waren, um einen aussichtslosen Krieg zu führen, blieben die Frauen, Kinder und Alten zurück und mussten die Last, plötzlich kein Dach über dem Kopf zu haben und all ihre Besitztümer und Nahrungsmittel von den Unionsoldaten gestohlen, allein tragen. Hermine hatte das nie verstehen können. Unschuldige Menschen starben ohne Grund.
„Ich wollte dich nicht beleidigen, Miss Richmond," rief Captain Maddox ihr hinterher. Clara war aus dem Keller nach oben gestürmt.
Ja, dieser Mann war definitiv verschieden vom Zaubertränke-professor, der einen Großteil seiner Zeit damit verbrachte, junge Schüler zu terrorisieren. Captain Maddox hatte offensichtlich mehr Gefühle, als Professor Snape je hatte. In der kurzen Zeit, die Hermine in seiner Gegenwart verbracht hatte und die er bei Bewusstsein war, hatte sie Gefallen an ihm gefunden. Es war auch offensichtlich, dass Clara sich stark zu dem gutaussehenden Captain hingezogen fühlte.
„Das wird ja immer interessanter," sagte Hermine laut. „Ich frage mich was wohl als nächstes passiert."
Severus hatte die letzten zehn Minuten damit verbracht, in seinem Klassenzimmer auf und ab zu gehen. Aus irgendeinem unbekannten Grund konnte er einfach nicht still sitzen. Seine Gedanken waren bei Hermine Granger. Das alleine reichte schon aus um ihn zu verwirren. Er hatte nie irgendetwas für das Mädchen empfunden. In der Vergangeheit hatte er sich ihr gegenüber benommen, als wäre sie der Fluch seiner Existenz, aber in Wirklichkeit hatte er sie als erfrischend und faszinierend empfunden. Wenn sie nicht gerade versuchte seinen Unterricht zu übernehmen oder dabei war Longbottom bei einer seiner explosiven Mischungen zu helfen, war sie alles was er sich von einem Schüler nur wünschen konnte.
Jetzt war sie im Krankenflügel und kämpfte verzweifelt um ihr Leben. Er fühlte sich verantwortlich, schrecklich verantwortlich. Es war schließlich sein verdammter Trank, der sie beinahe umgebracht hatte. Und Dumbledore war nicht gerade hilfreich. Seine kryptischen Anweisungen und Erklärungen gingen Severus auf den letzten Nerv.
Einer der Hogwarts Hauselfen apparierte in den Lagerraum und begann das Chaos, das durch die Explosion entstanden war, aufzuräumen. Severus ging an dem Elfen vorbei in sein Büro.
„Wenn von mir erwartet wird, dass ich dort bin, wenn Miss Granger aufwacht, dann sollte ich jetzt besser schlafen," sagte er sich.
Severus braute viele verschiedene Variationen von Schlaftränken. Er wählte ein Fläschchen mit Traumlosem Schlaftrunk aus und verschwand in seine privaten Räume.
